Gert
04.02.2002, 18:00
Kirch-Krise beunruhigt Fußball-Manager
Ohne TV-Gelder droht ein Debakel
Die Krise der Münchner Kirch-Gruppe könnte sich zu einer Krise des deutschen Fußballs ausweiten. Bricht das Kirch-Imperium zusammen, droht den Bundesliga-Vereinen ein finanzielles Desaster - den kleineren möglicherweise das Aus. "Dann haben wir ein Problem", sagte Michael Pfad, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL) im T-Online Interview. Grund dafür ist die Abhängigkeit der Profi-Clubs von Kirchs TV-Milliarden.
Vereine auf TV-Gelder angewiesen
"Kirch ist derzeit der wichtigste Partner des Profi-Fußballs der 1. und 2. Bundesliga", meinte Pfad. "Das Fernsehgeld ist die wichtigste Einnahmequelle." Ein Vierjahres-Vertrag sieht bis 2004 die Ausschüttung von insgesamt 1,53 Milliarden Euro vor. Im Gespräch mit T-Online betonte der DFL-Geschäftsführer, dass Kirch bisher alle Zahlungsverpflichtungen eingehalten habe. Pfad weiter: "Kirch hat bislang nicht im entferntesten Sinne den Ansatz gemacht, auf uns zuzukommen, um auf eine prekäre Situation hinzuweisen."
Rundfunkgebühren könnten steigen
Uli Hoeneß und Rudi Assauer forderten bereits eine Erhöhung der Rundfunkgebühren. Die Manager von Bayern München und Schalke 04 sprachen sich dafür aus, dass die Fernsehzuschauer künftig zwei Mark mehr im Monat zahlen sollen, um im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wieder Bundesliga-Berichterstattung sehen zu können.
Vereine in ihrer Existenz bedroht
Zurzeit erhält jeder Erstligist eine Garantiesumme von mehr als acht Millionen Euro. Dazu kommt ein Zuschlag je nach Erfolg. Für viele Clubs wie etwa Nürnberg, Cottbus oder Wolfsburg macht das TV-Geld einen Großteil des Etats aus. In der 2. Liga ist die Situation besonders brenzlig. Dort sichert das Fernsehgeld bei einigen Vereinen weit mehr als die Hälfte des Budgets.
Kirch hat Milliardenschulden
Selbst Kirchs Geschäftspartner wie Rupert Murdoch halten eine Insolvenz nicht mehr für ausgeschlossen, wie der "Spiegel" berichtet. Laut "Süddeutscher Zeitung" drücken Kirch Schulden von mehr als fünf Milliarden Euro, die Kreditlinien scheinen bis zum Anschlag ausgereizt. Gläubiger und Partner werden unruhig. Aktuell verschärft hat sich die Situation außerdem durch eine Konfrontation zwischen Springer und Kirch.
Murdoch - Hält Insolvenz von Kirch für möglich
Rettungsanker WM-Rechte?
"Der weiß schon, warum er klagt", sagt Dortmunds Manager Michael Meier dazu. Für ihn ist es ein Spiel auf Zeit, das Kirch betreibt. Meier hofft auf Kirchs "großen Ressourcen wie etwa die Rechte für die beiden nächsten Weltmeisterschaften". Aus dem Verkauf der WM-Rechte 2002 und 2006, die Kirch nach dem Konkurs der Schweizer Agentur ISL/ISMM weltweit besitzt, könnte das Münchner Unternehmen einen Millionengewinn erwirtschaften.
Suche nach Kirch-Alternativen
Die DFL arbeitet weiter mit Hochdruck daran, von Kirch unabhängig zu werden. Der langjährige Fernsehmann Pfad (Premiere, TM 3) wurde vor allem verpflichtet, damit die Liga nach Ablauf des derzeit gültigen TV-Vertrages eine Alternative zum Pay-TV-Monopolisten Kirch hat. Ob es einen eigenen Liga-Kanal oder fertige Sendesignale für den Weiterverkauf geben wird, ist allerdings völlig offen
Quelle: t-online
Ps: Da sind zum Teil die Vereine selbst Schuld, wenn sie solche irrwitzigen Gehälter bezahlen, voran der Bayern-Manager
Ohne TV-Gelder droht ein Debakel
Die Krise der Münchner Kirch-Gruppe könnte sich zu einer Krise des deutschen Fußballs ausweiten. Bricht das Kirch-Imperium zusammen, droht den Bundesliga-Vereinen ein finanzielles Desaster - den kleineren möglicherweise das Aus. "Dann haben wir ein Problem", sagte Michael Pfad, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL) im T-Online Interview. Grund dafür ist die Abhängigkeit der Profi-Clubs von Kirchs TV-Milliarden.
