Vollständige Version anzeigen : Eliskas Schmökerecke
In diesem Thread werde ich nun mit Hilfe des Informationsmaterials unseres Partners Amazon. de Bücher für Erwachsene vorstellen.
Damit ihr möglichst viel davon habt, bitte ich um zahlreiche Anregungen, denn Lekture-Auswahl ist eine ganz inviduelle, höchst persönliche Sache, die von vielen Faktoren abhängig ist.
Es wäre also gut und nützlich für alle, wenn ihr mir helft, eine vielseitige Auswahl zusammenzustellen! Es reichen schon Titel und Verfasser!
Ein paar persönliche Worte wären allerdings das Non-plus-ultra!
Gruß
Eliska:)
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Aus der Amazon.de-Redaktion
"Und hier ist mein Geheimnis", sagte der Fuchs,
"es ist ganz einfach."
"Man sieht nur mit dem Herzen gut,
das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
Mit zwei Jahren machte ich meine erste existenzphilosophische Erfahrung. Cornelia, Spielgefährtin im Sandkasten, zeigte mir, wie sich die Erde auf die Sandschaufel wellte, wenn man sie langsam genug in den Boden schob. Von da an verbrachte ich Stunden, es ihr gleichzutun. Das lustvolle Gefühl, mit dem ich mich immer aufs neue daran machte, spüre ich heute noch.
Ähnlich erging es mir mit Exupérys Der kleine Prinz. Ich las sein Büchlein und verstand, daß er etwas verstanden hatte. Die Behutsamkeit, mit der der Autor erzählt, hat etwas Filigranes, das sich trotz aller Zartheit als robust erweist. Man kann sich verlassen. Ich erinnere mich noch genau: Ich gönnte mir immer nur wenige Seiten, aus Angst, daß es zu schnell zu Ende gelesen sei. Zu wertvoll waren mir die Wörter, Sätze und Bilder.
Allein die erste Begegnung mit dem kleinen Prinzen: Seine kurzen Kommentare zu den Zeichnungen des Ich-Erzählers ließen alles wie selbstverständlich vor meinem inneren Auge erscheinen. Jedes noch so krakelige Bild war lebendig.
Saint Exupéry schrieb nicht um des Schreibens willen. Ihm ging es immer um die Menschen, für die er sich seine Texte ausdachte. Er wollte dazu beitragen, "dem Leben einen Sinn [zu] geben". Er wollte einen Halt, eine Richtung vermitteln. Dies ist ihm mit dem Kleinen Prinzen auf exzellente Weise gelungen. Seine Fragen an die Welt, seine Erfahrungen mit ihr, machen am Ende deutlich: man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Buch macht Mut, sich in unserer, auf Gewinnstreben und Oberflächlichkeit ausgerichteten, Welt auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt: Freundschaft, Mitmenschlichkeit und sich Zeit für die kleinen Dinge im Leben nehmen. Sie sind das Größte. --Anne Hauschild
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Anzahl der Kunden-Rezensionen: 59!!!
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Schorsch
02.08.2002, 16:30
Theodor Fontane "Sie hatte nur Liebe und Güte für mich "
Briefe an Mathilde von Rohr
Herausgegeben von Gotthard Erler
Aufbau Taschenbuch Verlag 1. Auflage 2000
ISBN 3-7466-5287-1
Klappentext:
Mathilde von Rohr (1810-1889) war Fontanes älteste Vertraute, ja Freundin, eine liebenswürdige und charaktervolle Dame, die ihm mit immer gleichbleibender Güte begegnete. Ihr wechselseitiges vertrauensvolles Verhältnis veranlaßte Fontane zu Briefen, in denen sich unbeschwertes Plaudern mit weitreichenden Bekenntnissen auf reizvolle Weise verbindet. "Aber nun muß ich Ihnen allerhand erzählen" ist seine Formel für einen ganz eigenen Stil, in dem er Familiäres zur Sprache bringt, Reisen, Feste, Geselligkeiten. Befreit von jeder pflichtmäßigen Berichterstattung, äußert er seine innere Befindlichkeit vor allem auch in Krisen und konflikthaften Erschütterungen und findet bei dem "gnädigsten Fräulein" das so oft so schmerzhaft vermißte Verständnis.
Der Herausgeber hat die 230 überlieferten Briefe ergänzt um Texte über die Familie Rohr aus den "Wanderungen" und um bisher ungedruckte Aufzeichnungen über Fontanes Korrespondenzpartnerin.
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Das Buch wurde als Zufallsfund am 2.8.2002 um 14:11 Uhr im Museumsshop des Klosters Chorin erstanden. Der Einband ist gemessen am Inhalt ein bißchen schäbig. So werde ich das Buch vergrößern lassen auf mindestens 40 mal 50 Zentimeter, in Leder einbinden, es vor mich auf meinen imposanten Schreibtisch legen, den Blick meines Hundes annehmen und mich so fotografieren lassen. Bildunterschrift wird sein: "Auch ich denke nach".
Danke, Schorsch,
du hast mir ja sogar die Arbeit abgenommen :)- bei Amazon hätte ich übrigens die Informationen nicht gefunden!
Sie bringen nur ein kurzes Autorenporträt, was aber auch als Zusatz-Empfehlung gelten mag:
"Theodor Fontane (1819 -1898) ist der bedeutendste Erzähler des literarischen Realismus. Der gelernte Apotheker machte mit 30 Jahren das Schreiben zum Beruf, zunächst als Journalist und Theaterkritiker. Erst spät begann er erfolgreich Romane und Erzählungen zu schreiben. "
Und hier der Link:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3746652871/stockchannelnetg
Gruß
Eliska:)
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Zu dem Buch habe ich nirgends eine Rezension gefunden, dafür aber ein ausführliches Autorenporträt:
Als Sohn einer reichen Kaufmannfamilie wurde Janwillem van de Wetering 1931 in Rotterdam geboren. Mit achtzehn trat er seine erste große Reise nach Südafrika an und arbeitete in Kapstadt in einer Handelsfirma, an der sein Vater beteiligt war.
Später zog er nach London, um dort Philosophie zu studieren. Doch die Antworten auf seine Sinnfrage befriedigten ihn nicht. Deshalb beschloss er mit 26 Jahren, in ein japanisches Zen-Kloster zu gehen, in dem er anderthalb Jahre als Schüler und Mönch unter der Obhut eines strengen Zen-Meisters verbringt. ...
Immer wieder zieht es van de Wetering hinaus in die Welt.
15 Jahre reist van de Wetering durch fast alle Kontinente und lernt dabei seine Frau Juanita in Südamerika kennen. Zwischendurch arbeitete van de Wetering sieben Jahre lang als Feierabendpolizist in Amsterdam. Inspiriert von den Erfahrungen, die er dort gesammelt hat schrieb er 1972 den ersten seiner weltberühmten Romane um das Kriminaltrio Gijpstra, de Gier und den Commissaris. 1975 siedelte er mit seiner Frau und seiner Tochter in den US-Bundesstaat Main über, wo er bis heute lebt. --WDR Nachtkultur/Leselust
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Überschrift einer Kundenrezension:
Tödlich spannende Sammlung!
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Kurzbeschreibung
Die Tote liegt mit gebrochenem Genick auf den Verandastufen.
Ein Unfall?
Der Commissaris, de Gier und Adjudant Grijpstra glauben nicht daran.
Es gibt einfach zu viele Verdächtige in diesem Fall: die Tochter, den Geschäftspartner, den Nachbarn - und einen Affen.
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Überschrift einer Kundenrezension:
Das Buch ist einsame Spitze!
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Rezension von Perlentaucher.de:
Das Reißen des Seils auf einer Bergtour zweier Freunde führt zum Tod des einen. Auf die Frage nach dem Grund des Unfalls öffnen sich, so der Rezensent, "psycho-kriminologische" Abgründe, Verdacht steht gegen Vertrauen. Das Seil wird zum Symbol des Verbindenden zwischen den Menschen, die Wissenschaft kann nichts klären, am Ende bleibt nur das Vertrauen, umreißt Lüdtkehaus das Thema. In diesem Roman habe Inoue seinen humanstem Charakter geschaffen: die bärbeißige Figur des Tokiwa sei unvergesslich. Dennoch endet der Roman in der Katastrophe, der einzige Gewinn: der Tod ist "kein dissonanter mehr".
Autorenporträt
Yasushi Inoue, geboren 1907 auf Hokaido starb 1991 und ist mit Recht der im deutschsprachigen Raum meistgelesene Autor aus Japan. Seine Werke wurden mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, einige seiner Romane verfilmt.
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Kindler-Rezension
Erzählungen von Siegfried Lenz, erschienen 1955. -
Liebeserklärungen an seine Heimat Masuren nennt Lenz seine zwanzig masurischen Geschichten und Skizzen, »kleine Erkundungen der masurischen Seele«, deren geschichtslose Existenz sich in charakteristischen Eigenarten zu erkennen gibt: »blitzhafte Schläue« und »schwerfällige Tücke«, »tapsige Zärtlichkeit« und »rührende Geduld«.
Versteckt in Mooren und Öden, Seen und Wäldern liegt das erfundene Dorf Suleyken, ein Seldwyla im Süden Ostpreußens, irgendwo und nirgendwo in Masuren, wo sich das Leben nach spezifisch Suleyker Art ereignet, »nämlich blühend«.
Originell ist an den Bewohnern Suleykens - Holzarbeitern und Fischern, Bauern und Kleinhandwerkern - ein Phänomen, das die Psychologie mit dem Terminus »unterschwellige Intelligenz« umschreibt. Zwar hat Suleyken keine Zelebritäten hervorgebracht, dafür aber Käuze und Sonderlinge, die sich mit »uralten Neuigkeiten« die Zeit zu vertreiben pflegen.
Diese aus »dem unscheinbaren Gold der menschlichen Gesellschaft« geformten Typen treiben ihr seltsames Wesen in Lenzens masurischen Schelmengeschichten.
In der Tat hat man in Suleyken viel Seltsames und Denkwürdiges erlebt:
das ungeheuerliche Ereignis einer Kleinbahn namens Popp, die Gestalt des vielbelesenen und vom Leseteufel besessenen Dorfweisen Hamilkar Schaß, das haarsträubende Duell im kurzen Schafspelz, der merkwürdige Tod des Onkels Manoah, das lächerliche Gebaren der Kulkaler Füsiliere, ein überaus angenehmes Begräbnis und das denkwürdige Wettschwimmen des rasenden Schusters Karl Kuckuck um der Wahrheit willen.
Inmitten der geschilderten Ereignisse und Figuren steht der Erzähler, teilnehmend und miterlebend, ein moderner Fabulierer, der mit der souveränen Geste des Eingeweihten und dem »bewährten Mittel der Übertreibung ganz im Dienste der Wahrheitsfindung« der besonderen Eigenart seiner masurischen Heimat realistisch bunt nachspürt.
Scheinbar naiv fängt er den Leser im Netz seiner Erzählkunst:
»Kennt vielleicht schon jemand die Geschichte? Gut, dann will ich sie erzählen.« Der geistvolle und mit überlegener Ironie Naivität nur vortäuschende Sprachstil huldigt der masurischen Seele - wie sie der Autor in der Diskreten Auskunft über Masuren feinsinnig beschreibt - mit raffiniert einfachen, witzig prägnanten und wirklichkeitsnah ausgestatteten Kurzgeschichten, die in der deutschen Nachkriegsliteratur das seltene Beispiel unbefangen humoristischen Erzählens repräsentieren. -- Manfred Kluge
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
brochiert:
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gebunden:
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[url=http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3455042414/stockchannelnetg] (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3596203120/stockchannelnetg)
Hermann Hesse: Narziß und Goldmund
Hesses Roman 'Narziß und Goldmund' setzt mit großer sprachlicher Schönheit ein und scheint in einer mittelalterlichen Zeitlosigkeit zu schweben, die dem poetischen Bedürfnis dieser rohen Aktualität widerstrebenden Geistes entspricht, ohne darum seine schmerzliche Fühlung mit den Problemen der Gegenwart zu verleugnen ... ein wunderschönes Buch mit seiner Mischung aus deutsch-romantischen und modern-psychologischen, ja psychoanalytischen Elementen ... eine in ihrer Reinheit und Interessantheit durchaus einzigartige Romandichtung.
Thomas Mann
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Dieses Buch lässt sich sehr gut lesen und stellt einen Anreiz auf 'mehr Hesse' dar. In seiner Art ist es typisch Hesse. Im romantischen Stil wird eine gesellschaftliche Kontroverse diskutiert. Auch in unserer heutigen Zeit finde ich dieses Buch mehr als angebracht, spricht und sucht es doch das eigene Ich, den eigenen Lebensweg. Was mir an diesem Buch gefallen hat ist die Leichtigkeit der Melancholie, die gerade in diesem Werk hervortritt.
Hesse kann ich auch sehr gut Teenagern empfehlen (es muss ja nicht immer Stephen King sein :hihi ). Es scheint mir jedenfalls, dass Hesse gerade diese Alterskategorie mit seinen Büchern unterstützen will auf der Suche nach dem eigenen Weg.
Man sollte diesem Manne einen Augenblick Zeit schenken. Er kann einen eine Menge Dinge zeigen. ;)
Mr. KnowItAll
02.08.2002, 20:09
x
Danke, ihr drei:)
Zu Sachas Empfehlung:
http://images-eu.amazon.com/images/P/3518398717.03.LZZZZZZZ.jpgSonderausgabe. Erzählung.
25 Kunden- Rezensionen
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von Hermann Hesse, Thomas Mann, Anni Carlsson (Herausgeber), Volker Michels (Herausgeber)
Amazon-Kurzbeschreibung
Thomas Mann: von weltläufiger Eleganz, virtuos, extrovertiert und stets auf Repräsentation bedacht; Hermann Hesse: öffentlichkeitsscheu und introvertierter Outsider. Enzyklopädist und Leistungsethiker der eine, Lyriker, Maler und asketischer Moralist der andere. Auf welche Weise diese so unterschiedlichen Charaktere zusammenfanden, ist eines der Themen dieses Briefgesprächs, ein anderes ist ihr voneinander abweichendes, doch höchst aufschlußreiches Verhältnis zur Musik und nicht zuletzt ihr Leiden an Deutschland, das Hesse bereits 1912, Thomas Mann 1933 bewogen hat, die Heimat zu verlassen.
Die Korrespondenz der beiden Literaturnobelpreisträger erscheint nun in erweiterter Auflage mit neu aufgefundenen Briefen und unbekanntem Bildmaterial. Überdies konnten für den Kommentar erstmals auch die zahlreichen Notate in Thomas Manns Tagebüchern sowie Hesses öffentliche und private Äußerungen über den Kollegen aus seinen Publikationen und Briefen berücksichtigt werden.
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Aus einer Kundenrezension:
Korrespondenz zweier Schöngeister
Dieser Briefwechsel ist ein Lesevergnügen, dem man sich an einem Stück hingeben möchte, das man aber besser brief- und tageweise genießen sollte. ....
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Amazon- Kurzbeschreibung
Die Geschichte einer hawaiischen Familie. Sie beginnt im 19. Jahrhundert mit der schicksalhaften Begegnung zwischen einem gestrandeten, einäugigen Seemann aus Amerika und einer tahitischen Prinzessin, die ihr Elternhaus verlassen hat. Das Ende findet im Hawaii der Gegenwart statt, als vier Cousinen, die das Schicksal in alle Himmelsrichtungen verstreut hatte, auf die Insel ihrer Vorfahren zurückkehren. "Ein Frauenepos von gewaltiger erzählerischer Kraft." (Isabel Allende.)
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Überschriften der Kundenrezensionen:
- "DAS" Buch
- haifischfrauen ist ein buch, das
- Ein Buch ,das vergessen lässt, das es ein Buch ist
- mitreissender Roman über den Kampf um Anerkennung
Hermann Hesse: Der Steppenwolf
Klappentext:
Der erstmals 1927 erschienene Roman 'Der Steppenwolft' ist dasjenige Buch Hermann Hesses, das die internationale Renaisssance seines Autors ausgelost hat. Schon 1927 schrieb Kurt Pinthus: "Ich lese dien STeppenwolf, dies unbarmherzigste und seelenzerwühlendste aller Bekenntnisbücher, düsterer und wilder als Rousseaus Confessions, die grausamste Geburtstagsfeier, die je ein Dichter selbst zelebrierte."
"Es handelt sich um einen Anarchisten, der voll rasender Wut auf dieses falsch dastehende Dasein Warenhäuser und Kathedralen zerschlagen und der bürgerlichen Weldordnung das Gesicht ins Genick drehen möchte. Es handelt sich um einen Revolutionär des Ichs ... Der Steppenwolf ist eine Dichtung des gegenbürgerlichen Mutes"
Alfred Wolfenstein
"Harry Haller ist in das kulturlose und unmenschliche Inferno unserer prunkenden und lärmenden Gegenwart vorgedrungen und steht mit seinem Begriff von Menschenwert ... einsam außerhalb der burgerlichen Gesellschaft. Seine Sehnsucht kennt eine unerreichbare Wirklichkeit: seine Verzweiflung treibt ihn zuweilen in die erreichbare andere zurü+ck. Lust und Enttäuschung ihres Daseins führen in seinem Herzen und Hiern einen Kampf, an dem die Zivilisation Europas mit ihrem ganzen Bestande und Befunde teilnimmt.
Hesse moralisierte nicht, sondern er räumte auf, nicht bei Nachbarn und Feinden, sondern bei sich selbst - und eben dadurch in der Nachbarschaft und Fremde."
Oskar Loerke
"Ist es nötig zu sagen, daß der 'Steppenwolf' ein Romanwerk ist, das an experimenteller Gewagtheit dem 'Ulysses' den Faux 'Monnayeurs' nicht nachsteht? Der 'Stepenwolf' hat mich seit langem zum erstenmal wieder gelehrt, was Lesen heißt."
Thomas Mann
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Was soll ich diesen Worten noch hinzufügen? Mit dem Steppenwolf (was in den 70er ein absolutes Muß unter den sog. intellektuellen Revoluzzern war ;) ) schuf Hesse ein Werk welches insbesondere sein introvertiertes, gegen die gesellschaftliche Ordnung gerichtetes Wesen offenbarte. Nach einigen Hesse-Büchern bin ich der Meinung, dass er ohne es zu wissen ein sozialer (wie man heute sagen würde) Querdenker war. Daran ist er persönlich gescheitert. (Gescheitert? Ich glaube ja.) Kein anderes Buch zeigt offener seine Hilflosigkeit und sein Leid, welches die bestehende Ordnung in ihm auslöst.
Ich möchte darauf hinweisen, dass Hesse wirklich nicht schwer zu lesen ist. Wenn man einmal seine Schreibmelodie verstanden hat, kann man nicht mehr aufhören zu lesen. Man sollte aber schon bereit sein, über das Geschriebene nachzudenken. Hesse fordert seine Zeit, die man ihm unbedingt geben sollte. Es lohnt sich.
Durchschnittliche Kundenbewertung: **** bis *****
Überschriften der 32 Amazon-Kundenrezensionen,
bzw. Anfänge derselben aus der letzten Zeit:
- Überlebenskampf in unserer modernen Welt -keine leichte Kost,
- Nicht mehr losgelassen
Das Buch hat mich seit ich es vor etlichen Jahren las nicht mehr losgelassen. Es ist und bleibt mein absoluter Favorit. ...
- Join The Steppenwolf
Ich habe selten ein gelungeres Buch als dieses gelesen! ...
- Der Steppenwolf
Nie hat ein Mensch ein fieferes, leidenschaftlicheres Bedürfnis nach Unabhängigkeit gehabt als er. In seiner Jugendzeit, ....
- Schwierig, packend, genial
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Rezension aus der Amazon.de-Redaktion
Bei einem Jahreseinkommen von jenseits der 25 Millionen Dollar mutet es ein wenig merkwürdig an, wenn alle Welt davon spricht, John Grisham würde mit dem vorliegenden Roman ein Risiko eingehen. Dennoch ist es erfreulich, dass ein Autor, der sich ausschließlich auf Justizthriller eingeschossen hat, einmal andere Wege geht. Noch erfreulicher ist es, dass bei einem solchen Ausflug in fremde Gefilde ein tolles Buch herausgekommen ist.
Die Farm spielt im Jahre 1952 im nordöstlichen Arkansas und ist weit gehend aus der Sicht des siebenjährigen Luke Chandler erzählt. Luke gehört zu einer Familie hart arbeitender Baumwollfarmer, deren Welt von den Jahreszeiten, dem Wetter und den zu erwartenden Ernteerträgen bestimmt wird. Mit neugierigen Kinderaugen begutachtet er das Leben der Erwachsenen, an dem er in einem für Stadtbewohner ungewohnten Maß teil hat: Während der Haupterntezeit ackert er -- wie alle Familienmitglieder -- acht Stunden auf dem Feld. Dabei wird er auch mit den Hilfsarbeitern konfrontiert, die den Farmern zur Seite stehen und vorübergehend auf dem Hof und in der Scheune wohnen. Als er schließlich Zeuge eines Gewaltverbrechens wird, muss er eine schwierige Entscheidung treffen.
