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Vollständige Version anzeigen : DeutscheTugenden - aus der Sicht von Schriftstellern anderer WM-Nationen


Eliska
30.06.2002, 01:15
Was haben wir, was den anderen fehlt?
Eine finale Umfrage unter den Schriftstellern der anderen WM-Teilnehmerländer


Paulo Coelho, Brasilien

Freude

Auf die Gefahr hin, daß meine Antwort seltsam klingen mag - ich glaube, daß die große deutsche Tugend die Freude ist. Eine verborgene Freude, die sich mit dem Leben verbündet, und die, von Wagner bis zu Goethe, äußerst produktiv ist. Die Deutschen sind sich dessen gar nicht so sehr bewußt, das ist klar, genausowenig wie die Brasilianer nicht merken, daß wir, manchmal, ein trauriges Volk sind. Aber es war hauptsächlich die Freude, die sowohl Brasilianer als auch Deutsche in dieses Finale gebracht hat. Wenn es nur aufgrund technischen Könnens, Disziplin und so fort gewesen wäre - dann wären beide Teams längst draußen!


Richard Ford, USA

Tugendfülle

Mal seh'n, was könnte das sein? Trinkt Unmengen schlechten Biers? Nein, das ist England. Wie ist es mit obsessivem Gehorsam gegenüber Verkehrsregeln für Fußgänger? Nein, das ist Schweden. Oder: Rasen auf jeder öffentlichen Straße? Das ist Mexiko, Argentinien, Venezuela, Texas..auf jeden Fall: nein. Wie wäre es mit: Macht jede Menge große Worte, um die einfachsten Dinge zu sagen? Nein, das sind amerikanische Akademiker, aber auch viele andere Leute. Ich glaube, ich bin nicht gut im Klassifizieren. Als Erzähler weiß ich, daß "das Typische" mich fast nie interessiert, außer um schlechte Scherze zu machen. Das Typische ist eher etwas für Bücher, wie sie John Grisham schreibt. Aber ich fürchte, ich habe keine Vorstellung, was eine "typisch deutsche Tugend" sein könnte, oder was überhaupt "typisch deutsch" sein soll. Ein Knödel? Das ist natürlich keine Tugend, obwohl ein Knödel großartig sein kann. In der Tat bin ich genauso ratlos, wenn jemand mich fragt, was "typisch amerikanisch" sei. Mir fallen immer zu viele Ausnahmen von der Regel ein. Zum Beispiel: Trägt Cowboystiefel und redet zu laut - aber ist das nicht deutsch? Meine Antwort lautet daher: Wen kümmert's, was eine typisch deutsche Tugend ist? Deutschland, Amerika, Schweden, Mexiko - all das sind bequeme Formeln für Länder oder Staaten, die uns wenig genug sagen, derweil sie uns zu kruden Scherzen veranlassen. Ich bin mir sicher: Deutschland hat so viele Tugenden, wie es Deutsche gibt. Und wahrscheinlich ist das der einzige Weg, auf dem ich ihnen jemals begegnen werde: Bei einem Deutschen nach dem anderen.


Slavoj Zizek, Slowenien

Sauberkeit

Seit Goethe liegt in der deutschen Haltung gegenüber Frauen etwas Verwirrendes, das stärker ist als jene Grunddissonanz, welche die Sackgasse sexueller Beziehungen ausmacht. Das "Ewig-Weibliche" betritt die Bühne als ein Placebo; es ist der Abgrund der männlichen Identität, ihr zwiespältiges, bedrohlich-schützendes Fundament, das eine Fülle von Reaktionen auslöst - vom vertrauensvollen Bauen auf den weiblichen Grund bis zu dessen paranoider Ablehnung (wie bei Otto Weininger). Liegt dieses "Ewig-Weibliche" nicht auch der typisch deutschen Vorstellung vom selbstzerstörerischen künstlerischen Genie zugrunde? Nährt es nicht die typisch deutsche Vorstellung vom Sexualleben (oder, besser: des Lebens selbst) als etwas Verkommenem, Krankem, das seinen Höhepunkt im Tod oder in der direkten Selbstzerstörung findet (wie in Thomas Manns "Tod in Venedig")? Noch Bertolt Brecht, der direkte Gegenspieler dieser dampfenden Obsession, reagiert auf sie. In seinen postum veröffentlichten erotischen Gedichten zum Beispiel tauchen zwei Aspekte dieser Haltung zum sexuellen Akt auf. Zum einen die Ablehnung eines simultanen Orgasmus', der zu nah an mystischer Selbstversenkung sei - daher Brechts Favorisierung des Grundsatzes "erst mach' ich's dir, dann du mir"; zum anderen die Obsession, man solle nach (nicht vor!) dem sexuellen Akt ein Bad nehmen, als müsse man den Schmutz abwaschen. Weit davon entfernt, dies für eine pathologische Neigung zu halten, betrachte ich diese Fixierung als die sympathischste deutsche Tugend!


