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Silke
09.01.2002, 10:44
Querbeet inkl. BTK bewegen wir uns bei den Bios auf einen schmalen Pfad - wir drohen abzustürzen wenn nicht bald eine Meldung herbeiströmt die uns retten wird. Retten? Ralph hatte ein paar bedenkliche Anmerkungen diesbezgl. die vergangenen Tage gemacht...sagen wir besser wir brauchen etwas, was uns einen push verleiht :D !

Nachfolgendes könnte diesen gewissen Push auslösen. Gerade für Daytrader lauern hier verdammt gute Chancen - man sollte nur am Ball bleiben um den Zug nicht zu verpassen und evtl. auch die Haltestelle nicht verpennen ;) !

Biotech: Anleger hoffen auf neuen FDA-Chef [ 08.01.02, 17:44 ]
Von : Iris Gagel




US-Präsident George W. Bush will nach Aussagen von Beratern des US-Kongresses bis Ende diesen Monats das neue Oberhaupt für die US-Gesundheitsbehörde bekannt geben. Sie ist bereits seit einem Jahr führungslos. Davon dürften vor allem diejenigen Biotech- Firmen profitieren, die in der Vergangenheit besonders stark unter langwierigen Zulassungsverfahren zu leiden hatten.






Bis 2005 sollen 300 neue Medikamente zugelassen werden


Zuletzt war die FDA wegen ihrer zurückhaltenden Zulassungspolitik zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Fälle wie das Bayer-Medkament CiproBay, das im vergangenen Jahr wegen unerwünschter Nebenwirkungen vom Markt genommen werden musste, bestätigten die Behörde in ihrer Politik.

Gleichzeitig drängen aber immer mehr Firmen mit neuen Wirkstoffen auf den Markt, bis im Jahr 2005 ist mit etwa 300 Neuzulassungen zu rechnen. Demgegenüber stand bislang die mangelnde Richtlinienkompetenz einer führungslosen Behörde, die nicht nur in Einzelfällen zu massiven Verzögerungen bei der Zulassung neuer Medikamente führte.

Jüngstes Beispiel: Das Krebsmedikament Zevalin der US-Biotechfirma IDEC. Obwohl die FDA bereits grünes Licht für die klinischen Ergebnisse gab, beanstanden die Beamten jetzt das Herstellungsverfahren. Die Begründung: Die Produktion bei dem Auftragsfertiger entspreche nicht den FDA-Richtlinien.

Mit einem Minus von sechs Prozent für die IDEC-Aktie hält sich der Kursverlust jedoch in Grenzen. Denn dass das Präparat auf den Markt kommt, ist so gut wie sicher, da die FDA keine weiteren klinischen Tests von IDEC verlangt hat. Aber der Termin für die Markteinführung könnte sich wegen der Beanstandung der Produktionsanlagen um einige Monate verzögern. Wegen der aktuell hohen Bewertung (2002er KGV von 77) drängt sich ein Einstieg in den Wert nicht auf.

Weniger glimpflich endete in der vergangenen Woche das Zulassungsverfahren für das Darmkrebsmedikament Erbitux der US-Biotechschmiede ImClone. Die Behörde verweigerte dem Präparat auf Basis der eingereichten Materialien die Zulassung. Es gilt als nur allzu wahrscheinlich, dass die FDA im Laufe des Monats neue klinische Studien verlangen wird.

Ist dies der Fall, wird sich die Markteinführung um mindestens ein Jahr verzögern mit der Folge, dass das Unternehmen in naher Zukunft noch keine Gewinne erwirtschaften wird. boerse-online.de empfiehlt deshalb, die Aktie zu VERKAUFEN.

Inmitten dieser Wirrnisse taucht plötzlich Licht am Ende des Tunnels auf. US-Präsident Bush scheint sich dem wachsenden Druck der Öffentlichkeit zu beugen und will bis Ende diesen Monats den neuen FDA- Commissioner bekannt geben. Als wahrscheinlichste Kandidaten gelten Alastair Wood, Professor für Medizin und Pharmakologie an der Vanderbilt Universität und Lester Crawford, Chef des Virginia Center for Food and Nutrition Policy.

