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Vollständige Version anzeigen : Fünfter Milzbrand-Fall in den USA


Gert
13.10.2001, 09:50
Samstag, 13. Oktober 2001
Angst macht sich breit
Fünfter Milzbrand-Fall in den USA


In den USA ist möglicherweise ein fünfter Milzbrandfall aufgetreten. Wie der Gouverneur von Nevada, Kenny Guinn, mitteilte, enthielt ein in Reno aufgetauchter Brief vermutlich den gefährlichen Anthrax-Erreger. Dies hätten erste Tests ergeben. Der n-tv Parnersender CNN berichtete, der zweite Test sei negativ ausgefallen. In den USA infizierten sich in den vergangenen zwei Wochen vier Mitarbeiter von Medienunternehmen mit den äußerst seltenen Anthrax-Bakterien.

Am Freitag hatte New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani mitgeteilt, eine Mitarbeiterin des Fernsehsenders NBC in New York sei beim Öffnen eines Briefes mit dem gefährlichen Anthrax-Erreger in Kontakt gekommen. Bei NBC wurde die Etage, auf der die Frau gearbeitet hatte, abgesperrt.

Nach den drei bekannt gewordenen Milzbrand-Fällen im Bundesstaat Florida könnte es sich erneut um einen Anschlag handeln. Das FBI und das Zentrum für Seuchenkontrolle haben die Ermittlungen aufgenommen.

Furcht vor Anschläge mit Bio-Waffen

Auch Vizepräsident Richard Cheney schloss nicht aus, dass die Anthrax-Fälle einen terroristischen Hintergrund haben. Der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge, Osama bin Laden, bilde seine Kämpfer in Afghanistan im Einsatz von Biowaffen aus, sagte Cheney in einem Fernsehinterview. Vielleicht sei das alles nur Zufall, aber "ich muss sagen, ich bin skeptisch ", sagte Cheney.

Barry Mawn vom FBI New York sagte, seine Behörde sehe keinen Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September. Der jetzt aufgetretene Fall werde als "Kriminalfall" betrachtet. Auch die Zeitung "New York Times" hat nach Angaben des Bürgermeisters vor einigen Tagen einen Brief erhalten, der ein verdächtiges Pulver enthalten habe. Die Untersuchungen liefen.

Quelle: N-TV

Ralph
13.10.2001, 10:12
Hi Gert,

aber man muss doch deswegen nicht jedes Mal einen neuen Thread aufmachen !

Ralph

Gert
13.10.2001, 12:37
Jo,

ich brauch ja in Zukunft überhaupt keinen mehr aufmachen!

Matze
13.10.2001, 16:36
Ist doch echt sch**** egal, wir können ja zur Not immer noch zusammenführen, was zusammengehört!

Also, weiter machen Gert :)

Matze

Gert
13.10.2001, 23:52
Lieber Ralph,

nett dein Einwand,
mach doch deine Threads alleine auf, dann kann dich keiner nerven.

Gert:(

Zorro
14.10.2001, 00:24
Hallo Gert,
wieso spielst Du jetzt eigentlich die beleidigte Leberwurst?
Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Unabhängig davon, ob Ralphs Anmerkung nun zustimmungswürdig ist, oder nicht, ist Deine Reaktion darauf kindisch.

Ist Dir
a. nur eine Laus über die Leber gelaufen?
b. Ralph sowieso nicht sympathisch?
c. jede Kritik an Dem, was Du tust, zuwider?
d. jede andere Meinung zuwider?

oder willst Du damit die versammelte Boardgemeinde zu "ach bleib doch hier, Gert" Antworten provozieren, damit Ralph als Buhmann dasteht?

Du meine Güte, wenn ich bei jeder Kritik auf meine Beiträge so reagieren würde, hätte ich schon Magengeschwüre. Oder, vielleicht wäre ich wirklich nicht mehr auf diesem Board.

Also komm runter von der Palme, und frag Dich, ob Dieser Thread nötig war. Und wenn Du das findest, erklärst Du das dem Ralph vernünftig, und das wärs dann.

Aber bitte nicht mehr so blöde Reaktionen von einem, der schon 1500 Beiträge hat.

KA111
14.10.2001, 08:33
"Angst fressen immer intensiver Seele auf. "Angst aber lähmt. Das ist die Meldung. Ich denke der 5. Milzbrand in Serie und die Einzelumstände war durchaus einen eigenen Thread wert.

Wer wird sich denn schon an einer launischen Bemerkung von unserem Ralph :)stören?

Weitermachen, Gert:). Mir fiel auf, daß Du Dich in letzter Zeit ausgerechnet dann und verstärkt zu Wort gemeldet hast, wenn an den Fachboards die Mehrheit der von der Börse verleideten schweigenden Leser das Sagen:D hatte. Das verdient in hohem Maß ausdrückliche Erwähnung und hohe Anerkennung! Ich wünschte, wir hätten von Deiner Sorte hier ne Menge mehr. Kannst Du Dich nicht mal flott klonen lassen, für Boardzwecke und so:)?

Mit herzlichem Gruß

KA:)

EMMA
14.10.2001, 11:49
????????
was eine Haarspalterei wieder. :(
Wie wäre es damit:
JEDER WIE ER WILL??
Ist wieder so ne Diskussion um Kaisers Bart, der gar keinen hatte.
Und dann die Auflistung was Gert wohl gehabt haben könnte???????????????
Laus oder Leberwurst?
Das scheint die Frage zu sein.
Gings nicht vielmehr um Milzbrand?
Also, was soll das rumgemieze?
Is ja wie bei nem Haufen zickiger Weiber :)
Also Buben.
Schnabel halten und aufs Wesentliche konzentrieren. :)
EMMA <----Senf dazugebend

Matze
14.10.2001, 12:19
Nun ist auch definitv geklärt, das die Post, die bei MS einging mit dem Milzbrand erreger konterminiert ist.

