PDA

Vollständige Version anzeigen : WTC - beide Türme in Flammen...zur Erinnerung...


Scharlatan
11.09.2001, 15:13
Hi,

zwei flugzeuge fliegen in die türme des world trade center. ist wohl unglaublich, wenn das nicht ein anschlag von irren ist.

Matze
11.09.2001, 15:16
Da kommst de nach Hause um den Telekomiker auf die Finger zu schauen, und was siehst de als erstes inne Glotze und auf den Newseiten im Netz:

Flugzeug ins World Trade Center gestürzt

Ein Flugzeug ist am Dienstag in das World Trade Center in New York gestürzt. Die Türme stehen in Flammen.


Nach ersten Angaben soll es sich um eine zweimotorige Sport-Maschine gehandelt haben. Sie riss ein riesiges Loch in das obere Viertel des Wolkenkratzer. Es brach sofort ein Feuer aus.

Kurz danach ereignete sich eine gigantische Explosion im zweiten Zwillingsturm.


Über die Zahl der Personen, die getötet oder verletzt wurden, lagen noch keine Angaben vor.


Quelle: www.ftd.de

Wahsinn, muss jetzt weiter gucken, n-tv berichtet.

Habe erst vorgestern einen Bericht im Fernsehen gesehen, wie das WTD während des Börsencrashes 1929 erbaut wurde, ein schlechtes Ohmen, das es jetzt zerstört wird?

Matze

Eliska
11.09.2001, 15:19
Hi Scharlatan,

herzlich willkommen!:)

Es freut mich sehr dich hier am Board begrüßen zu können.
Ich wünsche dir hier viel Freude.

Gruß

Eliska :)

besser spät - als gar nicht :D

PreMillionaire
11.09.2001, 15:35
Krank, einfach nur krank...:mad:

Scharlatan
11.09.2001, 15:42
bestätigung eines bekennerschreibens der palestinänzer über den anschlag.

bei jeglicher glaubensrichtung hat das wohl kaum mehr was mit glauben zu tun, sondern mit krankhaftem irrlenken der regierung (weis jeder, der sich mit den führungsmechanismen in palestina auskennt) der bevölkerung.

bei all den möglichkeiten von sanktionen, sollte man diesem land mal so alle zugänge verweigern. so lange, bis sie schnallen was für einen mist bei denen in der birne vorgeht. dabei sollte man keine rücksicht nehmen auf mögliche unbeteiligte. den diese hätten oder haben auch möglichkeiten wohl vertan, etwas zu tun.

eigentl. sind das klare kriegserklärungen mit der ausrede von glaubensbekenntnissen.

Scharlatan
11.09.2001, 15:45
jetzt soll ein weiteres flugzeug von den spinnern anfliegen - sagt mal haben die noch alle !

Matze
11.09.2001, 15:47
Korrektur: FTD wurde 1970 erbaut, den Bericht den ich sah war über das Empire State Building welches im Jahr des Crash 1929 erbaut wurde.

Es handelt sich hierbei allen Anschein nach um einen Terroranschlag, Bekennerschreiben soll vorliegen, NYSE bleibt vorerst geschlossen.

N-TV und CNN berichten live

Matze

PreMillionaire
11.09.2001, 15:53
Das dritte Flugzeug raste in das Pentagon, ein viertes in ein Gebäude neben dem White House. Die PLFP hat übrigens soeben ein Bekennerschreiben dementiert!

PreMillionaire
11.09.2001, 15:54
White House, Finanzministerium, Präsidialamt wurden evakuiert, sämtliche (!) Flüge in den USA bis auf weiteres gestrichen!

Matze
11.09.2001, 15:54
Alter, wenn die Amis mal nicht zurückbomben jetzt und die ganz platt machen, so wie ich Bush einschätze, knallt das gewaltigst!!!!!

Matze

PreMillionaire
11.09.2001, 15:56
All US-Airports closed! Alle Flugzeuge, die in der Luft sind müssen sofort den nächsten Flughafen ansteuern...

PreMillionaire
11.09.2001, 16:01
Ein Turm des WTC ist in sich zusammengestürzt...Panik in Manhattan!

Scharlatan
11.09.2001, 16:03
nun ist es wohl soweit und die offensive dürfte anlaufen. einer der beiden tower ist eingebrochen in new york - das stelle man sich vor !!!!!! all die menschen in der umgebung !

au weija - bush wird sich das in keinster weise bieten lassen.

Matze
11.09.2001, 16:18
Mit wird ganz mulmig, wenn ich an die Auswüchse denke, auch in D und anderen Ländern sind bereits Krisenstäbe gebildet worden.

Was wohl als nächstes Passiert?

Die Folge werden auf alle Fälle eine Menge tote sein.

Der eine Turm des WTD ist wohl in Folge eines weiteren Sprengstoff Anschlages in sich zusammengestürzt.

Einfach nur noch unglaublich, was das passiert, es sieht aus wie nach einem Weltkrieg!

Matze

Matze
11.09.2001, 16:26
Hier mal ein Bild aus New York, wie man eutlich sehen kann, fehlt der zweite Turm, der andere steht immer noch in Flammen und ich bezweifle, das das gelöscht werden kann :ne.

Matze
11.09.2001, 16:28
unglaublich!

PreMillionaire
11.09.2001, 16:29
Der zweite Tower ist zusammengebrochen!

Scharlatan
11.09.2001, 16:29
he leute der zweite tower ist eingebrochen. ich denke nun dürfte palestina ein längeres und grösseres problem haben. das ist die härte hoch drei. ich hör jetzt auf zu schreiben, das geht mir etwas näher.

Matze
11.09.2001, 16:30
Zweiter Turm gerade eingestürzt: :ne :ne :Ne

Bördie
11.09.2001, 16:31
New Yorker Börse geschlossen, DAX mit extremen Einbußen, Erdölpreis rauf, die Auswirkungen sind fatal.


Bördie

Matze
11.09.2001, 16:31
Das gibt es nicht, da sind bestimmt 50.000 Mensche getötet worden heute, warum?

Das muss eine von langer Hand geplante Anschlagserie sein, wer weiss was heute noch passiert!

Matze

Matze
11.09.2001, 16:34
einfach unglaublich

Bördie
11.09.2001, 16:36
und daneben sind noch ne ganze anderer Menge Gebäude

PreMillionaire
11.09.2001, 16:41
Mir fehlen ja nur selten die Worte, aber ich bin absolut sprachlos. Wer immer das zu verantworten hat (und ich würde davor warnen, die Schuld sofort den Palästinensern in die Schuhe zu schieben!), der hat einen gewaltigen Riß in der Schüssel. Das ist Fanatismus höchster Stufe, der die ganze Welt in den Abgrund reißen kann.

Gast_B
11.09.2001, 16:43
DJN: *DJ Large Plane Crashes In Western Pennsylvania

Mein Gott, die hören gar nicht auf die Idioten. Unglaublich :gomad :gomad :gomad

PreMillionaire
11.09.2001, 16:48
Angeblich ist ein weiteres entführtes Flugzeug auf dem Weg zum Pentagon. Bush hat Vergeltungsschläge angekündigt, na das kann heiter werden.

Gast_B
11.09.2001, 16:55
*DJ Third Plane Crashes On Pentagon Building

Eliska
11.09.2001, 17:15
Bereits 1993 waren die Twin Towers Ziel eines Anschlages mit Toten

New York - Das World Trade Center ist eines der markantesten Wahrzeichen im Wolkenkratzerdschungel von New York. Im Süden Manhattans ragen die beiden glasverspiegelten Zwillingstürme 412 Meter hoch in den Himmel. Das Gebäude wurde 1972 fertig gestellt. Die Baukosten beliefen sich damals auf 37 Millionen Dollar (rund 75 Millionen Mark).

Das World Trade Center ist neben dem älteren Empire State Building das Wahrzeichen der New Yorker Metropole. Es ist seither eine begehrte Adresse für Firmen und Geschäfte. Seit seinem Bau war es immer ausgelastet und warf satte Gewinne ab. Höher sind die 1996 fertiggestellten Petrona Twin Towers in Kuala Lumpur mit 451,9 Metern.


Das WTC mit seinen 110 Stockwerke hohen Zwillings-Wolkenkratzern wurde im April für 3,2 Mrd Dollar (6,9 Mrd. DM) verkauft. Es handelte sich dabei um die teureste Immobilientransaktion, die es je in New York City gegeben hat.

Der New Yorker Immobilienmagnat Larry A. Silverstein und die Shopping-Center-Immobilienfirma Westfield America haben ein 99-jähriges Miteabkommen mit den zwischenstaatlichen Behörden von New York und New Jersey geschlossen.

430 Unternehmen aus aller Welt haben in dem rund eine Million Quadratmeter umfassendenden Wolkenkratzer-Komplex im Finanzdistrikt im Süden von Manhatten angemietet. Rund 40.000 Menschen arbeiten im World Trade Center. Es wird täglich auch von Tausenden von Touristen besucht, die von der Aussichtsplattform und vom Restaurant "Windows of the World" aus die Sicht auf New York und die Freiheitsstatue genossen.

Bereits am 26. Februar 1993 wurde auf das Gebäude ein Anschlag verübt, bei dem sechs Menschen getötet und rund tausend verletzt wurden. Damals wurde ein mit Sprengstoff beladendes Fahrzeug in die Tiefgarage gesteuert, wo es explodierte. Als Drahtzieher des Attentats gilt der blinde ägyptische Scheich Omar Abdel Rahman.

DIE WELT

PreMillionaire
11.09.2001, 17:21
American Airlines confirms loss of two flights!

Eliska
11.09.2001, 17:27
The Pentagon - Geschichte und Fakten

http://www.magazinusa.com/images2/inside/pressmedia_cr_dod_pentagon.gif

Es ist der Hauptsitz des amerikanischen Verteidigungsministeriums und eines der grössten Bürogebäude der Welt, eingebettet in 50 ha Park- bzw. Rasenfläche. Es wurde auf Anfrage von Brigade General Brehon B. Sommervell, der die Idee an einem Wochenende Mitte Juli 1941 hatte, gebaut. Ursprünglich sollte es nur eine temporäre Lösung für die seinerzeit 24.000 Mitarbeiter darstellen, da das Verteidigungsministerium an akuter Platznot litt und zudem über 17 Gebäude verteilt saß. Der US Kongress war zunächst besorgt über die zweifellos hohen Kosten, die entstehen würden, entschloss sich am 14. August 1941 jedoch angesichts der Kriegssituation in Europa, die u.U. eine militärische Involvierung der USA bedeuten konnte, die Mittel bereitzustellen und grünes Licht für den Bau zu geben. Daraus geworden ist der ständige Sitz des Ministeriums und eines der bekanntesten Symbole in der Welt.

Ursprünglich war ein anderer Platz für das Gebäude vorgesehen:
Unter dem Namen Arlington Farms war das geplante Bauland bekannt und wurde durch 5 Strassen 'eingerahmt', was die Form für das Gebäude vorgab. Präsident Franklin Delano Roosevelt hatte jedoch Sorgen, dass der riesige Bürokomplex die Sicht auf Washington D.C. vom Arlington Friedhof aus beeinträchtigen könnte und ordnete an, einen anderen Platz zu finden. Dies war 1,2 km weiter den Potomac Fluss herunter. Es war das Gebiet, an dem sich der alte Hoover Airport, eine alte Ziegelfabrik, ein Rennplatz sowie eine 'ärmlichere' Siedlung, genannt "Hell's Bottom", befand.An der fünfseitigen Design-Form hielt man fest und entwarf die endgültige Version mit dem freien Innenhof. Jede Seite bildet sich aus fünf parallelen Reihen an Gebäuden (die sogenannten Ringe), d.h. nur die Mitarbeiter ganz aussen im Ring 1 oder innen im Ring 5 haben die Chance auf einen 'Gartenblick'.1.000 Architekten mit 14.000 Arbeitern waren dann am Zuge - in 3 Schichten rund um die Uhr wurde gearbeitet.Die Imposanz des Gebäude-Komplexes machen ein paar Zahlen deutlich: Es hat eine Bürofläche von 343.447 qm und besitzt damit dreimal die Nutzfläche vom Empire State Building; das Capitol in Washington würde in jede der fünf keilförmigen Bereiche passen.

Ungefähr 23.000 Personen, mit sowohl zivilen als auch militärischen Positionen, arbeiten im Pentagon: 30 Meilen Zubringer-Highways führen die Menschen zur Arbeit, dazu kommen spezielle vorrangige Bus-Fahrbahnen, die sogenannten "Bus-Express-Lanes" und eines der modernsten U-Bahn-Systeme der Nation. Die 16 Parkplätze fassen 8.770 Autos. 13 Fahrstühle und 19 Rolltreppen, 131 Treppen, 4.200 Uhren, 7.754 Fenster, 691 Trinkwasser-Geräte, 1 Speisesaal, 2 Cafeterias, 6 Snackbars und eine open-air Snackbar hat der Komplex zu bieten. 200.000 Telefongespräche werden täglich von den Büros aus geführt. Des Pentagon's Poststelle verarbeitet 1.2 Mio Poststücke im Monat.

Das Gebäude, das am 11. September 1941 zu bauen begonnen wurde und nach 16 Monaten am 15. Januar 1943 fertiggestellt war, kostete 83 Millionen Dollar und gilt auch heute noch als eines der effizientesten Bürohäuser der Welt. Um von einem Punkt zu einem beliebigen anderen zu gehen, braucht man nur 7,5 min - trotz der insgesamt 28 km Korridore. Das Gebäude selbst steht auf einer Fläche von 117.000 qm, der Innenhof nimmt 20.000 qm ein. Das Pentagon ist ca. 23 m hoch.

http://www.magazinusa.com/lv2/inside/i_pentagon.asp

Gast_B
11.09.2001, 17:47
BASEL-NY FED'S MCDONOUGH SAYS FED WILL PROVIDE LIQUIDITY AS NEEDED
Reuters 09/11 11:39:56)

11:40am 09/11/01 DFLP PALESTINIAN GROUP CLAIMS RESPONSIBILITY - REUTERS

AFGHANISTAN'S TALIBAN AMBASSADOR TO PAKISTAN CONDEMNS ATTACKS ON U.S. - AIP (Reuters 09/11 11:42:31)

Gert
11.09.2001, 18:01
ftd.de, Di, 11.9.2001, 15:04
Terror-Katastrophe: Drei Flugzeuge auf World Trade Center und Pentagon gestürzt

Der schlimmste Terror-Katastrophe in der Geschichte der USA: Mit drei entführten Passagier-Flugzeugen stürzten sich Attentäter auf World Trade Center und Pentagon. Beide Tower brachen zusammen.







Das Drama begann gegen 8.30 Uhr Ortszeit. Auf den Flughäfen von Boston und Newark (New Jersey) entführten Terroristen zwei US-Passagier-Maschinen mit jeweils rund 180 Menschen. Sie nahmen Kurs auf New York.

Gegen neun Uhr erreichten die Flugzeuge New York, steuerten auf das World Trade Center zu. CNN-Vizepräsident Sean Murtada sah die Katastrophe kommen: "Das eine Flugzeug kam tief rein, und es sah so aus, als ob es leicht schräg auftraf." Es donnerte in den Nordflügel eines der beiden Zwillingstürme. Die Maschine riss ein riesiges Loch in das obere Viertel des Wolkenkratzers. Es brach sofort ein Feuer aus. Die Trümmer flogen fünf Kilometer weit.


Kurz danach ereignete sich eine gigantische Explosion im zweiten Zwillingsturm. Die zweite entführte Maschine schlug in das Gebäude ein.


Zahlreiche Explosionen erschütterten die Gebäude. Menschen flohen in Panik. Rauchwolken stiegen in den Himmel, Flammen schlugen an der Fassade des 110 Stockwerke hohen Gebäudes.


Eine Stunde später stürzte ein Zwillingsturm ein und begrub Teile von Manhatten unter sich. 30 Minuten später brach auch der zweite Turm ein - die schlimmste Terror-Katastrohe in der Geschichte der USA. Die Zahl der Toten und Verletzten läßt sich derzeit nicht mal erahnen.


In den Maschinen sollen jeweils 180 Passagiere gewesen sein. Wieviele Personen sich im World Trade Center aufhielten, ist noch nicht bekannt. Es öffnete um neun Uhr für den Publikumsverkehr. Bis zu 50.000 Menschen können sich dort aufhalten. In den Türmen befinden sich auch Büros sowie Hotels. Die Investmentbank Morgan Stanley Dean Witter ist der größte Mieter, gefolgt von der Hafenbehörde.


Kurz nach dem Drama in New York folgten die nächsten beiden Anschläge. Ein Flugzeug stürzte auf das Verteidigungsministerum in Washington. Es brach Feuer aus. Vor dem Außenministerium explodierte eine Autobombe.


Kurz nach der Katastrophe bekannte sich bei einer TV-Station in Abu Dhabi die Palästinensergruppe DFLP zu dem Anschlag. Dies wurde aber später wieder dementiert.


In Manhatten brach eine Panik aus. Zahlreiche Gebäude in New York sowie Ministerien in Washington wurden evakuiert, Flughäfen geschlossen.


US-Präsident George W. Bush sprach von einem "offenkundigen Terroranschlag auf unser Land. Wir erleben heute eine nationale Tragödie." Bush kündigte umfassende Untersuchungen an. Die, die für diesen Anschlag verantwortlich seien, würden gejagt. Aus Geheimdienstkreisen verlautete, die Urheber seien nicht bekannt. Es handele sich aber um sicher um Terror. "Das war nicht das Werk eines schlecht ausgerüsteten Feindes. Aber es ist noch zu früh, um etwas zu sagen."


Bereits im Jahre 1993 verübten moslemische Fundamentalisten einen Bombenanschlag im World Trade Center. Sechs Menschen starben, 1000 wurden verletzt. Es entstand Millionen-Sachschaden.


Das World Trade Center besteht aus zwei Türmen, die 415 und 417 Meter hoch sind. In ihm sind Büros, Hotels und Einkaufscenter.


BBC-Live-Videostream



© 2001 Financial Times Deutschland

Eliska
11.09.2001, 18:05
Lufthansa ruft Flugzeuge auf dem Weg in die USA zurück

Die Deutsche Lufthansa AG hat nach den Bombenanschlägen in den USA auf das World Trade Center und das Pentagon mit dem Rückruf ihrer Flugzeuge begonnen. Alle Maschinen, die sich östlich des 40. Längengrades (etwa die Höhe Grönlands) auf dem Weg in die USA befänden, würden zurück geholt, sagte eine Konzernsprecherin auf Anfrage.

Eine Entscheidung darüber, was mit den Maschinen passiere, die bereits weiter als der 40. Längengrad geflogen seien, gebe es zur Stunde noch nicht. Auch lägen bisher noch keine Angaben über die Anzahl der betroffenen Maschinen vor. Sabena leitet US-Flüge um oder ruft sie zurück

Brüssel - Die belgische Fluglinie Sabena hat in Reaktion auf die Attentatsserie in den USA die Flüge mit Ziel New York, Washington, Chicago und Dallas zu Flughäfen in Kanada umgeleitet.

Der Abendflug nach New York wurde gestrichen. Bereits gestartete Flugzeuge mit Ziel Boston und Montreal wurden auf den Heimatflughafen Brüssel-Zaventem zurückgerufen.

vwd/11.9.2001/mkr

Dr. Markx
11.09.2001, 18:10
Vorverurteilung ist fehl am Platze, Staatsterror wird nicht weiterhelfen!! Siehe Israel

Einzig richtige Schlußfolgerung: Gewaltkann und darf kein Mittel der Konfliktlösung sein!!!

Gert
11.09.2001, 18:18
Im Fernsehen, sieht man, wie das zweite Flugzeug reinfliegt.

Mich wundert es, das niemand das Flugzeug abgeschossen hat, zu mindest das in der Hauptstadt.


Gert frustriert über so viel Menschenverachtung!!

Ralph
11.09.2001, 18:25
Ich bin gerade erst nach Hause gekommen und bin total bestürzt ob dieser sinnlosen Gewalt.

Auch wenn die Situation derzeit vollkommen unklar ist (einzig klar sein, dürfte es , dass Tausende von Menschen ihr Leben verloren haben), so wird man es NICHT schaffen, die USA derart in die Knie zu zwingen.

Die USA werden dies überstehen ...... jetzt ist nämlich nationaler Zusammenhalt gefordert und den wird es tausendpro geben ...... zumal noch nicht mal sicher ist, dass es auch die Palästinenser waren ! ..... es liegt nahe, aber Pre ht da vollkommen Recht !


Ralph, total bestürzt !

Eliska
11.09.2001, 18:25
Nerv des Web getroffen.

Internet nach Anschlägen in den USA stark beeinträchtigt.

Berlin - Das Internet ist nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das US-Verteidigungsministerium in Washington am Dienstag stark beeinträchtigt.

Zahlreiche Internetseiten, vor allem die von Nachrichtenanbietern, sind seit den Ereignissen in den USA nicht mehr erreichbar.

Die Deutsche Telekom hatte am Nachmittag allerdings noch keine Meldungen über einen Zusammenbruch des weltweiten Computernetzes, sagte ein Sprecher des Bonner Unternehmens.

Eine Korrespondentin des Deutschlandfunks berichtete aus den USA, dass das Web immer langsamer werde.


"Wir haben noch keine Erkenntnisse, dass die Infrastruktur des Internets ernsthaft beschädigt wurde", sagte Wolfgang Stieler vom Internetdienst Heise-Online der Nachrichtenagentur Reuters.

Es scheine sich um eine außergewöhnliche Überlastungssituation zu handeln, ergänzte der Internetexperte.

© manager-magazin.de 2001

Eliska
11.09.2001, 18:29
Hoffentlich hast du Recht, Ralph.

Hass gebiert Hass -
beten wir, dass die Verantwortlichen für das weitere Geschehen Vernunft walten lassen

Eliska

Ralph
11.09.2001, 18:30
Mein Gott,

und die Börsen in Europa sind immer noch geöffnet ! ::gomad :gomad :gomad ..... was soll denn das noch, d ahandelt doch keiner mehr !