Pico Iyer, England

Romantik

In meinen Augen fängt das Image von Deutschland in all seiner BMW-Effizienz und fließbandartigen Geradlinigkeit nur einen Teil (vielleicht den männlichen Teil) der Gleichung ein: als ob man ein Paar nur nach dem geschäftsführenden Ehemann beurteilen würde. Für mich war Deutschland immer eine Quelle der Lyrik, sogar der Romantik, sei es in den Werken von Hesse und Rilke, die mich in meiner Jugend inspiriert haben, oder in den Werken von Bach und Mozart, die ich heute noch höre. Der Goethe, der Persisch lernte, um islamische Mystiker im Original lesen zu können, die globalen Wanderungen von Wenders, die schaurige Schönheit von Sebalds Meditationen - die Reihe der Erforscher der Seele und der dunklen Träumer setzt sich bis heute fort.

Auf meinen Reisen habe ich festgestellt, daß ich um so mehr Deutsche treffe, je romantischer der Ort ist (auf der Insel Ithaka etwa, oder auf Koh Phangan). Für mich zeugt das von unterdrücktem, leicht verborgenem Gefühl: die Brasilianer tragen ihren Stil, ihre Flamboyanz auf ihren Hemden; die Deutschen sind (zumindest manchmal) die heimlichen Romantiker dieser Welt.


Frank McCourt, Irland

Gastfreundschaft

Wenn ich, abseits des Feldes, deutsche Tugenden erörtern soll, muß ich sehr persönlich werden. Ich muß enthüllen, daß ich zwei der besten Jahre meines Lebens in der U.S. Army verbracht habe, in einem kleinen Ort namens Lengries in Bayern. Obwohl ich in der Uniform steckte, waren es zwei Jahre natürlicher Schönheit - ich spreche von der Landschaft, von den Bergen, die sich über die Kaserne Lengries erhebten, und von der Schönheit der bayerischen Frauen. Und von der Schönheit des Bieres, aber das versteht sich von selbst.

Die deutschen Tugenden? Ich schrieb zwei Bücher, die sofort in die deutschen Bestseller-Listen schossen und dort so lange blieben, bis die Leute sie nicht mehr sehen konnten. Das beweist den guten Geschmack des deutschen Lesers, und ich hoffe, diesen Geschmack wieder bedienen zu können. Mein Zugang zu Deutschland heute verläuft über meinen Verleger, Luchterhand in München, und dessen Leiter, Gerald Trageiser. Ich weiß, daß ich hier meine Werbetrommel rühre, aber ich hatte in den vergangenen Jahren nur glückliche Erfahrungen mit Deutschland. Aber Sie wollen mehr über deutsche Tugenden hören, oder?

Die herausragende Tugend ist - Gastfreundschaft. Sie haben die Armen aufgenommen, die zusammengedrängten Massen und sie haben Mitgefühl gezeigt. Aus dieser Freundlichkeit kann nur Gutes hervorgehen.


Celil Oker, Türkei

Neutralität

Wenn man es von außen betrachtet, kann man glauben, die deutschen Nationaleigenschaften, soweit sie sich sich im Fußball widerspiegeln, seien in jedem Spiel an Oliver Kahns Gesicht abzulesen: Entschlossenheit, ein durch harte Arbeit erworbenes Selbstvertrauen, Blicke, die den Gegner weniger stark einschätzen, als er ist, eine Haltung, die die eigene Verantwortung der Mannschaft gegenüber und die der Mannschaft einem selbst gegenüber voraussetzt. Aber die Deutschen, die ich in den beiden letzten Jahren kennengelernt habe, ähneln Kahn überhaupt nicht. Meine Bekannten sind Menschen, die sogar imstande sind zu lachen und zu applaudieren, wenn Deutschland ein Tor reinkriegt und die dann noch liebevoll die Freude im Gesicht des Torschützen betrachten können. Vielleicht lesen sie auch alle besonders gern Kriminalromane; daran wird das liegen.


