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Vollständige Version anzeigen : DWS auf dem Weg zum Krauter für Alles und Jedes.


KA111
03.12.2001, 21:50
:D:D:D

Die Personal- und sonstigen "Gemeinen" Kosten sind zu hoch.:) Jetzt versucht man es mit dem Turn-Around eines Fonds-Supermarktes, nachdem die eigene Performance der 300 Haus-Fonds offensichtlich nicht befriedigend ist.

Vielleicht möchte man ja auch ein paar hundert Fonds aus der eigenverantwortlichen Mache und dem Bauchladen herausnehmen.

Da vertreibt man doch lieber gleich provisionsträchtig die besseren Fonds der Konkurrenz.:D

So macht die Deutsche Bank den DWS-Fondsmanagern Beine, wenn sie nicht schon ohnedies bereits auf und weg oder auf dem Sprung dahin sind.:D


Der gemeine und lausige Laie fragt sich ohnedies schon seit langer Zeit , warum in Deutschland über 5.000 Aktien-Fonds feil geboten werden und wieso er bei Fonds in unangenehmer Weise an den Pharma-Markt erinnert wird , in dem Legionen unwirksamer oder ineffizienter Präparate zu Mondpreisen verkauft werden.

Es wird höchste Zeit , daß der Fonds-Markt und sei es mit Gewalt, gesund-gestoßen wird und seiner Kartharsis (= Reinigung/Läuterung) entgegen geht.:D



Nur mit mickriger Performance und mit skandalöser Stetigkeit steigenden Kosten ist auf die Dauer ganz sicher kein Staat zu machen. :D Das ist dürfte der sicherste Weg dazu sein , Fonds jeglicher Provenience völlig in Mißkredit zu bringen.





Die Stellung der DWS ist bedroht

Deutsche Bank will mit fremden Fondsgesellschaften kooperieren / Invesco als möglicher Partner


bpb. FRANKFURT, 3. Dezember. Die herausragende Stellung der DWS in der deutschen Fondslandschaft ist bedroht. Die Muttergesellschaft Deutsche Bank, über deren Filialen rund zwei Drittel aller DWS-Fonds verkauft werden, führt derzeit intensive Gespräche mit anderen Fondsanbietern, um auch deren Produkte aktiv zu vermarkten. Eine grundsätzliche Übereinkunft, die Möglichkeiten einer engen Zusammenarbeit auszuloten, ist nach Informationen des F.A.Z. Business-Radios bereits mit der Investmentgesellschaft Amvescap erzielt worden. Der Konzern, der von Atlanta aus geführt wird und seine Fonds in Europa unter der Marke Invesco vertreibt, gilt mit einem verwalteten Vermögen von rund 430 Milliarden Euro als größte konzernunabhängige börsennotierte Fondsgesellschaft der Welt. Durch eine Kooperation mit der Deutschen Bank erhielte Amvescap schlagartig einen flächendeckenden Vertriebszugang zum deutschen Markt. Die Deutsche Bank würde ihr Produktangebot um die Expertise eines international renommierten Investmentspezialisten erweitern. Leidtragender wäre die DWS, die sich künftig in ihrem originären Vertriebskanal hochkarätiger Konkurrenz ausgesetzt sähe.