Die Vergeltungsschläge von Bush werden fürchterlich werden !!!!

Ralph

Psycho Tr@der
11.09.2001, 18:35
Das wird ein Krieg geben es ist unglaublich was da abläuft.

Gert
11.09.2001, 18:41
Was wird Bush machen?

Er wird erst mal Camps von Teroristen den Erdboden platt machen.

Es weiteren wird er in solchen Staaten strategische Ziele lamlegen, die die Infrastruktur des Staates treffen die die Teroristen unterstützen.
z.B Afganistan, Syrien, Lybien!

Mal sehen was kommt

Gert

Ralph
11.09.2001, 18:42
Psycho,

ein Krieg ? .... nur gegen wen ? ...... wenn Bush jedes Rattenloch im Nahen und Mittleren Osten ausräuchert, dann werden wir den 3.Weltkrieg erleben !

Muss man jetzt auch mit Anschlägen in Europa rechnen ?

Ralph, total beunruhigt !

Gast_B
11.09.2001, 18:44
BUSH SAYS FREEDOM ITSELF WAS ATTACKED, FREEDOM WILL BE PROTECTED
(Reuters 09/11 12:42:18)

BUSH SAYS U.S. WILL HUNT DOWN AND PUNISH THOSE RESPONSIBLE
(Reuters 09/11 12:43:49)

Ralph
11.09.2001, 18:45
Die Welt hat sich seit heute nachmittag verändert ! ...... und nicht zum Guten :cry :cry :cry :cry

Ralph:cry

Gast_B
11.09.2001, 18:46
DJ 12:44 DJ Germany's Schroeder: US Attacks Amount To War Declaration

Leute, mir ists ganz schlecht :bad :bad

Gert
11.09.2001, 18:46
Jetzt sind bestimmt schon B52 Bomber unterwegs!!!

Ralph
11.09.2001, 18:47
Dax -11,3%, tausende von toten in usa, alles ist fertig,

nur die deutsche börse ag handelt :gomad :gomad :gomad :gomad

Ralph :gomad

Ralph
11.09.2001, 18:50
Gert,

nix für ungut, aber könntest Du mal Deine "Tansmaus" wenigstens vorläufig entfernen ? ...... wäre Dir sehr dankbar dafür ! :)

Vielen Dank

Ralph

Scharlatan
11.09.2001, 18:50
Hi Ralph,

genau diesen gedanken habe ich schon den ganzen nachmittag. nichts geht mehr an eurex und optionen, nur die deutsche börse ag arbeitet weiter und lässt erstmal alles in den keller rutschen. statt den handel auch und vor allem aus mitgefühl einzustellen, sind diese "denker" wohl weit über ihr ziel bereits hinaus. zudem handelt es sich um "arbeitskolegen" in den usa und da sollte zumindest mehr fingerspitzengefühl an den tag gelegt werden als was da abläuft.

Gast_B
11.09.2001, 18:57
DJN: *DJ US Forces In Europe Put On Highest Military Alert
(Dow Jones 09/11 12:54:32)

DJN: DJ US Markets Could Remain Closed Wed., Sources Say
(Dow Jones 09/11 12:55:26)

DJ 12:52 *DJ NYBOT Chmn: No Backup Trading Until Monday At Earliest

Gert
11.09.2001, 18:57
Ralph,

bekomm es nicht weg, kannst Du das machen? Bin im Geschäft und kann mit was anderem nicht wechseln! :(

Kannst Du es versuchen, hab keine Admin -Rechte um es auszuschalten

Gert:cry

PreMillionaire
11.09.2001, 19:00
Gerti, wohin sollen die B-52 denn unterwegs sein? Bis jetzt weiß doch noch keiner, wer dafür verantwortlich ist. Soll Bush jetzt mal auf gut Glück ein bißchen im Nahen Osten rumbomben und dann waren es vielleicht Nordkoreaner oder sonstwer? Nein, blinde Aktionen sind jetzt das Schlimmste, was passieren könnte. Wenn jetzt nicht die Welt in den Abgrund gerissen werden soll, dann ist kühler Kopf notwendig, sonst schreiben wir hier unsere letzten Beiträge!

PreMillionaire noch immer total schockiert

Gert
11.09.2001, 19:02
Hi Pre,

die Flieger sind bestimmt schon in der Luft!
Schon aus nationaler Sicherheit!

Gert

PreMillionaire
11.09.2001, 19:03
Zum einen sind immer B-52 in der Luft, zusätzlich jetzt natürlich ne Menge Abfangjäger und Aufklärer!

Gert
11.09.2001, 19:06
Tschuldigung Pre wegen dem Gockel,
hab gerade nichts anderes gefunden

Gert:cry

Eliska
11.09.2001, 19:23
New York (vwd/AFP) - Auch Stunden nach den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center haben die US-Behörden noch keine Einschätzung über die Zahl der Opfer gegeben.

Der Gouverneur des Bundesstaates New York, George Pataki, sagte dem Fernsehsender NY1 am Dienstagmittag (Ortszeit), eine Bilanz sei derzeit unmöglich.

Der New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani sprach von einer "furchterregenden" Zahl. Der Bürgermeister rief die Einwohner der Stadt dazu auf, den Süden von
Manhattan zu verlassen.

vwd

Matze
11.09.2001, 19:32
Auf alle Fälle ist das gesamte Am. Militär in höchster Alarmbereitschaft. Grosse Flugzeugträger sind ausgelaufen, einer wird sich so nah wie möglich vor Washington postieren, der andere ist mit unbekanntem Ziel in den atlantischen Ozean unterwegs.

Leute, mir schwant nix gutes...

Angeblich hat sich die dt. Börse mit anderen europ. Börsenplätzen kurzgeschlossen und gemeinsam entschlossen, den Handel weiterzuführen.

Ferner rechnet man über Nacht mit Preisexplosionen im Bereich der Kraft- und Heizöle, Preissteigerungen von bis zu 15% werden derzeit gemunkelt.

Matze

Gast_B
11.09.2001, 19:34
US OFFICIAL SAYS SOME INDICATIONS PEOPLE WITH BIN LADEN LINKS BEHIND ATTACKS
(Reuters 09/11 13:26:26)

Ralph
11.09.2001, 19:39
Auch wenn man nur spekulieren kann ..... ein solcher prägnanter und gezielter Schlag gegen US-Wahrzeichen kann NUR von einer sehr gut organisierten und finanzkräftigen Einheit durchgeführt werden ..... anders ist das nicht möglich, oder glaubt ihr es waren irgendwelche Globalisierungsgegner !

Bush BRAUCHT jetzt so schnell wie möglich ein "Ziel", gegen den er die Rage der US-Bevölkerung und seine natürlich auch richten kann ...... dies wird er finden ! :(

Ein Mann in seiner Position KANN NICHT tatenlos in einer solchen Stunde rumsitzen .... auch wenn es weh tut, aber dies ist die Wahrheit !

Ralph

Eliska
11.09.2001, 19:41
Logistisch komplizierte Operation

Militärfachinformationsdienst reduziert Täterschaft auf kleinen Kreis
Zu den möglichen Urherbern der Terroranschläge auf Ziele in den USA wird von Experten Osman bin Ladin gezählt. Die koordinierte Aktion könnte nur von einer Handvoll von Terrorgruppen organisiert worden sein, heisst es aus Spezialistenkreisen.

(ap) Die beispiellose Terrorwelle in New York und Washington war sorgfältig geplant: zwei Flugzeuge flogen in das World Trade Center, Bomben brachten die Zwillingstürme zum Einsturz. Auch das Pentagon stand in Flammen, das Weisse Haus und das Aussenministerium wurden evakuiert, im ganzen Land wurden Hochhäuser geräumt und Flughäfen geschlossen. Bereits kurz nach den Anschlägen wurden Spekulationen laut, für eine solch aufwendige Operation könne nur Osama bin Ladin verantwortlich sein. Der saudiarabische Millionär soll bereits in der Vergangenheit Anschläge auf US-Einrichtungen im Ausland verübt haben. Er verfügt über das Geld und die Verbindungen, die USA auf ihrem eigenen Territorium anzugreifen.

Nach dem Abzug der Sowjetion aus Afghanistan 1988 benutzt bin Ladin nach Einschätzungen von Experten nun seine Millionen, um Angriffe auf die USA zu finanzieren, vielleicht auch die Bombenanschläge in Kenia und Tansania, bei denen 257 Menschen getötet wurden.

Ein Experte des Militärfachinformationsdienstes «Jane's» in London bezeichnete den Anschlag als den «kühnsten Terrorangriff, der sich jemals auf der Erde ereignet hat». Ein derartiger Anschlag bedürfe einer einmaligen logistischen Operation», erklärte der Luftfahrtexperte Chris Yates von «Jane's Transport». «Nur eine sehr kleine Handvoll von Terrorgruppen» stehe auf der Liste von Organisationen, die dazu fähig seien. «An der Spitze dieser Liste würde ich Osama bin Ladin nennen.»


Copyright © Neue Zürcher Zeitung AG

Eliska
11.09.2001, 19:44
Informationen über Ankündigung

Die Taliban in Afghanistan schliessen es aus, dass der von ihnen geschützte Terrorist Osama bin Ladin hinter den Anschlägen stehen könnte. Der Journalist einer arabischen Zeitung in London besitzt jedoch Informationen, dass Bin Ladin plante, einen gewaltigen Anschlag auszuführen.

(Reuters) Das Taliban-Regime in Afghanistan hat Überlegungen zurückgewiesen, der von ihm beschützte saudiarabische Extremist Osama Bin Ladin könnte hinter den Anschlägen in den USA stecken. «Was in den USA geschehen ist, ist nicht das Werk einfacher Bürger. Es könnte das Werk von Regierungen sein. Osama Bin Ladin kann dieses Werk nicht verrichten, und wir auch nicht», sagte ein Sprecher der in Afghanistan regierenden Bewegung am Dienstag in Kabul.

Die USA machen Bin Ladin unter anderem für Bombenanschläge auf zwei ihrer Botschaften in Ostafrika 1998 verantwortlich. Zur amerikanischen Vergeltung gehörte damals der Einsatz von Marschflugkörpern in Afghanistan gegen angebliche Ausbildungslager Bin Ladins für Terroristen.

Journalist: Bin Ladin plante grossen Anschlag

Nach Informationen eines Journalisten hat Bin Ladin vor drei Wochen angekündigt, wegen der Unterstützung Israels durch die USA in den Vereinigten Staaten einen noch nie dagewesenen Anschlag zu verüben.

Bin Ladin stehe mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hinter den Anschlag auf das World Trade Center am Dienstag in New York, sagte Abdel Bari Atwan von der in London erscheinenden Tageszeitung «Al-Kuds al-arabi».

Es sei höchst wahrscheinlich das Werk islamistischer Fundamentalisten. Bin Ladin habe einen sehr grossen Anschlag auf amerikanische Einrichtungen angekündigt. Der Journalist hat Bin Ladin mehrere Male interviewt und steht in engem Kontakt mit dessen Anhängern.

Copyright © Neue Zürcher Zeitung AG

Eliska
11.09.2001, 19:48
Terrorwelle in den USA löst Schock aus

Aus allen Teilen der Welt werden bestürzte Reaktionen auf die Anschläge in den USA verbreitet. Neben europäischen Staats- und Regierungschefs, drückten auch Putin und Arafat ihr Mitgefühl aus.

(ap) Die Anschlagserie in den USA hat für Schock und Entsetzen weltweit gesorgt.

Die EU verurteilte die Attentate am Dienstag mit allem Nachdruck, wie der belgische Ministerpräsident und amtierende EU-Ratsvorsitzende Guy Verhofstadt erklärte.

Der russische Präsident Putin kondolierte dem amerikanischen Volk. Putin verfolgte nach Angaben seines Sprechers die Ereignisse im Fernsehen. Der Aussenminister wurde in den Kreml einbestellt, hiess es.


Nato: Aggression gegen Demokratie

Nato-Generalsekretär George Robertson verurteilte die Anschläge scharf.
«Diese barbarischen Akte stellen eine nicht zu tolerierende Aggression gegen die Demokratie dar und unterstreichen die Notwendigkeit, dass die internationale Gemeinschaft und die Mitgliedstaaten der Allianz ihre Kräfte vereinigen, um die Geissel des Terrorismus zu bekämpfen», erklärte Robertson.


Arafat kondoliert - DFLP dementiert

«Wir sind total schockiert. Es ist unglaublich», erklärte auch der palästinensische Präsident Arafat. Arafat sagte in Gaza, er kondoliere dem amerikanischen Präsidenten, der Regierung und dem Volk zu diesem «schrecklichen Vorfall».

Unterdessen erklärte die radikale Demokratische Front zur Befreiung Palästinas (DFLP), sie habe mit den Anschlägen nichts zu tun.


Chirac und Blair verurteilen Terrorismus

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac sicherte den Vereinigten Staaten nach den Terroranschlägen in New York und Washington die Solidarität und Freundschaft Frankreichs zu. Unter diesen furchtbaren Umständen stehe das französische Volk fest an der Seite des amerikanischen, sagte Chirac am Dienstag in Rennes. Er verurteilte die «ungeheuren Anschläge». Der britische Premierminister Tony Blair sagte in London, der Terrorismus sei der «neue Teufel in unserer heutigen Welt».


Deutschland beruft Bundessicherheitsrat ein

Der deutsche Bundeskanzler Schröder hat nach der Anschlagsserie in den USA am Dienstag Nachmittag den Bundessicherheitsrat einberufen. Bundespräsident Johannes Rau und Schröder kondolierten am Dienstagabend Präsident Busch.
Rau schrieb von «Entsetzen und grosser Erschütterung», die er bei der Nachricht empfunden habe.

«Was in New York und Washington geschehen ist, ist unfassbar.» CSU-Chef Edmund Stoiber sprach von einer «Quasi-Kriegserklärung gegen die USA und damit die freie Welt». Ein Ereignis wie dieses habe man sich nicht in den bittersten Träumen vorstellen können.

Copyright © Neue Zürcher Zeitung AG

Ralph
11.09.2001, 19:51
Was sollen die Taliban auch anderes sagen, als dass sie es nicht waren ? ..... würden sie auch nur den geringsten Anlass geben, dass sie daran beteiligt waren (was ich nicht ausschliesse), dann wären nicht nur die Buddha-Statuen Schutt und Asche sondern Afghanistan würde es nicht mehr auf der Weltkarte geben !

Ralph

Gert
11.09.2001, 19:54
Na Ja Ralph,

das es dann Afganisthan nicht mehr geben würde, glaub ich nicht, da werden geziehlte Aktionen durchgeführt!

Rafinerien, Indusrieanlagen usw angegriffen.

Gert

Perry27
11.09.2001, 20:15
Vielleicht gehts heute Nacht schon los.

Hat jemand schon Infos wie sich die Chinesen verhalten. Was sagt der Kreml ?

Perry

Matze
11.09.2001, 20:20
Kreml teilte ebenfalls sein tiefes Bedauern mit.

Von China hab ich noch nichts gehört, muss aber morgen früh mit Hong Kong telefonieren, da werde ich mal die Stimmung abchecken und asap berichten!

Matze

Gert
11.09.2001, 20:20
Bis zu vier Boeings beteiligt
156 Passagiere sterben
In die Serie von Terroranschlägen in den USA sind nach Angaben des Nachrichtensenders CNN mindestens drei größere Flugzeuge verwickelt gewesen. American Airlines hat bereits den Verlust zwei ihrer Flugzeuge bestätigt.
Maschine 1
American Airlines vermißt eine Boeing 767. Sie war mit 81 Passagieren, zwei Piloten und neun Flugbegleitern besetzt. Die Maschine war auf dem Weg von Boston nach Los Angeles.

Maschine 2
Bei dem zweiten Flugzeug handelt es sich um eine Boeing 757. In ihm hatten 58 Passagiere, zwei Piloten und vier Crew-Mitglieder Platz genommen. Sie wollten von Washington nach Los Angeles fliegen.

Maschine 3
Die dritte beteiligte Maschine, die in der Nähe von Pittsburgh (Pennsylvania) abstürzte, soll auch eine Boeing 767 sein. Sie war auf dem Weg von Newark bei New York nach San Francisco. Angaben über die Zahl der Insassen gibt es hier noch nicht.

Maschine 4
United Airlines vermißt eine weitere Boeing 757, die auf dem Weg von Boston nach Los Angeles war. Es ist weiter unklar, ob die Maschine entführt wurde und noch in der Luft ist.

Eliska
11.09.2001, 20:53
Die Luftwaffe ist alarmiert

Auch in Deutschland ist nach den Anschlägen in den USA die Situation äußerst angespannt.

Berlin - Die beispiellose Terrorserie in den USA hat in ganz Deutschland blankes Entsetzen und tiefe Trauer ausgelöst. Sicherheitskräfte wurden in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Aus dem Bundesamt für Verfassungsschutz verlautete, es gebe keine Hinweise auf geplante terroristische Angriffe in Deutschland.

Bundeskanzler Gerhard Schröder verurteilte die Anschläge mit vermutlich Zehntausenden Toten als "Kriegserklärung gegen die gesamte zivilisierte Welt".

Bundesweit wurde am Dienstag Trauerbeflaggung angeordnet.

In Berlin tagte am Dienstagabend der Bundessicherheitsrat. Nach einer Regierungserklärung des Kanzlers sollte das Gremium am Mittwoch erneut zusammenkommen.

Schröder sagte bis auf weiteres alle Reisen ab. Er wollte am Mittwochmorgen eine Regierungserklärung zu den Anschlägen abgeben.

Der Bundestag brach die Haushaltsberatungen ab.

Bundespräsident Johannes Rau und Außenminister

Joschka Fischer reagierten entsetzt auf die Anschlagsserie.

Alle Flüge in die USA wurden abgesagt, umgeleitet oder zurückbeordert.

In Hamburg stoppten die Rathausparteien den Wahlkampf für die anstehende Bürgerschaftswahl.


Die Bundeswehr verstärkt die Wachen

Die Bundeswehr hat nach den Terroranschlägen in den USA den Schutz ihrer Einrichtungen verstärkt. Das erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin am Dienstag. Es sei vorher ein Warnhinweis an die Standorte gegangen. Die Lage werde weiter beobachtet.

Der Luftraum über der Bundesrepublik werde hingegen wie stets überwacht. Personalverstärkungen gebe es nicht. Nach den Ereignissen in den USA würden die Fluglotsen aber besonders sensibel auf unklare Flugbewegungen achten, hieß es. Wenn Flugzeuge mit "unklaren Absichten" festgestellt würden, gebe es einen klaren Reaktionsmechanismus. Dieser reiche bis zum Abfangen der Maschinen durch die Luftwaffe.


Auch deutsche Unternehmen betroffen

In dem nach einem Terroranschlag eingestürzten World Trade Center sind auch mehrere Büros von deutschen Banken und Firmen untergebracht gewesen. Die Deutsche Bank habe vier Etagen in dem Gebäude unterhalten, sagte eine Sprecherin am Dienstag der Nachrichtenagentur AP. "Unsere Mitarbeiter sind evakuiert worden, aber ich weiß nicht, ob das rechtzeitig war."

Ein Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Außenwirtschaft der Deutschen Wirtschaft sagte, drei deutsche Firmen seien in den beiden Bürotürmen untergebracht gewesen. Die Namen der Firmen würden aber zunächst nicht bekannt gegeben. "Hier geht das Menschliche vor", sagte der Sprecher.

Die Commerzbank unterhält im benachbarten World Financial Center ein Büro, wie ein Sprecher sagte. Man habe aber noch keine Nachricht von dort. Die Dresdner Bank hat ein Büro in der Wall Street, wie ein Sprecher sagte. Dort arbeiteten rund 400 Menschen, die aber evakuiert worden seien.


IAA-Eröffnungsfeier wurde abgesagt.

Der Verband der Automobilindustrie hat als Reaktion auf die Anschläge in den USA die für Donnerstag geplante Eröffnungsfeier für die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt abgesagt.

Die IAA selbst werde aber unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk in Frankfurt.

"Ich glaube, es kann sich niemand vorstellen im Augenblick, dass wir über Automobile und ähnliches reden in einer Zeit, in der das passiert ist. Dafür ist die Betroffenheit bei allen Beteiligten zu groß", begründete Gottschalk die Absage der Eröffnungsfeier, an der auch Bundeskanzler Gerhard Schröder teilnehmen wollte.

Auch DaimlerChrysler hat die für Mittwoch auf der IAA anberaumte Pressekonferenz abgesagt. Dies teilte ein Unternehmenssprecher am Dienstagabend mit.


Frankfurter Hochhäuser sollen geschlossen bleiben

Die hessische Landesregierung hat nach den Terror-Anschlägen in den USA empfohlen, die Hochhäuser in Frankfurt am Main am Mittwoch nicht zu öffnen. Die Sicherheitsbehörden hätten den Betreibern der exponierten Hochhäuser nahegelegt, sich eine solche Maßnahme zu überlegen, sagte ein Regierungssprecher am Dienstagabend in Wiesbaden.
Es sei eine "reine Vorsorgemaßnahme". Es gebe keine konkreten Bedrohungen.

Frankfurt verfügt über die einzige Skyline in Deutschland. Die Banken in Frankfurt waren zunächst nicht für eine Stellungnahme dazu zu erreichen, ob sie sich an die Empfehlung der Wiesbadener Regierung halten wollen.

© manager-magazin.de

artistin
11.09.2001, 21:20
an Perry...

die Russen trauern, zumindest die Bevölkerung....


Die Reaktion der Palästinenser kann ich nur als Kurzschluß werten....


