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Vollständige Version anzeigen : Männer und Gesundheit - kein Thema !!!


Eliska
02.11.2001, 23:31
Männer sind Gesundheitsmuffel:
Das Auto kennen sie besser als ihren Körper,
und sie pflegen es auch liebevoller.

Rechtzeitig zum 3. November, dem "Tag der Männergesundheit", liegen die Ergebnisse zweier Umfragen vor, die bestätigen, was Frauen und Ärzte schon immer ahnten: Männer sind Gesundheitsmuffel.


"Tag der Männergesundheit"

Den Männer-Gesundheitstag, der zur männlichen Bewusstseinsbildung in Sachen Gesundheit beitragen soll, hatten Wiener Ärzte im letzten Jahr kreiert.

Dieses Jahr haben sowohl das Männer-Gesundheitsmagazin Men’s Health eine Umfrage zum Thema beauftragt (bei Allensbach) als auch das Pharma-Unternehmen ratiopharm (bei emnid). Jeweils um die 1000 Männer beantworteten Fragen rund ums Thema Krankheit, Gesundheit und Wohlbefinden.


Indianer kennen keinen Schmerz

Laut der Emnid-Umfrage fühlen sich 85 Prozent der deutschen Männer zwischen 30 und 60 Jahren gut bis ausgezeichnet.

Was dies bedeutet, wissen nur die Männer allein:
Denn gleichzeitig leidet jeder vierte Mann regelmäßig an Beschwerden,
die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Die Hitliste der Leiden wird angeführt von Rücken- und Gelenkschmerzen (58 %), dicht gefolgt von Kopfschmerzen (46 %), Magenschmerzen und Sodbrennen (37 %) sowie Schlafstörungen (35 %).

Dass immerhin 71 Prozent der Männer sich regelmäßig müde und abgeschlagen fühlen, lässt sich als Folge oder Ursache diverser Leiden interpretieren – glaubt man den Angaben von 72 Prozent der Befragten, dass sie auf ausreichend Schlaf achten.


Kaum zum Arzt, wenig Sport, viel rauchen

Beschwerden werden nur selten ernst genommen, der Weg in die Apotheke oder zum Arzt fällt Männern schwer. Hat Mann eine Frau an seiner Seite, so ist sie sein persönlicher Gesundheitsmanager (42 %).

Single-Männer greifen im Leidensfall zuerst in die meist schlecht bestückte und falsch platzierte Hausapotheke – in der Hoffnung, dort finde sich eine passende Arznei, die noch nicht die Haltbarkeitsgrenze überschritten hat.

58 Prozent der Befragten sind übergewichtig.
Dabei bewegen sie sich nach ihrer Meinung ausreichend (79 %).
Zwar denkt nur jeder Zehnte dabei an regelmäßigen Sport,
dafür raucht aber fast die Hälfte der 30- bis 60jährigen.


Lieber zur Arbeit als zum Doktor

Auch die Ergebnisse der Allensbach-Umfrage lassen den Schluss zu, d
ass deutschen Männern ihre Gesundheit nicht sonderlich am Herzen liegt.

So interessiert sich gerade mal ein Viertel der befragten Männer ab 18 Jahren für medizinische Fragen.

Nur jeder Vierte nimmt das Angebot medizinischer Vorsorgeuntersuchungen wahr (bei den Frauen ist es jede zweite).

Nur 30 Prozent der Männer nehmen einen Herzinfarkt als reale Bedrohung wahr; tatsächlich sterben jedoch 44 Prozent der Männer an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.


Trotz Krankheit zur Arbeit

Ihren Arzt suchen drei Viertel nur dann auf, wenn es ihnen richtig schlecht geht.

Häufiger gehen Männer trotz Krankheit zur Arbeit (50 %).
Die Hälfte der Befragten würde allerdings häufiger eine Praxis aufsuchen,
wenn sich dieses positiv auf die Beiträge der Krankenkasse auswirken würde.
Jeder dritte Mann wünscht sich vom Arzt eine ausführlichere Beratung,
und 42 Prozent der Befragten geben an, sie würden ärztlichen Verordnungen und Ratschlägen nicht folgen.

Sie greifen lieber zu rezeptfreien Medikamenten wie Multivitamintabletten. Zwei von drei Männern glauben, so Krankheiten vorbeugen und Abwehrkräfte stärken zu können.

Quelle: surfmed

artistin
02.11.2001, 23:41
I know.... :D :D

artistin :)

Eliska
02.11.2001, 23:42
Ein Wissenschaftler stößt den Mann endgültig vom Thron der Schöpfung:
ER sei kränker, sensibler, neurotischer - und IHR schon im Kampf um einen Nistplatz in der Gebärmutter unterlegen.

Sebastian Kraemer, Kinder- und Jugendpsychiater aus London, hat zusammengetragen, was in den letzten Jahren an Studien zum Thema "männliche Verwundbarkeit" erschienen ist.

Der Schluss seiner im British Medical Journal veröffentlichten Abhandlung:
Das eigentlich schwache Geschlecht ist der Mann.


Von der Zeugung bis zur Geburt

Schon im Augenblick der Zeugung beginnt der Geschlechterkampf.
Zuerst scheinen hier Männer noch einen Vorteil zu haben: Spermien, die das (männliche) Y-Chromosom tragen, schwimmen schneller, so dass mehr männliche Embryonen entstehen.

