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Vollständige Version anzeigen : Man fasst es kaum, Details Worldcom


Matze
01.07.2002, 23:17
WorldCom-Aktien um 93 Prozent abgestürzt

Der Aktienkurs des in einen Buchführungsskandal verwickelten US-Telekomriesen WorldCom ist am Montag an der NASDAQ-Börse um 92,6 Prozent auf nur noch 6 US-Cents abgestürzt. Der Handel war in der Vorwoche bei einem Kurs von 83 Cents wegen der Buchführungsmanipulationen ausgesetzt worden und war erst am heutigen Montag wieder aufgenommen worden. An anderen elektronischen Märkten hatten die Aktien zwischenzeitlich bereits einen entsprechenden Einbruch vorweggenommen. Die NASDAQ-Börse hat WorldCom darüber informiert, dass die WorldCom-Aktien ab 5. Juli vom Kurszettel verschwinden.


WorldCom hat eine detaillierte Erklärung über die geplante Änderung seiner Finanzergebnisse für das Jahr 2001 und das erste Quartal 2002 bei der US-Wertpapier- und Börsenkommission SEC abgegeben. Der Prüfungsausschuss der Gesellschaft untersucht auch die Unterlagen für die Jahre 1999 bis 2001, teilte die Gesellschaft am Montag mit. Das Unternehmen hat den Wirtschaftsprüfer KPMG um Hilfe bei der Überprüfung gebeten. Der neue WorldCom-Chef John Sidgmore sagte den Ermittlern volle Kooperation zu.

WorldCom sei von seinen Banken und Kreditgebern informiert worden, dass eine Vertragsverletzung bei Verbindlichkeiten im Rahmen der Kreditfazilität (Kreditmöglichkeit) von 2,65 Milliarden Dollar und bei einer ungesicherten Kreditfazilität von 1,6 Milliarden Dollar erfolgt sei, erklärte das Unternehmen. Deshalb könnten die Banken eine beschleunigte Rückzahlung verlangen. Damit würde eine sofortige Rückzahlung erforderlich, falls die Kreditgeber dies verlangten. Sidgmore verwies aber auf Verhandlungen mit den Geldgebern über eine Ersatzfazilität und hofft letztlich auf eine Lösung.

Die Prüfer, die den Buchführungsskandal von WorldCom untersuchen, wenden ihre Aufmerksamkeit dem ehemaligen Unternehmenschef Bernard J. Ebbers zu. Sie wollen herausfinden, welche Rolle er bei dem angeblichen Betrug gespielt hat, berichtet das Wall Street Journal. Zudem müssen WorldCom-Spitzenmanager vor einem Ausschuss des US-Kongress aussagen.

Die an zahlreichen Untersuchungen beteiligten Prüfer seien zunehmend davon überzeugt, dass sie weitere Beweise für unangemessene Buchführung finden, die über die 3,8 Milliarden Dollar (3,83 Milliarden Euro) hinausgehen, die WorldCom vergangene Woche bekannt gegeben hatte. WorldCom hatte mit seinen Buchführungsmethoden tatsächliche Verluste in fiktive Gewinne verwandelt. (anw/c't)


Quelle: heise.de/ct

Nach 5 Minütigem Kopfschütteln kann ich auch noch einen Takt dazuschreiben: Hoffentlich macht man denen den Arsch so lang, das sie beim Nachbarn kacken müssen :gomad.... solche Ereignisse gehören verboten und hart bestraft!

Matze

LISA
01.07.2002, 23:34
Matze, pfui...... pfui...... - was hast Du nur für eine Vorstellungskraft ;)

Nee, aber im Ernst---- die Sache ist echt zum Brüllen ! und zum Händefalten, dass es nicht schlimmer kommt mit Corporate Amerika --- denn dann ist auch in Euroländle kein Halten mehr.... :(

Matze
02.07.2002, 11:03
Weitere Info's:

Worldcom an der Börse praktisch wertlos

Die Aktie des Telekomkonzerns Worldcom hat am Montag an der US-Börse mehr als 90 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Das Unternehmen will nun auch weiter zurückliegende Bilanzen auf eventuelle Fälschungen überprüfen.