Auch wenn Die Farm mit einer spannenden, gut strukturierten Handlung aufwartet, dürften sich die meisten Grisham-Fans schon nach den ersten Seiten die Augen reiben: Nirgendwo ein Gerichtssaal oder eine Anwaltskanzlei in Sicht! Der Star-Autor hat sich seiner eigenen Jugend erinnert und einen Roman geschrieben, der zwar einige Klischees über das harte, aber glückliche Leben auf dem Lande kolportiert, dafür aber auf jegliche Übertreibungen verzichtet. Wer hätte ihm einen realistischen Entwicklungsroman zugetraut? Dass Grisham nicht auf dem Niveau eines John Steinbeck erzählt, versteht sich von selbst. Aber er hat weit mehr zu bieten als Krimidramaturgie und Großstadtgeplänkel. Wie gesagt: eine erfreuliche Überraschung. --Felix Darwin
Kurzbeschreibung
In der staubigen Hitze von Arkansas wird ein neugieriger Siebenjähriger plötzlich mit den harten Realitäten des Lebens konfrontiert. Während Luke noch von Baseball träumt und heimlich die Erwachsenen belauscht, gerät er unvermutet in ein Drama um Liebe und Tod, in dem er selbst eine entscheidende Rolle spielt.
Autorenportrait
John Grisham, geboren 1955, ist einer der meistgelesenen Bestseller-Autoren weltweit. Er war Abgeordneter im Parlament des US-Staates Mississippi und führte lange Jahre eine eigene Anwaltskanzlei, bis er sich seit Mitte der Achtzigerjahre ganz dem Schreiben widmete. Er lebt mit seiner Familie in Virginia und Mississippi
dontpanic_2000
03.08.2002, 13:31
Was zum Schmökern: "Tatham Mound" von Piers Anthony
Story: Man wird als Leser mitgenommen auf eine Reise durch das bewegte Leben eines Indianers im Süden der heutigen USA - zu einer Zeit, da die spanischen Eroberer sich gerade aufmachen, die seit Jahrhunderten im Einklang mit der Natur funktionierenden Sozialsysteme der Indianer zu zerstören.
>> Man erfährt vieles über die indianischen Kulturen abseits der üblichen Klischees, über ihr Alltagsleben, ihr Verständnis von Mensch und Natur - alles verpackt in einen spannenden Handlungsrahmen. :)
:)
DP
Jim Knopf
03.08.2002, 18:45
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"A storm struck on the night Laura Shane was born, and there was a strangeness about the weather that people would remember for years. Even more mysterious was the blond-haired stranger who appeared out of nowhere again and again to save Laura from tragedy. But was he the guardian angel he seemed?"
Das Buch ist eine Mischung aus Science-Fiction und Horror, allerdings bleiben Science-Ficiton und Horror im "logischen" Rahmen. :)
Bei näherem Interesse einfach mal die Rezensionen durchlesen. Stimmen mit meinem Urteil überein.
Grüsse,
Jim Kn:)pf
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Beginn einer Kundenrezension:
Das Schicksal ist immer bestrebt
...die ursprüngliche Linie beizubehalten, sagt der geheimnisvolle Fremde, der Laura mehrmals das Leben rettet. Es dauert lange, bis das junge Mädchen versteht, was er damit meint und noch länger, bis sie mit den Folgen leben kann. ...
Danke für deinen Beitrag, Jim Knopf.
Klingt spannend für Liebhaber dieser Kategorie!:)
Eliska:)
Jim Knopf
03.08.2002, 19:21
zu "Lightning":
das mit dem Schicksal stimmt und zieht sich in schöner Regelmäßigkeit durch das Buch. Hatte ich ganz vergessen.
Ergebnis: Es wird nie spannend. Letztlich geht es immer um die gleiche Sache (er rettet sie, soweit er kann), aber das wie, wo und warum wechseln sich in mannigfaltiger Manier ab.
Ebenfalls interessant fand ich "Timeline" von Michael Crichton. Die (deutschen) Rezensionen fallen leider nicht so gut aus. Aber mir hat's gefallen.
Kann jemand eventuell Empfehlungen zum Thema "Historienromanen" abgeben? Realer geschichtlicher Hintergrund, vor dem eine interessante Story erzählt wird und mir so die ansonsten trockenen geschichtlichen Fakten näherbringt.
Beispiel:
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Klappentext
Das Heldenepos vom Kampf um die Perle am Hellespont, farbenprächtig neu erzählt von Colleen McCullough, Autorin des Weltbestsellers »Die Dornenvögel«
persönliche Meinung:
Ich wollte es gar nicht zu Ende lesen, da mir die Trojaner während des gesamten Buches mehr zugesagt haben als die Griechen, aber bekanntlich Troja untergegangen ist.
Grüsse,
Jim Kn:)pf
gebundene Ausgabe s.o.:
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Sondereinband - viel billiger:
[url=http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3442357144/stockchannelnetg] (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3570002179/stockchannelnetg)
Kurzbeschreibung der Amazon.de-Redaktion
Troja - ein Zauberwort aus ferner Vergangenheit, das noch heute die Phantasie beflügelt. Seit Jahrtausenden erzählt Homers Lied vom Aufbruch der griechischen Helden nach Troja, wo sie die Ehre der schönen Helena wiederherstellen wollten, erzählt von ihrer zehnjährigen Belagerung der Stadt und ihrem Sieg durch eine List. Doch der Kampf um Troja ist mehr als blutiges Schlachtengetümmel und Heldenromantik. Troja ist bis heute ein Symbol für Liebe, die auf dem Schlachtfeld der Ehre grausame Niederlagen erdulden muss. Colleen McCullough befasst sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit der Geschichte der Antike. In zahlreichen Romanen hat sie Menschen aus jener fernen Epoche lebendig werden lassen. Auch im "Lied von Troja" verbindet sie in ihrer unnachahmlichen Weise akribische Recherche mit lebhafter Fantasie, sodass man die Helden der Geschichte alle vor sich sieht: den entschlossenen Agamemnon, den todesmutigen Achilles und die verführerische Helena, den mutigen Hektor, die wilde Penthesilea und die warnende Kassandra in der Schicksalsschlacht vor Troja.
Autorenporträt
Colleen McCullough, geboren im neuseeländischen Wellington, hat mit der Familiensaga "Die Dornenvögel" einen der international erfolgreichsten Romane der letzten Jahrzehnte geschrieben. Auch ihre späteren Bücher wurden Bestseller. Sie lebt heute abgeschieden auf der kleinen Insel Norfolk Island im Südpazifik.
4 Kundenrezensionen
...gelesen hast, dann wird´s Zeit! :D
Mich hat es Nächte gekostet...., ich brachte es nicht fertig, das Licht zu löschen.1 100 Seiten!!!
Meinem Mann war es zu realistisch - es spielt in einer sehr harten Zeit und ist so geschrieben, dass man in diese Zeit eintaucht.
Mir ging es jedensfalls so.
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Kurzbeschreibung
England, 1123 - 1173.
Eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Krone und Adel, Klerus und Volk. Der junge Prior Philip träumt von einem Zeichen des Friedens, einer gotischen Kathedrale.
Doch bis dieser kühne Traum Wirklichkeit geworden ist und in Kingsbridge das großartige Gotteshaus endlich emporragt, müssen der Klosterherr, sein Baumeister Tom und die Grafentochter Aliena sich in einem Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Widersacher behaupten.
Über den Autor
Ken Follett war erst siebenundzwanzig, als er den Thriller "Die Nadel" schrieb, der sowohl zu einem internationalen Bestseller als auch zu einem großen Kinofilm wurde. Zuvor war der Autor nach dem Studium der Philosophie am University College London, als Zeitungsreporter und Verlagsmitarbeiter tätig. Er hat seitdem neun weitere Bestseller geschrieben, darunter den Welterfolg "Die Säulen der Erde", gefolgt von Romanen wie "Die Pfeiler der Macht", "Der dritte Zwilling" und "Das zweite Gedächtnis". Ken Follett lebt mit seiner Frau Barbara, die seit 1997 als Abgeordnete der Labour Party dem britischen Unterhaus angehört, und ihren Kindern in Chelsea, London, und Stevenage, Hertfordshire.
Durchschnittliche Kundenbewertung: eher ***** als ****
Einige Überschriften von Kundenrezensionen:
- Ein historischer Roman der Extraklasse!
- Suchtgefahr bestätigt
- Es war absolut fesselnd
- Historienhaft genial
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Rezension aus der Amazon.de-Redaktion
Ein hübsches Gedankenspiel: Hätte einer unserer Urahnen vor 500 Jahren ein paar Florin angelegt, könnten wir heute dank Zins und Zinseszins ein Vermögen einstreichen, das für mehr als ein sorgenfreies Leben ausreichen würde. Für John Fontanelli, den armen Schustersohn aus New York, wird dieser Traum Wirklichkeit: Am 23. April 1995 erfährt er, dass sein Vorfahre Giacomo Fontanelli ihm, dem derzeit jüngsten Fontanelli-Spross, über Eine Billion Dollar hinterlassen hat. Gestern fuhr John noch Pizza aus, heute ist er reicher als die zweihundert reichsten Menschen der Welt zusammen. Und trotzdem nicht glücklich.
Denn die Sache hat -- wie kann es anders sein -- einen Haken. In seinem Testament berichtet Giacomo Fontanelli von einer Vision. Sein Erbe soll dank des Vermögens den Menschen ihre verlorene Zukunft zurückgeben. Für John eine drückende Verantwortung: Er, ein Ex-Pizzalieferant, als Retter der Menschheit?
Da meldet sich ein mysteriöser Fremder und behauptet zu wissen, wie die Prophezeiung erfüllt werden kann.
Ein genialer Plot, schwäbisch gründliche Recherche plus grundsolide Schreibe -- mit diesen Zutaten überzeugte der Stuttgarter Autor Andreas Eschbach bereits in seinem Thriller Das Jesus-Video. Sein Roman Eine Billion Dollar funktioniert nach dem gleichen Erfolgsrezept. Über fünf Jahre arbeitete Eschbach an dem Mammutwerk, las sich durch nahezu alle Standardwerke der Ökologie, Volkswirtschaft, Bevölkerungspolitik und Zukunftsforschung und sorgte dafür, dass selbst Details wie die New Yorker Wetterlage am 23. April 1995 stimmen. Das ist schön für jeden Genauigkeitsfanatiker, aber eine leichte Lesebremse für alle, denen es vor allem um eine gut erzählte Story geht. Denn sein Wissen will Eschbach natürlich unterbringen, was den Spannungsbogen mitunter durchhängen lässt und wie die mahnenden Worte eines zwar engagierten, aber doch etwas ehrpusseligen Studienrates herüberkommt. Doch wer auf der Suche nach einem Thriller ist, der nicht nur unterhält, sondern auch schlauer macht, ist bei Eschbach goldrichtig. --Beate Strobel
Umschlagtext
John Salvatore Fontanelli, Sohn eines armen New Yorker Schuhmachers italienischer Abstammung, erbt unerwartet ein Vermögen, das ein entfernter Vorfahr, ein florentinischer Kaufmann, im 16.Jahrhundert hinterlassen hat - ein Vermögen, das in fast 500 Jahren durch Zins und Zinseszins auf über eine Billion Dollar angewachsen ist!
Der Erbe dieses Vermögens, verheißt das Testament, werde einst der Menschheit die verlorener Zukunft wiedergeben...
Der Autor:
Ein Roman über Geld. Viel Geld. Über alles Geld der Welt.
Hätte einer Ihrer Vorfahren vor fünfhundert Jahren ein paar tausend Mark mit einem bescheidenen Zins für Sie angelegt, würden Sie heute ein unvorstellbar großes Vermögen erben, das einfach durch Zins und Zinseszins entstanden ist. Die Grundidee meines Romans ist, DASS DAS EINMAL JEMAND TATSÄCHLICH GETAN HAT. Doch es gibt einen Grund dafür: eine geheimnisvolle Vision, eine rätselvolle Propehezeiung. Der Held des Buches, über Nacht zum reichsten Mann aller Zeiten geworden, sieht sich konfrontiert mit der Frage, was Geld eigentlich in Wirklichkeit ist - und die Antworten darauf sind mehr als überraschend...
Über den Autor
Andreas Eschbach, geboren 1959in Ulm, studierte Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Software-Entwickler. Als Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung "für schriftstellerisch hoch begabten Nachwuchs" schrieb er seinen ersten Roman, der 1995 erschien. Bekannt wurde er vor allem durch den Thriller Das Jesus Video (1998), der in der Taschenbuchausgabe zum Bestseller wurde. Andreas Eschbach lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in der Nähe von Stuttgart.
Durchschnittliche Kundenbewertung: ****
Anzahl der Rezensionen: 31
Hier ist noch einer, der mich fasziniert hat:
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Rezensionen aus der Amazon.de-Redaktion
Eines haben sie beide gemeinsam: Sie entführen uns in eine von 'christlich'-religiösen Spitzfindigkeiten zerriebene Epoche, zwischen deren Mühlsteinen mehr Menschen das Leben ausgequetscht wurde, als es die Augusti und Caesaren der ersten 4 Jahrhunderte n.Chr. mit ihren Christenverfolgungen vermocht hätten. Den Bewertungen zu Eccos Millionenseller Der Name der Rose ist nichts weiter hinzufügen. Außerdem hat Noah Gordon seinen Roman Der Medicus ganz anders aufgebaut.
1021 hatte der 9-jährige Robert (Rob) Jeremy Cole Glück im Unglück.
Da Rob zwar essen, aber noch nicht so hart arbeiten konnte wie ein Erwachsener, wäre er nach dem Tode seiner Eltern wohl als 'Unfreier' verkauft worden, wenn nicht der durch London reisende Henry Croft ihm die zwar ungewisse, aber gerade deswegen immer noch beschütztere Zukunft eines Baderlehrlings angeboten hätte.
Zusammen vollführten sie dann eine standesgemäße Gratwanderung, denn machten sie ihre Arbeit zu gut, mussten sie schnell fliehen. Dem Klerus war die 'Ärzteschaft' sowieso ein Dorn im Auge, griff sie doch ständig in den 'Willen Gottes' und damit in dessen schwarzbemäntelte Machtbefugnis ein.
Rob wollte noch mehr von der Heilkunst lernen, zuoft waren er und der Bader an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gestoßen. Bei einem 'chirurgus' oder einem 'richtigen' medicus in die Lehre zu gehen, war aber sinnlos, da diese, außer von den Honorarforderungen, zumeist noch weniger vom Heilen wußten, als der alte Bader.
Als dieser nun, der ihm zuletzt ein gleichberechtigter Partner war, stirbt, setzt Rob einen verwegenen Plan in die Tat um, und erreicht schließlich sein Ziel, über den Tellerrand seiner englisch-christlichen Kollegen zu schauen.
Von London bis Isfahan in Persien und zurück breitet Noah Gordon seine Bühne aus. In der Begegnung Robs 'mit dem kleinen Manne auf der Straße' -- sei es nun Christ, Jude oder Muslim -- zeichnet Gordon deren jeweiligen Eigenheiten und Größe sowie den sie beeinflußenden, allumfassenden Irrwitz machtpolitisch-religiöser Interessen auf, der die meisten in ihren gewohnten Nicht-Denkschemata gefangen hält.
Vor diesem Buch muss gewarnt werden.
Noah Gordon erzählt so fesselnd, dass einem schon mal beim 'Zwischendurchlesen' die Milch anbrennt.
Vom Zeitgeist unabhängig hält Der Medicus ein weiteres nachwievor notwendiges P1ädoyer der Toleranz. --Ulrich Karger
Kurzbeschreibung
Vor der schillernden farbenprächtigen Kulisse des europäischen und orientalischen Mittelalters erzählt der Autor die Geschichte des jungen Rob Jeremy Cole. Als Schüler eines fahrenden Baders erwirbt er sich Grundkenntnisse der Heilkunst, h÷rt von seinem Lehrmeister von einer berühmten medizinischen Akademie im fernen Persien und begibt sich auf die abenteuerliche Reise in den Orient, um dort die begehrte Wissenschaft zu erlernen und ein anerkannter Medicus zu werden.
Autorenporträt
Noah Gordon wurde 1926 in Massachusetts geboren. Nach dem Studium wandte er sich dem Journalismus zu und arbeitete als wissenschaftlicher Redakteur beim Bostoner "Herald". Er hat drei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Frau in Brookline, Massachusetts
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****, aber auch mal **!
88 Kundenrezensionen, es lohnt sich dort mal hineinzuschauen.
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Rezensionen
Kurzbeschreibung
Daß er in den Mauern der prächtigen Benediktinerabtei an den Hängen des Apennin das Echo eines verschollenen Lachens hören würde, das hell und klassisch herüberklingt aus der Antike, damit hat der englische Franziskanermönch William von Baskerville nicht gerechnet.
Zusammen mit Adson von Melk, seinem etwas tumben, jugendlichen Adlatus, ist er in einer höchst delikaten politischen Mission unterwegs. Doch in den sieben Tagen ihres Aufenthalts werden die beiden mit kriminellen Ereignissen und drastischen Versuchungen konfrontiert: Ein Mönch ist im Schweineblutbottich ertrunken, ein anderer aus dem Fenster gesprungen, ein dritter wird tot im Badehaus gefunden.
Aber nicht umsonst stand William lange Jahre im Dienste der heiligen Inquisition. Das Untersuchungsfieber packt ihn. Er sammelt Indizien, entziffert magische Zeichen, entschlüsselt Manuskripte und dringt immer tiefer in ein geheimnisvolles Labyrinth vor, über das der blinde Seher Jorge von Burgos wacht ...
Der Verlag über das Buch
Der Name der Rose, einer der größten literarischen Erfolge der letzten Jahrzehnte, ist zugleich historischer Roman, heimtückische Kriminalgeschichte und ein unterhaltsames Gelächter über die Schlechtigkeit der Welt.
Im Jahre 1327 kommt Bruder William von Baskerville in eine Abtei im Apennin, um ein Treffen zwischen den ketzerischen Minoriten und Abgesandten des Papstes zu organisieren. Er und sein Gehilfe werden jedoch bald mit allerlei wunderlichen Ereignissen konfrontiert; mehrere Mönche kommen auf befremdliche Art ums Leben.
William untersucht geheime Schriften, findet ein gespenstisches Labyrinth und schließlich den Mörder – jedoch zu spät, um die Abtei zu retten.
Ecos Welterfolg wurde 1986 verfilmt.
Autorenportrait
Umberto Eco wurde 1932 in Alessandria geboren und lebt heute in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet er Semiotik in Bologna.
Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den Premio Strega (1981) und wurde 1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt.
Er verfaßte zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters. Seine Romane 'Der Name der Rose' und 'Das Foucaultsche Pendel' sind Welterfolge geworden.
Auszug
Erster Tag SEXTA
Worin Adson das Kirchenpokal bewundert und William seinem alten Freund Ubertin von Casale wiederbegegnet.
Die Kirche war nicht majestätisch wie andere, die ich später in Straßburg, in Chartres, in Bamberg oder auch in Paris sehen sollte. Sie glich eher denen, die ich bereits an verschiedenen Orten in Italien gesehen, Kirchen von gedrungener Bauart, die nicht unbedingt hoch hinaus wollten, nicht schwindelerregend gen Himmel stürmten, sondern fest auf der Erde standen, oft breiter als hoch; nur daß diese auf einer ersten Höhe überragt wurde, gleich einem Felsen, von einer Reihe quadratischer Zinnen, hinter welchen sich auf dieser ersten Höhe ein zweiter Bau erhob, weniger ein Turm als eine solide zweite Kirche, gekrönt von einem steilen Dach und die Mauern durchbrochen von schmalen, schmucklosen Fenstern.
Eine robuste Abteikirche also, wie unsere Vorfahren sie zu bauen pflegten in der Provence und im Languedoc, fern den Kühnheiten und übertriebenen Schnörkeln des modernen Stils, und erst in neuerer Zeit, wie mir schien, hatte man sie über dem Chor mit einem kühn zum Himmelsgewölbe emporweisenden Dachreiter verziert.
