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Vollständige Version anzeigen : Telekom- und Auto-Bonds


KA111
03.01.2002, 01:28
Unternehmensbonds sollen sich weiter gut entwickeln


Telekomanleihen überraschen Banker positiv


ANDREA CÜNNEN


Unter den Unternehmensanleihen hätten Telekombonds eine Auszeichnung für die erstaunlichste Wende im vergangenen Jahr verdient. Anfang 2001 hatten fast alle Analysten geraten, die Finger von den Bonds mit dem größten Anteil am Markt für Unternehmensanleihen zu lassen.


HB FRANKFURT/M. Hohe Schulden durch die UMTS-Lizenzen hatten dazu geführt, dass Investoren schon im Jahr 2000 davor zurückschreckt waren, sich die Bonds ins Depot zu legen.

Spätestens Mitte 2001 wendete sich jedoch das Blatt. Die Schuldenlast der Telekomkonzerne wurde langsam überschaubarer und Großemissionen beispielsweise von France Télécom und Deutscher Telekom konnten platziert werden. Der Risikoaufschlag – so genannter Spread – von Telekombonds gegenüber Staatsanleihen engte sich 2001 leicht ein. Er beträgt inzwischen gut einem Prozentpunkt. Im Jahr zuvor war es zu einem Sprung beim Risikoaufschlag gekommen. Generell bewerten Experten Unternehmensanleihen verschiedener Laufzeiten anders als Aktien nicht nach absoluten Kursgewinnen, sondern nach der Entwicklung zu einem entsprechenden Maßstab – oft zu Staatsanleihen.

Auch für dieses Jahr empfehlen viele Banken Telekombonds. So erwartet Matt King, Kreditstratege bei JP Morgan, dass sich die Spreads von Medien- und Telekomanleihen bis zum Ende diesen Jahres gegenüber Staatsanleihen um etwa 0,20 Prozentpunkte stärker einengen werden als bei den Bonds anderer Branchen. Dabei fasst die Investmentbank in ihrem Index für europäische Unternehmensanleihen Medien- und Telekombonds zusammen. Auch von der Bonitätsseite droht den Telekomanleihen keine Gefahr. Die Konzerne dürften auch in Zukunft in der Investitionsklasse verbleiben, meint die Ratingagentur Moody’s. Zu einer drastischen Verschlechterung der Kreditwürdigkeit der Unternehmen sollte es also nicht kommen. Das ist wichtig, denn sonst müssten viele professionelle Anleger wie Fonds ihre Telekomanleihen auf Grund ihrer Anlagerichtlinien abstoßen.

Wesentlich besser als Telekomanleihen schnitten im Jahr 2001 Tabakpapiere ab, die allerdings nur eine kleine Gruppe am europäischen Bondmarkt bilden. Hier fielen die Risikoaufschläge im vergangenen Jahr nach Berechnungen der Deutschen Bank um durchschnittlich fast 0,60 Prozentpunkte. Damit ist die Rally nach Meinung einiger Analysten jedoch zunächst beendet.

Insgesamt machte 2001 der Konjunkturpessimismus den Unternehmensanleihen allgemein zu schaffen, nachdem zunächst Leitzinssenkungen der US-Notenbank für gute Stimmung gesorgt hatten. Der Pessimismus im Herbst wurde dann durch die Terroranschläge verstärkt. Zum Jahresende beflügelte die Erholung bei Aktien auch die Unternehmensanleihen. Der Lehman Index für Euro Corporate Bonds stieg 2001 gegenüber Staatsanleihen um 1,06 Prozentpunkte.

Unternehmensanleihen stehen hoch im Kurs

Im neuen Jahr stehen Unternehmensanleihen zunächst hoch im Kurs. Für das erste Quartal empfehlen die meisten Banken, diese Bondart im Vergleich zu anderen Rentenpapieren überzugewichten. Für das erste Halbjahr sieht es dagegen schon schlechter aus. So rechnet Estefanía Meana, Kreditstrategin bei Lehman Brothers, damit, dass die Risikoaufschläge von Unternehmens- gegenüber Staatsanleihen mit Blick auf die ersten sechs Monate bestenfalls stabil bleiben werden. Anja Mikus, Geschäftsführerin bei der Fondsgesellschaft Union Investment, ist hingegen optimistischer: „2002 wird im Rentenbereich generell ein Jahr für Unternehmensanleihen sein.“ Die Corporate Bonds würden auf die erwartete Konjunkturerholung in diesem Jahr positiv reagieren, zumal sie Wachstumsszenarien oft schneller vorwegnähmen als die Aktienmärkte.

King von JP Morgan ist da anderer Ansicht: „Der Optimismus über die wirtschaftliche Erholung in 2002 sollte sich nur kurzfristig positiv auf viele Branchen auswirken.“ Dann werde sich zeigen, dass die Gewinnaussichten für Unternehmen trotz allem recht schlecht seien. Ein Hauptgrund: Scharfer Wettbewerb schränkt den Spielraum für Preiserhöhungen ein.

Dies werde vor allem den Automobilsektor treffen – die zweitgrößte Branche am Euro-Bondmarkt. Autobonds sollten sich bis zum Sommer schlecht entwickeln und sich erst zum Jahresende hin erholen, wenn Überkapazitäten abgebaut würden, sagt King. Auch die Empfehlung von Merrill Lynch für Autobonds lautet: untergewichten. Die Deutsche Bank meint dagegen, dass Autoanleihen als die liquidesten Bonds unter den Zyklikern am meisten von der Konjunkturerholung profitieren werden. In den letzten Wochen des vergangenen Jahres hatten sie sich deutlich von ihren Jahrestiefs erholt.