Noch halten sich sowohl Deutsche Bank wie auch Amvescap beziehungsweise Invesco offiziell bedeckt. "Wir führen ständig Gespräche mit attraktiv erscheinenden Verkaufsorganisationen", erklärt Jean Baptiste de Franssu, der die kontinentaleuropäischen Aktivitäten von Invesco verantwortet. "Die Deutsche Bank zählt dabei sicherlich zum Kreis interessanter Geschäftspartner." Für den Vertrieb im Bereich Privatkunden und Vermögensverwaltung (PCAM) ist bei der größten deutschen Bank Vorstandsmitglied Hermann-Josef Lamberti verantwortlich. Überlegungen zu potentiellen Bündnispartnern im Fondsgeschäft will er zwar nicht kommentieren. Wohl aber bestätigt er, daß etwaige Kooperationen mit anderen Investmentgesellschaften keinesfalls auf das Anbieten weniger, besonders gefragter Fremdfonds beschränkt blieben. "Es wird kein Rosinenpicken geben", stellt Lamberti klar. "Wir wollen nicht einzelne Fünf-Sterne-Fonds anderer Unternehmen anbieten, sondern komplette Produktpaletten hochkarätiger Marken." Voraussetzung für die Vertriebsvereinbarung mit Dritten sei der gleiche Ansatz hinsichtlich Qualität und Nachhaltigkeit der Anlageform wie bei der Deutschen Bank.

Fortsetzung auf Seite 27.

Die DWS nimmt die offensichtlichen Ambitionen der Muttergesellschaft, verstärkt konzernfremde Fonds zu verkaufen, nach außen hin gleichmütig auf. "Die Kunden haben ein Recht darauf, die besten Fonds erwerben zu können", erklärt DWS-Sprecher Eckhard Bergmann. "Wir sehen dem Wettbewerb gelassen entgegen, da wir über ein sehr konkurrenzfähiges Produktangebot verfügen." Doch die forcierte Öffnung des Vertriebs hin zur sogenannten "open Architecture" muß dem Branchenführer zum jetzigen Zeitpunkt wie ein Dolchstoß vorkommen: Gerade hatte die DWS imponierende Zahlen zum Neugeschäft vorgelegt, den Marktanteil beim verwalteten Vermögen auf fast 24 Prozent gesteigert und sich mit mit der Anlageberatung DVAG einen bedeutenden Vertriebsweg neu erschlossen. Jetzt könnte auf lange Sicht der traditionell wichtigste Absatzkanal wegbrechen - der über die eigene Muttergesellschaft.

Wie rasch und wie gravierend sich der Fortfall angestammter Verkaufsbeziehungen im heiß umkämpften Fondsgeschäft auswirken kann, zeigt die Entwicklung beim Konkurrenten Deutscher Investment-Trust (Dit). Im Verlauf der verschiedenen Fusionsprojekte, welche die Dresdner Bank vor der endgültigen Übernahme durch die Allianz durchlief, haben sich die Bande zwischen Dit und Muttergesellschaft Dresdner Bank spürbar gelockert. Mittlerweile werden Dit-Fonds nur noch als eine unter vielen Anlagevarianten an den Schaltern der Bank offeriert - ein markanter Verlust an Marktanteilen im Neugeschäft ist die Folge.

Ähnliches könnte der DWS bevorstehen, wenn an den Tresen der Deutschen Bank künftig in großem Stil Fremdfonds angeboten werden. Zwar verfügen viele der 250 DWS-Fonds über ausgezeichnete Ratings verschiedener Prüfgesellschaften, was ihnen als relativ objektive Verkaufshilfe dienen dürfte. Entscheidend für den Absatz bleibt aber die subjektive Einschätzung durch die Anlageberater. Und genau dies ist die Sollbruchstelle, an der selbst traditionsreiche Beziehungen zwischen Produktlieferant und Verkäufer brechen: aus subjektiver Sicht ist für einen Anlageberater häufig der Fonds der beste, an dem er selbst am meisten verdient. Die DWS-Fonds zählen aber zu denjenigen am Markt, deren Verwaltungsgebühr - und damit auch die anteilige Bestandsprovision für den Verkäufer - am niedrigsten ist. Wenn nun der Verkauf von Fremdprodukten künftig nicht nur geduldet, sondern offiziell gebilligt und gefördert wird, erhält der Anlageberater eine lukrative Alternative. Für den Kunden verstärkt sich zugleich die Qual der Wahl - und die Pflicht, sich noch genauer über Kosten und Konditionen aufklären zu lassen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.12.2001, Nr. 282 / Seite 25

Gruß
KA:)