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Vollständige Version anzeigen : Preiskampf beflügelt Autobranche


KA111
04.11.2001, 23:45
Mit Vollgas in den Absturz. Au, Backe, ein hirnrissiges Konzept! Wer spricht schon vom Ertrag? Tüchtig, tüchtig:D: Umsatz-Plus und Marktanteil ist alles. Selten so gelacht. :D
Man zieht mit der Brachial-Gewalt riesiger Subventionen Umsätze zeitlich vor. Null o Weeh! Dann kommt das Loch.:D Definition: Das Loch ist ein umrandetes Nichts, besser ein bugetiertes rotes Nichts. Was dann in Kürze folgt ist ein ungläübiges: " Ei, wer hätte auch das gedacht? Schuld sind die Talibääähner:D " Wie kann man sich nur selbst so bescheißen, mit einem Umsatzplus von 30 % im Oktober?

Wenn ich meinen jüngsten Kindern erklären müsste, was ein Kartenhaus ist und wie man es baut, ich würde das erzählen.:D

Aus der FTD vom 5.11.2001 www.ftd.de/us-automarkt
Preiskampf beflügelt Autoabsatz in den USA
Von Ulrike Sosalla, New York

Die Neuwagenverkäufe in den Vereinigten Staaten sind im Oktober trotz der sich verschärfenden Rezession auf ein Rekordniveau gestiegen. Von den drei großen US-Herstellern verkauften Ford und General Motors (GM) ein Drittel mehr Fahrzeuge als im gleichen Vorjahresmonat.

Chrysler steigerte den Absatz nur um fünf Prozent. Der spektakuläre Umsatzanstieg könnte jedoch für die ohnehin angeschlagenen Hersteller Ford und Chrysler in den kommenden Monaten mehr Probleme aufwerfen als er löst. Denn die Verkäufe stiegen nur deshalb so stark an, weil die Unternehmen mit zinslosen Krediten für die Käufer nachhalfen. Das führt dazu, dass die Firmen an den nun verkauften Autos kaum etwas verdienen und daher nicht aus den roten Zahlen herauskommen. Außerdem haben viele Verbraucher ihre Käufe wegen der günstigen Preise vorgezogen - der Abschwung, der der Autoindustrie nach den Terroranschlägen vom 11. September drohte, ist damit nur verschoben.

Am ehesten könnte noch General Motors von dem Preiskampf profitieren. Das Unternehmen, ohnehin größter Autohersteller der USA, baute seinen Marktanteil weiter auf Kosten der Konkurrenz aus - vor allem von Chrysler. General Motors hatte den Run auf die Neuwagen Anfang Oktober ausgelöst, als das Unternehmen zinslose Kredite für die meisten seiner Modelle einführte. Ford und Chrysler zogen wenige Tage später nach. Das vergleichsweise schwache Abschneiden von Chrysler führten Analysten auf die Entscheidung zurück, die zinslosen Kredite nur auf weniger populäre Modelle zu gewähren.


Die Zugaben sind "aus Branchensicht auf Dauer nicht durchzuhalten", sagt Scott Hill, Analyst der Investmentbank Sanford Bernstein. "Aber wenn man wie General Motors dadurch Umsätze von den Wettbewerbern an sich zieht, ist es gut." General Motors steigerte seinen Marktanteil nach Hills Schätzung von 27,3 Prozent im August auf 32,5 Prozent im Oktober.


Insgesamt verkaufte General Motors im Oktober 554.000 Last- und Personenwagen, soviel wie zuletzt im September 1986. Fords Absatz stieg auf 418.000 Fahrzeuge, fast doppelt so viele wie die 209.500 Autos von Chrysler.



Absatzschätzungen schon reduziert


Für Ford und vor allem für Chrysler, die beide rote Zahlen schreiben, ist der Preiskampf ein zweischneidiges Schwert, denn die Subventionen fressen weitere Löcher in die Kasse. Beobachter befürchten inzwischen, dass aus der für das nächste Jahr geplanten Rückkehr in die Gewinnzone bei beiden Herstellern nichts mehr wird. Schon jetzt haben die Analysten ihre Absatzschätzungen reduziert. Im Durchschnitt erwarten sie nun den Verkauf von 14 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2002, statt der 17 Millionen, von denen sie vor den Sonderaktionen ausgingen.


Ford-Manager George Pipas räumte am Freitag in einer Telefonkonferenz mit Analysten ein, dass die Rabatte die Kunden vermutlich dazu verleitet haben, Autokäufe vorzuziehen, die erst im Quartal 2002 geplant waren. Dennoch hält Ford an der Absatzschätzung für den Gesamtmarkt von 17 Millionen Fahrzeugen im nächsten Jahr fest.


Leisten kann sich den Aderlass nur General Motors, der als einziger der drei großen Autohersteller operativen Gewinn macht. Besonders bei Chrysler hingegen ist die Lage schwierig. Schon im vergangenen Jahr hatte Chrysler als Folge hoher Rabatte Verluste eingefahren, eine Tatsache, die den damaligen Chrysler-Chef Jim Holden den Job kostete und den DaimlerChrysler-Manager Dieter Zetsche auf den schwierigen Job hievte. Um den US-Käufern die Rabatte abzugewöhnen, hatte Zetsche die regulären Preise für viele Modelle gesenkt. Dann aber offerierte GM die zinslosen Kredite, und Chrysler musste folgen. Analysten gehen davon aus, dass Chrysler pro Auto 30 bis 60 Prozent mehr Verlust macht als Ford und GM.


Und der Preiskampf ist noch nicht zu Ende. GMs Marketingchef deutete am Freitag an, das Unternehmen könne die zinslosen Kredite über den 19. November hinaus verlängern. Chrysler will die Aktion auf keinen Fall fortführen, kündigte aber eine auf sieben Jahre verlängerte Garantie für Neuwagen an.

Gruß
KA:)