Doch von diesem Moment an geht es abwärts:
Externe Faktoren, etwa mütterlicher Stress zur Zeit der Einnistung des befruchteten Eis, dezimieren die Zahl der "männlichen" Anwärter auf den Platz in der Gebärmutter.
"Das legt den Schluss nahe, dass der männliche Embryo empfindlicher ist als der weibliche", meint Kraemer.

Auch nach der Einnistung treffen vorgeburtliche Probleme mehr männliche als weibliche Ungeborene:
Schäden an Hirn und Rückenmark, Fehlbildungen von Genitalien und Extremitäten, Früh- und Totgeburten sind bei Buben häufiger. Sie haben meist ein geringeres Geburtsgewicht und liegen in ihrer Entwicklung etwa vier bis sechs Wochen hinter den Mädchen zurück.


Buben sind sensibler als Mädchen

Vielleicht bekommen die "schwachen" männlichen Babys deshalb auch mehr Aufmerksamkeit:
Studien zeigen, dass Eltern die Gestik und Mimik von kleinen Söhnen stärker fördern und dass diese emotional stärker auf ihre Umgebung reagieren.

So wurde herausgefunden, dass Buben eher unter einer Wochenbettdepression der Mutter leiden als neugeborene Mädchen.

<Br> In einer Gesellschaft, die "harte Männer" fordert, ist diese Sensibilität jedoch ungünstig. Es scheint, als müssten sich Buben daher über die Jahre eine Art Schutzschild antrainieren – oder als würde Eltern daran liegen, ihren Söhnen gewisse Abwehrmechanismen beizubringen.

Vielleicht sind Buben wegen dieses Drucks auch schwerer erziehbar:
Sie leiden im Durchschnitt eher an Verhaltensauffälligkeiten, auch wenn diese bei Mädchen stärker ausgeprägt sind, sobald die Störung einmal auftritt.
Kraemer nennt hier Hyperaktivität, Autismus und das Tourette-Syndrom (ein unkontrolliertes Zucken).

Aber auch weniger problematische Störungen, etwa Stammeln, übertriebenes Oppositionsverhalten oder Leseprobleme, treten bei Buben öfter auf.


Jungs leben gefährlich...

Kommen die Knaben in die Pubertät, beginnt eine Zeit der Selbstgefährdung: Männliche Jugendliche riskieren deutlich mehr und neigen dazu, gefährliche Situationen zu unterschätzen – oder sie heraufzubeschwören.

Besonders anfällig scheinen Jungen zu sein, die "nicht sprechen":
Die Angst vor dem eigenen Versagen wird verdrängt und durch ein Gefühl der Großartigkeit und Unverwundbarkeit ersetzt.

Unfälle, Selbstmorde, gewaltsame Auseinandersetzungen und Übergriffe,
aber auch Experimente mit Alkohol und Drogen häufen sich in dieser Zeit bei jungen Männern.


... und Männer werden eher krank

Wurde die Pubertät überstanden, drohen weitere Risiken:
Viele Krankheiten kommen bei Männern häufiger vor, beispielsweise Diabetes, Magengeschwüre, Lungenkrebs und Gefäßerkrankungen.

Männer sind anfälliger für Selbstmord, obwohl depressive Erkrankungen bei Frauen häufiger vorkommen, und haben insgesamt in fast allen Ländern eine kürzere Lebenserwartung als Frauen – und dieser Unterschied steigt nach wie vor.

Männer sind außerdem suchtanfälliger:
So sind Alkoholismus und Drogenkonsum bei Männern weiter verbreitet als bei Frauen.

Sind die Herren der Schöpfung dann einmal krank, wird dieser Zustand konsequent ignoriert:
Sie gehen nur ungern und zu spät zum Arzt und spielen ihre Symptome eher herunter als Frauen.


Ein Lichtblick: ER kann sich besser orientieren

Auch im seelisch-geistigen Bereich haben Frauen die Nase vorn.
Mädchen lernen leichter, sind früher "reif", und Studentinnen schneiden in fast allen akademischen Berufen besser ab als ihre männlichen Kollegen.
Frauen stellen in literarisch-verbalen sowie zwischenmenschlichen Bereichen ihre männlichen Kollegen in den Schatten.

Nur ein Lichtblick bleibt dem Manne: Orientierungssinn und räumliches Vorstellungsvermögen sind eindeutig seine Domäne.


Konsequenzen für die Erziehung

Vielleicht, so überlegt Kraemer, ist die Anforderung an das männliche Geschlecht, möglichst cool und hart zu sein, eine Kompensation für seine Schwächen.

Doch es wäre wichtig, dass sich Erziehende dieser Probleme bewusst werden: Gerade schwierige Kinder bräuchten mehr Zuwendung, nicht weniger, und Sensibelchen sind nicht gut aufgehoben, wenn sie immer "Mister Cool Man" spielen müssen.

Für Ärzte gibt Kraemer einen zusätzlichen Hinweis:

Sie müssten immer im Hinterkopf behalten, dass der Mann als Patient dazu neigt, seine gesundheitlichen Probleme herunterzuspielen – aus Angst davor, "abhängig" und "schwach" zu erscheinen.