Eine echte Bedrohung für die USA erneut in Sicht? Auch die Richtlinien, die in der Berichterstattung für Journalisten gelten, deuten darauf hin in meinen Augen, das es mehr als nur Zufälle sind, auch wenn ich vorher nicht so ganz dran glauben wollte.

Nachdem man mit Teppichmessern für 2 Dollar die Weltmacht No.1 in die Knie (?) zwang, nun mit Briefen mit entsprechendem Inhalt für 50 cent?

Müssen wir uns nun auch mal richtig schlau machen, wie wir uns schützen können? Können wir uns überhaubt schützen? Der beste Schutz meiner Meinung nach ist derzeit eine gesunde Portion Skepsis im normalen Leben. Eine konzentration auf das wesentliche.....seid wachsam und helft, wo Ihr helfen könnt. Lieber eine Information zuviel als eine zuwenig :)....auf die Presse kann man sich nicht mehr verlassen, die Knebel werden eng und enger von Seiten der Staatsmacht in diesem Fall, da wette ich einen drauf. Allein aus dem Grund, das keine Panik sich breit machen könnte....

Matze

KA111
14.10.2001, 13:56
Angst vor Anschlägen drückt auf die Zinsen

US-Staatsanleihen sind stark gestiegen

Berlin - Die Kurse der US-Staatsanleihen und der Bund-Future sind am Freitag nach Berichten über einen Milzbrandfall in New York und der Furcht vor neuen Anschlägen stark gestiegen. Die Zinsen sind gefallen.

Ralph
14.10.2001, 14:09
KA111,

Angst vor Anschlägen drückt auf die Zinsen

Trotz Milzbrandgefahr kann es aber nicht so gross um die "Angst um Amerika" bestellt sein, denn sonst würden die Zinsen ja steigen, oder ? Stichwort: Kapitalabzug !

Etwas zum Ursprung der Erreger !

Ich bin mir aber eigentlich nicht sicher, ob es nicht auch eine Art Trittbrettfahrer in den USA sind, die diese Päckchen versenden, z.B. hat die BRD in den letzten Jahren für zig Millionen Antrax-Erreger an die USA verkauft. Evtl. hat sich da vielleicht der ein oder andere bedient !

Ralph

Silke
14.10.2001, 15:17
Hi Ralph,

i think the same. Immerhin sind die Erreger von Florida über 50 Jahre alt und stammen nachweislich aus einen Labor in den USA. Frag sich nur wer der Trittbrettfahrer ist. Mich wundert es ein wenig, dass bei den fähigen Leuten des CIA und FBI noch keine heiße Spur da ist. Bei den Attentaten nach dem 11.9. waren sich eigentl. doch recht zielstrebig.

Was mich auch stutzig stimmt, ist die Haltung des Vize-Präsidenten der sich da auch nicht so sicher ist ob es ein Zusammenhang mit dem 11.9.2001 gibt...sind die Amis doch eigentl. mit Schuldzuweisungen in den letzten Tagen recht fix!

we see
MM

Matze
14.10.2001, 16:17
Mich wundert es ein wenig, dass bei den fähigen Leuten des CIA und FBI noch keine heiße Spur da ist.

Ich denke schon, das die was haben, aber nicht preisgeben werden, bevor sie jemand habhaft sind! So einen läppischen Brief zurückzuverfolgen kann auch nicht schwieriger sein, als eine e-mail abzufangen für diese Spezis :D :D

Matze

Ralph
14.10.2001, 19:08
Die Amis wären vielleicht geschockt, wenn sich ein Trittbrettfahrer als "solider" US-Bürger herausstellt ....... bei denen laufen genauso viel Schwachsinnige rum, wie woanders auch; da braucht es nicht unbedingt einen arabischen Terroristen dazu.

Schon mal jemand "Arlington Road" gesehen ?

Ralph

Ralph
14.10.2001, 19:32
Was mich wundert ist, dass von bin Laden behauptet wird, er habe Bio-Waffen, gleichzeitig werden aber nur ein paar Päckchen in den USA auf die Reise geschickt ..... dies bringt die Gefahr mit sich, relativ einfach erwischt zu werden.

Ein weiteres Indiz, dass es Trittbrettfahrer sind, die Zugriff auf Erreger aus den 50ern haben ?

Ralph

Ralph
14.10.2001, 20:00
Rotes Kreuz züchtete Milzbranderreger in Afghanistan

Das Rote Kreuz hat in Afghanistan in einem eigenen Labor einen Impfstoff gegen Milzbrand hergestellt. Laut Zeitungsberichten wurde dort bereits zwei Mal eingebrochen.

Der Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Kim Gordon-Bates, sagte am Sonntag in Genf, die Wissenschaftler hätten Bakterien verwendet, die für Menschen harmlos seien. Der Impfstoff sei für Tiere produziert worden. Gordon-Bates hielt es für unwahrscheinlich, dass Terroristen das Laboratorium für die Herstellung tödlicher Milzbanderreger verwendet haben könnten.

