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Kernschmelze am Zuckerhut
Begleitthread zum nächsten Crunsh der Weltfinanz
Zur Eröffnung eine Teilübersicht zur Situation:
Brazilian bonds and currency slumped to seven-month lows this week. Yesterday, a disappointing government debt auction saw benchmark 10-year yields surge to 17.22%. Yields began the week at 14.54%, and ended April at about 13%. Nervous markets are especially rattled by comments from the leading opposition presidential candidate suggesting the possibility of future debt default. (Reuters, 6/6/2002)
Staatsanleihen:
http://www.safehaven.com/CreditBubble/060702_Credit_A.gif
Erinnerungen an August 2001 werden wach, damals zogen die Zinsen für argentinische Anleihen stark an und der damals noch $-gebundene Peso verursachte erste Kopfschmerzen...
Währung:
http://chart.bigcharts.com/bc3/intchart/frames/chart.asp?symb=C%5Fbrl&compidx=aaaaa%3A0&ma=6&maval=100&uf=0&lf=128&lf2=0&lf3=0&type=4&size=3&state=15&sid=126323&style=350&time=12&freq=1&comp=NO%5FSYMBOL%5FCHOSEN&nosettings=1&rand=151&mocktick=1
:ek
Börse, Boavespa-Index:
http://chart.bigcharts.com/bc3/intchart/frames/chart.asp?symb=XX%3A1802647&compidx=aaaaa%3A0&ma=5&maval=100&uf=0&lf=2&lf2=4&lf3=1024&type=4&size=3&state=15&sid=123529&style=350&time=8&freq=1&comp=NO%5FSYMBOL%5FCHOSEN&nosettings=1&rand=6530&mocktick=1
12000 ist die Schlüsselmarke, darunter lauert ein schwarzes Loch. Aktuell mögliche verlassene Bearflag die am Donnerstag nach unten aufgelöst wurde, Freitags dann ein bescheidener Pullback. Big-Trend is down...
The big picture:
http://chart.bigcharts.com/bc3/intchart/frames/chart.asp?symb=XX%3A1802647&compidx=aaaaa%3A0&ma=5&maval=100&uf=0&lf=2&lf2=4&lf3=1024&type=4&size=3&state=15&sid=123529&style=350&time=12&freq=2&comp=NO%5FSYMBOL%5FCHOSEN&nosettings=1&rand=5715&mocktick=1
http://www.plauder-smilies.com/happy/xyxwave.gif, mehr gibt es da eigentlich nicht zu bemerken. Schönes Doppeltop:p als Zusatz...
Thread wird weitergeführt bis der Titel eingetroffen ist, „Kernschmelze am Zuckerhut“. More to come......
SYr:cool:
Syracus,
wenn es im Herbst zu einem Regierungswechsel kommen sollte (dann wären evtl. Sozialisten am Ruder), könnte der "Default" durchaus eintreten! ......... Brasilien tut in meinen Augen zu wenig, zur Reduzierung der massiven Staatsverschuldung.
Mittlerweile kommt es einem vor, als wenn man alle 3-4 Jahre eine Krise in den Emerging Markets hat! :(
Beobachten!
germanasti
09.06.2002, 17:24
Gibt es einen direkten Grund für den Gau letzter Woche?
Nun, offenbar liegt der "unpassende" Kandidat weit in Führung nach neusten Umfragen, das von Ralph angesprochene Problem. Und dann hat halt ein Dominostein den anderen mitgenommen, die Ausgabe der Staatspapiere war nur misslungene Höhepunkt.
WORLD STOCK MARKETS: Election worries dog Brazil
www.FT.com site; Jun 07, 2002
Sao Paulo slid further into negative territory in early afternoon trading amid renewed worries leftist frontrunner Luiz Inacio Lula da Silva could win October's presidential election.
The Bovespa lost 3.1 per cent to 12,203.4, with strong pressure on bellwether stock Telemar which fell 3.1 per cent, and Eletropaulo which slid 11.7 per cent after Moody's Investors Service placed it under review for a possible downgrade.
Traders said the market was nervous that Lula, the candidate for the Workers Party, would turn his commanding lead in opinion polls into a victory in October. Although he has moved somewhat toward the centre, his talk of debt renegotiation in three previous bids for the presidency still haunts Wall Street investors.
Headlines of leading Brazil dailies Friday:
O Estado de S. Paulo (São Paulo) - "Foreign overreaction fuels market jitters"
Folha de S.Paulo (São Paulo) - "Central Bank move fails to soothe market"
Gazeta Mercantil (São Paulo) - "Investor withdraws from funds, migrates to savings accounts"
Valor Econômico (São Paulo) - "Central Bank builds up anti-crisis arsenal"
O Globo (Rio de Janeiro) - "IMF praises Brazilian economy, but sovereign risk rises"
Jornal do Brasil (Rio de Janeiro) - "Chamber of Deputies to probe atypical run on investment funds"
sYr:)
pheidros
09.06.2002, 19:41
Hi syracus,
der politisch unliebsame Kandidat mag der Auslöser, jedoch nicht die Ursache sein. Erhardt hat auf die kritische Situation in Brasilien häufiger hingewiesen, jedoch nie so drastisch wie aktuell. Ich denke, du wirst den thread bald erweitern können um einige asiatische emerging markets, vielleicht China ? , möglicherweise demnächst Japan. Der gesunkene Ölpreis wird sicher die Staatseinnahmen belasten. Petrobas, überwiegend im Staatsbesitz bestreitet einen erheblichen Teil der Einnahmen des Landes. Hier ein älterer Artikel, der Problematik erkennen lässt, wenn auch nicht in der jetztigen Dramatik:
Handelsblatt Topix > Handelsblatt Zeitung Finanzzeitung
HANDELSBLATT, Freitag, 24. Mai 2002
Investmentbanken rechnen im Wahlkampf mit stark volatilen Märkten
Brasiliens Geldpolitik bleibt auf hartem Kurs
Erneut haben die brasilianischen Finanzpolitiker der Versuchung widerstanden, nach dem Börsencrash die Leitzinsen zu senken. Sie halten weiterhin an ihren Inflationszielen fest. Zentralbankchef Armínio Fraga hält es allerdings für möglich, dass sich die geldpolitische Richtung ändern werde.
ALEXANDER BUSCH
HANDELSBLATT, 24.5.2002
SAO PAULO. Nach dem Börsencrash vor zwei Wochen ist es den brasilianischen Finanzpolitikern in Regierung und Zentralbank gelungen, die Märkte zu beruhigen. Bei der Sitzung des monetären Rates haben sie die Leitzinsen wie schon in den vergangenen zwei Monaten bei 18,5 % stehen lassen. Die Börse zeigte sich danach zwar etwas schwächer, doch die Investmentbanken – etwa die Dresdner Bank Lateinamerika – sehen es als positives Signal für die Märkte, dass an den Inflationszielen festgehalten wird. Vor der Entscheidung hatte der Zentralbankpräsident Armínio Fraga noch geäußert, wegen der abgeschwächten Preissteigerungstendenz könnten bald Zinssenkungen möglich sein.
Politische Ereignisse im brasilianischen Wahlkampf hatten den Börsencrash ausgelöst: Weil der von den Banken und großen Teilen der Wirtschaft bevorzugte Kandidat der Regierung gegenüber dem linken Oppositionskandidaten Umfragen zufolge verlor, reduzierten Investmentbanken wie Merrill Lynch, Morgan Stanley, ABN Amro und Santander ihre Investitionsempfehlungen für brasilianische Aktien und Anleihen.
Doch die Nervosität in Brasilien ist nicht nur politisch bedingt: Der „Lula-Effekt“ – benannt nach dem linken Oppositionskandidaten – hat nur so starke Auswirkungen, weil Brasiliens Makrofundamente instabil sind: Die Inflationsrate ist mit 8 % in den letzten 12 Monaten höher als erwartet. Bis zum Jahresende darf sie maximal 5,5 % betragen. Deshalb hält die Zentralbank die Zinsen hoch und die Konjunktur springt im besten Falle erst im letzten Quartal an. Das Wachstum revidieren die Banken bereits von ursprünglich 2,5 % auf 1,8 %. „Das niedrigere Wachstum, der schwache Real und die steigenden Zinsen haben Brasiliens Schuldendynamik wieder ins Zentrum der Analystenbeobachtungen gerückt“, sagt Paulo Leme von Goldman Sachs. Bei einer Verschuldung von etwa 55 % des Bruttoinlandprodukts (BIP) hängen die Risikoeinschätzungen hauptsächlich davon ab, ob die Experten davon überzeugt sind, dass auch die künftige Regierung die hohe Haushaltsdisziplin Cardosos einhalten wird. Denn nur wenn der öffentliche Haushalt ohne Berücksichtigung der Zinszahlungen deutlich positiv ist (derzeit 3,5 %/BIP), stabilisiert sich die hohe Auslandschuld Brasiliens. Bisher äußern sich alle Kandidaten dazu sehr widersprüchlich.
Mit den klaren Vorgaben des monetären Rates hat sich die Lage in Brasilien deshalb nicht grundlegend verbessert: „Die Grenze zwischen der optimistischen und der pessimistischen Einstellung der Investoren ist derzeit hauchdünn“, sagt Luis Otávio Leal von der Schweizer Privatbank Pictet Modal in Rio de Janeiro. Alle Investmentbanken rechnen damit, dass bis zum Wahltermin Ende Oktober die politischen Ereignisse für ein permanentes Auf und Ab der Kurse der brasilianischen Finanzaktiva sorgen werden. Paulo Leme von Goldman Sachs, gibt dem Regierungskandidat weiterhin gute Chancen, nächster Präsident zu werden. Er warnt jedoch vor den „harten und schmutzigen Wahlkampfmonaten, in denen die Volatilität hoch sein wird“. Eine positive Entwicklung an der Börse Brasiliens hält Leme frühestens nach dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft für möglich, denn dann wird der Regierungskandidat seine offizielle Wahlkampagne starten. Gelingt es ihm dann, in den Umfragen zuzulegen und ein überzeugendes Wirtschaftsteam zu präsentieren, würden die Kurse von Anleihen und Aktien stark steigen, meint Leme.
Bei der brasilianischen Investmentbank Fator-Doria Atherino ist man sich sicher, dass der Erfolgschancen des Regierungskandidaten zunehmen, je länger die brasilianische Nationalmannschaft im Spiel um den Titel dabei bleibt, weil dies die Pause zwischen den beiden Wahlkampfphasen verlängere, in der der Regierungskandidat die politische Mitte um sich sammeln könnte.
Gruß
pheidros
pheidros
11.06.2002, 10:54
Wenn Brasilien kollabiert, gibt´s für die US-Wirtschaft und die amerikanischen Indizes den nächsten heftigen downmove.
Gruß
pheidros
Aus der FTD vom 31.5.2002 www.ftd.de/argentinien (http://www.ftd.de/argentinien)
Weltbank warnt vor Ausbreitung der Argentinienkrise
Von Ina Bauer, Frankfurt
Nach der Zahlungsunfähigkeit Argentiniens im Dezember 2001 hat die Weltbank als erste staatliche Organisation vor einer Ausbreitung der Finanzkrise des Landes auf die übrigen lateinamerikanischen Staaten gewarnt.
pheidros
11.06.2002, 22:55
HANDELSBLATT, Dienstag, 11. Juni 2002
Schwellenbörsen in Südamerika zeitweise unter Druck – Währungen von Tiefständen wieder erholt
"Lula-Effekt“ beunruhigt Latino-Märkte
ANNE GRUETTNER
Lateinamerikas Märkte sind erneut einer harten Prüfung unterzogen worden; sowohl Anleihen als auch Währungen gerieten in der vergangenen Woche unter Druck. Der Wahlkampf in Brasilien im Oktober wirft bereits seine Schatten voraus. Hinzu kommen schleppende Verhandlungen mit dem IWF.
HANDELSBLATT, 11.6.2002
BUENOS AIRES. Zum altbekannten Tango-Effekt gesellte sich in Lateinamerika in der vergangenen Woche der „Lula-Effekt“. Die Aussicht, dass bei den brasilianischen Präsidentschaftswahlen im Oktober Luiz Inacio Lula da Silva, der Kandidat der Arbeiterpartei, gewinnt und die derzeitige Sparpolitik umwirft, ließ den brasilianischen Real ebenso wie die Staatsanleihen des südamerikanischen Giganten auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten fallen.
Auch andere Emerging Markets, die Börsen der Schwellenländer, bekamen die Nervosität der Anleger zu spüren. Der von JP Morgan gemessene Emerging Markets Bond Index (EMBI+), der den Zinsaufschlag auf Emerging-Markets-Anleihen gegenüber US-Schatzpapieren misst, stieg am Donnerstag um 25 Basispunkte auf 702. Der Real brach um 2,7 % auf 2,68 Real je Dollar ein, erholte sich aber bis gestern Nachmittag wieder auf 2,637. Der EMBI+ Brasilien war am Donnerstag um 79 Basispunkte auf 11,99 % gestiegen.
Neben Brasilien litten die Anleihemärkte in Venezuela und Ecuador am stärksten. Zusätzlich wurde dort die Stimmung durch sinkende Ölpreise, das vergebliche Warten auf ein IWF-Abkommen in Ecuador und durch die schlechte haushaltspolitische Lage in Venezuela getrübt. Selbst bei relativ stabilen Schuldnern wie Mexiko, Panama, Peru und Kolumbien sorgte der „Lula-Effekt“ für eine Erhöhung der Spreads zwischen 12 und 20 Basispunkten. Gegen diesen Trend konnten auch Fortschritte bei der Privatisierung in Peru und die Ernennung als marktfreundlich geltender Kabinettsmitglieder in Kolumbien nichts ausrichten.
Am Freitag beruhigten sich die Märkte dann leicht. Der EMBI+ sank erstmals in der Woche um neun Basispunkte auf 696. Technische Korrekturen führten zu sinkenden Zinsaufschlägen in Brasilien um 19 Basispunkte auf 1 182. Dieser Trend könnte sich nach Meinung von UBS-Warburg fortsetzen, wenn sich die Gerüchte über deutliche Verluste für Lula in neuen Meinungsumfragen bewahrheiten. Die Veröffentlichung der Umfragen wird in Kürze erwartet.
Auch Kommentare von Zentralbankchef Arminio Fraga über die insgesamt stabilen Marktbedingungen haben Marktkreisen zufolge zu der Beruhigung beigetragen. In Venezuela kam es zu einer deutlichen Verbesserung des Bond-Index und auch in Kolumbien, Mexiko und Panama sanken die Spreads leicht. Nur Ecuadors Anleihen setzten ihren negativen Trend fort. Dresdner Bank Analyst Thorsten Rülle warnt, dass ohne ein baldige Abkommen mit dem IWF ein erneuter Zahlungsausfall in der zweiten Jahreshälfte 2003 nicht auszuschließen ist.
In Mexiko setzte der Peso seine seit April zunehmenden Verluste gegenüber dem Dollar fort und landete am Donnerstag auf einem 16-Monats-Tief von 9,77 Pesos zum Dollar. Doch schon am Freitag stieg der Peso wieder leicht an. Gestützt wurde er durch neue Inflationszahlen für Mai, die geringer als erwartet ausfielen. Auf Grund des geringen Effekts der Währungsabwertung auf die Preise sei zu erwarten, dass die Zentralbank das gesetzte Jahresziel von 4,5 % Inflation erreichen kann, meinen die Analysten von UBS-Warburg. Damit wäre eine für die Konjunkturentwicklung negative Zinserhöhung nicht nötig. In dieser Woche werden die Ergebnisse der Handelsbilanz sowie Schätzungen für die Industrieproduktion im April Aufschluss über das Konjunkturtempo geben.
In Argentinien setzt der Peso dagegen seinen langsamen Fall gegenüber dem Dollar stetig fort und schloss Freitag auf 3,64. Ursache ist die Flucht der Argentinier in den Dollar. Ausgelöst wurde diese Flucht durch die Angst vor einer Hyperinflation angesichts kräftiger Peso-Emissionen der finanzschwachen und konzeptlosen Regierung, durch schleppende IWF-Verhandlungen und Pläne zur Freigabe der eingefrorenen Bankkonten. Hinzu kamen Spekulationen, dass die Zentralbank den Peso nicht weiter stützen werde.
Tuesday, June 11, 2002 - 07.11 am/10.11 GMT
Read the headlines of leading Brazil dailies Tue
O Estado de S. Paulo (São Paulo) - "Central Bank sells shorter-term bonds, pleases market"
Jornal da Tarde (São Paulo) - "São Paulo Mayor Marta Suplicy wants to revoke 4,200 cab licenses"
Folha de S.Paulo (São Paulo) - "São Paulo attorney´s office to probe mistake in FGTS unemployment insurance accounts"
Gazeta Mercantil (São Paulo) - "Brazil only able to raise dollars through receivables"
Valor Econômico (São Paulo) - "Malan suggests appointment of new central bank director by new administration in October"
Jornal do Brasil (Rio de Janeiro) - "Presidential candidate evokes ghost of crisis"
http://www.aebrazil.com/highlights/2002/jun/11/6.htm
sYr :rolleyes:
Brasilien kämpft, Argentinien bricht erneut ein.
- Der Bovespa ist unter die wichtigen 12000 gerutscht.
- Der Real dagegen konnte nach einer Aktion von IMF und Regierung heute deutlich zulegen, in der Spitze knapp über 5%.
- Der sozialistische Präsidentschaftskandidat hat nach neusten Umfragen marginal verloren gegenüber den Mitbewerbern, liegt aber mit an die 40% immer noch klar in Führung. Heute kündigte er zudem an den Notenbankchef bei einem Wahlgewinn abzulösen.
