Washington (dpa) - Die Militäraktionen der USA in Afghanistan haben begonnen. Das hat das Weiße Haus bestätigt.
Perry
USA schlagen zurück
Militärschlag hat begonnen
Die USA haben nach Angaben aus US-Kreisen mit einem Angriff auf Afghanistan begonnen. Dies verlautete am Sonntagabend aus US-Kreisen in Washington. Der n-tv Partnersender CNN berichtete unter Berufung auf das US-Verteidigungsministerium ebenfalls von einem Beginn der Angriffe.
In der afghanischen Hauptstadt Kabul schlugen mehrere Raketen ein und in der Nähe waren vier große Explosionen zu hören. Über der Stadt hing eine riesige Rauchwolke.
Bereits am Sonnatgnachmittag hatten sich die Anzeichen, wonach Angriffe der USA auf die afghanischen Taliban unmittelbar bevorstehen, verdichtet. Der Außenminister der Nordallianz, die zwischen fünf und zehn Prozent Afghanistans kontrolliert, kündigte an, die Angriffe der USA und ihrer Verbündeten erfolgten "sehr bald".
Auf die Frage, ob es sich nur noch um Stunden handele, sagte Abdullah Abdullah: "Wie spät ist es jetzt?" Weiter sagte er: "Sicherlich ist es keine Frage von Wochen. Ich sage nicht bald, sondern sehr bald. " Die Nordallianz, ein Zusammenschluss sehr unterschiedlicher Gruppen, kämpft seit Jahren gegen die radikal-islamischen Taliban.
Abdullah sagte weiter, die Nordallianz sei von den USA angewiesen worden, in dem von ihr kontrollierten Gebiet nicht zu fliegen. Die Nordallianz habe daraufhin ihren Luftraum geschlossen. Abdullah forderte zudem die Einwohner der afghanischen Hauptstadt Kabul auf, sich von Armee-Basen fern zu halten: "Bleibt von jedem Militärstützpunkt weg, es gibt nicht genügend Schutz für die Menschen in Kabul."
Pakistanis evakuieren Flughafen
Aus Furcht vor einem Terroranschlag auf den Flughafen der pakistanischen Stadt Quetta wurden mehr als zehntausend Menschen in Sicherheit gebracht. Einwohner von Quetta und afghanische Flüchtlinge mussten nach Polizeiangaben vom Sonntag ihre Hütten und Zelte in der Umgebung des Flughafens verlassen, der von Zivil- und Militärmaschinen genutzt wird.
Unterdessen kehrten hunderte Afghanen, die vor dem Bürgerkrieg und der Dürre nach Iran geflüchtet waren, in ihr Land zurück.
Taliban-Truppen an die Grenze
Als Reaktion auf die Stationierung von 1.000 US-Soldaten in Usbekistan schickten die Taliban 7.000 Mann Verstärkung an die Grenze. "Wir werden bis zum Letzten kämpfen und werden uns nie den Vereinigten Staaten unterwerfen", so ein Taliban-Sprecher. Sollte Usbekistan einen US-Angriff unterstützen, müsse das Land mit einem Angriff rechnen.
Quelle: N-TV.DE
Ich bin gespannt, was das alles gibt :ne, jetzt heist es abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird!
Matze
Da haben 'se allerdings auch wiederrecht :(
Sonntag, 7. Oktober 2001
Was passiert mit bin Laden?
Prozess würde große Probleme bereiten
US-Präsident George W. Bush hat am Wochenende die Forderung an die Taliban bekräftigt, alle Terroristen "auszuliefern". Aber was wäre, wenn die radikalen afghanischen Herrscher wirklich einlenken oder Osama bin Laden lebend gefangen genommen und dann in die USA gebracht würde? Amerikanische Rechtsexperten sind sich einig: Das würde die Vereinigten Staaten vor immense Probleme stellen.
Die Diskussion über das "Was wäre, wenn?" ist unter den US-Juristen im vollen Gange - auch wenn niemand weiß, ob das genannte Szenario überhaupt realistisch ist. Folgt man der offiziellen Sprachregelung der Bush-Administration, dann ist es das Ziel, die Verantwortlichen der Terroranschläge zur Rechenschaft zu ziehen. Das impliziert zumindest die Möglichkeit, bin Laden und dessen Gefolgsleuten in den USA den Prozess zu machen - ein Mammutunterfangen, "das das US-Rechtssystem bis zur äußersten Grenze auf den Prüfstand stellen würde".
Ist ein fairer Prozess möglich?
So formuliert es Eric Sterling, Anwalt und Präsident der Stiftung für Fragen der Kriminaljustiz in Washington. Er meint, dass das Ausmaß der bin Laden angelasteten Verbrechen und die Stimmung in der Bevölkerung "die Frage aufwerfen würde, ob sein Recht auf einen fairen Prozess in den USA gewährleistet werden könnte". Zugleich glaubt Sterling nicht, dass es die USA jemals dulden würden, bin Laden einem anderen Land zum Prozess zu übergeben. "So wie die Stimmungslage der Amerikaner ist, würde kein Verfahren akzeptiert, in dem die Todesstrafe für bin Laden nicht zumindest eine Option wäre."