Philippe Sollers, Frankreich

Verteidigung

Die deutsche Tugend ist die Verteidigung, eine Qualität des Denkens und des Handels, die ja schon Clausewitz ausführlich beschrieben hat: die Verteidigung ist ihm die höchste Kriegskunst überhaupt. Oliver Kahn, ein großer Torwart übrigens, steht also in der Tradition von Clausewitz. Die Verteidigung ist dabei nicht das Gegenteil des Angriffs - aber das kann man bei Clausewitz sehr gut nachlesen, Kapitel sechs vor allem. Interessant ist, daß die Defensive auch eine wichtige soziale Qualität ist, die bei den Deutschen durch die verlorenen Kriege noch verstärkt wurde. Die Verteidigung ist dabei eine Tugend, die gegen jede Art von Widerstand, von Unglück, von Zufall gerichtet ist: Ein System, das eine fast mathematische Präzision bedingt, eine Konstruktion, die eine gewisse Strenge voraussetzt: sonst funktioniert es nicht, eine gute Verteidigung zu organisieren. Die Tugend des Systematischen - eine sehr deutsche Disposition und ein philosophisches Denkschema, das Hegel zur Perfektion getrieben hat. Und im Grunde geht es bei all dem natürlich immer darum, die Hoheit über die Zeit zu gewinnen. Na, viel Glück und ein gutes Match.


Hong Ying, China

Gleichmut

Als gebürtige Chinesin juble ich nur der chinesischen Mannschaft zu. Als Bürgerin Großbritanniens teile ich die englische Eitelkeit, wenn es ihnen gelingt, die deutsche Mannschaft zu schlagen. Aber als Fußballfan muß ich anerkennen, daß die deutsche Mannschaft die beste Siegesmaschine ist, die jemals auf der Welt hergestellt wurde. Ich glaube, keine Mannschaft der Welt kann sie schlagen, weder England noch Brasilien. Warum? Der Grund ist einfach: Die Deutschen besitzen einen Gleichmut, der in der Welt unerreicht ist. Die deutsche Mannschaft mag keine so glamourösen Stars haben wie David Beckham; die Deutschen mögen keine Samba-Schützen haben wie die drei R's; aber sie arbeiten als Einheit. Sogar Fußballer wie Ballack, Klose oder Kahn, deren Namen jetzt die ganze Welt kennt, sehen aus, wie normale Menschen, die ihre Haare nicht färben oder frisieren wie eine Werbefigur. Ich werde heute aufmerksam zuschauen, aber nicht die phantasievolle Beinarbeit der Brasilianer bewundern, sondern das ausdauernde, unbeirrbare Vertrauen in den Professionalismus bei jedem deutschen Spieler. Ich glaube, daß dieser Geist der deutschen Nation in dieser so einfach zu begeisternden Welt sehr konstruktiv sein wird - nicht nur im Fußball.


Jean-Philippe Toussaint, Belgie

Die Eingebung

Am 15. Juni hatte ich plötzliche eine Eingebung. Es war kurz vor zehn Uhr abends japanischer Zeit (ich bin während dieser Weltmeisterschaft in Japan), ich saß vor dem Riesenfernseher einer Bar in Omote Sando, in der Fußball gezeigt wurde - und auf einmal war mit klar, daß Deutschland Weltmeister werden würde. Seltsamerweise schaute ich gerade ein Spiel, bei dem Deutschland gar nicht auf dem Platz stand. Aber vielleicht war es genau das, ziemlich sicher sogar hätte ich sonst meine Eingebung gar nicht gehabt; denn wenn ich die Deutschen hätte spielen sehen, nie und nimmer hätte ich daran gedacht, daß diese Mannschaft den Titel holt! Um seine Überzeugungen zu stärken, reicht es also völlig, die Spiele der Deutschen gar nicht erst anzuschauen - und ganz einfach, das ist eine der unveränderlichen Grundregeln dieses Sports, ganz einfach daran zu glauben, daß beim Fußball eh immer die Deutschen gewinnen. Oder, um es etwas präziser zu sagen, daß sie nie verlieren.