"Ich will nicht sagen, es ist unmöglich, weil man nicht weiß, was unmöglich ist", sagte Gordon-Bates. Dem IKRK lägen keine Informationen vor, was nach dem 16. September mit dem Labor geschehen sei, nachdem alle ausländischen Mitarbeiter das Land verlassen mussten. Er bestätigte damit einen Bericht der französischen Zeitung "Journal du Dimanche". Darin hieß es, das Labor sei 1997 vom IKRK in der afghanischen Hauptstadt Kabul eingerichtet worden, gehöre aber dem afghanischen Landwirtschaftsministerium.


Gordon-Bates sagte, in dem Labor sei der Stamm 34F2 verwendet worden, der für Menschen nicht gefährlich sei. "Dies ist ein sehr einfaches Laboratorium, sein Aufbau hat nur 125.000 $ gekostet", erklärte er. "Die einzige Frage ist, ob es für andere Stämme verwendet werden könne, und das ist nach meiner Ansicht höchst unwahrscheinlich." Die Zeitung berichtete, islamische Extremisten hätten Interesse an dem Labor gezeigt. Zwei Mal sei eingebrochen worden. Weiter hieß es, der französische Geheimdienst sei besorgt, dass Terroristen um Osama bin Laden versuchen könnten, das Labor zu übernehmen, um biologische Kampfstoffe herzustellen.


Gordon-Bates erklärte, das Labor sei auch nach dem Abzug der ausländischen Mitarbeiter weiter betrieben worden. Der Kontakt mit den Mitarbeitern in Kabul sei sehr schwierig. Sie seien jedoch gut ausgebildet und sehr kompetent. Nach Angaben von Gordon-Bates verhandelt das IKRK mit den Taliban über eine Rückgabe des Labors.

© AP


Ralph

Gast_B
14.10.2001, 20:54
3 more in N.Y. exposed to anthrax

Oct. 14 — A police officer and two lab technicians who handled an anthrax-infected letter at NBC have tested positive for anthrax exposure, New York Mayor Rudy Giuliani said Sunday. The three were being treated with antibiotics and were expected to be fine, he said. Separately, Health and Human Services Secretary Tommy Thompson acknowledged that the outbreak of anthrax cases across the United States could be the work of terrorists.

GIULIANI SAID the police officer who retrieved the NBC envelope was found to have anthrax in his nose, as did one lab technician investigating the case. Another lab technician was found to have a spore on her face, Giuliani said at a news conference Sunday.
Giuliani said the other police officers and lab technicians who had handled the NBC letter had been tested and nothing had been found. He emphasized that exposure to the spores does not necessarily mean they have the anthrax infection.
With more anthrax tests turning up positive and several new scares across the nation, anxiety over anthrax is hitting a new high.
Asked during a television talk show whether he suspected that terrorists were behind the mailing of anthrax-contaminated envelopes, Thompson replied: “You’ve got to suspect that it’s possible. ... It certainly is an act of terrorism to send anthrax through the mail.”

Thompson said any plot to spread anthrax through the mail would not necessarily be the work of Osama bin Laden’s al-Qaida network, which are being attacked in Afghanistan by U.S.-led forces retaliating for the Sept. 11 strikes on America in which nearly 5,400 people were killed.
“It could be a domestic source,” Thompson said on “Fox News Sunday.” “It could be somebody holding a grudge. It could be ... a copycat kind of a situation.”
Thompson said that despite “a lot of false rumors,” there was no conclusive evidence that germ warfare had been launched as a sequel to the attacks last month, in which hijacked aircraft were rammed into the World Trade Center and the Pentagon.
“We have a lot of chatter out there, but we have no imminent threats of any chemical or biological attack at this time in America,” Thompson said. “There are a lot of people in America that are afraid, and understandably so, because bio-terrorism has never hit America before, and people are afraid ... of the unknown.”
Bio-terrorism fears were sparked earlier this month when a photo editor in Boca Raton, Fla., died of anthrax. Seven of his colleagues were found to have been exposed to the disease.
Other non-fatal cases have been reported in New York and Nevada.

Quelle: MSNBC

artistin
14.10.2001, 22:28
Wir hatten in den Tagen nach den Anschlägen in der Agentur viel Diskussion über die Folgen dieser Aktion. Dabei tauchte die Vermutung auf, daß dieser Anschlag eine Initialzündung gewesen sein könnte für viele kriminelle und terroristische Gruppierungen, die sich jetzt ermuntert fühlen könnten, auch mal zuzuschlagen.....

DAS ist die Sorge, die ich seither habe....

artistin

Perry27
14.10.2001, 23:12
Meine große Befürchtung ist, daß wir nicht mehr dazu in der Lage sind zu erkennen, wann unserer Gesellschaft eine massive Gefahr droht , und daß wir nicht mehr fähig sind in adäquater Weise darauf zu reagieren.
Dabei sehe ich zwei Gruppierungen innerhalb unserer Bevölkerung. Die eine, wahrscheinlich der größte Teil, ist (aus Gründen des bequemen Lebens) absolut ignorant , solange , bis das Unglück direkt vor der Haustür passiert, das heißt bis man selbst oder die eigenen Familie unmittelbar vital bedroht ist.
Die andere Gruppe, in der Regel eine mehr oder weniger intellektuelle Minderheit , relativiert und diskutiert aus verschiedensten Blickwinkel endlos vor sich hin, bis es vielleicht zu spät ist.
Ein gesundes "Stammesbewußtsein" , über das der archaische Mensch noch verfügte, scheint in unserer modernen Gesellschaft nicht mehr zu existieren.
Dies könnte man als eine gefährliche Dekadenzerscheinung deuten, die unsere Gesellschfaft als Ganzes schwach und hilflos gegenüber äußeren Angriffen macht.