Financial Times Deutschland Quelle: ftd.de

Matze

Matze
02.07.2002, 11:04
Passend dazu auch Berichte über die Aussagen der regierigen:

Aus der FTD vom 1.7.2002

Bush attackiert Manager ohne Moral
Von Yvonne Esterhazy, Washington, und Nicola Liebert, New York

Nach neuen Enthüllungen über Bilanzmanipulationen großer Konzerne hat US-Präsident George W. Bush eine "Null-Toleranz-Politik" gegen betrügerische Manager angekündigt.
Quelle: ftd.de

Matze

Matze
02.07.2002, 11:08
Aus der FTD vom 1.7.2002 www.ftd.de/worldcom (http://www.ftd.de/worldcom)

Erste Geier umkreisen angeschlagene Worldcom
Von Ulrike Sosalla, New York

Die ersten Kaufinteressenten beginnen, den angeschlagenen Telefonkonzern Worldcom zu umkreisen. Am Wochenende meldete IDT, ein Aufkäufer von in Schwierigkeiten geratenen Telekommunikationsfirmen, Interesse an einem Teil von Worldcom an.
Quelle: ftd.de

Matze

Matze
02.07.2002, 11:33
Dienstag, 2. Juli 2002
Nasdaq beschließt Ausschluss
WorldCom-Notierung endet

WorldCom wird von der Nasdaq wegen verschiedener Verstöße gegen die Publizitätspflichten und Gebührenordnung der Technologiebörse zum 5.Juli ausgeschlossen. Eine entsprechende Mitteilung stellte die Börse dem Telekomunternehmen zu.

Das Ende der Notierung könnte allerdings aufgehoben werden, falls WorldCom eine Anhörung verlangt. Am Montag war der Handel der WorldCom-Aktie vorübergehend eingestellt worden. Nach der Wiederaufnahme brach der Kurs ein und lag mit 0,06 US-Dollar 92,8 Prozent unter dem Schlussstand vom 25.Juni.

WorldCom will eigenen Angaben zufolge nun auch die Bilanzen von 1999 bis 2001 einer internen Prüfung unterziehen. An dieser Prüfung werde dieWirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG beteiligt, die vor kurzem Andersen abgelöst hatte. Zudem hätten Gläubiger von ungesicherten Kreditfazilitäten von insgesamt 4,25 Mrd. Dollar dem Unternehmen mitgeteilt, dass sie aufgrund von Vertragsverletzungen eine sofortige Rückzahlung fordern könnten. Die US-Regierung will ihrerseits prüfen, ob WorldCom von neuen Regierungsaufträgen ausgeschlossen werden soll.

Quelle: n-tv.de

Matze

Matze
03.07.2002, 12:20
Zeugin belastet WorldCom

Cynthia Cooper, Buchprüferin bei WorldCom, die die Bilanzfälschungen in ihrem Unternehmen aufgedeckt hat, widerspricht ihrer Firmenleitung. Sie habe die Fehlbuchungen auf eigene Faust ans Tageslicht gebracht. Als sie ihre Ermittlungsergebnisse dem ehemaligen Finanzchef Scott Sullivan vorlegte, stieß sie dort nur auf taube Ohren, wird Cooper im Wall Street Journal zitiert. Daraufhin sei sie zu ihren Vorgesetzten im Prüfungsausschuss gegangen, die nur sehr zögernd Konsequenzen aus Coopers Ermittlungen ziehen wollten.


Die Darstellung der Zeugin widerspricht den offiziellen Angaben von WorldCom. Demnach habe Cooper die Fehlbuchungen im Rahmen einer Routineprüfung entdeckt und sei auch nicht von der Firmenleitung an der Veröffentlichung ihrer Entdeckungen gehindert worden. Auf jeden Fall sind die Ermittler des US-amerikanischen Justizministeriums nun noch hellhöriger geworden, denn sie hegen ohnehin den Verdacht, WorldCom wolle die Ermittlungen behindern.

WorldCom-Chef John Sidgmore hat sich unterdessen auf einer Pressekonferenz für die Vorfälle in seinem Unternehmen entschuldigt. WorldCom werde alles Menschenmögliche dafür tun, um die Ursachen des Skandals aufzudecken. Ob und wie viel sein Vorgänger Bernard J. Ebbers von der Bilanzfälschung wusste, vermochte Sidgmore nicht zu sagen. Ebbers war Ende April von seinem Posten zurückgetreten. (anw/c't)

Quelle: heise.de/ct

Matze

Jim Knopf
03.07.2002, 12:48
ftd.de, Mi, 3.7.2002, 8:11

Worldcom schließt Insolvenz nicht aus

Der nach einem Bilanzskandal angeschlagene US-Konzern Worldcom will mit den Gläubigern verschiedene Alternativen für die Umstrukturierung der Finanzen ausarbeiten. Worldcom-Chef John Sidgmore schließt eine Insolvenz nicht mehr aus.


