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KA111
09.11.2001, 01:55
Börsentrend

"Die Analysten sind zu optimistisch"

Nach dem krassen Absturz der Börsenkurse wetten viele Analysten wieder auf steigende Kurse. Zu früh, meint Merrill-Lynch-Stratege Peter Saacke im Interview mit SPIEGEL ONLINE.


Peter Saacke arbeitet seit September 1999 als European Equity Strategist bei der Investmentbank Merrill Lynch in London.


SPIEGEL ONLINE: Seit den Terroranschlägen sind alle Indizes wieder deutlich in die Höhe gegangen. Ist das ein Zeichen für eine bleibende Erholung?

Peter Saacke: Wir denken nicht, dass es die Rallye ist, auf die wir alle gewartet haben. Es besteht unserer Meinung nach ein großes Risiko, dass es noch einmal in den Keller geht. Anders gesagt - uns fehlen noch die Auslöser dafür, dass die Rallye wirklich Bestand haben kann.

SPIEGEL ONLINE: Welche sind das?

Saacke: Zunächst einmal sehen wir uns die Zinsen für Unternehmensanleihen an. In riskanten Zeiten gehen diese weit auseinander - Unternehmen mit hohem Risiko müssen dann sehr hohe Zinsen anbieten, um Geld geliehen zu bekommen. Natürlich ist das auch nach dem 11. September passiert. Während sich die Aktienkurse aber gefangen haben, bleiben die Zinsen für Unternehmensanleihen noch ungesund hoch. Das ist unserer Ansicht nach ein Zeichen für weitere Gefahr.

Außerdem interessieren uns die langfristigen Zinsen am Anleihemarkt. Steigen diese, dann lässt sich daraus eine positive Perspektive für Wachstum und Inflation ableiten. Mit den langfristigen Zinsen geht es aber seit Wochen steil bergab. Erst wenn wir hier eine Trendwende sehen, glauben wir auch an eine nachhaltige Erholung der Aktienmärkte.

SPIEGEL ONLINE: Analysten winken jedoch mehrheitlich mit steigenden Unternehmensgewinnen.

Saacke: Die Analysten sind viel zu optimistisch. Beim Gewinn pro Aktie rechnen sie für das nächste Jahr im Schnitt mit einem Wachstum von 13 Prozent. Aber wie soll das bei den derzeitigen Konjunkturprognosen funktionieren? Für 2002 wäre in Deutschland und Euroland ja schon ein Prozent Wachstum eine erfreuliche Überraschung. Ohne starkes Wirtschaftswachstum wird jedoch ein Anstieg der Unternehmensgewinne nicht möglich sein. Wir erwarten also, dass viele Analysten ihre Schätzungen nach unten korrigieren müssen, und das wird den Markt belasten.

SPIEGEL ONLINE: Was werden ihrer Meinung nach die treibenden Kräfte für eine konjunkturelle Erholung sein?

Saacke: Das ist mir auch nicht ganz klar. Der Verbrauch ist jetzt schon schwach und die Arbeitslosigkeit steigt. Die einzige Hoffnung ist hier die fallende Inflation. Von den europäischen Staaten ist wenig Stimulus zu erwarten, sie haben wenig Spielraum, die Konjunktur anzuheizen. Es ist auch nicht anzunehmen, dass momentan sehr viel mehr investiert wird, da die Kapazitätsauslastung der Unternehmen anhaltend fällt.

SPIEGEL ONLINE: Was bewirken die Zinssenkungen der US-Notenbank?

Saacke: Gemeinsam mit den Konjunkturprogrammen der US-Regierung von bis zu 200 Milliarden Dollar könnte dies zu einer Verbesserung im zweiten Halbjahr 2002 führen - auch in Europa. Allerdings wird dieser Aufschwung bei weitem nicht so stark sein wie Anfang des Jahres 2000.

SPIEGEL ONLINE: Welche Branchen werden von einer Erholung der Weltmärkte zuerst profitieren?

Saacke: Einzelhandel, Freizeit, Transport, aber auch Medien, also klassische frühe zyklische Sektoren.

Das Interview führte Carsten Matthäus

KA111
09.11.2001, 02:05
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Da hilft nur eine Massenbewegung: Voll anlegen und sich dann festnehmen lassen. :D

Trüffelschwein
09.11.2001, 02:24
Vielleicht sollte man mal Analysten festnehmen. Möglicherweise hätte das einen Multiplikator-Effekt (z.B. 1 Analyst = 100 Punkte. ;)

Ciao, T.

KA111
09.11.2001, 02:39
Tausend gehen auf ein Lot.:D Nee, soviel sind die nun auch nicht wert!

Gruß
KA:)