Jonathan Franzen, USA

Optimismus

Die herausragende Tugend der Deutschen ist ihr Optimismus. Das erinnert mich an die Vereinigten Staaten. Ich meine das genau so, wie ich es sage: Optimismus. Ihre Ungeduld mit allem, was nicht gut genug und verbesserungsfähig ist, führt zu einer Verzweiflung über die Welt und einer Frustration über deren Dummheit, ist aber dennoch ein optimistischer Impuls. Die Welt ist voller Möglichkeiten, auch wenn es vielleicht, um dieses Gefühl zu schützen, manchmal besser ist, so zu tun, als gäbe es keine. Außerdem assoziiere ich die Deutschen mit außergewöhnlicher Qualität. Die sie fordern, die sie erreichen. Das können nur Optimisten.


Elsa Osorio, Argentinien

Arbeitseifer

Zuerst möchte ich betonen, was ich an den Deutschen vor allem bewundere: Sie sind exzellente Leser. Und wahrscheinlich ist dies jetzt nicht mehr als eine weitere Betonung der bedeutendsten deutschen Tugend: ihr Arbeitseifer. Dieser Arbeitsethik liegt die Überzeugung zugrunde, daß man mit Zähigkeit und Disziplin alles erreichen kann. Das sogenannte deutsche Wirtschaftswunder hatte für die Deutschen ja gar nichts von einem Wunder. Die Idee ist: wenn man die Arbeit effizient anpackt, dann trägt sie mit Sicherheit Früchte. Schon in der Frage - wenn die Deutschen wegen ihrer nationalen Tugenden ins Finale einziehen und die Brasilianer, weil sie gute Spieler sind - liegt die Antwort. Wenn sie sich diese Frage stellen, haben sie schon gewonnen, selbst wenn Deutschland das letzte Spiel verlieren sollte. Die "deutschen Tugenden" haben gewonnen.


Aminata Sow Fall, Senegal

Sorgfalt

Deutschland hat also einmal mehr seine Einladung erhalten zu diesem planetarischen Rendezvous der Extraklasse: wegen der Konsequenz der Mannschaft, ihres Durchhaltewillens und der stählernen Gedankenkraft, die einer bemerkenswerten Siegeswut zum Erfolg verhilft. Diese fußballerische Stärke spiegelt das Fachwissen, den Perfektionismus und die Sorgfalt, die die Industrieprodukte dieses Landes so erfolgreich machen. Auch in den Künsten und in der Literatur erkennt man das Streben, bis in die unbekannten Tiefen der Seele vorzudringen, um sich der Empfindsamkeit zu öffnen. Die deutsche Mannschaft unterwirft sich den Werten, in denen sich auch ihr Land wiedererkennt: Mut, Unbezwingbarkeit, Ehre. Ich liebe diese Tugenden, wenn sie sich verbinden mit der Großzügigkeit.


Mario Fortunato, Italien

Leichtigkeit

Ich weiß nichts über Fußball, und ich will auch gar nichts darüber wissen. Vor einigen Tagen, in Griechenland, habe ich einen Herrn gehört, der lauthals verkündete, ein großer Experte zu sein. Wir waren an einem wunderschönen Strand, und dieser Herr sprach von der Fußballweltmeisterschaft. Und er sagte etwas, das mich aufmerken ließ: "Bei den letzten Weltmeisterschaften sind die Deutschen oft ins Finale gekommen, aber dann haben sie verloren." Ich weiß nicht, ob das der Wahrheit entspricht, denn, ich wiederhole es: Ich weiß nichts von Fußball, und ich will auch gar nichts darüber wissen. Sollte die Behauptung jedoch wahr sein, würde es bedeuten, daß die größte deutsche Tugend die Leichtigkeit ist. Verlieren ist eine außergewöhnliche Tugend, die sehr viel mit Intelligenz zu tun hat: Sie zwingt zur Reflexion. Aber mehrmals in Folge zu verlieren, hat etwas Transzendentes: Man erreicht das Finale, und dann, hoppla, verliert man. Ohne jämmerliche Verschwörungstheorien oder andere Verbohrtheiten. Man verliert, und tschüß, bis zum nächsten Mal ... Aber ist es sicher, daß die Deutschen in den letzten Jahren immer verloren haben?


