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Eliska
13.02.2002, 19:23
der Preis für das Nichtrauchen

"Rauchfrei 2002": Eine Kampagne des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) (DKFZ)

Wer ab dem 1. Mai mindestens vier Wochen lang nicht raucht, kann 2500 Euro gewinnen.

Auf diesen finanziellen Anreiz setzt eine neue bundesweite Nichtraucherkampagne. Bis zu 100.000 Personen sollen sich an der Initiative „Rauchfrei 2002“ beteiligen.

Für Raucher habe es erfahrungsgemäß eine besondere Bedeutung, wenn sie für ihre Zigarettenabstinenz mit einem Preis belohnt würden, erklärte Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) am Mittwoch in Berlin.

Es werden zwei Mal 5000 Euro verlost, an je einen Erwachsenen mit Helfer und an einen Jugendlichen mit Helfer. Damit werden auch diejenigen aus Familien- und Bekanntenkreis belohnt, die die Nichtraucher in spe unterstützen.


Weltweit bis zu einer Millionen Teilnehmer

Mit der Kampagne, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) finanziell unterstützt, sollen vor allem jugendliche Raucher angesprochen werden und Erwachsene, die schon mehrere gescheiterte Versuche hinter sich haben.

Nicht nur in Deutschland würden Zehntausende mitmachen, sondern weltweit bis zu einer Million. Denn „Rauchfrei 2002“ sei Teil einer weltweiten Antiraucher-Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO), an der sich fast 100 Länder beteiligten.

Die deutschen Initiatoren setzen auf die guten Erfahrungswerte bei der Nichtraucherkampagne 2000 und hoffen, diesen Erfolg noch zu übertreffen. Von den damals knapp 25.000 Teilnehmern gaben laut Pötschke-Langer 30 Prozent nach zwölf Monaten an, Nichtraucher geblieben zu sein. Sechs Prozent bezeichneten sich als abstinent mit zwischenzeitlichen Rückfällen.

Über Schulen und das Internet wollen die Organisatoren von „Rauchfrei 2002“ besonders jugendliche Raucher ansprechen. Seit den 90er Jahren registrierte die BZgA einen verstärkten Tabakkonsum bei Jugendlichen.


Jährlich etwa 100.000 Tote

In Deutschland rauchen nach den jüngsten Erhebungen des Bundesgesundheitsministerium 39 Prozent der Männer und 31 Prozent der Frauen. Das sind umgerechnet knapp 17 Millionen Menschen. 5,8 Millionen von ihnen gelten als starke Raucher.

Etwa 100.000 Menschen sterben laut BZgA jährlich an den Folgen von Rauchen : Lungenkrankheiten, Lungenkrebs, Durchblutungsstörungen. Bundesgesundheitsministerin und Schirmherrin der Kampagne, Ulla Schmidt, bezeichnete diese Zahl als „dramatisch“.

Bis zum 17. Lebensjahr bezeichneten sich etwa 44 Prozent der Jugendlichen als Raucher. Und bereits von den 12- bis 13-Jährigen konsumierten zehn Prozent Zigaretten.

Auffällig ist das Verhalten junger Frauen zwischen 18 und 24 Jahren:
Bei ihnen ist seit Mitte der 90er Jahre der Anteil der Raucher wieder angestiegen.

Im Durchschnitt liegt das Einstiegsalter für Raucher in der Bundesrepublik seit einiger Zeit bei 13,7 Jahren sagte Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).


Teilnahme an der Initiative „Rauchfrei 2002“

Teilnahmekarten für die Initiative „Rauchfrei 2002“ liegen in Apotheken, Arztpraxen, Krankenhäusern und auch in vielen Betrieben aus. Eine Anmeldung ist auch über das Internet möglich (siehe Linkliste).


http://www.sueddeutsche-zeitung.de/index.php?url=/wissenschaft/medizin/36679&datei=index.php