Unabhängig davon, wer gewählt wird: Ist der neue Chef erst einmal im Amt, stehen die Chancen gut, dass wegen der klaren Richtlinienkompetenz die Unsicherheit der Beamten schwindet und Zulassungsverfahren für neue Medikamente demnächst wieder zügiger ablaufen werden. Hinzu kommen psychologische Effekte, die bei der Bekanntgabe des neuen Commissioners die gesamte Biotech- Branche beflügeln dürften. Davon werden vor allem Firmen wie Icos, IDEC, CV Therapeutics, Vertex oder Neurocrine Biosciences profitieren, die über weit entwickelte Medikamente verfügen.

Letztendlich stehen jedoch die großen Pharmaunternehmen auf der Siegerseite. Sie können nun, nachdem die Aktien vieler Medikamentenentwickler wegen Zulassungsverzögerungen nur noch einen Bruchteil ihres letztjährigen Börsenwertes besitzen, nach geeigneten Übernahmekandidaten Ausschau halten.

(börse-online)

KA111
09.01.2002, 12:28
Hornblower BioStocks Daily vom 9.1.2002
Von Cand. Med. Luitpold Kistler

Amerikanische Konjunkturdaten wurden mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Die US-Verbraucherkredite präsentierten sich gestern mit 19,8 Mrd. USD nahe der 60-jährigen Höchstmarke und übertrafen deutlich die Schätzungen der Marktbeobachter (4,7 Mrd. USD). Im Gegensatz dazu fielen die Auftragseingänge der US-Industrie (factory orders) im November (-3,3%) gegenüber Oktober (+7,0%) stärker als Wirtschaftsexperten es angenommen hatten. Negativ wirkte sich die Nachricht des Computerherstellers Gateway (GTW; 888851) aus, der zwar im 4. Quartal 2001 einen Gewinn pro Aktie erwartet, aber zugleich einen deutlichen Um-satzrückgang prognostizierte. Die Nasdaq pendelte gestern bis kurz vor Handelschluss um ihren Schlussstand, kletterte aber in den letzten Handelsminuten nach oben und verließ die Sitzung mit einem Plus von +0,92% bei 2.055,74 Zählern. Geringe Kauflaune herrschte auch im Biotechsektor. Die Situation um ImClone Systems (IMCL, 883074) führten am gestrigen Tag zu anhaltender Verunsicherung und Ungewissheit bei den Marktteilnehmern, die zunehmend befürchten, dass ImClone kein Einze lfall in naher Zukunft bleiben wird. Zudem wurde Affymetrix (AFFX; 901198) von Merrill Lynch von "Strong buy" auf "Buy" herabgestuft.

Der Amex Biotechnology Index tendierte am Dienstagabend in einer engen Handelspanne dennoch mit einem kleinen Plus von +0,05% bei 559,80 Zählern nahe seinem Vortagesschlussstand. Biogen (BGEN; 866822) gab nachbörslich bekannt, dass das Unter-nehmen von einem konstanten Wachstum (20% EPS-Wachstum p.a.) ausgeht und bis 2005 einen Umsatz von 2,0 Mrd. USD anpeilt. Abgenix (ABGX; 915298) meldete gestern den Start einer Phase II-Studie mit seinem Hoffnungsträger ABX-EGF zur Behandlung des kolorektalen Karzinoms. Dies ist mittlerweile schon die fünfte Testreihe der Phase II mit ABX-EGF in diversen Indikationen.

Ziel der Studie, in der 84 Patienten 48 Wochen behandelt werden, ist es, die Sicherheit und Wirkung des experimentellen Medika-ments in Kombination mit einer Standard-Chemotherapie zu evaluieren. ABX-EGF ist ein monoklonaler Antikörper, der gegen den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFr) gerichtet ist, der auf der Oberfläche vieler Tumorzellen nachgewiesen wurde. Mit dieser neuen Studie laufen zur Zeit zwei Studien in der II. klinischen Phase zur Behandlung des kolorektalen Karzinoms - zum einen als Monotherapie und zum anderen als Komb inationstherapie. Bisherige Ergebnisse aus Studien der I. klinischen Phase doku-mentierten, dass das Medikament von den Patienten gut toleriert wurde und bereits in geringer Dosis Wirkung bewiesen hat. ABX-EGF wird in Kooperation mit Immunex (IMNX; 886727) entwickelt. Die Aktien von Abgenix konnten sich nach dieser Nachricht nicht verbessern und gaben -0,28 USD auf 29,15 USD ab.