Zwei bestimmende Meldungen, eine von gestern, eine von heute:
Interest rate futures hit maximum permitted yields
São Paulo, 12 - "The market lost its floor" was the best definition that one analyst could come up with for the behavior of interest rate futures on Wednesday. The cause was an accumulation of negative factors over the past few weeks, which boil down to political risk fears and the Central Bank´s much-criticized recent monetary policy.
On the Brazilian Mercantile and Futures Exchange (BM&F) the Oct 1, Jan 1 and Apr 1 maturities hit the maximum variation allowed in a day by the institution. Around 90% of traded volume was concentrated in these contracts.
"The debt crisis forecasted for 2003 with the arrival of a new administration is being anticipated by the present government," said one experienced analyst. Rumors were rife that the government would have to borrow money from the IMF to sell on the forex market.
"However, you can´t take today´s closing figures as an indication of anything, they merely reflect a tumultuous day" said one trader.
At the BM&F Jan 1 2003 (the most liquid contract) closed at 22.34% compared with 20.45% on Tuesday. Jly 1 closed at 20.00% from 18.30%, Oct 1 at 21.28% from 19.35% and Apr 1 2003 at 23.98% from 21.75%.
http://www.aebrazil.com/highlights/2002/jun/12/90.htm
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Brazil govt calms FX market with IMF funds, buyback
Brasília, 13 - Brazil´s government Thursday announced a series of steps designed to calm a turbulent foreign exchange market, including fresh IMF funds and a foreign debt buyback operation.
Finance Minister Pedro Malan announced that Brazil will withdraw $10 billion as part of an existing International Monetary Fund deal. In addition, the government announced it will buy back up to $3 billion in overseas debts due in 2003 and 2004.
The steps were announced in the midst of a foreign exchange crisis which saw the Brazilian real sink from R$ 2.500 per dollar in May to as low as R$ 2.795 Wednesday. Market analysts said the currency lost value because of political worries ahead of October elections and concerns over internal and overseas debt payments.
Malan said, "The nation´s economic fundamentals do not warrant such anxiety. However, such anxiety is, to a certain extent, understandable in an election year. Therefore, the government has decided to act in order to guarantee an orderly market."
Malan also announced that the government has officially hiked its goal for the 2002 primary budget surplus to 3.75% of gross domestic product from the previous 3.5%. The government will extend the 3.75% goal through 2003.
In yet another measure designed to give the government greater flexibility in the foreign exchange market, Malan announced a new floor for foreign reserves of $15 billion, down from the previous $20 billion. In fact, foreign reserves have hovered around $32 billion and will now be reinforced by the IMF funds.
Brazilian Central Bank President Armínio Fraga said the government will continue to offer the financial market ways to swap long-term government debt for shorter term debt. Many investors have spurned paper coming due after Jan 1, 2003, when a new government takes office.
Fraga added that the government may also use its increased foreign exchange breathing space for direct intervention in the currency market.
However, Fraga added that recent turmoil in the bond market may have been "exaggerated." He said, "In recent days, the crisis in mutual funds has eased. Withdrawals have slowed and the funds are in the black."
http://www.aebrazil.com/highlights/2002/jun/13/48.htm
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Wirtschaftlich steht Brasilien ja eigentlich nicht schlecht da, nach der jetzigen Regierung. Fraglich nur welchen Wert diese Prognosen im Falle eines Regierungswechsels haben werden mit einem neuen Notenbankchef und einem Kandidaten der sich schon jetzt gegen den IMF stellt. Vertrauensbildend ist das nicht. Für den amtierenden Präsidenten stellt sich die Situation etwa gleich dar wie für Schröder in Deutschland: morgen Wahlen und es wechselt an der Spitze. Aber auch in Brasilien dauert das noch bis zum Herbst.
Unabhängig von all dem bekommt der Bovespa-Index in Kürze Probleme wenn die "Leitsterne" in den USA weiter schwächlich bleiben.
http://www.aebrazil.com/graficos/ibvsp.gif http://www.aebrazil.com/graficos/aeusco.gif
syr:rolleyes:
Brazil's economy
The 685 billion reais question
Jun 13th 2002 | SAO PAULO
From The Economist print edition
Will Brazil be forced to default if the opposition win October's presidential poll
GEORGE SOROS, a famous investor and currency speculator, offers Brazilians a stark choice in October's presidential election: vote for Jose Serra, the candidate of President Fernando Henrique Cardoso's centrist coalition, or expect an Argentine-style crash in which Brazil would be forced to default on its 685 billion reais ($245 billion) of public debt. Last weekend, Mr Soros told Folha, a Sao Paulo newspaper, that the election of Luiz Inacio Lula da Silva of the left-wing Workers' Party, who heads opinion polls, would make investors so fearful of a possible default that they would stop financing Brazil, fulfilling their own prophecy. Only a victory for Mr Serra would banish such fears, he said.
In the past two months, such worries have caused the real to plunge, while the “spreads” on Brazil's debt (the premium investors demand to compensate for risk) have soared (see chart). New polls this week showed Mr Serra consolidating his second place, increasing the chance that the election will end in a run-off ballot between him and Mr da Silva. Nevertheless, the market panic quickened: on June 12th, Brazil's risk premium reached 12.96%, its highest level since 1999.
Mr Serra and Mr Cardoso have themselves been telling voters that Brazil could face Argentina's fate “if an incompetent president were elected”. Though Mr da Silva now pledges to honour all financial obligations, he has only recently come out emphatically against any sort of default. He and his advisers continue to give contradictory signals over how resolutely they would pursue sound finances and low inflation, prompting investors to wonder if a Lula government could pay its bills, even if it wanted to. Two soft-left presidential contenders also provoke doubts: Ciro Gomes with talk of a “voluntary” debt restructuring and Anthony Garotinho with extravagant spending promises.
The opposition candidates retort that the government is engaged in “economic terrorism”, fomenting panic to cling to power. They also blame the market turmoil on a recent, unexpected, decision by the Central Bank to require investment funds to revalue their portfolios each day according to their market worth.
But there seems little doubt that behind the panic lie electoral uncertainty and the dark cloud of Brazil's public debt. Since Mr Cardoso took office in January 1995, the public debt has risen from 30% to 55% of GDP, even though the government raked in almost $100 billion from privatisations. Mr Cardoso incurred debts trying to prop up the real, until its devaluation in 1999. But the debt is also partly due to his recognising enormous hidden liabilities left by his predecessors, so-called “skeletons” which have so far added ten percentage points to the debt ratio. Another large chunk was incurred by free-spending states and cities, some opposition-run.
Even if the pre-election turbulence worsens, Brazil should be able to continue paying its bills at least until the new government takes over next January, says Marcelo Carvalho, an economist at Bank of America. About 100 billion reais of debt is due for repayment by the end of the year, but Brazil's Treasury already has half that much in cash at hand. And if other sources of finance dry up, Brazil could turn to the IMF: it has not yet drawn down $10 billion from a loan agreed last year.
If a public debt of just over half of GDP proved unbearable for Argentina, will it also be for Brazil?
The real worry is what happens to economic policy under the next government, which will face a heavy burden of debt expiring in its first few months. If a public debt of just over half of GDP proved unbearable for Argentina, will it also be for Brazil? There are several reasons to hope not. Argentina's debt was almost all in dollars, so default was a concomitant of the collapse of its currency's peg to the greenback. But only a quarter of Brazil's debt is dollar-linked. And while Argentina borrowed mostly from fickle foreign investors, about three-quarters of Brazilian debt is held by more pliable domestic institutions. However, credit-rating agencies do worry that Brazil's foreign debt is high compared with its export earnings.
Edward Amadeo, a former senior finance official, reckons Brazil's debt burden would remain manageable under four conditions: that the next government maintains the current fiscal surplus (before interest payments) of 3.5% of GDP; that the economy grows at least 3.5% annually; that the real steadies; and that real interest rates do not rise above their current 9%.
Were investors to lack confidence in the new government, they could send the real plunging and interest rates soaring, making the situation unmanageable. But even if default is avoided, the next government will continue to be hobbled by high debt-interest payments (9% of GDP this year). And the state's demand for credit keeps interest rates high, stifling the private sector. The only way to get investors to lend at lower rates is to continue the long slog towards modernising the economy while maintaining a tight grip on the public finances and controlling inflation. If Mr da Silva did win, and if investors gave him a chance, he would have little alternative but to set out on this long, hard road.
pheidros
21.06.2002, 00:17
HANDELSBLATT, Mittwoch, 19. Juni 2002
Die Finanz- und Wirtschaftskrise in Südamerika ist immer schwieriger zu beherrschen
Brasilien droht das Schicksal Argentiniens
Argentinien hofft wegen der angespannten Lage in Brasilien auf leichteren Zugang zur IWF-Hilfe. Doch die Investoren sind sich einig, dass die jüngste Krise in Brasilien hausgemacht ist. Wegen des politischen Risikos werden die Märkte bis zu den brasilianischen Präsidentenwahlen im Oktober nervös bleiben.
ALEXANDER BUSCH, ANETTE GRÜTTNER
HANDELSBLATT, 19.6.2002
SAO PAULO/BUENOS AIRES. Die Argentinier hatten sich schon damit abgefunden, dass der Rest der Welt sich für ihre verzweifelte Wirtschaftslage kaum mehr interessiert. Denn der zunächst befürchtete Flächenbrand in der gesamten Region blieb bisher aus. Allenfalls im kleinen Nachbarland Uruguay hinterließen Abwertung und Zahlungseinstelllung ihre Spuren. Inzwischen haben sich Analysten und die in Emerging-Markets engagierten Investoren daran gewöhnt, im „Emerging Markets Bond Index“, der die Risikoaufschläge der Schuldtitel aufstrebender Volkswirtschaften auflistet, das zahlungsunfähige Argentinien mit seinen exorbitanten Risikoaufschlägen von knapp 6000 Punkten über Libor einfach zu ignorieren.
Doch nun hat sich das geändert: Innerhalb von knapp zwei Monaten haben sich beim benachbarten Giganten Brasilien die Risikoaufschläge von rund 700 auf 1300 Punkte fast verdoppelt. Argentinien frohlockt, denn nun ist es endlich nicht mehr allein mit seiner Krise. „Südamerika könnte sich in eine sehr feindselige und unvorhersehbare Region entwickeln, wenn die argentinische Krise sich ausbreitet“, prophezeit das Wirtschaftsblatt „El Cronista“ düster. Hintergrund für die Schwarzmalerei: Argentinien hofft, mit der sich von Buenos Aires ausbreitenden Krise in Südamerika schneller an einen Hilfskredit des IWF zu kommen.
Investmentbanken sind sich allerdings einig, dass der starke Druck auf brasilianische Vermögenswerte in den letzten Wochen kaum von der argentinischen Krise ausgelöst wurde. „Zum großen Teil ist die jüngste negative Stimmung gegenüber Brasilien ein hausgemachtes Phänomen“, meint Arturo Porzecanski, Spezialist von ABN-Amro.
Auslöser für die plötzliche Panik in Brasilien ist, dass die lokalen Investoren zuletzt nicht mehr die Anleihen des brasilianischen Staates annehmen wollten und lieber Dollars kauften. Dieses Misstrauen der brasilianischen Investoren ließ auch bei ausländischen Investoren die Alarmglocken läuten: Vor allem allgemeine Emerging Market Fonds verkauften sofort die liquiden brasilianischen C-Bonds – was zu einem rasanten Anstieg des Risikoaufschlages führte.
Hintergrund für das Misstrauen ist die hohe Verschuldung Brasiliens im In- und Ausland. Derzeit hat die Regierung kein Problem, diese Verschuldung zu kontrollieren, weil das effizient arbeitende und eingespielte Team aus Finanzminister, Zentralbankchef und Präsident einen deutlichen Überschuss im Haushalt politisch und wirtschaftlich durchsetzen kann. Doch mit den näher rückenden Präsidentschaftswahlen in vier Monaten wird immer unsicherer, ob das so bleiben wird. Der Mangel an klaren Bekenntnissen der Kandidaten zur Fortsetzung der Sparpolitik sorgt für steigende Nervosität.
Damit erinnert die Situation Brasiliens in mancher Hinsicht an die Lage Argentiniens vor rund einem Jahr: Im März 2001, nur wenige Monate, nachdem der IWF ein Kreditpaket über 40 Mrd. $ für Argentinien geschnürt hatte, traten zwei Wirtschaftsminister zurück, weil sie notwendige Sparmaßnahmen nicht durchsetzen konnten. Innerhalb weniger Monate verlor Argentinien den Großteil seiner Devisenreserven. Die Gemeinsamkeiten gehen noch weiter: Die argentinische Staatsschuld lag bis Ende 2001 unter 50 % des BIP, in Brasilien beträgt dieses Verhältnis jetzt 55 % – und das, obwohl Brasilien weniger exportierte als Argentinien und eine schwächere Leistungsbilanz aufweist.
Auch hat die brasilianische Wirtschaftsequipe mit dem flexiblen Wechselkurs bessere Schutzmechanismen bei ausbleibenden Kapitalströmen, als die argentinischen Behörden ihn wegen des dollargebunden Pesos je hatten. Trotz der seit rund einem Jahr angespannten Finanzsituation für Emerging-Markets wächst Brasilien dieses Jahr um rund 2 %, und die Inflation bleibt unter Kontrolle. Außerdem fließen weiterhin Direktinvestitionen ins Amazonasland (Prognose: 18 Mrd. $ in diesem Jahr) – was mehr über das langfristige Vertrauen von Investoren aussagt als die nervösen Ausschläge der Spreads.
Doch über die künftige Stabilität entscheiden Brasiliens Wähler. So lange der aussichtsreichste Kandidat Luís Inácio da Silva kein klares Bekenntnis zur Kontinuität der Sparmaßnahmen setzt, so lange wird auf den Märkten das Risiko Brasiliens zunehmen. Und damit droht bei der Binnenschuld Brasiliens über steigende Zinsen und schwachen Real die Gefahr eines Moratoriums.
Gruß
pheidros
pheidros
21.06.2002, 00:21
Lustige Argumentation: Wenn man seine Verluste beobachtet, wie die Deutsche Bank, hat man kein - oder so :rolleyes:
nw FRANKFURT/M. Ein drohender Wertverfall brasilianischer Anleihen und der Landeswährung Real können zu Verlusten bei europäischen Banken führen. Besonders hoch seien die Engagements des spanischen Santander Central Hispano (SCH) und der niederländischen Bank ABN Amro. Deutsche Banken müssten keine nennenswerten Verluste befürchten. Dieses Fazit ziehen die Analysten von Sal. Oppenheim nach einer Untersuchung der Brasilien-Engagements europäischer Banken.
Der brasilianische Real und die Kurse von Anleihen seien in diesem Jahr bereits um 20 % gefallen. In Hinblick auf die Wahlen im Oktober, bei denen ein Sieg des ehemaligen Gewerkschaftsführers Lula als möglich gilt, sind die Märkte nervös. Sollte der Real auf dem heutigen Niveau bleiben, müsste SCH einen Einbuße von 4 Cent pro Aktie verbuchen bei einem erwarteten Gewinn von 0,63 Euro pro Anteil, schreiben die Oppenheim-Analysten. Die Bank habe brasilianische Staatsanleihen im Nennwert von 8 Mrd. US-Dollar in den Büchern, bei denen Verluste drohen. ABN Amro habe Brasilien-Engagements von über 5,6 Mrd. Euro bei einem Eigenkapital von 12,5 Mrd. Euro. Da das Währungsrisiko gegenwärtig nicht abgesichert sei, gäbe es Risiken, so die Analysten. Das Engagement der Deutschen Bank wird auf 4,6 Mrd. Euro geschätzt. Ein nennenswerter Einfluss auf die Gewinnlage wird nicht erwartet, da die Bank das Engagement sehr genau beobachte. Auch die Dresdner Bank habe kein großes Risiko. Die Commerzbank habe lediglich einen 10 %-Anteil an der brasilianischen Unibanco, für den bereits Vorsorge getroffen sei.
Gruß
pheidros
Wochenbilanz. Bovespaindex -11.1%, Real auf historischem Tief, Lula wieder deutlicher in Front und die USA als Totengräber Südamerikas:mad:.
Brazilian real hits historic low on O´Neill remarks
São Paulo, 21 - The Brazilian real hit its lowest point ever Friday afternoon following remarks by U.S. Treasury Secretary Paulo O´Neill, who said the American government would oppose any additional aid to Brazil.
The real hit R$ 2.84 per dollar, down sharply from Thursday´s close of R$ 2.77.
It was the lowest point since creation of the real currency on Jul 1, 1994 as part of a broad economic stabilization program. The real hit its previous low on Sep 21, 2001 at R$ 2.835 per dollar.
Brazil is about to withdraw $10 billion in International Monetary Fund loans. Some Brazilian economists and former government officials have suggested Brazil could need more, given the current weakness of the real. However, the administration of President Fernando Henrique Cardoso has given no hint that it will seek additional IMF aid.
Nevertheless, O´Neill Friday said the U.S. government was dead set against any additional aid from multilateral agencies for Brazil.
Market analysts here said the main reason for the decline of the real was political scenarios. Brazilians go to the polls Oct 6 to choose a new president. Cardoso cannot run for a third term. Leftist Workers´ Party (PT) candidate Luiz Inácio Lula da Silva is currently leading all polls.
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Interest rate futures hit, close at circuit breaker
São Paulo, 21 - The interest rate futures market came under the same political, Fitch and O´Neill pressures as the forex and stock markets in Brazil on Friday.
On the Brazilian Mercantile and Futures Echange (BM&F), the Oct 1, Jan 1 and Apr 1 expiries hit and closed at the circuit breaker.