Perry

Gert
14.10.2001, 23:57
@ Ralph und Zorro PM`s

Gast_B
15.10.2001, 16:14
10:09am 10/15/01 SUSPICIOUS POWDER FOUND IN GERMAN CHANCELLOR'S OFFICE

Matze
15.10.2001, 16:49
Nun insgesamt wohl 12 Fälle von Anthrax in den USA bekannt :ne

Laut Bildzeitungsschlagzeile hat auch der Atta da wohl die Finger im Spiel gehabt!


Matze

Patrick
16.10.2001, 08:29
at Gert:

mach mal schön weiter mit Deinem "Infoservice"...finde nicht, dass die
"Chill-out-zone" hier vor lauter Beiträgen unübersichtlich wird...also:
weiter so!

gruß
patrick

Hoffentlich werden die Hintermänner dieser Briefe schnell gefunden...jetzt kam schon ein sieben Monate altes Kind mit den Erregern in Kontakt, eine Mitarbeiterin von NBC hatte es mit zur Arbeit gebracht...Also: Hintermänner schnappen und dann langsam grillen! :gomad

Gert
17.10.2001, 13:18
Anthrax-verseuchte Briefe ähnelten sich
Sporen hatten B-Waffen-Qualität
Nach den neuen Milzbrandfällen in den USA laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Erste Untersuchungen der an das Büro von Senator Tom Daschle geschickten Milzbrand-Erreger führten nach Informationen aus Justizkreisen zu dem Ergebnis, dass es sich dabei vermutlich um eine Form von Sporen handelte, wie sie auch für biologische Waffen entwickelt wurden.
Beide Briefe in New Yersey aufgegeben
Die im Kongress sowie zuvor beim Fernsehsender NBC in New York eingegangenen Anthrax-Bakterien waren dem Vernehmen nach von Erklärungen begleitet, die Drohungen gegen die USA und Israel enthielten. Die Bundespolizei FBI stellte Ähnlichkeiten zwischen beiden Fällen fest. So wurden beide Briefe in Trenton, New Jersey, aufgegeben. Außerdem gebe es übereinstimmende Merkmale der Handschrift des Briefabsenders, sagte FBI-Chef Robert Mueller in Washington. Allerdings könne bislang keine Verbindung zum organisierten Terrorismus nachgewiesen werden.

"Kaum ein zufälliges Zusammentreffen"
Der neue Beauftragte der US-Regierung für die innere Sicherheit, Tom Ridge, erklärte jedoch in Washington, die Serie von Milzbrandfällen könne kaum als zufälliges Zusammentreffen betrachtet werden. Er vermute daher, dass es einen Zusammenhang zu den Terroranschlägen vom 11. September gebe. Der von US-Präsident George W. Bush als Anti-Terror-Chef ernannte Sicherheitsdirektor sagte auf seiner ersten Pressekonferenz, es gebe keine Garantie, dass es nicht zu weiteren Terroranschlägen komme. Die seit dem 11. September ergriffenen Maßnahmen hätten jedoch inzwischen zu einem hohen Sicherheitsniveau geführt.

Medienhäuser und Poststellen durchsucht
In Washington wurden mehrere hundert Personen vorsorglich mit Antibiotika behandelt, die sich zum Zeitpunkt des Milzbrandanschlags auf Daschle in der Nähe des Kongressgebäudes befanden. Das achtgeschossige Bürogebäude des Senats wurde von der Polizei abgeriegelt. In New York untersuchten Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden die Posteingangsstellen mehrerer Medienhäuser, darunter auch der Nachrichtenagentur AP. In Deutschland sorgten sogenannte Trittbrettfahrer für Verzögerungen bei der Post-Bearbeitung, indem sie weiße pulvrige Substanz in Briefen versandten oder in Filialen ausstreuten, so in Offenbach, Leipzig, Erfurt und Neubrandenburg.

Schwerkranker auf dem Weg der Besserung
Knapp zwei Wochen nach Bekanntwerden eines ersten Milzbrand-Falls in Florida sind bisher 13 Personen in den USA mit dem Erreger in Kontakt gekommen. In einigen Fällen sind die Tests allerdings noch nicht abgeschlossen. Der Gesundheitszustand der beiden an Milzbrand erkrankten Personen in New York wurde unterdessen als zufriedenstellend bezeichnet. Der NBC-Mitarbeiter und der Säugling einer Mitarbeiterin des Senders ABC seien auf dem Weg der Besserung, erklärten die Gesundheitsbehörden. Auch dem in Florida an Lungen-Milzbrand erkrankten Mann geht es nach Angaben seiner Familie besser. Der 73-jährige Patient war ebenso wie ein am 5. Oktober an Milzbrand gestorbener Fotoredakteur beim Verlagshaus American Media in Boca Raton beschäftigt.


AP/dpa

Matze
17.10.2001, 13:58
Ich vermute so langsam, das dieses ganze Anthrax gebrabbel und gehabe nur von einer grösseren Sache, die in Planung ist, ablenken soll. Warum:

1. Die Aufklärung der vermeintlichen ANTHRAX Briefe kostet sehr viel Zeit und MAN-POWER, diese fehlt dann an anderer Stelle!
2. Während die Konzentration der Behörden auf Biowaffenattentate ausgelegt ist, fehlt an anderer Stelle Know-How und Überwachungsaktivität, notwendiges kommt zu kurz!
3. Überarbeitet Staatsmänner und -diener sind auch nur Menschen, Menschen machen in Extrem Situationen fehler oder Übersehen Kleinigkeiten leichter und schneller
4. ANTHRAX ist eine heilbare Krankheit heutzutage, dank ausgereiften Antibiotika's, es muss nur frühzeitig erkannt werden.