Vertex Pharmaceuticals (VRTX; 882807) verkündete am Dienstag, dass man VX-799, ein small molecule-Wirkstoff, der die Kaspase hemmt; als mögliches Medikament zur Behandlung der Blutvergiftung (Sepsis) entwickeln wird. Zur Zeit laufen bereits eine Reihe präklin ischer Tests zur Vorbereitung auf die klinischen Phasen. Kaspase-Hemmer sind mitunter in der Lage, Zell- und Gewebeschäden zu stoppen. Des weiteren spielen sie ein wichtige Rolle bei der Apoptose (programmierter Zelltod) und bei Entzün-dungen - zwei molekularbiologische Vorgänge, die von der Kaspase reguliert werden und in engem Zusammenhang mit der Sepsis stehen. Verantwortliche von Vertex sehen der Entwicklung von VX-799 sehr optimistisch entgegen, da der Wirkstoff einer der ersten Kaspase-Hemmer ist, der in die klinischen Tests vorrückt und zudem einen neuartigen Therapieansatz für Sepsis -Patienten darstellt, denen bis jetzt nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung standen. Vertex schloss den Handel am Dienstag mit einem Minus von -0,51 USD bei 23,28 USD.

Die britische Cambridge Antibody Technology (CAT LN; 907617) gab gestern bekannt, dass sie mit Human Genome Sciences (HGSI; 889323) eine Kooperation eingegangen ist mit dem Ziel, einen Antikörper zu entwickeln, der zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden kann. Der Antikörper ist gegen den TRAIL Rezeptor 1 gerichtet. Bereits im März 2000 haben beide Unternehmen eine Vereinbarung über vielfältige Produktentwicklungen getroffen. Im Rahmen der Vereinbarung wird Human Genome Sciences den Antikörper entwickeln und vermarkten. Cambridge Antibody erhält Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen. Human Geno-me gab gestern um -0,80 USD auf 30,38 USD nach, CAT schlossen gestern in London mit einem Minus von 0,46% bei 1.744 GBp .

Im Blickpunkt: deCODE Genetics (DCGN; 936174) übernimmt MediChem Life Sciences (MCLS; 563481)

Die Übernahmenwelle rollt - wie von uns prognostiziert - weiter. Das isländische Biotechunternehmen deCODE Genetics ließ am Dienstag verlauten, dass man für 83,6 Mio. USD in Aktien das amerikanische Unternehmen MediChem Life Sciences über-nehmen will. deCODE will sich durch diese Akquisition den steinigen Weg von einem reinen Anbieter technologischer Plattfor-men im Bereich der Genomik zu einem voll integrierten biopharmazeutischen Unternehmen ebnen. Durch die Akquisition erwirbt sich deCODE Expertise und Technologien in den Bereichen kombinatorische Chemie und Proteomik und kommt damit seinem Bestreben, genetisch relevante Zielmoleküle in Medikamente umzusetzen, einen wichtigen Schritt näher. deCODE verlor -5,71% auf 9,45 USD, während MediChem um +19,15% auf 2,80 USD zulegen konnte.

www.hornblower.de

KA111
10.01.2002, 11:43
Hornblower BioStocksDaily vom 10.1.2002
Von Cand. Med. Steffen Bössner
Trotz positiver Nachrichten konnte die technologielastige Nasdaq nicht im Plus schließen. Die guten Nachrichten der Technologie-unternehmen Oracle (ORCL; 871460), Cisco Systems (CSCO; 878841) und SAP (SAP GR; 716460) bescherten dem Index zu Handelsbeginn solide Zugewinne, die besonders auf den Softwaresektor zurückzuführen waren. Kurz vor Handelsschluss kam die Nasdaq noch einmal stark unter Druck und schloss somit einem leichten Minus von -10,85 Punkten oder -0,53% bei 2044,89 Zäh-lern.

