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Matze
24.07.2002, 12:31
Umsatzrückgang bei Siemens

Der Siemens-Konzern musste im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorquartal hinnehmen. Wie befürchtet ist das Quartalsergebnis belastet von den Schwierigkeiten der Netzwerksparte. Das Endergebnis nach Steuern lag bei 725 Millionen Euro -- vor einem Jahr fuhr Siemens einen Verlust von 705 Millionen Euro ein. Der Gewinn vor Steuern (Ebit) aus dem operativen Geschäft betrug 892 Millionen Euro -- wesentlich zu diesem Ergebnis beigetragen haben die Sparten Medical Solutions, Power Generation, Automation and Drives sowie Osram.

Die sinkende Nachfrage schlug deutlich auf das Ergebnis durch: Der Umsatz sank um vier Prozent auf 20,48 Milliarden Euro und der Auftragseingang sogar um 20 Prozent auf 19,03 Milliarden Euro. Dennoch zeigte sich Vorstandschef Heinrich von Pierer mit dem Ergebnis insgesamt zufrieden -- mit gesteigerter Profitabilität und stringentem "Asset Management" habe der Konzern erfolgreich auf die Marktflaute reagiert.

Die Flaute hat den Bereich Information and Communication Networks (ICN) besonders stark betroffen: Die Netzwerk-Sparte verbuchte ein negatives Ebit von 84 Millionen Euro; immerhin ist das -- entgegen den Erwartungen der Analysten -- ein Rückgang gegenüber den 158 Millionen Euro Miese im Vorquartal. Behauptet hat sich die Mobil-Sparte Information and Communication Mobile (ICM), obwohl die Mobilfunkbranche insgesamt unter einem Nachfragerückgang und massivem Preisdruck leidet. Der Bereich zeigte ein Ebit von minus 9 Millionen Euro einschließlich des anteiligen Quartalsverlusts von Fujitsu-Siemens in Höhe von 20 Millionen Euro. Das Geschäftsgebiet Mobiltelefone machte 28 Millionen Euro Gewinn -- Siemens verkaufte im Berichtszeitraum 8,2 Millionen Mobiltelefone, das ist eine deutliche Steigerung zum dritten Quartal 2001 (5,8 Millionen) und nahezu unverändert zum Vorquartal (8,3 Millionen). Siemens hat offensichtlich noch einiges zu tun, um seine ehrgeizigen Ziele im Handy-Markt zu erreichen.

Sorgenkind bleibt der Bereich Siemens Business Services (SBS): Die Sparte erwirtschaftete im dritten Quartal ein Ebit von nur noch 5 Millionen Euro gegenüber 7 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Während der Umsatz mit 1,37 Milliarden Euro um 3 Prozent zurückging, blieb der Auftragseingang dank eines 100-Millionen-Euro-Auftrags in etwa konstant bei knapp 1,4 Milliarden Euro. SBS rechnet aber mit einem Geschäftsrückgang und wird daher in den kommenden Quartalen Kapazitäten abbauen.

Der Ausblick auf die kommenden drei Monate bleibt verhalten: Siemens rechnet mit einem Ergebnis unter dem des dritten Quartals. (tol/c't)

Quelle: heise.de/ct

Matze

martinh
22.08.2002, 15:30
Siemens-Finanzchef: "Nächstes Geschäftsjahr wird noch härter"
Bisher wurde der Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen angekündigt
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Siemens





München - Deutschlands größter Elektrokonzern Siemens sieht derzeit kein Ende des schwierigen Umfelds. "Das nächste Geschäftsjahr wird noch härter als das laufende", sagte Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger nach Angaben der Mitarbeiterzeitschrift "SiemensWelt" auf einer Tagung von Führungskräften. Der Konzern sei mit einer schwächeren Nachfrage in vielen wichtigen Märkten konfrontiert.
Die Weltwirtschaft stecke in einer tiefen und anhaltenden Rezession. "Es ist daher unser gemeinsames Interesse, nicht länger Geld mit Geschäften zu verlieren, die zu lange keine nennenswerte Rendite gebracht haben", so Neubürger.

Netzwerksparte ICN am stärksten betroffen

Angesichts der schwierigen Lage in vielen Geschäftsbereichen hat Siemens bisher den Abbau von nahezu 35.000 Arbeitsplätzen angekündigt. Mehr als die Hälfte davon wird in der Netzwerksparte ICN gestrichen. Konzern-Chef Heinrich von Pierer sagte vor den Führungskräften, Siemens müsse sich darauf einstellen, dass die schwache Nachfrage im Telekommunikationsgeschäft weiter anhalte. "Wir alle wissen, dass die Betreiber von Telekomnetzen wirtschaftlich angeschlagen und hoch verschuldet sind."

Vorstandsmitglied Klaus Wucherer sagte, die Weltkonjunktur dürfe nicht als Ausrede für das Verfehlen der mittelfristigen Ziele benutzt werden. "Auch in schwierigen Zeiten muss unser Anspruch erhalten bleiben. Die Konjunkturzyklen sind bekannt und somit beherrschbar." Für das Erreichen der Vorgaben, die in der "Operation 2003" den Bereichen gesetzt wurden, sei nochmals eine erhebliche Steigerung notwendig.

Pierer betonte, Siemens sei im Grundsatz richtig aufgestellt. Es sei richtig gewesen, gegen einen immensen Druck der Kapitalmärkte an einst schwächelnden Bereichen wie Energieerzeugung und Medizintechnik festzuhalten. Es sei für das Unternehmen ein Ansporn zu sehen, wie diese Bereiche ihre Schwierigkeiten überwunden hätten. (APA)