Der Eingang, flankiert von zwei schlanken und nüchternen Säulen, erschien von weitem wie ein einziger großer Bogen; beim Näherkommen sah ich jedoch, daß hinter den Säulen zwei mächtige Gewände begannen, die, überwölbt von weiteren und vielfältigen Bögen, eine tiefe Vorhalle bildeten und den Blick wie ins Innere einer Höhle zum eigentlichen Portal leiteten, das im Halbdunkel erkennbar wurde. Beherrscht von einem mächtigen Tympanon, einem halbkreisförmigen Giebelfeld voller Figuren, das rechts und links auf zwei Torpfosten ruhte und in der Mitte auf einem behauenen Pfeiler, der den Eingang in zwei Öffnungen teilte, war es bewehrt mit Türflügeln aus metallbeschlagenem Eichenholz.
Durchschnittliche Kundenbewertung: meisten *****
33 Kundenrezensionen!
Ab und zu liegt bei mir auch ein Lese-Buch auf dem Nachttisch (wenn ich die Bildbände mal wegräume) .... :cool:
Philippe Djian --- Matador (Diogenes)
Kurzbeschreibung (Einband):
Victor Sarramanga, Großgrundbesitzer in einem nicht näher bezeichneten Land in Südamerika, herrscht über sein Land und über seine Angestellten und über Frau, Kinder und Enkelkinder mit der eisenern Faust eines alten "patrón". Der 18-jährige Mani liebt und fürchtet seinen Großvater gleichermaßen, der mittels regelmäßigen Stierkampfbesuchen versucht, aus Mani einen "echten Kerl" zu machen. Mani hat von Kindesbeinen an gelernt, dass jeder Widerstand gegen den Großvater mit brutaler Gewalt gebrochen wird, der Alte beherrscht das Spiel mit Zuckerbrot und Peitsche perfekt. Doch eines Tages taucht Vito auf, eine alte Jugendliebe von Manis Mutter. Vito wurde vor vielen Jahren von Victor Sarramanga in die Flucht geschlagen, weil der Alte gegen die unstandesgemäße Verbindung war. Nun, zwanzig Jahre später, hat Ethel ihren Vito doch noch geheiratet. Der Alte, der das auch jetzt noch nicht dulden will, versucht Vito zu vernichten. Mani gerät zwischen die Fronten und muss schneller erwachsen werden, als ihm lieb ist...
"Djian Sprache und Rhythmus verschlagen einem den Atem und ziehen einen in die Geschichten, als wäre Literatur nicht Folge, sondern Strudel..." (Göttinger Woche)
"Djian schreibt glasklar und in einem Tempo, dem ältere Herren wie Grass und Walser schon längst durch Herzinfarkt erlegen wären." (Plärrer, Nürnberg)
"Die Puristen mögen getrost grinsen; morgen werden die Schulkinder, sofern sie dann noch lesen, bei Djian lernen, was viele der besten jungen Autoren längst von ihm erhalten haben: eine Lektion in Stilkunde." (Pierre Le Pape)
"Djian versteht es, Stories zu erzählen, die die Wut eines Kinnhakens und zugleich die sanfte Gleichgültigkeit eines naturgemäßen Ablaufs aufweisen, der nicht zu ändern ist." (R. Altenhofer, Hessischer Rundfunk)
--- Ein Buch über den Kampf zwischen jung und alt, so dramatisch, aber auch so gewalttätig, wie eine Corrida ---
Lisa :)
Hier noch etwas zusätzlicher Appetizer, obwohl eigentlich nicht mehr erforderlich:
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Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Die Überschriften der Leserrezensionen:
- Das ist es!
- Typisch Djian
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Rezension aus der Amazon.de-Redaktion
Die Kindheit nicht verschulen! -- Diese Forderung veränderte in den letzten Jahren die Kindergärten und bereicherte sie durch Rückzugsecken mit Klangmulden, Duftkojen und Hängematten. Doch wo bleiben Schreibecken und Werkbänke, fragt sich Donata Elschenbroich, die am Deutschen Jugendinstitut auf dem Gebiet der international vergleichenden Kindheitsfoschung arbeitet. Denn gerade in den ersten Lebensjahren ist der Entdeckerdrang und die Begeisterung fürs Lernen besonders ausgeprägt.
"Um uns in der Welt schrittweise einquartieren zu können, sind wir darauf angewiesen, dass man sie uns zeigt", schreibt die Autorin in ihrem Buch Weltwissen Siebenjähriger. Doch was sollen Eltern ihren Kindern in den ersten Lebensjahren vermitteln, mit was sollen sie in Berührung kommen? Diese Frage stellte Donata Elschenbroich zwischen 1996 und 1999 Menschen jeden Alters, aller Schichten und Bildungshintergründe: "die eigene Anwesenheit als positiven Beitrag erleben, einen Schneemann bauen, in einer anderen Familie übernachten" sind nur einige Erfahrungen, die Siebenjährige der Umfrage zufolge gemacht haben sollten.
"Wissen, das sind ebenso Erinnerungsspuren des Kindes, Routinen, Zweifel, offene Fragen, intelligentes Raten. Auch entscheiden zu können: das interessiert mich jetzt nicht. Wissen heißt nicht, über etwas viel reden, sondern etwas tun können", erklärt die Autorin. So geht sie in ihrem Buch auch auf das Kind als Lebens-Unternehmer ein, als Forscher, Sammler, Erfinder und wirft einen Blick auf beispielhafte Initiativen in anderen Ländern.
Das Buch bietet keine Patentrezepte oder Checklisten, welches Wissen Kindern vermittelt werden sollte. "Im Kind die Kraft zu bestärken, sein eigener Lehrer zu sein, darum geht es", so die Autorin. Donata Elschenbroich gibt daher Anregungen, das Kind bestmöglich zu fördern und ihm wichtige Erfahrungen nahe zu bringen -- Inspirationen für Eltern, die sich gezielter mit der frühkindlichen Erfahrungswelt beschäftigen möchten. --Gabriele Hilchenbach
Kurzbeschreibung
Was sollte ein Kind in seinen ersten sieben Lebensjahren erfahren haben, können, wissen? Womit sollte es zumindest in Berührung gekommen sein? Donata Elschenbroich hat über Jahre in einer großangelegten Studie Menschen aller Schichten, jeden Alters und verschiedenster Bildungshintergründe befragt. Ausgangs- und Zielpunkt der vielstimmigen Recherche: eine Wunschliste für "Weltwissen", die lebenspraktische, soziale, motorische Fähigkeiten und Erfahrungen ebenso umgreift wie kognitive und ästhetische Angebote. Nicht um einen Lernzielkatalog, eine Checkliste abzuprüfender Fähigkeiten geht es hier, wohl aber um ein Panorama von Bildungserlebnissen, die wir Erwachsenen - Eltern, Erzieher, Nachbarn, Politiker - Kindern in den frühen Jahren schulden. Donata Elschenbroich bietet eine Fülle von Anregungen, wie sich Weltwissen im Alltag für und mit unseren Kindern entwickeln lässt - ein Spiel mit offenem Ende, dessen Gewinner wir alle sind.
Über den Autor
Donata Elschenbroich studierte Literaturwissenschaft und Musik in München und London und promovierte 1977 mit einer Arbeit zur Kulturgeschichte der Kindheit. Am Deutschen Jugendinstitut arbeitet sie auf dem Gebiet der international vergleichenden Kindheitsforschung und publizierte insbesondere zu Kindheit und Erziehung in Japan. Daneben produzierte sie zusammen mit dem Dokumentarfilmer Otto Schweitzer mehrere Filme zum Thema Bildung in frühen Jahren. Donata Elschenbroich hat drei erwachsene Kinder und lebt in Frankfurt a.M.
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Überschriften von Kunden-Rezensionen:
- Jeder der Kinder verstehen will muss dieses Buch lesen.
- Pflichtlektüre für Eltern und Erzieher, auch für Professoren
- Dieses Buch macht durstig auf ein Leben mit Kindern.
- Motiviert, neue Wege in der Erziehung zu beschreiten
- Ein Aufruf unsere Erziehungsleitbilder zu überdenken
Schorsch
05.08.2002, 00:21
Hallo Eliska,
Hast Du es schon in Deiner Sammlung? Die Möwe Jonathan von Richard Bach muß mit, glaub ich. Vielleicht auch für Kinder, weiß nicht genau.
Gruß
Schorsch
Danke, Schorsch, eine gute Idee :)
In manchen Rezensionen wird sie mit dem Kleinen Prinzen verglichen!
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Rezension aus der Amazon.de-Redaktion
Richard Bach ist einer der meistgelesenen neuzeitlichen Schriftsteller der USA. Seine zahlreichen Bücher sind in allen möglichen Sprachen erschienen und ausnahmslos Bestseller. Wer auch nur Eines gelesen hat, weiß, warum. Bach schreibt mit Liebe, Humor und aus Erfahrung. Trotzdem ist er kein Lehrmeister -- eher der wohlmeinende Freund an der Tür des Kranken. Einmal hereingelassen, bringt er Mut, Inspiration und Hoffnung.
Schon sowas wie ein Kultbuch, Die Möwe Jonathan handelt von Freiheit, von Selbstverwirklichung, vom Leben selbst. Ein kurzweiliger Schmöker, dessen Tiefe nur begrenzt wird, von der Vorstellungskraft und Offenheit des Lesers selbst.
Wer seine Wochenenden gern mit Heidegger und Dostojewski verbringt, oder sich für Stunden in Fachliteratur verlieren kann: Hände weg, das bringt's nicht!
Aber wer gern mal mit leichter, nahezu poetischer Lektüre entspannt, wer mit dem Herzen liest, wer gern mit den Möwen über die unendlichen Weiten sanfter Wellen und steiler Klippen seine aerobatischen Kunststücke vollbringen möchte: Mit dem Kissen im Rücken auf's Sofa, anschnallen, und mit beiden Händen das Buch fest umschlingen!
Jonathan ist keine gewöhnliche Möwe. Er nimmt einfach nichts für selbstverständlich hin, es genügt ihm nicht, wie alle Anderen seine fliegerischen Fähigkeiten nur zum Fischen einzusetzen. Jonathan ist verliebt ins Fliegen und in die Freiheit. Er ist besessen von dem Willen, das Beste aus sich herauszuholen, und Nichts und Niemand kann ihn aufhalten.
Er ist neugierig, will alles erfahren, alles versuchen, alles verstehen -- selbst wenn es bedeutet, aus dem Kreise seiner Gemeinschaft und seiner Familie verbannt zu werden. In seiner Bescheidenheit, seiner Einfachheit und seiner Tiefe ist Jonathan dem kleinen Prinzen nicht unähnlich, obwohl seine Botschaft nicht ganz so global, nicht ganz so welterschütternd ist. Auch an Hesses Siddartha habe ich mich ein wenig erinnert gefühlt.
Jonathan ist ein Aufruf zur Initiative, eine Botschaft an Alle, die ihre Träume und Sehnsüchte noch nicht völlig in die Hand der Hamburg-Mannheimer gelegt haben. Selbstverwirklichung, der Mut dazu, dem Herzen zu folgen und einfach das zu tun, was wirklich befriedigt. Wer Jonathan liest, wird es entweder lieben oder hassen. Aber Millionenauflagen, und die Tatsache, daß viele Leser dieses Buches nach weiteren Werken von Richard Bach verlangen, ist ein Beweis dafür, daß Jonathan in vielen von uns steckt. Sehr empfehlenswert für Alle, die gerne fliegen, sei es im Herzen, im Kopf, oder in der Wirklichkeit. --Thomas Kaminski
Kurzbeschreibung
Dieses Buch ist geschrieben für Menschen, die verstehen, daß es mehr gibt als den greifbaren Erfolg; Menschen, die Befriedigung finden in einer Sache, von der sie überzeugt sind, auch wenn sie sich damit gegen die Welt stellen; Menschen, die frei sind für das Abenteuer der Persönlichkeit. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe.
Auszug
Es war Morgen, und die neue Sonne flimmerte golden über dem Wellengekräusel der stillen See. Von einem Fischerboot, eine Meile vor der Küste, wurden die Netze ausgeworfen. Blitzschnell verbreitete sich die Nachricht in der Luft und lockte einen Schwarm Seemöwen an. Tausende flitzten hin und her und balgten sich kreischend um ein paar Brocken. Ein neuer Tag voller Geschäftigkeit hatte begonnen.
Nur ganz draußen, weit, weit von Boot und Küste entfernt, zog die Möwe Jonathan ganz allein ihre Kreise. In dreißig Meter Höhe senkte sie die Läufe, hob den Schnabel und versuchte schwebend eine ganz enge Kurve zu beschreiben. Die Wendung verringerte die Fluggeschwindigkeit,- Jonathan hielt so lange durch, bis das Sausen der Zugluft um seinen Kopf nur noch ein leises Flüstern war und der Ozean unter ihm stillzustehen schien. In äußerster Konzentration machte er die Augen schmal, hielt den Atem an, erzwang noch ein ... einziges ... kleines ... Stück ... dann sträubte sich das Gefieder, er sackte durch und kippte ab. Niemals dürfen Seemöwen aufhören zu schweben oder zu fliegen, ... .
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Überschriften von Kunden-Rezensionen:
- Dieses Buch kann man nicht beschreiben ......:)
- Ein sehr kurzweiliges, nachdenklich machendes Buch
- Ein Buch für die Freiheit
- Einfach ein Traum vom Fliegen
- Ein Blick in 'ne neue Dimension - Jonathan
- ein liebevolles Kunstwerk
- Eine erquickende Geschichte mit Horizonterweiterung
- Ein dünner Weisheitswälzer
Von Philippe Djian kann ich noch ein älteres Buch empfehlen. Der Titel lautet "Erogene Zone". Dies ist ein Buch einer dreibändigen Reihe. Leider hab ich z.Z. keine weiteren Informationen zu diesem Buch (hab so wenig Bücher hier am Arbeitsplatz :rolleyes: :hihi ), kann aber ggf. heute Abend noch ein wenig dazu schreiben. Vielleicht ist die Eliska ja auch mal wieder etwas schneller. ;)
Sascha
Ich stelle das Buch schon mal vor - und wenn du noch etwas schreiben möchtest, dann kannst du dieses Posting gerne ergänzen.
Einen guten Arbeitstag!
Gruß
Eliska:)
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Rezensionen
Ein Satz von Djian ist immer ein gewagtes Experiment, mit einer Portion Risiko, Kühnheit, mit einer sportlichen Seite, mit einem leichten Angstzittern. Man fühlt sich unwillkürlich an Flaubert erinnert - auch wenn dieser Vergleich Djian in Rage bringen und seine Verächter empören wird, auch wenn der literarische Stern des Autors von Betty Blue, 37,2 Grad am Morgen eher um die Fixpunkte John Fante, Jim Harrison oder Ernest Hemingway kreist.
Es geht ihm ständig darum, ein Problem zu lösen, sprich den einzigen Weg zu finden, so klar, so einfach, so kraftvoll wie möglich zu schreiben, was gesagt werden soll. Die Puristen mögen lachen: Morgen vielleicht schon werden die Schulkinder, sofern sie überhaupt noch lesen, bei Djian erfahren, was zahlreiche junge Schriftsteller bereits heute bei ihm gefunden haben: eine Lektion in puncto Stil."
(Le Monde)
"Es geht um ein neues Verhältnis von geschriebener und oraler Vermittlung. Durch diesen neuen Stil versucht Djian, das Leben sprechen zu lassen, folgt der Bewegung des Lebens, dem eines jungen Mannes von heute, Mitte dreißig, der einen Roman schreibt, Nina liebt und so fort, und der nach der Maxime lebt, alles aus sich herauszuholen und nichts davon zu verschenken."
(Radio Bremen)
"Erogene Zone ist kein Buch, sondern ein Cabrio mit 140 Sachen in einer Kurve. Die kühlste Sommererfrischung, die es je gab. Strudelnde Lava, aus dem Innern des Lebens geschrieben. Ein Liebesakt aus Last Tango in Paris. Schnell, kühl, heiß, erotisch: Philippe Djian ist Opium für Augen und Seele. Das Beste, Aufregendste und Erfrischendste, das sich unter der neuen europäischen Literatur finden läßt. In Djians Hochgeschwindigkeits-Erzähl-Cabrio möchte man am liebsten sitzenbleiben: Denn so berauschend kann der Alltatag sein in seiner ganzen Tristesse."
(Nizza)
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Überschriften von Leser-Rezensionen:
- Hülle und Fülle des Lebens eines erotomanen Autors - Klasse!
- ..... zwischen den Zeilen des Lebens.
- Das beste Buch aller Zeiten
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Rezensionen
Kurzbeschreibung
Wie gelingt es, gut zu leben? Wo liegen die Inseln der Seligen? Und was ist das Glück?
Schon immer haben die Menschen über diese Fragen nachgedacht, und schon immer haben sie Modelle entworfen, die sie beantworten sollten. Die Basler Philosophin Annemarie Pieper stellt diese Entwürfe vor und veranschaulicht sie an ausgewählten Beispielen. So entsteht eine kleine Philosophie- und Kulturgeschichte des Glücks, die einlädt, über die Kunst des guten Lebens und über die eigenen Lebensziele nachzudenken.
Die Suche nach dem Glück.
Zu einem geglückten Buch der Philosophin Annemarie Pieper
Auch wenn wir uns nicht einig sind, worin das Glück besteht, so will doch jeder Mensch glücklich sein. Das Verlangen nach Glück ist mit dem Menschsein so untrennbar verbunden, daß das Nachdenken darüber nichts weniger ist, als ein Abriß der ganzen Denk- und Glaubensgeschichte der Menschheit.
Wer Annemarie Piepers Buch „Glückssache“ zur Hand nimmt, kann deshalb bereits am Personenregister dessen ungeheuere Spannweite ermessen: Plato und Aristoteles, die Stoa und Epikur, Augustinus und Pascal, Kant und Schopenhauer, Hegel und Kierkegaard, Nietzsche und Freud, Feuerbach und Marx - um nur einige zu nennen - reihen sich da mit Dichtern und Künstlern, um sich über das Glück befragen zu lassen.
Dennoch ist kein abstrakter, trockener philosophischer Traktat daraus geworden, sondern eher eine fast meditative Besinnung, die sich jedoch in der philosophischen Reflexion weitet und vertieft. Die Frage nach dem konkreten glücklichen Leben wird anvisiert, die Philosophiegeschichte liefert dazu den umfassenderen Horizont, mißt schon beschrittene Pfade aus, verfolgt die Ansätze, die jeder Mensch im Nachdenken selbst schon macht, an ihr mögliches Ende.
Trotz dieses lebenspraktischen Ansatzes ist auch Ordnung in diesem Buch; das ist durchaus keine Selbstverständlichkeit. Was Glück ist, besser: was als Glück vorgestellt wurde (und bis auf den heutigen Tag noch wird) findet sich in einzelnen Modellen zusammengefaßt und auf konkrete „Lebensformen“ bezogen: z.B. das „sinnliche Glück“ auf die „ästhetische“, das „eudämonistische Glück“ auf die „sittliche“ und das „kontemplative Glück“ auf die „religiöse Lebensform“.
Gerade diese Zuordnung von Glücksmodell und entsprechender Lebensform ist sehr hilfreich für das nachvollziehende Verstehen. Denn die Frage nach dem wahren Glück, nach der Wahrheit führt philosophisch in die Aporie, wenn sie nicht an ganz konkrete Vorentscheidungen gebunden wird, die sich in bestimmten Lebensformen niederschlagen.
Wer etwa das Glück in der ewigen Seligkeit verankert sieht, tut sich schwer, jene zu verstehen, die das Glück im sinnlichen Genuß finden, und umgekehrt. Mißverständnisse tun sich auf: Ist die Suche nach dem Genuß nicht zügelloses und damit unmoralisches Luststreben? Und das Erwarten einer ewigen Seligkeit - ist es nicht eine weltfremde Vertröstung auf das Jenseits?
Pieper gelingt es, solche Vorurteile abzubauen, die immanente Stringenz und Plausibilität der einzelnen Lebensformen, aber auch fließende Übergänge zwischen ihnen aufzuweisen. So kommt etwa das Streben nach sinnlicher Lust nicht ohne Enthaltsamkeit aus, wenn es sich in einem Prozeß der Selbstzerstörung nicht aufheben will; und selbst eine Jenseitsorientierung kann nur tragfähig sein, wenn sie den ganzen Menschen schon jetzt anspricht.
Und ist nicht gerade die Mystik ein schauendes Sichverwandeln? Erkenne dich selbst, schau blicke deiner eigenen Lebensform ins Gesicht und gewinne Verständnis für mögliche Alternativen, die gerade auch für dein Leben eine Rolle spielen - dazu rufen die vorgestellten Glücksmodelle auf.
Aber gibt es nicht doch einen Königsweg zum Glück?
Solche Erwartungen erfüllt auch dieses hervorragende Buch nicht.
