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Vollständige Version anzeigen : Ökowahn und die praktischen Folgen


Eliska
21.07.2002, 02:13
Was Windenergie, Solarenergie und Dosenpfand tatsächlich kosten

Von Hans-Erich Bilges

Eine Sintflut von Ökoregelungen, Verordnungen und eine exzessive Ausweitung von Mitbestimmungsrechten haben in weiten Teilen der Wirtschaft zu Zorn, Mut- und Ratlosigkeit geführt. Das Ganze gepaart mit einem erstaunlichen Maß an handwerklicher Unprofessionalität. Die Wirtschaft, insbesondere der Mittelstand, liegt am Boden, verheerende Arbeitslosenzahlen liegen im Magen.

Beschäftigen wir uns also mit den "Spielzeugen" der rot-grünen Ideologen und den Folgen nach vier Regierungsjahren.


Windenergie:

Wie muss einem besonnenen Mann wie Bundeswirtschaftsminister Werner Müller zu Mute sein, wenn er wie in der letzten Woche mit gequälter Stimme verkündet, die Deutschen seien "Weltmeister" im Bau von Windkraftanlagen. Ja, warum wohl? Müller weiß um die riesige Steuergeldvernichtung der rot-grünen Regierung bei den Windkraft-Windeiern. Keine vernünftige Regierung weltweit lässt sich so intensiv auf die aberwitzige Windenergie ein. So wird man dann schnell Weltmeister - und die anderen Länder setzen die eingesparten Milliarden für Arbeitsplätze ein.

Grüne Ineffektivität: Kosten pro Arbeitsplatz in der Windenergie - rund 175 000 Euro. Im Schnitt waren die 11 500 Windkraftanlagen im Jahre 2001 rund 1250 Stunden im Einsatz - 8760 hätten es sein können. Das bedeutet 85 Prozent Stillstand. Der Wind macht nicht mit, nur weil die Grünen Wind machen.

Selbst der SPD-Abgeordnete Eisenkopf spricht von "größter Naturzerstörung seit Existenz der Naturschutzgesetzgebung" - er meint die scheußlichen Betonmühlen, die Deutschland zunehmend verschandeln. Falsche Zahlen der Grünen auch mit Arbeitsplätzen: die grüne Fraktion spricht von 60 000 neuen Arbeitsplätzen, der Bundesverband Windenergie hat aber nur 35 000 Arbeitsplätze entdeckt. Strom aus Windkraftanlagen ist dreimal so teuer wie Atomstrom. Rund drei Milliarden Euro jährlich müssen die Bundesbürger für höhere Strompreise zahlen, weil die rot-grüne Regierung das so will.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Christa Maria Hartmann spricht von einem "potemkinschen Sauberstrom", von "irrwitzigen Kosten" und "unverantwortlichen Zahlenspielen". Die verpulverten Milliarden Steuergelder haben dazu geführt, dass trotzdem nur drei Prozent des Energiebedarfs über Windkraft gedeckt wird. Ein einziges Atomkraftwerk produziert mehr Strom als 11 500 Windkrafträder. Einmal abgesehen von den optischen Eindrücken bundesweit.


Solarenergie:

Hier kennt der Griff der Rot-Grünen in die Taschen der Steuerzahler überhaupt keine Hemmungen. Kalkulatorisch kostet jeder Arbeitsplatz im Solarbereich die Steuerzahler im Jahr etwa fünf Millionen Euro. Um den Strombedarf eines mittleren Kernkraftwerkes durch Solarenergie zu ersetzen, müssten weite Teile Deutschlands mit Solardächern überdeckt werden. Steinkohle wird mit etwa drei Cent pro KW/h subventioniert - Windenergie schon mit dem doppelten Betrag - 6,6 Cent pro KW/h. Ins "Guinness-Buch der Rekorde" gehört Solarenergie: satte 49 Cent Subvention pro KW/h.


Dosenpfand:

SPD-Ministerpräsident Wolfgang Clement befürchtet, dass die Einführung des Dosenpfands rund 65.000 überwiegend kleine und mittelständische Betriebe gefährden würde. Die Einrichtung des Rücknahmesystems für Dosen kostet die deutsche Wirtschaft rund zwei Milliarden Euro - so Hermann Franzen, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Handelsverbände. Dosen und Einwegflaschen würden bis zu 20 Prozent teurer, und rund 10.000 Arbeitsplätze gingen verloren. Allein die Kosten für die neuen Getränkeautomaten betragen rund 1,3 Milliarden Euro.

Koste es, was es wolle. Es trifft ja nur den Steuerzahler...

DIE WELT

Sascha
21.07.2002, 11:11
Polemisch und falsch informierend!!! :gomad

Sascha

Eliska
21.07.2002, 12:09
Sascha, vielleicht kannst du oder kann irgendjemand, der genauer Bescheid weiß, weitere Informationen ausbuddeln und hier einstellen?