Verena Ahne

Quelle: surfmed

KA111
03.11.2001, 18:19
Traurig: Anfang November steigt in Wien der 1. Weltkongress für Männergesundheit. Ein Schwerpunkt gilt den traurigen Männern. Unter Depressionen litte nämlich an der Oberfläche das männliche Geschlecht viel seltener als die Frauenwelt, war im Vorfeld des Kongresses zu erfahren. Doktor Kasper, ein Spezialist auf diesem Gebiet, hat jedoch die männliche Seele gründlicher studiert und herausgefunden, dass männlicher Kummer sich statt in Depressionen in Saufereien, Gewaltorgien, Kriminalität oder Selbstmord äussern. Deswegen sei also die Zeit gekommen, die Welt und die Männer vor der männlichen Traurigkeit zu schützen. Und der erste Schritt dazu wird in Wien getan.

NZZ Szene

Eliska
12.02.2002, 09:10
V erheiratete Männer können besser mit Stress am Arbeitsplatz umgehen. Für geschiedene Männer erhöht dagegen die ständige berufliche Belastung das Risiko erheblich, einen Herzinfarkt zu erleiden. Das ergab eine neue US-Studie.

Karen Matthews von der Universität von Pittsburg (Pennsylvania) und Brooks Gump von der Staatlichen Universität von New York hatten für eine siebenjährige Studie rund 12 366 Männern untersucht und deren Ergebnisse jetzt in Fachjournal „Archives of Internal Medicine“ veröffentlicht. „Die Mischung von starkem Berufsstress und einer Trennung sind Fingerzeige auf einen frühzeitigen Tod“, heißt es in dem Journal. „Bei viel Ärger am Arbeitsplatz hat die Fortsetzung der Ehe einen gewissen Schutzeffekt“.

Matthews und Gump wählten für ihre Studie Männer im mittleren Alter aus, die zu Beginn der Studie gesund waren und keine Anzeichen einer Herzerkrankung zeigten, im Laufe der Zeit aber Risikofaktoren für spätere Herzkreislaufprobleme erkennen ließen. Neun Jahre nach Abschluss der Studie zogen die Autoren erneut Bilanz und fanden, dass chronischer Stress im Berufsleben allein – unabhängig von der privaten Situation – das Risiko eines frühen Todes um 25 Prozent erhöhte.

Die Scheidung von der Ehefrau schlug selbst ohne Belastung am Arbeitsplatz mit einem 37 Prozent höheren Risiko zu Buche. Am schlimmsten aber waren jene Männer dran, die an beiden Fronten mit Stress konfrontiert waren, erläuterte Matthews. „Sie waren rund 100 Prozent stärker gefährdet, früher als verheiratete Männer mit weniger beruflichem Stress zu sterben“. Von den 1332 Opfern dieser Stress-Kombination erlag jeder Zweite einem Herz- oder Kreislaufleiden.

Bekannte Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol und Cholesterin waren zuvor berücksichtigt worden. Sie hatten daher keinen Einfluss auf das Ergebnis. Ausschlaggebend war lediglich der psychologische Effekt.

Quelle: dpa

2003
12.02.2002, 10:42
rein theoretisch gesehen...bin ich jetzt tot ;)

2003

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"Wer in der wirklichen Welt arbeiten kann
und in der idealen lebt, der hat das höchste erreicht." (L. Börne)

Eliska
12.02.2002, 11:09
Schön, dass du noch lebst:)

Pass jedoch auf dich auf, denn in die gefährlichen Jahre für Männer kommst du erst noch. Aber vielleicht ändert sich bis dahin noch manches zum Positiven.

Denk dran: Optimisten leben länger!

Ein altes Klischee scheint jetzt wissenschaftlich bewiesen.
Langjährige Beobachtungen an Hunderten von Studienteilnehmern zeigen:
Eine pessimistische Weltsicht verkürzt die Lebenszeit.

In vielen Fällen ist zudem nachgewiesen worden, dass Stress und persönliche Katastrophen der körpereigenen Abwehr einen Dämpfer versetzen können - damit wird man anfälliger gegen Krankheiten.

Psychoneuro-Immunologen untersuchen, wie der Einfluss der Psyche auf das Immunsystem zustande kommt.

http://www.3sat.de/3satframe.php3?a=1&url=http://www.3sat.de/nano/bstuecke/16215/


Gruß

Eliska:)

Noch ein Link zu diesem Thema:

http://www.3sat.de/3satframe.php3?a=1&url=http://www.3sat.de/nano/bstuecke/16218/

2003
12.02.2002, 14:29
*thx* Eliska :)

na dann "link" ich doch zurück ;)

http://www.zeitzuleben.de/index.html

2003

Eliska
17.03.2002, 10:50
Im sechsten Lebensjahrzehnt sündigt das starke Geschlecht besonders viel, mit fatalen Folgen

Von Hans Bewersdorff

Chapel Hill - Das Hotelfrühstück lässt keine Wünsche offen. Am Büffet locken gebratener Schinken, Speck und kleine Bratwürstchen. Dazu nach Wahl Rührei oder Spiegelei und das Ganze mit Bratkartoffeln oder Toast. Es sind überwiegend die Männer "im besten Alter", um die 50, die reichlich zugreifen, während Frauen sich mehr an das Leichte halten: Cornflakes und Müsli, danach ein Toast und Obst.