"Argentina is going through social chaos, with many of its problems being due to inadequate IMF assistance," responded an analyst to Treasury Secretary Paul O´Neill´s saying the U.S. would oppose additional IMF help to Brazil, as the country prepares to withdraw a $10 billion tranch from the fund.
This source added that the Bush administration is proving "less friendly" to Latin America, excluding Mexico which is part of Nafta .
Fears also remain on the interest rate futures market that if elected President Luiz Inácio Lula da Silva (Workers´ Party - PT) will not be willing or able to meet debt obligations.
At the BM&F the Jan 1 2003 contract (the most liquid) closed at 26.49% compared with 24.20% on Thursday.
Jul 1 closed at 18.70% from 18.65%, Oct 1 at 22.99% from 20.90%, and Apr 1 2003 at 30% from 27.50%.
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Read the headlines of leading Brazil dailies Fri
Folha de S.Paulo (São Paulo) - "Brazilian risk spread second highest in the world"
Gazeta Mercantil (São Paulo) - "Brazil bond spread widens; foreign markets get tough"
Valor Econômico (São Paulo) - "Market volatility picks up; government seeks backing from banks"
O Globo (Rio de Janeiro) - "Markets panic, risk premium shoots up and stock market plunges"
http://www.aebrazil.com
Die Währung:
http://chart.bigcharts.com/bc3/intchart/frames/chart.asp?symb=C%5FBRL&compidx=aaaaa%3A0&ma=6&maval=50&uf=0&lf=65536&lf2=2&lf3=1024&type=4&size=3&state=15&sid=126323&style=350&time=12&freq=1&comp=NO%5FSYMBOL%5FCHOSEN&nosettings=1&rand=7305&mocktick=1
sYr :rolleyes:
Jim Knopf
23.06.2002, 18:35
Ökonomen zweifeln an Erholung in Lateinamerika
Obwohl sich die Wirtschaftsdaten zahlreicher lateinamerikanischer Länder im April positiv entwickelt haben, bleiben die meisten Analysten skeptisch.
vwd NEW YORK. So hat zwar die Industrieproduktion in Mexiko, Brasilien, Chile und Peru zwar einen überraschenden Zuwachs ausgewiesen. Doch haben die Experten von UBS Warburg ihre Projektion für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für 2002 in Lateinamerika auf 0,7 % von 1,1 % zurückgenommen. "Die Region als Ganzes wächst kaum", sagt Lateinamerika-Experte Javier Kulesz und verweist auf das hohe Zinsniveau und die schwindenden Auslandsinvestitionen.
Überdies lasteten politische Risiken auf dem Raum, urteilt Kulesz. Insbesondere die Unsicherheit wegen der brasilianischen Präsidentschaftswahlen im Oktober und die Furcht vor einem Übergreifen der Argentinien-Krise auf die Nachbarländer böten wenig Anlass zur Hoffnung. Die Analysten vowPBear Stearns stimmen in den kritischen Kanon ein. Sie werden ihre Prognosen zum Ende des zweiten Quartals überprüfen und "wahrscheinlich nach unten revidieren", so die Ankündigung des Lateinamerika-Analysten Tim Kearney.
Ermutigende Signale aus Mexiko
Nach Ansicht der Ökonomen präsentiert sich die Region bei näherem Hinsehen aber durchaus heterogener als die Prognose für den gesamten Raum suggeriert. So gebe es durchaus Länder, aus denen ermutigende Signale wahrzunehmen seien. An der Spitze dieser Gruppe sehen viele Experten Mexiko. Die Industrieproduktion des Landes wies im April erstmals seit 15 Monaten einen Zuwachs auf und konnte mit einem Plus von acht Prozent auf Jahressicht die Konsensschätzungen von zwei Prozent weit hinter sich lassen. Experten erachten den Aufschwung als Folge der Erholung in den USA, denn 80 % der mexikanischen Exporte gehen in das nördliche Nachbarland.
Ökonomen erwarten das mexikanische Wachstum 2002 bei zwei Prozent, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 0,3 % ausgewiesen worden war. Auch die brasilianischen April-Daten sorgten für eine angenehme Überraschung an den Märkten. Das Plus der Industrieproduktion lag hier gegenüber dem Vorjahr bei sechs Prozent, während die Prognosen von einem Prozent ausgegangen waren. Doch angesichts der politischen Unsicherheiten und der Schuldenlast bleiben Zweifel, auch wenn die Prognosen gegenwärtig von einem Wachstum über 2,3 % ausgehen. Andere Länder mit guten Wachstumsraten, aber unklarer Perspektive sind Peru, Chile, Ecuador und Kolumbien.
Einigkeit herrscht darüber, wer die Verlierer der gegenwärtigen Entwicklung sind: Argentinien und Venezuela. Beiden Ländern fehle es an einer guten politischen Führung, urteilt ein Experte von Banc of America. Ohne eine gute Politik und mit einem Mangel an Kreditwürdigkeit sei ein Umschwung schwierig. Für die Wirtschaft des krisengeschüttelten Argentinien wird 2002 ein BIP-Rückgang um etwa zehn Prozent erwartet. In Venezuela sei ein Umschwung ebenfalls nicht in Sicht, so lange der gegenwärtige Präsident Hugo Chavez im Amt ist. Trotz der relativ festen Ölpreise erwarten Volkswirte, dass die Wirtschaft des Landes 2002 um 3,5 % schrumpfen wird.
HANDELSBLATT, Dienstag, 18. Juni 2002, 13:06 Uhr
Jim Knopf
24.06.2002, 09:43
Aus der FTD vom 24.6.2002
Das Kapital: Fed und EZB müssen Brasilien im Blick halten
Beim vierten Mal klappt’s? Der Markt hat allen Grund zu der Sorge, dass Luiz Inácio Lula da Silva im Oktober im vierten Anlauf Präsident von Brasilien wird.
Jim Knopf
24.06.2002, 14:55
Aus der FTD vom 24.6.2002
Lateinamerika kämpft gegen die Finanzkrise
Von Ileana Grabitz, Berlin
Was Wirtschaftsexperten seit Monaten befürchten, ist eingetroffen - die Krise in Argentinien hat die unmittelbaren Nachbarstaaten angesteckt. Die Währungen sind auf Talfahrt.
pheidros
25.06.2002, 00:11
Hi all,
so wie es aussieht, erfasst die Krise zunehmend ganz Südamerika:
„Zinsunterschiede von mehr als 16 % signalisieren, dass Brasilien mit 50 %iger Wahrscheinlichkeit bis zum Jahresende seine Zahlungsunfähigkeit erklären wird“,
Handelsblatt Topix > Handelsblatt Zeitung Seite Eins
HANDELSBLATT, Montag, 24. Juni 2002
Höhere Risikoaufschläge für Schuldtitel aufstrebender Länder – Argentiniens Notenbankchef tritt zurück
Brasilien-Krise bedroht die Schwellenländer
HANDELSBLATT, 24.6.2002
ang/abu/HB SÃO PAULO/BUENOS AIRES. Nach Argentinien steht auch Brasilien vor einer akuten Verschuldungskrise. Die Turbulenzen am brasilianischen Finanzmarkt bedrohen nicht nur Lateinamerika, sondern könnten auch weitere Schwellenländer mit sich reißen. Nach dem „Emerging Markets Bond Index“ (EMBI+), der die Risikoaufschläge der Schuldtitel aufstrebender Länder gegenüber US-Staatsanleihen auflistet, verlangen Investoren jetzt Aufschläge von fast 17 % für brasilianische Anleihen. Das ist doppelt so viel wie noch vor sechs Wochen und wird weltweit nur von Argentinien übertroffen.
„Zinsunterschiede von mehr als 16 % signalisieren, dass Brasilien mit 50 %iger Wahrscheinlichkeit bis zum Jahresende seine Zahlungsunfähigkeit erklären wird“, sagt Arturo Porzecanski, Emerging-Markets-Spezialist von ABN-Amro. Der Bovespa-Index der Börse von São Paulo fiel am Freitag auf den niedrigsten Stand seit September 2001. Der Real verlor gegenüber dem Dollar in diesem Jahr fast 20 % an Wert. Eine „Welle der Angst“ rollt nach Aussage von Finanzminister Pedro Malan über die brasilianischen Märkte. Sie wird auch von der Befürchtung der Investoren gespeist, dass bei den Präsidentenwahlen im Oktober der Linkspolitiker Luiz Inacio Lula da Silva gewinnen könnte.
Auch in Argentinien spitzt sich die Lage zu. Nach Querelen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) trat am Freitag der argentinische Zentralbankchef Mario Blejer zurück. Bisher konnte keine Übereinkunft zwischen Buenos Aires und dem IWF über neue Kredite erzielt werden. Analysten rechnen für die nächsten Wochen bestenfalls mit einem Minimalabkommen.
Krisensymptome gibt es in weiteren lateinamerikanischen Ländern: In Ecuador und Uruguay, das am Donnerstag seinen Wechselkurs freigeben musste, drohen Zahlungsschwierigkeiten. In Venezuela, wo weiter akute Putschgefahr gegen Präsident Hugo Chávez besteht, hievte der Brasilien-Effekt die Risikoprämien auf 11,5 % hoch. Im Zuge einer breiten Verkaufswelle wurden selbst stabilere Länder wie Mexiko mitgerissen. Dort hat sich das Länderrisiko allein im Juni um 30 % erhöht.
In abgeschwächter Form litten auch die Türkei und Russland. Nach Meinung von UBS-Warburg werden die Turbulenzen in Lateinamerika jedoch allenfalls kurzfristig auf europäische Titel übergreifen. „Mittelfristig dürften Faktoren wie verbesserte Kreditqualität und starke Liquidität in Russland sowie die geostrategische Bedeutung der Türkei eine größere Rolle spielen, so dass sich die bisherige Abkopplung fortsetzt“, heißt es bei UBS-Warburg.
Auch Frankfurter Finanzkreise relativieren die Befürchtungen, der Latino-Effekt könne eine Systemkrise des internationalen Finanzsystems nach sich ziehen. Die Solvenz der großen internationalen Banken werde von den Krisen in Lateinamerika nicht betroffen. Die Kredite an die Problemländer seien im Verhältnis zu den Direkt- und Portfolioinvestitionen zurückgegangen, heißt es. Dadurch sei das internationale Finanzsystem weniger krisenanfällig
Jim Knopf
30.06.2002, 20:16
Brasilien ist neuer Fussball-Weltmeister. Welche Auswirkungen könnte das auf die Kernschmelze am Zuckerhut haben? Habe gelesen, daß ein grosser Erfolg normalerweise der amtierenden Regierung hilft, warum auch immer.
Und: Könnten die Feiern das BIP ankurbeln? Da ja mehr konsumiert wird? Oder schadet es dem BIP, da viel gefeiert und wenig gearbeitet wird? Andererseits ist wohl die Produktivität "glücklicher Menschen" höher als die "nicht-glücklicher Menschen".
Laßt uns doch mal ein wenig spekulieren.
Grüsse,
Jim Kn:)pf
Brasilianer selber haben dem teilweise 10% Plus in kürzerer Frist zugerechnet im Vorfeld :cool: . Mal sehen;)......
Brazil stk mkt rebounds on easier inflation targets
São Paulo, 28 - The investment mood has improved somewhat on Brazil´s stock market following a government decision to set easier-to-achieve inflation targets for 2003 and 2004.
As trading started Friday, the key Brazilian index of blue chips, known as Ibovespa, opened slightly higher only to further boost gains in a matter of minutes.
At around 10.50 am/13.50 GMT, the index was rising 1.42%, to 11,169 points, off an intraday high of 11,178 pts. Volume was at some R$ 57.5 million. Thursday, the Ibovespa rallied approximately 3% to close above the 11,000-point mark.
As reported by AE Brazil, the central bank upped its 2003 inflation target to 4% from 3.25%, while stipulating a 3.75% goal for 2004. In addition, the government introduced a wider tolerance margin of 2.5 percentage points either way. Therefore, Brazil will seek inflation of 1.5%-6.5% next year and 1.25%-6.25% in 2004.
This year, the government aims at a 3.5% rate of inflation, with a narrower tolerance range of two percentage points.
According to analysts, the move bodes well for monetary loosening, given that the central bank introduced a downward bias last week while holding the benchmark Selic rate unchanged at 18.5% for the third consecutive month.
On the international front, however, conditions are not as rosy. Following a multi-billion dollar scandal involving U.S. telecom giant WorldCom, bigger-than-reported accounting errors were discovered at copier maker Xerox. A new audit by PricewaterhouseCoopers found that Xerox improperly reported far more revenue during the past five years than the Securities and Exchange Commission estimated in an April settlement with the company.
The SEC had initially put the figure at $3 billion for the four years from 1997 through 2000. The audit, which also covered 2001, boosted that number to over $6 billion. Furthermore, irregularities were also spotted at the Brazilian subsidiary, Xerox do Brasil.
As a unit of WorldCom, Brazilian long-distance carrier Embratel experienced heavy losses over the last couple of days. A short while ago, however, Embratel was the top riser among heavily-traded companies, with its preferred and common shares advancing 9.04% and 6.98%, respectively.
Other gainers were telcos Telemig (up 4.35%) and Tele Leste Celular (up 3.51%), water utility Sabesp (common equities up 3.45%) and steel group Acesita (up 3.39%).
Among decliners were wireline phone giant Telemar (off 1.71%), steelmaker CSN (common shares off 0.8%) and federal oil giant Petrobras (off 0.77%).
Tobacco company Souza Cruz was also in negative territory, with its common shares dipping 0.69%, despite a Bear Stearns report earlier Friday upgrading the stock to "buy" from "attractive."
All shares not previously mentioned are preferred, which predominate in Brazil and carry no voting rights.
Sergio Caldas/Sueli Campo
Und eine Idee dazu:):
http://chart.bigcharts.com/bc3/intchart/frames/chart.asp?symb=ewz&compidx=aaaaa%3A0&ma=6&maval=25&uf=0&lf=1&lf2=2&lf3=512&type=4&size=3&state=15&sid=183966&style=370&time=7&freq=1&comp=NO%5FSYMBOL%5FCHOSEN&nosettings=1&rand=4216&mocktick=1
iShares MSCI-Brazil, EWZ :rolleyes:
syr
Aktien Lateinamerika Schluss: Brasiliens WM-Sieg bringt keinen Schwung
SÃO PAULO/MEXIKO-STADT (dpa-AFX) - Die lateinamerikanischen Börsen sind mehrheitlich mit Verlusten in den neuen Monat gestartet. In Brasilien konnte der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft den verängstigten Anlegern keinen frischen Mut machen. Der Bovespa-Index an der Börse von São Paulo fiel um 246,70 Punkte (2,21 Prozent) auf 10 892,46 Punkte.
Seit Wochen belasten die Sorge um die hohe Staatsverschuldung und die Angst vor einem Wahlsieg der Linken im Oktober die brasilianischen Märkte. Auch der Real zeigte sich am Montag, dem achten Jahrestag seiner Einführung, schwach. Der US-Dollar stieg um 2,83 Prozent auf einen neuen Höchststand von 2,90 Real.
Angesichts des Fehlstarts, den sich die New Yorker Börsen am Montag zum Auftakt des dritten Quartals leisteten, ging es auch in Mexiko abwärts. Die Verluste hielten sich mit einem Rückgang des IPC um 97,9 Punkte (1,52 Prozent) auf 6363,05 Punkte noch in Grenzen. Der Peso gewann sogar zwei Centavos und notierte zum Handelsschluss bei 9,9440 pro US-Dollar.
Im krisengeschüttelten Argentinien wich das Börsengeschehen am Montag einmal mehr vom allgemeinen Trend ab. Hoffnung auf eine baldige Einigung zwischen der Regierung und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über neue Kredite ließen die Kurse steigen. Der Merval schloss bei 370,74 Punkte um 20,09 Punkte (5,72 Prozent) höher als am Freitag./bl/DP/kro
Quelle: Comdirekt.de
Matze
Jim Knopf
03.07.2002, 15:23
ftd.de, Mi, 3.7.2002, 7:36
Argentiniens Präsident zieht Wahlen vor
Der argentinische Präsident Eduardo Duhalde hat die Präsidentenwahl um ein halbes Jahr auf den kommenden März vorgezogen. In einer Fernsehansprache sagte er, der Schritt sei als vertrauensbildende Maßnahme gedacht.
pheidros
03.07.2002, 22:59
Gefahr eines Zahlungsausfalls wächst
Das Risiko brasilianischer Anleihen nimmt weiter zu
ALEXANDER BUSCH
HANDELSBLATT, 3.7.2002
SAO PAULO. In Lateinamerika wächst die Angst, dass Brasilien nun doch dem Weg Argentiniens folgen wird. Inzwischen befinden sich sechs südamerikanische Ökonomien in der Gruppe der Staaten mit den zehn höchsten Länderrisiken weltweit. „Die negative Dynamik der Märkte bekommt derzeit ein Eigenleben“, beobachtet Paulo Leme bei Goldman Sachs.
Die gegenwärtige Krise in Brasilien haben vor rund zwei Wochen die Rating-Agenturen mit ausgelöst: Moody’s und Fitch erhöhten das Risiko der Auslandsschuld Brasiliens. Inzwischen ist das Länderrisiko Brasiliens auf 1 700 Punkte über US-Anleihen gestiegen, hat sich in zwei Monaten also mehr als verdoppelt. Finanzexperten wie Arturo Porzecanski von ABN Amro oder Morris Goldstein vom Institute for International Economics sehen die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls brasilianischer Anleihen auf Jahresfrist zwischen 50 bis 70 %.