Das Glück, so heißt es in einer abschließenden Reflexion, ist etwas stets Gefährdetes; es läßt sich auf Erden nie in reiner und vollkommener Form haben, und wer es in einem Gewaltakt an sich reißen will, wird es ebenso verfehlen wie derjenige, der die Hände in den Schoß legt.
Das scheint auf den ersten Blick wenig und ist doch viel. Denn es mahnt uns, keinen Utopien und billigen Versprechungen nachzulaufen, bewußt und verantwortlich unser Leben zu gestalten und es immer neu zu wagen.
Glück und Leid, sie gehören in diesem Leben untrennbar zusammen. Und wer das begriffen hat, wird auch sensibel werden für das kleine Glück, das unsere großen Lebensentwürfe durch den Alltag trägt.
Richard Niedermeier
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Rezensionen
Aus der Amazon.de-Redaktion
Die märchenhafteste Geschichte in World's End (1987) ist die des amerikanischen Pachtbauern Harmanus Van Brunt, der im 17. Jahrhundert eine Familie durch seine Freßsucht ruiniert. Nachdem er jahrelang mit immensen Mengen an Wildbret, Schnecken und Trüffeln gefüttert worden ist und das einstmals fruchtbare Land nahezu kahlgefressen hat, fällt seine Frau Agatha vor Erschöpfung tot "mit dem Gesicht nach vorn in eine Kasserolle mit Kartoffelauflauf". 300 Jahre später wird auch ihr Nachfahre Walter von einem alles vernichtenden Hunger befallen. Und der "Garten Enden" ist hier kein utopisches Schlaraffenland, sondern ein trostloses Shopping-Mall. Poetischer (und unaufdringlicher) kann man Kolonialismus, ökologischen Raubbau und den Ausverkauf des American Dream kaum kritisieren.
World's End ist ein skurilles Geschichtspanoptikum, das -- in Anspielung an James Fenimore Coopers Lederstrumpfepos Der letzte Mohikaner (1826) -- vorwiegend die letzten ihres Familiengeschlechts und deren Vorgeschichte vorstellt: Im Grunde nämlich spielt die Story längst im Totenreich, wo sich die Helden und die Ahnen wiedertreffen. Deshalb fährt Walter Van Brunt nach Alaska, ans "fernste, abgefrorenste Ende der Welt", auf der Suche nach dem Vater, der Vergangenheit: Nicht zuletzt eine Reise ans Ende der Zeit also, wo "die Toten aus den Gräbern steigen" und deren Hinterbliebene lebendig begraben sind. So entsteht eine "Grossaufnahme Amerikas am Ende des Jahrhunderts" (Boyle): ein apokalyptischer Totentanz, der sich 300 Jahre historischer Entwicklung mühelos einverleibt.
T. C. Boyle ist der schwarzhumorige Prophet des menschlichen Untergangs. "Die einzige Hoffnung ist, das wir irgendwann aussterben", konstatierte er dementsprechend in einem Interview. Für das Jahr 2000 hat der Autor einen neuen Roman angekündigt. Mit World's End jedoch ist das ultimative Endzeitszenario zur Jahrtausendwende schon längst geschrieben. Wer es noch nicht gelesen hat, der sollte es getrost verschlingen. --Thomas Köster
Kurzbeschreibung
In der Nacht seines 22. Geburtstages rast Walter Van Brunt betrunken und bekifft mit seinem Motorrad gegen eine Gedenktafel. Die Vergangenheit holt ihn ein, sein Vater, der vor zwanzig Jahren die Freunde verriet, sein Vorfahr aus dem 17. Jahrhundert, ein holländischer Neusiedler und Pachtbauer, von dem es heißt, er habe in der Auseinandersetzung mit dem reichen Grundherrn feige versagt.
'World's End' ist ein listiges Gesellschaftsbild, das raffiniert mit der amerikanischen Geschichte spielt.
Autorenportrait
T. Coraghessan Boyle wurde 1948 in Peekskill, New York im Hudson Valley geboren. Er war Lehrer an der dortigen High-School und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten. Heute lebt er in Kalifornien und unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles Creative Writing. Sein 1987 erschienener Roman "World's End" brachte ihm höchstes Lob der Kritik. Noch im selben Jahr erhielt Boyle den PEN/Faulkner-Preis
Durchschnittliche Kundenbewertung: **** bis *****
1 SPIEGEL- und 8 lesenswerte Leserrezensionen.:D
Hier nur die ganz private von KA111 aus dem Nachttisch-Thread:
Vom Aufbau her toll :) komponiert, fetzig in der Sprache.
NY-Roman der letzten dreihundert Jahre. Schlingt sich.:D
mingalaba
05.08.2002, 21:13
Frank McCourt - Die Asche meiner Mutter
Klappentext
»Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit; eine glückliche Kindheit lohnt sich ja kaum. Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist die unglückliche irische katholische Kindheit.« Frank McCourts Erinnerungen an seine Jugend in den dreißiger und vierziger Jahren gehören zum Schrecklichsten und zugleich Schönsten, was je über Irland und die irische Seele geschrieben...
Ein bewegendes, ein sehr lebendiges Buch. Habe es in einem Zug (na gut, fast ) durchgelesen :)
Klasse !
in letzter Zeit haben mich diese Bücher am meisten beeindruckt
Ashley Kahn "Kind of Blue" Verlag Rogner & Bernhard bei zweitausendeins
Ein Muss für alle Miles-Davis-Fans. Das Buch beschäftigt sich intensiv mit der Entstehungsgeschichte des legendären Albums von 1959. Selbst Menschen, die sonst mit der Art von Musik nichts am Hut haben, sind - so meine Erfahrung - von dem Album begeistert und beeindruckt. Toller Text- tolle Bilder - tolles Buch
da mein Haupt-Hobby Schach ist, darf auch das allerbeste Schachbuch nicht fehlen, das ich kenne: "Schach - Die Kunst des Schachspiels" von Ernst Strouhal. Ich glaube, das gibt es im normalen Handel gar nicht mehr, jedenfalls nicht in der außergewöhnlichen Ausgabe, die ich im Schrank stehen habe. Mehr als Din-A-4-Format und schweineschwer (an Gewicht). Ih habe vor einiger Zeit in einem Bücher-Resteladen im Münchner Hauptbahnhof noch einige Bücher kaufen können, und habe diese, bis auf eines, gern an Bekannte aus der Schachszene verschenkt. Alle waren begeistert. Im ersten Teil werden drei Zeitebenen miteinander verknüpft: Die Geschichte eines Tages, eines Lebens uns eines Spiels. Im Mittelpunkt steht der polnische Meister Akiba Rubinstein. Den Rhythmus der Kapitel in diesem Teil bestimmen die Züge seiner Partie gegen Ernst Grünfeld am 05. August 1929 in Karlstadt. Im zweiten Teil gibt es sehr schöne Bilder, die die Schachgeschichte und die Entwicklung der Schachfiguren darstellen. Und so geht es weiter und weiter. Wer sich für Schach interessiert und dieses Buch findet, sollte es sich unbedingt zulegen!!!!!!!!!
Dann gehören zu meinen all-time-favorites die Bücher von Sjöwäl/Wahlöö, von Douglas Adams (auch, aber nicht nur "Per Anhalter durch die Galaxis")
Bücher von Michael Ende "Die unendliche Geschichte" - "Momo"
Die Bücher (besser Comics) von Carl Barks (Stichwort: Entenhausen)
Das Buch (und das Video) "Powers of ten" oder "Zehn hoch" Das Buch und der Film beginnen bei einer Familie, die ein Picknick macht (von oben fotographiert bzw. efimt), und geht dann immer höher: 1 m, 10m, 1000m, 10 hoch 2, 10 hohc 3, 10 hoch 4 m usw. bis ins Universum, und dann gehts zurück und in den gleichen Schritten in die menschliche Haut. Das alles ist, im Buch - und noch viel mehr im Video dazu, beeindruckend. Bei 2001 gibts (oder gab es das auch im Paket).
Jetzt mache ich lieber Schluss - ich könnte noch lange Bücher aufzählen, die mich beeindruckt oder auch nur super unterhalten haben. Vielleicht später noch mehr.
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Über den Link unten kommt ihr auch zur Einstimmung zu einem Textauszug.
Es ist das Kapitel 1 - und etwas lang zu posten.
Rezension aus der Amazon.de-Redaktion
"Schlimmer als die gewöhnliche unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit", schreibt Frank McCourt in Die Asche meiner Mutter. "Schlimmer noch ist die unglückliche katholische irische Kindheit."
Willkommen, also, zum Gipfel der unglücklichen katholischen irischen Kindheit.
1930 in Brooklyn als Kind der erst kurz zuvor eingewanderten Iren Malachy und Angela McCourt geboren, wuchs Frank in Limerick auf, nachdem seine Eltern wegen der schlechten Aussichten in Amerika nach Irland zurückgekehrt waren.
Es stellte sich bald heraus, daß die Aussichten in der alten Heimat auch nicht besser waren -- nicht mit Malachy als Vater. Er ist ein chronisch arbeitsloser und nahezu arbeitsunfähiger Alkoholiker und erscheint wie die Vorlage vieler unserer beleidigenden Klischees vom betrunkenen irischen Mann.
Fügen wir dem ganzen noch bittere Armut, häufige Todesfälle und Krankheit hinzu, haben wir alle Voraussetzungen für eine wahrhaft schwierige Kindheit.
In McCourts fähigen Händen liefert dieser Stoff glücklicherweise auch alle Voraussetzungen für eine bezwingende Erzählung.
Kurzbeschreibung
Frank McCourts Erinnerungen an seine Jugend in den 30er und 40er Jahren gehören zum Schrecklichsten und zugleich Schönsten, was je über Irland und die irische Seele geschrieben worden ist.
Umschlagtext
Die Asche meiner Mutter ist in bisher 29 Ländern erschienen, und weltweit wurden mehr als 6 Millionen Exemplare verkauft. In Deutschland, Österreich und der Schweiz stand dieses Buch zwei Jahre lang auf allen Bestsellerlisten und wurde zur Lieblingslektüre von mehr als l Million Leserinnen und Lesern.
"Hier verbinden sich psychische und literarische Bewältigung zu einem Meisterwerk." Süddeutsche Zeitung
"... herzzerreißend, traurig und absurd ... Und all die Geschichten, die Frank McCourt erzählt ... sind ja wahr, so wahr, wie nur ein Roman sein könnte, bloß diese Autobiographie ... anders als die meisten Romane, auch die irischen, voller Musik ist, voller Poesie."
Spiegel EXTRA
"Es ist das trauriglustigste Buch auf Erden. Eines, dem man die Liebe erklärt. Es ist ein Buch, lebt ... Ein Buch, das keiner vergißt."
Die Weltwoche
"Ich hab' gerade Die Asche meiner Mutter von Frank McCourt gelesen.
Ein wunderbares Buch, eine Mischung aus Irland, Katholizismus und Alkohol, ein tragischer Inhalt mit so viel Humor und bösem Witz erzählt."
Günter Grass
Über den Autor
Frank McCourt wurde 1930 in New York geboren und siedelte im Alter von vier Jahren mit seinen Eltern nach Irland um, wo er aufwuchs, bis er mit 19 Jahren genügend Geld gespart hatte, um nach Amerika zurückzukehren. Sein ganzes Leben lang wollte er dieses Buch schreiben, nach seiner Pensionierung setzte er den Plan in die Tat um und erfüllte sich seinen Traum. Sein Buch stand in zahlreichen Ländern monatelang auf der Bestsellerliste und wurde mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.
Durchschnittliche Kundenbewertung: fast *****
Anzahl der Leser-Rezensionen: 82!!!
Ashley Kahn "Kind of Blue" ist zur Zeit anscheinend vergriffen.
Es erscheint als Taschenbuch erst am 24. Okt. 2002 und ist dann bei Amazon erhältlich. Man kann es jetzt schon vorbestellen.
Rezension
From Booklist
Da Capo has been well known as an excellent press for reissuing classic jazz books and for publishing notable foreign jazz titles, such as Francis Paudras' excellent Dance of the Infidels (1998), on the author's relationship with legendary jazz pianist Bud Powell, which was the springboard for Bertrand Tavernier's remarkable film, 'Round Midnight. Recently Da Capo was acquired by the protean Perseus Group (its publishing companies include PublicAffairs, Counterpoint, and Basic Books), and Da Capo's new catalog features quite a number of promising projects. Kind of Blue, also the title of the groundbreaking jazz album, leads the list. In writing about the production of that classic album, Kahn necessarily writes about the making of one of the sexiest jazz musicians of all times, the epitome of cool--Miles Davis. Miles' dark, brooding good looks, Mr. Heathcliff of the improvisational world, were made to be packaged. Fortunately, Miles had a bit of talent and the sense to surround himself with musicians possessing lots of talent to accompany all his cool. To let Miles tell it, "I was playing my horn and leading the baddest band in the business, a band that was creative, imaginative, supremely tight and artistic." Incidentally, the band on Blue was Coltrane, Cannonball Adderley, Bill Evans (and Wynton Kelly), Paul Chambers, and Jimmy Cobb. So Kahn breezes through this exciting discussion of the appearance and the significance of Kind of Blueit being the definitive introduction of modal jazz, the next step in the evolution of jazz following bebop. He's pushed along by the interpolations of quotes from musicians, record industry personnel, critics, friends, and relatives; and by vignettes, such as on the history of Columbia Records and the one about Fred Tolbert (aka Freddie the Freeloader). Kahn reports that the record Kind of Blue has sold millions worldwide and sells briskly, "averaging 5,000 copies a week," today. That aside, with the enthusiasm of a jazz fanatic, this is a great tribute and a fine book. Bonnie Smothers
Copyright © American Library Association. All rights reserved -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Synopsis
This is a tribute to one of the most popular jazz albums of all time "Kind of Blue" by Miles Davis. It contains amomgst other things transcriptions of the unedited session tapes; in-depth interviews with musicians; Columbia Records files; vintage photographs; and a foreword by the last surviving member of the band, drummer Jimmy Cobb. This piece of music history and should be of interest to both fans and scholars of jazz music alike.
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
1 Leser-Rezension
Schach. Die Kunst des Schachspiels.
von Ernst Strouhal
Ja, es ist vergriffen, aber bei Amazon gebraucht erhältlich! 2 Expl.
Wer´s kaufen will, nicht lange überlegen!
Gruß
Eliska:)
Schorsch
05.08.2002, 22:54
Hallo Eliska,
ein relativ aktuelles Buch halte ich für bemerkenswert: Philip Roth "Der menschliche Makel".
Und falls mir mal gar nichts anderes mehr gefällt, dann bleibt mir der Cornett von Rilke (Den kleinen Prinzen halte ich für ungeeignet in solchen Stunden. Er ist durchaus geeignet, Probleme zu verstärken, glaube ich).
Gruß, Schorsch
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Der Mann, der sich in Luft auflöste. von Maj Sjöwall, Per Wahlöö
Durchschnittliche Kundenwertung: *****
[/url]
http://images-eu.amazon.com/images/P/349922951X.03.MZZZZZZZ.jpg
Die Tote im Götakanal. von Maj Sjöwall, Per Wahlöö
Durchschnittliche Kundenwertung: fast *****
(http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3499229528/stockchannelnetg)
http://images-eu.amazon.com/images/P/3499229560.03.MZZZZZZZ.jpg
Und die Großen läßt man laufen. von Maj Sjöwall, Per Wahlöö
Durchschnittliche Kundenwertung: *****
http://images-eu.amazon.com/images/P/3499229536.03.MZZZZZZZ.jpg
Der Mann auf dem Balkon. von Maj Sjöwall, u. a.
/ Durchschnittliche Kundenwertung: *****
(http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3499229560/stockchannelnetg)
http://images-eu.amazon.com/images/P/3499229544.03.MZZZZZZZ.jpg
Endstation für neun. von Maj Sjöwall, Wahlöö Per
/ Durchschnittliche Kundenwertung: fast *****
[url=http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3499229544/stockchannelnetg]
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Kurzbeschreibung
Ein chinesischer Mandarin aus dem 10. Jahrhundert gelangt mittels Zeitmaschine in das heutige München und sieht sich mit dem völlig anderen Leben der 'Ba Yan' konfrontiert...
Autorenportrait
Herbert Rosendorfer, 1934 in Bozen geboren, 1939 nach München umgezogen, studierte an der Akademie der Bildenden Künste, wechselte danach zum -Jurastudium. Seit 1969 zahlreiche Romane und Erzählungen sowie Theaterstücke. Professor für Bayrische Literaturgeschichte an der Universität München.
Nach seiner Tätigkeit als Richter lebt er wieder in der Nähe von Bozen.
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Überschriften der Leser-Rezensionen:
- Sehr amüsante Gesellschaftskritik
- Gedanken zur menschlichen Zivilisation
- Sehr amüsant zu lesen
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Mensch, Papa!
Vater werden - das letzte Abenteuer.
Ein Mann erzählt.
Es gibt sie also tatsächlich, die neuen Väter! Nicht solche, die Frauen nerven, indem sie es darauf anlegen, die besseren Mütter zu sein. Sondern Männer, die das Vater-Sein erst nehmen, die für ihre Kinder wichtig sein wollen.
Mit unwiderstehlichem Humor lässt uns der Autor, Kester Schlenz, an seinen Gedanken, Gefühlen, Ängsten und Problemen beim Vater werden teilnehmen. Vom blauen Ring des Schwangerschafts-Tests bis zum zweiten Lebensjahr seines Sohnes. "Mensch, Papa!" ist ein unterhaltsames Lesebuch und gleichzeitig ein außerordentlich nützlicher Ratgeber: indem der Autor schildert, welche Überlegungen seine Frau und er anstellen (Geburt zu Hause oder in der Klinik? Impfen? usw.), informiert er seine Leser "en passant" und verhilft ihnen so zu eigenen Entscheidungen.
Henri, die Hauptperson von "Mensch, Papa!", lernen wir schon durch das Titelfoto persönlich kennen. In den einzelnen Kapiteln stellen sich auch seine Eltern optisch vor. Und wir sehen, wie aus dem Winzling im Kreissaal ein strammer Lausbub wird.
Das Buch ist ein ganz besonderes Geschenk für junge Eltern und alle, die Kinder mögen. Männer, die sich noch nicht ganz klar sind, ob die Väter werden wollen, seien allerdings gewarnt: Nach der Lektüre diese Buches haben sie kaum noch die Wahl!
Durchschnittliche Kundenbewertung: ****
Anzahl der Leser-Rezensionen: 36!!!
empfehlenswert, dort mal reinzuschauen:)
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1 112 Seiten!!!
Rezensionen
- beziehen sich auf den Einzelband "Per Anhalter durch die Galaxis".
Kurzbeschreibung
Arthur Dent - ein Engländer am Rande des Nervenzusammenbruchs. Zwar flüstert ihm sein Reiseführer stets ein fröhliches "Keine Panik" zu - aber mal ehrlich: Würden Sie die Ruhe bewahren, wenn Sie sich plötzlich auf einer unglaublichen Odyssee im Weltall befänden?
carpe.com
Als Ende der 70er Jahre die ersten Folgen der BBC-Radioshow The Hitchhiker's Guide to the Galaxy gesendet wurden, rechnete wohl niemand mit einem durchschlagenden Erfolg. Auch wenn die Fernsehserie und der Film eher floppten, hat die weltweit einzige Trilogie in fünf Bänden einen regelrechten Kultstatus erlangt -- und zwar nicht nur unter SF-Fans.
Die gelungene Kombination aus Science-fiction und Klamauk scheint den Zeitgeschmack voll getroffen zu haben, und auch nachdem in den letzten Jahren eine Menge ähnlicher Bücher auf den Markt geworfen wurden, verteidigt der Anhalter seine Vormachtstellung.
Während der Großteil der Menschheit von dem Eintreffen einer außerirdischen Bautruppe ziemlich überrascht wird -- und für einen kurzen Moment die Überraschung in Panik umschlägt als klar wird, daß die Erde einer geplanten Hyperraum-Autobahn im Wege steht und daher vernichtet werden muß -- gelingt es zumindest dem seit 15 Jahren auf der Erde gestrandeten Außerirdischen Ford Prefect und seinem durch und durch irdischen Freund Arthur Dent -- der bis vor kurzem noch genügend andere Probleme hatte -- mit ihrem Multifunktionshandtuch auf sich aufmerksam zu machen und als Anhalter mitgenommen zu werden.
Im weiteren Verlauf treffen sie auf den Präsidenten der Galaxis, Zaphod Beeblebrox, der nach dem Diebstahl eines Raumschiff-Prototyps auf der Flucht vor der gesamten galaktischen Polizei ist, auf Trillian, einen flüchtigen Bekannten Arthurs, und natürlich auf Marvin, den manisch-depressiven Roboter, der sogar Raumschiffe in den Selbstmord treibt.
