KA111
11.01.2002, 03:25
Na, fein!
Pisa gedieh wenigstens zur nationalen Schande, schockte deftig und stieß eine breite Diskussion an. Wann endlich nimmt man geistige Anleihen bei den erfolgreichsten Nationen auf? "Wann endlich wird unser kleinstaatlicher Kultur-Föderalismus ad absurdum geführt. Wann sind wir Deutschenn trotz Globlismus noch ganz in biedermännischer Arroganz befangen, endlich bereit, von anderen führenden Nationen zu lernen?
So lange man weiterhin nicht willens ist, die erforderlichen dicken Finanzmittel für Jugend, Soziales und Bildung in die Etats zu stellen, bleibt für mich alles dumm-frommes Gesabbel.:D
Ohne nachhaltig sichergestellte, geeignete und ausreichende Man-Power bleibt alles Gemurkse an der Fassade. Die praktizierte Leherfortbildung etwa ist ein Hohn. Die Mittel dafür wurden etwa in Niedersachsen rigoros zusammen gestrichen
Der Fisch stinkt am Kopf. Immer noch. Solche puren Lippenbekenntnisse werden durch die Realität im Alltag der Familienpolitik, der Kindergärten, Schulen und Universitäten seit vielen Jahren schon als beschwichtigende Luftsäulenbewegung entlarvt.Geschwätz für den Papierkorb. Ministeriale Eier-Schlachten.
Das Ergebnis der " Mühe" hochgradiger Gremien sind papiertigernde Erlasse. Mit ihnen müssen sich dann die Watschenmänner der Nation, unsere zunehmend mit administrativen Tätigkeiten überlasteten Lehrer, auseinandersetzen.
Auch mit Pro-Forma-Reformen ist es nicht getan. Wirklich nicht. Das müßten wir nach dem Rein-in-die-Kiste-raus-aus-der-Kiste-Langzeit-Praxis-Test der vergangenen Jahrzehnte doch endlich gespannt haben. :(
Gruß
KA:)
Dokumentation
Die Empfehlungen des Forum Bildung
10. Jan. 2002 Unter dem Vorsitz von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) Bayerns Wissenschaftsminister Hans Zehetmair (CSU) hat das Forum Bildung Reformvorschläge für das deutsche Bildungswesen erarbeitet. FAZ.NET dokumentiert die wichtigsten Empfehlungen des Gremiums.
Frühe Förderung
Bereits im Kindergarten soll das Interesse an Naturwissenschaften und Fremdsprachen geweckt werden. Sprachunterricht folgt in der Grundschule. Um die Kinder individuell zu fördern, ist eine engere Zusammenarbeit von Eltern, Erzieher und Lehrer nötig.
Ganztagsschulen
Das Forum Bildung rät zu einem Ausbau von Ganztagsschulen. Darin können soziale und ethnische Benachteiligungen besser ausgeglichen sowie Begabte gefördert werden. Gleichzeitig erleichtern sie die Vereinbarung von Familie und Beruf.
Lebenslanges Lernen
Ständiges Lernen wird in einer Gesellschaft des Wandels immer wichtiger. Neue Weiterbildungskonzepte mit Modulen und Zertifikaten sowie eine bessere Beratung können die Qualifizierung von Berufstätigen erleichtern.
Vermittlung von Werten
Kinder sollen früh lernen, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Statt nur Wissen zu vermitteln, müssen die Bildungseinrichtungen nach Ansicht des Forums im Lernalltag und durch spezielle Projekte verstärkt Teamfähigkeit und soziales Handeln fördern.
Qualifizierte Lehrer
Für eine grundlegende Veränderung der Lehr- und Lernkultur ist es wichtig, die Erzieher und Lehrer entsprechend aus- und fortzubilden. Beispielsweise sollen sie lernen, die Begabungen von Kindern früher zu erkennen und zu fördern. Gleichzeitig muss für die materielle und personelle Ausstattung der Bildungseinrichtungen gesorgt sein.
Fachkräftebedarf
Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften steige. Um eine höhere Bildungsbeteiligung zu erreichen, rät das Forum zu mehr flexiblen Übergängen zwischen den Schulformen. Die Hochschulausbildung soll stärker mit der betrieblichen und schulischen Berufsausbildung verzahnt werden, etwa durch duale oder berufsintegrierende Studiengänge. Außerdem sei eine bessere Studienbegleitung nötig, um hohen Abbruchquoten entgegen zu wirken (Germanistik: 80 Prozent der Studienanfänger, Mathematik: 70 Prozent).
Neue Medien
Ein erster Kontakt mit neuen Medien erfolgt im Kindergarten. Alle Schüler sollen einen Zugang zum Internet erhalten.
Weniger Abbrecher
Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung müssen eine zweite Chance erhalten. Um die Zahl von Schulabbrechern zu verringern, ist eine enge Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe wichtig. Im Jahr 1998 betrug der Prozentsatz der Abbrecher neun Prozent der Schüler, 15 Prozent blieben ohne Berufsausbildung.
Migranten
Migranten sollen in Schule und Beruf stärker gefördert werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung der deutschen Sprache.