Zur Erinnerung: In Argentinien dauerte es rund ein halbes Jahr nach den ersten Default-Warnungen der Investmentbanken bis die Regierung die Zahlungen einstellte. In exakt einem halben Jahr wird der Nachfolger des brasilianischen Präsidenten Fernando Cardoso sein Amt antreten. Unter den Investmentbankern herrscht derzeit Einigkeit, dass Brasilien bis zum Amtsantritt am 1. Januar die externen Zahlungen aufrecht erhalten kann.
Der Default droht nicht kurzfristig. Hält der Druck auf Real, Zins und Bonds weiter an, dann wird die Zentralbank längerfristige Anleihen gegen immer kürzer laufende Schuldtitel eintauschen, bis zum Extrem von täglich zu erneuernden Anleihen (Over-night-Titel). Kombiniert mit einer monetären und fiskalischen Politik, welche die Konjunktur abbremsen würde, wird sich die Regierung bis zur Amtsübergabe retten können – und dann dem Nachfolger die Verhandlungen mit den Gläubigern überlassen – schätzt Leme von Goldman Sachs als das realistische Szenario ein.
Eine schwierige Aufgabe für den nächsten Präsidenten: Denn diesmal wird vermutlich weder der Internationale Währungsfonds (IWF) wie bei den Emerging-Market-Krisen in Asien, Russland oder Brasilien einspringen. Außerdem nimmt die Risikobereitschaft auf den Finanzmärkten immer mehr ab.
Bleibt dem Cardoso-Nachfolger also auch nichts anderes übrig, als seinen glücklosen Kollegen in Argentinien Ende 2001 ? Die Experten sind sich nicht einig: „Brasilien ist in einer weit besseren Position, als Argentinien ein halbes Jahr vor seinem Default“, sagt David Levey von Moody’s. „Die Regierung hat noch Handlungsspielraum, anders als die in Argentinien. Dennoch werden die nächsten drei Monate bis zu den Wahlen unsicher sein.“
Die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls wird sich in den nächsten Wochen entscheiden – in der Politik. Denn nur, wenn es dem von der Wirtschaft favorisierten Regierungskandidaten José Serra in den nächsten Umfragen gelingt, deutlich Stimmen zu gewinnen und den Abstand gegenüber dem führenden Luiz Inácio `Lula´ da Silva zu verringern, nur dann hat Brasilien eine gut Chance den Zahlungsausfall zu vermeiden. Die Investoren fürchten den führenden Linkskandidaten Lula vor allem, weil sie glauben, dass er nicht in der Lage sein wird, den Haushaltsüberschuss (Primärüberschuss ohne Zinszahlungen) zu halten, der die Verschuldung stabilisiert.
Gruß
pheidros
pheidros
08.07.2002, 22:41
Ist zwar nicht der Zuckerhut, aber egal: Banken pleite, Staat in Richtung Pleite :rolleyes: - lange geht das nicht mehr gut:
HANDELSBLATT, Montag, 08. Juli 2002
Sinkende Steuereinnahmen und steigende Staatsausgaben verschärfen Druck auf die Regierung – Staatsverschuldung dürfte in den nächsten Jahren stark steigen
Chinas Konjunktur-Programme sind kaum noch zu finanzieren
OLIVER MÜLLER
HANDELSBLATT, 8.7.2002
HONGKONG. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft bei der chinesischen Haushaltspolitik eine immer größer werdende Lücke: Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben des Staates wächst zusehends. Bei Volkswirten mehren sich daher die Zweifel, ob die Volksrepublik ihre Konjunktur-Programme finanzieren kann.
„Es wird eine große Herausforderung, dieses Jahr die Budgetziele zu erreichen“, sagt selbst Finanzminister Xiang Huaicheng. Denn in den ersten fünf Monaten des Jahres sind Chinas Steuereinnahmen nur um 3 % gewachsen. Damit bleiben sie weit hinter den Erwartungen zurück. Die Ausgaben der Zentralregierung explodierten im gleichen Zeitraum um 31,4 % – deutlich über dem Zielwert von 10 %. Im Vorjahr waren Chinas Steuereinnahmen noch um 21 % gestiegen. Zudem sind die Zolleinnahmen nach dem Eintritt in die Welthandelsorganisation WTO deutlich schneller gesunken als erwartet. In den ersten vier Monaten brachen sie um fast 8 % ein.
All dies verstärkt den Druck auf die Regierung, die expansive Fiskalpolitik zu bremsen und die Steuereinnahmen zu erhöhen, meinen Ökonomen. Ein zweischneidiges Schwert, denn beides könnte das Wachstum bremsen – und darauf ist China angewiesen, um die soziale Stabilität zu sichern.
„Die Staatsausgaben steigen zu stark“, meint Jun Ma, Volkswirt bei der Deutschen Bank. „Wenn die Regierung nicht auf die Ausgaben-Bremse tritt, könnte das Defizit stärker ausfallen als die geplanten drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts“ – selbst wenn die Steuereinnahmen im zweiten Halbjahr kräftig stiegen, was Ma erwartet.
Der Finanzminister macht für den Einnahme-Schwund in erster Linie sinkende Unternehmensgewinne verantwortlich. Vor allem Chinas ineffektive Staatsbetriebe finden keinen Anschluss an die Wirtschaftsentwicklung: Ihre Gewinne brachen in den ersten vier Monaten des Jahres um 7,6 % ein, obwohl das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal überraschend stark um 7,6 % wuchs. Insgesamt sanken die Unternehmensgewinne um 2,4 %. Überkapazitäten und Deflation machen der Industrie zu schaffen.
Neben den staatlichen Ausgabenprogrammen tragen die Exporte derzeit die chinesische Konjunktur. Die Ausfuhren stiegen in den ersten fünf Monaten um stolze 13 %. Doch auch hier mehren sich die Fragezeichen: Im zweiten Halbjahr dürfte sich das Ausfuhrwachstum abschwächen, erwartet Gao Huiqing, Analyst beim staatlichen Informationszentrum der Regierung. Seine Argumente: schwächelnde Überseemärkte und die weltweit wachsende Tendenz in Richtung Protektionismus. Der Deutsche-Bank-Ökonom Ma ist optimistischer – weil immer mehr Firmen Produktionskapazitäten nach China verlagerten, dürften die Ausfuhren weiter wachsen, meint er.
Fakt ist: Das Land ist in Zukunft noch stärker darauf angewiesen, dass die Exportmaschine schnurrt. Denn massive Konjunktur-Programme wie in den vergangenen Jahren kann sich die Regierung nicht ewig leisten. Mit 18 % des BIP hält sich die offiziell ausgewiesene Staatsverschuldung zwar im Rahmen. Doch die Sanierung der maroden Banken und die teure Reform des Renten- und Sozialsystems werden die Staatsschatulle in Zukunft massiv belasten. Allein die Kosten zur Rettung der insolventen Banken dürften sich in den nächsten elf Jahren auf 23 % des BIP summieren, schätzt Ma. Die Rentenreform werde in den kommenden 50 Jahren 41 % des BIP schlucken. „In den kommenden Jahren dürfte die Staatsverschuldung deshalb schnell auf rund 40 Prozent steigen“, prognostiziert der Volkswirt.
Gruß
pheidros
pheidros
17.07.2002, 23:04
Unternehmen stoppen Investitionen – Industrieproduktion sinkt – Arbeitslosigkeit steigt
Finanzkrise schlägt heftig auf brasilianische Wirtschaft durch
ALEXANDER BUSCH
HANDELSBLATT, 17.7.2002
SÃO PAULO. So schnell ändern sich die Zeiten. Noch im Mai sahen Volkswirte Brasilien als mögliche Konjunktur-Lokomotive Lateinamerikas. Diese Euphorie ist inzwischen verfolgen – schneller und heftiger als erwartet ist die Finanzkrise in Brasilien auf die Realwirtschaft übergeschwappt: Die Unternehmen haben Investitionen auf Eis gelegt, die Industrieproduktion schrumpft, die Arbeitslosigkeit steigt.
Kein Wunder, dass die Konjunktur-Beobachter ihre Wachstumsprognosen herunterschrauben: Industrieverbände rechnen für 2002 nur noch mit 1,5 bis 2 % Wachstum. Im Mai etwa hatte die Dresdner Bank Lateinamerika noch ein Wachstum von 2,5 % erwartet.
Der Abschwung macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Offiziellen Zahlen zufolge ist die Arbeitslosigkeit im Mai auf 7,7 % gestiegen, ein Jahr zuvor lag sie bei 6,2 %. Die Gewerkschaften halten diese Zahlen für zu niedrig – sie schätzen, dass fast jeder fünfte Erwerbsfähige ohne Job dasteht.
Vor allem Zweifel an Brasiliens Zahlungsfähigkeit haben die Wachstumshoffnungen durchkreuzt. Weil die Finanzmärkte unsicher sind, ob das Land auf Dauer seine Schulden zurückzahlen kann, vergeben sie Kredite nach Brasilien nur mit einem gewaltigen Risikoaufschlag – die Zinsen auf brasilianische Staatsanleihen sind bis zu 18 % höher als bei US-Anleihen. Das macht ausländische Kredite für die brasilianische Unternehmen fast unerschwinglich.
Die Konsequenz: Viele Firmen haben ihre Investitionen gestoppt. Nur in zwei von 33 Branchen weiten Unternehmen derzeit noch ihre Kapazitäten aus, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Wirtschaftsuniversität Fundação Gétulio Vargas. Rühmlichen Ausnahmen sind die Lebensmittel- sowie die Papier und Zellulose-Industrie. Noch fließen jeden Monat Direktinvestitionen in Höhe von rund 1 Mrd. US-Dollar nach Brasilien, hauptsächlich in Branchen, die der Staat erst kürzlich privatisiert hat: Telekommunikation, Chemie und Energie.
Die Industrie bekommt die Eiszeit bei den Investitionen deutlich zu spüren. Im April brach die Produktion von Investitions- und Konsumgütern deutlich ein – einer der Hauptgründe, warum der Output im Mai gegenüber April um 5,1 % geschrumpft ist. Der Umsatzeinbruch lag in beiden Branchen bei 10 %. Die Konsumgüter-Hersteller leiden vor allem unter den hohen Zinsen. Denn die Leitzinsen liegen bei 19 % und lähmen die Wirtschaft – zumal die Brasilianer vom Auto bis zur Küchenmaschine alles auf Ratenzahlungen kaufen.
Doch an den hohen Zinsen wird sich so schnell nichts ändern: Die heimische Währung Real befindet sich im Sinkflug und verteuert die Importe. Das treibt die Inflation. Größere Zinssenkungen kommen daher nicht in Frage – zumal die Zentralbank dem Internationalen Währungsfonds versprochen hat, die Inflation 2002 auf 5,5 % zu stabilisieren. Derzeit liegt die Teuerung im Jahresvergleich bei 7,7 %.
Brasiliens Stabilität hängt damit vor allem vom Außenhandel ab. „Nur, wenn die Wirtschaft einen wachsenden Handelsbilanzüberschuss produziert, hat das Land Chancen, seine Krisenanfälligkeit zu verringern“, sagt Paulo Leme von der Investmentbank Goldman Sachs.
Zwar steigt mit dem fallenden Real die Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure – große Hoffnungen auf einen Ausfuhr-Boom machen sich Ökonomen aber nicht. Denn Argentinien, das wichtigstes Exportland, liegt am Boden. Außerdem exportiert Brasilien vor allem Rohstoffe – und dabei drückt die schwachen Weltkonjunktur auf die Preise. Ökonomen rechnen daher nur mit einem Handelsbilanz-Plus von 5 Mrd. US-Dollar – zu wenig, um das rund zehn mal größere Loch in der Leistungsbilanz zu stopfen.
pheidros
29.07.2002, 23:54
Längst verdrängt - doch immer noch da:
Handelsblatt Topix > Handelsblatt Zeitung Anlegerzeitung
HANDELSBLATT, Montag, 29. Juli 2002
Verfall des Reals bremst die Konjunktur – Auch große Autohersteller sind betroffen
Krise in Brasilien bedroht Firmen in Europa
HANDELSBLATT, 29.7.2002
abu SAO PAULO. In Brasilien stehen die Finanzmärkte unter Hochspannung, nach dem der Real letzte Woche stark verloren hat und das Länderrisiko stark gestiegen ist. Experten von Goldman Sachs und Bear Stearns warnen bereits vor einem Zahlungsausfall und einer Umschuldung.
Trotz Zentralbankinterventionen ist die brasilianische Währung ist mit knapp 3 R$ je US-Dollar auf ein Rekordtief abgerutscht. Doch die Abwertung ist schwer zu stoppen: Die Nachfrage von Unternehmen und Banken nach Dollar ist unverändert hoch. In Brasilien selbst ist der Kreditmarkt paralysiert. Die Banken reduzieren ihre Kreditangebot und verkürzen Laufzeiten. Zunehmend schicken Privatinvestoren ihr Geld ins Ausland. Rund 1 Mrd. $ haben sie bisher im Juli offiziell außer Landes geschaffen.
Den Real schwächt auch das unsichere politische Szenario: Im Wahlkampf stehen sich nun nicht mehr der führende Linkskandidat Lula und der Repräsentant der Regierung José Serra gegenüber. Mit Ciro Gomes hat sich ein weitere Mitte-Links-Kandidat in Umfragen dicht hinter Lula katapultiert. Serra droht dagegen das Aus schon im oder gar vor dem ersten Wahldurchgang. Die Investoren verunsichert dabei, dass auch unter Gomes die Kontinuität der Wirtschafts- und Finanzpolitik in Frage steht.
Eine Folge des schwachen Reals: das bedenkliche Ansteigen der Verschuldungsquote auf inzwischen 58,6 % im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung BIP. Der auf historische Höchstwerte verschlechterte Quotient ließ das Risiko Brasiliens mit 2 000 Basispunkten ebenfalls auf das höchste Niveau steigen, seit Brasilien 1994 den Real einführte. Vor zwei Monaten noch stand das Risiko bei nur rund 700 Punkten.
Die Hoffnungen ruhen nun auf einem neuen oder erweiterten Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds IWF (Seite 1). Neben Zentralbankpräsident Armínio Fraga erklärte Finanzminister Pedro Malan, dass Brasilien seine Kontakte „intensiviere, um sowohl bilaterale als auch multilaterale Unterstützung zu erhalten“.
Die Krise in Brasilien könnte sich bis nach Europa auswirken. Anders als in Argentinien sind vor allem Industrieunternehmen aus Europa betroffen – und nicht nordamerikanische und spanische Banken und Versorger. Dabei schwächt auch die wegen des Realverfalls gebremste Konjunktur die Ergebnisse. Europäische Firmen sind am brasilianischen Binnenmarkt vor allem stark bei Automobilen (VW, Daimler-Chrysler, Fiat, Renault, Scania, alle große Zulieferer), Einzelhandel (Carrefour, Ahold, Makro, Nestlé, Parmalat), Telekom (Konzerne aus Spanien, Portugal, Italien), Chemie (BASF, Bayer) und Energie (Voith, Siemens).
Gruß
pheidros
pheidros
30.07.2002, 00:01
Steuerrückgang und Wachstumsschwäche zehren an Moskaus Staatskasse
Russlands Schuldendienst gerät in Gefahr
Dunkle Wolken über Russlands Wirtschaft: Zwar wächst das Bruttoinlandsprodukt noch, aber die Wachstumsrate geht so stark zurück, dass sogar der Schuldendienst im kommenden Jahr wieder in Gefahr gerät. Zusätzliche Sparmaßnahmen und der Verkauf von Staatsunternehmen sollen Abhilfe schaffen.
MATHIAS BRÜGGMANN
HANDELSBLATT, 29.7.2002
MOSKAU. Der Rückgang der Steuereinnahmen und ein abgebremstes Wirtschaftswachstum bergen für Russland wieder die Gefahr, den Schuldendienst im kommenden Jahr nicht vollständig leisten zu können. 2003 gilt mit zurück zu zahlenden Forderungen zwischen 14,2 Mrd. und 17 Mrd. $ als ein überaus schwieriges Jahr. Ob zusätzliche Sparmaßnahmen und Privatisierungserlöse als Lösung dieses Problem ausreichen, ist offen.
Wirtschaftsminister German Gref zeigte sich bei einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin am Wochenende allerdings erfreut darüber, dass das Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr bei 3,8 % lag. Im Vorfeld war mit 3,5 bis 4,3 % Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gerechnet worden. Im vergangenen Jahr wuchs die russische Wirtschaft allerdings noch um 5 %. Russland benötigt also mehr Wachstum. Das allerdings dürfte schwieriger werden als bisher gehofft, geben Regierungsvertreter zu. Denn die Investitionen sind in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres nur noch um 1,8 % gestiegen. Auch die Industrieproduktion blieb hinter dem BIP-Wachstum zurück. Zudem: Die Steuereinnahmen gehen drastisch zurück. Und die Lohnschulden des russischen Staates gegenüber seinen Beschäftigten – wie Ärzten und Lehrern – sind dagegen wieder auf knapp 100 Mill. $ gestiegen.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres flossen in die seit zwei Jahren starke Überschüsse gewohnte russische Staatskasse mit 36,1 Mrd. Rubel (1,2 Mrd. $) weniger als geplant. Das liegt unter anderem daran, dass die Gewinne russischer Unternehmen dramatisch zurück gegangen sind. Dadurch kann Finanzminister Alexej Kudrin die geplante Haushaltsreserve, die den Schuldendienst im kommenden Jahr abfedern sollte, nicht in gewünschtem Umfang bilden. So entsteht nach Angaben des Moskauer Wirtschaftsblatts „Kommersant“ ein Loch von 7 Mrd. $.
