Perry27
08.01.2002, 21:20
In den neuen Euromünzen und Geldscheinen stecken Allergie auslösende und giftige Stoffe, berichtet das Magazin "Öko-Test" - aber kleinere Mengen als in der D-Mark
Schönes neues Geld: 1- und 2-Euromünzen sind nichts für Allergiker
Bild: (c) netdoktor.de Die D-Mark ist in Deutschland mit dem Jahreswechsel verschwunden. Vor den bunten Euroscheinen aus Baumwolle und blanken Euro-Münzen hat jetzt die Zeitschrift "Öko-Test" gewarnt. Sie enthielten giftige und Allergie auslösende Stoffe, so das Magazin. Eine Untersuchung ergab, dass die 1- und 2-Euro-Münzen rund 25 Prozent des Metalls Nickel enthalten und etwa 50 mal mehr Nickel freisetzen als für Modeschmuck erlaubt ist. Und auf Nickel reagieren manche Menschen empfindlich. Kommen sie mit dem silberweißen glänzenden Metall in Kontakt, rötet sich die Haut, juckt und bildet Bläschen (Kontaktallergie). Nach Angaben der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe e.V. führt Nickel mit 17 Prozent
die Hitliste aller Kontaktallergien in Deutschland an (Jeansknopf- oder Modeschmuckallergie). "Kassierer, Bankangestellte und Personen, die beruflich viel mit Münzgeld in Berührung kommen", warnt Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes deutscher Allergologen (ADÄ), "haben ein erhöhtes Risiko, eine Nickel-Allergie zu entwickeln." Warum in einigen Münzen wieder 25 Prozent Nickel sein müsse, sei ihm unverständlich. Das Bundesfinanzministerium erklärte, in den Euromünzen sei nur noch halb so viel Nickel enthalten wie in den D-Mark-Geldstücken, berichtet die "Financial Times". Nickel sei für die Kontrolle der Münzen in den Automaten wichtig.
Giftige Baumwoll-Scheine
Auch einige Euroscheine können für Allergiker unangenehm werden. Die rötlichen 10-Euro-Banknoten, so Öko-Test, enthielten giftige zinnorganische Verbindungen, darunter Tributylzinn (TBT). Schon kleinste Mengen dieser Substanz reichten, um das Immun- und Hormonsystem von Menschen und Tieren zu beeinträchtigen, berichten die Tester. Die zugesetzten Chemikalien stabilisieren die Farben in den Geldscheinen und schützen sie vor dem Ausbleichen, zum Beispiel durch Sonnenlicht. "Diese Hormongifte gehören nicht in Geldscheine", sagte der Hormon-Experte Dietrich Klingmüller von der Universität Bonn dem Verbraucherschutz-Magazin.
Immerhin gibt es jetzt weniger nickelhaltige Geldstücke als zu Zeiten der D-Mark. Nach Angaben der Bundesbank war das Metall bisher in 50-Pfennig- sowie 1-, 2- und 5-DM-Münzen enthalten. Die Legierung dieses "Silbergeldes" besteht zu 75 Prozent aus Kupfer und zu 25 Prozent aus Nickel. Diese Zusammensetzung gibt es jetzt nur noch bei den silberfarbenen Bestandteile der 1- und 2-Euro-Münzen. Die roten 1-, 2- und 5-Cent-Münzen bestehen dagegen aus Stahl mit Kupferauflage, die gelben 10-, 20- und 50-Cent-Münzen aus "Nordischem Gold", einer Kupfer-Aluminium-Zink-Zinn-Legierung.
Im Alltag kommt an dem Metall Nickel niemand vorbei. Es steckt nicht nur in Münzen, sondern auch in Türklinken, Armaturen, Kochtöpfen, Besteck, Reißverschlüssen und Knöpfen. Ob die silbernen Geldstücke wirklich eine Allergie auslösen können, ist umstritten. Seit Jahrzehnten gebe es die nickelhaltigen DM-Münzen, argumentieren Experten. Bei Kassiererinnen sei eine Allergie nur in Einzelfällen beobachtet worden. Auch eine Ärztin des Münchner Gewerbeaufsichtsamtes kann die Warnungen nicht nachvollziehen. Nach ihren Erfahrungen seien weder Kassiererinnen noch Verbraucher gefährdet. Sie findet: "Das ist Angstmacherei."
