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Vollständige Version anzeigen : M;acht das Modell Ackermann Schule?


KA111
31.01.2002, 01:20
Josef Ackermann: Mächtiger Kronprinz
Von Rolf Lebert, Frankfurt

Im internen Kampf um eine neue Führungsstruktur der Deutschen Bank hat ihr künftiger Chef Josef Ackermann gesiegt. Er bekommt dadurch so viel Macht wie kein Vorstandschef je zuvor.



Josef Ackermann


Josef Ackermann hat es geschafft. Die am Mittwoch beschlossene neue Führungsstruktur der Deutschen Bank wird ihm eine Machtfülle verleihen, über die keiner seiner Vorgänger je verfügte. Jetzt muss der bald 54 Jahre alte Schweizer beweisen, dass er die großen, in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen kann. Zugetraut wird ihm das schon.

Bevor Ackermann 1996 zur Deutschen Bank kam, hatte er 19 Jahre lang bei der Schweizerischen Kreditanstalt Karriere gemacht. Bis zu einem Zerwürfnis mit dem damaligen Konzernchef Rainer Gut: Danach hatte er das Institut Knall auf Fall verlassen. Seit 1998 leitet er das Investmentbanking der Deutschen Bank. Und das mit großem Erfolg: Seine Sparte stellt den Löwenanteil des Konzerngewinns.


Zwar war Ackermann maßgeblich an dem Bruch mit der Jahrzehnte alten Führungsstruktur der Deutschen Bank beteiligt, in den Augen vieler Leute eine "Revolution". Ein Revoluzzer ist der Schweizer aber keineswegs.


"Joe", wie ihn seine Investmentbanker nennen, ist eher still, sehr diszipliniert, meidet unkalkulierbare Risiken und holt, im Gegensatz zu manch anderen Chefs, bei wichtigen Entscheidungen durchaus auch andere Meinungen ein. Ist die Entscheidung getroffen, hat er dann auch die notwendige Härte, sie durchzusetzen.



Aus der Deckung heraus


Bis zuletzt hatte sich Ackermann fast ganz aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und seinem Vorgänger Rolf-E. Breuer das Spielfeld überlassen. Erst im Dezember tat er eine Äußerung, die auch in der Öffentlichkeit hohe Wellen schlug. Die Spitzenposition der Deutschen Bank, sagte er, solle die eines Chief Executive Officers (CEO) sein.


In der Tat wird das Institut fortan nicht mehr von einem konsensgetriebenen Vorstand, sondern faktisch von einem Exekutivausschuss geführt - unter Ackermanns Vorsitz. Der wiederum wird sich dabei vor allem einer Aufgabe widmen müssen: die Gesamtbank zu einem schlagkräftigen Ganzen zusammenzuführen.


Selbst wenn Gerüchte kursieren, der anglophile Schweizer wolle am liebsten mit dem gesamten Institut nach London übersiedeln: Ackermann weiß sehr wohl, dass die deutsche Basis für den weltweiten Erfolg der Bank maßgeblich ist. "Wir müssten verrückt sein, wenn wir unser deutsches Retailgeschäft aufgeben würden", sagte er im vergangenen Jahr vor Journalisten.


Allerdings lässt er keinen Zweifel daran, dass die Deutsche Bank wettbewerbsfähig sein muss. "Wenn wir nicht eine nachhaltige Rendite von 15 Prozent nach Steuern erzielen, bin ich nicht sicher, dass wir in zwei Jahren noch Deutsch sprechen", warnte er. Ein deutlicher Hinweis, dass auch ein solch großes Institut wie die Deutsche Bank nicht vor einer Übernahme sicher ist.


"Joe hat das Zeug zu einem der profiliertesten Banker der Welt", sagen Leute, die ihn kennen. Vielleicht hilft dem ehemaligen Speerwerfer und Offizier der Schweizer Armee bei der Orchestrierung der Deutschen Bank ja auch seine Liebe zur Musik.


FTD

KA111
31.01.2002, 10:46
Deutsche Bank verlagert Hauptsitz nicht nach London
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank wird ihren Hauptsitz nicht nach London verlagern. "Dies war keine Frage, die der Vorstand ernsthaft diskutiert hat und ist keine Frage, die der Vorstand ernsthaft diskutiert", sagte Vorstandssprecher Rolf Breuer am Donnerstag in Frankfurt. "In die Zukunft blickend gibt es keinen Grund, ernsthaft darüber zu diskutieren." Weder das Entscheidungszentrum der Deutschen Bank noch einzelne Geschäftsbereiche und Kompetenzen würden nach London verlagert. Außerdem habe die Deutsche Bank nicht vor, eine "schleichende Aushöhlung des Finanplatzes Frankfurt" zu betreiben./aka/fn/af