Financial Times Deutschland

Jim Knopf
03.07.2002, 15:18
Aus der FTD vom 3.7.2002

EDS gerät in Sog des Worldcom-Skandals
Von Oliver Wihofszki, Hamburg

Der IT-Dienstleister EDS hat mit mehreren schlechten Nachrichten Analysten und Investoren verunsichert. Am Dienstag teilte EDS mit, dass 2000 der insgesamt 142.000 Stellen gestrichen werden.


Financial Times Deutschland

Matze
05.07.2002, 12:51
WorldCom-Anleger hoffen auf Gläubigerschutz

WorldCom hat mit seinen Bilanztricksereien offenbar nicht nur das Vertrauen seiner Anleger verloren, sondern auch das der Ermittler des US-amerikanischen Justizministeriums. Sie wollen, dass sich WorldCom mit internen Ermittlungen zurückhält, um zu erreichen, dass sie als erste mit wichtigen Zeugen sprechen können. Anscheinend wollen sie damit verhindern, dass Zeugenaussagen beeinflusst werden könnten.


Die WorldCom-Anleger hoffen unterdessen auf einen baldigen Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-amerikanischen Konkursrechts. Durch ein solches Verfahren könnten sie mehr Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens nehmen und dadurch möglichst viel Geld retten. In diesem Sinn zitiert das Wall Street Journal James O'Brien, Chef der Promethean Capital Group, der unter anderem mit WorldCom-Anleihen handelt.

Allerdings könnte ein Gläubigerschutz auch dazu führen, dass Großkunden wie die US-amerikanische Regierung von WorldCom zu anderen Unternehmen wechseln, wenn es wegen Einsparungen zu massiven Entlassungen kommt und dadurch der Service nicht aufrechterhalten werden kann. Dadurch könnten zudem noch mehr Anleger verschreckt werden.

Falls WorldCom Antrag auf Gläubigerschutz stellt, wäre es das größte Verfahren nach Chapter 11 in der US-amerikanischen Wirtschaftsgeschichte. Es stünden rund 104 Milliarden US-Dollar Vermögen zur Disposition, rund das Doppelte wie beim Skandalunternehmen Enron. Experten glauben aber nicht, dass es zu einer Liquidation von WorldCom kommen wird. Das Wall Street Journal zitiert einen Aktienhändler: Im Gegensatz zu Enron habe WorldCom einen Wert.

Zur Entwicklung bei WorldCom siehe auch:

WorldCom im März 2003 vor Gericht
WorldCom-Chef schließt weitere Entlassungen nicht aus
Zeugin belastet WorldCom
Chef der US-Börsenaufsicht über WorldCom erzürnt
WorldCom-Aktien um 93 Prozent abgestürzt
WorldCom-Spitzenmanager müssen vor US-Kongress aussagen
WorldCom im Skandalstrudel
George W. Bush über Bilanzmanipulationen bei WorldCom empört
WorldCom mit Falschbuchungen von 3,85 Milliarden Dollar
Krise bei WorldCom könnte 16.000 Jobs kosten
WorldCom-Chef Ebbers ist zurückgetreten
(anw/c't)

Quelle: Heise.de/ct (http://www.heise.de/newsticker/data/anw-05.07.02-001/)

Unter dem Link auch weitere Artikel der C'T zum Thema Worldcom!

Matze

Matze
08.07.2002, 12:52
US-Politiker im WorldCom-Dickicht

Heute beginnt vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des US-amerikanischen Kongress die Anhörung um den skandalgeplagten Telekom-Konzern WorldCom. Geladen sind eine Reihe aktueller und ehemaliger Führungskräfte, darunter der ehemalige Chef Bernie Ebbers, sein Nachfolger John Sidgmore, der geschasste ehemalige Finanzchef Scott Sullivan sowie die interne Finanzprüferin Cynthia Cooper, die die Bilanzmanipulationen ihres Unternehmens an die Öffentlichkeit brachte.


Unter anderem soll hinterleuchtet werden, ob und inwieweit Bernard J. Ebbers von den gefälschten Zahlen gewusst hat. Bislang streitet er jegliche Schuld ab. Doch wie US-amerikanische Medien berichten, hat sich schon vor der ersten Zeugenaussage der Verdacht gegen Ebbers verdichtet, da er kurz vor seinem Rücktritt vorgeschlagen haben soll, die Hälfte der Mittel für die interne Buchprüfung zu streichen.

Die Anhörungen beginnen heute gegen 13 Uhr Ortszeit. Dabei geht es auch darum, wie tief der Analyst Jack Grubman von Salomon Smith Barney in die Machenschaften verstrickt ist. Dieser hatte WorldCom in seiner Bewertung herabgestuft, kurz bevor der Skandal bekannt wurde. Die Ausschussmitglieder wollen auch die Rolle der externen Wirtschaftsprüfer von Arthur Andersen beleuchten. WorldCom hatte Mitte Mai, also noch vor Bekanntwerden der Bilanzfälschungen, bekannt gegeben, Andersen durch KPMG ersetzen zu wollen.

Der Ausschuss will aber nicht nur im Schlamm wühlen. Vielmehr sollen die gewonnenen Erkenntnisse dazu genutzt werden, nach einer Reihe von Bilanzmanipulationen bei US-amerikanischen Großunternehmen die bestehenden Gesetze zu überprüfen und zu verändern. Im März 2003 soll der Fall WorldCom vor Gericht verhandelt werden.

Quelle: heise.de

Matze

Matze
10.07.2002, 15:16
Banken ziehen neuen WorldCom-Kredit in Erwägung

Neue Hoffnung für den in einen Buchführungsskandal verwickelten US-Telecom-Konzern WorldCom -- die Gläubiger ziehen die Gewährung einer neuen gesicherten Kreditlinie von drei Milliarden US-Dollar (3,02 Milliarden Euro) in Erwägung. 2,65 Milliarden US-Dollar sollen aber für die Rückzahlung an die WorldCom-Kreditgeber verwendet werden. Sie hatten dem Unternehmen im Mai einen Millionenbetrag zur Verfügung gestellt -- also bevor die Bilanzmanipulationen bekannt geworden waren.


WorldCom verblieben nur 350 Millionen US-Dollar -- also nicht annähernd genug, um andere Schulden von 3,1 Milliarden US-Dollar abzudecken, die WorldCom Anleihebesitzern im kommenden Jahr zurückzahlen muss. Dieses Problem werde derzeit mit den Banken diskutiert, so ein Firmensprecher. Eine gesicherte Kreditlinie wäre für die 30 Kreditgeber eine willkommene Nachricht. Sollte WorldCom seinen Verbindlichkeiten nicht nachkommen, hätten die Banken Sicherheiten, um den Kredit abzudecken. Bei den 2,65 Milliarden US-Dollar, die WorldCom ursprünglich geliehen hatte, handelt es sich hingegen um ungesicherte Kredite. WorldCom hat Gesamtschulden von 30 Milliarden US-Dollar.

.....
(tol/c't)

Quelle: heise.de/ct

Matze

Matze
12.07.2002, 15:15
Ehemaliger WorldCom-Finanzchef belastet Bernie Ebbers

Bernard J. Ebbers, ehemaliger WorldCom-Chef, soll entgegen eigener Beteuerungen mehr über die Bilanztricksereien in seinem Unternehmen gewusst haben, meint der ehemalige Finanzchef Scott Sullivan. Das Wall Street Journal zitiert Ken Johnson, Sprecher des Vorsitzenden des Kongressausschusses für Handel und Energie Bill Tauzin, der den Fall WorldCom untersucht: Dies seien die ersten Anzeichen dafür, dass die Verantwortlichen in dem angeschlagenen Konzern gewusst haben, was bei ihnen vor sich geht.

Johnson weiter: "Das ist der erste Beweis, dass die kleinen, schmutzigen Fußspuren zu Mr. Ebbers Bürotür zurückführen." Ebbers' Anwalt Reid Weingarten weist die Vorwürfe zurück. Sein Mandant habe nicht gewusst, dass Sullivan Falschbuchungen vorgenommen hatte.

WorldCom hatte vor zwei Wochen zugegeben, seit Anfang vergangenen Jahres 3,85 Milliarden US-Dollar Ausgaben als Investitionen statt als laufende Kosten verbucht zu haben. Finanzchef Sullivan musste daraufhin seinen Hut nehmen. Ebbers wurde bereits im April von John Sidgmore abgelöst.

Quelle: heise.de/ct

Matze

Jim Knopf
22.07.2002, 13:55
ftd.de, Mo, 22.7.2002, 7:20, aktualisiert: Mo, 22.7.2002, 11:59

Worldcom legt größte US-Firmenpleite hin

Im größten Konkurs der US-Wirtschaftsgeschichte hat der Telekomkonzern Worldcom Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Konzern-Chef John Sidgmore glaubt dennoch an eine Zukunft für sein Unternehmen.