Quelle: Netdoktor.de / dpa
Perry
Schönes neues Geld: 1- und 2-Euromünzen sind nichts für Allergiker
Bild: (c) netdoktor.de Die D-Mark ist in Deutschland mit dem Jahreswechsel verschwunden. Vor den bunten Euroscheinen aus Baumwolle und blanken Euro-Münzen hat jetzt die Zeitschrift "Öko-Test" gewarnt. Sie enthielten giftige und Allergie auslösende Stoffe, so das Magazin. Eine Untersuchung ergab, dass die 1- und 2-Euro-Münzen rund 25 Prozent des Metalls Nickel enthalten und etwa 50 mal mehr Nickel freisetzen als für Modeschmuck erlaubt ist. Und auf Nickel reagieren manche Menschen empfindlich. Kommen sie mit dem silberweißen glänzenden Metall in Kontakt, rötet sich die Haut, juckt und bildet Bläschen (Kontaktallergie). Nach Angaben der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe e.V. führt Nickel mit 17 Prozent
die Hitliste aller Kontaktallergien in Deutschland an (Jeansknopf- oder Modeschmuckallergie). "Kassierer, Bankangestellte und Personen, die beruflich viel mit Münzgeld in Berührung kommen", warnt Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes deutscher Allergologen (ADÄ), "haben ein erhöhtes Risiko, eine Nickel-Allergie zu entwickeln." Warum in einigen Münzen wieder 25 Prozent Nickel sein müsse, sei ihm unverständlich. Das Bundesfinanzministerium erklärte, in den Euromünzen sei nur noch halb so viel Nickel enthalten wie in den D-Mark-Geldstücken, berichtet die "Financial Times". Nickel sei für die Kontrolle der Münzen in den Automaten wichtig.
Giftige Baumwoll-Scheine
Auch einige Euroscheine können für Allergiker unangenehm werden. Die rötlichen 10-Euro-Banknoten, so Öko-Test, enthielten giftige zinnorganische Verbindungen, darunter Tributylzinn (TBT). Schon kleinste Mengen dieser Substanz reichten, um das Immun- und Hormonsystem von Menschen und Tieren zu beeinträchtigen, berichten die Tester. Die zugesetzten Chemikalien stabilisieren die Farben in den Geldscheinen und schützen sie vor dem Ausbleichen, zum Beispiel durch Sonnenlicht. "Diese Hormongifte gehören nicht in Geldscheine", sagte der Hormon-Experte Dietrich Klingmüller von der Universität Bonn dem Verbraucherschutz-Magazin.
Immerhin gibt es jetzt weniger nickelhaltige Geldstücke als zu Zeiten der D-Mark. Nach Angaben der Bundesbank war das Metall bisher in 50-Pfennig- sowie 1-, 2- und 5-DM-Münzen enthalten. Die Legierung dieses "Silbergeldes" besteht zu 75 Prozent aus Kupfer und zu 25 Prozent aus Nickel. Diese Zusammensetzung gibt es jetzt nur noch bei den silberfarbenen Bestandteile der 1- und 2-Euro-Münzen. Die roten 1-, 2- und 5-Cent-Münzen bestehen dagegen aus Stahl mit Kupferauflage, die gelben 10-, 20- und 50-Cent-Münzen aus "Nordischem Gold", einer Kupfer-Aluminium-Zink-Zinn-Legierung.
Im Alltag kommt an dem Metall Nickel niemand vorbei. Es steckt nicht nur in Münzen, sondern auch in Türklinken, Armaturen, Kochtöpfen, Besteck, Reißverschlüssen und Knöpfen. Ob die silbernen Geldstücke wirklich eine Allergie auslösen können, ist umstritten. Seit Jahrzehnten gebe es die nickelhaltigen DM-Münzen, argumentieren Experten. Bei Kassiererinnen sei eine Allergie nur in Einzelfällen beobachtet worden. Auch eine Ärztin des Münchner Gewerbeaufsichtsamtes kann die Warnungen nicht nachvollziehen. Nach ihren Erfahrungen seien weder Kassiererinnen noch Verbraucher gefährdet. Sie findet: "Das ist Angstmacherei."
Quelle: Netdoktor.de / dpa
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