Der Amex Biotechnology Index musste nach einem ähnlichen Handelsverlauf gestern um -4,08 Punkte oder -0,73% auf 555,72 Zähler abgeben. Geron (GERN; 902213) und die Wisconsin Alumni Research Foundation (WARF) verkündeten gestern, dass sie ihren Rechtsstreit niedergelegt haben und ein neues Lizenzabkommen für die Kommerzialisierung von embryonalen Stammzelltechnologien schließen konnten. Dieses neue Abkommen ersetzt die frühere Lizenzvereinbarung und löst sämtliche Streitfragen, deren Klärung die gericht-liche Anklage erzielen sollte, welche die Wisconsin Alumi Research Foundation im August 2001 gegen Geron erhob. Nach dem neuen Lizenzabkommen erhält Geron die exklusiven Rechte für die Entwicklung von therapeutischen und diagnostischen Produk-ten, die auf aus embryonalen Stammzellen (hESC) generierten neuralen, kardiomyozytischen und pankreatischen Ephitelzellen basieren. Geron bekommt weiterhin die nicht-exklusiven Rechte für die Entwicklung von therapeutischen und diagnostischen Er-zeugnissen aus von hESC-Zellen differenzierten blut-, knorpel- und knochenbildenden Zellen. Geron verlor im gestrigen Handel -0,26 USD oder -2,91% auf 8,68 USD.

Im Blickpunkt: Antikörper-Spezialist Medarex (MEDX; 883040) mit einer Serie guter Nachrichten Sangamo BioSciences (SGMO; 936386) und Medarex gaben gestern den Beschluss einer Zusammenarbeit bekannt, von der sich beide Unternehmen erhoffen, die von Sangamo entwickelte Genregulations-Technologieplattform (ZPF) einsetzen zu können, um die Antikörperproduktion in Zelllinien von Säugetieren erhöhen zu können. Den Vereinbarungen des Abkommens zu Folge wird Medarex über einen Zeitraum von zwei Jahren die Forschungsarbeit von Sangamo finanziell unterstützen. Medarex wird hierbei die nicht-exklusiven Lizenzrechte erhalten, um die neuentwickelten Zelllinien zur Herstellung von Antikörperprodukten einzuset-zen. Sangamo erhält hingegen den Anspruch auf Meilensteinzahlungen sowie Lizenzgebühren und Umsatzbeteiligungen aus den Verkäufen jeglicher aus dieser Kooperation hervorgebrachter Produkte. Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht. Ferner gab die britische Oxford GlyoSciences (OGS; 913643) bekannt, dass die Zusammenarbeit mit Medarex und seiner däni-schen Tochter Genmab (GE9D NM; 565132) nun erste Früchte trägt. Das erste Medikament, das durch den Einsatz Oxford Gly-cosciences´ Proteomik-Technologien hergestellt werden soll, ist ein therapeutischer Antikörper zur Behandlung von Brustkrebs, welcher durch die Hilfe von Medarex und Genmab bei der Produktentwicklung in etwa einem Jahr in die klinischen Testphasen eintreten soll. Dieser neue monoklonale Antikörper der drei Partnerunternehmen hat das Enzym Heparanase I zum Angriffsziel, welches mit dem Wachstum und der Metastasierung von diversen Tumor in Zusammenhang steht. OGS, Medarex und Genmab arbeiten darüber hinaus noch an sechs weiteren Angriffszielen, die gemeinsam mit der Heparanase I in etwas 85% von allen Brust-krebserkrankungen eine Rolle spielen, und planen die gemeinsame Entwicklung von sowohl Antikörpermedikamenten als auch Impfstofftherapien zur Behandlung von Brustkrebs.