Ich denke, sobalb man denkt, Afghanistan im Griff zu haben, wird es erneut irgendwo auf der Welt krachen, und bislang haben terroristische Attacken immer eine Steigerung in sich gehabt, dessen trauriges Ende bislang der Angriff auf das WTC mit seinen tausenden von toten war. Was kommt als nächstes müssen wir uns fragen? Werden ganze Landstriche verwüstet, in dem z.B. Flugzeuge auf AKW's oder ähnliche Indutrieanlagen gesteuert werden? Nimmt man nun wichtige Schlüsselindustrien der "westlichen" Welt ins Visir, sprich Terrorakte im Bereich der IT Technologie?

Matze

Patrick
17.10.2001, 16:06
at matze:

darüber habe ich gestern auch mit einem freund gesprochen, das ist doch nur ablenkungstaktik, um manpower zu bündeln...

Was ich auch relativ seltsam finde: Es wird überall schon von Übergangsregierung und Wideraufbau gesprochen...??? :confused:

Erst mal, muss man die Hintermänner alle bekommen und der Afghanische Winter und das Land von seinen Eigenschaften sind sehr hart...in den Bergen haben die Taliban absoluten "Heimvorteil"...Ein interessanten Bericht gelesen, von einem ehemaligen SAS-Mann, der hat auch gesagt, dass man im Winter in Afghanistan mit im Westen ausgebildeten Leuten keine Chance hätte...er war "damals" gegen die Russen wohl vor Ort...

Gruß
Patrick

Gert
17.10.2001, 19:52
Mittwoch, 17. Oktober 2001
Waffenfähige Anthrax-Sporen
Kongress-Mitarbeiter infiziert


Bei dem Milzbrandanschlag auf den demokratischen Senatsführer Tom Daschle sind zahlreiche seiner Mitarbeiter mit dem Erreger in Kontakt gekommen. Bei 29 seien Spuren des Milzbranderregers nachgewiesen worden, teilte der Präsident des Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, in Washington mit.

Zudem seien im Belüftungssystem und im Postraum des US-Senats Sporen des Erregers gefunden worden, sagte Hastert. Er kündigte an, dass das Repräsentantenhaus für fünf Tage schließen werde, um alle Räume auf Milzbrandsporen zu untersuchen.

Neue Milzbrand-Fälle auch in New York

Auch im Büro des Gouverneurs des US-Staates New York, George Pataki, sind Milzbrand-Erreger gefunden worden. Die am Montagabend entnommenen Proben aus den Räumen der Staatspolizei wurden am Mittwoch positiv getestet, teilte Pataki mit. Der Büro-Komplex im Herzen Manhattans ist geschlossen worden, um weitere Tests vorzunehmen und die Zimmer zu dekontaminieren. Pataki erklärte weiter, bislang sei kein Mitarbeiter positiv auf Milzbrand getestet worden. Zur Vorsorge würden aber alle Beschäftigten, einschließlich er selbst, Antibiotika nehmen.

Daschles Büro hatte am Montag einen Brief mit den gefährlichen Erregern erhalten. Dabei handelt es sich offenbar um eine Form von Sporen, wie sie auch für biologische Waffen entwickelt werden. Das hätten erste Untersuchungen ergeben, hieß es aus Justizkreisen in Washington. Daschle sagte gegenüber dem n-tv Partnersender CNN, die Täter hätten eindeutig versucht, jemanden zu töten.

Das FBI stellte unterdessen Ähnlichkeiten zwischen dem Brief an Daschle und einem weiteren Umschlag fest, der beim Fernsehsender NBC in New York eingegangen war. Beide Briefe wurden in Trenton, New Jersey, aufgegeben. Außerdem gebe es übereinstimmende Merkmale der Handschrift des Briefabsenders, sagte FBI-Chef Robert Mueller in Washington. Allerdings könne bislang keine Verbindung zum organisierten Terrorismus nachgewiesen werden.

Der neue Beauftragte der US-Regierung für die innere Sicherheit, Tom Ridge, erklärte, die Serie von Milzbrandfällen könne kaum als zufälliges Zusammentreffen betrachtet werden. Er vermute daher, dass es einen Zusammenhang zu den Terroranschlägen vom 11. September gebe.

Anthrax-Angst im ganzen Land

Abgesehen von den Kongressmitarbeitern sind in den USA mittlerweile 13 Personen mit dem Erreger in Kontakt gekommen. In einigen Fällen sind die Tests für den Nachweis einer Infektion noch nicht abgeschlossen.

Der Gesundheitszustand der beiden an Milzbrand erkrankten Personen in New York wurde als zufriedenstellend bezeichnet. Der NBC-Mitarbeiter und der Säugling einer Mitarbeiterin des Senders ABC seien auf dem Weg der Besserung, erklärten die Gesundheitsbehörden in New York. Auch dem in Florida an Lungen-Milzbrand erkrankten Mann geht es nach Angaben seiner Familie besser.

In Washington wurden mehrere hundert Personen vorsorglich mit Antibiotika behandelt. Das achtgeschossige Bürogebäude des Senats wurde von der Polizei abgeriegelt.