Männer lieben das pralle Leben. Sie trinken zu viel, fahren zu schnell und inhalieren die Zigarette zu tief, aber sie meiden Vitamintabletten und Sonnenschutzcreme. Dafür essen sie zu viel und zu fett und nehmen zu wenig Ballaststoffe auf.

"Es existiert ein Bevölkerungsteil, der sich durch eine einzige Eigenschaft auszeichnet: Männlichkeit. Er stirbt vorzeitig, aber davon nimmt niemand Notiz", sagt David Gremillion, Professor an der University of North Carolina in Chapel Hill und spezialisiert auf Männermedizin.

Männer haben eine um sechs Jahre kürzere Lebenserwartung als Frauen.
Ihr Risiko, irgendwann im Leben einmal an Krebs zu erkranken, liegt bei eins zu zwei; das der Frauen bei eins zu drei, und Frauen haben nur halb so häufig Leberprobleme wie Männer.

Den ersten Herzanfall erleiden Frauen meist erst, wenn sie das 75. Lebensjahr überschritten haben - die meisten Männer leben dann bereits nicht mehr. Wer als Mann Glück hat und dennoch das 85. Lebensjahr erreicht, hat statistisch noch weitere 5,2 Jahre vor sich; Frauen können noch 6,4 Jahre in die Zukunft planen.


Der gefährlichste Abschnitt im Leben eines Mannes ist das sechste Lebensjahrzehnt, betont David Gremillion, und Brian King aus einer Kleinstadt in Pennsylvania spricht aus, worunter viele Männer leiden: "Mit 40 weißt du, dass du eigentlich nicht mehr der Jüngste bist, aber ab 50 spürst du das jeden Tag."

Trotzdem entschloss Brian sich, mit 52 noch einmal in der Rugby-Mannschaft der High School mitzuspielen. Es kam, wie es kommen musste, sein Einsatz endete in der Notaufnahme des Städtischen Krankenhauses.
"Es dauerte Wochen, bis ich mich wieder erholt hatte, und ich erwartete eigentlich etwas Trost von meiner Familie, aber der einzige Kommentar meiner Frau war: ‚Du bist ja verrückt.'"


Männer können nicht akzeptieren, dass sie älter werden.
Anstatt sich körperlichen Überforderungen auszusetzen, sollten sie sich darüber im Klaren sein, dass sie ab 50 nicht nur ernsthafte Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System bekommen; auch alle möglichen anderen Krankheiten trachten ihnen nach dem Leben.

Doch der Abstand in der Lebenserwartung zu den Frauen ist inzwischen so groß geworden, dass die Männer zu Fatalisten geworden sind. "Wenn es so ist, dann soll es wohl so sein", lautet der vielfach gehörte Kommentar.

Doch noch vor rund 100 Jahren war die Lebenserwartung der beiden Geschlechter etwa gleich hoch. Erst in der Mitte des letzten Jahrhunderts gewannen die Frauen ihren Vorsprung, und sie bauten ihn immer weiter aus - dank ihres besser ausgebildeten Gesundheitsbewusstseins.
Nicht nur, dass Frauen wesentlich bereitwilliger Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen. 25 Prozent aller Männer zwischen 45 und 64 können nicht einmal von sich behaupten, einen Hausarzt zu haben.

Woran liegt das?
"Vom Gefängnis einmal abgesehen, gibt es für einen Mann nichts Abschreckenderes als die Vorstellung, nackt in einem medizinischen Untersuchungsraum zu stehen", sagt der Urologe Ken Goldberg aus Dallas. "Männer fürchten, es könnte eine Schramme an ihrem glänzenden Image entdeckt werden."

Das vermeintlich starke Geschlecht meidet Arztbesuche so zuverlässig, dass sogar die Versicherungswirtschaft darauf bauen kann. "Ein Versicherungsvertreter erzählte mir kürzlich, dass die Gesellschaften ihre Prämiensätze überarbeiten müssten, wenn Männer das Gesundheitssystem in gleicher Weise in Anspruch nehmen würden wie Frauen", beschreibt David Gremillion die Situation.

Traditionell gehen Männer nur aus zwei Gründen zum Arzt:
Erstens gezwungenermaßen nach einem Unfall, einer Schlägerei oder einem körperlichen Zusammenbruch.
Zweitens "freiwillig gezwungen", wenn das Drängen der Ehefrau denn gar kein Ende nimmt und ein Fünkchen von Einsicht ihnen sagt, dass eine Vorsorgeuntersuchung zumindest nicht schaden kann.
Ein dritter Grund ist in den letzten Jahren neu hinzugekommen: Viagra.
Ab 50 steigt bei Männern die Möglichkeit einer "erektilen Dysfunktion" steil an. "Es ist schon erstaunlich", so Gremillion. "Jahrelang haben die Männer ihre Impotenz verdrängt, jetzt stürmen sie die Praxen für ein Viagra-Rezept."

