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Vollständige Version anzeigen : Dead-Cat-Bounce bei TMT-Fonds.


KA111
03.11.2001, 03:16
TMT-Fonds: Auf ein Neues?
Kai Wiecking
Nachdem es um TMT-Branchenfonds lange Zeit ruhig geworden war, raten einige inzwischen zum Wiedereinstieg. Dabei sind Technologiewerte noch immer teuer, und werden seit einigen Wochen immer teurer.

Wenn jetzt zum Beispiel die Zeitschrift DM-Euro zum Einstieg in nordasia.com rät, ist das schon recht bedenklich. Nur weil etwas sehr steil abgestürzt ist, muss es noch lange nicht wieder steil ansteigen. Es kann durchaus weiter fallen.

Wie haben sich die TMT-Fonds in diesem Jahr bislang geschlagen?

Bis zum 25.10. haben die Fonds in der Morningstar-Kategorie TMT im Durchschnitt 40,5 Prozent verloren. Am glimpflichsten davongekommen sind im Allgemeinen Telekomfonds, sowie Asien-Technologiefonds. Man muss aber dazu sagen, dass diese im vorigen Jahr umso übler zugerichtet wurden.

Auf der Negativseite findet man vorwiegend Internet und Neuer-Markt-Fonds. So hat es der ORBITEX Communications & Information Technology Fund fertiggebracht, in diesem Jahr um 84,5 Prozent einzubrechen. Das ist schon enorm. Da kann man kaum noch von den Diversifikationsvorteilen eines Investmentfonds sprechen. Aber auch nordinternet.com oder DWS B2B haben desaströse Ergebnisse vorzuweisen.

Seit einigen Wochen bewegen sich die Technologiewerte jedoch auf recht breiter Front nach oben. Könnte man hier nicht eine Chance verpassen? Eher unwahrscheinlich. Der Tech-Boom der späten neunziger Jahre war ein außergewöhliches Phänomen. Viele Faktoren kamen zusammen, die in der Kombination auf recht lange Sicht einfach nicht mehr gegeben sind. Die Firmeninvestitionen in IT werden wohl noch auf Jahre hinaus schwächeln. Man kann nicht so tun, als sei die Rezession in den USA schon überstanden.

Es steht also zu befürchten, dass dies eine kurzlebige Rallye sein könnte. Sie wird vor allem durch die Liquiditätsschwemme der Fed getragen. Viele Fondsmanager sind wider besseres Wissen fast gezwungen zu investieren. Es riecht verdammt stark nach einem „Dead Cat Bounce“, also den letzten Abwehrzuckungen der Bullen, die einfach nicht wahrhaben wollen, dass die goldenen Zeiten vorbei sind.

Was also sollten Fondsanleger, die noch Technologiefonds besitzen tun? Sofern diese Fonds den TMT-Sektor breit abdecken, und nur einen kleinen Teil (max. zehn Prozent) ihres Portfolios ausmachen, ist dagegen sicher nichts einzuwenden. Aber jetzt wieder alles auf diese Karte zu setzen, könnte sich als fataler Fehler erweisen.

Verluste begrenzen und breit gestreut investieren

Viele Anleger haben generell Schwierigkeiten damit, Verluste einzugestehen. Sie spiegeln sich vor, dass sie – solange sie investiert bleiben – sie überhaupt keine Verluste gemacht haben. Für einige wäre es aber mit Sicherheit keine schlechte Idee, die Erholung der vergangenen Wochen mitzunehmen und zum Ausstieg zu nutzen. Mit Ausstieg meine ich keinesfalls den Ausstieg aus Aktienfonds, sondern das Umsatteln auf breit diversifizierte Fonds, die mehrere Anlageregionen und Sektoren umfassen.

www.Morningstar.de

artistin
03.11.2001, 17:25
Interessanterweise haben die TMT-Fonds die letzte Rally garnicht erst mitgemacht...
So sind die Fonds zwischen 2 und 13 Prozent seit den Tiefstkursen gestiegen, während nasdaq und nemax in derselben Zeit 20-30 Prozent zulegten. Erklären tun das die Fondmanager damit, daß sie nicht in diesen hochvolatilen Zockerpapieren investiert sind, die diese Rally mitgetragen haben.

Ich sags ja, den Index kaufen... :)

grüsse
artistin :)

KA111
03.11.2001, 17:49
Ja, Artistin, was brauch ich die ganze Gilde, besser Mischpoke, allzu oft bei sehr bescheidener Leistung überbezahlter Fondsmanager, wenn ich eine Möglichkeit habe, die Performance von Indizes hautnah ( mit kleinen Abschlägen ) mitzumachen?

Verlusteier ausgebrütet und gepennt, he?:D


Die absolute Performance in Zahlen interessiert die Branche weniger, als vielmehr nicht schlechter als der Index oder die - oft falsch und willkürlich gewählte angebliche adäquate Benchmark -- zu sein.
Mit der Auswahl von bequemen Vergleichsmaßstäben wird nur allzu oft Schindluder getrieben. Schönender Ettikettenschwindel, der den Anleger ruhig stellen soll. Täuschen, Tarnen und Verschaukeln.

Die Performance ist schlechter als früher, das von den Fonds betreute Volumen - auch börsenbedingt - wesentlich kleiner. Und was man tut man jetzt in so unnachahmlich wie unverfrorener Chuzpe?

Na, man setzt die 1001 Gebühren unverfroren hoch und bittet die dummen "Klein und Doofen " zur Kassassasse ( sind verschiedene Kassen, daher dieser Terminus Technicus :D), weil die eigenen Gemeinen- und Vertriebskosten wie im ganzen Finanzgewerbe deutlich und unvertretbar gestiegen sind. Der Letzte wird/ist gebissen. Der Letzte ist der Fonds-Kunde und wie das Letzte, so fühlt er sich auch.

Gruß
KA:)

artistin
03.11.2001, 18:43
Ohhh wie recht du hast.... :D

Kürzlich war ich in einem Fondshop um die Ecke und wollte mich "beraten" lassen. Das Performance-Thema hab ich natürlich angesprochen und der junge Herr meinte, wo denn das Problem sei, die Fondsmanager seien nicht verpflichtet, ins plus zu wirtschaften, sie müssen nur besser sein als der Vergleichsindex...... ha... nett, dacht ich mir.... and the winner is: einer der nur 70 % minus macht wenn der markt 80 % in die Knie geht.... bravo...!!!!!! :D :D

Nun gut, man kann nicht jammern und weiß, worauf man sich einläßt. Das ist der Punkt. Man wußte, daß diese Spezialprodukte, d.h. Themenfonds und Fonds in engen Märkten unglaubliche Gefahren biergen. Man konnte allerdings nicht unbedingt ahnen, daß die Emittenten erst am Schluß eines Booms mit ihren Produkten starten. Jetzt sind viele klüger.... :)

Aber es gebe auch andere Produkte, meinte der nette Herr von Fondskapital. Absolute-Return-Investments nennt sich das und ich bin gerade auf der Suche danach. Hat wohl was mit Hedgefonds zu tun. Schon mal was davon gehört???

grüsse
artistin :)