HANDELSBLATT, Mittwoch, 02. Januar 2002, 19:02 Uhr

KA111
07.01.2002, 00:55
Interessanter Artikel über einen Strategiewechsel. Schlägt jetzt wieder die Stunde guter High-Yields-Fonds?

Anleihen
Neues Jahr - neue Strategie!


6. Jan. 2002 Aktionäre hatten - abgesehen von den jüngsten Wochen seit September - in den vergangenen eineinhalb Jahren wenig zu lachen. Freuen konnten sich dagegen alle diejenigen, die auf die sonst als langweilig verschrieenen Rentenpapiere gesetzt hatten.

Denn die Suche nach alternativen Anlagemöglichkeiten, die aufkommende Unsicherheit und nicht zuletzt die drastischen Zinssenkungen haben zu Kurssteigerungen bei diesen Papieren gesorgt und so zu einer positiven Wertentwicklung, die sich sehen lassen kann. Zumindest im Vergleich mit den meisten Aktienindizes.

Rentenmärkte haben Aktien geschlagen

So hat der Nemax All Share seit Anfang des Jahres 2000 einschließlich der Dividenden knapp 57 Prozent verloren, der Dax gab knapp 15 Prozent nach, während der Rentemarkt gemessen an den Papieren mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren im selben Zeitraum knapp acht Prozent zulegen konnte. Der Rex-Performance-Index stieg im vergangenen Jahr etwa von seinem Tief bei 238,16 im Januar 2001 auf ein Hoch von 257,77 im November, bevor sich der Trend drehte. Anfang des Jahres 2002 liegt er bei 251 Punkten.

Ein großer Teil dieses guten Entwicklung ist neben den ausgeschütteten Zinszahlungen auf die Kursentwicklung zurückzuführen. Diese kommt dadurch zustande, dass Zinspapiere immer an den vorherrschenden Zinslandschaft gemessen werden. Sinken die Leitzinsen, so werden schon länger ausstehende Rentenpapiere mit einem höheren Kupon relativ interessant. Das heißt, ihr Kurs steigt. Umgekehrt gilt das natürlich auch: steigen die Zinsen, so kommt es zu Kursverlusten.

Zinsfantasie verblasst

Nun haben die Finanzmärkte - zumindest in den USA - eine Phase stark sinkender Zinsen erlebt und die Rentenmärkte sind entsprechend gestiegen. Nun ist ein Ende dieses Senkungszyklus langsam absehbar, wenn nicht sogar schon da. Das bedeutet, die Fantasie für weiter steigende Kurse geht nicht nur verloren, sondern die Rentenmärkte haben schon einen Teil einer Gegenbewegung vorweggenommen, verbunden mit sinkenden Kursen und steigenden Renditen.

Weiter steigende Renditen sind nicht völlig ausgeschlossen, falls sich die Weltwirtschaft tatsächlich so schnell erholt, wie es zumindest die Aktienmärkte mit den steigenden Kursen andeuten. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass sich die Konjunktur eher gemächlich berappeln wird. Die Zinsen dürften sich dann kaum verändern - und wenn, dann langsam. Sicher ist nur, dass Anleger, die in Anleihen investieren, kaum mit weiteren Kursgewinnen auf Grund von Zinsänderungen rechnen können. Sie müssen ihre Strategie ändern.

Bonitätsveränderung lassen sich ausnutzen

Jetzt werden die anderen „werttreibenden“ Faktoren wieder interessant, in erster Linie der Kupon selbst, dann das Rating oder besser: die Kreditwürdigkeit. Je geringer diese ist, desto mehr Rendite verlangt der Markt und desto mehr kann ein Anleger logischerweise damit verdienen. In den Blickpunkt geraten dabei vor allem Staatsanleihen von Schwellenländern oder Unternehmensanleihen. Das extremste Beispiel dürfte aktuell Argentinien sein. Das Land befindet sich im politischen und wirtschaftlichen Chaos. Es hat sogar die Zahlungen für ausstehende Auslandsanleihen eingestellt. Das führte zu entsprechend massiven Kursverlusten und zu einer entsprechend hohen Rendite.

Sollte es aber gelingen, die Probleme zu lösen und das Vertrauen der Anleger und der Rating-Agenturen wieder zu gewinnen, dann sind entsprechende Kursgewinne möglich. Ähnlich sieht es mit den Anleihen verschiedenster Unternehmen aus. Sie wurden in der jüngsten Vergangenheit als angeschlagen betrachtet und könnten sich bei einer anlaufenden Konjunktur verbessern. So zeigt etwa des angehängte Chart, dass die im Markt aktuell implizierten Ausfallwahrscheinlichkeiten höher sind als sie sich dann tatsächlich eingestellt haben.

In diesem Sinne können Anleger unter Berücksichtigung der entsprechenden Risiken auf eine Verbesserung der Kreditqualität setzen, am einfachsten über einen geeigneten „High-Yield-Fonds“.

FAZ



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Der mittlere Chart zeigt den Vergleich zwischen dem Dax und dem Rex-Index (10 Jahre) des vergangenen Jahres. Im vergangenen Jahr schlug der REX (Anleihen ) den DAX ( Aktien :) ) haushoch. Ob das in diesem Jahr anders wird, ist noch nicht raus. Zunächst mahnt erst einmal der bestehende starke Optimismus bei den Aktien-Fans zur Vorsicht.

Gruß
KA:)