Ralph
17.10.2001, 20:02
Die Symptome von Milzbrand sind grippeähnlich, was bedeutet, dass man erfolgreich mit Antibiotika behandeln kann .... vorausgesetzt es wird rechtzeitig erkannt !

Wenn nicht, dann führt Milzbrand innerhalb von 2-3 Tagen zum Tode.

Ralph

Gert
19.10.2001, 20:26
Freitag, 19. Oktober 2001
"Kein Hinweis auf Al Kaida"
Siebter Fall von Anthrax


In den USA ist ein weiterer Fall von Milzbrand aufgetreten. Wie am Freitag bestätigt wurde, infizierte sich eine Sekretärin der "New York Post" mit dem Anthrax-Erreger. Nach CNN-Informationen handelt es sich um eine milde Form des Erregers. Die Frau sei frühzeitig behandelt worden und schon fast geheilt.

Insgesamt sind damit sieben Fälle von Milzbrand-Infektionen nachgewiesen worden. Bislang ist ein Mensch an der Krankheit gestorben. Unterdessen verfolgt das FBI die Spur der Briefe mit den Erregern. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei das Postamt in der Stadt Trenton im Bundesstaat New Jersey, wo mindestens zwei der Briefe abgeschickt wurden. Nach der Erkrankung einer Postbotin in Trenton vermuten die Ermittler, dass die Briefe entlang ihrer Route aufgegeben wurden.

FBI-Beamte gingen am Freitag der Route der Briefträgerin nach und befragten Anwohner. "Das verengt die Spur deutlich", sagte ein FBI-Mitarbeiter nach Angaben der "Washington Post". Die Ermittler gehen nach CNN-Informationen davon aus, dass die Erreger, die nach New York, Washington und Florida geschickt wurden, alle von derselben Quelle stammten.

"Kein Hinweis auf Al Kaida"

US-Präsident George W. Bush schloss unterdessen nicht aus, dass die Angriffe mit Milzbrandbakterien das Werk amerikanischer Terroristen sein könnten. Bush sagte am Rande der APEC-Konferenz in Schanghai, es gebe keine direkte Verbindung zwischen den Anthrax-Anschlägen und dem Terrornetzwerk El Kaida des Islamistenführers Osama bin Laden. Die Urheber dieser Taten würden zur Rechenschaft gezogen, sagte Bush. Justizminister John Ashcroft hatte zuvor bereits von einer "organisierten Konspiration" gesprochen.

Matze
21.10.2001, 21:11
Inzwischen hat man auch einen Fall von Lungenmilzbrand bei einem Postbeamten festgestellt :ne :ne,

Hab ich heute zumindest im Radio gehört, bin irgendwie entsetzt und hoffe, das das alles bald ein Ende hat.

Matze

Gert
26.10.2001, 09:12
FBI ermittelt mit 7000 Beamten
Neue Milzbrand-Spur im Senat
In den USA haben Ermittler an einer zweiten Stelle im US-Senat Spuren von Milzbrand-Erregern gefunden. Sie wurden in einem Lastenaufzug im ersten Stock des Gebäudes entdeckt. Die mit Milzbrand-Erregern verseuchten Briefe an Senator Tom Daschle waren dagegen im fünften und sechsten Stock geöffnet worden. Auch bei der Zeitung "New York Post" gibt es einen neuen Verdachtsfall.


Keine Hinweise auf organisierten Terror
Das FBI hat bislang keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen den Milzbrand- und den Terroranschlägen vom 11. September. Es sei noch nicht klar, ob es sich bei den Milzbrandfällen um organisierten Terror handele, sagte FBI-Direktor Robert Mueller. Seine Behörde geht rund 2500 Hinweisen nach. In den meisten Fällen handelt es sich allerdings um üble Scherze oder falschen Alarm.

Ein Viertel des FBI im Einsatz
Mueller sagte, seine Behörde fahnde mit beispiellosem Personaleinsatz nach den Tätern. Insgesamt 7000 Beamte seien im Kampf gegen den Terror im Einsatz - ein Viertel aller FBI-Beschäftigten. Es gehe vor allem darum, neue Anschläge zu verhindern, meinte der FBI-Direktor. Er hält es für sehr wahrscheinlich, dass es weitere Anschläge gibt.

US-Behörden geben Fehler zu
Im Kampf gegen die Serie von Milzbrand-Anschlägen räumten die US-Behörden unterdessen Fehler ein. Der oberste Gesundheitsbeamte David Satcher sagte, es sei falsch gewesen, nicht aggressiver auf die verseuchte Post zu reagieren. Postminister John Potter forderte die Bürger auf, vorsichtig mit ihrer Post umzugehen.

Insgesamt 13 Milzbrand-Fälle
Bislang sind in den USA sechs Menschen an Lungen-Milzbrand erkrankt. Drei davon starben. Sechs weitere erkrankten am weniger gefährlichen Haut-Milzbrand. Hinzu kommt der neue Verdachtsfall bei der "New York Post".

Gert
26.10.2001, 22:19
Alarm im Außenministerium und beim CIA
Milzbrand wird immer mehr zur Gefahr
Drei Wochen nach Bekanntwerden des ersten Milzbrand-Falls sind die gefährlichen Erreger auch im US-Außenministerium und im Hauptquartier des Geheimdienstes CIA aufgetaucht. Ein Mitarbeiter der Außenamts-Poststelle erkrankte an Lungen-Milzbrand, ein zweiter litt an grippeähnlichen Symptomen und wurde auf Milzbrand getestet.


