Eliska
20.11.2001, 17:20
Fort Worth (dpa) - Das amerikanische Thanksgiving-Fest ist traditionell ein Fest der Familie und der Besinnung. Für viele Amerikaner ist es mindestens so wichtig wie Weihnachten. In diesem Jahr, vor dem Hintergrund der Terroranschläge an der Ostküste, erhält das ohnehin emotionsgeladene Erntedankfest am 22. November eine neue Dimension. «Zu diesen Fest sind wir noch ein bisschen dankbarer als sonst», sagt die 60 Jahre alte Lynn O´Day im texanischen Fort Worth. «Dankbar dafür, dass wir gesund sind und unverletzt und gemeinsam feiern können, Großeltern, Kinder und Enkel - trotz Krieg und Terror.»
Thanksgiving ist für die Amerikaner auch eine Zeit des Gebens. Sie spenden für die großen Hilfsorganisationen, unterstützen aber auch lokal die Armen und Obdachlosen. Öffentliche Suppenküchen und Nachtasyle veranstalten Thanksgiving-Dinner und wohlmeinende Bürger verteilen warme Truthahnmahlzeiten an die Obdachlosen in der Innenstadt. Wenn es das ganze Jahr über so viele freiwillige Helfer und spendenfreudige Menschen gäbe wie zum Erntedankfest, würde es keine Probleme mehr geben, sagte der Pfarrer einer Kirche in Fort Worth.
Das US-Erntedankfest geht auf die Pilgerväter zurück. Als die puritanischen Einwanderer in Neuengland den ersten, bitterkalten Winter überlebt und dann eine gute Ernte hatten, besaßen sie Grund zum Feiern: Gouverneur William Bradford in Plymouth proklamierte im Jahr 1621 ein Erntedankfest. Dieses erste Thanksgiving dauerte drei Tage. 50 Pilgerväter und rund 100 Indianer aßen und tranken gemeinsam ein Festmahl mit Truthahn, Wildbret, Maisgerichten und Bier. Im Jahr 1863 erklärte der designierte Präsident Abraham Lincoln schließlich den vierten Donnerstag im November offiziell zum nationalen Thanksgiving-Feiertag der USA.
Zum nordamerikanischen Erntedankfest gehört der Truthahn wie das Salz zur Suppe. Der Vogel steht in 90 Prozent der Haushalte im Mittelpunkt des traditionellen Festschmauses. Die hungrigen Amerikaner verspeisen jedes Jahr fast 280 Millionen Truthähne, und davon allein zu Thanksgiving 50 Millionen. Die etwa 15 Pfund schweren Truthähne werden gebraten, geräuchert oder manchmal in Erdnussöl frittiert.
Auf dem festlich dekorierten Tisch wird der Truthahn dann mit den traditionellen Beilagen serviert. Das zuweilen etwas flau schmeckende Fleisch wird mit viel brauner Soße und Preiselbeeren aufgepeppt. Dazu gibt es Kartoffelbrei, Sweet Potatoes, Maisbrot und hinterher Kürbis- und Pekankuchen. Nach dem Fest finden die Reste noch für lange Zeit vielfältige Verwendung in der Küche. Als Fleischbelag für Sandwiches, in Salaten, in Aufläufen und Suppen. Thanksgiving ist eben, mehr noch als Weihnachten, ein Fest des Schmausens.
So mancher Amerikaner hat in diesem Jahr auf Reisepläne zu Thanksgiving verzichtet. Sonst mit bis zu 30 Millionen Reisenden das belebteste Wochenende in den USA, wird das Fest dieses Mal von den Terroranschlägen überschattet. Die Airlines verzeichneten erheblich weniger Buchungen als sonst. «Wir können uns glücklich schätzen, denn unsere ganze Familie wohnt hier im Raum Dallas und Fort Worth», sagt Texanerin Lynn O´Day. «Zu Thanksgiving zusammen zu sein, das gibt einer Familie nicht nur ein gutes Gefühl, sondern auch Zusammenhalt und Selbstvertrauen.»
© Copyright 2001, dpa - Deutsche Presseagentur
© Copyright 2001, Frankfurter Rundschau online
Thanksgiving ist für die Amerikaner auch eine Zeit des Gebens. Sie spenden für die großen Hilfsorganisationen, unterstützen aber auch lokal die Armen und Obdachlosen. Öffentliche Suppenküchen und Nachtasyle veranstalten Thanksgiving-Dinner und wohlmeinende Bürger verteilen warme Truthahnmahlzeiten an die Obdachlosen in der Innenstadt. Wenn es das ganze Jahr über so viele freiwillige Helfer und spendenfreudige Menschen gäbe wie zum Erntedankfest, würde es keine Probleme mehr geben, sagte der Pfarrer einer Kirche in Fort Worth.
Das US-Erntedankfest geht auf die Pilgerväter zurück. Als die puritanischen Einwanderer in Neuengland den ersten, bitterkalten Winter überlebt und dann eine gute Ernte hatten, besaßen sie Grund zum Feiern: Gouverneur William Bradford in Plymouth proklamierte im Jahr 1621 ein Erntedankfest. Dieses erste Thanksgiving dauerte drei Tage. 50 Pilgerväter und rund 100 Indianer aßen und tranken gemeinsam ein Festmahl mit Truthahn, Wildbret, Maisgerichten und Bier. Im Jahr 1863 erklärte der designierte Präsident Abraham Lincoln schließlich den vierten Donnerstag im November offiziell zum nationalen Thanksgiving-Feiertag der USA.
Zum nordamerikanischen Erntedankfest gehört der Truthahn wie das Salz zur Suppe. Der Vogel steht in 90 Prozent der Haushalte im Mittelpunkt des traditionellen Festschmauses. Die hungrigen Amerikaner verspeisen jedes Jahr fast 280 Millionen Truthähne, und davon allein zu Thanksgiving 50 Millionen. Die etwa 15 Pfund schweren Truthähne werden gebraten, geräuchert oder manchmal in Erdnussöl frittiert.
Auf dem festlich dekorierten Tisch wird der Truthahn dann mit den traditionellen Beilagen serviert. Das zuweilen etwas flau schmeckende Fleisch wird mit viel brauner Soße und Preiselbeeren aufgepeppt. Dazu gibt es Kartoffelbrei, Sweet Potatoes, Maisbrot und hinterher Kürbis- und Pekankuchen. Nach dem Fest finden die Reste noch für lange Zeit vielfältige Verwendung in der Küche. Als Fleischbelag für Sandwiches, in Salaten, in Aufläufen und Suppen. Thanksgiving ist eben, mehr noch als Weihnachten, ein Fest des Schmausens.
So mancher Amerikaner hat in diesem Jahr auf Reisepläne zu Thanksgiving verzichtet. Sonst mit bis zu 30 Millionen Reisenden das belebteste Wochenende in den USA, wird das Fest dieses Mal von den Terroranschlägen überschattet. Die Airlines verzeichneten erheblich weniger Buchungen als sonst. «Wir können uns glücklich schätzen, denn unsere ganze Familie wohnt hier im Raum Dallas und Fort Worth», sagt Texanerin Lynn O´Day. «Zu Thanksgiving zusammen zu sein, das gibt einer Familie nicht nur ein gutes Gefühl, sondern auch Zusammenhalt und Selbstvertrauen.»
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