Financial Times Deutschland

Jim Knopf
22.07.2002, 13:58
ftd.de, Mo, 22.7.2002, 9:02

Chronik: Der Bilanzskandal bei Worldcom

Der US-Telekomkonzern Worldcom hat am Sonntag Gläubigerschutz beantragt. Vorausgegangen war das Eingeständnis der Firma, Kosten in Höhe von rund 3,8 Mrd. $ nicht korrekt verbucht zu haben. Weltweit hatte dies die Finanzmärkte in Aufruhr versetzt.


Financial Times Deutschland

Matze
22.07.2002, 15:10
Wer sich weiter Informieren will:

http://liimirror.warwick.ac.uk/uscode/11/ch11.html
-> Erklärungen zum Insolvenzverfahren nach Chapter 11 (REORGANIZATION)

http://liimirror.warwick.ac.uk/uscode/11/ch7.html
-> Erklärungen zum Insolvenzverfahren nach Chapter 7 (LIQUIDATION)

Übersicht: http://liimirror.warwick.ac.uk/uscode/11/

Matze

thomfly
24.07.2002, 11:23
Ich persönlich glaube, dass die guten news im Kurs nun drinn sind.
Aber zum zocken ist Wcom EQ ein toller Wert.

Interessanter Thread.
Seltsam auch das die Meldung vom Freitag erst gestern über N-tv lief.
(Bankeneinigung)
In dieser Grössenordnung ist ein ruhighalten der Banken logisch.
Jetzt können sie erstmal Kredite ausbuchen.
Die Brandmauer zur Gesellschaft dürfte aber von Wcom durchbrochen worden sein.
Angestellte ---arbeitslos---Pension fonds---Rente weg.

Und bei uns auch.
Wieviele Häuslebauer haben fondgebundenes Bausparen?

20Jahre eingezahlt und im letzten Jahr-40%????

Enron Wcom..keine vertrauensbildende Massnahme...

Jim Knopf
30.07.2002, 00:44
Aus der FTD vom 30.7.2002 www.ftd.de/qwest (http://www.ftd.de/qwest)

Qwest befällt die Enronitis
Von Nicola Liebert, New York

Der finanziell angeschlagene US-Telekommunikationskonzern Qwest hat die Anwendung unzulässiger Bilanzierungspraktiken zugegeben. Das Unternehmen zog daraufhin seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr zurück.


Financial Times Deutschland

Matze
01.08.2002, 17:17
Ehemaliger WorldCom-Finanzchef stellt sich dem FBI

Der ehemalige Finanzchef des amerikanischen Telekommunikationskonzerns WorldCom, Scott D. Sullivan, sowie der frühere Chef der WorldCom-Buchhaltung, David Myers, sind in Haft. Dies berichtet die US-amerikanische Wirtschaftsagentur Bloomberg. Sullivan und Myers haben sich demnach um sieben Uhr Ortszeit dem FBI gestellt und befinden sich in New York in Gewahrsam, erklärte FBI-Sprecher James Margolin. Sie wurden von zahlreichen Reportern gesehen, wie sie in Handschellen von Agenten aus dem FBI-Gebäude geführt und ins Gericht gefahren wurden. Stellungnahmen der Staatsanwaltschaft und der Gegenseite liegen nicht vor.

WorldCom befindet sich in einem Konkursverfahren, nachdem das Unternehmen vor wenigen Wochen Falschbuchungen von 3,85 Milliarden US-Dollar zugegeben hatte. Dadurch waren tatsächliche Verluste in fiktive Gewinne verwandelt worden. Sullivan und Myers waren entlassen worden. Die WorldCom-Aktien, die auf dem Höhepunkt des Telecombooms noch insgesamt rund 120 Milliarden US-Dollar wert waren, haben inzwischen einen Wert von etwa 280 Millionen US-Dollar.

Das Unternehmen ist in einer Zivilklage von der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission SEC wegen der beispiellosen Buchführungsmanipulationen verklagt worden. Es laufen auch andere behördliche und Kongressuntersuchungen gegen WorldCom.

Die US-Behörden wollen anscheinend hart durchgreifen. Seit voriger Woche sitzt auch die ehemalige Unternehmensspitze des Kabelfernsehunternehmens Adelphia hinter Gittern.