Die Potenzpille hat den Männern einen neuen Zugang zum Gesundheitssystem verschafft.
Ein kluger Arzt wird den Patienten daraufhin untersuchen, ob etwa überhöhter Blutdruck, eine unerkannte Diabetes, Alkoholmissbrauch oder eine Depression der Impotenz zu Grunde liegt.
Männer, die wegen Viagra zum Arzt gehen, geben zu, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, und das hat sie schon eine Menge Mut und Überwindung gekostet. Ärzte sollten die Gelegenheit weise nutzen, meint Gremillion.

DIE WEILT

Eliska
30.05.2002, 11:08
Wer mit seinen Muskeln nicht bewusst arbeitet, steuert auf Risiken zu. Schon kleine, leichte Übungen können helfen, sich besser zu fühlen.

Autor: ERIK HÄNDELER

Nun sitzen sie wieder, die auf Fußball fixierten Männer, und rühren sich kaum vom Fleck. Alles dreht sich um die Welt vom Wohnzimmersessel aus: um Rudis risikoreiche Mannen und die Kämpfe während der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea. Das werden wieder Spiele der kurzen Wege: von der Flimmerkiste via Kühlschrank zur Toilette und retour. Eigener Sport wird klein geschrieben.

Dagegen steht ein erschreckender Befund: Bewegungsmangel verursacht 80 Prozent aller Zivilisationskrankheiten; viele davon mit tödlichem Ausgang. Schon etwas mehr tägliche Bewegung könnte die Ausgaben der Krankenkassen und die Lohnnebenkosten stark entlasten.


Gehen wird zur Rarität

Stattdessen liefern Fernsehen und Computer Unterhaltung und Information direkt ins Haus, Maschinen übernehmen die Hausarbeit, Versandfirmen den Einkauf.
Wir verbrauchen heute pro Tag 600 Kilokalorien (oder ein Viertel) weniger als vor 25 Jahren, so der Sportmediziner Wildor Hollmann, und wir gehen im Durchschnitt täglich nur noch zwei Kilometer statt 20 Kilometer vor 50 Jahren.
17000 Stunden unseres Berufslebens verbringen wir genervt sitzend im Stau.
Die normale Muskelspannung ist in den vergangenen 20 Jahren deutlich angestiegen. Das führt zu ständigem Druck, aber geringer Durchblutung.
Verspannte Nackenmuskulatur verursacht über 80 Prozent der Fälle an Kopfschmerzen.
Und die 37,5-Stunden-Woche hat nicht die Arbeit verringert, sondern die durchaus nötigen und entspannenden Leerlaufzeiten. Schon 40-Jährige leiden an Knorpeldeformationen.
Da sie ihre Gelenke kaum bewegen, werden diese vom Organismus auch nicht versorgt. Niemals zuvor sind Kinder bewegungsärmer aufgewachsen. Die Folge:
Wurden 1986 noch 16 Prozent der Elf- bis 14-Jährigen als sportförderungsbedürftig eingestuft, so hat Angela Merkel einmal referiert, waren es 1995 bereits 47 Prozent.
Der Körper leidet eben darunter, dass er nicht mehr so in Schwung kommt. Herz- und Kreislaufstörungen, Krebs, Diabetes, Übergewicht, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen sind jedoch meist nicht naturgegeben, sondern schlicht die Auswirkungen einer rein sitzenden Lebensweise, für die wir nicht konstruiert sind.
Doch innerhalb eines Menschenalters sind wir vom Muskel- zum Nervenarbeiter mutiert. Den tagtäglichen Stress jedoch körperlich zu verarbeiten, wie es die Savannenläufer in der Jungsteinzeit gewohnt waren - angreifen, weglaufen -, das gilt im modernen Bürobetrieb nicht als angebracht.

Geblieben sind die archaischen Reflexe bei Anspannung:
Adrenalin wird ausgeschüttet, Adern verengen sich, das überschüssige Cholesterin
lagert sich an den Arterienwänden ab und kann, weil es nicht verbrannt wird, Infarkte auslösen. Und wir sitzen in unseren ergonomisch ausgeklügelten Stühlen und Fernsehsesseln, fahren viel Aufzug und noch mehr Auto.
Dabei weiß man, dass körperlich inaktive Menschen ein doppelt so hohes Herzinfarktrisiko haben. Dass untrainierte Frauen Krebs bekommen, ist 16-mal wahrscheinlicher als bei trainierten.

Zudem steigt die Allergieanfälligkeit der Bundesbürger alle zehn Jahre um 30 Prozent. Das hängt auch damit zusammen, dass das Immunsystem der eher Unbeweglichen zu wenig Gelegenheit bekommt, zwischen körpereigenen und fremden Stoffen zu unterscheiden. Und wer seinen Körper auf Magerkost setzt, zwingt ihn nur dazu, sich mehr Fettreserven anzulegen.

Moderate Bewegung ist das beste Mittel gegen Übergewicht.
Den Menschen ist zu wenig bewusst, dass Muskeln nicht nur der Fortbewegung dienen, sondern auch ein Stoffwechselorgan sind. Sie können fast jeden Stoff selber herstellen, der sonst mal schnell als Medikament geschluckt wird.