Bei der Biowaffen-Forschung eingesetzt
Im CIA-Quartier im Staat Virginia wurden Spuren von Anthrax entdeckt. Der Regierungsbeauftragte für die innere Sicherheit, Tom Ridge, teilte mit, bei dem gefundenen Erreger handele es sich um eine Form, die in der US-Biowaffen-Forschung und bei Impfstofftests eingesetzt werde. Nach Angaben von Ridge handelt es sich um Ames. Diese Form wurde nach einer Universitätsstadt in Iowa benannt.

Gebäude wurde geschlossen
CIA-Sprecher Bill Harlow sagte, die in dem Gebäude in McLean gefundene Menge sei medizinisch unbedeutend und reiche nicht aus, um sich mit Lungen-Milzbrand zu infizieren. Das Gebäude sei trotzdem für weitere Tests geschlossen worden, mehrere Mitarbeiter seien vorsorglich mit Antibiotika versorgt worden.

Herkunft der Erreger unklar
Bislang war nur ein kontaminierter Brief in Washington aufgetaucht, der an Senator Tom Daschle gerichtet war. Erreger wurden aber auch an Orten gefunden, die der Brief nie erreichte. Die Behörden erklärten, es sei möglich, dass der Brief andere Sendungen infiziert habe. Es könne allerdings auch andere infizierte Briefe geben, die noch nicht entdeckt worden seien.

13 Milzbrandfälle bekannt
Insgesamt waren in den USA bis Freitagmittag 13 Fälle von Milzbrand bestätigt. 7 der Infizierten leiden an Lungen-Milzbrand, 6 an dem leichter zu behandelnden Haut-Milzbrand. Sporen von Anthrax wurden auch in einem Forschungszentrum der Streitkräfte in Maryland gefunden. Tests in der Poststelle seien positiv ausgefallen, sagte ein Sprecher des Labors in Silver Springs.

Bakterien mit Strahlengeräten vernichtet
Der Postdienst begann mit Milzbrandtests in hunderten Poststellen entlang der Ostküste und in allen Regierungsgebäuden. Außerdem wurden neue Strahlengeräte angeschafft, mit denen die Bakterien auf der Post vernichtet werden sollen. Drei Wochen nach Beginn der Milzbrand-Anschläge durften die Abgeordneten in Teile ihrer Bürogebäude in Washington zurückkehren. Außenminister Colin Powell sagte, die Volksvertreter wollten weiterhin die Geschäfte des Landes führen und sich nicht vertreiben lassen.


AP

Gert
26.10.2001, 22:33
Freitag, 26. Oktober 2001
Neue Spuren
Anthrax auch in Poststelle von Oberstem Gericht


In der Poststelle des Obersten Gerichts der USA sind ebenfalls Anthrax-Sporen entdeckt worden. Das berichtete der n-tv Partnersender CNN. Die Poststelle liegt nicht in unmittelbarer Nähe des Obersten Gerichts.

Zuvor waren bereits Milzbranderreger in den Poststellen des Weißen Hauses, des Außenministeriums, des Geheimdienstes CIA und in einem medizinischen Forschungszentrum der Armee nahe Washington entdeckt worden. Alle diese Poststellen erhalten ihre Briefe aus der zentralen Sortierstelle Brentwood in Washington, wo ein Anthrax-Brief an Senator Tom Daschle sortiert worden war. Seitdem sind zwei Postmitarbeiter dort an Lungenmilzbrand gestorben und weitere erkrankt.

Sicherheitsminister Tom Ridge sagte, man habe es mit einem Feind im Dunkeln zu tun, dem es auf Menschenleben nicht ankomme. Vizepräsident Dick Cheney sagte, über die Absender der Erreger und Zusammenhänge mit den Anschlägen vom 11. September sei nichts bekannt.

Unterdessen hat die US-Post damit begonnen, einen Großteil der für Washington bestimmten Briefe zu bestrahlen. Nach einem CNN-Bericht werden dafür Maschinen benutzt, die normalerweise zur Abtötung von Bakterien dienen. Die Bestrahlung der Post solle demnächst auch auf New York, New Jersey und Florida ausgedehnt werden.

Perry27
26.10.2001, 23:18
Infos zum Thema Milzbrand

Robert-Koch-Institut (http://www.rki.de/)

Perry

Ralph
27.10.2001, 20:51
Und das übelste ist, dass es sogr amerikansiche Terroristen gewesen sein sollen, die die Bakterien in Umlauf gebracht haben .... wie vermutet !

Es braucht keine in Kaftane gehüllte Bartträger um so etwas zu bewerkstelligen ! :(

Ralph

Ralph
28.10.2001, 17:17
So, die WELT berichtet, dass das FBI mittlerweile davon ausgeht, dass US-Terroristen die Anthrax-Anschläge verüben bzw. verübt haben !