Vereine auf TV-Gelder angewiesen
"Kirch ist derzeit der wichtigste Partner des Profi-Fußballs der 1. und 2. Bundesliga", meinte Pfad. "Das Fernsehgeld ist die wichtigste Einnahmequelle." Ein Vierjahres-Vertrag sieht bis 2004 die Ausschüttung von insgesamt 1,53 Milliarden Euro vor. Im Gespräch mit T-Online betonte der DFL-Geschäftsführer, dass Kirch bisher alle Zahlungsverpflichtungen eingehalten habe. Pfad weiter: "Kirch hat bislang nicht im entferntesten Sinne den Ansatz gemacht, auf uns zuzukommen, um auf eine prekäre Situation hinzuweisen."
Rundfunkgebühren könnten steigen
Uli Hoeneß und Rudi Assauer forderten bereits eine Erhöhung der Rundfunkgebühren. Die Manager von Bayern München und Schalke 04 sprachen sich dafür aus, dass die Fernsehzuschauer künftig zwei Mark mehr im Monat zahlen sollen, um im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wieder Bundesliga-Berichterstattung sehen zu können.
Vereine in ihrer Existenz bedroht
Zurzeit erhält jeder Erstligist eine Garantiesumme von mehr als acht Millionen Euro. Dazu kommt ein Zuschlag je nach Erfolg. Für viele Clubs wie etwa Nürnberg, Cottbus oder Wolfsburg macht das TV-Geld einen Großteil des Etats aus. In der 2. Liga ist die Situation besonders brenzlig. Dort sichert das Fernsehgeld bei einigen Vereinen weit mehr als die Hälfte des Budgets.
Kirch hat Milliardenschulden
Selbst Kirchs Geschäftspartner wie Rupert Murdoch halten eine Insolvenz nicht mehr für ausgeschlossen, wie der "Spiegel" berichtet. Laut "Süddeutscher Zeitung" drücken Kirch Schulden von mehr als fünf Milliarden Euro, die Kreditlinien scheinen bis zum Anschlag ausgereizt. Gläubiger und Partner werden unruhig. Aktuell verschärft hat sich die Situation außerdem durch eine Konfrontation zwischen Springer und Kirch.
Murdoch - Hält Insolvenz von Kirch für möglich
Rettungsanker WM-Rechte?
"Der weiß schon, warum er klagt", sagt Dortmunds Manager Michael Meier dazu. Für ihn ist es ein Spiel auf Zeit, das Kirch betreibt. Meier hofft auf Kirchs "großen Ressourcen wie etwa die Rechte für die beiden nächsten Weltmeisterschaften". Aus dem Verkauf der WM-Rechte 2002 und 2006, die Kirch nach dem Konkurs der Schweizer Agentur ISL/ISMM weltweit besitzt, könnte das Münchner Unternehmen einen Millionengewinn erwirtschaften.
Suche nach Kirch-Alternativen
Die DFL arbeitet weiter mit Hochdruck daran, von Kirch unabhängig zu werden. Der langjährige Fernsehmann Pfad (Premiere, TM 3) wurde vor allem verpflichtet, damit die Liga nach Ablauf des derzeit gültigen TV-Vertrages eine Alternative zum Pay-TV-Monopolisten Kirch hat. Ob es einen eigenen Liga-Kanal oder fertige Sendesignale für den Weiterverkauf geben wird, ist allerdings völlig offen
Quelle: t-online
Ps: Da sind zum Teil die Vereine selbst Schuld, wenn sie solche irrwitzigen Gehälter bezahlen, voran der Bayern-Manager