Was mich am meisten geschockt hat, ist die Tatsache, daß man diese hoch "gesicherte" Nation so sehr und so tief verletzen kann. Völlig aus dem Blauen heraus.....


ansonsten bin ich immer noch sprachlos...

artistin

Ralph
11.09.2001, 21:55
Ich glaube nicht, dass diese Kondolenzbekundungen von den Russen, Europäern gespielt waren ....... dass die Palästinenser in den besetzten Gebieten teilweise etwas anders reagieren, wissen wir nicht erst seit heute.

Ralph

Gast_B
11.09.2001, 22:21
noch ein paar neuere Headlines...

MW 16:11 ANOTHER BUILDING IN WTC COMPLEX ON COLLASPING - CNN
MW 16:11 BUILDING 7 IN WTC ON FIRE, ABOUT TO COLLASPE - CNN

PENTAGON DENIES RUMOR THAT PENNSYLVANIA JET SHOT DOWN

AMERICAN STOCK EXCHANGE, NASDAQ SAY TO REMAIN CLOSED THROUGH WEDNESDAY REUTERS
(Reuters 09/11 16:15:28)

AMEX, NASDAQ, NYSE SAY TO DECIDE ON WEDNESDAY, WITH SEC INPUT, ON WHEN TO RE-OPEN
(Reuters 09/11 16:16:46)

Trüffelschwein
11.09.2001, 22:54
Die Theorie, daß es einer irrsinnigen Logistik bedürfe, um so was durchzuführen, kann ich nicht teilen.

Wenn es möglich ist, eine Maschine zu entführen, dann kann man - mit entsprechend mehr Leuten - auch vier entführen. Wo ist da das Logistik-Problem?

Was die Reaktion der Palästinenser anbelangt, liebe artistin, habe ich schon große Mühe, das als Kurzschluß zu begreifen. Es ist ja nicht das erste Mal, daß Palästinenser Massaker bejubeln. Ich bin beileibe kein Freund der Israelis, aber wenn ich gerade höre, daß laut einer neueren Umfrage 75% der Palästinenser (!!!!) Selbstmord-Anschläge befürworten, dann kann ich nur sagen, daß die für mich der letzte Dreck sind. Auch wenn sie es nicht gewesen sein sollten.

Sorry, aber Nachsicht ist hier einfach fehl am Platz.

Ralph, wo kann man denn bitte seine Solidarität bekunden?

Ciao, T.

Ralph
11.09.2001, 23:04
Perry27

Hat jemand schon Infos wie sich die Chinesen verhalten. Was sagt der Kreml ?

Auch die Chinesen haben ihr Beileid den USA gegenüber ausgedrückt ! ...... was wir sehen, ist eine Welle von Solidarität, die den USA im Moment entgegenschwappt.

Was übrig bleibt, sind versprengte Nester von hirnlosen Vollidioten, die sich leider mit solchen Aktionen immer wieder ins Gespräch bringen.

Ralph

PreMillionaire
11.09.2001, 23:13
Trüffelschwein, ich denke schon, daß dies einiges an Logistik erfordert. Zum einen brauch ich vier Piloten, denn ich glaube kaum, daß sich ein Pilot zwingen lassen würde, solch einige wahnsinnige Tat durchzuführen. Eher würde er versuchen das Flugzeug kontrolliert zum Absturz zu bringen. Zudem brauch ich noch vir Helfer, denn einen Piloten allein würde ich das nicht machen lassen. Ich denke, alle vier wurden autark instruiert, keiner wußte vom anderen (jedenfalls würde ich das so machen, auch wenn das jetzt blöd klingt). Die Piloten müssen geschult sein, geschult nicht nur auf einer Cessna, sondern auf richtigen Jets. Zumindest derjenige, der in das Pentagon geflogen ist, muß über topografische Kenntnisse verfügen (die WTC erkennt man auch so). Dies alles bedeutet schon einen logistischen Aufwand und nicht zu knapp!

PreMillionaire

Trüffelschwein
11.09.2001, 23:38
Hallo Pre,

das Schwierige ist doch bloß der Start und die Landung. Wenn die Kiste erst mal in der Luft ist, kann selbst jemand, der nur den Microsoft Flugsimulator benutzt hat, so eine Maschine bei guter Sicht fliegen.

Und die Navigation: M.W. ist das Pentagon direkt neben dem Flughafen... Und leicht zu erkennen ist es auch.

Sei es drum. Ich glaube, daß es selbstverständlich einer guten Planung bedurfte. Aber mehr als zwei Dutzend Leute mit gutgehenden Uhren waren m.E. nicht erforderlich.

Ich denke eher, daß man Nachahmungstäter abschrecken will, wenn man von der erforderlichen Logistik spricht.

Ciao, T.

artistin
11.09.2001, 23:43
Niki Lauda sagt, ohne tiefgreifende Flugausbildung kann man solchen Maschinen nicht so zielgenau in diese Türme jagen. Und noch schwieriger ist es mit dem Pentagon, das ja nicht so prominent aus der Landschaft ragt wie die Twintowers.
Aber die Theorien darüber werden in den nächsten Tagen in allen Facetten schillern.

artistin

PreMillionaire
11.09.2001, 23:45
Also so, wie die zweite Maschine ausgesteuert wurde (ist im TV ja gut zu sehen gewesen, daß kurz vor dem Aufprall noch korrigiert wurde!), daß machste nicht mit einem Flugsimulator. Denn ein bißchen was anderes ist das schon, sonst könnte man jedem Piloten ja zu Trainingszwecken eine Playstation zu Hause hinstellen statt aufwendigem Simulatortraining. Ich denke schon, daß da ein bißchen Erfahrung dazugehört, einen Jet genau in so ein Haus zu steuern und damit meine ich nicht Erfahrung beim MS Simulator!

PreMillionaire

Trüffelschwein
12.09.2001, 00:01
Naja, es ist ja letztlich müßig, darüber zu diskutieren.

Hoffentlich werden wir es noch erfahren, wie es wirklich war.

Ciao, T.

Gast_B
12.09.2001, 00:03
DJN: DJ CNN Reports Explosions In Kabul, Afghanistan
(Dow Jones 09/11 17:58:28)

Gast_B
12.09.2001, 00:37
6:33pm 09/11/01 WHITE HOUSE SAYS KABUL EXPLOSIONS NOT U.S. STRIKE - CNN

Scharlatan
12.09.2001, 01:08
Hi,

was das pentagon betrifft, ist es im schutze seiner umgebung vor weiteren einstürtzen gesichert. nicht so in manhatten.

ein weiteres gebäude mit xx stockwerken ist eingestürzt. das mögliche kartenhaus oder der dominoeffekt dürfte nicht lange auf sich warten lassen. bedenkt man, welche massen in die tiefe stürtzen und andere gebäude dabei beschädigt werden.

kein wunder, warum sich nun keiner dazu bekennen will, ist er/die/das sich des welthasses bereits bewusst.

Scharlatan
12.09.2001, 01:30
Hi,

nun habe ich den gesamten nachmittag die mitteilungen verfolgt und auch die bedauerungsbekundungen. was mir nun dabei aufgefallen ist, ist das aus dem asiatischen bereich irgenwie nichts folgt. das verwundert mich doch etwas.

kann auch daran liegen, das sie gerade mal aufwachen.

Ralph
12.09.2001, 05:49
Zu den Opfern im Pentagon gibt es erste Zahlen !

Man geht im Moment von 800 toten aus, ausserdem werden 300 Feuerwehrleute vermissst ! :(

Ralph

PreMillionaire
12.09.2001, 10:39
Trüffelschwein, soeben kam, daß zumindest an der Maschine, die auf das Pentagon stürzte, der Flugschreiber ausgeschaltet wurde. Dies dürfte dann der entscheidende Beweis sein, daß es sich um ausgebildete Piloten gehandelt hat.
Heute früh, als ich die Bilder des ausgestorbenen Manhattans sah, da standen mir fast die Tränen in den Augen. Erst jetzt löst sich langsam der Schockzustand. Ich glaub jedem, der einmal die quirlige Atmoshäre in NYC erlebt hat, wird es ähnlich gehen.
So richtig krank finde ich auch die Leute, die jetzt mit Fakes Deutschlnd überziehen. Denn bei sowas hört der Spaß dann wirklich auf!

PreMillionaire

Matze
12.09.2001, 13:11
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die rund 400 Allianz-Mitarbeiter im New Yorker World Trade Center haben nach neuen Angaben des Konzerns den Terroranschlag unversehrt überstanden. "Alle Beschäftigten, die dort gearbeitet haben, sind wohlauf", sagte ein Allianz-Sprecher am Mittwoch in München. Sobald der Konzern mehr über die Folgen der Attentate wisse, werde er es bekannt geben./DP/aa

PreMillionaire
12.09.2001, 13:54
N24 berichtete, daß die vierte Maschine in der Nähe von Pittsburgh von Abfangjägern abgeschossen wurde.
Btw, hat jemand "Ausnahmezustand" gesehen? Ich hoffe, wir erleben in den USA jetzt nicht eine Hetzjagd auf alles, was arabisch aussieht!

Ralph
12.09.2001, 15:18
Pre,

das was wir im Moment aus den USA an Bildern bekommen, hat mich auch an den Film "Ausnahmezustand" erinnert ..... die National Guard ist ja jetzt schon aufmarschiert.

Mal gespannt, wann die ersten Araber in Football-Stadien kaserniert werden ? ..... so war es zumindest im Film !

Oh Mann !

Ralph

Gert
12.09.2001, 16:13
ftd.de, Mi, 12.9.2001, 6:23, aktualisiert: Mi, 12.9.2001, 14:43 www.ftd.de/terror
Erste Spuren führen zu Terror-Chef bin Laden

Ein Mietwagen und ein Koffer sind offenbar die ersten konkreten Spuren auf die Terroristen von New York. Die Hinweise, dass der saudische Terrorist Osama bin Laden hinter den Anschlägen stecken könnte, verdichten sich.




Der Terrorangriff auf die USA


Kanzleramtschef Frank-Walter Steimeier sagte, die Spuren für die Urheber des Anschlags führen nach Einschätzung westlicher Geheimdienste in Richtung des arabischen Terroristen Osmara bin Laden. Er berief sich dabei auf Hinweise beim Bundesnachrichtendienst und bei den Geheimdiensten von Frankreich, Großbritannien und Israel. Die Dienste hätten aber nicht mit Anschlägen in den USA gerechnet. „Wenn überhaupt“ sei man von Anschlägen am Persischen Golf auf ein US- Kriegsschiff ausgegangen.

Die Zeitung "Boston Herald" berichtet, die Behörden hätten am Flughafen von Boston einen Mietwagen sichergestellt, in dem in arabischer Sprache verfasste Fluganleitungen für Piloten gefunden wurden. Die Behörden hätten fünf Araber identifiziert, darunter einen ausgebildeten Piloten.

Mindestens zwei der Männer seien am Dienstag von Portland (US-Bundesstaat Maine) nach Boston geflogen. Von dort wurden zwei der später entführten Maschinen gestartet. Das Gepäck von einem Araber sei nicht rechtzeitig umgeladen worden. Darin habe die Polizei eine Kopie des Koran, ein Video über das Fliegen kommerzieller Flugzeuge und eine Berechnungsgrundlage für Benzinverbrauch gefunden.



Telefongespräch von Terroristen abgehört


Eine zentrale Rolle kommt einem Gespräch zu, dass der US-Geheimdienst abgehört hat. Nach Angaben des US-Senators Orrin Hatch hätten dabei zwei Anhänger von bin Laden von einem gelungenen Angriff auf zwei Ziele gesprochen.


Eine weitere Spur führt nach Florida. Der Nachrichtensender CNN berichtete, die Fahnder hätten Personen im Visier, die Verbindungen nach Südflorida haben sollen. Erste Anhaltspunkte hätten sich aus den Passagierlisten der entführten Maschinen ergeben. In einem Flugzeug sei nach dem Überfall der Terroristen ein Mikrofon eingeschaltet geblieben.




Osama bin Laden kündigte Angriff an


Bislang hat sich noch keine Terrorgruppe zu den Anschlägen bekannt. Als möglicher Drahtzieher wird inoffiziell immer wieder der Name des Moslemextremisten Osama bin Laden genannt. Der saudi-arabische Millionär zählt zu den am meisten gesuchten Männern in Amerika. Der 44 jährige Terroristenführer soll vor drei Wochen gegenüber der arabischen Zeitung "El Kuds" einen "entscheidenden Angriff" gegen die USA angekündigt haben.




Hilferufe per Handy


Unter den Trümmern der eingestürzten Hochhaustürme des World Trade Centers gibt es offenbar weitere Überlebende. 2000 Helfer suchen nach Verschütteten. Sieben Personen wurden am Mittwoch gerettet. New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani sagte, die Hilfskräfte hätten mehrere Notrufe von Verschütteten empfangen, die über ihre Mobiltelefone um Hilfe flehten. Zwei Polizisten seien am Dienstag abend nach der Katastrophe lebend aus den Trümmern geborgen worden. Giuliani sagte, die Verschütteten hätten den Notruf 911 gewählt und davon gesprochen, es seien noch weitere Menschen bei ihnen, die sich Rettung erhofften.


Aus Polizeikreisen verlautete, allein 265 Feuerwehrleute und 85 Polizeibeamte gälten noch als vermisst. Vermutlich gehörten sie zur ersten Gruppe von Helfern, die zum World Trade Center gerast waren, nachdem die zwei Flugzeuge die Türme am Dienstagmorgen gerammt hatten.



Bush kündigt Vergeltung an


US-Präsident George Bush kündigte nach den verheerenden Anschlägen in New York und Washington Vergeltungsschläge gegen die Drahtzieher an. In einer Fernsehansprache sagte Bush, Amerika werde keinen Unterschied zwischen den Tätern machen und jenen, die ihnen Schutz bieten.


Aussenminister Colin Powell sagte: "Wir müssen reagieren, als ob es ein Krieg wäre. Wir müssen reagieren mit dem Bewußtsein, dass sich die Sache nicht mit einem Gegenschlag gegen ein Individuum lösen läßt. Es wird ein langfristiger Konflikt werden."


Die Verbündeten der USA riefen Präsident Bush auf, die Folgen eines Vergeltungsschlages zu bedenken. So forderte Innenminister Otto Schily von den USA, in Abstimmung mit der Nato zu handeln.


Mitarbeiter westlicher Hilfsorganisationen verlassen inzwischen Afghanistan. Dort hält sich nach US-Erkenntnissen bin Laden auf. Die afghanische Taliban-Regierung hat den USA Gespräche über eine mögliche Auslieferung von bin Laden angeboten. "Aber die USA müssen uns zuerst genügend Beweise gegen ihn übergeben", sagte der Taliban-Botschafter in Pakistan, Mullah Abdul Salam Saif, am Mittwoch.


Die Terroristen hatten am Dienstag vier US-Passagiermaschinen als fliegende Bomben benutzt. Zwei von Terroristen gesteuerte Flugzeuge brachten das New Yorker World Trade Center zum Einsturz. Tausende von Menschen dürften in den Trümmern zu Tode gekommen sein.


Das Verteidigungsministerium in Washington wurde mit einer weiteren gekidnappten Passagiermaschine teilweise zerstört. Nach inoffiziellen Angaben wird mit mindestens 800 Opfern gerechnet.


Ein viertes Flugzeug stürzte bei Pittsburgh ab. Die Boeing 757 der United Airlines hatte 45 Insassen an Bord, die alle ums Leben gekommen sind. Ermittler haben inszwischen damit begonnen, die Trümmer zu untersuchen. Bislang nicht bestätigt wurden Berichte, wonach die Entführer versucht hätten, mit dieser Maschine den Präsidentensitz Camp David oder das Capitol anzufliegen.



Entführer mit Messern bewaffnet


Mindestens zwei Gruppen von Hijackern, die die amerikanische Passagierflugzeuge kaperten, waren mit Messern bewaffnet. Das sagte Justizminister John Ashcroft. "Eines der Flugzeuge krachte in das World Trade Center", sagte Ashcroft.




Starb beim Terror-Akt: TV-Moderatorin Barbara Olson


Zuvor hatte der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf den Ehemann der beim Absturz einer zweiten Maschine auf das Pentagon getöteten US-Fernsehkommentatorin Barbara Olson gemeldet, diese habe ihren Mann während der Entführung aus dem Flugzeug zwei Mal angerufen und berichtet, die Entführer hätten Messer und Tapeziermesser als Waffen. Sie hätten die Passagiere und den Piloten gezwungen, ins Heck der Maschine zu gehen.



Ausgebildete Piloten lenkten Maschinen


Die Entführer der American-Airlines-Maschine, die auf das Pentagon stürzte, schalteten vor dem Absturz den so genannten Transponder aus. Die Maschine verschwand deshalb von den Radarschirmen, berichtet die "Washington Post". Die Maschine sei dann plötzlich wieder über Washington aufgetaucht und habe direkten Kurs auf das Weiße Haus genommen. Dann habe sie plötzlich eine scharfe Wende von 270 Grad geflogen und sei auf das Pentagon gelenkt worden. Luftfahrtexperten gehen deshalb davon aus, dass ein gut ausgebildeter Pilot an den Schalthebeln der Maschine saß.



© 2001 Financial Times Deutschland , © Illustrationen: AP, dpa

Eliska
12.09.2001, 18:08
Das komplette Zusammenstürzen der Türme des World Trade Centers (WTC), nachdem sie von zwei Flugzeugen im oberen Bereich getroffen wurden, stellt Experten vor Rätsel.

"Normalerweise würde eine solche Stahlkonstruktion nur zusammenbrechen, wenn sie an der Basis getroffen wird", meint der Dresdner Statiker Rainer Melzer: "Stahl hat hohe Tragfähigkeitsreserven." Auch Abbruch-Ingenieur Martin Hopfe ist ratlos: "Es ist schwer vorzustellen, dass das Gewicht der oberen beschädigten Stockwerke ausgereicht hat, um die restlichen 300 Meter des Gebäudes wie ein Reißverschluss aufzureißen." Kurz vor dem Einsturz hatte sich im Süd-Turm eine weitere schwere Explosion ereignet.


Das ehemalige WTC

Wolkenkratzer wie das WTC werden von einem Stahlskelett getragen und sind extrem widerstandsfähig. Der 417 Meter hohe Bau hatte selbst Orkane unbeschadet überstanden. Noch nie ist ein Gebäude von solcher Konstruktionsweise eingestürzt oder wurde gesprengt. Spreng-Ingenieur Walter Werner, langjähriger Vorsitzender der deutschen Sprenggesellschaft, hält es jedoch für unwahrscheinlich, dass sich ein zusätzlicher Sprengsatz im WTC befunden hat. Die Flugzeuge hatten beim Einschlag eine enorme Energie entladen. Eine Maschine vom Typ Boeing 767 wiegt beim Start bis zu 185,5 Tonnen. Bei einer Geschwindigkeit von 850 km/h hätte das Flugzeug eine Energie über fünf Milliarden Joule gehabt, was der Sprengkraft von 1,25 Tonnen TNT entspricht. Schlimmer noch könnte sich die Hitze des brennenden Kerosins ausgewirkt haben. Stahl schmelze bei 1200 Grad, bei einer Kerosin-Explosion könnten 2000 bis 3000 Grad entstehen, sagt Werner. Laut Klaus Klinge von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe kam eine enorme Sprengkraft hinzu. Eine Boeing 767 kann 90.000 Liter Treibstoff mitführen: "Eine solche Explosion entspricht einigen Tonnen TNT."

Nachdem die Stahlträger durch den Brand ihre Stabilität verloren hätten, sei das WTC in sich zusammengesunken, schätzt Werner. Jeder Turm hatte eine Masse von 800.000 Tonnen, durch die Erdanziehung entstünden enorme Kräfte, die genügten, um das Hochhaus bis zum letzten Stockwerk niederzureißen. Trotzdem: "Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass solch ein Gebäude so schnell zusammenbricht."

Von Tillmann Prüfer und Christian Herbst

© 2001 Financial Times Deutschland

Ralph
12.09.2001, 19:26
Was mich sehr interessiert ist, ob das WTC wieder aufgebaut werden wird ..... die Versicherungen (vor allem die Rückversicherer) versuchen das ganze jetzt als Kriegsfall einzustufen.

Auf jeden Fall kann man dem Erbauer des WTC voll und ganz zu seiner Stahl- und Glaskonstruktion gratulieren, denn man stelle sich den Schaden und die Toten vor, wären diese beiden Türme unmittelbar nach dem Flugzeugeinschlag in sich zusammengefallen .... so konnten sich dich noch einige im Gebäude und viele auf den Strassen retten ! Auch die Tatsache, dass das Gebäude in sich zusammengefallen ist, hat weitere Schaden in der unmittelbaren Nachbarschaft vermieden ...... stellt euch mal den Dominoeffekt vor ..... die ganze Halbinsel von NY hätte dem Erdboden gleich gemacht werden können ..... dem Ingenieur und Architekt gehört meine Anerkennung !

Ralph

Ralph
12.09.2001, 19:34
Dieses Bild titulierte heute in der Detroit Free Press !

http://www.detroitfreepress.com/voices/edit_art/091201a_mt_450.jpg

Ralph

Mr. KnowItAll
12.09.2001, 23:43
x

PreMillionaire
13.09.2001, 00:43
Iran Air stellt alle Auslandsflüge vorläufig ein.

Trüffelschwein
13.09.2001, 01:02
Hallo Pre,

inzwischen hat sich ja herausgestellt, daß wirklich ausgebildete Piloten dabei waren. Von daher hat sich die Diskussion ja eigentlich erledigt. Ich möchte aber noch einen Beleg anfügen, daß ich nicht totalen Mist erzählt habe:

Pilotensprecher Georg Fongern
Erfahrung am Flugsimulator reicht

Nach der Attentat-Serie in den USA stellt sich die Frage, wie es zu den Entführungen der Flugzeuge kommen konnte. Dazu Georg Fongern, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, im T-Online Interview.