Weiterhin kündigte Medarex selbst ein umfassendes klinisches Impfstoffprogramm zur Behandlung einer Vielzahl von Tumor-formen an, welches auch die Bekämpfung von fortgeschrittenen und unheilbaren malignen Melanomen zum Ziel hat. Zwei poten-tielle Melanomprodukte dieses Impfstoffprogramms befinden sich bereits auf dem Weg zu klinischen Phase I/II-Studien. Das klinische Impfstoffprogramm beinhaltet eine Reihe von verschiedenen Melanomimpfstoffen, die in Verbindung mit dem Wirkstoff MDX-010 eingesetzt werden sollen. MDX-010 ist ein von Medarex entwickelter, humaner Antikörper, der sich an das Molekül CTLA-4 andockt, welches in Verbindung zu stehen scheint mit der Unterdrückung einer normalen Immunantwort gegenüber Krebs. Die Impfstoffe wurden so designt, dass sie eine Gegenreaktion von dem eigenen Immunsystem des Patienten gegen den Krebsbefall auslösen sollen. Gegenwärtig geht Medarex klinischen Tests mit MDX-010 in Verbindung mit zwei Melano-mimpfstoffen nach und erwartet, mit klinischen Studie bezüglich weiterer Impfstoffe im Laufe des Jahres beginnen zu können. Schließlich wurde auch eine Kooperation mit Tularik (TLRK; 931242) verkündet. Beide Unternehmen wollen gemeinsame thera-peutische Antikörper für die Therapie von diversen Tumoren entwickeln. Tularik liefert dazu drei Onkogene (genetische Zielstruk-turen, die in Zusammenhang mit der Krebsentstehung stehen), gegen die Medarex die entsprechenden Antikörper generieren soll. Medarex verlor trotz der positiven Nachrichtenlage -0,53 USD oder -3,17% auf 16,17 USD. Wir bestätigen unser OUTPER-FORM- Rating für Medarex, da das Unternehmen auf dem lukrativen Markt für therapeutische Antikörper langfristig sehr gut positioniert ist und die entsprechenden Weichen für entsprechende Produkte am Markt und signifikante Marktanteile gestellt sind.

(Quelle: Hornblower)

KA111
15.01.2002, 11:16
Hornblower BioStocks Daily
15.01.2002 11:08:00



Schlechter Wochenstart an den internationalen Börsen: Die zurückhaltende Rede von Alan Greenspan am letzten Freitag, in der er der amerikanischen Wirtschaft zwar eine leichte Erholung bestätigte aber zugleich auch vor zukünftigen Risiken warnte, führte zu Wochenbeginn zu Verunsicherung unter den Anlegern.
Marktexperten von Merrill Lynch rieten gestern den Anlegern, von Aktien auf Anleihen umzusteigen, da sich ihrer Meinung nach die Aktienmärkte seit dem 11. September zu stark erholt haben und zur Zeit überbewertet sind. Merrill Lynch reduzierte daraufhin den Aktienanteil in ihrem Portfolio von 60% auf 50%. Die Nasdaq konnte sich am ersten Tag der Handelswoche nicht über der wichtigen Marke von 2.000 Punkten halten und fiel um -1,57% auf 1.990,74 Punkte. Schlimmer erwischte es den Amex Biotechnology Index. Der BTK brach gestern durch die wichtige Unterstützung im Bereich von 550 Punkten und schloss mit einem Minus von -3,60% bei 541,75 Punkten auf Tagestiefstkurs. Mit dem Fall der Unterstützungslinie im Bereich von 550 Punkten sind weitere Kursverluste vorprogrammiert.

Desaster für Miravant Medical Technologies (MRVT; 895726). Das Unternehmen gab bereits am Sonntag bekannt, dass ihr experimentelles Medikament SnET2 zur Behandlung der Makula-Degeneration in einer fortgeschrittenen Studie der klinischen Tests sein Hauptziel verfehlt hatte. Miravant und Pharmacia (PHA; 936850) kooperieren bei der Entwicklung von SnET2, das den Verlust der Sehkraft bei Patienten über 50 Jahren (jährlich 400.000 neue Fälle), der durch eine Makula-Degeneration ausgelöst wird, bessern soll. Verantwortliche des Unternehmens erklärten, dass das Medikament nicht die gewünschte Wirkung bei der Verbesserung der Sehvermögens gezeigt hatte. Wissenschaftler des Unternehmens werden die evaluierten Daten nochmals prüfen, um die weitere Vorgehensweise mit SnET2 planen zu können. Einen wichtiger Punkt wird hierbei das Cashvermögen des Unternehmens spielen. Mit einem aktuellen Cashbestand von 13 Mio. USD und einer burn rate von 5,0 bis 5,5 Mio. USD pro Jahr dürfte es mitunter sehr entscheidend sein, inwieweit Miravant in der Lage ist, die burn rate zu senken und damit Kosten zu sparen, da zusätzliche Testreihen für SnET2 immer wahrscheinlicher werden. SnET2 ist das führende Medikament von Miravant. Die Aktien von Miravant stürzten zu Börsenbeginn um mehr als 7,0 USD ab und konnten sich im Lauf der Sitzung nicht mehr erholen. So verließ Miravant den Handel als Tagesverlierer mit -74,97% bei einem Kurs von 2,44 USD.

