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Vollständige Version anzeigen : Wer weiss schon genau, was der Islam ist ?!?


Ralph
14.09.2001, 20:04
Ohne dies vom wissenschaftlichen Standpunkt zu beleuchten, geht es oftmals viel besser, wenn es ein Muslim mit seinen eigenen Worten sagt

Ich habe hier den Brief eines Muslimen, der den Einschlag der beiden Flugzeuge ins WTC mitangesehen hat ! ..... diese Beschreibung des Islam stammt aus einem qualitativ sehr hochwertigen Internetforum !

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I am a muslim and I live in the US. I was born and raised in Canada with Indian background. I feel I need to help clear up what is true and what is not true with regards to Islam.

Islam is a religion and a person practicing Islam is a muslim. There are five basics pillars of islam that any muslim should follow. All the guidance of what muslims should do is in the holy book called the Qu'ran or "Koran".

Unfortunately, it seems that Bin Laden and others have taken religion as a vehicle to project their political hatred and motives. What he is doing, has nothing to do with Islam at all. Islam teaches people to be loving, peace giving, god fearing people. It teaches us to live with
diversity, other religions, and humility. All the things that bin laden has said in the interviews and has done in the past are not words from the qu'ran but his words. And unfortunately the media and lack of real knowledge has blurred what is true and what is not.

The statement by binladen that non-muslims cannot live in a muslim country is false - 100% false. India was ruled by muslims for 900 years, christians, muslims and hindus lived happily together. Same in palestine, before the partition, arab jews and arab muslims lived together for hundreds of years in peace. The main reasons for hatred and fighting the past 50 years was due more to political landscape than
religion. Unfortunately, religion is a powerful tool that gets people motivated and people in power have used it as the lauch pad for fighting.

Another item that binladen keeps talking about is Jihad or holy war. There is discussion of Jihad in the Qu'ran and when and why it is appropriate. It is never an offensive tactic. Jihad is only permitted when a muslim is being opppressed to practice their religion. Only real examples where Jihad may have been appropriate in recent years would be the Bosnian war where Bosnian muslims were being executed strictly based on their religion. But by no means, can a muslim country attack another country (muslim or not)as an act of Jihad. That is incorrect. The basics of islam are similar to christianity.

Believe in one god. In arabic the word god is Allah. The god is the same between all three religions. jews, muslims and christians pray to the same god. That is very important to understand. But a true muslim is humble, not greedy, not
arrogant and never shows jealousy. Tolerance, helping neighbours of any race, creed, or religion is the first thing. One of the five pillars of islam is to give to the poor. It's required, not a choice. As any religion or race, there are a small group of radicals that take any religion and bend it for their convenience. This seems to be the case with bin laden, saddam hussein, and others who have killed humans for their gain.

None of these people will go to heaven as they believe they will. Jihad is not valid here nor does is it say to kill innocent children, parents, and siblings. Jihad only allows fighting among soliders, not civilians. Unfortunately these people are misled and doing very evil things that
they will be punished for it.

I'll stop rambling here..I hope this helps you guys get a better understand of what is going on. Just remember, Arab is a race..there are Arab Christians, Arab Jews and Arab muslims. At the moment radical arab muslims are causing trouble and doing things that are absolutely not tolerated in Islam at all. I hope these groups are stopped and removed.

I was in NYC yesterday and I was there when it happened. I saw the second plane slam into the WTC 2. It was an experience I wish I had not witnessed. But we need to grow strong and not stereotype.

best regards,
a muslim in america.
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Ralph

Zorro
15.09.2001, 00:41
Ein ausgezeichnetes Zitat.
Woher hast Du das?

Ralph
15.09.2001, 08:49
Hallo Zorro,

in den letzten Tagen habe ich versucht, mir ein Bild von denen zu machen, die direkt betroffen sind, nämlich den Amerikanern selbst (auch zur differenzierten Inforamtion über das Ereignis).

Da ich ein Heimkinofan bin, bin ich seit Jahren Mitglied bei Hometheaterforum.com

Hometheaterforum - After Hours Lounge (http://www.hometheaterforum.com/cgi-bin/Ultimate.cgi)

In der After Hours Lounge sind die Anschläge auf das WTC absoluter Hauptgesprächspunkt. Und von dort habe ich dieses Zitat, das übrigens von allen Boardmitgliedern dort als sehr aufklärend empfunden wurde.

Viele Grüsse

Ralph

Eliska
15.09.2001, 09:19
Ralph, du findest noch eine Stimme aus dem Islam im Art-Thread
vom 13-09-2001 um 17:22 Uhr

Thema:

Das Verhältnis von Gott und Mensch und Mensch im Islam


Gruß

Eliska

Eliska
03.12.2001, 21:33
Ein „vollkommenes Modell“ - Krise der Moderne

Von Nevfel Cumart

Wenn wir von Fundamentalismus sprechen, übertragen wir einen Begriff aus einem christlichen Kontext heraus. Er entstand aus einer Strömung innerhalb des amerikanischen Protestantismus zu Beginn des 20.Jahrhunderts. Die Fundamentalisten kritisierten öffentlich „moderne“ Erscheinungen in der Gesellschaft wie Alkoholismus, Prostitution und vor allem atheistische Lehren an den Schulen, besonders die Evolutionslehre von Darwin.