Der Verkehrsclub Deutschland hält einen eindrucksvollen Beleg parat: Arbeitnehmer, die zu Fuß oder mit dem Rad zum Dienst kommen, sind insgesamt gesünder und haben weniger Fehltage. Schon deshalb haben Verkehrspolitik und Stadtplanung auch viel mit Gesundheitspolitik zu tun. Doch hat das Auswirkungen weder auf die prekäre Lage noch auf die politische Debatte. In den schnell wachsenden, engen und stickigen Megastädten der Dritten Welt, in denen es kaum Grünflächen gibt, ist die Situation besonders schlimm, stellt die WHO fest.

Offenbar haben Trimmangebote in der Bevölkerung keine echte Breitenwirkung, auch wenn viel davon gesprochen wird. Warum nennen 74 Prozent der Deutschen ihre persönliche Gesundheit als ein erstrebenswertes Ziel, doch nur jeder Fünfte treibt wenigstens etwas Sport?
Und warum verhalten sich nur fünf Prozent von denen, die einmal zur Kur waren, noch ein Jahr danach so, wie es ihnen geraten wurde?
Weshalb werden Rückenschulen von jedem Fünften abgebrochen?


Das Problem ist dies:
Gesundheit und Ausdauer haben nichts mit den Vorstellungswelten zu tun, die uns Werbespots vermitteln und die neonbunten, ewig jungen Fitnessclowns, die den Arbeitsstress in den Feierabend verlängern. Neue Fitnessangebote drängen ständig auf den Markt - und signalisieren damit, wie wirkungslos, ja gesundheitsschädigend die übersäuernde Schinderei ist.

Schließlich dauert es eine Viertelstunde, bis sich der Körper auf den neuen Sauerstoffbedarf eingestellt hat. Schnelles Joggen und Leistungssport produzieren freie Radikale, also Abfallprodukte des Stoffwechsels, die das Immunsystem und die Zellen schädigen und das Altern beschleunigen - der deutsche Außenminister ist dafür ein Musterfall. Der überfordernde Sportbegriff entmutigt und vermiest den Spaß an Bewegung. So geben die meisten schnell wieder auf.

"Nur stressfrei optimiert der Körper seinen Organismus", sagt Gert von Kunhardt (Bad Malente), ehemaliger Fünfkampf-Vizeweltmeister und Sportdezernent der Bundeswehr. Heute kämpft er gegen die falschen Fitnessvorstellungen von Managern; davon handelt auch sein Buch "Keine Zeit und trotzdem fit" (Brendow-Verlag, Moers). "Nur moderate Bewegung baut das Immunsystem auf, nur dann produziert der Körper Fett verbrennende Enzyme", schreibt er. Nicht der Marathonlauf sei also das Ziel, sondern ein durchweg bewegtes Leben:
"Jedes Dehnen, jedes Fingerschnippen erhöht den Stoffwechsel in den Muskeln und damit den Zellen-Reparaturbetrieb."


Zähneputzen in der Hocke

Kunhardt empfiehlt Übungen, die weder Zeit noch Geld und Mühe kosten; sie sind unabhängig von Trainern, Geräten und Sportstätten:

o im Stehen telefonieren,

o die Schultern rückwärts rollen,

o Zähneputzen in der Abfahrtshocke,

o Muskeln anspannen gegen ein Objekt, das nicht nachgibt - das
Lenkrad, den Griff am Supermarktwagen.

"Dreimal in der Woche je 15 Minuten langsames Joggeln, so langsam, dass man sich subjektiv unterfordert fühlt", ist demnach besser als das einmal wöchentliche Auspowern bis an die Grenze. Fünf je fünf Sekunden lange Übungen am Tag reichen aus, den altersbedingten Muskelschwund zu verhindern, meint von Kunhardt.+

Wie wäre es, wenn die nächste Gesundheitsreform nicht wieder zu einem wirkungslosen Geldverteilunternehmen wird, sondern die Versicherten (und Zahler) über die Fitnessgaukler mit fragwürdigem Nutzen informiert - und über die Hintergründe des eigenen Körpers, damit die Menschen selbst zu Regisseuren ihrer Gesundheit werden?

Firmen wie General Electric, Control Data, Mesa Petroleum sparten durch Fitnessinvestitionen im Durchschnitt 50 Prozent der üblichen Kosten. Pepsi-Cola investierte einen Dollar pro Mitarbeiter und sparte jeweils drei Dollar.

Ärzte verdienen nur an Kranken. Bald sollten sie an Gesundheit verdienen. Dazu gehören moderates körperliches Training und Mut zur Langsamkeit. Das setzt Ressourcen frei, um länger frisch zu bleiben, tiefer zu schlafen, entspannter zu reagieren, zufriedener zu leben.

Etwa 30 Milliarden Euro, schätzt Gert von Kunhardt, würden die Beitragszahler einsparen.


Rheinischer-Merkur Online

Eliska
22.07.2002, 18:23
Stress im Job bedroht immer häufiger die Partnerschaft. Als Beziehungsfeind Nummer eins bezeichnet die Hamburger Paar-Therapeutin Dr. Angelika Kempfert in der neuen Ausgabe der Frauenzeitschrift FÜR SIE die Schieflage zwischen Berufs- und Privatleben.

"Oft sehen gerade Frauen den Beruf des Partners als ihren persönlichen Feind", sagt Kempfert. Und meist seien es die Männer, die für ihre Karriere die Familie vernachlässigten. Vor dem selben Dilemma stünden beispielsweise aber auch Mütter mit einem Halbtagsjob.