Würde mich freuen!

Gruß
Eliska:)

cherry
21.07.2002, 14:38
@Sascha


Das ist weder polemisch noch falsch informierent.


Das mit der Windenergie ist tatsächlich so. Und nicht nur dies. Windkraftanlagen haben auch Standortprobleme. Dort wo der entsprechende Wind ist dürfen sie nicht hingebaut werden. Jetzt wollen sie die Dinger ins Meer stellen. Und selbst das gibt erhebliche Probleme. :mad:


Mit Solaranlagen bin ich selber geschädigt. Ich habe in Spanien eine 50m² Solaranlage die nur dann funktioniert wenn ich sie nicht brauche. :mad:

Und die Subventionen aus dem 1000 Dächerprogramm spottet jeder Beschreibung. Das ist die Maschine zu Geld drucken.

Alles Schwachsinn und ohne Augenmass.

paule2
21.07.2002, 16:02
Und wo sind die Alternativen?

Weiter so?

Bauen wir also neuen Atomkraftwerke, beuten wir die restlichen Bodenschätze immer exzesiver aus?

Den ganzen Müll und Dreck verscherbeln wir dann an dubiose Firmen in der Dritten Welt.

Sollen die doch dran verrecken, wir zahlen ja dafür!

Eine Abkehr von der Wegwerf- und Verschwender-Mentalität gibt es nicht umsonst.
Und Schindluder wird sicher auch getrieben.

Aber was soll ich in 20 Jahren meiner Tochter erzählen, wenn sie mich fragt warum wir Spaßgesellschaft auf Kosten der nächsten Generationen gespielt haben?

Nach uns die Sintflut!

Sascha
21.07.2002, 18:43
Im Schnitt waren die 11 500 Windkraftanlagen im Jahre 2001 rund 1250 Stunden im Einsatz - 8760 hätten es sein können.

Die Antwort, warum diese Minderbelastung auftrat, bleibt "Die Welt" schuldig. Es wird hier mit einer aggressiven Wortwahl ein Pseudo-Argument aufgebaut. Ein Mensch, der von Windenergie keine Ahnung hat und etwas "unbedarft" an einem solchen Thema rangeht, wird dieser Energieform eine negative Assoziation zuordnen. Ich habe versucht, eine Antwort für die Minderleistung zu finden, bin aber leider nicht fündig geworden. Das Problem des nichtvorhandenen Windes wird nirgends erwähnt. Interessante Links zu diesem Thema:

http://www.wind-energie.de/ (die Windenergie-Lobby)
http://www.mueller-weidner.de/windparkgegner/texte/texte04.htm (eine negative Kritik)
http://www.iavg.org/Regenerative.doc (eine etwas ältere Bestandsaufnahme)
http://www.tu-berlin.de/umweltbildung/download/zoza-strom.pdf (eine Diplomarbeit zum Strom allgemein; niedlich und populistisch, aber lesenswert)
http://wilfriedheck.tripod.com/wkr14.htm (für und wider)

Persönlich empfehle ich den "Worldwatch Institute Report" aus dem Jahre 1995, wo auf Energie im Speziellen noch mal eingegangen wird.
Es dürfte klar sein, dass die Windenergie ebenso wie zuvor andere Energien eine gewisse Entwicklungsphase benötigt. Ein Ausnutzungsgrad von 20 (bzw. wie in der Diplomarbeit beschrieben 60) % erscheint gegenüber der Atomenergie oder Kohlekraftwerken als sehr gering. Leider werden natürlich mal wieder die nachhaltigen Auswirkungen völlig außer Acht gelassen. Es gibt kein Material, die der Radioaktivität über Hunderttausenden oder gar Millionen von Jahren widerstehen kann. Für die jetzt lebenden Menschen kann dies natürlich völlig egal sein. :bad

Es geht hier um einen ordentlichen Mix aus regenerativen Energien. Hierzu gehört natürlich auch die Solarenergie. Links hierzu sind:

http://www.sfv.de (der Förderverein der Solarenergie)
http://www.solarserver.de (wie der Name schon sagt: Pro Solar)
http://www.fv-sonnenenergie.de (etwas seriöser, da hier auch geforscht wird ;) )
http://www.unibw-muenchen.de/campus/WOW/v1054/Publikation/studarbeiten/DiplIS.PDF (eine Diplomarbeit zur Energieverknappung allgemein)