FBI: Milzbrand-Terror von US-Bürgern verübt

Die Geheimdienste sehen keine Hinweise darauf, dass islamische Terroristen hinter den Milzbrand-Attentaten stecken

Washington Reuters/dpa - Der US-Geheimdienst CIA und die Bundespolizei FBI halten Berichten der "Washington Post" zufolge amerikanische Extremisten für die wahrscheinlichen Urheber der jüngsten Milzbrand-Briefe. "Alles scheint auf eine Quelle im Inland hinzuweisen," zitierte das Blatt hochrangige CIA- und FBI-Vertreter. Nichts passe in das Bild einer vom Ausland gesteuerten "terroristischen Operation." Insbesondere schienen die Anschläge nicht von der Al Qaida-Gruppe des moslemischen Extremisten Osama bin Laden verübt zu werden. "Es gibt keine geheimdienstinformationen dazu, und es läuft auch nicht nach einem Muster der Al Qaida ab", zitiert das Blatt die Spezialisten. Das FBI ermittelt in rechtsextremen und islamistischen Kreisen, hat aber weder verdächtige noch eine heiße Spur.
Unterdessen werden in immer mehr Poststellen führender Regierungs- und Justizbehörden Milzbranderreger gefunden. Am Freitagnachmittag (Ortszeit) musste der Oberste Gerichtshof in Washington erstmals seit 1966 für Besucher geschlossen werden. Das Gebäude wurde untersucht, nachdem Anthrax-Sporen in einer Poststelle außerhalb des Gebäudes entdeckt worden waren. Zuvor waren schon die Poststellen des Weißen Hauses, des Außenministeriums und der CIA wegen Anthrax-Verseuchung geschlossen worden.

Der Sprecher des US-Präsidialamts, Ari Fleischer, erklärte, die Sorte Milzbranderreger in dem Brief, den US-Senator Tom Daschle am 15. Okrober erhalten hatte, hätten den Ermittlungen zufolge von einem Mikrobiologen mit einem Doktortitel und einem gut ausgerüsteten Labor hergestellt werden können. Damit sei allerdings auch nicht ausgeschlossen, dass sie mit Unterstützung einer Regierung produziert worden seien, fügte Fleischer hinzu. In den USA gebe es bis zu 40 Standorte, an denen die gefährliche Form des Erregers hergestellt werden könnte, sagte der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des US-Senats Bob Graham. Die meisten davon seien an Universitäten angesiedelt sowie an medizinischen oder tiermedizinischen Zentren.

In Amerika wurden schon dutzende Menschen positiv auf den Anthrax-Erreger getestet, in vierzehn Fällen brach die Krankheit aus, drei Menschen starben bisher an Milzbrand. Der Erreger wurde offiziellen Angaben zufolge über mindestens drei infizierte Briefe in Washington, New York und im Bundesstaat Florida verbreitet. In Regierungskreisen nimmt unterdessen die Befürchtung zu, dass eine zweite Anschlagswelle geplant sei.


Ralph, den nichts mehr wundert !

Gert
31.10.2001, 16:19
Mittwoch, 31. Oktober 2001
Rätselraten um neue Anthrax-Fälle
New Yorkerin gestorben


Die 61-jährige New Yorkerin, die am vergangenen Sonntag an Lungenmilzbrand erkrankt war, ist gestorben. Das berichtete der n-tv Partnersender CNN unter Berufung auf Angaben aus dem Krankenhaus. Sie ist damit die vierte Milzbrand-Tote in den USA seit Beginn der Terrorwelle vor knapp vier Wochen.

Die New Yorkerin ist einer von zwei untypischen Milzbrandfälle, die in den USA die Furcht verstärkt haben, dass sich der Erreger anders verbreitet als bisher vermutet. Die Gesundheitsbehörden schließen jetzt nicht länger aus, dass Anthrax auch über Briefe an Privatpersonen übertragen wird. Bisher sind insgesamt 16 Milzbrandfälle bestätigt.

Die 61-jährige New Yorkerin war an Lungenmilzbrand erkrankt, ohne dass die Ermittler bisher feststellten konnten, wie sie sich angesteckt haben könnte. Sie arbeitete nach Angaben von Bürgermeister Rudolph Giuliani als Lagerangestellte im Keller einer New Yorker Spezialklinik für Augen-, Ohren- und Halserkrankungen.

Auch im Fall einer an Hautmilzbrand erkrankten Frau in New Jersey rätselten die Ärzte. Die Gesundheitsbehörde teilte mit, dass die Frau in der Nähe der Poststelle in Hamilton wohnte. Sie hatte aber keinen beruflichen Kontakt zu der Poststelle, wo die Anthrax-Briefe an New Yorker Medien und Senator Tom Daschle sortiert worden waren.

Bisher waren die Gesundheitsbehörden der Auffassung, dass es eine sehr begrenzte Anzahl von Anthrax-Briefe an mehrere Medien und an Senator Tom Daschle gab. Nun können die Behörden nicht länger ausschließen, dass Anthrax auch über Briefe an Privatpersonen übertragen werden kann. Bisher habe sich die Frage nicht gestellt, ob sich jemand über einen Brief angesteckt habe, der an ihn zu Hause ging, sagte Anthony Fauci vom Nationalen Gesundheitsamt.

Nach Angaben der "New York Times" kann auch nicht länger ausgeschlossen werden, dass noch weitere Anthrax-Briefe im Postweg stecken. Damit könnten sie den Erreger auf neuen Wegen verbreiten.

Neuer Verdachtsfall in Jerusalem

Fast jeden Tag wird unterdessen weltweit ein neuer Verdachtsfall auf Milzbrand gemeldet, bisher konnte allerdings kein Fall bestätigt werden. Jetzt ist in Jerusalem die Residenz des israelischen Präsidenten Mosche Katzav wegen eines Verdachts auf Milzbrand-Sporen teilweise geräumt worden.

In den vergangenen Wochen war es wegen zahlreicher verdächtiger Briefumschläge in öffentlichen Stellen in Israel immer wieder zu Anthrax-Alarm gekommen. In allen Fällen stellte sich der Anthrax-Verdacht jedoch bisher als falsch heraus. Auch der Verdacht auf Milzbrand in der US-Botschaft in Kairo hat sich nicht bestätigt.