Gefüllt werden soll dieses Finanzloch mit neuen Krediten, Mehreinnahmen aus deutlich höheren Ölpreisen und Erlösen aus dem Verkauf von Staatsunternehmen. So wird der Kreml im kommenden Jahr Kredite in Höhe von 1,68 Mrd. $ aufnehmen, beschloss die Regierung in der vergangenen Woche. Dabei soll erstmals seit der Finanzkrise 1998 wieder ein Eurobond über 1 Mrd. $ aufgelegt werden. Im Inland sollen zudem bis zu 1,5 Mrd. $ neue Schulden gemacht werden.
Rund 1,5 Mrd. $ will die Regierung durch Privatisierungen einnehmen. Ob das realistisch ist, darf bezweifelt werden: Denn 70 % dieser Erlöse soll allein der Verkauf von 25 % minus 2 Aktien des russischen Telekomgiganten Swjasinvest bringen. Doch schon der frühere Verkauf eines solchen Pakets ist bei westlichen Käufern so negativ aufgenommen worden ( George Soros: „Das schlechteste Geschäft meines Lebens“), dass ausländische Investoren wohl kaum interessiert sein werden. Zudem erschwert die schlechte Lage des Telekommunikationsmarktes Großinvestitionen. Erzielt der Kreml aber diese Privatisierungserlöse nicht, geraten die anstehenden Schuldenrückzahlungen ernstlich unter Druck.
Die Höhe des Schuldendienstes 2003 ist unklar: In Regierungsdokumenten ist noch von 17 Mrd. $ die Rede, die im nächsten Jahr fällig werden. Neue Zahlen des Finanzministeriums besagen aber, dass Russland bereits durch vorfristige Schuldenrückkäufe seine Tilgungszahlungen 2003 von 11 Mrd. auf 8,5 Mrd. $ reduzieren konnte. Dazu kommen 5,7 Mrd. $ Zinszahlungen. Aber auch die so gerechnet 14,2 Mrd. $ an Schuldendienst sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesichert. Deshalb verlangt Putin von der Regierung, bei den Staatsausgaben zu sparen und das Wirtschaftswachstum zu stimulieren.
Offenbar um die Haushaltskasse zu füllen, wird im Kreml derzeit nach Presseberichten konkret überlegt, den russischen Rohstoffkonzernen die bisherigen Förderlizenzen zu kündigen. Nach den neuen Konzessionen blieben gefördertes Öl und Metalle im Staatsbesitz. Die Konzerne erhielten für ihre Rohstoffe nur einen staatlich festgelegten „gerechten Gewinn“, wie es im Entwurf heißt. Dies hätte nach Meinung Moskauer Analysten zur Folge, dass die Kapitalflucht aus Russland weiter steigen würde und die Regierung auf keine neuen Investitionen zur Erhöhung des Wachstums hoffen könnte.
pheidros
30.07.2002, 00:07
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HANDELSBLATT, Montag, 29. Juli 2002
Grundlegende Reformen sollen die Nummer zwei der Volksrepublik stärken
Bank of China will sich rasch wandeln
Die Reformdynamik, die die Bank of China im Vorfeld des Börsengangs ihrer Hongkong-Tochter an den Tag gelegt hat, soll bald die ganze Gruppe erfassen. Am Tag der Erstnotiz des Tochterunternehmens hat der Chef der Großbank, Liu Mingkang, kühne Pläne für die Reorganisation seines Instituts verkündet.
HANDELSBLATT, 29.7.2002
olm/wsj HONGKONG. Die Bank of China (BOC) hat große Pläne. Im Gespräch mit dem Wall Street Journal verkündet der Chef der Bank, Liu Mingkang, das Ziel, den Gesamtkonzern innerhalb von nur drei Jahren an die Börse zu bringen. Außerdem will er internationale Finanzkonzerne als strategische Partner gewinnen und unabhängige Fachleute aus dem Ausland in den Verwaltungsrat holen. Zunächst strebt Liu eine Notierung in der Volksrepublik an, die nur chinesische Anleger zeichnen können, danach eine Zweitnotierung in Übersee.
„Ohne Eigentümerwechsel und strukturelle Veränderungen ist gute Corporate Governance nicht möglich“, gesteht Liu. Diese Offenheit ist ein Anzeichen dafür, dass dringend nötige Reformen in dem schwer angeschlagenen chinesischen Banksektor langsam in Gang kommen. Jahrzehntelang mussten die Banken der Volksrepublik auf politisches Geheiß als Kapitaltankstellen für verlustreiche Staatsbetriebe herhalten. Branchenkenner schätzen das Ausmaß der faulen Kredite auf 30 %, manche sogar auf 50 %.
Das macht die Institute nach westlichen Normen insolvent. Ihre Bilanzen gelten als geschönt, über wichtige Kennziffern geben sie keinen Aufschluss. Um einschneidende Veränderungen zu erzwingen, drängt Peking die BOC, die Industrial & Commercial Bank of China, die China Construction Bank und die Agricultural Bank of China zu Börsengängen, die sie der Kontrolle privater Aktionäre aussetzen sollen. Mit der BOC legt jetzt zum ersten Mal eine der vier großen Staatsbanken einen Zeitplan vor. Angesichts der immensen Herausforderung waren Beobachter bislang davon ausgegangen, bis zur Börsenreife seien fünf bis zehn Jahre nötig. Doch die Probleme machen schnelles und entschiedenes Handeln nötig. Sonst sehen manche Analysten die Gefahr einer Finanzkrise, die Chinas hohes Wirtschaftswachstum einbrechen lassen und soziale Unruhen nach sich ziehen könnte.
Außerdem müssen sich die Banken in spätestens fünf Jahren ausländischer Konkurrenz erwehren. Bis dahin fallen für diese durch den WTO-Beitritt Beschränkungen schrittweise weg. Zudem macht Chinas schnell wachsende Integration in den Welthandel über kurz oder lang die Konvertierbarkeit des Yuan nötig. Die Banken müssen also gesunden, sonst bringen die Bürger ihr Geld im Ausland in Sicherheit. „Wir müssen einen Zahn zulegen“, hatte Liu bereits bei einem öffentlichen Auftritt vor einem Jahr gefordert. Damals zog er Parallelen zwischen den Banken in China und denen in Ländern wie Thailand oder Südkorea, die von der Asienkrise 1997 weggefegt wurden.
Für die gewaltigen Hürden, die die Branche zu überwinden hat, ist die Bank of China ein gutes Beispiel: Das zweitgrößte Institut der Volksrepublik erwirtschaftete im Vorjahr lahme 7,9 Mrd. Yuan Gewinn (rund 955 Mill Euro). Auf ihm lastet die Bürde eines immensen Personalstands: Die Bank schleppt 12 529 Zweigstellen und 184 500 Angestellte mit sich herum.
Bei der Risikokontrolle strengt sich die BOC neuerdings an, bleibt aber von internationalen Standards weit entfernt. Offiziell stehen ihre faulen Kredite bei über 25 %, Rückstellungen dafür fraßen im ersten Halbjahr 90 % des operativen Gewinns. Dem Ruf schadeten im vergangenen Jahr eine Reihe massiver Korruptionsskandale: Bei einer Zweigstelle in der Provinz wurden 500 Mill. Dollar unterschlagen. Eine kleine Hongkong-Tochter ist in einen milliardenschweren Geldwäscheskandal verstrickt. Die New Yorker Niederlassung musste den Aufsichtsbehörden für Unregelmäßigkeiten bei der Kreditvergabe eine Rekordstrafe von 20 Mill. Dollar zahlen. Lius Vorgänger als Konzernchef, Wang Xuebing, sitzt in Haft. Die meisten Fälle kamen nur ans Licht, weil Strafverfolgungsbehörden im Ausland Ermittlungen gegen Übersee-Niederlassungen aufnahmen.
Allerdings gilt die BOC als progressivste unter den vier großen Staatsbanken, und Liu beteuert, dass sich die jüngsten Skandale nicht wiederholen werden. „Der Öffentlichkeit in China und im Ausland verspreche ich: ‚Nie wieder'“, sagt der Banker, ein ehemaliger Vizegouverneur der Zentralbank mit einem MBA der Londoner City University. Um sein Versprechen zu halten, will er die Reformen auf die ganze Gruppe ausweiten, die er in den vergangenen zwei Jahren bei der Hongkong-Tochter durchgezogen hat. Die Tochter ist der mit Abstand profitabelste und am internationalsten ausgerichtete Unternehmensteil, und sie unterliegt der strengen Regulierung der Hongkonger Finanzaufsicht.
Bovespa-@Bigcharts und Real auf Seite 1:eek:.....
syr :hihi
Jim Knopf
01.08.2002, 10:46
Aus der FTD vom 1.8.2002 www.ftd.de/brasilien (http://www.ftd.de/brasilien)
Gespensterjagd in Brasilien
Von Karin Finkenzeller, Ileana Grabitz und Sead Husic, Hamburg
Der Real auf Jahrestief, die Zinsen für Staatsanleihen auf Rekordhoch. Die Finanzmärkte fürchten, dass bei den Präsidentschaftswahlen in Brasilien linke Kandidaten das Rennen machen. Dabei vertreten die Favoriten eine moderate Politik.
Jim Knopf
02.08.2002, 12:48
Aus der FTD vom 2.8.2002
Argentinien-Pleite bringt IWF unter Druck
Von Thomas Catán, Buenos Aires, und Arndt Ohler, Berlin
Lateinamerika droht in eine tiefe Krise zu schlittern. Nach Argentiniens wackelt nun auch Brasiliens Volkswirtschaft, die größte des Kontinents. Daher rückt die Krisenpolitik des Internationalen Währungsfonds (IWF) - rund sieben Monate nachdem Argentinien unter seiner Schuldenlast zusammenbrach - in das Zentrum des Interesses.
Jim Knopf
04.08.2002, 00:33
Original erstellt von Eliska
Am jüngsten G-8-Gipfel war Afrika - dessen Lage und wie dem Kontinent zu helfen wäre - ein zentrales Gesprächsthema gewesen. Allerdings erschien einigen Beobachtern diese Diskussion eher irrelevant. Ein zurzeit sehr viel drängenderes Problem stellt sich nämlich in einer anderen Weltgegend: in Südamerika. Dort mehren sich praktisch wöchentlich die Anzeichen für eine Entwicklung, welche politisch und wirtschaftlich in längst überwunden geglaubte Zeiten zurückführen könnte. Der Populismus regt sein Haupt, und der marktwirtschaftliche Kurs verliert laufend an Sukkurs. Die Krisenherde in der Region sind jedenfalls ungleich zahlreicher als die Inseln der Stabilität; eigentlich gehört nur noch Chile in die zweite Kategorie.
Angesichts des relativen Desinteresses der Vereinigten Staaten und der Welt an den Zuständen in Südamerika gilt es, zuerst einmal eine Liste der Probleme in Erinnerung zu rufen. An erster Stelle figuriert auf Grund des Ausmasses der Krise Argentinien. Dort wird im laufenden Jahr ein Rückgang des Sozialproduktes um 15% erwartet, nachdem die lokale Wirtschaft bereits ab 1999 laufend geschrumpft ist. Die Armut im Lande nimmt beängstigende und das ganze Sozialgefüge bedrohende Formen an. Noch Mitte der neunziger Jahre wähnte sich das Land selbstbewusst an der Schwelle zur Ersten Welt, heute wird Argentinien selbst von den eigenen Medien mit Staaten wie Bolivien, Ecuador oder Peru verglichen.
Während Argentiniens Krise jüngeren Datums ist, befindet sich Venezuela schon lange in einer Phase wirtschaftlichen Niedergangs, nur zeitweise unterbrochen durch Perioden hoher Erdölpreise, in denen die strukturellen Schwächen von den Petrodollars übertüncht werden können. Das Land scheint ausserstande zu sein, mit dem Erdölreichtum vernünftig umzugehen. Diese Einschätzung galt in den Augen der Wähler und der Welt für die beiden diskreditierten grossen Parteien, sie gilt ebenso für Präsident Chávez, bei dem sich Unvermögen und Unberechenbarkeit paaren. Besserungs ist in Venezuela nicht einmal im Ansatz zu erkennen. Der versuchte Putsch gegen Chávez war irgendwie symptomatisch: Das Ziel war unklar und die Organisation dilettantisch.
Mit anderen, aber nicht weniger gravierenden Sorgen schlägt sich Kolumbien herum. Der jahrzehntelange Konflikt zwischen Regierung, Guerillas und Paramilitärs hat das Land in Einflusszonen zerfallen lassen. Zudem ist Mitte der neunziger Jahre die ehedem traditionelle wirtschaftspolitische Disziplin verloren gegangen. Die Folge ist eine früher nicht gekannte Wachstumsschwäche, mit den entsprechenden Konsequenzen wie Arbeitslosigkeit, Haushaltsproblemen und aussenwirtschaftlichen Ungleichgewichten. Kolumbien ist ein Paradebeispiel für die zersetzende Kraft des Drogengeldes im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gefüge und dafür, dass wirtschaftspolitische Fehlentwicklungen früher oder später gravierende Konsequenzen haben. Eine Umkehr der fatalen Entwicklung ist auch unter dem neuen Präsidenten kurzfristig nicht in Sicht.
Ebenfalls beunruhigend ist die Lage in Peru. Präsident Toledo gilt nach erst einem Jahr im Amt bereits als «lame duck», nachdem er gewisse Privatisierungsvorhaben wegen gewaltsamer Proteste hatte verschieben müssen. Mit seiner jüngsten Kabinettsumbildung hat er ausserdem den Weg zu einer wohl populistisch geprägten Wirtschaftspolitik eingeschlagen. Politisch ist er bereits auf die Unterstützung von Alan García angewiesen, der Peru als Präsident in die Hyperinflation und in den Staatsbankrott geführt hatte. Noch ist der neue Kurs Toledos unklar; falls die nächsten Jahre seiner Amtszeit aber ähnlich unproduktiv verlaufen sollten wie sein erstes, stehen Peru schlechte Zeiten bevor.
Wenig Positives ist auch von den kleinen Volkswirtschaften zu berichten. Uruguay leidet immer ausgeprägter unter der Krise in Argentinien. Der rapide Kurszerfall der Währung, die vorübergehende Schliessung der Banken und die jüngsten Plünderungen sind akute Krisensymptome. Paraguay ist wirtschaftlich und politisch fast permanent ein Problemfall. Ecuador muss erst noch beweisen, dass die vor zwei Jahren eingeführte Dollarisierung das Land auf einen nachhaltigen Gesundungspfad führen kann; jüngste Entwicklungen und vergangene Erfahrungen mahnen zur Skepsis. Bolivien schliesslich gilt als Armenhaus des Kontinents. Die bevorstehende Wahl von Sánchez de Lozada zum Präsidenten ist zwar ein Lichtblick; in seiner ersten Präsidentschaft (1993 bis 1997) hat er eine respektable Leistung gezeigt. Aber er wird diesmal mit Hilfe einer labilen Koalition und gegen eine vehemente Opposition der Koka-Bauern regieren müssen.
Als ob diese Aufzählung noch nicht deprimierend genug wäre, so scheint - gemessen an den Bewegungen an den Finanzmärkten - auch noch Brasilien zu wanken, das bei weitem bevölkerungsreichste und wirtschaftlich wichtigste Land der Region. Vordergründiger Anlass dazu sind die guten Umfrageergebnisse von Luiz Inácio (Lula) da Silva, dem Führer des linksgerichteten Partido dos Trabalhadores, mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen vom Oktober. Lula hat zwar in den letzten drei Wahlen um das höchste Staatsamt stets verloren, doch scheinen seine Chancen auf einen Erfolg diesmal besser zu stehen. Zum einen hat er sich - zumindest in seinem Diskurs - programmatisch in Richtung Mitte bewegt. Zum andern scheint die Angst in der Bevölkerung vor einem wirtschaftlichen Kurswechsel zu schwinden. Der für die bisherige Politik stehende José Serra liegt in den Meinungsumfragen jedenfalls weit abgeschlagen auf dem dritten Platz.
Noch ist die Lage in Brasilien besser als die Stimmung. Aber der sich stetig abwertende Real und der rasante Anstieg des Länderrisikos könnten zu einem Teufelskreis wie in Argentinien führen. Zwar ist die Neigung zur Kapitalflucht in Brasilien traditionell weniger ausgeprägt als in anderen Ländern der Region, aber allein ein Versiegen der Direktinvestitionen würde die Finanzierung des Fehlbetrages in der Leistungsbilanz erheblich erschweren und weiteren Druck auf die Währung ausüben. Da ein relativ grosser Teil der staatlichen Schulden an den Dollar gebunden ist, führt zudem ein fallender Real zu höheren Verbindlichkeiten und Zinszahlungen in lokaler Währung. Diese Wirkungszusammenhänge führen, zusammen mit den politischen Unwägbarkeiten, zur derzeitigen Vertrauenskrise. Und wenn der amerikanische Finanzminister O'Neill dann noch mit unbedachten Bemerkungen (zur Zweckentfremdung von ausländischer Finanzhilfe) Öl ins Feuer giesst, muss man sich über die Absetzbewegungen der Investoren aus Angst vor einem Default nach argentinischem Muster nicht weiter wundern.
Dabei müssten gerade die Amerikaner ein eminentes Interesse daran haben, in ihrem «Hinterhof» keinen weiteren akuten Krisenherd entstehen zu lassen. Aber gemessen an den Taten scheint das Problembewusstsein in Washington nicht sehr ausgeprägt zu sein. Die Einführung von Anti-Dumping-Zöllen auf Stahl und die Erhöhungen der Agrarsubventionen in den USA werden in Südamerika zu Recht als deutlich negative Signale empfunden, ebenfalls die von Amerika massgeblich diktierte derzeitige Zurückhaltung des Internationalen Währungsfonds (IMF) bei der Gewährung weiterer Finanzhilfen für die Länder der Region.