T-Online: Wie erklären Sie sich diese Flugzeugentführung?
Fongern: Zurzeit habe ich natürlich noch keine Informationen, wie es dazu kommen konnte, dass gleichzeitig vier Flugzeuge entführt werden konnten, und davon dann zwei mit geschulter Hand ins Ziel geflogen wurden.

T-Online: Was war Ihrer Meinung nach an Bord los?
Fongern: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Pilot selbst mit einer Waffe an der Schläfe nicht versucht, dieses Desaster zu verhindern. Ich spekuliere, ob die Piloten nicht außer Gefecht oder tot waren, und vielleicht Terroristen am Steuer gesessen haben.

T-Online: Reicht Erfahrung an einem gängigen Flugsimulator am PC, um eine Boing 737 so gezielt steuern zu können?
Fongern: Wenn das Flugzeug in der Luft ist, und die Systeme funktionieren, ist es relativ einfach, dieses Flugmanöver durchzuführen. Man hat ja auch keine Limits, man will das Flugzeug kaputtmachen und zerstören. Wer den Kurs und die Höhe einstellen kann, ist in der Lage, dieses Manöver durchzuführen.

T-Online: Könnten Stahltüren, wie sie israelische Flugzeuge zwischen Cockpit und Passagierraum besitzen, so ein Attentat verhindern?
Fongern: Die Frage ist, ob nicht ein Pilot im ersten Moment einer Entführung diese Tür öffnet, wenn eine Stewardess mit einer Pistole an der Schläfe diese Entführung meldet.

Dieses Interview führte Carsten Dörges

Ciao, T.

PreMillionaire
13.09.2001, 01:10
Ich glaube aber immer noch nicht, daß eine PC-Erfahrung ausreicht, die Maschine so punktgenau in ein Ziel zu steuern, denn in der Luft, bei gut 500 km/h, da ist das was anderes als im gemütlichen Bürosessel. Sollte es doch so sein, dann sollten sich alle Konzerne dieser Welt um mich prügeln, denn bei Wirtschaftssimulationen mache ich alle platt.

PreMillionaire

Trüffelschwein
13.09.2001, 03:51
Tja, wenn es um Glauben geht...

Ich würde es Dir ja gerne persönlich beweisen, aber ich fürchte, da läßt mich jetzt keiner ins Cockpit.

Selbstverständlich kann eine Simulation die Wirklichkeit nur begrenzt widerspiegeln, aber für manche Aufgaben reicht es denn doch.

Also, einigen wir uns, daß wir uneins sind. Die Experten sind es ja offenbar ebenfalls...

Ciao, T.

Gert
13.09.2001, 10:57
Rumsfelds Video an die Soldaten
USA planen Militärschlag
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat sich mit einem Video an die amerikanischen Truppen in aller Welt gewandt und darin indirekt angekündigt, dass die USA in den nächsten Tagen zu einem Militärschlag ausholen werden.
Dokumentation - Auszüge des Videos

"Sie werden zu Helden"
In einer Videobotschaft an alle Soldaten und Beschäftigten des Verteidigungsministeriums sagte Rumsfeld, "in den kommenden Tagen" würden sich die Männer und Frauen in Uniform in die "lange Geschichte amerikanischer Militärhelden" einreihen. "Wir stehen mächtigen und furchtbaren Feinden gegenüber, Feinden, die wir besiegen wollen", sagte Rumsfeld weiter. "Die Aufgabe, diese schrecklichen Feinde zu besiegen - und das amerikanische Volk und das Gut der menschlichen Freiheit zu schützen - wird Ihnen zufallen."

Angriffe mit "breiter Basis"
Ob oder wann die USA zu einem Vergeltungsschlag ausholen würden, sagte Rumsfeld nicht. Beobachter schlossen aus der Rede des Ministers, dass er diese auf einen baldigen Kampfeinsatz vorbereiten wollte. Auf einer Pressekonferenz im beschädigten Pentagon erklärte Rumsfeld, eine Antwort der USA auf den Terror müsse "nachhaltig und auf breiter Basis" erfolgen.

Nato erklärt kollektiven Verteidigungsfall
Die Nato betrachtet die Terroranschläge in den USA als Angriff auf das gesamte Bündnis. Das teilte Generalsekretär George Robertson nach einer Sondersitzung des Nordatlantikrates in Brüssel mit. Damit wären zum ersten Mal alle NATO-Mitglieder zur gemeinsamen Verteidigung verpflichtet. Voraussetzung ist, dass die Anschläge von einem fremden Staat aus eingeleitet wurden.

Nato - Erklärt kollektiven Verteidigungsfall

Noch keine konkreten Beschlüsse
Auch Deutschland wird nach Worten von Bundeskanzler Gerhard Schröder den Vereinigten Staaten im Kampf gegen den Terrorismus beistehen. Konkrete Beschlüsse über das Vorgehen gegen die Terroristen seien in Brüssel noch nicht gefasst worden, sagte der Kanzler.

Pentagon brennt weiter
Durch die Explosion im Pentagon in Washington, das am Mittwoch (Ortszeit) immer noch brannte und erneut geräumt wurde, kamen nach Schätzungen bis zu 800 Menschen um. Dort wurden bis Mittwochvormittag (Ortszeit) 80 Leichen geborgen.

87 Todesopfer geborgen
Rettungsteams in New York und Washington suchen weiter fieberhaft nach Überlebenden der Anschläge. Das genaue Ausmaß der Tragödie ist weiter unklar. Die Behörden gehen von mehreren tausend Toten aus. Der New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani bestätigte offiziell bislang 87 Todesopfer. Sie seien aus den Trümmern des World Trade Centers geborgen worden oder in Kliniken gestorben. Es wird davon ausgegangen, dass allein bei dem Rettungseinsatz am Welthandelszentrum wahrscheinlich 250 Feuerwehrleute, zahlreiche Helfer und 80 Polizisten getötet wurden.

Gert
13.09.2001, 11:28
Wortlaut in Auszügen
Rumsfelds Video
In einem Video wandte sich US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld an die Soldatinnen und Soldaten sowie die zivilen Mitarbeiter seines Ministeriums. Wir dokumentieren Auszüge des Videos in einer Übersetzung.
Rumsfeld: Große Krisen werden von denkwürdigen Momenten geprägt. Im Moment der größten Bedrohung sprach Winston Churchill von der besten Stunde seines Landes. Für uns markiert der Angriff auf Amerika und die menschliche Freiheit eine solche Stunde.

Die erste große Krise des 21. Jahrhunderts traf uns unvorbereitet. Aber für lange Zeit werden die Amerikaner stolz sein können auf die professionelle Art und Weise, mit der unsere Soldaten und Zivilangestellten auf den Angriff reagierten, obwohl viele von ihnen Freunde und Kollegen verloren hatten.

Doch als Verteidigungsminister ist es meine Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass in den kommenden Wochen und Monaten noch weit größere Opfer von Ihnen verlangt werden müssen. Das gilt insbesondere für unsere Soldaten im aktiven Dienst.

Unsere Feinde sind schrecklich und mächtig. Wir haben vor, diese Feinde zu besiegen, damit es solche Momente des Horrors nicht mehr geben kann. Die Aufgabe, diese Feinde zu besiegen, wird auf Sie zukommen. Ich weiß, dass Sie dazu bereit sind und dass Amerika sich auf ihren Mut und ihr Pflichtbewusstsein verlassen kann.

In dem Bewusstsein, zu Vielen zu sprechen, die schon bald Helden sein werden, fordere ich Sie auf, in diesen schweren Zeiten standhaft und tapfer zu bleiben. Ihre Nation steht hinter Ihnen.


Quelle: defenselink.mil Übersetzung: Jens Finger

Gert
13.09.2001, 11:48
Bushs militärische Optionen begrenzt
USA plant baldigen Vergeltungsschlag

Nach den grauenvollen Terroranschlägen in New York und Washington zweifelt kaum jemand daran, dass die USA einen Vergeltungsschlag gegen die in Afghanistan vermuteten Täter führen werden. US-Präsident George W. Bush wolle möglichst bald handeln, verlautete aus Kreisen des Weißen Hauses. Die militärischen Optionen der USA sind allerdings sehr begrenzt.

Bush hat die Anschläge auf das World Trade Center und das Verteidigungsministerium als Kriegshandlungen bezeichnet - und damit eine entsprechende militärische Antwort angekündigt.

"Nach dem blutigsten Tag in der amerikanischen Geschichte seit dem Bürgerkrieg können diese amerikanischen Toten nicht ungesühnt bleiben", sagt der Verteidigungsexperte Dan Benjamin vom Zentrum für Strategische und Internationale Studien. "Das würde Amerika nicht ertragen."

Bei einer Umfrage des Fernsehsenders ABC mit der Zeitung "Washington Post" sagten neun von zehn Befragten, sie seien zuversichtlich, dass die Verantwortlichen gefunden und bestraft werden würden. Und zwei Drittel einer Umfrage des Senders CBS waren der Ansicht, dass die USA auch dann Vergeltung üben sollten, wenn dabei unschuldige Menschen getötet werden.

"Niemand sollte die Schwierigkeit unterschätzen, ein bestimmtes Individuum wie Osama Bin Laden aufzuspüren", sagt indes der ehemalige Direktor des Geheimdienstes CIA, Robert Gates. "Das ist eine hochkomplizierte Herausforderung für die Geheimdienste." Der CIA-Chef während der Regierungszeit von Bushs Vater erinnert an die Schwierigkeit, bei der US-Invasion in Panama im Dezember 1989 den damaligen Diktator Manuel Noriega zu finden. Und im Golfkrieg von 1991 habe der irakische Staatschef Saddam Hussein "nicht auf seiner Veranda auf uns gewartet".

Erinnerung an sowjetische Invasion in Afghanistan

Nach den Anschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania versuchte Bushs Vorgänger Bill Clinton 1998 vergeblich, den mutmaßlichen Urheber Bin Laden zu fassen. Er ordnete gezielte Angriffe auf den Stützpunkt Bin Ladens in Afghanistan und auf eine angebliche Chemiewaffenfabrik in Sudan an. Aber Bin Laden blieb unverletzt, und beim Angriff auf die Fabrik in Sudan überwogen schließlich die Zweifel, ob es sich wirklich um ein gerechtfertigtes Ziel gehandelt hat.

"Marschflugkörper sind keine Gewehre", sagt Sandy Berger, der Nationale Sicherheitsberater während der Regierung von Bill Clinton. Und Afghanistan sei 1.600 Kilometer von internationalen Gewässern entfernt, von denen Cruise Missiles abgeschossen werden könnten.

"Es gibt keine einfache militärische Antwort", sagt auch der Direktor des Internationalen Forschungszentrums Woodrow Wilson, Lee Hamilton. Möglicherweise müsse Bush den Einsatz von Bodentruppen in Betracht ziehen, um wirksam etwas gegen Bin Laden zu unternehmen. "Die gewöhnliche Haltung, Kriege möglichst ohne Opfer zu führen, wird hier in Frage gestellt. "

Aber jeder Gedanke an den Einsatz von Bodentruppen führt sofort die gescheiterte Afghanistan-Invasion der Sowjetunion ins Gedächtnis. Vom Einmarsch im Jahr 1979 bis zum Abzug zehn Jahre später verloren 40.000 bis 50.000 sowjetische Soldaten ihr Leben.

Aus Washington: Tom Raum (AP)

Gert
13.09.2001, 16:06
ftd.de, Do, 13.9.2001, 9:55, aktualisiert: Do, 13.9.2001, 15:12
US-Anschläge: Terror-Gruppe in Hamburg aufgeflogen

In Hamburg ist eine Terror-Gruppe aufgeflogen, die offenbar an den Anschlägen in den USA beteiligt war. Die Behörden schrieben einen Verdächtigen zur Fahndung aus.



http://www.ftd.de/FtdImage/attentaeter_kl.jpg
Mohammed Atta, 33, soll ein Flugzeug gesteuert haben


Die Hamburger Behörden waren am Dienstagabend über das Bundeskriminalamt vom amerikanischen FBI alarmiert worden. Wie Generalbundesanwalt Kay Nehm mitteilte, waren drei der an der Anschlagserie direkt beteiligten Terroristen zeitweise als Studenten der Elektrotechnik an der Hamburger Technischen Hochschule eingeschrieben. Zwei von ihnen seien in den Maschinen gewesen, die auf das World Trade Center gestürzt sei. Der Dritte habe in jenem Flugzeug gesessen, das in Pennsylvania abgestürzt sei.

Nach Angaben der Hamburger Polizei handelt es sich bei zwei Männern um den 33-jährige Mohammed Atta, der als Passagier des Fluges der American Airlines AA 11 identifiziert wurde, sowie der 23-jährige Marwan Al-Schehi, der an Bord der Fluges AA 175 gewesen sein soll. Nach den Meldeunterlagen hielten sich beide legal in Hamburg auf und stammten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.


Atta und Al-Schehi sollen von Juli 2000 bis Januar 2001 in Florida gewesen und dort eine Flugschule besucht haben. Ein ehemaliger Angestellter dieser Huffman-Flugschule in Venice bestätigte, dass die beiden aus Deutschland in die USA gekommen seien. Sie hätten ab Juli letzten Jahres fünf Monate lang an der Pilotenschule eine Ausbildung absolviert, sagte der Exangestellte Charlie Voss.


Nach Angaben von Nehm seien in einem Gepäckstück, das einer der Männer am Flughafen Boston zurückgelassen habe, Uniformstücke und ein Abschiedsbrief gefunden worden.


Die Hamburger Polizei durchsuchte die Wohnung in Harburg sowie weitere Unterkünfte. Dabei nahm sie einen Verdächtigen fest. "Der Mann war in einer der durchsuchten Wohnungen, die von den Tatverdächtigen benutzt worden ist, die in den abgestürzten Maschinen saßen", sagte Gerhard Müller, Leiter des Hamburger Landeskriminalamts, am Donnerstag in Hamburg. Der Mann arbeite an einem Flughafen. Nationalität und Alter der Person seien nicht bekannt.



Fahndung wegen Mordes


Generalbundesanwalt Kay Nehm sagte, die Bundesanwaltschaft fahnde zudem nach einem namentlich bekannten Mann "mit arabischem Hintergrund". Ihm wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Mord und Angriff auf den Luftverkehr vorgeworfen.


Die terroristische Vereinigung habe sich Anfang dieses Jahres in Hamburg gegründet. Sie habe in Zusammenarbeit mit anderen islamistisch-fundamentalistischen Gruppen im Ausland schwere Gewalttaten geplant, "um auf spektakuläre Weise durch Zerstörung von symbolträchtigen Gebäuden die USA anzugreifen", sagte Nehm.


Es gebe noch keine Hinweise auf Verbindungen der Verdächtigen zu dem Terroristenführer Osama Bin Laden. Die US-Behörden und die westlichen Geheimdienste vermuten, dass der 44-Jährige Drahtzieher der Anschläge ist, die mehreren tausend Menschen das Leben gekostet haben.


Auch aus den USA wurden erste Erfolge bei der Fahndung nach den Tätern gemeldet. 50 Männer sollen Medienberichten vom Donnerstag zufolge identifiziert worden sein, die an Planung und Ausführung der Anschläge beteiligt gewesen seien. Die meisten seien in den entführten Flugzeugen umgekommen. Zehn hätten untertauchen wollen. Doch das FBI kenne ihren Aufenthaltsort.


Justizminister John Ashcroft berichtete, einige der Attentäter hätten sich in den USA zu Verkehrspiloten ausbilden lassen. Die vier entführten Maschinen seien von Gruppen mit je drei bis sechs Luftpiraten umdirigiert worden. Die Täter seien mit Messern und Teppichmessern bewaffnet gewesen und hätten in einigen Fällen mit Bomben gedroht.




Bin Laden nicht unter Hausarrest


Die afghanische Taliban-Bewegung wies am Donnerstag Berichte zurück, der Bin Laden sei unter Hausarrest gestellt worden. Eine islamische Nachrichtenagentur wiederholte eine Stellungnahme der Taliban-Regierung, nach der Bin Laden nichts mit den Anschlägen in New York und Washington zu tun habe. Bin Laden hält sich vermutlich seit Jahren in Afghanistan auf. Der Westen verdächtigt ihn, bereits mehrere Anschläge auf US-Einrichtungen organisiert zu haben.


Der saudi-arabische Botschafter in den USA teilte mit, Bin Laden sei die Staatsangehörigkeit entzogen worden. Die Regierung in Riad und das Volk fühlten, dass jeder, der in den Terrorismus verwickelt sei, nicht mehr zum Königreich gehöre.


Die Diplomaten, die sich zur Unterstützung der acht inhaftierten Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Shelter Now" in Afghanistan aufhalten, verlassen das Land am Donnerstag. Dies teilte das australische Außenministerium mit. Zuvor würden die Diplomaten jedoch noch einen islamischen Gelehrten als Verteidiger der Mitarbeiter der christlichen Hilfsorganisation ernennen, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Vier der Entwicklungshelfer stammen aus Deutschland, zwei aus Australien und zwei aus den USA. Sie sind wegen christlicher Missionstätigkeit angeklagt. Die meisten Ausländer haben das Land inzwischen aus Furcht vor einem militärischen Schlag der USA verlassen.


Die Vereinten Nationen schlossen am Donnerstag die Evakuierung ihrer internationalen Mitarbeiter aus Afghanistan ab. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zog die meisten seiner Mitarbeiter ab.


Auch arabische Extremisten in Afghanistan haben nach Presse-Berichten ihre Lager geräumt, weil sie Vergeltungsangriffe der USA befürchten.



Übergriffe auf Muslime in USA


In den USA sind zahlreiche Amerikaner arabischer Abstammung Opfer von Attacken geworden. In Moscheen und Läden wurden Fenster eingeschlagen und Todesdrohungen hinterlassen, islamische Zentren wurden mit hasserfüllter Graffiti beschmiert, berichteten US-Zeitungen am Donnerstag.



© 2001 Financial Times Deutschland , © Illustration: AP

Gert
13.09.2001, 16:09
ftd.de, Do, 13.9.2001, 11:03, aktualisiert: Do, 13.9.2001, 14:20
Anzeichen für Militärschlag gegen Afghanistan

Nach den Terroranschlägen bereiten sich die USA auf einen Vergeltungsschlag vor. Dabei zeichnet sich eine weltweite Allianz ab.


Russland hat der Nato seine Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus zugesagt. Beide Seiten seien "geeint in ihrer Entschlossenheit, die Verantwortlichen solch unmenschlicher Akte nicht ungestraft zu lassen", hieß es am Donnerstag in einer Erklärung des Nato-Russlandrats. Die internationale Gemeinschaft müsse sich nun "im Kampf gegen den Terrorismus zusammenschließen".

Das Gremium ist in Brüssel zu einer Sondersitzung zusammengekommen, um die internationale "Sicherheitslage" nach den Attentaten zu erörtern. Im ständigen Nato-Russlandrat sind Botschafter der 19 Länder der Allianz sowie der russische Botschafter in Brüssel vertreten. Das Gremium trifft normalerweise alle paar Wochen zusammen.



"Aggressive Vorbereitungen"




In den USA verdichten sich die Anzeichen für einen bevorstehenden Vergeltungsschlag. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte in einer Botschaft an die Truppen: "Sehr, sehr viel wird von euch in den nächsten Wochen und Monaten verlangt werden. Das gilt vor allem für diejenigen draußen im Feld. Wir stehen mächtigen und schrecklichen Feinden gegenüber, und wir haben die Absicht, diese Feinde zu bezwingen."



Die Regierung habe "aggressiv" mit den diplomatischen und militärischen Vorarbeiten für einen Schlag, wahrscheinlich gegen den mutmaßlichen Terroristenführer Osama Bin Laden und Afghanistan, begonnen, schrieb die "Washington Post" am Donnerstag. Die Bush-Regierung habe Pakistan bereits zu logistischer Unterstützung gedrängt, hieß es in Medienberichten.



Arabische Staatsbürger verlassen Kabul

Aus Angst vor möglichen Vergeltungsschlägen haben arabische Staatsbürger die afghanische Hauptstadt Kabul verlassen. Es sei unklar, wie viele Araber in Kabul lebten, doch fast alle hätten die Stadt verlassen, berichteten Einwohner am Donnerstag. Zudem hätten Menschen begonnen, um Kabul herum Schutzgräben auszuheben. Einem Zeitungsbericht zufolge haben arabische Extremisten in Afghanistan ihre Lager geräumt. Am Donnerstag verließen auch die Kontaktleute der acht inhaftierten Ausländer, die wegen christlicher Missionierung festgenommen wurden, die Stadt. Zuvor hatte die Uno ihr Personal abgezogen.





Pakistan sagt Unterstützung zu

Die US-Botschafterin in Islamabad traf sich am Morgen mit dem pakistanischen Militärmachthaber Pervez Musharraf. Musharraf sagte im Fernsehen: "Alle Staaten müssen sich in dieser gemeinsamen Sache zusammentun. Ich versichere Präsident Bush und die US-Regierung unserer vollen Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus." Pakistan ist eines der drei Länder, die das radikal-islamische Taliban-Regime Afghanistans anerkannt haben.



Außenminister Colin Powell hatte am Mittwoch Kontakte mit den pakistanischen Behörden bestätigt, ohne Details zu nennen. "Wir bauen eine starke Koalition, um die Täter zu packen, aber auch um weit reichender gegen den Terrorismus anzugehen, wo immer wir ihn in der Welt finden", sagte Powell. Bush sprach von einem "monumentalen Kampf" zwischen Gut und Böse, der bevorstehe.



Militärische Gewalt nach Kriegsrecht

Wie verlautete, arbeiteten Regierung und Abgeordnete an einem Gesetz, das den Einsatz von militärischer Gewalt nach dem Kriegsrecht (War Powers Act) genehmigt. Wann eine Abstimmung im Kongress zu erwarten sein würde, war nicht bekannt. Sowohl Demokraten als auch Republikaner äußerten sich aber zustimmend. Aus ranghohen Regierungskreisen verlautete, ein Angriff stehe nicht unmittelbar bevor, da die Ermittlungen noch andauerten.




Die US-Regierung hatte am Mittwochabend die offizielle Unterstützung der Nato bekommen. Nato-Generalsekretär George Robertson teilte am Mittwochabend nach einer Sondersitzung des Nordatlantikrates in Brüssel mit, die Allianz betrachte die Terroranschläge als Angriff auf das gesamte Bündnis. Damit wären zum ersten Mal alle Nato-Mitglieder zur gemeinsamen Verteidigung verpflichtet. Voraussetzung ist, dass die Anschläge von einem fremden Staat aus eingeleitet wurden.








China schließt Beteiligung nicht aus

China hat eine Beteiligung an einer möglichen US-Vergeltungsoperation nicht ausgeschlossen. Voraussetzung sei jedoch, dass ein solcher Militäreinsatz durch ein breites internationales Votum, etwa der Vereinten Nationen, gestützt werde, sagte der chinesische Vize-Außenminister Wang Guangya in Peking. Die internationale Gemeinschaft müsse "resolut" auf den internationalen Terrorismus antworten.

Auch Japan hat den USA wegen der Terroranschläge Unterstützung für den Fall von Vergeltungsmaßnahmen zugesagt. Diese Maßnahmen müssten jedoch mit der japanischen Verfassung übereinstimmen, sagte ein Regierungssprecher.



Australien kündigte an, Washington im Rahmen des gemeinsamen Verteidigungsbündnisses militärisch zu unterstützen. Ähnlich wie bei der Nato verpflichtet der ANZUS-Pakt Australien und Neuseeland bei einem Angriff zum gegenseitigen Beistand. Der nationale Sicherheitsrat befasse sich derzeit mit dieser Frage, teilte Vize-Regierungschef John Anderson am Donnerstag in Canberra mit.



© 2001 Financial Times Deutschland

Perry27
13.09.2001, 17:09
Ich habe es bei Suntrade schon gesagt , und ich finde es ist wichtig :

Dieser Terroranschlag schweißt große Teile der Welt erstmals zusammen, und darin darf man sogar sowas wie eine Chance sehen !

Perry

Ralph
13.09.2001, 19:00
Perry,

ich versuche seit gestern früh, mich von dieser teilweise vollkommen übertriebenen Panikmache loszulösen ..... Fernsehen und Zeitungsberichte betrchte ich mittlerweile eher als Sensationsmeldungen denn als fundierte Berichterstattung.

Den Politikern in Deutschladn (jedweder Coleur) kann man überhaupt nicht mehr zuhören .... die sind mir teilweise regelrecht hysterisch

Die Internetboards malen zunehmend Weltuntergangsbilder an die Wand ..... ein bekanntes will sogar schon einen Bürgerkrieg voraussehen ...... totaler Quatsch !

Für mich alles reichlich übertrieben.

Und dann freue ich mich über Meldungen, wonach sich immer mehr Nationen dieser Welt GEGEN den Terror wenden ! ....... ich erachte diesen Zwischenfall eindeutig als Chance für die gesamte Welt !

Sie muss nur genutzt werden !

Ralph

Perry27
13.09.2001, 20:14
Hallo Ralph, nur zu meiner Rückversicherung :

Gehe ich Recht in der Annahme daß Du das mit der Chance nicht ! zynisch gemeint hast ?

Perry

Ralph
13.09.2001, 20:36
Um Gottes Willen, Perry, :eek:

DU HAST RECHT ! ...... ich meine, das mit der Chance NICHT zynisch !:eek:

Ralph

Perry27
13.09.2001, 20:43
Danke Ralph !

Ich riskier' mal nen klitzekleinen Smilie

Perry :)

2003
13.09.2001, 20:46
19:48 im ARD:
Interview (U. Wickert) mit Scharping (life)..

Der Verteidigungsminister beantwortete eine Frage
zwar laangsaaam aber zu "deutlich" (wie reagiert USA)

..Ton/Bild weg!
Themenwechsel...
..Ton/Bild wieder da,

Wickert mit ("leicht") veränderter Fragestellung...
Scharping mit "offener" (nichts/alles) sagender
Politiker-Antwort...
-----------------------------------------------------------------
das "System" funktioniert:

Schlussfolgerung (und zwar meine bescheidene),
mit der Auslieferung eines od. mehrerer Verantwortlicher
gibt sich Bush nicht zu"frieden"...
der will den "Antichrist" zu "Strecke" bringen..
Auge um Auge...ein "vielfaches"...
und dann?
"Flächenbrand" ich seh dich kommen

Gruss
200? (kloppt die Charts in die Tonne)

Gert
13.09.2001, 20:51
Hallo Perry,
könntest Du auch hier den Artikel über den Islam reinstellen, der ist echt gut!


Gert

Perry27
13.09.2001, 21:08
Gert, welchen meinst Du, den bei bh oder den im Nordirland-Thread ?

Perry

Gert
13.09.2001, 21:12
Den,

wo einer vor der Bundeswehr den Vortrag hält!
Warscheinlich BH


Gert

Perry27
13.09.2001, 21:23
Da ich immer mehr dazu neige , gegen den Islam eine massive innere Ablehnung aufzubauen, will ich versuchen, im Sinne eines tieferen Verständnisses dieser Religion, gerade die Seite in positivem Sinn zu beleuchten, die jetzt ihrerseits im rachevollen Focus der Weltkritik steht. Ich hoffe damit einen Beitrag zur "Relativierung" der Dinge mit beizutragen, obwohl es für mich rein von emotionaler Seite her derzeit keine Relativierung dieser Dinge gibt. Ich möchte es aber dennoch versuchen !
Perry
----------------------------------------------------------------
Referatsthema: Der islamische Fundamentalismus mit dem Schwerpunkt "Heiliger Krieg"
gehalten am: 18.01.1996
Referent: Erol Pürlü, Islamwissenschaftler
Ort: Infanterieschule Hammelburg

Sehr verehrter Herr General,

Sehr verehrte Offiziere,

Sehr verehrte Damen und Herren,

Ich möchte mich zuerst für die Einladung Ihrerseits und für die Einführung höflichst bedanken und möchte noch einige Worte hinzufügen.

Seit 18 Jahren lebe ich hier in der Bundesrepublik Deutschland. Meine Generation und die nachfolgenden sind Teil dieser Gesellschaft geworden, so daß wir Deutschland als unsere neue Heimat betrachten.

Heute stehe ich vor Ihnen als ein Muslim mit deutscher Staatsbürgerschaft.

Der "Verband der Islamischen Kulturzentren", den ich hier vertrete, wurde 1973 von türkisch-muslimischen Gastarbeitern gegründet. Heute arbeitet dieser Verband mit seinen 290 Gemeinden als die älteste islamische Organisation im religiös-kulturellen Bereich, speziell der religiösen Betreuung für die muslimischen Mitbürger in der Bundesrepublik Deutschland.

Vor allem die Förderung der Jugend und ihre Integration in die deutsche Gesellschaft ist einer unserer wichtigsten Arbeitsbereiche. Dabei ist unser allererstes Anliegen die religiöse Komponente des Islam, und nicht die partei-politische.

Meine Damen und Herren

Vor einigen Jahren besuchte ich Istanbul, dieses Mal bewußter. Die wunderschönste Stadt der Welt. Als ich dabei war die Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Blauen Moschee zu besichtigen, fiel mir der "Deutsche Brunnen" auf. Gebaut wurde es von Wilhelm II., während seiner Orientreise 1898 als Zeugnis der deutsch-türkischen, deutsch-islamischen Freundschaft. Ich versetze mich in tiefe Gedanken. Die ausländerfeindlichen Übergriffe in der Bundesrepublik und die so im Alltag vorkommenden kleinen Andeutungen von meiner deutschen Umgebung in der Art wie: "Du bist ja doch nur ein Ausländer" fielen mir ein. Und hier kamen mir diese Unfreundlichkeiten doch nicht mehr so schlimm vor. Ich erkannte, daß die Freundschaft zwischen den Deutschen und den Türken doch ein solideres Fundament hat, als daß sie durch solche Vorkommnisse hätten relativiert werden dürfen.

Hatte doch auch der Preußenkönig Friedrich II., besser bekannt als der alte Fritz, im Jahre 1732 die erste Moschee auf deutschem Boden für seine "türkischen" Gardesoldaten am Langen Stall in Potsdam erbauen lassen.

Dieser sagte:

"Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sich zu ihnen bekennen, ehrliche Leute sind. Und wenn die Türken kämen, und wollten hier im Lande wohnen, dann würden wir Ihnen Moscheen bauen."

Interessant ist hierbei der Zusammenhang, indem diese Aussage gemacht wurde. Der Frankfurter Stadtrat an der Oder nämlich, wollte wissen, ob ein Katholik in einer evangelischen Stadt das Bürgerrecht erwerben dürfe. Der Freund von Voltaire und Philosoph auf dem Königsthron, bejahte die Frage und blieb dieser Devise während seiner ganzen Regierungszeit treu.

Mit dem Anwerbeabkommen im Jahre 1961 strömten Gastarbeiter türkischer Nationalität nach Deutschland. Sie brachten nicht nur ihre Arbeitskraft mit sich, sondern auch ihre Kultur und Religion. Heutzutage leben um die 2,2 Millionen muslimische Mitbürger hierzulande.

Die zunehmende Verstärkung der religiösen Identität der Muslime, die gewalttätigen Erscheinungen in einigen islamischen Ländern und der Verfall des Kommunismus haben veranlaßt, daß der Islam als neues Feindbild in das Rampenlicht der Öffentlichkeit projiziert wurde. Der Westen hat einen islamischen Fundamentalismus mit seinem Heiligen Krieg ausgerufen und es zu einer globalen Bedrohung für westliche Wertvorstellungen erklärt.

Mit diesem christlichen Begriff, das historisch gesehen in sich eine negative Konnotation beinhaltet und mit der sich eine starre reaktionäre Haltung verbindet, hat man versucht eine Bewegung in den islamischen Ländern zu etikettieren. Die Phänomene in diesen Ländern sind aber so komplex, das es sich von vornherein verbietet, sie vorschnell unter Pauschalbegriffen zu subsumieren und über sie Urteile zu fällen, die zu schwerwiegenden politischen Folgen führen und bereits geführt haben.

Keiner hat versucht tiefgründig zu erforschen, ob eine solche Erscheinung islamisch-rechtlich korrekt ist, welche formalen, materiellen oder methodischen Merkmale den sogenannten islamischen Fundamentalismus ausmachen. Der Begriff Fundamentalismus trifft weder formal, noch inhaltlich das, was man damit zu bezeichnen beabsichtigt und kann daher von vornherein nicht in Bezug auf den Islam verwendet werden. Es ist anzunehmen, daß derartige Begriffe öfters mit tendenziösen Absichten aus ihrem historischen Kontext herausgelöst werden und nicht nur der Deutung einer gesellschaftlichen oder religiösen Entwicklung dienen, sondern auch ihrer Diffamierung.

Allzuoft zieht man schnell ein Vergleich mit den christlichen Wertvorstellungen, um daß neue Phänomen in den islamischen Ländern vermeintlich zu verstehen und anderen verständlich machen zu können.

Ein wichtiges Schlagwort des Fundamentalismus ist der Heilige Krieg, das ich ein wenig ausbauen möchte.

Der Heilige Krieg, wurde nicht etwa von dem aufgeklärten absolutistischen obenerwähnten Herrscher, oder gar von Kaiser Friedrich II., dem Freund Sultan Saladins, noch vom Propheten Muhammed (F.s.m.I.), eingeführt, sondern erlangte seine welthistorische Bedeutung, sowie wir es heutzutage kennen, während der Synode in Clermont am 27. November l095.

Damals rief Papst Urban II. die Christen zum Heiligen Krieg auf, um das heilige Land von den Händen der Heiden, d.h. der Muslime, zu befreien. Das Mutterland der Religion, führte der Papst weiterhin aus, habe ein gottloses Volk in seine Hände gebracht und müsse nun befreit werden. Die Kirche erlasse allen, die gegen die Feinde des Herrn die Waffen ergreifen würden und am Pilgerzug teilnehmen, alle Kirchenstrafen und wer in bußfertiger Gesinnung falle, könne hoffen, daß er das ewige Leben erhalten werde.

Heute steht es fest, daß es der Kirche weitaus wichtiger war, die Masse in ihrem Namen einzuspannen und damit das Machtpotential der Kirche gegenüber dem Kaisertum zu erweitern. Es war nämlich die Hoch-Zeit des Investiturstreites. Die unzähligen zweit- und drittgeborenen edlen Ritter im Frankenland, die nie eine Chance haben würden einmal die Herrschaft eines Landes anzutreten, bekamen nun die Gelegenheit dazu.

Dieses historische Ereignis verdeutlicht schon sehr stark, was mit dem Begriff Heiliger Krieg verstanden wird.

Der arabische Begriff Dschihad wird allzu oft mit diesem vorgeprägten Begriff Heiliger Krieg durcheinandergebracht. Definitiv gesagt ist Dschihad kein Heiliger Krieg des Islam.

Dazu möchte ich meine Ausführungen wie folgt gliedern:

Punkt 1: Die Begrifflichkeit "cihâd" und ihr Verständnis seitens der islamischen Rechtsgelehrten und die Unterschiede zum Begriffspaar "qitâl" und "harb ", beide bedeuten Krieg.

Punkt 2: Gewalt, Gewaltmonopol und die Grenze der Legalisierung von Gewaltanwendung durch Muslime, wobei auch der Friedensaspekt von Bedeutung ist.

Zu Punkt 1:

Meine Damen und Herren,

Der Westen hat aus der islamischen Religion, die in vielen Kulturen verwurzelt und von zahlreichen, völlig verschiedenen Gesellschaften über einen langen Zeitraum hinweg praktiziert worden ist, einen Extrakt gezogen, verallgemeinert. Demnach ist der Dschihad einfach nur eine aggressive Tendenz, die dem Islam innewohnt, ohne Rücksicht auf die Geschichte, Umstände, Ort und Kräfteverteilung. Das Klischee sagt: Terror, Militarismus, Kriegslust und Blutvergießen sind unausrottbare Eigenschaften des Heiligen Islamischen Krieges.

Aber was ist der Dschihad in Wirklichkeit, wenn es kein Heiliger Krieg ist?

Etymologisch leitet sich der Begriff von dem Wortstamm ab, der alle möglichen Aktivitäten meint, die infolge einer Anstrengung, Maximaleinsatz und dynamisches Herangehen zustande kommen.

In der Islam Ansiklopedisi (Islamische Enzyklopädie) wird Dschihad folgendermaßen definiert:

"Der Dschihad umfaßt alle materiellen und geistigen Kräfte und Tätigkeiten die zusammengebracht werden, um ein Ziel mit guten Absichten auf dem Weg Gottes zu erlangen."

Der Prophet Muhammed (F.s.m.I.) führt dazu weiter aus, daß das Wort der Gerechtigkeit einem Tyrannen ins Gesicht zu sagen, einer der besten Dschihads ist, das ein Muslim machen kann. Die islamische Rechtslehre spricht hierbei von einem Verbal-Dschihad. Der Zivile Ungehorsam hat hier auch seine islamische Wurzel. Der Dschihad ist demnach nicht nur auf physische Aktivitäten beschränkt. So wäre alles was ein Muslim in guter Absicht mit ganzem Einsatz vollbringt auch als Dschihad zu verstehen.

Aber im Laufe der Zeit hat der polyvalente Dschihad seine Mehrdeutigkeit verloren und wurde auf eine bestimmte Bedeutung konzentriert, nämlich , d.h. Krieg. In der geschichtlichen Entwicklung verkam der Dschihad damit nur noch zu einem Synonym des , speziell im Westen.

Diese Entwicklung war dadurch bedingt, daß der Prophet Muhammed (F.s.m.I.) selbst sagte, daß man nun vom kleinen Dschihad zum grandiosen Dschihad zurückkäme. Die Muslime kamen gerade von dem ersten Verteidigungskrieg im zweiten Jahr nach der Hidschra (624) zurück, indem sie gegen die mekkanischen Truppen siegreich hervorgegangen waren.

Als der Prophet gefragt wurde, welche Anstrengung, welcher Dschihad, denn noch größer sei, als dem mit Waffengewalt herannahenden Feind entgegenzutreten, antwortete er:

Es ist die Überwindung des Nafs, der bösen Triebseele eines jeden Menschen.

Das heißt, der Kampf mit der Waffe hat im Vergleich zum Kampf mit dem Nafs eine untergeordnete Bedeutung. Oder anders formuliert, daß die Anstrengung (Dschihad) die man für die Verteidigung einer islamischen Gesellschaft macht im Gegensatz zu der Anstrengung gegen die böse Triebseele sekundär bleibt.

Daraus resultierend hat sich im Laufe der Zeit der Begriff <al - cihâd al-'asgar>, kleiner Dschihad verselbständigt. Kriege die gegen Nicht-muslime geführt wurden, hießen nun einfach Dschihad.

Ich weise aber ausdrücklich darauf hin, daß die Begrifflichkeit "al-harb al-muqaddasa" also Heiliger Krieg in der islamischen Rechtsterminologie nicht vorhanden ist.

Der Dschihad unterteilt sich demnach in zwei Bereiche, nämlich

al-cihâd al-kabîr und
al-cihâd as -saîr.

1. Der grandiose Dschihad, genannt al-cihâd al-kabîr .

Der Begriff Dschihad findet sich bereits in den ersten Offenbarungen aus mekkanischer Zeit.

In der Sure 2S, Vers S2, taucht dieser spezielle Begriff al-cihâd al-kabîr im Zusammenhang einer Aufforderung auf.

Dort heißt es:

"Unterwerfe dich nicht den Ungläubigen; Sondern setze dich mit dem Koran in großem Eifer (Dschihad) gegen sie ein."

Der Ungläubige ist hier nicht etwa der Christ oder Jude, sondern die arabischen Polytheisten.

Historisch gesehen kann dieser grandioser Dschihad in keinster Weise eine kriegerische Auseinandersetzung bedeuten. Denn in der mekkanischen Periode war es den Muslimen nicht erlaubt zu kämpfen und Kriege zu führen. Es geht aus diesem Vers klar und deutlich hervor, daß der befohlene und als groß geschriebene Dschihad mit dem Koran eine auf geistlicher und intellektueller Ebene basierende Unternehmung ist.

Das Wort Dschihad bezeichnet in erster Linie eine entschlossene geistige Haltung. Ausgehend von dieser Grundbedeutung bezeichnet Dschihad, das Bemühen für den Islam schlechthin, mit der Betonung auf den Einsatz von Vermögen und Leben.

Darin sind unter anderem enthalten, der körperliche Dschihad, wie zum Beispiel die Arbeit in einer Moschee oder sogar die Sozialarbeit mit muslimischen Jugendlichen; der finanzielle Dschihad, wie zum Beispiel Spenden für die Gemeinde oder der Beitrag für den Bau einer religiös-kulturellen Einrichtung.

Die Wissensvermittlung an die folgenden Generationen gehört ebenso zum Bereich des großen Dschihad. Gute Beredsamkeit ist dabei auch ein wichtiges Element dieses Dschihads. Denn mit den Menschen zu argumentieren und sie über den Islam zu informieren, ist viel ertragreicher um eine friedvolle und funktionierende Gesellschaft aufzubauen als Gewalt einzusetzen.

Dies assoziiert zwar oberflächlich die Mission, ist aber deutlich davon verschieden. Denn der Islam verbietet offen den Zwang in der Religion (Sure 2, 255), d.h. die gewaltsame oder zwanghafte Bekehrung zum Islam.

Weiterhin fällt in die Rubrik des grandiosen Dschihads, wie schon oben angedeutet die Arbeit der islamischen Rechtsgelehrten, die nach Lösungen für die juristischen, theologischen und moralischen Probleme suchen, die sich immer wieder aus dem Alltag und aus der Entwicklung der Gesellschaft ergeben.

Daher übrigens auch die Worte des Propheten Muhammed (F.s.m.I.), daß am "Jüngsten Tag die Tinte der Gelehrten schwerer wiegen wird, als das Blut der Märtyrer, die beim Kampf gefallen sind."

Aber auch die praktische Ausübung der Religion zu einer Zeit, in dem die Religiosität niederbewertet und die freie Religionsausübung nicht gestattet wird, ist als großer Dschihad zu verstehen. Bedenken Sie doch wieviel Mut und Selbstbeherrschung diese Leute aufbringen mußten oder mancherorts sogar aufbringen müssen, um der Angst, der Unterdrückung und den Polemiken standhaft entgegenzuwirken.

Dieser spirituelle Kampf, die Anstrengungen gegen das Nafs (also die Triebseele) des Menschen, der Kampf gegen die schlechten Triebe und das Streben nach moralisch-religiöser Vollkommenheit sind eben die bedeutsamen Elemente, die diese Art von Dschihad ausmachen.

2. Der kleine Dschihad, al-cihâd assagîr

Damit möchte ich nun übergehen und den Dschihad im Zusammenhang mit Krieg, im arabischen qitâl oder harb, erörtern.

Wie bereits erwähnt bezeichnete der Prophet Muhammed (F.s.m.I.) den Einsatz mit der Waffe im Vergleich zum spirituellen Kampf gegen das Ego als "al-cihâd assagîr ", das heißt kleiner Dschihad.

Im Wesentlichen bedeutet der Dschihad von seinem Wortstamm her weder Krieg führen noch töten, also beinhaltet in diesem Sinne keine Aggression, wie dies dagegen bei dem Begriff qitâl (Schlacht, Krieg, Töten) der Fall ist.

Während das Wortstamm cahd in seiner nominalen und verbalen Form auf einen geistlichen, gesellschaftlichen Einsatz verweist, bedeutet der Begriff qitâl eindeutig Krieg, Töten, Kampf mit dem Feind oder gar die militärische Auseinandersetzung.

Bei eindeutigen militärischen Einsätzen spricht der Koran nicht von Dschihad, sondern von qitâl. Kampfaktionen werden mit diesem Begriff oder einer seiner Verbalformen erwähnt, wie zum Beispiel in Sure 2, Vers l90, wo es heißt :"wa qâtilý fî sabîli 'llâhi 'llazîna yuqâtilýnakum - Und kämpft auf dem Wege Gottes gegen diejenigen, die euch bekämpfen ."

Ömer Nasuhi Bilmen, ein islamischer Rechtsgelehrter des 2O. Jahrhunderts definiert den al-cihâd assagîr im Bezug auf den Krieg als Maximaleinsatz der individuellen und materiellen Möglichkeiten des Einzelnen um die Verteidigung der muslimischen Gesellschaft zu gewährleisten.

Nicht nur die persönliche Teilnahme am Kampf, sondern die materielle oder wissenschaftliche Hilfe ohne am Kriegsgeschehen persönlich teilzunehmen, das Herstellen von Waffen, Rüstung eines Soldaten, Versorgung der Armee, Versorgung der Verwundeten und dergleichen Tätigkeiten werden mit diesem Dschihad erklärt.

Man sieht das Dschihad im Koran eine viel umfassende Bedeutung hat als qitâl , also Krieg.Deshalb ist große Vorsicht geboten, wenn man den Dschihad in Verbindung mit kriegerischer Auseinandersetzung bringt.

Zwar bezeichnen die Schriftgelehrten den militärischen Einsatz mit Dschihad, aber mit der Intention ihn von dem Krieg, der auf Plünderung, Unterdrückung und Zerstörung beruht, zu unterscheiden.

Hierbei kommt die von Immanuel Kant aufgeworfene Frage vom gerechten Krieg in den Vordergrund.

Denn das Ziel des Dschihad ist nicht Länder zu erobern, andere Völker zu unterwerfen oder gar das Christentum oder das Judentum auszulöschen; gilt also keinesfalls als eine allgemeine Regel, sondern ist zuallererst ein Verteidigungskrieg für die Aufrechterhaltung der islamischen Gemeinde und danach erst die Verkündigung an die Menschheit von der Existenz Gottes.

Der Begriff Heiliger Krieg in Bezug auf den Islam selbst, ist eine Erscheinung des 2O. Jahrhunderts und ist keine Erfindung der Muslime selbst. Sie geht deswegen nicht mit der authentischen islamischen Lehre konform. So ist die Adjektivverbindung al cihad al muqaddas erstmalig in einer Erklärung der Islamischen Gipfelkonferenz von Taif im Jahre 1981 aufgetaucht. Die in rein menschlicher Verantwortung vorgenommene Hinzufügung des Attributs heilig zum Worte Dschihad in seiner Bedeutung Krieg beweist, daß man nur eine Parallelität zu dem Begriff Heiliger Krieg intendieren wollte.

Punkt 2: Gewalt, Gewaltmonopol und die Grenze der Legalisierung von Gewaltanwendung durch Muslime.

Meine Damen und Herren,

der 2. August l990 brennt noch in unseren Köpfen. Sie werden sich daran noch erinnern, daß dies der Tag der Invasion von Kuwait durch die irakischen Streitkräfte war. Sie werden sich aber auch noch daran erinnern, daß in den folgenden Monaten der amerikanische Präsident George Bush nach Anrufung Gottes und die Berufung auf die christlichen Werte von einer neuen Weltordnung sprach.

Diese neue Weltordnung sollte mit einem gerechten Krieg gegen den Irak zustande gebracht werden. Dabei mutet die Parallelität zum Begriff Heiliger Krieg sehr seltsam an.

Es gibt unzählige Beispiele für den Mißbrauch der Religion, um Kriege zu rechtfertigen, sowohl auf der muslimischen, als auch der christlichen Seite.

Aber der Islam kann eine Gewaltanwendung nicht gutheißen, geschweige denn für heilig erklären, wenn für ihn das Prinzip der Religionsfreiheit sehr wichtig ist und das Leben eines einzigen Menschen, das Leben aller, und die Tötung eines einzigen Menschen, wiederum die Tötung der ganzen Menschheit bedeutet (Sure S. 33). Und dieses Prinzip ist unumstößlich mit dem Islam verbunden.

Aber wie auch in einem demokratischen System der Krieg notwendig ist, so ist auch die Gewaltanwendung im Islam das letzte Mittel, das zur Verfügung steht. Der Koran aber stellt klare Grundsätze für Gewaltanwendung, Gewaltandrohung und Gewaltverzicht auf.

Die erste militärische Auseinandersetzung fand im 2. Jahr der Hidschra, also im Jahre 624 statt. In der mekkanischen Periode hatte der Prophet versucht friedlich seine Lehre zu verkünden. Dabei mußte er jegliche verbale und physische Übergriffe hinnehmen. Aber trotz dieser Gewalttaten nahm die islamische Gemeinde von Tag zu Tag zu.

Vor allem aber die Auswanderung nach Medina war ein Wendepunkt im Leben der Muslime. Hier schlossen sie sich zu einer Gesellschaft mit den anderen Stämmen zusammen. Der erste Staatsvertrag im Islam wurde somit geschlossen. Auch die Juden in Medina wurden freiwillig zu diesem Staatsvertrag beigesellt.

Die Mekkaner sahen den Zuwachs der Muslime und Konsolidierung in Form eines Staates als eine Bedrohung für ihr eigenes Gesellschaftssystem an und trafen schon bald Kriegsvorbereitungen. Damit hatten sie die Gemeinde der Muslime in einen Kampf auf Leben und Tod herausgefordert. Aus dieser Perspektive scheint die Erlaubnis des Koran an die damaligen Muslime, sich gegen diese Feinde auf einen Krieg einzustellen, verständlich. Der Prophet, der in zahlreichen Koranpassagen von einer Auseinandersetzung mit Waffen ferngehalten wurde, bekam nun mehr die Erlaubnis sich gegen den unvermeidlichen Kampf vorzubereiten.

Die Erlaubnis zu dieser ersten Schlacht von Badr wird in der Sure 22 Vers 39 folgendermaßen erteilt:

"Erlaubnis, (sich zu verteidigen) ist jenen gegeben, die getötet werden, weil sie Gegenstand der Tyrannei geworden sind. Gott hat gewiß die Macht, ihnen aus der Not zu helfen. Das sind jene, die gegen jegliches Recht aus ihren Heimen vertrieben wurden, schuldig nur, weil sie sagen: Unser Herr ist Allah. "

Der militärische Einsatz, der den Muslimen gewährt wird, hat ein umrissenes Ziel. Es ist der Kampf gegen Zwang im Glauben und für die Freiheit des Bekenntnisses, gegen Gewalttätigkeit, Unterdrückung und Ungerechtigkeit, kurz zusammengefaßt mit dem arabischen Wort gegen zulm.

Es ist auch ein Krieg für mehr Rechte für Frauen und Mädchen und ein Kampf gegen ein Kastensystem, das eine ungemeine Barbarei bedeutete und das versuchte jeder Neuerung und jeden Fortschritt mit Gewalt zu begegnen.

Aber in erster Linie ist es ein Verteidigungskrieg, für den stark einschränkende Regeln gelten, wie es aus verschiedenen Versen hervorgeht wie z.B.:

"Und kämpft auf dem Weg Allahs gegen diejenigen, die euch bekämpfen, doch überschreitet das Maß nicht. "

Es ist wichtig das Maß nicht zu überschreiten. Das impliziert, daß auch militärische Auseinandersetzungen sich im Rahmen gerechter Maßstäbe zu bewegen haben. Der Islam nimmt mit diesem vagen Begriff des gerecht geführten Krieges teilweise die Genfer Konvention voraus. Die Gewaltanwendung darf dann also nicht zum zulm ausarten, d.h. der Kriegsgegner, sowohl das Kollektiv als auch das Individuum, darf nicht zur totalen Vernichtung ausgesetzt werden und verdient eine menschenwürdige Behandlung.

"Und die Feindseligkeiten eines Volkes soll euch nicht verleiten, anders denn gerecht zu handeln. Seid gerecht, daß ist näher der Frömmigkeit. " heißt es in Sure 5 Vers 8.

Die individuelle Gewalt gegen Frauen, Kinder, alte und gebrechliche Menschen, und Behinderte ist nicht erlaubt. Auch Gefangene müssen gut behandelt werden. Hierzu ein Beispiel aus der Zeit des Propheten:

Suhayl b. Amr, der mit seinen Denunziationen gegen den Islam bekannt war, geriet in der Schlacht von Badr in die Gefangenschaft und wurde dem Propheten vorgeführt. Der 2. Kalif Omar bat den Propheten um Erlaubnis, diesen wegen seiner schlechten Worte zu bestrafen. Aber der Prophet erlaubte nichts was der menschlichen Würde widersprach und sagte:

"Nein Omar. Ich kann ihn nicht foltern. Wenn ich das täte, so würde mich Gott trotz meines Prophetentums auf die gleiche Art und Weise bestrafen. "

In dieser Aussage des Propheten kommt die islamische Mentalität, die sich auch auf alle Handlungen der Muslime auswirkt, zum Vorschein. Sie zeigt die soziale und menschliche Dimension des Islam. Auch ein Prophet kann sich nicht anmaßen willkürlich zu handeln. Daraus resultierend ist es einem Muslim verboten Selbstjustiz auszuüben oder gar gegen Nichtmuslime Gewalt anzuwenden.

Der osmanische Sultan Mehmet II. ließ am 28. Mai 1463 in Milodraz gegenüber den damaligen Bosniern ein Erlaß verkünden, in dem heißt:

"Keiner hat das Recht, die oben erwähnten (die bosnischen Franziskaner) und ihre Kirchen zu belästigen. Es sei ihnen gestattet in meinem Lande in Frieden zu leben. Weder mein Prinz, noch meine Minister, noch meine Beamten, noch meine Untertanen, noch die Bürger meines Landes werden sie weder belästigen noch herabsetzen. Es sei keinem erlaubt, gegen sie Gewalt anzuwenden, sie herabzusetzen, sie zu töten, ihr Eigentum oder das Eigentum der Kirche in Gefahr zu bringen. "

Der Islam geht von einem ganzheitlichen Menschen aus. Er versucht, die Totalität des menschlichen Lebens zu erfassen und die ganze Natur des Menschen mit allen seinen Schwächen und Mängeln mit zu berücksichtigen. Dadurch wird die Aggression nicht in den außerreligiösen Bereich verdrängt, wo sie ohne ethische Kontrolle eskalieren kann.

Deshalb sind Ansprüche der Nichtmuslime, ihr Leben und Vermögen durch die Muslime zu schützen und zu garantieren.

Weltliche Kämpfe und Kriege für das Streben um wirtschaftliche und politische Macht und Ansehen, kurz gesagt für die Güter der diesseitigen Welt, ist den Muslimen nicht erlaubt. So heißt es in Sure 4, Vers 94:

"O Ihr Gläubigen, wenn ihr auf Gottes Weg auszieht, dann schafft Klarheit, und sagt nicht zu dem, der euch Frieden anbietet: Du bist kein Gläubiger, und ihr erstrebt dabei nur die Güter des Lebens dieser Welt "

"Seid nicht wie jene die prahlerisch und um von den Leuten gesehen zu werden aus ihren Wohnstätten ausziehen... "

Es ist auch sehr wichtig den Krieg sofort zu beenden, wenn die Möglichkeit gegeben ist, um den Frieden wieder herzustellen. Dazu heißt es in Sure 8, Vers 62: "Sind sie (die Gegner) jedoch zum Frieden geneigt, so sei auch du zu ihm geneigt."

Dieser Frieden soll nicht nur durch Worte und Abkommen gesichert werden, sondern auch durch erkennbare Maßnahmen, die die Gegner abschrecken sollen, auf Kriegsgedanken zu kommen.

"Und rüstet gegen sie auf; soviel ihr an Streitmacht und Schlachtrossen aufbieten könnt, damit ihr Gottes Feind und euren Feind - und andere außer ihnen die ihr nicht kennt, abschreckt. " (Sure 8, Vers 61)

Herr Dr. Majih Khadduri von der Johns Hopkins Universität in New York weist in seinem Buch "War and Piece in Islam" auf die Tatsache hin, daß der Islam aus den sich zu ihm bekennenden Völkern eine Völkerfamilie zustande gebracht hat, die Jahrhunderte hindurch ein harmonisches Leben zu führen vermochten. "Das Ziel des Dschihads ist also", schließt er daraus "der Friede auf Erden, und das wird auch sein Ergebnis sein." Modelle friedlichen Zusammenlebens sind reichlich vorhanden; sei es in der Frühgeschichte des Islam, sei es im osmanischen Reich oder auch im islamischen Andalusien, wo Christen, Juden und Muslime jahrhundertelang mit gegenseitigem Vorteil zusammenlebten; wo Wissenschaft und Kunst, die von dem Zusammenwirken arabischer Gelehrsamkeit und jüdischer Philosophie profitierten und enorme Förderung erfuhren. Der große jüdische Gelehrte Moses Maimonides war unter anderem hier zu Hause.

Mit einigen abschließenden Worten möchte ich zum Ende meines Vortrages kommen.

Das Ziel der muslimischen Gemeinschaft ist in erster Linie das friedliche Zusammenleben mit seinen Mitmenschen.

Daher erlaubt die islamische Rechtslehre Kompromisse zur Aufrechterhaltung des Friedens einzugehen. Dabei darf die Religionszugehörigkeit kein Hindernis für die Zusammenarbeit darstellen. Auch die Integration in ein säkulares System, wie es die westlichen Demokratien darstellen, stellt für die Muslime kein großes Hindernis dar, da in diesen Systemen die freie Ausübung ihrer Religion gewährleistet ist.

Und noch eine kurze Zusammenfassung dessen, was ich bisher über den Dschihad gesagt habe:

1. Es gibt keine Begrifflichkeit Heiliger Krieg in der islamischen Rechtslehre.

2. Der Begriff Dschihad ist polyvalent und hat sich im Laufe der Geschichte zu einem Synonym des harb , Krieg entwickelt.

3. Seine ursprüngliche Bedeutung, die wichtigste und die richtigste, nämlich durch Überwindung der schlechten Eigenschaften zur Vollkommenheit gelangen.

Gast_B
13.09.2001, 22:36
Pentagon kündigt "Feldzug" an
"Bei einem Vergeltungsschlag wird es nicht bleiben"

Der saudi-arabische Top-Terrorist Osama bin Laden ist nach Ansicht der US-Regierung der Hauptverdächtige für die Terroranschläge in New York und Washington. Dies sagte Außenminister Colin Powell.

Die USA hatten bei den Ermittlungen bereits von Anfang an bin Laden ins Visier genommen und später von Indizien gesprochen, die auf dessen Umfeld hindeuteten. Bin Laden hält sich vermutlich in Afghanistan auf.

Das US-Verteidigungsministerium hat unterdessen eine militärische Reaktion auf die Anschläge angekündigt. Der stellvertretende Verteidigungsminister Paul Wolfowitz sprach von einer andauernden militärischen Vergeltung. Es werde nicht nur bei einem Vergeltungsschlag bleiben. "Es wird ein Feldzug und keine einzelne Aktion", sagte Wolfowitz. "Eine Sache, die klar ist, ist, dass man das nicht mit einem einzelnen Militärschlag macht, egal wie dramatisch."

Wolfowitz' Chef Donald Rumsfeld dankte der Armee auf der Webseite seines Ministeriums dafür, wie "ehrenvoll und professionell" sie den Anschlägen begegnet sei. In den kommende Wochen und Monaten werde aber noch "viel, viel mehr " von denen abverlangt, die "im Feld" seien. "Wir stehen mächtigen und entsetzlichen Feinden gegenüber, Feinde, die wir beabsichtigen zu besiegen", sagte Rumsfeld.

"Erster Krieg des 21. Jahrhunderts"

Präsident George W. Bush sprach in diesem Zusammenhang vom "ersten Krieg des 21. Jahrhunderts". "Ich bin fest entschlossen, diesen gegen Amerika erklärten Krieg zu gewinnen", erklärte Bush. Seine Regierung werde sich darauf einstellen und andere Staaten bitten, sich den USA anzuschließen.

Die Regierung in Washington bat in diesem Zusammenhang Pakistan offiziell um "Unterstützung und Zusammenarbeit" im Kampf gegen den Terrorismus. Dies verlautete aus Regierungskreisen in Islamabad.

Pakistan ist ein Nachbarland von Afghanistan. Die Bitte um Unterstützung ist der bislang stärkste Hinweis auf Vorbereitungen für einen Militärschlag gegen die Taliban-Machthaber in Afghanistan, die dem Topterroristen Osama bin Laden Unterschlupf gewähren.

Musharraf verspricht Hilfe

Aus pakistanischen Regierungskreisen verlautete, man glaube, dass eine Militäraktion gegen Afghanistan bevorstehe. Staatschef Pervez Musharraf habe die "rückhaltlose Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus" zugesichert.

Pakistan ist einer von nur drei Staaten, der das Taliban-Regime in Afghanistan anerkannt hat; die anderen sind Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Taliban werden von militanten islamischen Gruppen in Pakistan unterstützt. Bei einem möglichen Militärschlag könnten die USA Militärbasen und Luftwaffenstützpunkte in Pakistan benutzen oder das Land um Überfluggenehmigungen für Raketen mit Ziel Afghanistan bitten.

Russische Kriegserfahrungen nützlich

Der stellvertretende US-Außenminister Richard Armitage will unterdessen nach Moskau fliegen. Russland hatte nach den Anschlägen Unterstützung bei den Ermittlungen angeboten. Zudem verfügt es über zehnjährige Kriegserfahrung in Afghanistan. Von 1979 bis 1989 hatte die damalige Sowjetunion Truppen im asiatischen Land eingesetzt.


Quelle: n-tv.de

Gast_B
14.09.2001, 02:46
Arrests at airports in N.Y., Germany

Man with fake pilot’s ID held at JFK; D.C.’s National closed

MSNBC

NEW YORK, Sept. 13 — A man carrying fraudulent pilot’s identification was arrested Thursday at John F. Kennedy International Airport, and six others were detained, the New York City police commissioner said. In addition, Ronald Reagan National Airport in Washington has been closed indefinitely.

MEANWHILE, TWO MEN were arrested at the Hamburg, Germany, airport, one of them an American of Yemeni descent. Airports in the New York City area were closed Thursday afternoon, just hours after air carriers were allowed to return to the sky for the first time since Tuesday’s terrorist attacks in New York and Washington.
The man attempted to get past security with the false identification and was stopped, said police commissioner Bernard Kerik. He did not identify the man.
In addition, he said, five or six people, some of them Arab nationals, had been detained at city airports for questioning by the FBI and the Joint Terrorist Task Force.

The region’s three major airports — Kennedy and LaGuardia in New York, and Newark International in New Jersey — were closed to all traffic.
Ronald Reagan National Airport will remain closed “for the time being,” according to the Metropolitan Washington Airports Authority in a statement Thursday evening. Officials attributed the closure of National to its proximity to the White House, and not to any specific terrorist threat.
NBC’s Pete Williams reported that three men were arrested at Kennedy at the FBI’s request. He said law enforcement denied media reports that said four men were arrested and that they were dressed as pilots.
The three men, who were on an unspecified law enforcement “watch list” and were trying to buy tickets, were detained for questioning.
Meanwhile, NBC’s Dan Abrams reported that one of two men arrested at the airport in Hamburg, Germany, in connection with Tuesday’s terrorist strikes was an American of Yemeni descent.
The man was carrying a U.S. passport and two doctored French passports, which showed that he had made multiple stops throughout Europe, said Abrams, who reported that the man was carrying thousands of pounds in British currency.


Quelle: http://www.msnbc.com/

Gert
14.09.2001, 08:14
ftd.de, Fr, 14.9.2001, 7:59
New Yorker Polizei stürmt Flugzeug

Die New Yorker Polizei hat am Donnerstagabend auf dem Kennedy-Flughafen eine Maschine gestürmt, drei Leute festgenommen und damit möglicherweise einen neuen Anschlag vereitelt.


"Wir untersuchen, ob dies ein anderer Entführungsversuch war", sagte ein Beamter dem Nachrichtensender CNN. Insgesamt wurden nach Medienberichten an den drei New Yorker Flughäfen zehn Personen festgenommen, darunter einer, der einen gefälschten Pilotenausweis hatte, und vier, die bereits am Dienstag am Flughafen gesehen worden waren. Nach Informationen des Sender ABC hatten einige der Festgenommenen Messer dabei.


Maschine der American Airlines

American Airlines-Flug 133 war einer der ersten, der nach Wiederöffnung des Flugverkehrs am Donnerstagabend vom Kennedy-Flughafen aus in Richtung Los Angeles starten sollte. Der Flughafen war seit dem mörderischen Terrorangriff auf das Word Trade Center am Dienstag geschlossen.


Die Passagiere saßen bereits, als bewaffnete Beamte die Maschine stürmten und die Passagiere anschrieen, sich zu ducken, berichtete ein Journalist von "Newsday", der selbst in der Maschine saß. Die Beamten nahmen einen Mann und eine Frau in der Business Class fest, und einen Inder, dessen Name nach Angaben von ABC auf einer FBI-Verdächtigenliste von Sympathisanten des Terroristen Osama bin Laden stand.



Gefälschter Pilotenausweis

Am Kennedy-Flughafen wurde auch ein Mann festgenommen, der mit einem gefälschten Pilotenausweis die Sicherheitsschranken passieren wollte. Weitere Männer wurden auf dem Flughafen La Guardia festgenommen. Die meisten hatten Tickets für Flüge am Dienstag, als Terroristen fast gleichzeitig vier Flugzeuge kaperten und in das World Trade Center und ins Pentagon lenkten. Eine Maschine war bei Pittsburgh abgestürzt.


Vier Männer hätten am Dienstag einen Flug nach Kalifornien gebucht gehabt, der gestrichen wurde. Die Männer hätten eine Auseinandersetzung mit dem Fluglinienpersonal gehabt und seien geflohen, bevor das Sicherheitspersonal kam, berichtete ABC.



© dpa

Gert
14.09.2001, 12:02
Telefonat aus deutschem Gefängnis
Warnung eines Abschiebehäftlings ignoriert

Ein in der Nähe von Hannover in Abschiebehaft sitzender Iraner soll den US-Geheimdienst vor den Terroranschlägen in New York und Washington gewarnt haben. Das niedersächsische Justizministerium bestätigte, dass der Häftling telefonischen Kontakt zu US-Behörden hatte. Die Generalbundesanwaltschaft hat den Mann vernommen und kündigte eine Erklärung zu dem Fall an.

"Der iranische Häftling hat mit amerikanischen Stellen telefoniert. Über die Motive und den Inhalt können wir nichts sagen. Das sind fahndungsrelevante Dinge", sagte der Sprecher des Justizministeriums in Hannover. Der Mann wurde inzwischen von der Bundesanwaltschaft und amerikanischen Geheimdienstleuten vernommen.

Die in Hannover erscheinende Zeitung "Neue Presse" hatte berichtet, der in der Anstalt Hannover-Langenhagen sitzende Iraner habe angebliche Informationen über eine Gefährdung der Weltordnung an das Weiße Haus und den US-Geheimdienst CIA geben wollen. Dort sei er aber nicht ernst genommen worden. Der Iraner habe den Amerikanern telefonisch diese Woche als Zeitpunkt für eine Anschlagserie genannt.

Den Bediensteten der Abschiebehaft soll der 29-Jährige seit einem Monat gesagt haben, er habe wichtige Informationen für die USA und müsse dringend dort anrufen. Dies sei ihm erlaubt worden, schrieb die Zeitung. Doch als er sich als Häftling identifiziert habe, sei der Hörer aufgelegt worden.

Noch Stunden vor den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon habe er vergeblich darum gebeten, dem US-Präsidenten ein Fax schicken zu dürfen.

Unklar ist bislang, ob der Mann in Kontakt mit den mutmaßlichen Attentätern der Terroranschläge stand, von denen einige längere Zeit in Hamburg gelebt haben.

Warnung auch aus Frankreich

Auch aus Frankreich soll eine Warnung in die USA gegangen sein. Die US-Bundespolizei habe eine Warnung ignoriert, die möglicherweise die Katastrophe hätte verhindern können. Das berichtet der französische Rundfunksender Europe 1. Demzufolge hatte der französische Geheimdienst die US-Bundespolizei über Verbindungen eines militanten Moslems zu Osama bin Laden informiert, der im August in Boston festgenommen worden war.

Der Algerier habe mehrere Pässe, technische Informationen über Flugzeuge der Marke Boeing und Flugpläne bei sich gehabt. Der französische Geheimdienst habe die US-Kollegen darüber informiert, dass der Mann zu einem pakistanisch-afghanischen Netzwerk gehöre, das für den Islamistenführer bin Laden Kämpfer ausbilde.

Die US-Behörden hätten jedoch nicht auf die Informationen reagiert, hieß es weiter. "Die Untersuchung, die alles hätte verhindern können, wurde gar nicht begonnen", so das Fazit.

Quelle: N-TV

Ralph
14.09.2001, 19:30
http://www.stock-channel.net/usergfx/ralph/Pictures/WTC_birdview

Und das nächste gefällt mir besonders gut !

http://www.stock-channel.net/usergfx/ralph/Pictures/WTC_new.jpg

Ralph

Zorro
15.09.2001, 01:09
Mir gefällt besonders der Beitrag zur Erklärung des Islam.

Dem Islam geht es also ebenso wie dem Christentum und dem Judentum und wahrscheinlich jeder anderen Religion:

Sie werden als Vorwand benutzt, um Helfershelfer für kriminelle, menschenverachtende Ziele zu rekrutieren. Die wirklichen Ziele und Inhalte der Religion werden zu diesem Zweck verzerrt.

Schön zu wissen, aber das hilft den Menschen im WTC nicht mehr.

Gert
15.09.2001, 10:20
Hauptverdächtiger bleibt bin Laden
Die Schlinge zieht sich zusammen
Der Nachrichtensender CNN hat unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, dass alle 19 Terroristen, die an den Selbstmordanschlägen beteiligt waren, direkte oder indirekte Verbindungen zum mutmaßlichen Terroristenführer Osama bin Laden gehabt haben sollen. Bin Laden wird verdächtigt, der Drahtzieher der verheerenden Terroranschläge auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington gewesen zu sein.
Ermittlungen auch in Bochum
Die Spuren der Terroranschläge in den USA führen möglicherweise auch ins Ruhrgebiet. Einer der Attentäter lebte und studierte nach einem Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" offenbar einige Zeit in Bochum. Der Mann habe zu der Gruppe arabischer Studenten gehört, gegen die auch in Hamburg ermittelt werde, berichtete das Blatt. Damit würde sich die Zahl der zeitweise in Deutschland lebenden mutmaßlichen Terroristen auf vier erhöhen.

Passagier der Pittsburgher Maschine
Der Araber in Bochum soll Passagier jener Maschine gewesen sein, die in der Nähe von Pittsburgh abgestürzt ist. Er sei nach den Terrorakten von seiner in Bochum lebenden Freundin als vermisst gemeldet worden, hieß es. Nach Informationen der Zeitung haben Bundes- und Landeskriminalamt ein Lagezentrum in der Revierstadt eingerichtet.

"Erdrückendes Beweismaterial"
In Hamburg laufen die Ermittlungen im Zusammenhang mit den Anschlägen in den USA weiter auf Hochtouren. Am Freitag war ein FBI-Beamter eingetroffen, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Eine hundertköpfige Sonderkommission - je zur Hälfte mit Experten des Landeskriminalamtes und des Bundeskriminalamtes besetzt - arbeitet fieberhaft an der Aufhellung des Umfeldes der drei mutmaßlichen Terroristen, die zeitweilig in Hamburg lebten. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat das FBI den deutschen Behörden "erdrückendes Beweismaterial" gegen das Trio übergeben.

Generalbundesanwalt ermittelt
Nach Erkenntnissen des Generalbundesanwaltes sollen zwei der Terroristen, deren Spur nach Hamburg führt, an Bord jenes US-Verkehrsflugzeuges gewesen sein, das zuerst einen der Türme des World-Trade-Centers rammte. Ein weiteres Mitglied soll an Bord der in Pennsylvania abgestürzten Linienmaschine gewesen sein. Nach Ermittlungen des LKA Hamburg haben sie längere Zeit in Hamburg gewohnt. Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft besteht der Verdacht, dass seit Jahresbeginn in der Hansestadt lebende Araber mit "islamisch-fundamentalistischer Grundhaltung" eine Vereinigung gebildet haben.

Erster Haftbefehl ausgestellt
Auf der Suche nach den Drahtziehern der Terrorattacken verfolgen die US-Ermittler eine weitere heiße Spur. Das Justizministerium stellte einen ersten Haftbefehl aus, ohne nähere Angaben über die Person zu machen. Sie bezeichnete den bereits Festgenommenen als "wichtigen Zeugen". Die Bundespolizei FBI geht mehr als 36.000 Hinweisen nach und hat mehrere hundert Vorladungen ausgestellt.

Zwei Inder in Dallas festgenommen
Zwei Männer, die zuvor in Dallas festgenommen worden waren, sollen "intime Kenntnisse" des Terrornetzwerks haben, das für die Anschläge verantwortlich ist, berichtete der Sender NBC. Die Männer seien zu weiteren Befragungen auf dem Weg nach New York. Die beiden Inder hatten am Dienstag in Newark (New Jersey) ein Flugzeug bestiegen, das nach San Antonio fliegen sollte. Nach den Terroranschlägen wurde es aber nach St. Louis in Missouri umgeleitet. Die beiden hatten jede Menge Bargeld und Bolzenschneider dabei, wie sie möglicherweise zum Aufbrechen von Flugzeugcockpits verwendet wurden.


dpa/AP

Ralph
15.09.2001, 17:50
Die USA wissen auch (ich habe vorhin Colin Powell gehört), dass man es mit einem Gegner zu tun hat, dem mit einem Bombenteppich nicht effektiv und final beizukommen ist.

Die USA haben es in den letzten zehn Jahren versäumt, gezielt Undercover-Agenten in die Terroristennester einzuschleussen .... Aktionen wie sie der israelische Mossad, aber auch der britische und französische Geheimdienst immer tun ! ..... so etwas rächt sich jetzt.

Aber man wird dieses Manko jetzt wieder sukzessive beheben .... das braucht aber Zeit !

Militärschläge jedweder Art können noch Wochen oder Monte dauern .... je länger sie dauern, desto "verrückter" und informationsloser werden die Meldungen der Medien sein !

Ralph

Ralph
15.09.2001, 18:44
auch ich habe mich dem Trommelfeuer der Medien deutlich entzogen. Jede kleinste Neuigkeit wird aufgebläht, so als wollte man aus *nichts* *etwas* machen. Der Kampf um die Einschaltquoten scheint voll entbrannt zu sein.

Leider ist es so ..... aber es schient mir auch noch "anständige" Sendeanstalten zu geben ..... so haben nämlich die ARD, die heute nachmittag das erste Rennen der früheren Indycar-RAcing-Series in Deutschland übertragen haben, unmittelbar die Berichterstattung abgebrochen, nachdem Alex Zanardi schwer verunglückt war ... auch wenn es "NUR" vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse in USA passiert ist, so finde ich die Entscheidung sehr begrüssenswert

Für mich schüren die Medien die Ängste, über die sie dann berichten. Alles im Namen der Informationsverpflichtung natürlich

Dem gibt es nichts hinzuzufügen ! ..... höchstes ein "leider" !

Ralph

Dr. Markx
16.09.2001, 15:24
Danke. :)

Gert
16.09.2001, 18:12
ftd.de, So, 16.9.2001, 13:56, aktualisiert: So, 16.9.2001, 17:34
Bush kündigt Feldzug gegen Terroristen an

Die Vergeltung der USA für den Terrorangriff wird sich nicht auf Afghanistan beschränken. Das geht aus Äußerungen der US-Regierung vor.







US-Präsident George Bush kündigte einen "umfassenden Angriff auf den internationalen Terrorismus" und seine staatlichen Helfer an. Die Vereinigten Staaten seien in einem Krieg gegen "Barbaren", beschwor er die US-Bürger. Die Auseinandersetzung könne lange dauern, die Bürger müssten jetzt "geduldig sein". Die Antwort der USA auf die Anschläge von New York und Washington werde "radikal, dauerhaft und effektiv" sein.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sprach von einem Prozeß, der Jahre dauere. Dazu gehörten neben militärischen Aktionen auch diplomatische und wirtschaftliche. Vize-Präsident Dick Cheney warnte Unterstützer-Staaten vor dem "vollen Zorn" der USA.


US-Aussenminister Colin Powell sagte: "Wir müssen einen Feldzugsplan ausarbeiten, der diese neue Art Feind jagt, und es geht dabei nicht nur um brutalen Miltäreinsatz, obwohl dies gewiß eine Option ist."


Eine pakistanische Delegation will am Montag beim Taliban-Regime in Afghanistan die Auslieferung von Osama Bin Laden erreichen.

Nach Angaben aus Islamabad will die Delegation in das Taliban-Hauptquartier im Süden des Landes fahren und dem Regime ein Ultimatum stellen: Entweder wird Bin Laden an die USA ausgeliefert oder die Taliban riskieren einen massiven Vergeltungsschlag.


Der US-Fernsehsender CNN berichtete, Pakistan werde den Taliban eine Frist von drei Tagen setzen, um den Islamisten Osama bin Laden auszuliefern. Dieser wird von den USA als einer der Hauptverdächtigen für die Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon bezeichnet. Der Sprecher sagte, er wisse nichts von einer Frist.


Pakistan ist einer der drei Staaten, die die radikal-islamische Taliban-Regierung anerkannt haben. Die Regierung von Präsident General Pervez Musharraf hat nach Angaben der USA Unterstützung bei Militärangriffen gegen die Verantwortlichen für die Angriffe vom Dienstag zugesagt, bei denen vermutlich etwa 5000 Menschen starben. Pakistan hat dagegen zunächst erklärt, es werde allen Resolutionen der Vereinten Nationen (UNO) gegen den Terrorismus Folge leisten. Am Sonntag traf Musharraf mit Politikern, religiösen Vertretern und führenden Journalisten des Landes zusammen, um für eine Unterstützung der USA zu werben.



Taliban ruft Kleriker zusammen




Stützpunkte radikal-islamischer Terrorgruppen


Das Taliban-Regime rief am Sonntag seine geistlichen Führer nach Kabul, um über die Landesverteidigung zu beraten. Anführer Mullah Mohammad Omar sagte am Sonntag dem Rundfunksender Shariat: "Wegen des möglichen Angriffs der USA auf den heiligen Boden Afghanistans sollten die geehrten Gelehrten nach Kabul für eine Entscheidung nach der Scharia kommen." Die Scharia ist das islamische Recht.


Trotz der Drohung von US-Präsident George W. Bush mit einem Angriff gegen Afghanistan hält die fundamentalistische Taliban-Miliz an ihrer Unterstützung für den Extremistenführer Osama Bin Laden fest. "Unsere Haltung gegenüber Osama Bin Laden hat sich nicht geändert", sagte der "Außenminister" der international nicht anerkannten Taliban-Regierung, Wakil Achmed Mutawakel, am Sonntag der den Taliban nahe stehenden Nachrichtenagentur AIP. Am Vorabend hatte Bush den aus Saudi-Arabien stammenden Milliardär als Hauptverdächtigen für die Terroranschläge in den USA genannt und mit Vergeltungsangriffen auch gegen Staaten gedroht, die den Extremistenführer unterstützen. "Wir sind für die Sicherheit aller in unserem Land lebenden Menschen verantwortlich", unterstrich Mutawakel unter Anspielung auf Bin Laden, dem Afghanistan seit rund fünf Jahren Unterschlupf gewährt.



Bin Laden weist erneut Verantwortung zurück


Der moslemische Extremistenführer Bin Laden wies erneut jede Verantwortung für die Terrorangriffe in den USA von sich gewiesen. "Die USA zeigen mit dem Finger auf mich, aber ich erkläre hiermit kategorisch, dass ich es nicht getan habe. Er selbst habe nicht die Mittel zu derartigen Angriffen, da Taliban-Chef Mullah Mohammed Omar nicht "will, dass ich an solchen Aktivitäten teilnehme"


Das britische Außenministerium wies die Erklärung von Osama bin laden, er habe mit den Terrorangriffen auf die USA nichts zu tun, zurück. "Bin Laden mag ja eine Erklärung herausgeben. Aber natürlich haben sowohl wir als auch unsere Verbündeten sämtliche Beweise vor Augen, die vor uns liegen", sagte ein Sprecher in London." Das Außenministeriums forderte alle britischen Bürger, die sich im Norden und Nordwesten Pakistans befinden, auf, diese Gegenden zu verlassen.



Oppositionschef ermordet


Die Gegner der radikalislamischen Taliban in Afghanistan haben am Wochenende einen schweren Rückschlag erlitten: Ihr Militärführer Ahmed Schah Massud, der "Löwe des Pandschir", erlag am Samstag den bei einem Attentat vor einer Woche erlittenen schweren Verletzungen. Massuds Sprecher Abdullah bestätigte den Tod des 48-Jährigen, der die Opposition erheblich schwächen dürfte. Denn es war der charismatische Massud, der die unterschiedlichen Gruppen in der Nordallianz im Kampf gegen die Taliban zusammenschweißte. Diese Allianz ist nun vom Zerfall bedroht.


Abdullah machte den unter dem Schutz der herrschenden Taliban in Afghanistan lebenden Topterroristen Osama Bin Laden für das Attentat verantwortlich. Massud habe schon länger vor den Terroristen gewarnt, sei aber nicht ernst genommen worden. Zwei aus Marokko und Tunesien stammende Attentäter hatten sich als Fernsehjournalisten ausgegeben und waren so in die unmittelbare Nähe Massuds gelangt, wo sie einen Sprengsatz zündeten. Dabei wurden die beiden Selbstmordattentäter und ein Berater Massuds sofort getötet, der Militärchef schwer verletzt.



Moslem-Gruppe: Kein Heiliger Krieg


Die größte radikale Moslem-Gruppe in den Philippinen, die MILF, wies am Sonntag einen Aufruf der Taliban zu einem Heiligen Krieg zurück. "Für den Aufruf gibt es keine Berechtigung“, sagte ein MILF-Sprecher. "Es findet keine Verfolgung von Moslems statt."


Die zentralasiatische GUS-Republik Tadschikistan stellt ihr Gebiet und ihren Luftraum nicht für mögliche Angriffe der USA auf Afghanistan zur Verfügung. Gegenteilige Berichte entbehrten jeder Grundlage, erklärte das tadschikische Außenministerium in Duschanbe am Sonntag. Tadschikistan hat von allen früheren Sowjetrepubliken die längste Grenze mit Afghanistan. Sie wird von russischen Truppen gesichert. Der tadschikische Ministerpräsident Akil Akilow hatte am Freitag erklärt, sein Land müsse sich mit Russland beraten, ob es seinen Luftraum für den Einsatz von US-Militär öffnet.


Der Iran schloss seine Grenze zu Afghanistan. Tausende von Afghanen versuchen derzeit, das Land aus Angst vor amerikanischen Vergeltungsschlägen zu verlassen. Der Iran erklärte, er könne keine weiteren Flüchtlinge mehr aufnehmen. Das Land hat in den vergangenen Jahren bereits zwei Millionen Menschen aufgenommen, die vor der Regime in Kabul geflohen waren.



Kriegsschiffe ausgelaufen


In Japan hat das erste US-Kriegsschiff seit den Terrorangriffen in New York und Washington seine Marinebasis in unbekannte Richtung verlassen. Wie die Zeitung "Tokio Shimbun" am Sonntag unter Berufung auf Marinevertreter berichtete, lief der Kreuzer "Cowpens" am Vortag aus dem Hafen Yokosuka aus. Der Zeitung zufolge wurde damit gerechnet, dass er den Nahen Osten ansteuert. Das Kriegsschiff ist mit dem hochmodernen Aegis-Radar- und Abwehrsystem ausgerüstet, das Simultan-Angriffe mit Cruise Missiles auf mehrere Ziele ermöglicht Laut "Tokio Shimbun" sollen zwei weitere US-Kriegsschiffe am Montag Yokosuka verlassen, gefolgt von dem Flugzeugträger "Kitty Hawk" wenige Tage später. Eine Bestätigung des Berichts gab es zunächst nicht.



© 2001 Financial Times Deutschland , © Illustration: dpa

Gert
17.09.2001, 19:10
ftd.de, Mo, 17.9.2001, 8:13, aktualisiert: Mo, 17.9.2001, 18:45
Taliban bleiben hart: Keine Auslieferung von Bin Laden

Der Versuch Pakistans, die Taliban zur Auslieferung des Terroristenführers Osama Bin Laden zu bewegen, ist offenbar gescheitert. Ein US-Militärschlag rückt damit immer näher.


Eine Delegation unter Leitung des pakistanischen Geheimdienstchefs war am Montag in die südafghanischen Stadt Kandahar gereist, um eine diplomatische Lösung bei dem Taliban-Anführer Mullah Mohammed Omar zu erreichen. Dabei soll die Delegation dem Regime einen Angriff der USA am kommenden Wochenende angekündigt haben, falls Bin Laden nicht ausgeliefert werde.

Offenbar blieb der Erfolg aus. Nach noch unbestätigten Informationen sollen die Taliban die Auslieferung abgelehnt haben.


In Islamabad nahmen US-Experten Beratungen mit dem pakistanischen Geheimdienst über einen möglichen amerikanischen Militäreinsatz gegen Afghanistan auf. 35 US-Spezialisten stünden bereits in Verhandlungen mit den Sicherheitsdiensten. Dies verlautete am Montag aus dem Umfeld des pakistanischen Geheimdienstes. Insgesamt 50 US-Agenten waren nach Angaben westlicher Diplomaten bereits in der Nacht zu Freitag in der pakistanischen Hauptstadt eingetroffen.



Militärschlag unvermeidlich






Um der Forderung nach der Auslieferung Bin Ladens Nachdruck zu verleihen, hat Pakistan den Transithandel nach Afghanistan unterbrochen, wie die pakistanische Zeitung "The News" am Montag berichtet. Ein Beamter der Zollbehörde sagte, die Abfertigung und der Transport aller Lebensmittel, Konsum- und Ausrüstungsgüter für afghanische Händler oder die Regierung seien mit sofortiger Wirkung eingestellt. Das Binnenland Afghanistan muss das Gros seines Handels über Pakistan und die Hafenstadt Karachi leiten. In pakistanischen Lagerhäusern warten Importe im Wert von über 100 Mio. $ auf den Weitertransport nach Afghanistan.


In Afghanistan bereitete sich die Bevölkerung auf den Ernstfall vor. Aus Furcht vor einem Vergeltungsschlag der USA sind nach Informationen des Uno- Flüchtlingshilfswerks UNHCR Zehntausende Afghanen auf der Flucht. Sie seien in Richtung Pakistan und Iran unterwegs, so das UNHCR. Die Bewohner der Hauptstadt Kabul und der Taliban-Hochburg Kandahar im Süden des Landes brächten sich aufs Land in Sicherheit. "Kandahar hat sich zur Hälfte geleert. Die Bevölkerung flieht aus Kabul", sagte ein UNHCR-Sprecher. Aus Kandahar seien bereits 100.000 Menschen geflohen. Dort haben sowohl der von den USA gesuchte Fundamentalistenführer Osama Bin Laden als auch der Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar einen Wohnsitz. In Kabul kam es zu Hamsterkäufen.