Urteil:
Auch wenn sich die Zusammenfassung nicht so anhört -- wer sich mal für einige Stunden zurücklehnen und amüsieren will, ist hier genau richtig. Selbst wenn der Humor nicht sonderlich subtil ist, macht es Spaß, Adams' Charakteren bei ihren ziemlich unwahrscheinlichen und abstrusen Abenteuern zu folgen.
Wer außerdem noch gerne die Antwort auf die Frage aller Fragen erfahren und philosophische Klassiker à la "Die Bewußtwerdung eines Wals" nicht verpassen will, sollte ohne zu zögern zugreifen -- der Anhalter gehört zur Allgemeinbildung.
Wer allerdings der seichten Unterhaltung abgeneigt ist -- oder bereits Autoren wie Terry Pratchett oder Robert Rankin mit Widerwillen gelesen hat -- sollte vielleicht auf diesen Teil Allgemeinbildung verzichten. --Oliver Faulhaber
Durchschnittliche Kundenbewertung:
Hier scheiden sich die Geister: meistens *****
aber auch schon mal * oder **. :lach
Immherin 27 Leser-Rezensionen vermitteln einen abwechselungsreichen Ausblick.
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Schorsch
08.08.2002, 02:03
Achtung Hinhören: HÖRBUCH
Führen, Leisten, Leben. 11 CDs. Wirksames Management für eine neue Zeit.
von Fredmund Malik, Leon Boden (Mitarbeiter)
Statt: EUR 69,00 Jetzt: EUR 58,65 Gebraucht ab EUR 58,99
Aus der Amazon.de-Redaktion:
Einem Friedensreich-Hundertwasser-Haus gleicht die Architektur des Denkgebäudes der Theorien, die sich -- in welcher Weise auch immer -- mit dem Thema "Management" befassen: viele, ineinander verschachtelte schiefe Ebenen, bunt bemalte Fassade mit Schnörkeln, schön anzusehen, innen aber unpraktisch und verwirrend. Fredmund Maliks Architektur ist das nicht. Sein Gegenentwurf lautet: Management ist ein erlernbarer, professioneller Beruf, für den es klare Grundsätze, Aufgabenstellungen und Werkzeuge gibt . Dementsprechend ist das Buch des erfahrenen Managementlehrers und -praktikers geradlinig und präzise in der Argumentation, schnörkellos in der Struktur, zudem anwendungsorientiert und überaus benutzerfreundlich.
Malik, dessen Ziel es ist, professionelle Standards zu schaffen, folgt einem umfassenden Verständnis von Management. Konsequenterweise richtet sich sein Buch an alle, die in Organisationen wie auch immer ausgestaltete Führungsaufgaben wahrnehmen. Schon aufgrund dieses breiten Verständnisses geht nach Ansicht des Autors die Forderung nach dem "idealen" Manager, einer Kreuzung aus "antikem Feldherrn, Physik-Nobelpreisträger und Fernseh-Showmaster" an der Wirklichkeit vorbei. Deshalb ist die Frage, die es vielmehr zu beantworten gelte: "Wie schafft man es, normale Menschen zu Spitzenleistungen zu befähigen?" Hierzu formuliert Malik klare Regeln, wobei er an einigen Stellen bewusst mit Lehrbuchweisheiten bricht. So fordert er neben der konsequenten "Output-Orientierung des Managers" dessen Konzentration auf Weniges, aber Wesentliches. Überhand nehmendes Teamworking ist für den Autor nicht etwa ein Zeichen funktionierender, sondern "schlechter Organisation". Und der (typisch deutschen?) Eigenart, immer erst Schwächen beseitigen zu wollen, setzt er die Forderung entgegen, die Stärken der Mitarbeiter gezielt auszubauen und zu nutzen.
Malik ist mit diesem Buch ein aus der Managementliteratur herausragendes Werk gelungen, das Praxiserfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu einem integrierten Managementansatz synthetisiert. Manfred Schwarzmeier
manager magazin (07/00)
Müllabfuhr für Führungskräfte. Sind Sie bereits ein vorbildlicher Chef? Oder müssen Sie noch an sich arbeiten? mm-Rezensent Heinz Metzen hat die Literatur gesichtet und festgestellt: Gute Manager müssen keine Naturtalente sein. Führung ist lernbar. Und einmal im Jahr sollte jeder Vorgesetzte seine Visionen überprüfen und falsche Ziele entsorgen.
Dieses Buch beantwortet Fragen, die Führungskräfte nicht stellen bis sie dieses Buch gelesen haben. Danach wird man allerdings die eigenen, alten Führungskonzepte nicht mehr mögen.
Fredmund Malik gehört zu den Begründern des systemischen Managements der St. Gallener Schule. Seit Jahrzehnten spezialisiert er sich auf Führungsprobleme.
Bevor Malik in seinem Buch näher auf seine Vorstellungen von einer wirksamen Führung eingeht, räumt er mit hinderlichen Führungsmythen auf: mit der "idealen Führungskraft" und den "wichtigsten Eigenschaften erfolgreicher Führungskräfte".
Selbst an weltberühmten Managementgrößen wie Jack Welch ist nichts Außergewöhnliches, behauptet Malik. Sie entsprechen keinem bestimmten Persönlichkeitstyp. Aber sie sind wirksam und folgen grundlegenden Arbeitsmustern. Diese kann und muss der Normalbegabte lernen.
Die Primadonnen wie die grauen Managementmäuse arbeiten übergreifend: Sie setzen Ziele, organisieren das Handeln der Menschen, kontrollieren die Aufgabenerledigung und fördern leistungsbereite Mitarbeiter. Stärken nutzen, Konzentration auf Weniges, Resultatorientierung so lautet Maliks Rat. Besonders wichtig sei dabei die "systematische Müllabfuhr". Maliks Empfehlung: "Wirksame Führungskräfte reservieren sich einen Tag im Jahr, an dem sie gewissenhaft die Frage durchdenken: Was sollte ich nicht mehr tun weil es sich überlebt hat, weil es Wichtigeres zu tun gibt, weil ich andere Prioritäten setzen muss?"
Fazit: Wer sein Führungsverhalten und sein Führungssystem selbstkritisch überdenken will, kann keine anregendere Lektüre finden.
Malik on Management
Überall und ständig ist von Anforderungen an Führungskräfte die Rede. Geht man den Dingen auf den Grund, stößt man fast immer auf eine bestimmte Vorstellung: Es ist das Bild der idealen Führungskraft. Dieses Bild dominiert auch die Managementliteratur. Es beherrscht die Ausbildung von Führungskräften - und es ist falsch.
Umschlagtext
Fredmund Malik, der international renommierte Management-Educator und -Berater, beschreibt die Quintessenz seiner 25-jährigen Erfahrung. Er gibt Antwort darauf, was alle Führungskräfte wissen und können müssen, wenn sie in ihrer Organisation wirksam und erfolgreich sein wollen. »Führen Leisten Leben« enthält das wesentliche Rüstzeug für Führungskräfte aus der Wirtschaft und Non-Profit-Organisationen. Es ist ein Buch über wirksames Management und ein erfülltes Leben - konkret, praxisnah, effektiv .
Über den Autor
Prof. Dr. Fredmund Malik ist Top-Management-Consultant vieler europäischer Unternehmen. Darüber hinaus ist er ein gefragter Management-Educator und Autor und kennt die Realität auch als erfolgreicher Unternehmer: Seit 1984 ist Fredmund Malik Verwaltungsratspräsident des Management Zentrums St. Gallen. Er ist habilitiert für Unternehmensführung und lehrt an der Universität St. Gallen sowie der Wirtschaftsuniversität Wien. Er verkörpert eine einmalige Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis. Durch seine Seminare, Vorträge und Schriften haben Zehntausende von Führungskräften aller Branchen die Kernsubstanz des Managementwissens erfahren. Seine internationale Erfahrung, Praxisbezug und ein mitreißender Vortragsstil tragen zu seinem einzigartigen Erfolg bei. Fredmund Malik ist Autor zahlreicher praxisrelevanter Veröffentlichungen, u. a. des M.o.M., »Malik on Management-Leiters«. Er schreibt regelmäßig für »Handelsblatt«, »Basler Zeitung«, »Cash« und »Trend«.
BDU-Buch des Jahres 2000
"Führen, Leisten, Leben" ist vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater als "Buch des Jahres" 2000 ausgezeichnet worden. Der Preis wurde Fredmund Malik am 30. November 2000 vor Vertretern aus Politik, Wirtschaft und den Medien im Rahmen eines Festaktes in Berlin verliehen.
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Durchschnittliche Kundenbewertung: **** bis *****
Anzahl der Rezensionen: 33
Überschriften der Kundenrezensionen unter anderem:
- Wichtige Orientierung
- Pflichtlektüre für Führungskräfte
- In verständlicher Form wird vielschichtiges Thema behandelt
- Engpass in New Economy ist nicht das Geld
- Excellent und ehrlich
- Talent plus Training
- Treffende Diagnose der Motivationskrise
- Das Leben ist schön! :)
- Rundumschlag gegen Strohmänner
- Wie manage ich meinen Chef
- Der Augius-Stall der Schwarzkünstler!
- Klares Denken, klare Sprache, überzeugende Argumente - Hut ab
- Ein Buch, das neue Wege aufzeichnet
- Basics klar und deutlich
- Das aktuelle Buch über professionelles Management
- Sehr anregend und wirklich nützlich!
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Danke, Schorsch,
gut, dass auch mal ein Hinweis auf diese Kategorie kommt.
Praktisch so ein Hörbuch, kann man im Auto inhalieren!
Wenn diese Vorstellung nicht Interessierte hinter dem Ofen vorlockt, .... :)
Und dann auch noch als Sondergebot!
Gruß
Eliska:)
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Welt am Sonntag:
Liebe, Mitgefühl und Schmerz sind im Leben das Wesentliche.
Diese neue Erfahrung macht der alte Salvatore Roncone, als er seine letzte Liebe trifft.
Ein Lächeln überdauert den Tod, wenn man wirklich gelebt hat.
"Menschlichkeit ohne jede Spur von Sentimentalität ist in jeder Phase dieses Romans zu spüren"
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Ein eindrucksvolles Buch.
Musikalische Vergiftung
Warum die niederländische Autorin Margriet de Moor in «Kreutzersonate» eine weltberühmte Liebes- und Mordgeschichte neu erzählt.
Von Gunhild Kübler
Nie sind Frauen, Liebe und Sexualität in der Literatur so wutentbrannt geschmäht worden wie in Tolstois «Kreutzersonate». Darin beichtet ein grimmiger Fremder während einer tagelangen Bahnfahrt einem Reisegenossen - dem Erzähler -, wie es dazu kam, dass er seine Gattin erstochen hat. Die junge Frau und Mutter von fünf Kindern hatte bei einem Hauskonzert einen Geiger allzu einfühlsam am Klavier begleitet. Dafür musste sie büssen. Das Gericht sprach den mörderischen Ehemann mit der Begründung frei, er habe in einer unerhörten Situation nichts als seine Ehre verteidigt. Die Pianistin und der Geiger hatten miteinander Beethovens «Kreutzersonate» gespielt.
Tolstois kleiner Roman atmet einen Lebens- und Liebesekel, der weit über das hinausgeht, was in sexuellen Kampfzonen erfahrene Gegenwartsautoren wie Michel Houellebecq ihren Lesern heute zumuten. Um so erstaunlicher, wenn eine Autorin wie die Holländerin Margriet de Moor, bisher weitherum beliebt wegen ihrer listig hingetupften Liebes- und Ehegeschichten, diesen finsteren alten Stoff in die Gegenwart transponiert. Was kann sie daran interessiert haben?
Erotische Kantilenen
Margriet de Moor hat für unser Treffen den Salon des Amsterdamer Hotels Ambassade ausgewählt, in dessen Gästebüchern sich von Umberto Eco und Günter Grass bis Zoë Jenny Hunderte von Grossen und Beinahegrossen der Literatur verewigt haben. Draussen der Wochenend-Touristenstrom an der Herengracht. Hier drinnen aber, in der stilvoll möblierten Beletage, sitzt man wie im 18. Jahrhundert. Ein scharlachroter Teppich, Vitrinen mit kostbarem Porzellan, an der Wand Seestücke in Öl.
Die Autorin hat sich mit dem Rücken zum Fenster auf ein zierliches Sofa niedergelassen. Das Glöckchen einer Standuhr markiert die verstreichende Gesprächszeit.
Die Musik spielt die Hauptrolle in Margriet de Moors Version der «Kreutzersonate». Dabei werden vom melodramatischen Grummeln über erotische Kantilenen bis hin zum musik-essayistischen Triller alle nur möglichen Register gezogen. Margriet de Moor, die ein Musikstudium hinter sich hat und einige Jahre als Solosopranistin (Spezialgebiet: Musik der Neuen Wiener Schule) auf der Bühne stand, hat schon in ihrem Roman «Der Virtuose» gezeigt, dass sie von Musik erzählen kann wie sonst niemand.
Auch jetzt ist sie wieder ganz in ihrem Element. Nicht nur, weil sie ihre Hauptfiguren, die Geigerin Suzanna Flier und den Musikkritiker Marius van Vlooten, mit so viel Vergnügen und Fachkenntnis in die reale internationale Musikszene eingefädelt hat. Sie kann zudem von Musik, ihrer Magie und den Finessen der Herstellung dieser Magie kenntnisreich, anschaulich, originell, spannend und wunderbar hintersinnig erzählen. Sie weiss, was ein Musiker meint, wenn «vom Rausch der Konzentration» die Rede ist. Und sie weiss, was Musik mit uns anstellen kann, wenn sie «wie eine Fontäne fremdartiger Emotionen» auf die Emotionen in unserem eigenen Herzen niederregnet.
Ein schönes Bild. «Wer über Musik spricht, spricht nun einmal auf Umwegen», meint die Autorin. Und dass Musik die Liebe nähre, sei eine alte Erfahrung. Ein zentraler Satz ihres Romans verbindet raffiniert die Magie der Musik mit dem Geschichtenerzählen: «Don't play the notes, just humanize them.»
Das ist der Rat eines alten Meisters an seine jungen Kollegen. Er bezieht sich auf Janáceks Streichquartett mit dem Untertitel «Kreutzersonate», in dem Janácek die Verliebtheit einer Frau, die tödliche Eifersucht ihres Mannes und sein eigenes Mitleid mit dem Opfer hörbar machen wollte. Margriet de Moor hat dafür gesorgt, dass einem dieser kluge kleine Satz im Verlauf der Lektüre aufgeht mit all seinen unvorhersehbaren Wirkungen.
Umstände, Eitelkeit
War es nicht schwierig, das alte Eifersuchtsdrama einzupassen in die heutige, in Liebesdingen so liberale Gesellschaft mit ihren gewandelten Rollenvorstellungen für Mann und Frau? «Aber ja, Ja, JA!», antwortet Margriet de Moor mit einem temperamentvollen Crescendo. «Natürlich ist es schwierig, einen heutigen Romanhelden in Eifersuchtsraserei fallen zu lassen, ohne dass es befremdlich wirkt oder lächerlich. Aber van Vlooten leidet an einer Art musikalischer Vergiftung. Janáceks ‹Kreutzersonate›, von Suzanna und ihrem Quartett gespielt, gewinnt auf ihn einen zunehmend destruktiven Einfluss. Und dafür bringt er eine wichtige Voraussetzung mit. Er ist blind.»
Dass der Eifersüchtige blind ist, ist eine geniale Erfindung der Erzählerin. Nicht nur, weil sie brillieren kann mit der Darstellung von Wahrnehmungsmöglichkeiten eines durch Blindheit geschärften Gehörs. Sondern auch, weil ihn die Blindheit (noch dazu als Folge seiner Selbstverstümmelung aus Schmerz über einen Liebesverrat in früher Jugend) anfällig macht für die Suggestionen der Musik.
Er kann - wie schon Tolstois Hauptfigur - geradezu infiziert werden mit dem, was in die Noten «hineingemogelt» wurde. Suzannas Treuebruch hat van Vlooten schon mit Haut und Ohren gespürt, bevor sie ihn begeht: in ihrem Zusammenspiel mit dem Bratschisten.
Aber sind denn nicht viel eher die Augen Einfallstore der Liebe? Was tut eine Autorin, wenn sie in einer Liebesgeschichte mit einem Blinden darauf verzichten muss? Auch dafür hat Margriet de Moor eine gute Lösung gefunden. Der Erzähler, ein in den USA lebender Musikwissenschafter, hat hier einen aktiven Part. Hinreissend und ganz gewiss nicht ohne Heimtücke beschreibt er dem Blinden die schöne Geigerin mit dem blonden Zopf. «Dieser Mann ist mein Jago», meint seine Erfinderin. «Er malt dem Blinden vor sein inneres Auge die Bilder, von denen dieser seine Phantasie nicht mehr loshaken kann. Diese Einflüsterungen und die von Janáceks Musik setzen das Liebesdrama in Gang als eine Geschichte, die sich selber antreibt.»
Margriet de Moor hat erst nach ihrem vierzigsten Geburtstag, aber auf hohem Niveau zu schreiben begonnen. Weil ihr Werk noch schmal ist, fällt auf, dass sie - nach ihrem vielgelesenen Erstlingsroman - schon wieder von einer Liebe erzählt, die sich in mörderische Eifersucht verkehrt. Hat der Liebesekel von Tolstois Vorlage sie vielleicht doch angesprochen? «Gewiss nicht!», wehrt sie ab. «Ich schreibe immer positiv über die Liebe. Aber Skepsis in Liebesdingen, warum nicht? Kein Mensch durchschaut einen anderen. Wir sind in unserem eigenen Erleben gefangen. Aus genau diesem Ungenügen speist sich unser Interesse an der Literatur.»
Und zudem: «Amiam per comodo, per vanità!» - die Umstände und die Eitelkeit machen uns verliebt, singt das lebenskluge Kammermädchen Despina in Mozarts «Così fan tutte». So ist es.
Kein Ekel wie bei Tolstoi: «Ich schreibe immer positiv über die Liebe.
Aber Skepsis in Liebesdingen, warum nicht?»
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Amazon-Kurzbeschreibung
Als der blinde Musikkritiker van Vlooten eines Tages eine junge Geigerin trifft, ist er sofort von ihr fasziniert. Auch sie verliebt sich, sie heiraten. Aber van Vlooten wird von Eifersucht zerfressen. Als er sicher glaubt, sie habe ein Verhältnis, fasst er einen mörderischen Plan. Kreutzersonate ist ein Roman über Musik und Liebe, voll innerer Spannung und Leidenschaft, wie nur de Moor ihn schreiben kann.
Auszug aus Kreutzersonate
Eine Liebesgeschichte von Margriet de Moor
Copyright © 2002.
Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.
Alle Rechte vorbehalten.
Wir hatten noch ungefähr eineinviertel Stunden Zeit, bevor uns ein Bus zum Grand Théâtre in Bordeaux bringen würde, wo das erste der beiden Abschlußkonzerte stattfinden sollte. An diesem Abend sollten zwei ungarische und ein amerikanisches Ensemble spielen, das Schulhoff Kwartet stand auf dem Programm für den nächsten Tag. Im Speisesaal des Châteaus war man dabei, ein Büfett für uns aufzubauen, soupieren würden wir nach dem Konzert.
Ich beschloß, mich wieder zu van Vlooten und Suzanna Flier zu gesellen. Worüber sprachen die beiden nur? Sie waren fast die einzigen, die sich nicht um den sich eigenartig zuziehenden Himmel über Sainte-Croix-du-Mont kümmerten. Die Hügel schienen sich zu entfernen, ich hörte, daß man von einem plötzlich aufziehenden Sturm sprach, der für diese Gegend charakteristisch sei.
"Na, wie geht's?"
Sie sahen beide auf, sofern man van Vlootens Grinsen als Sehen bezeichnen wollte.
"Gut", sagte Suzanna Flier. Sie lachte mir zu, ließ sich durch meine Anwesenheit aber nicht von dem Thema abbringen, über das sie und van Vlooten sprachen.
"Das stimmt", gab sie zu. "Beim Spielen steckt man vor allem in seinem eigenen Part."
Er: "Bist du nicht Spieler und Zuhörer in einem?"
Sie: "Doch. Aber man hört es nicht im Gleichgewicht."
Er: "Vielleicht um so mehr, weil deine Stimme, die erste Geige, oben liegt?"
Ich sah, daß sie ihre Augen jetzt ruhig auf ihn gerichtet hielt und nicht mehr nach draußen schweifen ließ. Sie sagte, daß das Ohr in der Tat der Höhe zustrebe, daß es im Quartett aber sehr oft die Bratsche sei, die quasi-bescheiden, im Spiel verschwindend, als Unruhestifter auftrete.