Dabei lassen sich Job und Privatleben durchaus in Einklang bringen - das Zauberwort heißt Kommunikation. So sollten Paare von Anfang an gegenseitig mit Interesse am Alltag des anderen teilnehmen. Wenn sie ihm nach seinem Kundengespräch fragt und ihm auch von ihren Terminen erzählt, werden beide sicher viele Parallelen im Berufsalltag entdecken und einander besser verstehen.


Grundsätzlich gilt:
Termine mit dem Partner sollte nicht weniger wichtig genommen werden wie berufliche Verabredungen. Und feste "Oasen" im Beziehungsleben erleichtern vieles. Das kann bedeuten, dass sich beide an Wochentagen spätestens um 22 Uhr daheim treffen, am Wochenende das Handy ausgeschaltet bleibt oder der Samstag für Familienausflüge reserviert ist. Hilfreich ist auch ein gemeinsamer Terminabgleich zum Wochenstart: An welchen Tagen wird es im Job länger dauern, wann steht abends Sport auf dem Plan?

Auch kleine Botschaften tagsüber wie eine E-Mail oder eine liebevolle Nachricht aufs Handy sind Balsam für die Beziehung. Und wenn ein Partner häufig auf Geschäftsreise muss, sorgen Rituale wie das abendliche Telefongespräch vor dem Einschlafen für ein Verbundenheitsgefühl, dass die Beziehung stabilisiert.

http://www.gesundesleben.at/

Eliska
17.05.2003, 08:58
Studie zum Risiko für Kreislaufkrankheiten bei Männern

Lässt sich bei Männern vom Bartwuchs auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten schliessen? Englische Wissenschafter meinen ja. In einer Studie belegen sie, dass Männer mit starkem Bartwuchs seltener Herzinfarkte und Hirnschläge erleiden.

http://www.nzz.ch/servlets/ch.nzz.newzz.DruckformatServlet?url=/2003/05/14/ft/article8SY0Y.nzzoml

nocherts
17.05.2003, 21:35
Sehr interessant Eliska.

Die Studien sprechen mir größten Teiles aus der Seele. Für mich war meine Scheidung das schwerste Lebensstück. Noch heute , 4 Jahre nach der Trennung, bin ich manchmal richtig down.


Die Verzweiflung während der Trennungsphase damals trieb mich kurz vor den Selbstmord. Obwohl ich darüber nicht mehr nachdenke und nach und nach mein Leben alleine gestaltet zu geniessen beginne, empfinde ich nach wie vor Symthome wie Unsicherheit, Vertrauensmangel gegenüber neuem, fehlenden Lebensinhalt und Lebensmut.

Ich rauche mehr, bewege mich weniger und weiteres in diese Richtung, bin einfach ein anderer, ärmerer Mensch geworden.


Schade dass es so ist. Wenn die Studien wahrgenommen und bestätigt werden, wird die Ehe vermutlich nicht mehr Jahrhunderte lang bestand haben und das wird den Männern helfen nicht mehr so angreifbar und verletzbar zu sein, sich nicht mehr richtig mit einer Partnerwschaft zu identifizieren. Wenns dann nicht mehr stimmt , trennt man sich einfach und hat nichts investiert. Traurig ,aber die eigentlich logische Konsequenz. Man sollte vor der Ehe die Männer genauso warnen wie bspw. vor dem rauchen weil es sehr gefährlich ist. und vermutlich noch ungesünder bei Scheidungsraten um die 50 Prozent. Man bedenke auch die mehr und mehr geschehenen Ehedaramen die in der Auslöschung der Familie enden (siehe Tagespresse/Mehrfachmorde).



Folge davon: Noch weniger Kinder die normal aufwachsen dürfen. Dies stellt meine Meinung dar, ist keine wissenschaftliche Studie.

Kosto8
17.05.2003, 21:40
he nocherts:)

sei nicht traurig, hast doch uns;)

nocherts
17.05.2003, 21:51
Original geschrieben von Kosto8
he nocherts:)

sei nicht traurig, hast doch uns;)




yepp:) :) :)

den Tiefpunkt hab ich schon lange hinter mir gott sei Dank!

Eliska
17.05.2003, 22:45
Ja, nocherts, so ist das Leben - und doch ist Partnerschaft/Ehe unglaublich wichtig.
Du hast ja selber festgestellt, wie unbefriedigend auch das Alleinsein sich auswirken kann. Irgendwie ist der Mensch von Natur aus ein Gemeinschaftswesen - ohne ein Du und auch Ihr verhungert er.

Nicht umsonst beschäftigen sich seit Jahrtausenden die Weisen mit dem Thema Liebe und Leid. Es ist wie Licht und Schatten. Eines davon gibt es nicht ohne das andere.

Und "richtig" zu leben ist eine Kunst, die man sich meist schwer erarbeiten muss.
Vorbereitet darauf sind die wenigsten von uns.