Für Letzteres gibt es gute Gründe. Trotzdem erhärtet sich der Eindruck, dass die vom zunehmend ratlos wirkenden IMF für die Kreditvergabe geforderten Bedingungen von den Ländern der Region kaum erfüllt werden können. Letztlich wird neben der Einhaltung makroökonomischer Eckwerte neuerdings nicht weniger als «good governance» verlangt. Das ist nicht über Nacht zu erreichen. Ebenso wenig lässt sich das Gros der Bevölkerung in kurzer Zeit auf einen Bildungsstand bringen, der eine vermehrte Wertschöpfung erlauben und die Exportfähigkeit der Region steigern würde. Die Integration Südamerikas in die Weltwirtschaft - über die Rolle als Lieferant von Agrargütern und Rohstoffen hinaus - ist in Gefahr. Nicht nur in der Region selbst, sondern auch bei aussenstehenden Beobachtern machen sich Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit breit. Es fehlen sowohl die Rezepte zur nachhaltigen Überwindung der gegenwärtigen Krise als auch die Strukturen zu ihrer Umsetzung. Die Gefahr, dass Südamerika - ähnlich wie Afrika - zum hoffnungslosen Fall verkommt, ist heute leider sehr real.
wm.
NZZ
http://www.fallstreet.com/assets/images/Latintop.jpg
South America's dominoes
Aug 2nd 2002
From The Economist Global Agenda
America’s treasury secretary, Paul O’Neill, is about to visit three Latin American countries which face economic disruption or meltdown. The problems of Brazil, Argentina and Uruguay may differ in many respects, but American and international help is crucial to resolving all of them.
http://www.economist.com/images/GA/2002w31/cga438.gif
WITH Paul O'Neill, there never seems to be a dull moment. In his eighteen months as America’s treasury secretary, Mr O’Neill, who struck many as a drab businessman on taking office, has provided governments and investors around the world with plenty of thrills. True to form, he preceded his visit to Latin America, which starts on Sunday August 4th, with yet another headline-grabbing example of the simple, or simple-minded, straight talking on which he seems to pride himself. Mr O’Neill said he was not going to Brazil, Argentina and Uruguay with offers of new financial help because there was too much chance that any new funds would immediately find their way into Swiss bank accounts. The remarks caused great offence. The Brazilian government, in particular, was outraged. The American ambassador in Brazil and the treasury in Washington have spent the run-up to the trip on the defensive, trying to soothe ruffled feathers.
As entertaining as the episode has been for fans of Mr O'Neill, it is a little unfortunate for Latin America, because the now-troubled continent, along with the international financial community, is counting on America to lead it out of economic crisis. The problems facing the three countries that Mr O’Neill will be visiting are all different, and all require different solutions. The one thing they have in common is that outside help is needed to resolve them; without America, that help is unlikely to be forthcoming. America has a veto in the ruling councils of the International Monetary Fund (IMF) and the World Bank. Without its agreement, there will be no new IMF cash for any of the three.
Argentina , Brazil
The Ministry of Economy in Argentina posts information on the country's economy. Brazil's central bank and its finance ministry post information on the country's economy. The IMF reports on its dealings with Argentina, Brazil and Uruguay. The World Bank and the Inter-American Development Bank post information on Uruguay.
In the long term, Brazil’s problems are probably the most worrying, if for no other reason than its huge size. But the crisis in Uruguay looks most urgent, and that in Argentina most intractable. Uruguay’s problem is primarily one of contagion from its larger western neighbour. For months, it looked as if the economic and political collapse in Argentina would not spread to other countries in the way that previous emerging-market crises have enveloped a whole region. Investors, on the whole, continued to look at each country on its merits.
Uruguay, though, is a small economy. Its currency, the peso, has lost about half its value since March, pushing up the cost of its public debt to alarming levels—it is now roughly 100% of GDP. Most bank deposits are in dollars, and many of those are held by Argentines, whose bank accounts at home remain frozen. A run on the banks is therefore draining the country’s foreign-exchange reserves, by around $500m a month. On July 30th, with reserves down to $655m, the government closed the banks until August 5th, while officials tried to negotiate disbursement of the remainder of an IMF loan already agreed.
Even a deal with the IMF, though, can bring only a brief respite, unless confidence in the banks is restored. Without that, it is hard to see how Uruguay will be able to avoid a debt default. This would be nearly as large as the record $133 billion on which Argentina defaulted at the end of last year, but it would be the second Latin American default in a few months, and so would be bound to make investors even more anxious than they already are.
A Brazilian default would have far more serious consequences, though, and this too remains a possibility. Brazil’s crisis is home-grown. The presidential election in October, and the prospect of a victory by a candidate seen as less market friendly, has caused the upset. Since April, when investors started to fret about the prospect of a leftish victor, the Brazilian currency has weakened significantly. At one point last week, it had lost lost about a third of its value, though it subsequently recovered quite sharply. The currency’s weakness has pushed up the cost of servicing the country’s debt burden, which itself has risen to almost 60% of GDP, from 52.5% a year ago, according to the central bank. The risk premium on Brazilian bonds has soared, leading some analysts to fear that the debt will become unserviceable. Some think the government should start an orderly restructuring of its debt, to avoid a more chaotic default.
But the structure of Brazil’s public debt is fundamentally different than that of Uruguay. Brazil’s public foreign debt is both relatively small and long-term. Most of Brazil’s debt is held by local investors, who have in the past reaped high returns from government bonds. Only a few have so far switched to cash.
Meanwhile, Brazilian officials are in talks with the IMF about a new loan agreement. The IMF said on August 1st that these discussions are being pursued “intensively”. But it also said that no new agreement can be reached without what a spokesman called an “understanding” from the main presidential candidates that they will maintain basic economic policies. The two left-leaning candidates who are currently ahead in the opinion polls appear to have ruled out such a deal. Although front-runner Luiz Inacio Lula da Silva has tried to adopt a more politically moderate tone recently, he said on August 1st that he would “prefer to look for another remedy and not rely on the IMF”. The other left-wing candidate, Ciro Gomes, who is now in second place in the polls, also ruled out a commitment to an IMF programme. “No way”, he said. The two men could find themselves under intense pressure to modify their positions if that was the only obstacle to a new IMF deal.
The race may change when the government candidate, Jose Serra, who is currently trailing third, gets access to the dominant share of free television time from mid-August. If Mr Serra’s fortunes improve and if the IMF holds out the prospect of extra assistance, investors’ near-panic might start to subside. Soothing words of support for Brazil from Mr O’Neill might also help, but the government would be unwise to count on anything too concrete. Mr O’Neill is known not to favour bail-outs.
Argentina’s embattled caretaker government knows that only too well. After agreeing to a rescue package in August last year, America has steadfastly blocked further help until substantial economic reforms have been put in place. Most economists now acknowledge that the last bail-out simply postponed the crisis without helping to mitigate it. Hence the insistence of the IMF—and its paymasters—that reform must this time be delivered in advance. When negotiations reached an apparent stalemate on the nature of the reforms needed, an independent panel of advisers, known as the four wise men, went to Argentina in July: their report, though, seems to dodge some of the basic differences between Washington and Buenos Aires.
So the interim government of President Eduardo Duhalde will be seeking to persuade Mr O’Neill that its case is a deserving one. Mr Duhalde has brought forward the presidential elections to March next year, in the hope of giving Argentina a fresh political start and, he hopes, having secured a new deal with the IMF. He may be disapppointed. Mr O’Neill has said he wants to see Argentina return to a position of strength and stability. He has not said how he envisages that happening.
http://www.economist.com/agenda/displayStory.cfm?story_id=1265006
syr :cool:
boardleser
04.08.2002, 19:21
Brazil: Tipping Points
Gray Newman,Claudia Castro and Jaime Valdivia (New York)
The sharp deterioration in Brazilian markets in recent weeks has heightened concerns about a possible unraveling of Brazil’s debt dynamics and its potential impact on the region’s second-largest economy. With limited central bank intervention, the real has fallen to new lows of 3.61 intra-day on July 31 and Brazil’s benchmark external debt instrument, the C bond, was trading at 52 cents on the dollar, 2,024 bps over US treasuries. Local markets are showing a massive pickup in corporate hedging activity, while concerns over the risk of capital or exchange controls have caused convertibility premiums to soar over 1,000 bps in the past week. Not only have concerns over convertibility emerged, but we see nervousness over systemic and counterparty risk in the futures market.
The recent sell-off has caused many Brazil watchers to begin arguing that the worst-case scenario is now inevitable. While we have argued that investors should be wary of those who claim that the worst-case scenario is "inevitable," we have also cautioned against those who assert that the policy steps in place provide a guarantee against a dramatic chain of events. In our view, neither outcome is inevitable at this time (see "Brazil: It’s Not Inevitable" in GEF, June 18, 2002). Nonetheless, we believe the risk that the pronounced sell-off in the markets could foment a self-fulfilling prophecy has risen.
While the debate has raged for months (and in some quarters for years) over whether Brazil’s debt burden is sustainable, we fear that this debate has been superseded by the more immediate question of what could trigger or "tip" Brazil into the realm of heterodoxy. The debt sustainability debate is at the heart of investors’ long-term concerns, but we believe it is unlikely to help investors address the near-term risks in Brazil. For example, our Brazil fixed-income strategist Jaime Valdivia has run scenario analysis showing that the maintenance of a 3.6% primary surplus with Selic rate averaging 18.3% this year and 16.75% next year leads to further debt deterioration (see "’Til Debt Do Us Part" in EMD Perspectives, July 19, 2002). In contrast, using a more optimistic interest-rate scenario, Brazil’s Central Bank argues that debt-to-GDP should start declining over the next few years. The difficulty lies in determining which set of interest rate, growth, and FX assumptions are the most likely. While that debate may continue for some time, we see investors are increasingly focused on what could prompt Brazil to "tip" in the near-term.
We would also caution against looking at a single FX level or interest rate that forces Brazil to "tip." For example, we have long noted that for every 10% that the currency weakens, the debt stock increases by approximately three percentage points. It is easy to calculate that if the real were to trade at 4.0 versus the average of 2.8 in June (last reported debt data) then the debt stock would rise from 59% of GDP (June) to around 70% of GDP. It is easy to conclude that the fiscal effort required to deal with such a dramatic jump in the debt stock would be politically unfeasible, but we fear that this logic misses the point. We view it as highly unlikely that Brazil’s real will suffer from a sustained real depreciation from current levels. Indeed, in almost any but the most extreme and dire scenarios, we would expect a real appreciation (either from the nominal exchange rate regaining ground or inflation picking up). Attempts to pick a "magic" exchange rate level that results in Brazil moving into the realm of no return are unlikely to be useful exercises.
In contrast, we’ve decided to once again resurrect our "tipping points" framework we used last year to understand the Argentina crisis and examine what it tells us about Brazil. Our tipping point analysis is designed to look at those manifestations of uncertainty that could force Brazil to break or "tip" from its current path. While we argued last year that Argentina’s case was largely a "one-way" bet and that the only question was which of the "tipping points" would take place first, we do not believe that Brazil’s situation is inevitable.
Tipping Point 1: Capital Flight
Perhaps the most frequent problem that emerging market economies face, which simultaneously cause and constitute a crisis, is capital flight. Brazil’s stands in sharp contrast to Argentina on this front. While we have seen some evidence of capital flight, it pales in comparison with the collapse of bank deposits in Argentina — more than one out of every four dollars (or pesos) deposited in the banking system departed during the first 11 months of 2001 before controls were introduced. It is also worth noting that despite the sharp decline in Argentina, the outflows and the eventual break did not take place in a matter of two or three months. Finally, we believe at the core of the run on the banking system (and the currency) in Argentina was the lack of confidence in the promise of one-to-one convertibility. With a fixed-exchange rate regime, depositors had an incentive to withdraw dollars at a subsidized price and were able to do so uninterrupted until capital and exchange controls were introduced. In contrast, in Brazil’s floating exchange rate regime, increased demand for dollars simply drives up its price (weakens the exchange rate) for the marginal buyer, as we have seen in recent weeks as the real has moved from 2.82 at the end of June to 3.46 at the end of July.
Nonetheless, the risk of capital flight could emerge. In recent weeks, concerns of possible introduction of capital and exchange controls have caused a breakdown in the BMF futures market and has produced an unusual gap between onshore and offshore forward contracts. Concerns over the prospects of capital controls could produce substantial capital flight, which in turn could prompt the imposition of controls.
Indeed, even in the event of an IMF package, the risk of capital flight cannot be ruled out. The IMF has signaled a willingness to support Brazil in some form. But we fear that even with a substantial IMF package, capital flight could be triggered if the election outcome calls into question the commitment of the next administration to maintaining fiscal policy. Time and time again we have seen that a successful defense requires both money and credibility. We believe that without both — which will require at some point a commitment from the next administration — Brazil could find itself faced with capital flight, which in turn could force Brazil to "tip" and introduce controls.
Tipping Point 2: The Debt Roll
The other principal concern is of course debt roll. When external, then domestic and even multilateral financing dries up, countries faced with an unusually large short-term debt stock or a bunching of maturities can find themselves forced to "tip" into heterodoxy. This became an issue for Argentina, particularly with auction of Letes; in the case of Brazil, it represents a more immediate concern than does capital flight. But despite the difficulties on the rollover front, Brazil’s downfall hardly appears inevitable in the near term. Between now and the end of the year, Brazil has roughly 108 billion reais worth of domestic debt instruments (largely LTNs) coming due. Approximately another $3 billion of external debt financing also come due.
One possibility is that the government relies on moral suasion to prompt the local banks to roll over the multi-billion dollar quarterly maturities. Indeed, we suspect that this is likely. Recall that in 1999, when default was expected by the market and yet was averted, Brazil’s success was linked to local willingness (combined with coercion) to roll over the debt. Moreover, the banks have enormous exposure to public debt instruments and hence would appear to be vulnerable to pressure on that front, in our view. The holdings by the three largest private domestic commercial banks in Brazil of government securities accounted for nearly 230% of their shareholders' equity as of March 2002, according to our Latin American bank analyst, Jorge Kuri. He adds that government securities represent 69% of total securities held by the banks and 24% of earning assets. Indeed, government securities less allowances and unrealized gains are 223% of shareholders’ equity.
Another possibility to deal with a roll-over risk — indeed it has already been raised by the authorities — is the presence of nearly 50 billion reais that the Brazilian treasury currently has in an account set up with the Central Bank, which can be used to pay off nearly half of all debt coming due during the last five months of the year. Indeed, the treasury’s fund would virtually cover all domestic amortization between August and the October elections. It is worth noting that none of the 50 billion reais are included in the central bank’s net (adjusted) international reserves, which amount to about $27 billion.
Finally, IMF support could aid Brazil in dealing with its debt amortization. An IMF package may include revisions down of the FX reserve floor (allowing more FX intervention), condoning external debt buybacks, with further fiscal adjustment, and/or some combination. In a very illiquid and bearish market, this could put upward pressure on prices at least for a while. An IMF package could contain funds allowing the government to avoid having to come to market to meet its financing needs in the near-term. The goal of the program would be to allow the new administration time to demonstrate to the markets its commitment to maintaining tight fiscal policy. However, in order for the program to continue into 2003, the IMF would almost certainly require some form of commitment from the next administration.
The size of the package needed to calm markets may be considerable. A package would likely have to look beyond the end of the year into 2003. In addition to the R$108 billion of domestic securities due between now and the end of the year, another R$96 billion come due during the first six months of 2003. In the 12 months from August 2002 to July 2003, the government currently has R$204 billion in domestic amortizations and roughly $9 billion in external debt. The magnitudes can only be approximations since changes in interest rates and the exchange rate can have a significant impact on the size of debt. We are not arguing that the IMF package must cover the full amount. After all, domestic banks likely can be counted on to absorb most of the domestic debt, which needs to be rolled over.
Tipping Point 3: Public Sector Cash Flow
The least likely tipping point, but it should not be ignored, is the cash flow needs of the public sector. In Argentina, given the structure of convertibility, the public sector was eventually unable to meet its cash flow needs due to insufficient funding. In contrast, authorities in Brazil clearly have available the use of an inflationary tax to boost spending if a shortfall emerges — at least in the very short term. Ultimately, the inflation tax would likely fail because the savings on the primary front would likely be offset by increased debt servicing, given the fact that more than half of the domestic debt is floating. But it could ease some pressure temporarily: the printing of additional currency was largely unavailable to Argentina.
Still, the recent sell-off raises the risk that the combination of Brazil’s debt and its floating exchange rate regime could produce a negative outcome. The PSBR is vulnerable to rising interest payments, no matter what the government does with the primary balance. This ultimately aggravates the "flow" problem, and in a vicious circle validates investor concerns over fiscal performance, raising rates further. A "bad equilibrium" cannot be ruled out.
Bottom Line
Investors have shifted their focus from the long-term concerns over debt sustainability and have now turned to the short-term question of whether a break in Brazil is imminent. The sharp sell-off in recent days raises the risk of a self-fulfilling prophecy and is likely to require some positive shock in the form of new support from Washington and a sharp reduction in the uncertainty over the future policy direction in Brazil. One without the other is unlikely to be sufficient, in our view. Our concern centers more in Brazil than in Washington. The challenge we see for Brazil is whether the policymakers will strongly reiterate their commitment to appropriate economic policies. Until that commitment has been made, we remain cautious.