"Eine schöne Aufgabe", sagte er, als sie schwieg. Mir war klar, daß er ihre Stimme erneut in Gang setzen wollte.
Sprechen sollte sie, wenn es nach ihm ging. Sprechen, um die Haut und die Muskeln ihres Gesichts mit dem nötigen Blut zu versorgen und mit der Offenheit ihrer Gedanken.
Er fragte sie nach dem Glück des Zusammenspielens.
Ihre Antwort rührte an dessen Gefahr.
"Manchmal", sagte sie. Ich wußte, daß sie jetzt nicht mehr im Unterrichtsraum war, sondern eine Tür weiter, auf dem Podium. "Manchmal ist alles in Ordnung. Alles, was man getan hat, der ganze Weg, das Einstudieren, das Proben, das Suchen, das Denken, ist angekommen beim... Jetzt. Man hat keine Angst mehr. Man ist voller Erregung."
Sie runzelte die Stirn. Ihre Nasenflügel strafften sich.
"Ja?" sagte er.
"Dann wird man so mitgerissen im gemeinsamen Spiel, daß man auch weiß: Jetzt muß ich aufpassen."
Sie wandte mir den Kopf zu und sah mich unergründlich an. Nach einigen Augenblicken des Schweigens sagte sie: "So, ich geh jetzt schnell mal nach oben. In zehn Minuten bin ich wieder da."
Und sie ging rasch, um sich umzuziehen, Suzanna Flier, nach einem Gespräch mit einem fesselnden blinden Mann. Ich bin mir sicher, daß sie sein Interesse reizvoll fand und daß sein tragisches Gebrechen sie faszinierte, daß sie aber in keiner Weise darauf aus war, den renommierten Kritiker, der hier war, um zu schreiben, speziell für den Auftritt des Schulhoff Kwartets zu interessieren. So war sie nicht. Was diesen Punkt anbelangt, sollte es im übrigen anders laufen als vorgesehen. Er sollte nicht schreiben. Marius van Vlooten sollte seinen versprochenen Artikel über die Semaine Internationale de Quatuor à Cordes de Bordeaux dem NRC Handelsblad ohne irgendeine Erklärung schuldig bleiben. An diesem Abend würde er sich das erste der beiden Konzerte noch rein berufsmäßig anhören. Den festlichen Empfang ignorierend, würde er sich danach sofort in sein Hotelzimmer zurückfahren lassen. So war er es gewöhnt. Nachdem er seine ersten Eindrücke auf Band gesprochen hatte, würde er sich ein Steak Bordelais bringen lassen, dazu würde er eine halbe Flasche Château La Rose trinken und danach zu Bett gehen. In eine ganz eigenartige Stimmung geraten, würde er hören, wie ein kurzer Sturm ausbrach, und vor seinem geistigen Auge sehen, wie er danach über die gesamte Region hinwegraste, vom alten Turm Montaignes im Périgord bis zu den gewaltigen Hafenanlagen, entlang derer die Gironde in einem breiten, nicht mehr zu überblickenden Strom in den Atlantik fließt.
Er beugte sich zu mir vor.
"Sagen Sie mal", fragte er neugierig. "Hat sie mich eigentlich angeschaut, oder hat sie, während sie sprach, einfach in der Gegend herumgeschaut, oder hat sie, während sie sich mit mir unterhielt, währenddessen Sie angesehen?"
Mich... Ich nahm Suzanna Fliers Glas, das noch fast voll auf dem Tisch vor uns stand. Nichtsehen geht also mit der Vermutung oder der Angst einher, selbst auch nicht gesehen zu werden, dachte ich. Ich schloß meine Augen für einen Moment und stellte mir vor, wie es sein müßte, mit jemandem zu sprechen, der denkt: Was macht es schon aus, ob ich ihn anlächle, was soll ich mit meiner Mimik, ich kann meinen Gesichtsausdruck genausogut auf einen Dritten in der Gesellschaft richten, meine Worte finden derweil schon den richtigen Adressaten. Ich trank das Glas mit dem süßlichen Alkohol in einem Zug aus. Das Zeug stieg mir geradewegs in den Kopf.
"Sie sah Ihnen so direkt ins Gesicht", sagte ich, "daß man hätte meinen können, sie wolle Ihre Gedanken davon ablesen."
http://images-eu.amazon.com/images/P/3426616688.03.LZZZZZZZ.jpg
Ein Märchenbuch nicht nur für Erwachsene.
Klappenstext:
In jedem Märchen liegt der Schlüssel,
die Wirklichkeit zu verändern...
Die Suche nach dem sagenumwobenen Mondstein wird für den weisen alten Märchenerzähler Oyano und die junge Qwen zu einem magischen Abenteuer.
Begleiten Sie das ungleiche Paar auf ihrer Reise und entdecken Sie, Seite für Seite, den Zauber und die Macht der Phantasie ...
Ausgezeichnet mit dem deutschen Märchenpreis:
traumhaft schöne Märchen voller Weisheit und Kraft in einem einzigartigen, liebevoll illustrierten Buch.
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
und noch einen dazu von mir! ;) :lach
auch zum Mitbringen, Verschenken :)
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Kurzbeschreibung
Nach "Die Farben der Wirklichkeit" versammeln neue Märchen für Erwachsene zum Verschenken, Vorlesen und Liebhaben - für alle die noch Mut zum Träumen finden. Denn Sehnsucht ist eine Kraft, die unsere Träume in die Wirklichkeit trägt.
Auszug
Es war eine schmucke, saubere und ordentliche kleine Stadt. Das Leben der Bewohner verlief in geregelten Bahnen, die nur selten durch eine unliebsam Störung unterbrochen wurden. Und alle in der Stadt waren bemüht, diese so beruhigende Ordnung auf keinen Fall zu gefährden oder in Frage zu stellen.
In jedem Sommer ließen sich Zigeuner für ein paar Tage am Rande dieser kleinen Stadt nieder. Da sie sich in den normalen Gang der Dinge einfügten und keine Unordnung brachten, wurden sie zwar meist argwöhnisch beäugt, aber immerhin geduldet. Die Frauen kauften bei ihnen Stoffe und Korbwaren und besuchten heimlich, ohne daß es ihre Männer wußten, die alte Zigeunerin mit der Kristallkugel und den Tarotkarten. Die Männer bewunderten mancherlei Vorführungen und Kunststücke und besuchten heimlich, ohne daß es ihre Frauen wußten, ebenfalls die alte Wahrsagerin. Und die Kinder strichen neugierig und aufgeregt um die Wagen der Zigeuner herum. Hier roch es nach Abenteuer und Fernweh - und vor allem kam nach ein paar Tagen immer der alte Roman aus seinem Wagen, von den Kindern sehnsüchtig erwartet.
Roman war ein alter Zigeuner mit wildem Haar, noch wilderen Augen und einem imposanten Schnurrbart. Er redete im allgemeinen wenig, doch wenn er zu erzählen begann, dann war es, als entführte er seine Zuhörer zu atemberaubenden Abenteuern in ferne Länder - nicht selten waren sie in den Herzen der Zuhörer, mehr als ihnen vielleicht bewußt war. Unmerklich wurden die Kinder durch Romans spannende Geschichten reicher und erfahrener. Deshalb waren es wohl auch nicht nur seine Erzählungen, von denen sie sich so sehr angezogen fühlten, sondern auch eine seltsame, scheue und doch innige Liebe zu diesem alten Zigeuner.
Mit den Jahren merkten das auch die Eltern. Doch war es ihnen nie notwendig erschienen, dem allzu viel Bedeutung beizumessen. Mit der Zeit spürten sie aber, daß da noch mehr war und in ihren Kindern Gedanken reiften, die manches von der Ordnung in ihrer Stadt stören könnten.
So besprachen sie eines Tages, ob sie ihren Kindern die Besuche bei Roman verbieten sollten. Allerdings wußten sie auch, daß Kinder Verbotenes eben heimlich tun ...
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Märchen als Almanach
In einem schönen, fernen Reiche, von welchem die Sage lebt, daß die Sonne in seinen ewig grünen Gärten niemals untergehe, herrschte von Anfang an bis heute die Königin Phantasie. Mit vollen Händen spendete diese seit vielen Jahrhunderten die Fülle des Segens über die Ihrigen und war geliebt, verehrt von allen, die sie kannten. Das Herz der Königin war aber zu groß, als daß sie mit ihren Wohltaten bei ihrem Lande stehen geblieben wäre; sie selbst, im königlichen Schmuck ihrer ewigen Jugend und Schönheit, stieg herab auf die Erde; denn sie hatte gehört, daß dort Menschen wohnen, die ihr Leben in traurigem Ernst, unter Mühe und Arbeit hinbringen. Diesen hatte sie die schönsten Gaben aus ihrem Reiche mitgebracht, und seit die schöne Königin durch die Fluren der Erde gegangen war, waren die Menschen fröhlich bei der Arbeit, heiter in ihrem Ernst.
Auch ihre Kinder, nicht minder schön und lieblich als die königliche Mutter, sandte sie aus, um die Menschen zu beglücken. Einst kam Märchen, die älteste Tochter der Königin, von der Erde zurück. Die Mutter bemerkte, daß Märchen traurig sei, ja, hier und da wollte ihr bedünken, als ob sie verweinte Augen hätte.
»Was hast du, liebes Märchen«, sprach die Königin zu ihr, »du bist seit deiner Reise so traurig und niedergeschlagen, willst du deiner Mutter nicht anvertrauen, was dir fehlt?«
»Ach, liebe Mutter«, antwortete Märchen, »ich hätte gewiß nicht so lange geschwiegen, wenn ich nicht wüßte, daß mein Kummer auch der deinige ist.«
»Sprich immer, meine Tochter«, bat die schöne Königin, »der Gram ist ein Stein, der den einzelnen niederdrückt, aber zwei tragen ihn leicht aus dem Wege.«
»Du willst es«, antwortete Märchen, »so höre: Du weißt, wie gerne ich mit den Menschen umgehe, wie ich freudig auch bei dem Ärmsten vor seiner Hütte sitze, um nach der Arbeit ein Stündchen mit ihm zu verplaudern; sie boten mir auch sonst gleich freundlich die Hand zum Gruß, wenn ich kam, und sahen mir lächelnd und zufrieden nach, wenn ich weiterging; aber in diesen Tagen ist es gar nicht mehr so!«
»Armes Märchen!« sprach die Königin und streichelte ihr die Wange, die von einer Träne feucht war, »aber du bildest dir vielleicht dies alles nur ein?«
»Glaube mir, ich fühle es nur zu gut«, entgegnete Märchen, »sie lieben mich nicht mehr. Überall, wo ich hinkomme, begegnen mir kalte Blicke; nirgends bin ich mehr gern gesehen; selbst die Kinder, die ich doch immer so lieb hatte, lachen über mich und wenden mir altklug den Rücken zu.«
Die Königin stützte die Stirne in die Hand und schwieg sinnend.
»Und woher soll es denn«, fragte die Königin, »kommen, Märchen, daß sich die Leute da unten so geändert haben?«
»Sieh, die Menschen haben kluge Wächter aufgestellt, die alles, was aus deinem Reich kommt, o Königin Phantasie, mit scharfem Blicke mustern und prüfen. Wenn nun einer kommt, der nicht nach ihrem Sinne ist, so erheben sie ein großes Geschrei, schlagen ihn tot oder verleumden ihn doch so sehr bei den Menschen, die ihnen aufs Wort glauben, daß man gar keine Liebe, kein Fünkchen Zutrauen mehr findet. Ach, wie gut haben es meine Brüder, die Träume, fröhlich und leicht hüpfen sie auf die Erde hinab, fragen nichts nach jenen klugen Männern, besuchen die schlummernden Menschen und weben und malen ihnen, was das Herz beglückt und das Auge erfreut!«
»Deine Brüder sind Leichtfüße«, sagte die Königin, »und du, mein Liebling, hast keine Ursache, sie zu beneiden. Jene Grenzwächter kenne ich übrigens wohl; die Menschen haben so unrecht nicht, sie aufzustellen; es kam so mancher windige Geselle und tat, als ob er geradewegs aus meinem Reiche käme, und doch hatte er höchstens von einem Berge zu uns herübergeschaut.«
»Aber warum lassen sie dies mich, deine eigene Tochter, entgelten«, weinte Märchen. »Ach, wenn du wüßtest, wie sie es mit mir gemacht haben; sie schalten mich eine alte Jungfer und drohten, mich das nächste Mal gar nicht mehr hereinzulassen.« »Wie, meine Tochter nicht mehr einzulassen?« rief die Königin, und Zorn rötete ihre Wangen. »Aber ich sehe schon, woher dies kommt; die böse Muhme hat uns verleumdet!«
»Die Mode? Nicht möglich!« rief Märchen, »sie tat ja sonst immer so freundlich.«
»Oh! Ich kenne sie, die Falsche«, antwortete die Königin, »aber versuche es ihr zum Trotze wieder, meine Tochter, wer Gutes tun will, darf nicht rasten.«
»Ach, Mutter! Wenn sie mich dann ganz zurückweisen, oder wenn sie mich verleumden, daß mich die Menschen nicht ansehen oder einsam und verachtet in der Ecke stehen lassen?«
»Wenn die Alten, von der Mode betört, dich geringschätzen, so wende dich an die Kleinen, wahrlich, sie sind meine Lieblinge, ihnen sende ich meine lieblichsten Bilder durch deine Brüder, die Träume, ja, ich bin schon oft selbst zu ihnen hinabgeschwebt, habe sie geherzt und geküßt und schöne Spiele mit ihnen gespielt; sie kennen mich auch wohl, sie wissen zwar meinen Namen nicht, aber ich habe schon oft bemerkt, wie sie nachts zu meinen Sternen herauflächeln und morgens, wenn meine glänzenden Lämmer am Himmel ziehen, vor Freuden die Hände zusammenschlagen. Auch wenn sie größer werden, lieben sie mich noch, ich helfe dann den lieblichen Mädchen bunte Kränze flechten, und die wilden Knaben werden stiller, wenn ich auf hoher Felsenspitze mich zu ihnen setze, aus der Nebelwelt der fernen, blauen Berge hohe Burgen und glänzende Paläste auftauchen lasse und aus den rötlichen Wolken des Abends kühne Reiterscharen und wunderliche Wallfahrtszüge bilde.«
»O die guten Kinder!« rief Märchen bewegt aus. »Ja, es sei! Mit ihnen will ich es noch einmal versuchen.«
»Ja, du gute Tochter«, sprach die Königin, »gehe zu ihnen; aber ich will dich auch ein wenig ordentlich ankleiden, daß du den Kleinen gefällst und die Großen dich nicht zurückstoßen; siehe, das Gewand eines Almanachs will ich dir geben.«
»Eines Almanachs, Mutter? Ach! - Ich schäme mich, so vor den Leuten zu prangen.«
Die Königin winkte, und die Dienerinnen brachten das zierliche Gewand eines Almanachs. Es war von glänzenden Farben und schöne Figuren eingewoben.
Die Zofen flochten dem schönen Mädchen das lange Haar; sie banden ihr goldene Sandalen unter die Füße und hingen ihr dann das Gewand um.
Das bescheidene Märchen wagte nicht aufzublicken, die Mutter aber betrachtete es mit Wohlgefallen und schloß es in ihre Arme. »Gehe hin«, sprach sie zu der Kleinen, »mein Segen sei mit dir. Und wenn sie dich verachten und höhnen, so kehre zurück zu mir, vielleicht, daß spätere Geschlechter, getreuer der Natur, ihr Herz dir wieder zuwenden.«
Also sprach die Königin Phantasie. Märchen aber stieg hinab auf die Erde. Mit pochendem Herzen nahte sie dem Ort, wo die klugen Wächter hauseten; sie senkte das Köpfchen zur Erde, sie zog das schöne Gewand enger um sich her, und mit zagendem Schritt nahte sie dem Tor.
»Halt!« rief eine tiefe, rauhe Stimme. »Wache heraus! Da kommt ein neuer Almanach!«
Märchen zitterte, als sie dies hörte; viele ältliche Männer von finsterem Aussehen stürzten hervor; sie hatten spitzige Federn in der Faust und hielten sie dem Märchen entgegen. Einer aus der Schar schritt auf sie zu und packte sie mit rauher Hand am Kinn. »Nur auch den Kopf aufgerichtet, Herr Almanach«, schrie er, »daß man Ihm in den Augen ansiehet, ob er was Rechtes ist oder nicht!«
Errötend richtete Märchen das Köpfchen in die Höhe und schlug das dunkle Auge auf.
»Das Märchen!« riefen die Wächter und lachten aus vollem Hals, »das Märchen! Haben wunder gemeint, was da käme! Wie kommst du nur in diesen Rock?«
»Die Mutter hat ihn mir angezogen«, antwortete Märchen. »So? Sie will dich bei uns einschwärzen? Nichts da! Hebe dich weg, mach, daß du fortkommst!« riefen die Wächter untereinander und erhoben die scharfen Federn.
»Aber ich will ja nur zu den Kindern«, bat Märchen, »dies könnt ihr mir ja doch erlauben.«
»Läuft nicht schon genug solches Gesindel im Land umher?« rief einer der Wächter. »Sie schwatzen nur unseren Kindern dummes Zeug vor.«
»Laßt uns sehen, was sie diesmal weiß!« sprach ein anderer.
»Nun ja«, riefen sie, »sag an, was du weißt, aber beeile dich, denn wir haben nicht viele Zeit für dich!«
Märchen streckte die Hand aus und schrieb mit dem Zeigefinger viele Zeichen in die Luft. Da sah man bunte Gestalten vorüberziehen; Karawanen mit schönen Rossen, geschmückte Reiter, viele Zelte im Sand der Wüste; Vögel und Schiffe auf stürmischen Meeren; stille Wälder und volkreiche Plätze und Straßen; Schlachten und friedliche Nomaden, sie alle schwebten in belebten Bildern, in buntem Gewimmel vorüber.
Märchen hatte in dem Eifer, mit welchem sie die Bilder aufsteigen ließ, nicht bemerkt, wie die Wächter des Tores nach und nach eingeschlafen waren. Eben wollte sie neue Zeichen schreiben, als ein freundlicher Mann auf sie zutrat und ihre Hand ergriff. »Siehe her, gutes Märchen«, sagte er, indem er auf die Schlafenden zeigte, »für diese sind deine bunten Sachen nichts; schlüpfe schnell durch das Tor; sie ahnen dann nicht, daß du im Lande bist, und du kannst friedlich und unbemerkt deine Straße ziehen. Ich will dich zu meinen Kindern führen; in meinem Hause geb' ich dir ein stilles, freundliches Plätzchen; dort kannst du wohnen und für dich leben; wenn dann meine Söhne und Töchter gut gelernt haben, dürfen sie mit ihren Gespielen zu dir kommen und dir zuhören. Willst du so?«
»Oh, wie gerne folge ich dir zu deinen lieben Kleinen; wie will ich mich befleißen, ihnen zuweilen ein heiteres Stündchen zu machen!«
Der gute Mann nickte ihr freundlich zu und half ihr, über die Füße der schlafenden Wächter hinüberzusteigen. Lächelnd sah sich Märchen um, als sie hinüber war, und schlüpfte dann schnell in das Tor.
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Hauff hat seine Märchen in drei Almanachen veröffentlicht.
Märchen-Almanach auf das Jahr 1826
Märchen als Almanach
Die Karawane (Rahmenerzählung)
Die Geschichte vom Kalif Storch
Die Geschichte von dem Gespensterschiff
Die Geschichte von der abgehauenen Hand
Die Errettung Fatmes
Die Geschichte von dem kleinen Muck
Das Märchen vom falschen Prinzen
Märchen-Almanach auf das Jahr 1827
Der Scheik von Alessandria und seine Sklaven (Rahmenerzählung)
Der Zwerg Nase
Abner, der Jude, der nichts gesehen hat
Der arme Stephan
Der gebackene Kopf
Der Affe als Mensch (Der junge Engländer)
Das Fest der Unterirdischen
Schneeweißchen und Rosenrot
Die Geschichte Almansors
Märchen-Almanach auf das Jahr 1828
Das Wirtshaus im Spessart (Rahmenerzählung)
Die Sage vom Hirschgulden
Das kalte Herz I
Saids Schicksale
Die Höhle von Steenfoll - Eine schottländische Sage
Das kalte Herz II
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Sämtliche Märchen von Wilhelm Hauff
Hans-Heino Ewers (Herausgeber)
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Ein Muss für jeden Märchenfreund! :)
Jim Knopf
11.08.2002, 01:18
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Klappentext
Die Wirklichkeit -ein Messer ohne Klinge, an dem der Griff fehlt?