Liebe Grüße
Eliska

carlo
17.05.2003, 23:54
eliska :) ,


# 10 würde ich unterschreiben, Wort für Wort!

Eliska
18.05.2003, 00:02
Dann war´s ja sinnvoll, den Thread nach fast einem Jahr wieder hochzuholen. :)

carlo
18.05.2003, 00:38
Genau,

and up!!!;) :)

Perry27
18.05.2003, 00:44
Elli, die Koch'sche Kurve in Deinem Avatar ist absolut fraktalisch, und ungefähr so kann man sich auch den Beginn des Lebens vorstellen.

Möge es noch Jahrmilliarden so weitergehen.

Gesegneten Sonntag :)

Eliska
18.05.2003, 00:53
Genau, Perry:):):)
So könnte sie gesehen werden.

Vielleich nicht nur den Beginn des Lebens - sondern auch den Verlauf.

Ich wünsche euch eine gute Nacht und einen sonnigen Sonntag.

Liebe Grüße
Eliska:)

Eliska
13.07.2003, 16:58
Jährlich 31 000 Erkrankungen an Prostatakrebs in Deutschland (http://www.wams.de/data/2003/07/13/133267.html)


Dem Krebs mit Ozon zu Leibe rücken

Ein Düsseldorfer Arzt behandelt Prostata-Patienten mit unkonventionellen Mitteln - und hat damit Erfolg

von Julia Winkenbach

Düsseldorf - Nein, Klavier spielen konnte er nicht mehr. Als der pensionierte Jurist Ortwin Gottsmann, 67, aus Vinxel bei Bonn erfuhr, dass er Prostatakrebs hatte, war es mit seinem Hobby vorbei. Erst wurde ihm die Prostata entfernt. Sieben Stunden Vollnarkose, sechs Wochen Krankenhaus, ein Monat Reha. Knapp ein Jahr später war der Krebs wieder da. Es folgte eine Strahlenbehandlung. Auch umsonst. Gottsmann: "Am Ende waren meine Werte schlechter als vorher, ich war ein Wrack."

Gottsmann hatte schon alle Hoffnung fahren lassen, als seine Ehefrau im Internet auf der Homepage des Zentrums für biologische Prostatakrebstherapie von Dr. Klaus Maar in Düsseldorf landete. Maar, Urologe mit Zusatzausbildung in Naturheilmedizin, entwickelte eine biologische Krebstherapie, mit der er 80 Prozent seiner Krebspatienten helfen kann.

In seiner Verzweiflung ließ sich Gottsmann bei Maar einen Termin geben, obwohl er wenig von "Biodingen" und Naturheilkunde hielt. "Ob ich mich dafür entschieden hätte, wenn mir gleich der erste Arzt von der biologischen Methode erzählt hätte, weiß ich nicht", sagt Gottsmann im Rückblick.

Klaus Maar sind diese Vorbehalte bekannt. Viele Kollegen trauen seiner "Bioelementaren Kombinationstherapie" nicht. Dabei ist er kein Fanatiker. Er hat selbst jahrelang als Oberarzt des Universitätsklinikums in Düsseldorf gearbeitet und kennt die Schulmedizin. Es gibt Patienten, denen er sagt, dass sie sich bestrahlen lassen müssen. "Ich bin schließlich kein Wunderheiler", sagt Maar. Er weiß, dass es nicht immer ohne die schulmedizinischen Methoden geht.

Trotzdem stützt sich seine Therapie, die individuell variiert bei allen Krebsarten angewendet werden kann, auf "biologische Elemente", auf eine Wärmebehandlung, auf das Einnehmen von Enzymen und Medikamenten und auf die intravenöse Gabe von Ozon und hoch dosierten Mistelpräparaten. Maar: "Meine Therapie ist kein letzter Strohhalm; das sind alles seit Jahrzehnten wissenschaftlich erprobte Methoden, den Krebs zu bekämpfen." Neu sind die Dosierung der Behandlungsbausteine und die Dauer der Therapie, die Klaus Maar entwickelt und Stück für Stück verbessert hat. Täglich rund 20 Prostata-Patienten kommen aus Deutschland, Amerika oder Österreich zu ihm in die Düsseldorfer Praxis. Bei allen kann er das Immunsystem stärken. Bei 80 Prozent seiner Patienten wird in schulmedizinischen Kontrollen anschließend ein Rückgang der Krebsmetastasen festgestellt. Die Kosten der Behandlung sind von Patient zu Patient unterschiedlich hoch und liegen bei etwa vier- bis achttausend Euro, die allerdings nur von privaten Krankenkassen übernommen werden. Gegenüber einer Chemotherapie, bei der ein Zyklus schon 30 000 bis 40 000 Euro kosten kann, ist das verhältnismäßig günstig. Den Erfolg seiner Behandlung sieht Maar in der individuellen Vorgehensweise: "Das ist keine starre, schematisierte Therapie." Für jeden Patienten arbeite er bis zu drei Tage an einem speziell zugeschnittenen Behandlungsplan.

Auch für Ortwin Gottsmann entwickelte Maar eine Therapie. Und die half. Gottsmanns PSA-Blut-Werte, die durch die aktiven Prostatakrebszellen angestiegen waren, sind von über 40 auf einen Normalwert von 2,4 gesunken. Fast jeden Tag treibt er jetzt Sport, joggt, spielt Tischtennis, fährt Ski. Und auch mit dem Klavierspielen hat er wieder angefangen: am liebsten Liszt.


WAMS