Aus Furcht vor einem US-Angriff sind auch Vertreter der Taliban-Bewegung aus Kabul geflohen. Wie Augenzeugen weiter berichteten, flohen zumeist Regierungsbeamte und Vertreter der unteren Hierarchie-Ebene, aber auch einfache Bürger der Stadt versuchten die Hauptstadt zu verlassen. In Erwartung zahlreicher Flüchtlinge hat das UNHCR bereits sein Personal an den afghanischen Grenzen zu Iran, Pakistan und Tadschikistan verstärkt.



Russische und pakistanische Armee in Alarmbereitschaft



http://www.ftd.de/FtdImage/taliban_kl,0.jpg
Afghanistan unter Taliban-Herrschaft


Der Informationsminister der international nicht anerkannten Taliban-Regierung, Kadratullah Dschamal, sagte, alle wichtigen Einrichtungen, darunter Bunker, Militärstützpunkte und Flughäfen, seien zusätzlich befestigt worden. Nach Angaben eines Diplomaten haben die Taliban auch ihren Luftraum geschlossen. Pakistan und Iran haben ihre Grenzen zu Afghanistan und China hat seine Grenze zu Pakistan dicht gemacht. Das Ministerium für Öffentliche Sicherheit habe die Schließung kurz nach den Anschlägen vom Dienstag angeordnet, sagte Regierungssprecher Ablimit Ibrahim am Montag. Peking fürchte, dass Terroristen in China Unterschlupf suchen könnten. Aus diesem Grund hat auch Indien seine Grenzkontrollen verstärkt.


Die pakistanische Armee ist am Montag in Alarmbereitschaft versetzt worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Islamabad. Afghanistan habe an der Grenze zu Pakistan 20.000 bis 25.000 Soldaten stationiert. Auch die russischen Truppen an der Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan sind in Alarmbereitschaft.



Bis zu 100 Deutsche tot


Der Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani, bezifferte die Zahl der Vermissten am Sonntagabend auf 4957. Wenige Stunden zuvor war von 5097 Menschen die Rede gewesen. Die deutschen Stellen in New York gehen von 30 bis 100 deutschen Opfern aus. Auf der Vermisstenliste des Auswärtigen Amts stehen noch 205 Menschen. Laut Giuliani wurden aus den Trümmern des World Trade Center bislang 190 Tote geborgen, 115 von ihnen wurden identifiziert.


Das Auswärtige Amt bat die Angehörigen um Mithilfe bei der Identifizierung. Wer nach New York kommen wolle, solle persönliche Gegenstände des Vermissten mitbringen, damit DNA-Proben genommen werden können. Dies sei beispielweise bei Kämmen, Zahnbürsten und getragener Wäsche möglich. Der deutsche Krisenstab in New York traf inzwischen alle Vorbereitungen für die Betreuung von Angehörigen mutmaßlicher Opfer. Auch ein Psychiater steht zur Verfügung. Außerdem wurden Listen mit deutschsprachigen Ärzten sowie von Bestattungsunternehmen zusammengestellt, die den Rücktransport von Leichen oder Leichenteilen nach Deutschland organisieren können.




Weitere Verhaftungen


Unterdessen verhaftete die New Yorker Polizei in Zusammenhang mit den Terroranschlägen eine zweite Person. Das Justizministerium teilte mit, der Mann sei möglicherweise ein unentbehrlicher Zeuge. Das Ministerium teilte ferner mit, dass der Stimmenrekorder des Flugzeugs, das am Dienstag auf das Pentagon stürzte, nicht ausgewertet werden könne. Der Rekorder sei zu stark beschädigt worden, hieß es zur Begründung.


Die Fahndungsliste der US-Bundespolizei FBI umfasst nach den Anschlägen in New York und Washington bereits mehr als 170 Namen, sagte ein FBI-Sprecher am Sonntag. Die Liste wurde an alle Polizeibehörden des Landes und die großen Fluggesellschaften weitergeleitet. Die Gesuchten würden nicht als Verdächtige gehandelt, sagte der Sprecher.



Kanada liefert Verdächtigen aus


Die kanadischen Einwanderungsbehörden lieferten am Sonntag einen Mann an die US-Behörden aus, der möglicherweise in Zusammenhang mit den Terroranschlägen steht. Der Mann sei mit verdächtigen Papieren auf dem Flughafen von Toronto festgenommen worden, teilte ein Sprecher der kanadischen Polizei mit. Nach einem Bericht der kanadischen Zeitung "Globe and Mail" hatte der etwa 20-jährige Mann Papiere der palästinensischen Autonomiebehörde und eine Fotomontage in seinem Gepäck, die ihn in einer Flugbegleiteruniform vor den Türmen des World Trade Centers zeigte.


Im chinesischen Territorium Macau hat die Polizei fünf Pakistaner festgenommen, die offenbar Anschläge auf US-Einrichtungen in Macau und Hongkong verüben sollten. Am Montagmorgen hieß es aus Regierungskreisen, bei den am Sonntagabend festgenommenen Personen seien Dokumente gefunden worden, die anscheinend Anleitungen für Angriffe auf US-Ziele enthielten, falls die USA als Vergeltung für die Terrorangriffe auf New York und Washington Afghanistan angreifen sollten. Die Festnahmen seien nach Hinweisen des amerikanischen Konsulats in Hongkong vorgenommen worden, hieß es weiter. Ein Regierungssprecher in Macau lehnte einen Kommentar ab.



Clinton befahl Ergreifung Bin Ladens




http://www.ftd.de/FtdImage/netzwerk_kl.jpg
Stützpunkte radikal-islamischer Terrorgruppen


Inzwischen wurde bekannt, dass der ehemalige US-Präsident Bill Clinton 1998 einen Geheimbefehl unterzeichnet hat, Bin Laden gefangen zu nehmen und sein Terrornetzwerk zu zerschlagen. Ein ehemaliger Regierungsverteter sagte, dass mehrere Versuche, den saudiarabischen Millionär in Afghanistan zu ergreifen scheiterten. Zwar waren daran direkt keine Amerikaner beteiligt, organisiert wurden die Bemühungen den Angaben zufolge aber vom Geheimdienst CIA und anderen US-Stellen. In einem Fall wurde ein Konvoi Bin Ladens mit Granaten beschossen, die aber das falsche Fahrzeug trafen, wie der Fernsehsender CBS berichtete.


Aus Regierungskreisen verlautete, im vergangenen Jahr sei Washington über einen weiteren fehlgeschlagenen Anschlag auf Bin Laden unterrichtet worden. Einem Bericht zufolge wurde auch in den letzten Tagen von Clintons Amtszeit ein Militärschlag gegen Bin Laden erwogen. Wegen der Unsicherheit der Informationen und einer möglichen Gefährdung von Zivilisten wurde das Vorhaben im Dezember 2000 jedoch aufgegeben. Clintons Sicherheitsberater Sandy Berger bestätigte am Sonntag, dass es wiederholt Geheimdienstinformationen über den Aufenthaltsort Bin Ladens gab, die Informationen seien aber nicht ausreichend gewesen.



© 2001 Financial Times Deutschland , © Illustration: dpa

Gert
17.09.2001, 19:21
ftd.de, Mo, 17.9.2001, 18:11
Luftlandetruppen der USA in Alarmbereitschaft

Die USA haben Luftlandetruppen und andere Elite-Einheiten angewiesen, sich für eine mögliche Verlegung bereitzuhalten. Die Anordnung der Kommandeure weist die Soldaten an, ihre persönlichen Dinge zu ordnen und sich auf weitere Befehle einzustellen, wie ein hoher Beamter des Verteidigungsministeriums am Montag in Washington mitteilte.


Die Anordnung folgt der Aufforderung von US-Präsident George Bush vom Samstag, dass jeder, der eine Uniform trage, sich auf den angekündigten Vergeltungsschlag gegen die Urheber der Terroranschläge vom 11. September vorbereiten solle.

Verteidigungsminister Donald Rumsfeld würdigte am Montag die breite internationale Unterstützung für die geplante militärische Antwort der USA. Das Problem des Terrorismus müsse an seiner Wurzel attackiert werden, sagte Rumsfeld in einem Interview des Fernsehsenders ABC. Zuvor erklärte Rumsfeld, die Strategie gegen die Verantwortlichen für die Terroranschläge müsse mehr auf unkonventionelle Mittel vertrauen als auf traditionelle Waffen wie Bomber, Panzer und Kriegsschiffe. "Dies sind Leute, die im Schatten operieren, und wir müssen mit ihnen im Schatten umgehen", sagte Rumsfeld am Sonntag. "Die Terroristen, die unsere Lebensweise angreifen, haben keine Armeen, keine Marine und keine Luftwaffe. Sie haben keine Hauptstädte. Sie haben keine hochwertigen Ziele, die mit den typischen Waffen angegriffen werden könnten."


Die für Spezialaufgaben trainierten Einheiten der US-Streitkräfte umfassen 29.000 Mann im aktiven Dienst und 14.000 in der Reserve. Sie sind unter anderem für die psychologische Kriegsführung, für Sabotage und Entführungen sowie Angriffe auf kleinem Raum ausgebildet.



© AP

Matze
17.09.2001, 22:31
Hier mal ein kleiner Einblick, was alleine der Wiederaufbau der IT Infrastruktur kosten wird:
(IW / 17.09.01/13:45 Uhr) Der Aufbau der IT-Infrastruktur im durch die Terroranschläge der vergangenen Woche in Mitleidenschaft gezogenen Financial District in New York wird rund 15,8 Milliarden US-Dollar kosten. So zumindest lautet die Einschätzung der Experten des Institutes Computer Economics USA. Demnach seien die Kosten rund dreimal höher als der üblicherweise anfallende Aufwand. Rund 25.000 IT- und Telecom-Serviceleute arbeiten gerade daran, die gewohnte Infrastruktur möglichst rasch wieder herzustellen, hieß es. Der finanzielle Aufwand in Form von Personalkosten soll rund 1,7 Milliarden US-Dollar betragen.

Rund 100.000 Hightech-Arbeitsplätze mußten aus dem Welthandelszentrum und den umliegenden Gebäuden verlegt werden. Solche Umzüge samt Anschaffung neuer Hardware (Workstations, PCs, Server) sollen etwa 8,1 Milliarden US-Dollar kosten. Nun wird erwartet, dass viele Datenzentren statt in Manhattan in anderen New Yorker Stadteilen oder in New Jersey wieder errichtet werden. Der Wiederaufbau soll etwa zwei Jahre andauern.

:eek: :eek:

Matze
PS: Schon einmal überlegt, wieviel Telefonanschlüsse das WTC wohl gehabt haben muss? Bestimmt soviel wie ganz Hamburg :ek :ek

Gast_B
19.09.2001, 21:16
3:10pm 09/19/01 PENTAGON SENDS COMBAT PLANES TO PERSIAN GULF AREAS

Ralph
20.09.2001, 22:17
So wie es aussieht, geben sich die Amis nicht NUR mit einer Auslieferung (so sie denn wirklich kommen sollte .... ich glaube das nicht) zufrieden, sondern am Golf wird unvermindert "aufgefahren" ! :(

Auch im Jahre 1920 gab es Bombenterror an der Wall Street ..... teilweise sind die Ähnlichkeiten nicht sehr weit auseinander ! ...... aber lest bitte selbst (leider in Englisch, aber gut verständlich)

=====================================
Terror on Wall Street -- A Look at a 1920 Bombing

By Daniel Gross
Special to TheStreet.com
09/20/2001 03:33 PM EDT


Last week, two hijacked planes pierced the heart of New York's financial world, but inspired an outpouring of heroic and patriotic responses. To many observers, the events recalled the 1993 World Trade Center bombing or the 1941 Japanese attack on Pearl Harbor.

To this history-minded financial journalist, the terrorist attack on the Twin Towers and the reaction to it calls to mind a September 1920 tragedy that took place just across the street from TheStreet.com's headquarters. Until last week, that event stood as the deadliest terror attack in New York City's long history.

On Thursday, Sept. 16, 1920, a simple wagon, pulled by an old, dark bay horse, made its way through a crowded Wall Street. At about noon, it came to a stop about 100 feet west of the corner of Wall and Broad streets, the section of Lower Manhattan cobblestone that had recently emerged, in the words of the author John Brooks, as "the precise center, geographical as well as metaphorical, of financial America and even of the financial world."

'The Corner'

To the south stood 23 Wall St. Known simply as "The Corner," the fortresslike structure housed J.P. Morgan & Co., the world's most powerful financial institution. That address was the professional home to the men who ruled over huge swaths of the global economy: J.P. (Jack) Morgan Jr. and Thomas Lamont, the financial architect of the Paris Peace Conference.

As historian Ron Chernow puts it, "The House of Morgan spoke to foreign governments as the official voice of the American capital markets." To the north stood the U.S. Assay Office, where workers were moving some $900 million in gold bars. Next to it stood the U.S. Sub-Treasury, the building now known as Federal Hall, fronted by its statue of George Washington. Around the corner stood the New York Stock Exchange.

As the bells of Trinity Church gently tolled noon, the driver released the reins and fled. Within seconds, the wagon delivered its lethal cargo: hundreds of pounds of explosives.

The Site of 'The Corner' ... Here's how 23 Wall St. looked in 1905


http://www.stock-channel.net/usergfx/ralph/Pictures/WS_1905_theCorner.jpg


Shrapnel -- bits of iron made from window sash weights -- tore through flesh, concrete, stone and glass. Windows shattered throughout a half-mile radius, showering glass missiles onto busy streets. Awnings 12 floors above street level caught fire. Joseph P. Kennedy, then a young stockbroker, was thrown to the ground by the concussive force. Pillars of brown smoke and greenish flames engulfed the ancient, narrow lanes.

George Weston, an Associated Press reporter, witnessed the blast, calling it "an unexpected, death-dealing bolt, which in a twinkling turned into a shamble the busiest corner of America's financial center." He hid in a doorway. "Almost in front of the steps leading up to the Morgan bank was the mutilated body of a man. Other bodies, most of them silent in death, lay nearby. As I gazed horrorstruck at the sight, one of these forms, half-naked and seared with burns, started to rise. It struggled, then toppled and fell lifeless to the gutter."


The Destruction

Wall Street ran red with blood. A single horse leg was splayed across the steps of one building. A woman's head, still wearing a hat, was stuck to the wall of another. A fatally wounded messenger pleaded for someone to deliver his securities. Thirty people were killed instantly: messengers, stenographers, clerks and brokers. Thomas Joyce, the chief Morgan clerk, died at his desk. Three hundred more were injured, among them Junius Morgan, Jack Morgan's son.

A bell rang out on the floor of the exchange, which halted trading -- the first time trading had ever been halted by violence.

Within minutes, 1,700 New York City policemen and 75 Red Cross nurses, many of them World War I veterans, rushed to the scene by horse, car, subway and foot. Troops from the 22nd Infantry, garrisoned on Governor's Island, marched through Lower Manhattan, rifles and bayonets at the ready. Mayor John Hylan rushed from his office to supervise. A 17-year-old office boy, James Saul, loaded injured people into a car that he commandeered, and he ferried more than 30 casualties to Broad Street Hospital.

Order was quickly restored, as bodies were laid out on the sidewalk and covered with white sheets. Undaunted by the unprecedented act, the NYSE governors met at 3:30 p.m. and decided to open for business the next morning.

Before night fell, the search was on for the culprits. William J. Flynn, the dashing head of the Federal Bureau of Investigation who had been involved in the antiradical Palmer Raids, arrived in New York. Eyewitnesses had reported seeing an Italian man fleeing from the scene; another saw an "East Side peddler." Suspicion naturally centered on anarchists, who had been behind an unsuccessful campaign of letter bombs that targeted Jack Morgan. A message was found in a nearby mailbox reading: "Free the political prisoners. Or it will be sure death for all of you. American Anarchist Fighters." (The previous day, anarchists Nicola Sacco and Bartolomeo Vanzetti had been indicted for bank robbery and murder.)

The next morning, Wall Street employees went back to work amid heightened security. They were defiant, patriotic and "determined to show the world that business will proceed as usual despite bombs," as the Sun and New York Herald put it. Volume on the stock exchange was relatively high, and the prices of many stocks rose.

At noon Friday, Sept. 17, led by the Sons of the American Revolution, thousands of New Yorkers rallied in front of the boarded-up windows of 23 Wall St. They sang America the Beautiful and listened to a patriotic speech from World War I hero Brig. Gen. William J. Nicholson.

During the next several weeks, the New York City police fanned out. Hundreds of detectives interviewed every ferrier and stablehand in the region in a vain effort to track down the owner of the horse and wagon. Carlo Tresca, a well-known anarchist, was hauled in for questioning. Police also detained Edward Fischer, a well-born eccentric and former New York City tennis champion. The mentally imbalanced Fischer had mailed postcards from Toronto to friends in New York, in which he had apparently predicted the bombings. He was ultimately sent to Bellevue Hospital. Nobody ever credibly claimed responsibility for the attack. And no person was ever charged in the deadly bombing, which resulted in 39 casualties and about $2 million in property damage.

The Damage

The potential for damage was far greater than the human and financial tolls indicate. The bombing came at a time when wealth still resided in stock and bond certificates and in precious metals. A large percentage of the nation's gold reserves and paper wealth could have been incinerated in the explosion.

But the potential for psychological and structural damage was greater. In the fall of 1920, modern Wall Street was just emerging into public consciousness. With the popularity of Liberty Bonds during World War I, the nation for the first time had a large group of middle-class individual investors. During World War I, New York had eclipsed London as the world's financial capital.

The bombing -- and the overwhelming popular response to it -- helped to humanize Wall Street. As Brooks wrote, "Selling paper for money -- the basic business of Wall Street -- had graduated from a mere way of making a living into a defiance of the country's enemies, a moral act."

J.P. Morgan & Co. no longer exists as an independent entity, but 23 Wall St. still stands. The corner occupies much the same place in the popular imagination today as it did 80 years ago.

Next time you're in Lower Manhattan, walk past 23 Wall and check out the facade. The lower portions still bear the scars: pockmarks and moonlike craters that stand as palpable 81-year-old evidence. Touch them and recall that this was once ground zero, a scene of mayhem, pain, anger and destruction -- and that it opened for business the next day.

Destructive as it was, the 1920 bomb that exploded in Wall Street's heart did not halt the rise of our new financial capital. Destructive as they were, the 2001 attacks near Wall Street's heart will not bring down our old financial capital. .............. oder doch ?
=====================================

Ralph

Matze
02.12.2001, 20:06
Sagt mal, hat von euch jemand was gehört, das die Versicherungen nicht zahlen wollen, weil es ja als Kriegsfall eingestuft wurde von Seitens der Regierung? Das wäre ja wohl der Hammer, wenn die da jetzt keinen Pfennig erhalten würden :ek:...

Habe gerade im übrigen einen Bericht gesehen, wie sich die Amerikaner seit dem September gegenüber Moslem's im Land verhalten und mich schaudert es nur noch, es kann doch wohl nicht sein, das weit über 1.000 Menschen einfach so eingekerkert werden, frühestens noch einer Woche einen Anwalt kontaktieren dürfen wenn überhaubt? Menschenrechte sind wohl erloschen wenn jemand moslemischen Glaubens ist derzeit? Unbeschränkte Solidarität - NEIN DANKE :gomad, und das nennt sich freiheitlicher Rechtsstaat :ne :ne....das ist das absolut letzte, so eine Panik verbreiten die derzeit....

Matze

KA111
04.12.2001, 10:16
In memoriam. Hoffentlich ist der Iraq nicht der nächste Kandidat.

http://dsl081-050-241.sfo1.dsl.speakeasy.net/AMERICA/

Gruß
KA:)

Matze
03.09.2002, 23:55
Nun ist es bald ein Jahr her.... mir läuft ein Schauer über den Rücken, wenn diese Tage die Bilder immer wieder im Fernsehen ausgestrahlt werden :ne :ne :ne

Matze

Gast_B
04.09.2002, 00:37
Ja :cry :cry

Und bei den Verwandten und Freunden der Opfer werden die Wunden aufs Neue aufgerissen, die sowieso noch so frisch sind :( :( Vielleicht ist ihnen aber wenigstens die Anteilnahme ein bisschen ein Trost, wenn auch ein sehr schwacher :(

Förster
04.09.2002, 17:11
Original erstellt von Dolby Digital 5.1
http://hereisnewyork.org/jpegs/photos/1621.jpg

http://hereisnewyork.org/jpegs/photos/0367.jpg

http://hereisnewyork.org/jpegs/photos/2592.jpg

http://hereisnewyork.org/jpegs/photos/2087.jpg

http://hereisnewyork.org/jpegs/photos/0785.jpg

http://hereisnewyork.org/jpegs/photos/5215.jpg

http://hereisnewyork.org/jpegs/photos/0667.jpg


:(

Förster
04.09.2002, 17:12
kennt ihr die seite nicht?






http://hereisnewyork.org/index2.asp



:(

Tabea
11.09.2003, 19:42
In Erinnerung an den 9.11.2001 bei scn noch einmal up. :cry

Gast_B
11.09.2003, 20:39
:cry :cry

Tabea
11.09.2003, 22:53
Ja Brigitte, es war ein ganz besonderer Tag auch hier bei mir zu Hause.
Ich sage es mal ganz privat, meine Söhne saßen hier völlig fassungslos,
weil sie noch ca. ein Jahr zuvor mit ihrem, zum Zeitpunkt des 11.9.01,
verstorbenen Vater auf dem WTC waren. Das war alles besonders schlimm
für sie, auch in dieser Erinnerung.

@ WallstreetTiger
ich finde, auch wenn falscher Thread, es passt trotzdem hierher, ich
denke ebenso wie du!

Gast_B
11.09.2003, 23:03
Ohje Tabea :( Das glaub ich, dass unter den Umständen dieser Tag für Deine Söhne ganz besonders schlimm war. Dieser Tag hat wahrscheinlich jeden zutiefst erschüttert, und dann noch solche Erinnerungen dazu... :cry

Förster
25.10.2003, 10:45
Rückblickend ist die Erkenntniss, was daraus gemacht wurde, erschütternder.