Paul Watzlawick klärt auf unkonventionelle und amüsante Weise darüber auf, was die sogenannte Wirklichkeit tatsächlich ist. Denn sie ist keineswegs das, was wir naiv »Wirklichkeit« zu nennen pflegen, sie ist vielmehr das Ergebnis zwischenmenschlicher Kommunikation, was Watzlawick mit vielen verblüffenden Beispielen belegt.
Durchschnittliche Kundenbewertung: ****+
Persönliche Beurteilung:
Äußerst unterhaltsames Buch über teilweise alltägliche Probleme (s.u.)
"Geforderte Spontanität führt vielmher unweigerlich in die paradoxe Situation, in der die Forderung ihre eigene Erfüllung unmöglich macht. Dieses Kommunikationsmuster liegt zum Beispiel dann vor, wenn eine Ehefrau es ihrem Mann nahelegt, ihr doch gelegentlich Blumen mitzubringen. Da sie sich vermutlich seit langem nach diesem kleinen Liebesbeweis gesehnt hat, ist ihr Wunsch menschlich durchaus verständlich. Weniger offensichtlich ist dagegen die Tatsache, daß sie sich damit nun die Erfüllung ihrer Sehnsucht endgültig verbaut hat: Wenn er nämlich ihren Wunsch ignoriert, wird sie sich noch weniger geliebt fühlen; kommt er ihm aber nach, so wird sie dennoch unzufrieden sein, denn er bringt ihr die Blumen ja nicht spontan, von sich aus, sondern nur, weil sie sie verlangte."
Jim Knopf
11.08.2002, 01:27
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Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Rezensentin/Rezensent: lund@uni-muenster.de aus Münster, NRW
"Stein und Flöte" ist eines der schönsten und wunderbarsten Bücher, die ich je gelesen habe. Dieses Buch ist allerdings nicht nur für LeserInnen geeignet, die gerne Fantasy lesen, sondern auch für alle diejenigen, die gerne Bücher lesen, in denen man versinken kann, bei denen man die Zeit vergißt, in denen man träumen kann... die fesseln bis zur letzten Seite. Es erinnert ein wenig an die Gewaltigkeit des "Herrn der Ringe". Sobald man die letzte Seite erreicht hat, lechzt man nach mehr, denn "das ist noch nicht alles", aber leider gibt es keine Fortsetzung. Und wieder mal ärgert man sich, daß man ein so wunderbares Buch zu schnell verschlungen hat. "Stein und Flöte" ist eine seltsame Mischung aus Fantasy, Abenteuer, Märchen und Mittelalterroman, gefühlvoll und romantisch erzählt und mit Bewußtsein für das Besondere. Kein Buch, was man schnell wieder weglegt! Für dieses Buch Vergleiche zu finden, die ihm gerecht werden, ist schwierig, deshalb lasse ich's besser und bleibe dabei, es wärmestens zu empfehlen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Rezensentin/Rezensent: aus Trier
Der Untertitel des Buchs ist sicherlich richtig gewählt, denn dieser Roman ist ein gelungener Märchenroman. Sehr viel Phantasie machen das Buch zu einem echten Lesevergnügen. erzählt wird die Geschichte von Lauscher, der sinem Großvater, dem Sanften Flöter, sehr ähnelt, während der Vater (der Große Brüller) ganz anders ist. Lauscher zieht in die Welt und es "begleiten" ihn in seinen Abenteuern eine magische silberne Flöte, ein in allen Farben leuchtender Stein und ein Holzstück, das einige merkwürdige GAben hat. Eigentlich soll Lauscher mit ihrer Hilfe seinen Weg in der Welt finden, doch zunächst versucht er sich die Welt anzupassen durch seine "Begleiter", bevor er am Ende... ach lesen sie lieber selbst, denn Lauscher lernt viele interessante Leute kennen und das Buch lebt auch von seinen vielen kleinen "Nebengeschichten", die erzählt werden. Die schöne Erzählweise macht wirklich Vergnüngen beim Lesen und man wird das Buch wohl nicht so schnell aus der Hand legen... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
persönliche Einschätzung:
Das Buch ist tatsächlich eine Mischung aus Fantasy, Abenteuer, Märchen und Mittelalterroman, die gefühlvoll und romantisch erzählt wird. Den dritten Teil des Buches finde ich persönlich im Vergleich zu den beiden ersten etwas schwach, was den Gesamteindruck aber nicht wesentlich verschlechtert.
Wirklich schade, wenn auch die letzte Seite gelesen und das Buch damit zu Ende ist. Solche Bücher können gar nicht dick genug sein.
Hier noch die Links für die beiden Bücher:
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[/url]
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[url=http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3442447178/stockchannelnetg] (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3492201741/stockchannelnetg)
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Rezension der Sonntagszeitung.CH
Animalische Herrscher
Männliche Staatschefs verhalten sich wie Alphatiere bei Schimpansen, Gorillas und Co., sagt ein US-Psychologe
VON BALZ SPÖRRI
Warum streben Menschen an die Macht?
«Ich kandidiere, weil ich glaube, für das Amt geeignet zu sein», nuschelte Joseph Deiss vor seiner Wahl in den Bundesrat. Und sein damaliger Gegenspieler Adalbert Durrer sprach von der «Herausforderung, in der höchsten Position des Landes mitwirken zu können».
Alles Geschwafel!
Was die Politiker wirklich antreibt, ist etwas ganz anderes: ein tief verwurzelter biologischer - sprich: animalischer - Trieb. Dies behauptet der amerikanische Psychologe Arnold Ludwig in einem soeben erschienenen Buch über die Natur politischer Führer. «Gleich wie unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen und Gorillas, sind die Menschen genetisch programmiert, innerhalb einer Gruppe um die Herrschaft zu kämpfen», schreibt Ludwig. Will heissen: Jeder möchte zum Alphatier werden; doch nur wenige schaffen es.
Der emeritierte Professor der University of Kentucky hat für sein Buch «King of the Mountain» die Lebensläufe aller Staatsoberhäupter ausgewertet, die im 20. Jahrhundert an der Macht waren. Fast aller. Ausgerechnet die Schweizer Bundesräte hat Ludwig wegen ihrer «beschränkten Machtfülle» nicht berücksichtigt.
Beeindruckend ist die Liste allemal:
Insgesamt 1941 Politiker aus 199 Ländern hat Ludwig untersucht, darunter Tyrannen wie Ugandas Idi Amin, Monarchen wie den deutschen Kaiser Wilhelm II. und demokratisch gewählte Führer wie Tony Blair.
Der Weg an die Spitze, so zeigt die Studie, ist lang und gefährlich:
Bevor sie an die Macht kamen, sassen 20 Prozent aller Herrscher im Gefängnis; 15 Prozent lebten im Exil; jeder vierte riskierte bei einem Coup oder in einem Krieg sein Leben. Damit nicht genug: Jeder zehnte Herrscher des letzten Jahrhunderts starb eines unnatürlichen Todes, jeder vierte erlebte mindestens einen Staatsstreich, Aufstand oder Bürgerkrieg.
Verlangen nach Macht wird genährt durch wunderbare Belohnungen
Keinem vernünftigen Menschen käme es angesichts dieser Risiken in den Sinn, nach dem höchsten Amt im Staat zu streben. Doch warum tun es trotzdem so viele? Ludwigs Antwort ist einfach: «Die Natur stellt potenziellen Herrschern derart wunderbare Belohnungen in Aussicht, dass ihr Verlangen nach Macht unendlich gross wird.»
Alle Arten von höher entwickelten Primaten - mit Ausnahme der Bonobos (Zwergschimpansen) - gruppieren sich hierarchisch um ein männliches Alphatier. Der Herdenchef geniesst verschiedene Privilegien: Er hat mehr Weibchen als alle andern, er produziert mehr Nachwuchs, er bekommt mehr zu essen, ihm stehen die besten Zufluchtsorte zu, und er wird von den untergeordneten Männchen respektiert. Das macht, vom Standpunkt der Evolution aus, durchaus Sinn: So ist sichergestellt, dass sich die Gene des stärksten Männchens ausbreiten.
Genau gleich wie die Schimpansen und Gorillas, so behauptet nun Ludwig, verhalten sich die Menschen. Auch sie gruppieren sich um ein männliches Alphatier, nämlich das Staatsoberhaupt. Frauen kommen in dieser Position kaum vor. Von den weltweit fast 2000 Führern des letzten Jahrhunderts waren nur gerade 27 Frauen. Zieht man jene ab, die nur deshalb an die Macht kamen, weil sie die Tochter oder Witwe eines Herrschers waren, bleiben noch 14 Frauen übrig - für Ludwig Beweis genug, dass Menschen wie Affen genetisch auf eine einzelne, männliche Führerfigur ausgerichtet sind.
Das Staatsoberhaupt geniesst die gleichen - auf menschliche Bedürfnisse zugeschnittenen - Privilegien wie das Alphatier einer Affenherde: mehr Sex, mehr Nachkommen, mehr Geld sowie den Respekt der Untertanen.
Dopamin-Ausstoss im Hirn ändert sich bei Machtübernahme
Beispiel gefällig?
Gemäss Untersuchungen des Kinsey-Instituts haben 37 Prozent aller verheirateten amerikanischen Männer mindestens eine aussereheliche Affäre in ihrem Leben. Peanuts, wenn man diese Zahl mit dem Sexualleben der Staatsoberhäupter vergleicht. Gemäss Ludwigs Studie vergnügten sich 95 Prozent aller Tyrannen und 87 Prozent aller Monarchen des 20. Jahrhunderts ausserhalb des ehelichen Schlafzimmers.
König Sobhuza II. von Swaziland besass beispielsweise 70 Frauen, bei König Chulalongkorn von Sri Lanka sollen es gar 84 gewesen sein. Doch selbst in Demokratien, wo die Privilegien des Alphatieres stark eingeschränkt werden, finden die Staatsoberhäupter viel leichter Zugang zum weiblichen Geschlecht als der Durchschnittsbürger. Von den letzten 18 US-Präsidenten hatten mindestens 10 ausserehelichen Sex.
Untersuchungen an Makaken haben gezeigt, dass sich der Ausstoss von Botenstoffen wie Dopamin im Hirn radikal verändert, sobald ein Affe die dominante Rolle innerhalb einer Gruppe eingenommen hat. Ludwig vermutet, dass sich im Körper von Politikern ähnliche biochemische und hormonelle Prozesse abspielen, wenn sie an die Macht kommen. Es könne kein Zufall sein, dass Kandidaten nach ihrer Wahl plötzlich ganz «präsidial» erscheinen, meint der Psychologe.
Doch nicht nur Politiker rangeln ständig um die Position des Alphatieres. Das gleiche Verhaltensmuster, glaubt Ludwig, lässt sich auch in Wirtschaft, Sport oder Wissenschaft beobachten. Manager beschwören heute gerne flache Hierarchien und Teamarbeit, doch die Realität sieht anders aus: «An der Spitze herrscht extremes Nicht-Teamwork», diagnostizierte kürzlich der amerikanische Management-Guru Peter Drucker.
Und Kommunikationsexpertin Margarete Payer doppelt nach:
In vielen Unternehmen gehe es oft nicht um sachliche Entscheidungen, sondern darum, wer «Alphatier beziehungsweise Platzhirsch ist». Spitzenmanager, so doziert die Professorin an der Fachhochschule Stuttgart ihren Studenten, benehmen sich «kein bisschen weniger als Hirsche, Frösche und andere Viecher».
Augenfällig ist die Bedeutung von Alphatieren auch im Sport.
Die schwachen Leistungen der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft an der letzten WM erklärten Fachleute unter anderem damit, dass Trainer Ralph Krueger zuvor den «Leitwolf» («Blick») Reto von Arx ausgemustert hatte. Und die Zürcher Grasshoppers entliessen zu Jahresbeginn Trainer Hans-Peter Zaugg, weil angeblich «die Beziehung zu den Schlüsselspielern, die mannschaftsinterne Hierarchie» nicht mehr stimmte.
Ob Sport, Wirtschaft oder Politik - für den Psychologen Arnold Ludwig ist klar:
«Der Alphatier-Trieb manifestiert sich überall.»
Allerdings: «Nur in der Politik können Führer ihren Willen einer ganzen Gesellschaft aufzwingen.»
Hat es ein Politiker an die Spitze geschafft, stirbt sein Machttrieb aber nicht einfach ab. Im Gegenteil. Wie andere Primaten auch sucht er jetzt die Herrschaft über andere Gruppen, schreibt Ludwig. «Ob es uns gefällt oder nicht, Aggression ist Teil unserer Primaten-Natur.»
Die logische Folge heisst Krieg. Rund die Hälfte aller untersuchten Staatsmänner führte Krieg, schlug Rebellionen nieder oder traf Entscheide, die direkt zum Tode von unzähligen Menschen führten.
Über 200 Millionen Menschen starben während des 20. Jahrhunderts in Kriegen oder an den Folgen katastrophaler sozialpolitischer Entscheide. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute ist, dass nicht alle Herrscher gleichermassen dafür verantwortlich waren: 74 Prozent der Diktatoren waren in einen Krieg verwickelt, dagegen nur 37 Prozent der demokratisch gewählten Herrscher.
Ein friedlicheres Zusammenleben ist also möglich - aber nur dann, wenn dem Machttrieb aller Alphatiere enge, demokratische Schranken gesetzt werden. Und hier könnte die Schweiz durchaus Vorbild sein, sagt Ludwig. «Von allen Regierungsformen ist das Schweizer Modell am besten geeignet, kriegslüsterne Anführer von der Macht fernzuhalten.»
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Vorsicht: 1291 Seiten :lach
Kurzbeschreibung
Das fesselnde Schicksal des Robin of Waringham, eines Mannes, der in seiner Jugend alles verliert und später, an der Seite des charismatischen Duke of Lancaster, alles gewinnt. Ein farbenprächtiges Ritterepos vor dem Hintergrund großer Geschichte.
Durchschnittliche Kundenbewertung: fast *****
Anzahl der Rezensionen: 186! :eek:
Einige Überschriften aus der letzten Zeit:
- Einmal angefangen muss es zu Ende gebracht werden
- Einfach grandios...
- Macht Lust auf Geschichte
- Umwerfend! Geistreich! Grandios geschrieben und verflochten!
- Unweglegbar!
....Definitiv auf der gleichen Stufe wie "Die Säulen der Erde" oder "Die Päpstin"!
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Dies ist die Geschichte eines Flüchtlingszuges, eine Geschichte um Witz und Mut trotz Schwachheit, um Kameradschaft, um Leben und Tod. Es ist die Geschichte von Hazel und Fiver und ihren Freunden. Allesamt Kaninchen.
Als Fiver eine Katastrophe vorhersieht, will ihm niemand glauben, niemand - außer Hazel. Zusammen mit ein paar Freunden machen sie sich auf die lange und gefahrvolle Reise in eine neue Heimat.
Ein Buch für alle - Kinder, Jugendliche, Erwachsene. Hinter der vordergründigen Handlung liegt so einiges verborgen; auch die Charaktere sind vielschichtig.
Lesenswert sind auch die Sagen um El-ahrairah, das Heldenkarnickel.
Liebevoll erzählt und glaubwürdig: Ein Muß!
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Aus einer Leser-Rezension
Für alle, die gern in fiktive Welten eintauchen, ist das Buch unbedingt lesenswert. Außer Tolkiens Herr der Ringe hat mich noch kein Buch so in seinen Bann gezogen. Ich habe das Buch das erste Mal als Kind gelesen, finde es aber immer noch spannend - und denke, dass es jedem Erwachsenen, der sich nichtvon einer Tiergeschichte abschrecken lässt ähnlich gehen kann...
Meine Meinung:
Ich habe es vor Jahren mit dem größten Vergnügen gelesen - und - leider!;) - verschenkt, weil ich eine Freude machen wollte.
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Suche impotenten Mann fürs Leben.
von Gaby Hauptmann
Carmen Legg ist 35 Jahre jung, schlank, selbständig und gut betucht.
Sie hat das Theater mit den Männern dick, die immer nur das eine wollen und jede Menge andere Interessen vortäuschen. Kurzentschlossen und logisch genau durchdacht gibt Carmen eine Kontaktanzeige auf: "Wanted: Klarer Männerkopf... Bedingung: Intelligenz und Impotenz. "
Überrascht stellt sie bei der Fülle der Zuschriften fest, daß es gar nicht mal so wenige männliche Spezies dieser Gattung gibt. Genüßlich läßt sie sich von ihren neuen Bekannten nach Strich und Faden verwöhnen, ohne befürchten zu müssen das Ende des Abends im Bett bezahlen zu müssen. Natürlich findet sie auch den einen, mit dem sie sich mehr als nur Freundschaft vorstellen kann. Allerdings gibt es da noch ein kleines Problem mit vereinten Kräften zu überwinden......
Gaby Hauptmann hat mit ihrer "Suche nach dem impotenten Mann fürs Leben" ein witziges, unterhaltsames Buch geschrieben, das sich bestens eignet für verregnete Sonntage auf der Couch.
© manuela haselberger
Durchschnittliche Kundenbewertung: fast *****
Anzahl der Rezensionen: 29!!!
- empfehlenswert, teils recht amusant :lach
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Die fabelhaften Heldentaten des weisen Narren Mulla Nasrudin.
von Idries Shah, Richard Williams (Illustrator)
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Leser-Rezension:
Einstiegsliteratur zum Thema Nasrudin/Nasreddin, 25. Februar 2002
Tausend und eine Nacht wird bei den listigen Geschichten des Nasrudins in den Hintergrund gedrängt, wenn man die Geschichten des Nasrudin erst einmal kennt. Vordergründig kleine witzige Anekdoten werden zu einem ständigen Quell eines mokanten Grinsens, wenn man feststellt, dass die Menschen eines anderen Kulturkreises zu einer ganz anderen Zeit in dem gleichen verkehrten Denken gefangen sind.
Kinder brauchen Maerchen, alle Menschen brauchen Geschichten - nur wissen sie es meist nicht.
dirk
Leseprobe:
"Gesetze als solche machen die Menschen nicht besser", sagte Nasrudin zum König. "Sie müssen bestimmte Dinge in die Tat umsetzen, um auf die innere Wahrheit abgestimmt zu werden. Diese Form der Wahrheit ähnelt der äußeren Wahrheit nur von ferne."
Der König aber beschloß, die Menschen dazu zu bringen, die Wahrheit anzunehmen. Er war überzeugt, er können sie dazu bringen, Wahrhaftigkeit in die Tat umzusetzen. Man kam in die Stadt über eine Brücke; auf dieser ließ er einen Galgen errichten.
Am nächsten Tage, als die Tore im Morgengrauen geöffnet wurden, stand der Wachhauptmann dort mit seiner Truppe bereit, um alle, die in die Stadt wollten, zu überprüfen. Folgendes hatte man bekanntgegeben: "Jedermann wird befragt! Wenn er die Wahrheit spricht, wird ihm erlaubt, in die Stadt zugehen. Wenn er lügt, wird er gehängt."
Nasrudin kam heran.
"Wohin gehst du?"
"Ich bin unterwegs, um gehängt zu werden", sagte Nasrudin gemächlich.
"Das glauben wir dir nicht!"
"Gut! Falls ich gelogen habe, hängt mich auf!"
"Aber wenn wir dich aufhängen, weil du gelogen hast, machen wir das, was du gesagt hast, ja zur Wahrheit."
"Recht so! Jetzt wißt ihr, was Wahrheit ist - eure Wahrheit!"
***
Wieder und wieder überquerte Nasrudin die Grenze zwischen Persien und Griechenland auf Esels rücken. Jedesmal hatte er zwei Körbe mit Stroh dabei und kam ohne sie zurück.
Jedesmal untersuchte die Wache ihn wegen Schmuggelware.
Niemand fand etwas.
"Was bringst du herüber?"
"Ich bin ein Schmuggler."
Jahre später, Nasrudin machte einen immer wohlhabenderen Eindruck, zog er nach Ägypten. Dort begegnete er einem der Grenzwächter.
"Sag einmal, Nasrudin, jetzt, wo du außerhalb der Gerichtsbarkeit von Griechenland und Persien bist und hier in solchem Wohlstand lebst, sage mir doch, was war es eigentlich, was du geschmuggelt hast, als wir dich nie Überführen konnten."
"Esel."
Gerd B. Achenbach:
Das kleine Buch der inneren Ruhe
Kurzbeschreibung:
Eine Auswahl inspirierender, tiefgründiger, aber auch humorvoll-leichter Texte aus der reichen Tradition philosophischer Lebenspraxis zeigt, dass es möglich ist, innezuhalten und sein inneres Gleichgewicht zu bewahren.
