Eliska
11.09.2001, 23:20
In den kommenden Jahren werden wir in einer neuen, aber wohl nicht besseren Welt leben. Die einzige wirkliche Großmacht der Welt ist heute in einem Ausmaß herausgefordert werden, welches sie in den vergangenen sechs Jahrzehnten nicht für möglich gehalten hat. Und darin liegt die wirkliche Gefahr.
Wir werden in den kommenden Tagen und Wochen die Trümmer forträumen und schauen, wie groß die materiellen Schäden sind. Wir werden die Toten beklagen und Staatstrauer anordnen. Wir werden den Terrorismus verurteilen, Rückstellungen bilden und dann neue Hochhäuser oder einen Gedächtnisplatz bauen.
Dann gehen wir zur Tagesordnung über.
Nur wird die anders aussehen:
In der neuen Welt werden die USA mehr denn je auf ihr Selbstverteidigungsrecht pochen - ohne Rücksicht auf die alliierten Staaten und ohne Rücksicht auf die Ängste anderer Staaten.
Die USA werden nun unerbittlich Jagd machen auf vermeintliche und tatsächliche Attentäter, denn der vermeintlich starke Mann im Weißen Haus darf sich keine Schwäche mehr leisten.
Und weil sich die USA von heute an tief in ihrem Innersten fürchten werden, werden sie sich noch mehr abschotten, vor allem gegen muslimische Staaten.
Unter Verweis auf die Bekämpfung des Terrorismus wird genau dieser wachsen, denn jede Aktion löst eine Gegenreaktion aus, siehe Israel und die Plästinenser.
Es spielt letztlich gar keine Rolle, wer für die Attentate verantwortlich ist, alle potenziellen terroristischen Vereinigungen werden nun verstärkt das Ziel von Abwehrmaßnahmen sein.
Und exakt das werden die größten Auswirkungen auch auf die Weltwirtschaft sein. In den kommenden Wochen können wir uns auf turbulente Zeiten einstellen:
Wie sehen die Verpflichtungen bei den Versicherungsgesellschaften aus?
Wann werden die New Yorker Börsen wieder normal handeln?
Welche Auswirkungen haben die Terroranschläge auf Lufttransport und Tourismus? Wie gehen die USA innenpolitisch mit dieser Katastrophe um?
Und dann, wenn alle diese Fragen geklärt sind, werden viele Jahre vergehen, bis eine gewisse Normalität einkehrt. Zu fürchten ist nur, dass dabei ein gutes Stück unserer persönlichen und wirtschaftlichen Freiheit auf der Strecke bleibt.
Ob wir es wahr haben wollen oder nicht: heute ist nicht nur das World Trade Center, sondern auch ein Stück unseres Selbstverständnisses zu Grabe getragen worden.
Nur eines davon kann kurzfristig wieder aufgebaut werden.
von vwd Redakteur Michael Matern
Wir werden in den kommenden Tagen und Wochen die Trümmer forträumen und schauen, wie groß die materiellen Schäden sind. Wir werden die Toten beklagen und Staatstrauer anordnen. Wir werden den Terrorismus verurteilen, Rückstellungen bilden und dann neue Hochhäuser oder einen Gedächtnisplatz bauen.
Dann gehen wir zur Tagesordnung über.
Nur wird die anders aussehen:
In der neuen Welt werden die USA mehr denn je auf ihr Selbstverteidigungsrecht pochen - ohne Rücksicht auf die alliierten Staaten und ohne Rücksicht auf die Ängste anderer Staaten.
Die USA werden nun unerbittlich Jagd machen auf vermeintliche und tatsächliche Attentäter, denn der vermeintlich starke Mann im Weißen Haus darf sich keine Schwäche mehr leisten.
Und weil sich die USA von heute an tief in ihrem Innersten fürchten werden, werden sie sich noch mehr abschotten, vor allem gegen muslimische Staaten.
Unter Verweis auf die Bekämpfung des Terrorismus wird genau dieser wachsen, denn jede Aktion löst eine Gegenreaktion aus, siehe Israel und die Plästinenser.
Es spielt letztlich gar keine Rolle, wer für die Attentate verantwortlich ist, alle potenziellen terroristischen Vereinigungen werden nun verstärkt das Ziel von Abwehrmaßnahmen sein.
Und exakt das werden die größten Auswirkungen auch auf die Weltwirtschaft sein. In den kommenden Wochen können wir uns auf turbulente Zeiten einstellen:
Wie sehen die Verpflichtungen bei den Versicherungsgesellschaften aus?
Wann werden die New Yorker Börsen wieder normal handeln?
Welche Auswirkungen haben die Terroranschläge auf Lufttransport und Tourismus? Wie gehen die USA innenpolitisch mit dieser Katastrophe um?
Und dann, wenn alle diese Fragen geklärt sind, werden viele Jahre vergehen, bis eine gewisse Normalität einkehrt. Zu fürchten ist nur, dass dabei ein gutes Stück unserer persönlichen und wirtschaftlichen Freiheit auf der Strecke bleibt.
Ob wir es wahr haben wollen oder nicht: heute ist nicht nur das World Trade Center, sondern auch ein Stück unseres Selbstverständnisses zu Grabe getragen worden.
Nur eines davon kann kurzfristig wieder aufgebaut werden.
von vwd Redakteur Michael Matern