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Vollständige Version anzeigen : Das ist genial: Mit dem Hintern die Maus steuern - keine Rückenschmerzen mehr!


Trüffelschwein
14.03.2002, 01:54
26.11.2001
Mit dem Moorhuhn gegen den Rückenschmerz


Das Moorhuhn scheidet die Menschheit in zwei Lager: Untergebene installieren das Spiel mit dem dämlichen Federvieh mit Vorliebe auf den Firmen-Computer, um sich so heimlich angenehme Abwechslung von der anstregenden Arbeiut zu verschaffen. Chefs dagegen denken an Personalkosten und würden den Erfinder am liebsten dorthin wünschen, wo der Pfeffer wächst - samt kreierter Bits und Bytes. Christian Brunner und Markus Chrobot wollen diesen Gegensatz ohne Wenn und Aber auflösen: Chefs sollen das Spiel richtig gern in der Firma sehen, den Erwerb sogar mitfinanzieren und zur regelmäßigen Nutzung der Software auch noch auffordern. Dabei haben die beiden ein ernstes Anliegen: Sie wollen den Beschäftigten Rückenschmerzen ersparen und den Chefs Krankheitstage. Brunner ist Vorsitzender der Nürnberger Interessengemeinschaft der Rückenschullehrer/innen und sucht wie sein Stellvertreter Chrobot nach Wegen, um den peinigenden Gefühlen entlang der Wirbelsäule den Garaus zu machen. Das ist nur in der Theorie ziemlich einfach: Denn es setzt einen informierten und willigen Patienten voraus, der schön regelmäßig die Rückenmuskeln mit Gymnastik stärkt. Drei Motive gibt es, so hat Christian Brunner analysiert, um die Muskeln in Bewegung zu bringen: Disziplin ist das eine, aber gerade Männer tun sich damit recht schwer. Schmerz ist der zweite Grund, und schon sehr viel wirkungsvoller. Doch Zweck des Aufwandes ist es, Pein zu verringern; und mit ihr lässt regelmäßig auch der Eifer nach. Dritte Triebfeder schließlich - und darauf setzt das Konzept des Vereins - ist der Spieltrieb. Damit das Moorhuhn zum Rückentrainer werden kann, braucht es freilich ein paar Voraussetzungen, die der Verein angestoßen und miteinander kombiniert hat. Da ist ein neuartiges Gelenk, das Einzug halten muss in die dafür benötigten Stühle. Es lässt sich nicht nur nach oben und unten bewegen, sondern kippelt zugleich in alle Richtungen. 200 Mark zusätzlich kostet das Teil, und es zwingt den Nutzer dazu, stets die Balance zu halten; allein dadurch werden die Rückenmuskeln gehörig angestrengt. Der Düsseldorfer Wissenschaftler und Professor Theodor Peters hat das Konzept untersucht und hält dieses "dynamische Sitzen" für ein Art der Arbeitshaltung, das die Rückenmuskulatur ähnlich fordert wie die Tätigkeit der Vorfahren als Sammler und Jäger. Muskeln und Wirbelsäule sind dabei stets in Bewegung. Das be- und entlastet die Bandscheiben ständig - Voraussetzung dafür, dass sie gut mit Nährstoffen versorgt werden. Und trainierte Rückenmuskeln können auch die empfindsame Wirbelsäule optimal abstützen. Das lässt sich sich ergänzen durch ein comptergesteuertes Trainigsprogramm, das die Nürnberger Software-Firma evosoft entwickelt hat. Ein Sensor unter dem Wackelsitz informiert den Rechner über das Training des Patienten, und schon ist das Übungsgerät fertig. Nun kann der Rechner dem Bewegungswilligen Vorschläge machen, wann die nächsten Exerzitien fällig sind. Dann erscheint zum Beispiel eine gelenkige Rückenschullehrerin auf dem Bildschirm, die die Aufgabe in Idealform vorgibt. Oder aber ein Spiel: Per kontrolliertem Wackeln auf dem Stuhl wird ein Fahrzeug auf der Straße gehalten. Alternativ gibt es die Moorhuhn-Jagd im Augebot, wobei hier aber auch der Cursor mit Popo und Becken statt mit der Maus in Schussposition gebracht werden muss. Ein kluger Chef, davon sind Christian Brunner und Markus Chrobot überzeugt, nimmt den Ausfall von Arbeitszeit gern in Kauf und beteiligt sich sogar an der Anschaffung der Ausstattung. Denn Rückenleiden gehören zu den häufigsten Ursachen für Krankheiten: Bis zu 80 Prozent der Bundesbürger klagen darüber, und fast 100 Milliarden Gesamtkosten sind die Folge. Die Übungseinheiten vor dem Bildschirm, ob mit oder ohne Moorhuhn, sollten da zu einer kräftigen Reduzierung führen, so dass trotz Ausgaben ein stolzes finanzielles Plus in der Bilanz steht. Die Probe aufs Exempel läuft übringens schon. Das Erlanger Unternehmen Siemens hat einen Modellversuch mit 100 Mitarbeitern gestartet.Mehr unter
http://www.mediball.de/

Ist sicher interessant für Bildschirm-Hocker wie die meisten von uns!


Der Tipp stammt übrigens aus der gestrigen Sendung von nano (3sat).
http://www.3sat.de/nano/

Mit "Modern Times" (ORF2) zusammen die beste Sendung zu Technik und Wissenschaft überhaupt!
http://www.orf.via.at/modern.times/

Ciao, Trüffelschwein

Eliska
14.03.2002, 18:13
Gute Idee:)

Danke auch für die interessanten Links:)

Gruß
Eliska:)