Rezensionen:
Dr. Thomas Miller:
Achenbach führt hier erstmals in seiner eigenen unnachahmlichen Weise auch für Laien verständlich philosophische Texte als Lehrstücke vor. Plutarch, Seneca und Pascal finden ebenso Erwähnung wie Nietzsche, Alain, Montaigne und sogar Michael Ende. Das wichtigste Kapitel scheint mir das letzte zu sein, denn hier wird gezeigt, dass man gerade von einem Menschenverachter wie Schopenhauer viel für sich selbst entnehmen kann. Wir sollten uns mehr Bücher dieser Art wünschen.
Durchschnittliche Kundenbewertung: ****
Amazon-Leser-Rezension:
Philosophische Betrachtungen zu Zeit- und Sinn.
Rezensentin: Kerstin Schaper-Lang
Ein anspruchsvolles Buch, das aufzeigt, wie alt und interessant die Frage nach dem Umgang mit der Zeit ist und wieviele Aspekte dazugehören. Der Bezug zwischen den Betrachtungen der Philosophen, wie bspw. Marc Aurel, Plutarch oder auch Nietsche und aktuellen Fragen wird deutlich dargestellt.
Insbesondere der Fall "Beppo Straßenkehrer" ist wunderbar plastisch, um den Umgang mit der langwierigen Aufgabe - was auch immer diese ist - erträglich zu machen. Ein sehr inspirierendes Buch, das zur Gelassenheit anregt und positive Aspekte des Menschenlebens wunderbar herausarbeitet.
Sehr lesenswert in diesen Tagen der weltlichen Verunsicherungen.
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Japanische Dreizeiler.
Ausgewählt u. aus dem Urtext übertragen v. Jan Ulenbrook.
Reclam (1995), 279 S., reclam 9400, Kt.
Eine repräsentative Auswahl von 285 Dreizeilern der klassischen japanischen Lyrikgattung. Vertreten sind die bedeutesten Dichter Japans und viele andere. Inhaltlich gliedert sich der Band in Themen: Neujahr, Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Das Bändchen Japanische Dreizeiler. Neue Folge. Ausw. u. Übers.: Ulenbrook, Jan. 143 S.
ISBN 3-15-009690-1
UB 9690 führt Amazon.de nicht.
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Der Autor:
Haruki Murakami, 1949 in Kyoto geboren, zumeist in Europa oder USA lebend, ist der gefeierte und mit den höchsten japanischen Literaturpreisen ausgezeichnete Autor von sechs Romanen und Erzählungsbänden. Er hat die Werke von Raymond Chandler, John Irving, Truman Capote und Raymond Carver ins Japanische übersetzt.
Rezension:
Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah" - ein Titel für eine Erzählung, der an sich schon ein Gedicht ist. Und die Erzählung hält dieses Versprechen; auf gewohnt unprätentiöse Weise lässt uns Murakami teilhaben an einer flüchtigen Begegnung auf der Straße; ein junger Mann, eine Frau, die sich kurz anblicken. Und er weiß: das war sie - mein 100%iges Mädchen. Und ich habe sie nicht angesprochen. Denn wie spricht man ein 100%iges Mädchen an? Ist es nicht lächerlich, ihr das gleich bei der ersten Begegnung zu sagen? Wer würde ihm schon glauben? Und so lässt er sie vorbeigehen - ohne sie angesprochen zu haben.
Es gibt in diesem Geschichtenband noch drei Erzählungen, die ich als ähnlich stark empfand; da wären zum Beispiel die "Lederhosen", die den Ausschlag dafür geben, dass eine Frau ihren Mann und ihr Kind verlässt.
"Familiensache" stellt zwei Geschwister in den Mittelpunkt, die sich schon seit einigen Jahren eine Wohnung teilen. Beide empfinden das Arrangement als sehr zufriedenstellend; sie belästigen sich nicht, jeder lässt den anderen seiner Wege gehen, sein Leben leben. Dann verlobt sich die Schwester. In einen Mann, den ihr Bruder zwar nicht wirklich unsymphatisch findet - mit dem er aber auch gar nichts anfangen kann. Und das vormal so harmonische Zusammenleben erhält Risse.
"Das Schweigen" lässt einen Mann auf seine Schulzeit zurückblicken. Anders als seine Klassenkameraden hatte er sich für den Boxsport entschieden. Und ganz zu Beginn in einem unbeherrschten Augenblick einem Mitschüler auf die Nase geschlagen - was er sofort bereute. Doch die Reue hilft nichts; sein Mitschüler sinnt auf Rache. Er lässt sich damit Zeit - doch als die Gelegenheit günstig ist, weiß er sie vernichtend zu nutzen...
Was einem bei Murakami alles begegnet, sind neben ziemlich phantastischen Gestalten wie dem tanzenden Zwerg, TV-People oder Monstern vor allem Menschen des Alltags, die aber in irgendeiner Form am Rande stehen. Ihre Defizite liegen vor allem im sozialen Bereich; sie können nicht wie der Rest ihrer Umgebung unauffällig konform gehen, sie eignen sich nicht zum Leben in der Masse. Kleinigkeiten sind es oft nur, die diese Andersartigkeiten demonstrieren; und genau im Schildern dieser Kleinigkeiten liegt Murakamis große Stärke.
Gerade, wenn man den Autor noch nicht kennt, testen möchte, ob seine Art zu schreiben, oft völlig ins phantastische abzudriften, gefällt, sind die beiden Erzählbände "Wie ich eines schönen Morgens das 100%ige Mädchen sah" und "Der Elephant verschwindet" hervorragend geeignet. Und der Fan will ohnehin alles lesen!
Daniela Ecker
Leseprobe:
S. 7 / Eines schönen Morgens im April komme ich auf einer kleinen Seitenstraße in Harajuku an dem 100%igen Mädchen vorbei.
Ehrlich gesagt, ist sie nicht besonders hübsch. Sie ist weder besonders auffällig, noch ist sie schick gekleidet. Ihre Haare sind hinten vom Schlaf verlegen. Sie ist nicht mehr jung. SO an die dreißig wird sie sein, nicht eigentlich ein Mädchen. Aber trotzdem weiß ich schon aus fünfzig Metern Entfernung: Sie ist für mich das 100%ige Mädchen. Bei ihrem Anblick dröhnt es in meiner Brust, und mein Mund ist trocken wie eine Wüste.
Vielleicht gibt es einen bestimmten Typ Mädchen, der dir gefällt, mit schmalen Fesseln zum Beispiel oder großen Augen, vielleicht stehst du auf schöne Finger oder fühlst dich, warum auch immer, von Mädchen angezogen, die sich beim Essen viel Zeit lassen. Dieses Gefühl meine ich. Auch ich habe natürlich meine Vorlieben. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich im Restaurant begannt auf die Nase des Mädchens am Nachbartisch starre.
Aber den Typ des 100%igen Mädchens kann keiner definieren. An die Form ihrer Nase kann ich mich gar nicht erinnern. Ich weiß noch nicht einmal mehr, ob sie überhaupt eine hatte. Ich weiß nur, dass sie keine nennenswerte Schönheit war. Irgendwie seltsam.
"Gestern kam ich an dem 100%igen Mädchen vorbei", erzählte ich jemandem.
"Hm", antwortet er, "war sie hübsch?"
"Nein, das nicht."
"Also dein Typ."
"Ich weiß es nicht mehr. Ich erinnere mich an nichts. Weder an die Form ihrer Augen, noch daran, ob sie große oder kleine Brüste hatte."
"Das ist sonderbar."
"Ja, es ist sonderbar."
"Na und", sagte er scheinbar gelangweilt, "hast du was gemacht? Hast du sie angesprochen, oder bist du ihr nachgelaufen?"
"Nein, nichts. Ich bin einfach an ihr vorbeigegangen."
Sie ging von Osten nach Westen, ich von Westen nach Osten. An einem besonders schönen Morgen im April.
Ich möchte mit ihr sprechen, und wenn nur für eine halbe Stunde. Ich möchte von ihrem Leben erfahren und ihr von meinem erzählen. Mehr als alles andere aber möchte ich die Umstände des Schicksals klären, das uns an einem schönen Morgen im April neunzehnhunderteinundachtzig in einer kleinen Seitenstraße in Harajuku aneinander vorbeigeführt hat. Bestimmt birgt es wohlige Geheimnisse, so wie eine alte Maschine aus friedlichen Zeiten.
Nachdem wir uns unterhalten hätten, würden wir irgendwo zu Mittag essen, einen Woody-Allen-Film sehen oder an einer Hotelbar einen Cocktail trinken. Wenn alles gut ginge, würde ich später vielleicht mit ihr schlafen.
Die Chance pocht an die Tür meines Herzens.
Nur noch 15 Meter liegen zwischen ihr und mir.
Also, wie soll ich sie ansprechen?
"Guten Tag. Würdest du dich kurz mit mir unterhalten? Nur eine halbe Stunde."
Das klingt ziemlich albern. wie ein Versicherungsvertreter.
"Entschuldigung, gibt es hier in der Nähe eine 24-Stunden-Reinigung?"
Das ist genauso albern. Ich habe noch nicht einmal einen Wäschesack. Wer würde mir so etwas abnehmen?
Vielleicht sollte ich sie ganz offen ansprechen. "Hallo. Du bist für mich das 100%ige Mädchen."
Nein, Quatsch. Das wird sie bestimmt nicht glauben. Und wenn, wird sie sich kaum mit mir unterhalten wollen. Ich mag für dich das 100%ige Mädchen sein, wird sie vielleicht antworten, aber du bist für mich leider nicht der 100%ige Mann. Das ist ziemlich wahrscheinlich. Und in einer solchen Situation käme ich bestimmt furchtbar durcheinander. Von einem solchen Schock würde ich mich vielleicht nie wieder erholen. Ich bin schon zweiunddreißig. So also fühlt es sich an, alt zu werden.
Vor dem Blumenladen gehe ich an ihr vorbei. Ein warmer Luftzug streift meine Haut. Der Asphalt ist mit Wasser besprengt, und ringsum verbreitet sich Rosenduft. Ich kann sie nicht ansprechen. Sie trägt einen weißen Pullover und hält einen weißen Umschlag in der rechten Hand, noch ohne Briefmarken. Sie hat jemandem einen Brief geschrieben. Ihre Augen wirken sehr müde, vielleicht hat sie die ganze Nacht geschrieben. Und Vielleicht enthält dieser Umschlag alle ihre Geheimnisse. Als ich mich nach einigen Schritten umdrehe, ist ihre Gestalt bereits in der Menschenmenge verschwunden.
Jetzt weiß ich natürlich genau, wie ich sie damals hätte ansprechen müssen. Es wäre bestimmt lang geworden, und ich hätte nicht die richtigen Worte gefunden. Mir fällt nie etwas Brauchbares ein.
Jedenfalls beginnt es mit "vor langer Zeit" - und endet mit "eine traurige Geschichte, findest du nicht?"
Vor langer Zeit waren einmal ein Junge und ein Mädchen. Der Junge war achtzehn, das Mädchen sechzehn Jahre alt. Der Junge sieht nicht besonders gut aus, und auch das Mädchen ist nicht besonders hübsch. Ein einsamer und gewöhnlicher Junge und ein einsames und gewöhnliches Mädchen, wie man sie überall findet. Doch glauben sie fest daran, dass es irgendwo auf dieser Welt ein Mädchen oder einen Jungen gibt, der 100%ig zu ihnen passt. Ja, sie glauben an ein Wunder. Und dieses Wunder geschah.
Eines Tages begegneten sich die beiden zufällig an einer Straßenecke.
"Unglaublich" sagte der junge zu dem Mädchen. "Ich habe dich schon die ganze Zeit gesucht! Ob du es glaubst oder nicht, aber du bist für mich das 100%ige Mädchen. "
Und das Mädchen erwidert: "Und du bist für mich der 100%ige Junge. Genau wie ich ihn mir vorgestellt habe. Es ist wie im Traum."
Die beiden setzen sich auf eine Parkbank, halten sich an den Händen und reden in einem fort, ohne dass ihnen langweilig wird. Sie sind nicht mehr einsam. Sie haben ihren 100%igen Partner gefunden und sind von ihm gefunden worden. Seinen 100%igen Partner zu finden und von ihm gefunden zu werden, ist etwas ganz Außerordentliches. Ein Wunder des Kosmos.
Aber ihre Herzen durchfährt ein kleiner, ganz kleiner Zweifel. Durfte ihr Traum so einfach in Erfüllung gehen? Als das Gespräch einmal abbricht, sagt der Junge:
"Wir wollen uns nur einmal noch auf die Probe stellen. Wenn wir wirklich 100%ig füreinander geschaffen sind, werden wir uns bestimmt irgendwo irgendwann wieder begegnen. Beim nächsten Mal wissen wir, dass wir 100%ig füreinander bestimmt sind, und wollen sofort heiraten. Einverstanden?"
"Einverstanden", antwortet das Mädchen.
Und so trennten sie sich. Nach Westen und Osten.
Doch es war in Wirklichkeit vollkommen unnötig, das Schicksal auf die Probe zu stellen. Sie hätten es nicht tun dürfen. Sie waren wirklich 100%ig füreinander bestimmt. Ihre Liebe war ein Wunder. Da sie aber noch zu jung waren, konnten sie es nicht wissen. Und so wurden sie von der immerwährenden, unbarmherzigen Welle des Schicksals fortgerissen.
Eines Tages im Winter erkrankten beide an einer in jenem Jahr grassierenden schweren Grippe. Wochenlang schwebten sie zwischen Leben und Tod, und als sie wieder genesen waren, war ihr Gedächtnis an ihr früheres Leben ausgelöscht. Wie soll ich es sagen, als sie wieder aufwachten, waren ihre Köpfe so leergefegt wie die Spardose des jungen D.H. Lawrence.
Aber da er ein intelligenter und ausdauernder Junge und sie ein intelligentes und ausdauerndes Mädchen war, scheuten sie keine Mühe, erwarben von neuem Bewusstsein und Gefühle und kehrten erfolgreich in die Gesellschaft zurück. Ja, bei Gott, sie waren richtig ordentliche Bürger. Sie wussten, wie man in der U-Bahn korrekt umsteigt und wie man bei der Post einen Eilbrief aufgibt. Sie liebten auch, mal 75 %, mal 85%.
Der Junge war zweiunddreißig, das Mädchen war dreißig geworden. Die Zeit war im Fluge vergangen.
Und eines schönen Morgens im April geht der Junge von Westen nach Osten durch eine kleine Seitenstraße in Harajuku, um einen Kaffee zu trinken, und das Mädchen geht, um Briefmarken für einen Eilbrief zu kaufen, die gleiche Straße von Osten nach Westen. In der Mitte der Straße kommen sie aneinander vorbei. Für einen Moment blitzt der schwache Schein verlorener Erinnerung in ihren Herzen auf. Es dröhnt in ihrer Brust. Und sie wissen.
SIe ist für mich das 100%ige Mädchen.
Er ist für mich der 100%ige Junge.
Aber der Schein ihrer Erinnerung ist zu schwach, ihre Sprache besitzt nicht mehr die Klarheit wie vor 14 Jahren. Beide gehen, ohne ein Wort zu sagen, aneinander vorbei und verschwinden in der Menge. Auf immer.
Eine traurige Geschichte, findest du nicht?
Ich weiß, so hätte ich sie ansprechen müssen.
Durchschnittliche Kundenbewertung: **** bis *****
Schorsch
18.08.2002, 00:25
"Eine traurige Geschichte, findest du nicht?" - Nein, finde ich nicht.
Für mich die beste Geschichte in diesem Forum. Die blanke Realität. Wahr und gut.
Danke, Eliska!
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Original erstellt von german
Leon de Winter: SuperTex
Das Buch handelt von einem jüdischen Geschäftsmann mittleren Alters, Max Breslauer, der sich in einer Lebenskrise befindet. Fr erhofft sich Hilfe von einer Psychotherapeutin. In den Gesprächen mit ihr, die die Rahmenhandlung darstellen, erfährt man den bisherigen Verlauf seines Lebens:
Er studiert Jura und ist anschließend als Anwalt tätig. In dieser Zeit lernt er seine große Liebe, Este, eine adlige Jüdin kennen. Als sie sich dem orthodoxen Glauben zuwendet, zu dem er keinen Zugang findet, reißt die Verbindung zu ihr ab, was er nie ganz verkraftet. Ebenso nimmt er mit Verwunderung, Bestürzung und Unverständnis zur Kenntnis, daß sein jüngerer Bruder, der sich in eine marokkanische Jüdin verliebt, daraufhin im orthodoxen Glauben seine Heimat findet. Weil Max1 bisheriger Beruf ihn an Esther erinnert, beschließt er einen Wechsel und triff in die Firma seines Vaters ein. Dieser besitzt ein Textilimperium namens SuperTex, welches er nach dem Krieg mit Billigtextilien aufgebaut hatte. Max hat zeitlebens Schwierigkeiten mit seinem Vater, der, ein Überlebender des Konzentrationslagers, ein hart kalkulierender Geschäftsmann ist. Er pflegt seine Familie mit jiddischen Sprichwörtern zu belehren Nach dem Tod des Vaters übernimmt. Max, ob er will oder nicht, die Leitung des Großunternehmens, und sein Leben wird das eines typischen Großindustriellen.
In seiner Unzufriedenheit fragt sich Max, weshalb er zu den wenigen gehört, die sich nicht dem orthodoxem Glauben angeschlossen haben.
Am Ende erkennt er jedoch, das er in Denken und Handeln der Welt seines Vaters angehört, und er versucht nicht mehr, sich dagegen zu wehren.
Ich finde den Stil des Autors humorvoll, locker und situationsgerecht. Mit Vergnügen liest man seine Schilderungen von Szenen, die aus dem Leben gegriffen sind. Leon de Winter, selbst der Sohn niederländisch-orthodoxer Juden, beschreibt eindrucksvoll typische Vertreter verschiedener jüdischer Gesellschaftsschichten.
Interessant war für mich, nicht nur jüdisches Leben in Verbindung mit dem Dritten Reich kennenzulernen, sondern auch die Schwierigkeiten derjenigen Generation mit der Tradition. Abschließend läßt sich sagen: Dem Autor ist ein informatives und zugleich humorvolles Buch gelungen.
Eine meiner Meinung nach treffende Stelle:
Seite 145-147
Auf dem Umschlag des Buches findet sich eine überzeugende Kritik einer Journalistin:
,,Leon de Winter erzählt die Geschichte des jüdischen SuperTex-Managers Max Breslauer mit amerikanischer Rotzigkeit, europäischer Nachdenklichkeit und mit einem vielleicht holländisch-jüdischen sechsten Sinn für Dramaturgie. Ein spannendes Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen mag." (Barbara Sichtermann , Berlin)
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
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Der kleine Roman stellt in 38, zum Teil ganz kurzen kleinen Kapiteln dar, wie sich das Leben einer Familie nach der Geburt eines behinderten Sohnes verändert:
Paolo ist Spastiker.
Schon in der ersten Episode „Die Rolltreppe“ stürzt der Kleine, der Vater hilft ihm auf, ist unter den vielen Menschen im Kaufhaus „entnervt und unglücklich“. Da bietet ihm Paolo an : Wenn du dich schämst, kannst du ja ein bisschen Abstand halten. Kümmere dich nicht um mich“. (S.9)
Der Vater ist der Erzähler und zugleich der Betroffene:
Aus seinem Blickwinkel sehen wir zu, so bei der Geburt Paolos, mit der das ‚Unheil’ beginnt, weil der Gynäkologe im Einverständnis mit der Schwiegermutter für das Natürliche ist und gegen einen Kaiserschnitt. Erst allmählich eröffnen die Ärzte die Folgen der schweren Geburt: der Gedanke an eine Behinderung macht Angst.
Einen Schlüssel zum Verständnis gibt dem Leser der Autor mit den Worten des einen Arztes an die Hand, der den Eltern schließlich „die Wahrheit oder vielmehr das, was er dachte, offenbarte“.(S.27) Da heißt es: „Doch ich kann mich irren. Sie sollten von einem Tag zum andern leben, denken Sie nicht zu zwanghaft an die Zukunft. Es wird eine außerordentlich harte Erfahrung für Sie werden, aber wehren Sie sie nicht ab. Sie werden danach bessere Menschen sein. Diese Kinder werden zweimal geboren. Sie müssen lernen, sich in einer Welt zurechtzufinden, die ihre erste Geburt schwerer gemacht hat. Ihre zweite hängt von Ihnen ab, davon, was Sie geben können. Sie sind zweimal geboren, und ihr Weg wird steiniger sein. Doch am Ende wird es auch für Sie eine Wiedergeburt sein. Das zumindest ist meine Erfahrung. Etwas anderes kann ich Ihnen nicht sagen.“
Der Erzähler sagt dazu: „Danke, aus dem Abstand von dreißig Jahren“. