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KA111
11.01.2002, 02:04
Angriff auf das World Trade Center nun ein Versicherungsstreit
Parteien vor einem New Yorker Richter
Ein New Yorker Richter wird befinden müssen, ob es sich beim Anschlag auf das World Trade Center um einen oder zwei Terrorakte gehandelt hat. Die Frage ist entscheidend, weil davon die von den Versicherungen zu zahlende Summe abhängt.

(afp) Ein New Yorker Richter soll darüber befinden, ob es sich bei den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September um einen oder zwei Terrorakte gehandelt hat. Bei einer Anhörung vor dem Bundesgericht von Manhattan argumentierten die Anwälte der Versicherungsunternehmen, der Einsturz des ersten WTC-Zwillingsturmes habe zum Einsturz des zweiten geführt. Beide Gebäude teilten sich zudem ein gemeinsames Fundament. Nach Ansicht des Immobilienmagnaten und Pächters des zerstörten Welthandelszentrums, Larry Silverstein, handelte es sich bei den Angriffen mit zwei entführten Passagiermaschinen jedoch um zwei Anschläge.

Silverstein fordert von den Versicherungen für jedes der zerstörten Gebäude die Summe von 3,6 Mrd. Dollar (mehr als 6,3 Mrd. Franken). Die Versicherungen, allen voran der Schweizer Rückversicherer Swiss Re, wollen den Richter jedoch davon überzeugen, dass es sich bei den Anschlägen um einen einzigen Terrorakt handelte. In diesem Fall müssten sie statt 7,2 Mrd. Dollar nur die Hälfte zahlen. Der Richter räumte den Parteien eine achtwöchige Frist ein, um an ihren Dossiers zu feilen. Die Anwälte Siversteins dringen auf eine rasche Entscheidung, da die Versicherungssumme für den Wiederaufbau an «Ground Zero» verwendet werden soll.
NZZ

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