Am Montag verschob der oberste U.S.-Gerichtshof ohne Kommentar die Berufung von Eli Lilly (LLY; 858560) gegen eine Patententscheidung, die es dem Generikahersteller Barr Laboratories (BRL; 873170) erlaubt, eine Kopie von Eli Lillys Blockbuster Prozac zur Behandlung von Depressionen zu vermarkten. Prozac, das 1988 auf dem Markt eingeführt wurde, konnte im Jahr 2000 Umsätze in Höhe von 2,5 Mrd. USD erzeugen und war damit das führenden Produkt von Eli Lilly. Im August 2000 hatte ein amerikanisches Berufungsgericht entschieden, den Patentschutz für das Antidepressivum von Dezember 2003 auf August 2001 zu verkürzen. Der Gerichtshof begründete seine Entscheidung damit, dass Eli Lilly Prozac zweifach patentiert hat – zuerst ein Patent für die aktive Substanz des Medikaments und anschließend ein weiteres Patent, nachdem das Unternehmen ein zusätzliches Anwendungsgebiet für Prozac gefunden hatte. Im Mai letzten Jahres hatte der Gerichtshof sein Urteil diesbezüglich nochmals bekräftigt. Eli Lillys Chancen auf eine Anhörung durch den obersten Gerichtshof waren aber von vornherein sehr gering, da das oberste amerikanische Gericht in patentrechtlichen Fragestellungen nur äußerst selten das Urteil des Berufungsgerichts anzweifelt. Seit dem Patentablauf im letzten Jahr sind die Umsätze von Prozac dramatisch eingebrochen. Die Aktien von Eli Lilly konnten gestern gegen den Trend zu legen, da die Ablehnung der Anhörung im Vorfeld bereits erwartet wurde. Eli Lilly stieg um +0,79% auf 77,00 USD.

Biovail (BVF; 809528) verkündete am Montag signifikante Testergebnisse aus einer Phase III-Studie mit seiner erweiterten Version von Tramadol. Tramadol ist ein Mittel gegen leichte und starke Schmerzen. In der klinischen Testreihe wurde das Medikament in der Dosis von 300 mg, 200mg und als Placebo verabreicht und konnten bei Patienten mit Schmerzen im unteren Rückenbereich zu einer signifikanten Schmerzreduktion führen. Die neuartige Version von Tramadol wird zur Zeit unter dem Handelsnamen Ultram von einer Tochterfirma des Pharmakonzerns Johnson & Johnson (JNJ; 853260) verkauft. Im letzten Jahr stiegen die Umsätze von Ultram um 16,5% auf 620 Mio. USD an. Biovail tendierte zu Handelsschluss leichter und gab -0,99 USD auf 52,29 USD nach.

Quelle: Hornblower Fischer

Silke
15.01.2002, 13:47
Nachfolgende Fakten dürften wohl der wirkliche Auslöser für die momentane HANDBREMSE im Biotech-Sektor sein.

Einstiege zur Zeit wären höchstspekulativ und keinesfalls ratsam. Man muß echt aufpassen was hier hinter der Bühne, gerade in der Politik gedreht wird.

Hier sticht die Politik - Fundamentales und Charttechnik aus. Ähnlich wie bei dem Gold........naja :D !

Biotech: Die Angst vor dem Bremser [ 14.01.02, 18:00 ]
Von Iris Gagel




Verbraucherschutz auf der einen, wirtschaftliche Interessen auf der anderen Seite. Beide Parteien unter einen Hut zu bringen, ist äußerst schwierig. Aktuell sieht es so aus, als gewinne bei der Wahl des Chefs der US-Gesundheitsbehörde FDA der Verbraucherschutz die Oberhand.






Medizinische Forschung ist langwierig und kostenintensiv.