Further, while much of the focus is on the "home grown" aspects of the Brazil crisis, the risks of a further global downturn are on the rise. Our chief economist Steve Roach recently warned of the first significant reductions to our 2003 global growth forecast and warned that with US economic growth back at its "stall speed," the odds of a double dip have risen. Without a more positive world environment, Brazil could find its growth prospects for 2003 even more complicated and investor risk appetite waning: both in turn could contribute further to a dire self-fulfilling prophecy.
http://www.morganstanley.com/GEFdata/digests/latest-digest.html#anchor0
Jim Knopf
05.08.2002, 05:00
ftd.de, So, 4.8.2002, 17:34
Uruguay gerät in den Sog der Argentinien-Krise
Nach Argentinien werden nun auch Uruguays Sparer bis zu drei Jahre auf die Freigabe ihrer Bankguthaben warten müssen. Die mehrtägigen Plünderungen flauten ab.
Jim Knopf
11.08.2002, 02:32
Aus der FTD vom 9.8.2002
IWF gewährt Brasilien Rekordkredit über 30 Mrd. $
Von Raymond Colitt, Claus Hulverscheidt und Doris Grass
Brasilien erhält vom Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Rekordkredit in Höhe von 30 Mrd. $. Mit dem Geld will die Regierung ihre wirtschaftspolitischen Reformen vorantreiben, die Landeswährung gegen Kursstürze verteidigen und eine Zahlungsunfähigkeit verhindern.
germanasti
13.08.2002, 20:11
http://www.aebrazil.com/graficos/aeusco.gif
germanasti
16.08.2002, 18:28
Datum: 16.08. 17:33 Lateinamerika: Anleger flüchten aus Aktienfonds
Kunden von US-amerikanischen Aktienfonds, die in Lateinamerika investieren, zogen in den vergangenen vier Wochen zum 14. August so viel Kapital aus ihren Fonds, wie seit 10 Jahren nicht mehr. Dies berichtet die US-Investmentbank Merrill Lynch.
So wurden im vergangenen Monat durchschnittlich 2.8 Prozent der Assets pro Woche aus dem Fonds gezogen. Insgesamt verwalten die von Merrill Lynch beobachteten 38 Lateinamerika Fonds 860.7 Millionen Dollar, 23 Prozent weniger als noch zum Jahresanfang. Das ist das erste Mal, dass die Fonds seit 1993 unter 900 Millionen Dollar verwalten. Im Jahr 1997 lagen die verwalteten Assets noch bei 4.36 Milliarden Dollar.
Seit Jahresanfang verloren US-Aktienfonds mit Fokus auf den lateinamerikanischen Raum 30 Prozent an Wert. Seit Jahresanfang flossen allerdings 7.4 Prozent der Assets zu, obwohl im letzten Monat 2.8 Prozent der Assets aus den Fonds gezogen wurden.
Merrill fügt hinzu, dass US-Aktienfonds mit Fokus auf internationale Wachstumsmärkte ebenfalls Kapitalabflüsse beglagten, allerdings nicht in dem Ausmaß, wie es in Lateinamerika zu sehen war. Die 109 beobachteten GEM (global emerging market) Fonds verloren in der jüngsten Vierwochen-Periode 0.3 Prozent der Assets, sie verwalten nun 9.94 Milliarden Dollar. Seit Jahresanfang verloren GEM Fonds 0.9 Prozent des Kapitals ihrer Kunden, legten allerdings in ihrer Performance um 2 Prozent zu.
© Godmode-Trader.de
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08/16 00:26
Brazil Fails to Get U.S., IMF Help in Keeping Bankers Lending
By Mark Drajem
Washington, Aug. 16 (Bloomberg) -- In November 1998, Stanley Fischer, then second-in-charge at the International Monetary Fund, had lunch at Manhattan's Links Club with executives of the largest U.S. banks and urged them to keep lending to Brazil.
The IMF had just announced a $42 billion aid package to bolster the country's reserves after Russia's debt default, and the fund needed the bankers' support.
``People were impressed and the prospects looked pretty clear and so the banks were asked not to make the situation worse,'' said Ernest Stern, former J.P. Morgan Chase & Co. managing director who attended the lunch. The IMF thought ``the government would be helped if people didn't head for the exits.''
The IMF isn't asking banks to make the same sacrifice now. After unveiling a $30 billion pledge last week to help Brazil avert a debt default, the fund and the U.S. Treasury haven't pressured banks to keep financing Brazilian borrowers.
That has some investors concerned that the IMF money won't be enough to instill confidence in Brazil's ability to meet its obligations and stem a four-month slide in the currency.
The IMF and the Treasury say they are leaving it up to banks such as Citigroup Inc. and FleetBoston Financial Corp. to make lending decisions, in contrast to the pressure placed on lenders to South Korea in 1997, as well as Brazil in 1998.
`$16 Billion Exit Visa'
That reluctance stems from Treasury Secretary Paul O'Neill's unwillingness to intervene with private banks, especially since the lenders were forced to write off billions of dollars because of Argentina's recent default, analyst said.
It also suggests the IMF calculated that last week's loan, which was higher than investors had expected, would be enough to induce banks to stick with Brazil. Instead, the $30 billion aid is being used by investors as a subsidy to cut their losses, analysts said.
``The IMF has given Brazilians, foreign banks and speculators a $16 billion exit visa to take money out of the country,'' said Adam Lerrick, who helped write a U.S. congressional report two years ago that argued against multibillion-dollar IMF bailouts.
The fund pledged $6 billion this year and allowed the central bank to tap $10 billion more of its reserves to buy its currency. Brazil will have access to $24 billion next year if it meets economic targets.
`Sigh of Relief'
O'Neill :mad: , who has criticized IMF bailouts in the past for allowing bankers and investors to escape the consequences of their risks, said he refuses to prod lenders to stick with Brazil.
``I don't think it's a good idea for governments to ask companies to do something that's not in their own economic interest,'' he told reporters last night.
IMF spokesman William Murray said the fund lacks the authority to compel banks to keep lending.
``The IMF thought everyone would breathe a sigh of relief and rush back into Brazil,'' said Richard Segal, head of research at Exotix Ltd. ``That didn't happen.''
As a result, Brazil's benchmark bond and currency are worth less than they were when the IMF aid was announced last week . The currency has lost a fifth of its value since May; bonds have fallen 30 percent.
U.S. banks, including Citigroup and J.P. Morgan Chase had $27.5 billion of exposure in Brazil as of the end of March.
Citigroup spokeswoman Christina Pretto said the bank didn't have an immediate comment. FleetBoston spokesman James Mahoney didn't return three telephone calls seeking comment.
Export Credit
Brazilian exporters are so squeezed by the lack of financing that the trade minister Wednesday pledged that the central bank and state development bank will provide as much as $2 billion in export loans this year.
That amount is dwarfed by what private lenders are pulling out. The central bank said lenders transferred $1.25 billion out of the country for non-residents and multinational companies in July, twice what they had a month earlier.
Citigroup, which has a branch network in Brazil, cut loans and other commitments in the country by $2.1 billion to $9.3 billion at the end of June from the first quarter, regulatory filings show.
Bank of Nova Scotia, the first international bank to abandon Argentina, is now only renewing about 30 percent of Brazilian trade-finance contracts, according to Eduardo Klurfan, who runs the bank's Brazil operations.
J.P. Morgan's Stern said the situation in Brazil is different from four years ago. ``The confidence is not there and capital is leaking out,'' he said.
`We'll Bail You Out'
For Washington policy makers, the Brazil bailout underscores the difficulty in trying to get lenders and investors to bear the cost of their risks.
Before coming into office, President George W. Bush accused the IMF of acting as a welfare agency for banks.
``I don't want to see the IMF out there as a way to say to world bankers, `If you make a bad loan, we'll bail you out,''' Bush said in a presidential debate in October 2000. http://www.stock-channel.net/stock-board/images/icons/icon13.gif
Even before that, the IMF and Treasury had been urging ``private sector involvement'' in aid packages. When the IMF approved a loan payment for Brazil in 1999, it held as an integral part of the program that banks would keep lending.
``The banks got some insurance that if they were keeping their credit lines open, so would everyone else,'' said Michael Mussa, then chief economist of the fund. At the end of 1997 ``duress'' was put on foreign banks to get them to roll over loans in South Korea, Mussa said.
Give Bankers a Break
Now, the costs to banks from Argentina's debacle ``was so colossal that Washington has in a sense given the private sector a break'' in Brazil, said William Cline, former chief economist at a bankers' lobbying group, the Institute of International Finance.
Some bankers have said they could be convinced to stay in Brazil to avoid a ``rush to the exits.''
Bank of America Chief Executive Officer Kenneth Lewis said last week that his bank, with $1.8 billion at risk in Brazil, has cut off new lending there. With a push from the IMF, it would reconsider.
``If I got an offer I could not refuse, I would do that,'' Lewis said.
http://www.bloomberg.com/fgcgi.cgi?ptitle=Top%20Financial%20News&s1=blk&tp=ad_topright_topfin&T=markets_bfgcgi_content99.ht&s2=ad_right1_topfin&bt=ad_position1_topfin&middle=ad_frame2_topfin&s=APVx__BRMQnJhemls
Sieht nicht gut aus, trotz der Hilfe (welche wohl einzig kam um die Big-Boyz aus dem Dreck zu ziehen...). Nächste Woche wieder neue Umfrageresultate zur Wahl.
syr :rolleyes:
germanasti
16.09.2002, 19:07
:rolleyes:
Real im Tiefenrausch, schon wieder:(.......
http://chart.bigcharts.com/bc3/intchart/frames/chart.asp?symb=C%5FBRL&compidx=aaaaa%3A0&ma=6&maval=25&uf=0&lf=2&lf2=4&lf3=0&type=4&size=2&state=15&sid=126323&style=360&time=8&freq=1&comp=NO%5FSYMBOL%5FCHOSEN&nosettings=1&rand=19&mocktick=1
:ek
syr
germanasti
14.10.2002, 20:48
14.10.2002 - 20:12 Uhr
Brasilianische Notenbank erhöht Leitzinsen auf 21 Prozent
Sao Paulo (vwd) - Die brasilianische Notenbank hat am Montag zur Stützung der stark angeschlagenen Landeswährung Real ihren Leitzins um drei Prozentpunkte auf 21 Prozent erhöht. Die Zinsanhebung folgte auf eine 90-minütige Krisensitzung. Die Notenbank begründete den Zinsschritt vor allem mit der durch die rapide Abwertung stark gestiegenen Inflation und den sich verschlechternden Inflationserwartungen. Die Zinserhöhung war jedoch geringer als erwartet. Einige Marktteilnehmer hatten im Vorfeld der Krisensetzung mit einem Schritt auf bis zu 25 Prozent gerechnet.
Die Notenbank gab darüber hinaus keine weiteren Hinweise auf ihre künftige zinspolitische Ausrichtung. In zwei Wochen finden in Brasilien die Stichwahlen um das Präsidentenamt statt. Die Ungewissheit über den zukünftigen wirtschaftpolitischen Kurs des in den Umfragen mit weitem Abstand führenden Luiz Inacio "Lula" da Silva hat seit Monaten zu einer anhaltenden Kapitalflucht aus Brasilien geführt. Damit verbunden waren der starke Absturz des Real und eine deutliche Ausweitung der Zinsspreads.
vwd/DJ/14.10.2002/ptr
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Inflation macht die bislang funktionierende Binnenwirtschaft vollends kaputt.
germanasti
12.11.2002, 20:56
:rolleyes:
http://www.stock-channel.net/stock-board/images/icons/icon30.gif
08:59 Uhr | Mittwoch, 20. November 2002
IWF begrüsst Reformpläne von Brasiliens Lula
BRASILIA - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat am Dienstag die Reformpläne des zukünftigen sozialistischen Präsidenten Brasiliens, Luiz Inacio Lula da Silva, begrüsst.
"Es war das erste Gespräch über die Wirtschaftspläne der neuen Regierung und über das Programm des Fonds und es gab viele Gemeinsamkeiten", sagte Lorenzo Perez von der Expertengruppe des IWF, die derzeit mit Brasilien über einen Kredit in einer Rekordhöhe von 30,4 Milliarden Dollar verhandelt.
"Sie haben uns ihr Regierungsprogramm erläutert und wir haben einen guten Eindruck mitgenommen", sagte Perez. "Wir sind sehr erfreut über diesen ersten Kontakt mit der neuen Regierung." Lula übernimmt die Regierung am 1. Januar 2003.
Perez dämpfte zugleich Erwartungen an den Finanzmärkten, bei den Gesprächen gehe es auch um eine Änderung des derzeitigen Haushaltsdefizitziels Brasiliens von 3,75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 2003. Konkretere wirtschaftspolitische Fragen würden in einer zweiten Gesprächsrunde im Februar behandelt.
Brasilien erhielt den neuen Kredit im September, als Investoren aus Furcht vor einem Wahlsieg Lulas das Vertrauen in die brasilianische Währung verloren und sich zurückzuziehen drohten. Lula und seine Wirtschaftsberater haben jedoch eine Reform des Renten- und Steuersystems zugesagt und versprochen, die Verpflichtungen gegenüber dem IWF zu respektieren. (sda)
http://www.tagesanzeiger.ch/ta/taOnlineNewstickerArtikel?ArtId=87449&rubrikid=181
syr :) :)
Bezahlt wird nicht
Argentinien stoppt seine Zahlungen an die Weltbank und den IWF. Nun zeigen sich die unterschiedlichen Interessen der beiden Seiten. von hilmar poganatz
Krisenfall Argentinien hat mehr als 150 Milliarden Dollar Schulden angehäuft und zählt damit zu den fünf größten Schuldnern der Weltbank. Der IWF-Chef Horst Köhler erklärte am Freitag in Berlin: »Auch im Krisenfall ist Eigenverantwortung unverzichtbar, zum Beispiel im Fall Argentinien.«
Argentinien auf holprigem Weg der Besserung« - mit dieser Überzeugung stand die Börsen-Zeitung noch im Oktober nicht allein. Nun musste die Regierung in Buenos Aires innerhalb einer Woche nicht nur zugeben, dass fünf Kinder an Unterernährung starben, sondern sie stellte auch überraschend die Zahlungen an die Weltbank ein und gefährdete damit vermutlich deren Programm zur Armutsbekämpfung.
Ein Widerspruch? Nein, denn noch hat das hoch verschuldete Land bis Mitte Dezember Zeit, die fällige Rate von 805 Millionen US-Dollar zu begleichen. Schon mehrmals drohte Argentiniens Wirtschaftsminister Roberto Lavagna, die Zahlungen an internationale Kreditorganisationen einzustellen, sofern nicht endlich ein Abkommen mit dem IWF über die Anschlussfinanzierung für den Schuldendienst des nächsten Jahres zustande käme. Eine Einigung zwischen den argentinischen Peronisten und der Unterhändlerin des IWF, Anne Krueger, scheint derzeit jedoch noch weit entfernt.
Die Regierung Eduardo Duhaldes, deren Mandat am 25. Mai endet, hat sich offenbar auf ein Spiel eingelassen, an dessen Ende Argentinien für zahlungsunfähig erklärt werden könnte. Dann stünde das Land auf derselben Stufe wie Liberia, Zimbabwe und der Irak. Die Regierung wäre derzeit durchaus in der Lage, die fällige Rate zu zahlen. Die steigenden Exporte der letzten Monate haben die Devisenreserven der Zentralbank auf 9,8 Millarden Dollar anwachsen lassen.
Ohne das seit zehn Monaten verzweifelt gesuchte Abkommen mit dem IWF jedoch will die argentinische Regierung lediglich die Zinsen überweisen, um die Gespräche zumindest in Gang zu halten. Da im nächsten Jahr 13,5 Milliarden Dollar fällig seien, könne es ohne einen neuen Finanzierungsplan des IWF und der Weltbank nicht weitergehen, beklagte sich Lavagna und machte folgende Rechnung auf: »Bis zum 25. Mai, dem Ende der Legislaturperiode, betragen die Rückzahlungen 100 Prozent der Reserven. Unter diesen Umständen wäre es unverantwortlich und politisch nicht durchsetzbar, weiter zu zahlen.«
Auf den ersten Blick scheint also Argentiniens Regierung nach dem Ende der Zahlungen an private Anleger nun auch die internationalen Organisationen enttäuschen zu wollen, während der IWF alles unternimmt, um das zu vermeiden. Einige Beobachter bevorzugen hingegen eine andere Lesart. Demnach verfolgt Krueger mit ihren harten Auflagen das Ziel, Argentinien in die Zahlungsunfähigkeit zu treiben, während Lavagna sein Krisenmanagement über die Legislaturperiode retten will.
»Die Entscheidung, nicht zu zahlen, ist letztlich eine unfreiwillige Entscheidung des Ministers gewesen. Tatsächlich leistete Krueger selbst Argentiniens Zahlungsstopp Vorschub«, vermutet der politische Kommentator Alfredo Zaiat in der Zeitung Página 12. Demnach unternehmen die Hardliner im IWF seit Monaten alles, um dem Land so harte Forderungen aufzuerlegen, dass es irgendwann aufgeben müsse.
Worauf beruht diese Einschätzung? Eine Anekdote vom Washingtoner Verhandlungstisch, die ein argentinischer Funktionär der Zeitung La Nación erzählte, gibt einen Hinweis. »Als letztes Argument die sofortige Eliminierung der Ersatzwährungen verlangen«, habe auf einem zerknitterten Stück Papier gestanden, das man Krueger während der Verhandlungen zugesteckt und das sie später auf dem Tisch vergessen habe.
Die Provinzregierungen geben verschiedene Ersatzwährungen aus, um ihre Länderkassen aufzufüllen und zumindest die Staatsdiener bezahlen zu können. Wegen des Widerstands der mächtigen Provinzgouverneure wäre die Forderung des IWF nicht zu erfüllen, darüber hinaus steht sie auch gar nicht auf der Liste des IWF für eine Einigung mit Argentinien.
»Der IWF will keine Einigung«, ist daher eine gängige Meinung in den Büros der Casa Rosada, dem Sitz der Exekutive. Begründet wird diese Ansicht auch damit, dass der deutsche IWF-Chef Horst Köhler in der vergangenen Woche, statt zu verhandeln, lieber an einem Seminar über Globalisierung in Berlin teilnahm.