Auch andere Juristen halten das Problem, in den USA eine unvoreingenommene Geschworenen-Jury zu finden, für kaum lösbar. "Vielleicht in Guam, Puerto Rico oder auf den Jungfraueninseln", sagt Stephen Jones, der einst den inzwischen hingerichteten Bombenattentäter von Oklahoma, Timothy McVeigh, verteidigt hat.
Anwalt Gerry Spence glaubt, dass es schlichtweg "keinen Platz in der freien Welt gibt, in dem dieser dämonisierte Mann einen fairen Prozess erhalten würde". Die Bilder von New York und Washington seien so beherrschend; "man kann sie nicht aus den Köpfen der Geschworenen entfernen", sagt Spence in einem CNN-Interview. Der Jurist meint aber trotzdem, das man unbedingt versuchen sollte, bin Laden lebend zu fassen und ihm nach bestem Wissen und Gewissen den Prozess zu machen. Es müssten die Gesetze der Demokratie angewendet werden, "sonst sind wir (vom Terrorismus) geschlagen worden".
Medienzirkus wie beim Simpson-Prozess
Andere Experten verweisen auf ein weiteres Problem: den immensen Medienwirbel, der mit einem Prozess gegen Bin Laden einhergehen würde. "Stellen Sie sich vor, er käme lebend in unsere Hände. Der Medienzirkus bei einem Verfahren würde Camp O.J. wie die Berichterstattung eines lokalen Fernsehsenders über einen Betrug beim Bingo aussehen lassen", hieß es in einem Kommentar der "Washington Post". Der Autor bezog sich dabei auf den so genannten "Jahrhundertprozess" gegen den des Doppelmordes beschuldigten Ex-Footballstar O.J. Simpson, bei dem Hunderte von Journalisten vor dem Gerichtsgebäude kampiert hatten.
"In jeder Woche würde ein Schulbus entführt"
Der Kommentator warnt auch vor der Gefahr von Terrorakten mit dem Ziel massiver Einschüchterung von Richtern, Verteidigern und Geschworenen. Er sähe aber auch keine Lösung darin, bin Laden vor ein internationales Gericht zu stellen - etwa den geplanten Internationalen Strafgerichtshof, dem die USA in der vorgesehenen Form ohnehin nicht beitreten wollen: Sie haben den entsprechenden Vertrag von 1998 zur Schaffung des Tribunals nicht ratifiziert. Der Autor meint, bin Laden würde von einem solchen Gericht nicht zur Todesstrafe verurteilt werden. "Das würde bedeuten, dass jede Woche ein anderer Schulbus entführt wird. (...) Er (bin Laden) wäre binnen weniger Wochen freigepresst."
Viele Juristen, vor allem aus liberalen Kreisen, würden indessen ein internationales Tribunal immer noch für die beste Lösung halten - auch ohne die Möglichkeit der Todesstrafe. Anwalt Stanley Cohen glaubt jedoch absolut nicht, dass sich bin Laden jemals lebendig in Handschellen "vor ein Gericht schleifen" lassen würde. "Er würde sich eher töten. " Die meisten Rechtsexperten stimmen ihm zu und äußern unter der Hand die Einschätzung, dass angesichts der zu erwartenden Probleme auch das Interesse der US-Regierung an einem lebend gefassten bin Laden "sehr mäßig" sei.
Quelle: N-TV.DE
Ich glaube auch nicht, das irgendein Soldat den lebend fangen würde, ein Prozess wäre ein Farce in den USA und ein anderes Gericht wird von den AMI'S nicht anerkannt, wenn es nicht um die Todesstrafe geht.
Ich stelle mir jetzt ernsthaft die Frage, ob es überhaubt ein Ziel ist, den "Kopf" der Terorristen lebend zu fangen, ist die option nicht nur noch auf Dead begrenzt? Und wer will nachweisen, das es eine Option gab, den Mann lebendig zu fangen? Nachrichtensperre ick seh dich kommen....
Matze
AbbyCohen
07.10.2001, 19:45
Kann mich sehr gut an eine "Rede" von Ronald Reagan erinnern, der mal sagte (ohne zu wissen, "on air" zu sein):
My fellow Americans, I am pleased to tell you today that we have outlawed Russians forever, we'll begin bombing in five minutes !
Heute lässt sich "Russians" durch "Taliban" ersetzen. Und ich muss sagen, dass es diese "Verbrecher im Namen Gottes" verdient haben. Heute nachmittag kam ein sehr guter Beitrag über das "Leben" des normalen Volkes in Afghanistan seit diese Bande an der Macht ist; da kamen einem die Tränen.
Die Amis geben die einzig richtige Antwort !
Abby Cohen
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