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Vollständige Version anzeigen : In der Hauptrolle: Der grüne Daumen


Eliska
13.10.2001, 11:21
Gärtnern wird filmreif und verliert endgültig sein biederes Image. So gewinnt selbst das jetzt aktuelle Setzen von Blumenzwiebeln an Faszination

Von Charlotte Seeling

Kürzlich hatte in London der erste Spielfilm Premiere, der je zum Thema Gartenleidenschaft gedreht wurde. "Greenfingers" heißt er (Start in Deutschland: 02/2002), wie sonst, und erzählt die Geschichte einiger Langfinger und anderer Schwerenöter, denen während ihres unfreiwilligen Aufenthalts im Leyhill-Gefängnis gestattet wird, an einem Gartenwettbewerb teilzunehmen. Dem zusammengewürfelten Team gelingt es, zweimal hintereinander die Goldmedaille zu gewinnen - und jeder Einzelne von ihnen entdeckt, welch befreiende Wirkung die Arbeit in und mit der Natur hat.

Der Film, der übrigens auf einer wahren Geschichte beruht, beweist, dass Gartenbau und Blumenliebe aus jedem einen besseren Menschen machen können...
Na, wenn das dem Gärtnern nicht endgültig zur gesellschaftlichen Anerkennung verhilft!
Von wegen kleinkariert oder verschroben:
Wenn nicht nur Schrebergärtner und Adlige zu Rasenmäher und Rosenschere greifen, sondern auch filmfähige Kriminelle - ja, dann hat das Thema genug Glanz, um auch die Jungen, Schönen und Reichen zu begeistern.

Jedenfalls ist es hip.
Schon gibt es erste Bücher, die "Basic Gardening" lehren.
Der Ansatz ist neu, die prache frisch, die Illustration modern - ganz klar, hier werden junge Menschen angesprochen, die ihren grünen Daumen noch nie erprobt haben.

Dazu muss man kein Großgrundbesitzer sein:
Terrasse oder Balkon, Toreinfahrt oder Hinterhof, Treppenhaus oder Fensterbank - überall kann es blühen und gedeihen. Der Kreativität sind räumlich kaum Grenzen gesetzt. Aber zeitlich.


Wer jetzt nicht vorsorgt, verpasst den Anschluss an den grünen Trend.
Oktober ist der Monat, der über den Start ins nächste Gartenjahr entscheidet.
Je früher Blumenzwiebeln in den Boden kommen, umso sicherer wird es einen blühenden Kickstart in den nächsten Frühling geben. Wobei Schneeglöckchen und Krokusse immer die vorwitzigsten sind.

Glücklich, wer einen Rasen oder eine Wiese hat, er kann diese zuverlässigen Frühblüher verwildern und sich ausbreiten lassen. Aber auch alle Topfgärtner werden mit Zwiebelblumen glücklich werden. Und das nicht nur mit den beiden genannten.

Die Auswahl an Frühlingsboten ist riesengroß: Hyazinthen, Narzissen, Tulpen, Fritillaria, Zwiebeliris, Zwergschwertlilie, Traubenhyazinthe, Blaustern und Alpenveilchen - das allerdings streng genommen eine Knollenpflanze ist.
Egal, ob Zwiebel oder Knolle, alles muss im Oktober gesetzt werden und draußen überwintern.
Nur die zarten Tazetten, die sich als Masse in einem großen Topf besonders gut machen, müssen vor Frost geschützt werden und gehören ins Haus. Alle anderen kommen (wenn nicht ins Beet) in ein Blumensubstrat auf Lehmbasis. Sie müssen feucht gehalten werden, faulen aber bei Staunässe. I
m Zweifelsfall der Erde von vornherein Sand beigeben, auf jeden Fall aber muss das Gefäß viele Abzugslöcher haben.
Als Faustregel gilt: Jede Zwiebel soll doppelt so tief in die Erde, wie sie lang ist - große Zwiebeln also zehn bis 15 cm tief, bei kleineren genügen meist fünf cm.

Besonders dicht und nacheinander kommen die Blüten zum Vorschein, wenn Zwiebeln in zwei verschiedenen Schichten übereinander in einen Topf gelegt werden - die zweite Lage "auf Lücke" setzen.


Noch ein Tipp für Romantiker:
Legen Sie die winzigen Zwiebeln der Blausterne (Scilla siberica) in die Sprünge und Freiräume von Pflastersteinen und Terrassen - Frühjahr für Frühjahr werden sich dann blau blühende Bänder durch Ihren Garten ziehen.

DIE WELT


Gutes Gelingen!

Gruß

Eliska :)