Auch wenn die doktrinären Ausprägungen und die praktischen Konsequenzen des Fundamentalismus auf der christlichen und der islamischen Seite verschieden sind, gibt es klare übereinstimmende Merkmale: Die ablehnende Haltung gegenüber der Säkularisierung, die Ablehnung des europäischen Aufklärungsgedankens und die Berufung auf ein zeitlos gültiges Glaubens- und Lebensmodell aus der Vergangenheit. Die Herleitung dieses Modells erfolgt aus unfehlbaren, offenbarten Texten.

Die fundamentalistischen Bewegungen in der islamischen Welt besitzen kein gemeinsames Zentrum. Die Bandbreite reicht von der revolutionären Gewalt radikaler Splittergruppen bis hin zur populistisch orientierten Politik etablierter Organisationen. Trotzdem gibt es gemeinsame grundlegende Überzeugungen und Haltungen:

1. Bei allen islamischen Fundamentalisten wird die Absicht betont, einen islamischen Staat zu errichten und das religiöse Recht, die Scharia, wiedereinzuführen.

2. Alle islamischen Fundamentalisten bestehen auf einer neuen umfassenden Ordnung des politischen, sozialen und individuellen Lebens. Diese Ordnung soll sich gründen auf den Koran und die Hadithe, die kanonische Tradition der Aussprüche und Taten des Propheten Mohammed.

3. Sie betonen die Auffassung, dass der Islam Religion und Staat gleichzeitig umfasse und bezeichnen den Koran häufig als die Verfassung des von ihnen erstrebten islamischen Staates.

4. Sie hängen einem integralistischen Religionsverständnis an, das den Islam als ein vollkommenes System betrachtet, welches sämtliche Belange der Gesellschaft und des menschlichen Lebens konkurrenzlos gut regeln könne.

5. Sie sind der Überzeugung, dass der von ihnen erstrebte Idealzustand bereits im Ur-Islam in Medina verwirklicht gewesen ist. Dieser Medina-Staat habe Modellcharakter für alle Zeiten.

6. Sie vertreten eine mehr oder weniger heftige anti-westliche Haltung. Sie weisen den Einfluss von Europa und den USA zurück und bezeichnen die Lebensformen der westlichen Zivilisation als verdorben. Gleichzeitig aber benutzen sie manche modernen Errungenschaften der westlichen Wissenschaft und Technik für ihre eigenen Zwecke.

Durch die rasche kulturelle Verwestlichung sind die Muslime in eine tiefe Identitätskrise geraten. Hinzu kommt, dass die meisten Muslime in der islamischen Welt die Vorherrschaft europäischer Strukturen in ihren Ländern als negativ erleben. Aus Enttäuschung wenden sich Muslime verstärkt der islamischen Tradition zu.


Gebrochenes Selbstwertgefühl

Die fundamentalistische Auffassung vom Islam als einem „vollkommenen System“, das alle Probleme des Menschen zufriedenstellend löst und den westlichen Modellen überlegen ist, eignet sich sehr gut dazu, das gebrochene kulturelle Selbstwertgefühl der Muslime wieder aufzurichten. Daher wirken gerade diese segensreichen Versprechungen der Fundamentalisten auf weite Teile ihrer Anhänger sehr verlockend. Der Muslim, der an die Vorstellung des Islams als Lösungssystem für alle Existenzfragen glaubt, braucht nicht mehr mit anderen konkurrierenden Lebensmustern in der modernen Welt zu experimentieren.

Unklar bleibt, wie diese angepriesenen Ziele erreicht werden sollen. Die Existenz schwerwiegender Probleme wie Massenarmut, soziale Ungleichheit oder Korruption wird von den Fundamentalisten geleugnet. Ein Beispiel ist das Bevölkerungswachstum. Die sinnvolle Forderung nach einer Geburtenregelung wird als eine Erfindung des feindlichen Westens bezeichnet, die darauf abziele, die islamische Gemeinschaft zu schwächen. Die Fundamentalisten können nur an Zugkraft verlieren, wenn die derzeitigen Regierungen die dringenden Probleme bewältigen und wenn darüber hinaus tolerantere Kräfte die durchaus legitimen Anliegen vertreten, die zurzeit von ihnen artikuliert werden. Hierzu gehört insbesondere die Wahrung der islamischen Identität in einer überwiegend europäisch geprägten modernen Welt.

Der Autor ist Islamwissenschaftler und arbeitet als Schriftsteller, Journalist und Übersetzer

SZ