Viktor Jerofejew, Rußland:

Solidität

Mit einem deutschen Freund bestellte ich einmal in einer Bar am Savignyplatz für jeden ein Glas Wodka. Der Kellner brachte zwei Gläser, im einen deutlich mehr Wodka als im anderen. Mein Freund wunderte sich. Der Kellner trank einen Schluck aus dem volleren Glas und fragte: "Ist es so besser?" Einen Augenblick erstarrten wir alle. Eine Grenzsituation. Soll man sich ärgern oder lachen? Wir entschieden uns für das zweite. Der Kellner lachte und entfernte sich, höchst zufrieden mit sich selbst. Sein Verhalten enthielt mehr Exzentrik und nächtliches Nietzscheanertum als Unverschämtheit und Terrorismus, obwohl das alles Einstellungssache war. Bei aller Solidität in Deutschland ist alles irgendwie an der Grenze, unsicher, nervös. Unvorhersagbar wie das Verhalten des Kellners. Deshalb rufen die Erfolge Deutschlands in Kultur, Humor, Geschmack, erotischer Gebrauchsfotografie und Fußball jedesmal einen Seufzer der Erleichterung hervor, als wäre man wieder einmal davongekommen. Von größerem Nutzen wäre ein ewiges Unentschieden, das von der Spielordnung nicht vorgesehen ist.

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Unsere Autoren

Paulo Coelho, Paulo Coelho, geboren 1947 in Rio de Janeiro, wurde durch "Der Alchimist" zu einem der meistgelesenen lateinamerikanischen Autoren. Übersetzt von Anne Zielke.

Richard Ford, 1944 in Jackson (Mississippi) geboren, gehört zur Schwergewichtsklasse der amerikanischen Autoren. Im August erscheint sein Erzählungsband "Eine Vielzahl von Sünden". Übersetzt von Peter Körte.

Slavoj Zizek, geboren 1949 in Slowenien, lehrt Philosophie in Ljubljana. Zuletzt erschien auf deutsch "Die gnadenlose Liebe". Übersetzt von Peter Körte.

Pico Iyer, 1957 als Sohn indischer Eltern in Oxford geboren, lebt in Japan und Kalifornien. Im September erscheint mit "Sushi in Bombay, Jetlag in L.A." sein erstes Buch auf deutsch. Übersetzt von Harald Staun.

Frank McCourt, geboren 1930 in New York, kehrte als Kind mit seinen Eltern nach Irland zurück. Wurde mit "Die Asche meiner Mutter" zum Bestsellerautor. Übersetzt von Harald Staun.

Celil Oker, geboren 1952 in Kayseri, Türkei, verdiente sich mit seinen Krimis über Kommissar Ünal das Etikett "der türkische Chandler". Übersetzt von Christoph K. Neumann.

Philippe Sollers, geboren 1936 in Talence, Frankreich, ist Verfasser zahlreicher Romane und Begründer der Zeitschrift "Tel Quel". Zuletzt erschien "Der Kavalier im Louvre". Übersetzt von Georg Diez.

Hong Ying, geboren 1962 in der chinesischen Provinz Szechuan, lebt in London. Zuletzt erschien "Daugther of the River". Übersetzt von Harald Staun.

Jean-Philippe Toussaint, 1957 in Brüssel geboren. Auf deutsch erschien zuletzt das Reisebuch "Selbstporträt (in der Fremde)". Übersetzt von Georg Diez.

Jonathan Franzen, geboren 1959 in Western Springs, Illinois, ist derzeit das Lieblingskind der deutschen Literaturkritik (siehe Seite 29). Gerade erschien sein Roman "Die Korrekturen" auf deutsch. Übersetzt von Verena Lueken.

Elsa Osorio, geboren 1952 in Buenos Aires, lebt in Madrid. Auf deutsch erschien zuletzt ihr Roman "Mein Name ist Luz". Übersetzt von Peter Richter.

Aminata Sow Fall, geboren 1941, gilt als die renommierteste Autorin Senegals. Als ihr wichtigster Roman wird "Die Rückkehr der Trommeln" angesehen. Übersetzt von Georg Diez.

Mario Fortunato, geboren 1958 in Süditalien, lebt in London. Auf deutsch erschien zuletzt "Die Ent deckung der Liebe und der Bücher" (2001). Übersetzt von Judith Luig.

Viktor Jerofejew, geboren 1947 in Moskau, wurde bekannt durch seinen Roman "Die Moskauer Schönheit" (1989). Übersetzt von Kerstin Holm.


Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.6.2002