Großartig Negatives habe ich nicht gefunden, aber habe ich über mehrere Ecken gehört, dass der Energieverbrauch der Produktion höher sein soll, als die Ausbeute. Ob es sich hierbei um die Zellen der Licht- oder der Wärmeausbeute handelt, weiß ich allerdings nicht. Allerdings ist die Energieausbeute der Wärmezellen höher als die der Licht-Zellen. Eine Subvention dieser Energie ist ebenfalls notwendig, damit ein frühzeitiger Einstieg in die regenerative Energie beginnt. Na, und das die Subvention der AKWs in dem Artikel nicht genannt werden, dürfte ja auch sehr klar sein. Hier sagt der "Worldwatch Institute Report" aus, dass die Kosten pro kwh im Jahre 1995 bis zu 21 Cent in den USA betrugen. Inwieweit die 49 Euro-Cent Subvention zustande kommen, frage ich mich allerdings nun wirklich. Ist hierbei vielleicht auch die Wohnungsbau-Förderung mit eingeflossen? Die Kosten der kwh aus Sonnenenergie betrug jedenfalls im Jahre 1995 in den USA bis zu 10 Cent. Und wie ich schon mal weiter oben anmerkte, sind die externen Kosten hierbei nicht enthalten (die jahrmillionen dauernde Sicherung des Atommülls bzw. die kurzfristigen Schädigungen durch CO2 und Co.).

Das Dosenpfand kostet natürlich zuerst Geld. Allerdings wird hierbei völlig unterschlagen, dass die Industrie und die CDU die Zwangseinführung des Dosenpfandes beschlossen haben. Eine Beschwerde der Industrie über die nun anfallenden Kosten ist mir sehr suspekt. Weiterhin ist natürlich davon auszugehen, dass die anfallenden Kosten so oder so auf dem Verbraucher umgewälzt werden und daher mittelfristig keine Einbußen bedeuten. Man kann das natürlich im größeren Ausmaß sehen und argumentieren, dass das Geld dem Bundesbürger entzogen wird und somit nicht mehr zum Konsum zur Verfügung steht. Diese Argumentation halte ich insofern für falsch, da es sich um das Dosenpfand ja nur um kurzfristig gebundenes Kapital handelt. Ich sehe es in dieser Hinsicht als unglaubwürdig, wenn die Industrie den "Teufel an die Wand" malt. Entweder hat sie damals unter der schwarzen Regierung nur eine geheuchelte Zusage gegeben (mit dem mutwilligen Gedanken, diese so oder so nicht einzuhalten) oder die heute gemachten Aussagen sind falsch, da die Vorbereitungszeit mehr als lang waren. Die Euro-Umstellung hatte bei weitem drastischere Auswirkungen.

http://www.verbaende.com/aktuell/Dosenpfand.htm (enthält nicht nur Wieder, sondern auch ein paar "Für", allerdings nur zwischen den Zeilen und halbherzig)
http://www.gruene-hessen.de/_aa_lv_neu/htm/01_aktuell/0104_debatte/dosen/thema.htm (grün, aber gut! Hää? grün und gut ein Widerspruch? Na klaaaaar, ist ja trendy, gegen grün zu sein!)
http://www.agv.de/politik/ernahrung/poldosenpfand.htm (ein wenig Für)
http://www.agv.de/neues/02-03-19_Dosenpfand.htm (und neueres vom agv)

Das Dosenpfand muss kommen, da wir mittlerweile im Müll ersticken. Seit 1992 (meine ich, bin mir aber nicht so sicher) wurde die Datenpflege über die Müllentwicklung vom Staat dem Dualem System Deutschland AG übertragen. Seit diesem Zeitpunkt gab es keine veröffentlichte Müllstatistik mehr. Nun ist dies wieder in öffentlicher Hand übergegangen. Die ersten Andeutungen zeigen eine fatale Müllexplosion (und keinen Rückgang). Genauere Zahlen werden wohl bald veröffentlicht.

Der Zeitungsartikel der "Welt" zeigt einfach nur ganz klar, dass hier Wahlkampf betrieben wird. Eine objektive Sicht ist hier nicht zu erkennen (es wird noch nicht einmal versucht). Die Wortwahl tendiert in eine eindeutige Richtung. Ebenso werden alle drei "Fehlentwicklungen" einem Klientel zugeordnet.

Ich habe nix dagegen, wenn man aus seiner subjektiven Warte sich mal über eine Schlappe der "Gegenseite" freut (der Gert weiß da wohl schon Bescheid, was? ;) ). Was dieser Artikel aber aussagt, ist unterstes "Bild"-Niveau und zeigt einfach nur, dass die "Welt" zu einer seriösen Berichterstattung und Argumentation nicht in der Lage ist. Mit einem solchen Artikel wird nur polarisiert und eine notwendige Entwicklung in der Öffentlichkeit stigmatisiert.

Ich möchte keine extreme Diskussion hier anstoßen, nur musste ich meinem Unmut über diese Polemik, die Journalismus genannt wird, einmal Luft machen. Nichts für ungut. :rolleyes: Dass nicht alles Gold ist, was glänzt, dürfte klar sein. Aber diese Art... :ne

Sascha