Also lagen die entscheidenden Verhandlungen mit den Argentiniern in den Händen einer Person, die davon überzeugt ist, dass ein Bankrott Argentiniens ihre These von der Notwendigkeit eines Konkursrechts für Staaten stützen würde. Als Anne Krueger sich vor zwei Monaten mit Argentiniens ehemaligem Wirtschaftsminister Domingo Cavallo traf, der dem IWF nahe zu stehen scheint, fragte sie ihn La Nación zufolge: »Warum sträubt sich Argentinien so sehr, seine Zahlungsunfähigkeit gegenüber den multilateralen Organisationen zu erklären?«
Gegen den Willen der Wall Street und der Banken beschloss der IWF Ende September offiziell, die Einrichtung eines internationalen Konkursgerichts voranzutreiben. Der Plan, der von der ehemaligen Stanford-Professorin Krueger stammt, sieht im Fall der Zahlungsunfähigkeit eines Staates vor, dass eine qualifizierte Mehrheit der Gläubiger eine Umschuldung beschließen kann. Das insolvente Land soll dabei zunächst vor juristischen Schritten einzelner Gläubiger geschützt werden; so soll die Gewährung kurzfristiger Großkredite an Krisenländer ein Ende finden. »Argentinien wird damit zum Testfall (...) auf dem Weg zu einem internationalen Insolvenzverfahren«, erläuterte schon im Januar ein Kreditexperte in der Süddeutschen Zeitung.
Wenn der Fonds an Argentinien ein Exempel statuieren möchte, haben seine Forderungen einen Sinn: Steuerreform, Tariferhöhungen, eine Sperrung der Sparkonten, eine Reform des öffentlichen Bankenwesens, und vor allem ein breiter politischer Konsens.
Die Situation in einem Land, in dem viele Menschen schon lange nicht mehr über echtes Geld verfügen, zeigt jedoch, dass diese Forderungen kaum erfüllbar sind. So kam es in der vergangenen Woche in Mar del Plata zu einer neuen Bankenkrise, nachdem ein Richter 14 000 Konten wieder geöffnet hatte.
Julio Nudler, ein Kommentator der Página 12, betont, dass es nicht nur um politische Disziplin gehe: »Unter der Oberfläche gibt es eine explosive soziale Realität«, die neue Einschnitte nicht erlaube. »Wie soll man nach so krassen Einbußen im Realeinkommen weitere Kürzungen oder sogar den Verkauf von Grundbesitz fordern?« fragt er und meint den Vorschlag des IWF, das Hypothekengesetz zu ändern.
Wie Wirtschaftsminister Lavagna es in einem Brief an die Weltbank erläuterte, wären weitere Zahlungen aus der Devisenreserve »riskant für die wirtschaftliche, soziale und politische Stabilität des Landes, vor allem in der Vorwahlkampfphase«.
Diese geringe Stabilität gilt es für die Duhaldisten in der regierenden Gerechtigkeitspartei (PJ) auch gegen den Druck des IWF zu halten. Denn in den Reihen der peronistichen Partei ist der Machtkampf um Duhaldes Nachfolge bereits bereits voll entbrannt.
Dem mafiösen politischen Wiedergänger Carlos Menem fällt es vor den parteiinternen Vorwahlen immer leichter, die Sozialpläne der Regierung zu kritisieren. Seine Gegner hingegen versuchen, den ehemaligen Präsidenten klein zu halten, indem sie die höchstrichterlich angeordneten Vorwahlen per Gesetz in den März verschieben wollen. Bis dahin könnten sie ihren Trumpf ausspielen und die »First Lady« Hilda Duhalde als mögliche Vizepräsidentin neben Duhaldes Favoriten José Manuel de la Sota nominieren.
Menem hingegen, der wegen zahlreicher Skandale noch vor wenigen Monaten als unwählbar galt, beschuldigte Duhalde, die Wahlen zu verschleppen, da er in der Partei nur eine Minderheit hinter sich habe. Siegessicher scherzte der ehemalige Präsident kürzlich, als bei einer Ansprache vor Akademikern das Licht ausfiel: »Mit diesen Dingen haben wir Erfahrung.«
Aus Jungle World (http://www.jungle-world.com/)
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germanasti
27.12.2002, 23:07
up
Über die Weihnachtsfeiertage in einer Zeitung beim "Durchsehen" gefunden:
WamS vom 1.12.02, Franz-Josef Wagner in "Wagners Welt"
Drei, vier Klicks auf meinem ibook; der Internetwind, eine Art Kreischen wie Mövengeschrei über Brandungswellen, trägt mich nach Deutschland, und ich lese, daß angeblich schon 30.000 Deutsche aus Wut über die Steuer- und Abgabenerhöhungen ihr letztes Hemd an Kanzler Schröder schickten. Ich finde, daß man in Deutschland keine Ahnung hat vom letzten Hemd.
Ich verbringe zum dritten Mal meine Ferien bei brasilianischen Freunden, deren Kampfziel "Fome Zero", null Hunger, ist. Fome Zero ist das Hartz-Programm für Brasilien. Hunger zu haben ist schrecklicher als die Versteuerung von Aktiengewinnen. Hunger schafft Gewalt, Hunger macht die Drogenbosse reich. Hunger gebiert achtjährige Killer und kleine Nutten, die mit 13 an AIDS sterben.
Durch die Favelas in Rio kann man nur im gepanzerten Minibus fahren. Sie wollen deine Schuhe, deine Uhr ist deine Kreditkarte, dein LEBEN IST IHNEN EGAL, weil sie keines haben. Es ist schrecklich als Reicher, Beneideter, Oberer geschützt im gepanzerten Fahrezeug durch die favelas zu fahren, man schämt sich.
Meine DEUTSCH-BRASILIANISCHE Freundin geht bewaffnet mit Büchern, Schreibpapier und Bleistiften in Favelas und unterrichtet Englisch. Wer ein paar Worte Englisch kann, wird HOTEL-BOY und KEIN KILLER. Soeben hat die UNO "Elend" definiert. Im Elend lebt, wer unter 2 Dollar am Tag hat. 30 Millionen Brasilianer leben demnach im Elend. Punkt 1 im brasilianischen Hartz-Programm gegen den Hunger ist der Kampf um Lesen und Schreiben. Eltern, die ihre Kinder in die Schule schicken, kriegen vom Staat 100 Reais geschenkt. Das ist Schulgeld verkehrtherum - aber richtig.
Nun aber, die Frage der Fragen.
Weint das Land, schicken die Armen mangels Hemden ihre Haut an den Präsidenten? Ach, es ist Tanzbelustigung, Tag und Nacht. Auch heute Nacht werde ich kein Auge zutun können. Samab, Samba, die ganze Nacht, ich gleite in ein Gewimmel von Schatten glücklicher, menschlicher Gestalten, die mir zuwinken.
Argentinien darf kurz aufatmen
BUENOS AIRES afp Das krisengebeutelte Argentinien hat einen Durchbruch in den Umschuldungsverhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) erzielt. Nach einer von beiden Seiten getragenen Absichtserklärung werden 6,6 Milliarden Dollar Schulden gestundet, die eigentlich bis August fällig waren, teilte das Wirtschaftsministerium in Buenos Aires mit. Bedingung für das Abkommen war die Rückzahlung von fast 1 Milliarde Dollar an den IWF. Sie wurde von Argentiniens Wirtschaftsminister Roberto Lavagna umgehend angeordnet. Für Argentinien bedeute das Abkommen eine Atempause, bis nach den Präsidentschaftswahlen am 27. April eine neue Regierung im Amt sei, sagte IWF-Sprecher Thomas Dawson in Washington. Argentinien durchlebt die schlimmste Wirtschaftskrise seit einem Jahrhundert. Der IWF verhandelt seit etwa einem Jahr mit dem Land über eine Umschichtung von 14 Milliarden Dollar Schulden, die bis Ende 2003 fällig werden.
taz Nr. 6957 vom 18.1.2003, Seite 8, 34 Zeilen (Agentur)
Ctrl bank ups Selic to 25.5% in unanimous decision
Brasília, 22 - The Brazilian Central Bank, in a unanimous decision Wednesday, raised Brazil´s base rate (Selic) to 25.50%, while setting no bias for rates going forward.
The Selic was previously at 25%.
"Although inflation indicators show signs of a decline, the Copom decided that a convergence towards inflation goals calls for a hike in the Selic to 25.50%, with no bias," said the Central Bank Monetary Policy Committee (Copom).
This was the first Copom meeting under the administration of newly appointed Central Bank President Henrique Meirelles.
Meirelles, a former international president for BankBoston, replaced Armínio Fraga as head of the monetary authority earlier in January.
The Brazilian real trimmed part of its earlier losses as soon as the market learned of the Copom´s decision.
The real strengthened to R$ 3.50 per dollar immediately after the Selic hike was announced.
At 3.00 pm/17.00 GMT, the real was trading at R$ 3.5080 per dollar, which rose 0.80%. This compares with an intraday low of R$ 3.5450/dollar
Quelle (http://www.aebrazil.com/highlights/2003/jan/22/66.htm)
syr:sss
U.S. encouraged by reforms in Brazil
By Sital Patel, Medill News Service
Last Update: 8:55 PM ET Jan. 27, 2003
WASHINGTON (CBS.MW) -- The Bush administration reiterated its commitment to improving trade relations with Brazil on Monday, saying it is encouraged that the new Brazilian government's proposed economic reforms already have spurred a drop in interest rates and strengthened the real.
Leftist President Luiz Inacio Lula da Silva took power three weeks ago. His election had sparked worries among many international investors who feared the former labor leader would not continue market-friendly policies as president.
However, since his inauguration interest rates charged by investors have dropped by more than 10 percent and the Brazilian exchange rate against the dollar has appreciated.
Lula has outlined economic policy reforms in four key areas: fiscal, monetary, trade and structural. His administration hopes these reforms will expand economic growth for Brazil.
"We have seen an agenda designed to fight poverty and increase economic growth and stability," said John Taylor, U.S. undersecretary of the treasury. Taylor spoke to the Brazil-U.S. Business Council.
John Shott, senior fellow at the Institute for International Economics, said both countries would gain from free trade "and recognizing that there are interlinkages in bilateral, regional and global trading involved is important."
Nearly every country in the Western Hemisphere has agreed to negotiate for a Free Trade Area of the Americas in November. The goal of the FTAA is to have in place a free trade agreement for the entire region by 2005, similar to the North American Free Trade Agreement.
Brazil and the United States will lead those talks this year.
The European Union's high tariffs on some of Brazil's major exports, including livestock and soybeans, have been a roadblock to expanding its economy. Thus the United States and most Latin American economies have a common interest in reaching a regional trade deal because of the high tariffs with Europe.
But Brazil, the largest Latin American economy, is the nation most skeptical of the plan. About a quarter of Brazil's total exports, about $15.5 billion, are shipped to the United States.
"In Brazil, lots of the new industries think they need more time to fully compete with richer countries," said Lincoln Gordon, a scholar in Latin American affairs at the Brookings Institution. Generally lowering trade barriers is good for everybody, but distributing these gains evenly is critical, he added.
Peter Allgeier, deputy U.S. trade representative, cited the U.S. trade agreement with Chile as an example of an ideal pact because it does not exclude any products and includes open trade in services as well as manufactured goods.
"It's important to remember it's a two-way street," said Allgeier, "both in economic development and eliminating poverty." He added that every country is different and any trade agreement reached would be catered to that economy and its special needs.
Quelle (http://www2.marketwatch.com/news/story.asp?guid=%7B85A1DF29%2D5B99%2D4081%2DA18E%2DE4BDDEB1885E%7D&siteid=mktw)
Sind die US-Banken draussen und der IMF stopft, passt sogar Lula dem Bushi :).......
syr
02/12 12:30
Brazil's Annual Inflation May Climb to 14% in January
By Guillermo Parra-Bernal
Brasilia, Feb. 12 (Bloomberg) -- Brazil's annual inflation rate probably climbed in January, which may put pressure on the government to raise interest rates, economists said.
The inflation rate, as measured by the government's benchmark IPCA index, for the 12 months ended in January probably jumped to 14.2 percent, based on a median increase of 2 percent for the month forecast by 11 economists in a Bloomberg Survey. That would be the fastest rate since August 1996. Annual inflation was 12.5 percent last year.
``Inflation's becoming the big test for the new government, because inflationary expectations remain high and policy makers are under a lot of pressure to ease monetary policy,'' said Edgar Amador, an economist with Stone & McCarthy Research Associates in Mexico City. ``The government has signaled its intentions to raise rates if necessary.''
With investors also forecasting inflation to miss the central bank's 8.5 percent target for this year, President Luiz Inacio Lula da Silva may have to keep the overnight lending rate at 25.5 percent or even raise it further, sacrificing faster growth and cheaper credit for Brazilians. The central bank's monetary policy committee meets next week to discuss the rate, which is at a four- year high.
The government plans to release January inflation figures tomorrow after 9:30 a.m. (6:30 a.m. New York time.)
Economists covering Brazil boosted their year-end inflation estimate to 11.88 percent in a central bank weekly survey released Monday, from 11.44 percent. Last year's 35 percent plunge in the currency and rising oil prices triggered price increases for almost all goods in the economy, from foods to taxi to banking services fees.
Transportation Costs
In January, the inflation rate probably slowed from December's 2.1 percent after chicken meat and cooking oil prices fell, said Marcela Prada, an economist with Tendencias Consultoria Integrada in Sao Paulo. Still, rising education and transportation fees in the cities of Sao Paulo, Brasilia and Belo Horizonte, pushed prices higher, she said.
While foods account for about a third of the IPCA index, higher transport costs usually mean increases for other groups in the index, such as housing or entertainment.
``Companies are working under tight margins, and it's natural that we pass on higher costs to consumers,'' said Walder Soares, head of the publishing arm of bookshop Saraiva in Sao Paulo. Saraiva raised the cost of its law and economics textbooks on Jan. 1 to partially compensate for a rise of 29 percent in the cost of paper last year.
Currency is Key
Soares and other company managers said a decline in the inflation rate before the end of the year would depend on the currency strengthening. The real rose 0.2 percent to 3.5845 to the dollar at 3:28 p.m. (12:28 p.m. New York time). The currency has fallen 1.5 percent this year.
Companies and consumers felt the pinch of a weak real and government moves to boost the cost of financing, which led to higher prices. Companies are paying annual rates of as much as 80 percent for a loan, compared with 50 percent a year earlier.
Last year was the first year of double-digit inflation since 1995. Following is a table with forecasts for January inflation estimates:
Firm, Estimate
Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, 2.00%
Banco Bradesco, 2.21%
Banco Modal, 2.00%
Barclays Capital, 1.90%
Dresdner Kleinwort Wasserstein, 1.86%
Lloyds TSB Bank, 2.20%
MCM Consultores, 2.10%
Stone & McCarthy research Associates, 2.22%
Tendencias Consultoria Integrada, 2.00%
Unibanco Asset Management, 2.25%
Westdeutsche Landesbank, 2.05%
Median estimate: 2.05%
Average estimate: 2.07%
Number of economists: 11
Quelle (http://quote.bloomberg.com/fgcgi.cgi?touch=1&btitle=Top%20News&T=sa_content.ht&s=APkqEyBU1QnJhemls)
syr :rolleyes:
nu wirds luschtisch
SPIEGEL ONLINE - 17. Februar 2003, 18:28
URL: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,236508,00.html
Internationaler Gerichtshof
USA wegen Unterstützung des Iraks verklagt
Während die USA sich auf einen Krieg gegen den Irak vorbereiten, verklagt der Iran die amerikanische Regierung wegen ihrer früheren engen Verbundenheit zum Regime Saddam Husseins. Vor dem Inernationalen Gerichtshof beschuldigte Teheran die Vereinigten Staaten, in den achtziger Jahren gefährliche Chemikalien und tödliche Viren nach Bagdad geliefert zu haben.
Den Haag - Washington habe damit und auf andere Weise den Irak im Krieg gegen Iran unterstützt, erklärte der Vertreter Irans zu Beginn der mündlichen Verhandlung. In der Klage fordert Iran die Verurteilung der USA und Schadenersatz für die Zerstörung von drei Ölplattformen im Persischen Golf 1987 und 1988.
Die USA könnten die Zerstörung nicht bestreiten, betonte Mohamat Zahedin-Labbaf als Sprecher der iranischen Delegation. Die US-Darstellung, dass es sich um eine Verteidigung gegen Raketenangriffe Irans auf Schiffe unter US-Flagge gehandelt habe, sei nicht stichhaltig, erklärte er. Die USA hätten auf jeden Fall gegen den Freundschaftsvertrag verstoßen, den beide Länder 1955 geschlossen hatten. Dieser Vertrag bildet für das oberste Gericht der Vereinten Nationen nach einer Entscheidung von 1996 die Rechtsgrundlage für das Verfahren. In den nächsten drei Wochen können beide Delegationen ausführlich ihre Standpunkte darlegen.
Zu Beginn der Verhandlung am Montag wurde der deutsche Experte für internationales Recht Professor Bruno Simma als neuer Richter vereidigt. Der langjährige Hochschullehrer an der Universität München ist für neun Jahre zu einem der 15 ständigen Richter des obersten Gerichtshofs im Den Haager Friedenspalast gewählt worden.
aber die amis verklagen.............geht das noch?
ups - kernschmelze in threads
germanasti
16.05.2003, 17:43
http://www.aebrazil.com/graficos/aeusco.gif
Sind die weit runter in den letzten Monaten.
Beim letzten gucken war noch 3,50 :eek:
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