FAZ
Pisa gedieh wenigstens zur nationalen Schande, schockte deftig und stieß eine breite Diskussion an. Wann endlich nimmt man geistige Anleihen bei den erfolgreichsten Nationen auf? "Wann endlich wird unser kleinstaatlicher Kultur-Föderalismus ad absurdum geführt. Wann sind wir Deutschenn trotz Globlismus noch ganz in biedermännischer Arroganz befangen, endlich bereit, von anderen führenden Nationen zu lernen?
So lange man weiterhin nicht willens ist, die erforderlichen dicken Finanzmittel für Jugend, Soziales und Bildung in die Etats zu stellen, bleibt für mich alles dumm-frommes Gesabbel.:D
Ohne nachhaltig sichergestellte, geeignete und ausreichende Man-Power bleibt alles Gemurkse an der Fassade. Die praktizierte Leherfortbildung etwa ist ein Hohn. Die Mittel dafür wurden etwa in Niedersachsen rigoros zusammen gestrichen
Der Fisch stinkt am Kopf. Immer noch. Solche puren Lippenbekenntnisse werden durch die Realität im Alltag der Familienpolitik, der Kindergärten, Schulen und Universitäten seit vielen Jahren schon als beschwichtigende Luftsäulenbewegung entlarvt.Geschwätz für den Papierkorb. Ministeriale Eier-Schlachten.
Das Ergebnis der " Mühe" hochgradiger Gremien sind papiertigernde Erlasse. Mit ihnen müssen sich dann die Watschenmänner der Nation, unsere zunehmend mit administrativen Tätigkeiten überlasteten Lehrer, auseinandersetzen.
Auch mit Pro-Forma-Reformen ist es nicht getan. Wirklich nicht. Das müßten wir nach dem Rein-in-die-Kiste-raus-aus-der-Kiste-Langzeit-Praxis-Test der vergangenen Jahrzehnte doch endlich gespannt haben. :(
Gruß
KA:)
Dokumentation
Die Empfehlungen des Forum Bildung
10. Jan. 2002 Unter dem Vorsitz von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) Bayerns Wissenschaftsminister Hans Zehetmair (CSU) hat das Forum Bildung Reformvorschläge für das deutsche Bildungswesen erarbeitet. FAZ.NET dokumentiert die wichtigsten Empfehlungen des Gremiums.
Frühe Förderung
Bereits im Kindergarten soll das Interesse an Naturwissenschaften und Fremdsprachen geweckt werden. Sprachunterricht folgt in der Grundschule. Um die Kinder individuell zu fördern, ist eine engere Zusammenarbeit von Eltern, Erzieher und Lehrer nötig.
Ganztagsschulen
Das Forum Bildung rät zu einem Ausbau von Ganztagsschulen. Darin können soziale und ethnische Benachteiligungen besser ausgeglichen sowie Begabte gefördert werden. Gleichzeitig erleichtern sie die Vereinbarung von Familie und Beruf.
Lebenslanges Lernen
Ständiges Lernen wird in einer Gesellschaft des Wandels immer wichtiger. Neue Weiterbildungskonzepte mit Modulen und Zertifikaten sowie eine bessere Beratung können die Qualifizierung von Berufstätigen erleichtern.
Vermittlung von Werten
Kinder sollen früh lernen, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Statt nur Wissen zu vermitteln, müssen die Bildungseinrichtungen nach Ansicht des Forums im Lernalltag und durch spezielle Projekte verstärkt Teamfähigkeit und soziales Handeln fördern.
Qualifizierte Lehrer
Für eine grundlegende Veränderung der Lehr- und Lernkultur ist es wichtig, die Erzieher und Lehrer entsprechend aus- und fortzubilden. Beispielsweise sollen sie lernen, die Begabungen von Kindern früher zu erkennen und zu fördern. Gleichzeitig muss für die materielle und personelle Ausstattung der Bildungseinrichtungen gesorgt sein.
Fachkräftebedarf
Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften steige. Um eine höhere Bildungsbeteiligung zu erreichen, rät das Forum zu mehr flexiblen Übergängen zwischen den Schulformen. Die Hochschulausbildung soll stärker mit der betrieblichen und schulischen Berufsausbildung verzahnt werden, etwa durch duale oder berufsintegrierende Studiengänge. Außerdem sei eine bessere Studienbegleitung nötig, um hohen Abbruchquoten entgegen zu wirken (Germanistik: 80 Prozent der Studienanfänger, Mathematik: 70 Prozent).
Neue Medien
Ein erster Kontakt mit neuen Medien erfolgt im Kindergarten. Alle Schüler sollen einen Zugang zum Internet erhalten.
Weniger Abbrecher
Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung müssen eine zweite Chance erhalten. Um die Zahl von Schulabbrechern zu verringern, ist eine enge Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe wichtig. Im Jahr 1998 betrug der Prozentsatz der Abbrecher neun Prozent der Schüler, 15 Prozent blieben ohne Berufsausbildung.
Migranten
Migranten sollen in Schule und Beruf stärker gefördert werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung der deutschen Sprache.
FAZ