Zu der Entwicklung bei WorldCom siehe auch:

WorldCom nicht mehr im Nasdaq-Index
WorldCom ernennt Chef-Restrukturierer
Zwischenfinanzierung für WorldCom genehmigt
WorldCom-Konkurs bringt Unruhe an die Börsen
WorldCom: Ein Absturz nach spektakulärem Höhenflug
US-Telecomriese WorldCom meldet Konkurs an
Hintergrund: Konkursverfahren nach "Chapter 11"
Hintergrund: Bilanzskandale in den USA
Löcher im Netz -- Internet-Struktur, optische Netze und die Krise der Carrier, c’t 15/2002, S. 72
Kaum jemand will Carrier Global Crossing übernehmen
WorldCom schummelte länger als bislang gedacht
Ehemaliger WorldCom-Finanzchef belastet Bernie Ebbers
Der Einfluss von WorldCom auf die Internet-Backbones
Bernie Ebbers will nicht Schuld am WorldCom-Skandal sein
US-Politiker im WorldCom-Dickicht
Zeugin belastet WorldCom
WorldCom-Aktien um 93 Prozent abgestürzt
WorldCom im Skandalstrudel
George W. Bush über Bilanzmanipulationen bei WorldCom empört
WorldCom mit Falschbuchungen von 3,85 Milliarden Dollar
WorldCom-Chef Ebbers ist zurückgetreten
Fusion WorldCom/Sprint geplatzt
WorldCom übernimmt MCI
(anw/c't)
Quelle: heise.de/ct

Das ganze ist so langsam aber sicher eine Story für Hollywood.... NYSE 2000 - 2002

Matze

Matze
29.08.2002, 09:32
Erste formelle Betrugsanklagen gegen WorldCom-Manager

Im beispiellosen Bilanzbetrugskandal um den bankrotten US-Telekommunikationskonzern WorldCom sind die ersten formellen Anklagen erhoben worden. Der gefeuerte Finanzchef, Scott Sullivan, sowie der Direktor der Buchführungsabteilung, Buford Yates, sollen sich wegen Wertpapierbetrugs vor Gericht verantworten, beschloss eine Anklagekammer des Gerichts in New York am Mittwoch. In der Klageschrift wird beiden vorgeworfen, der Börsen- und Wertpapieraufsicht (SEC) falsche Bilanzen vorgelegt zu haben.

Sullivan (40) soll Architekt der Bilanzfälschungen sein, mit denen WorldCom die Anleger seit mindestens Anfang vergangenen Jahres in die Irre führte. Das Unternehmen buchte unter anderem laufende Geschäftsausgaben als Investitionen, die über einen längeren Zeitraum abgeschrieben werden können, und schönte damit die Bücher. WorldCom hat inzwischen Falschbuchungen im Umfang von 7,2 Milliarden US-Dollar eingeräumt. Unter einem Schuldenberg von 41 Milliarden Dollar beantragte das Unternehmen mit Sitz in Clinton (Mississippi) am 21. Juli Gläubigerschutz und löste damit das größte Konkursverfahren der US-Wirtschaftsgeschichte aus.

Sullivan war am 1. August zusammen mit dem ehemaligen Leiter der WorldCom-Buchhaltung, David Myers, festgenommen und gegen Kaution wieder freigelassen worden. Das Justizministerium warf den beiden die systematische Aushöhlung der Buchhaltungsgesetze und eine "Intrige zum Betrug der investierenden Öffentlichkeit" vor. Für eine formelle Anklage müssen die Vorwürfe jedoch von einer so genannten Grand Jury, einer Anklagekammer, bestätigt werden. Das geschah am Mittwoch; Myers wurde aber nicht angeklagt. Auch gegen den ehemaligen WorldCom Chef Bernard Ebbers läuft eine Untersuchung. Er war im April zurückgetreten, nachdem ans Licht kam, dass WorldCom ihm Kredite in Höhe von 408 Millionen US-Dollar eingeräumt hatte.

WorldCom war durch die Übernahme dutzender Firmen zum zweitgrößten US-Ferngesprächsunternehmen und zum weltgrößten Internet-Netzwerkbetreiber geworden. Das Unternehmen ist unter Aufsicht des Konkursrichters weiter im Geschäft. Die Aktien, die 1999 noch über 100 Milliarden US-Dollar wert waren, sind jetzt praktisch wertlos. (dpa) / (jk/c't)

Quelle: heise.de/ct

Matze