Für die betroffenen Unternehmen bedeutet das: Langsamere Zulassungsverfahren und strengere Sicherheitsvorschriften bei neuartigen Wirkstoffen. Von den beiden Kandidaten Alastair Wood und Lester Crawford gilt ersterer als der aussichtsreichere Anwärter auf das Amt - zum Leidwesen von Anlegern und Investoren.

Denn Wood, Professor für Medizin und Pharmakologie an der Vanderbilt Universität, plädiert für einen restriktiveren Kurs der FDA. Wirtschaftliche Interessen, so Woods Überzeugung, seien der Grund dafür, dass in der Vergangenheit wiederholt Medikamente weiterhin verkauft wurden, obwohl schwerwiegende Nebenwirkungen bereits bekannt waren.

Um zu verhindern, dass sich solche Fälle in Zukunft wiederholen, will Wood auch bei neuen Wirkstoffen, die schon zugelassen sind, Sicherheitsbestimmungen einführen. Bevor die Tabletten in großen Mengen auf dem Markt verkauft werden, sollen sie an einer kleinen Anzahl von Patienten auf Langzeitfolgen und Überkreuzwirkungen mit anderen Medikamenten gestestet werden.

Für die betroffenen Pharma- und Biotechfirmen bedeutet das: Eine Verschiebung der prognostizierten Medikamentenumsätze um mindestens ein halbes Jahr in die Zukunft sowie negative Auswirkungen auf das Gewinnwachstum und die Bewertung. Dabei können größere Pharmakonzerne wie Eli Lilly, Aventis oder Pfizer finanzielle Verluste mit einem breiten Produktspektrum besser auffangen als kleinere Biotechgesellschaften.

Außer strengeren Kontrollen für kommerziell erhältliche Medikamente will Wood auch die Anzahl neu zugelassener Arzneimittel reduzieren: Seiner Meinung nach sind viele Medikamente gegen Erkrankungen überflüssig, für die es bereits etablierte Arzneimittel gibt.



Die Wahrscheinlichkeit, dass er sich damit generell durchsetzt, ist gering. Insbesondere bei tödlichen Erkrankungen wie Krebs und Aids, gegen die es bislang nur wenige wirksame Medikamente gibt, ist auch weiterhin mit dem bisher gängigen Prozedere zu rechnen.

Eine Einschränkung wäre allenfalls bei nicht lebensbedrohlichen Krankheiten wie Magen-Darm-Medikamenten denkbar. Hier würden vor allem die Hersteller billiger Nachahmer-Medikamente wie Atrix, Barr Laboratories, Teva oder Andrx profitieren.

Wegen der Gefahr kurzfristiger Kursverluste, bedingt durch psychologische Effekte, sollten Anleger zunächst abwarten, für welchen Kandidaten sich US-Präsident George W. Bush entscheidet. Der neue Commissioner soll nach Aussagen von Beratern des US-Kongresses bis Ende dieses Monats bekannt gegeben werden.

KA111
15.01.2002, 14:37
Die Position des Präsidenten der FDA war seit über einem Jahr vakant. Offensichtlich kam man seitens der Branche auch so ganz gut hin. :D Jetzt aber wächst der politische Druck, endlich einige Grundsatzufragen kompetent zu regeln. Die Charts aber sind trotz all dem nicht außer Kraft gesetzt. :)

Gruß
KA:)

Silke
15.01.2002, 15:18
Hi KA,

ich denk schon - allerdings kommt es auf die Anlegerstruktur an. Betreibt man Bottom-Fishing - dann versagt z.Zt. die Charttechnik, da aufgrund der politischen Gegebenheiten einfach nicht mit einen bounce spekuliert werden kann.

Deshalb diese Aussage - der Fall kann stoppen ....intraday mehr als 10% möglich, sofern eine politische goodnews kommen sollte - es kann aber andererseits tierisch in die Hose gehen.

Mal abwarten wie es ausgeht - je tiefer der Fall - desto mehr dürfte eingepreist sein wenn es um die Ernennung des neuen FDA Präsidenten geht. Denn man kompensiert zur Zeit alles nur Schlechtmögliche.

Eigentl. eine recht interessante Geschichte die sich hier zur Zeit abspielt.


Börse interessant gestaltet

:D
silke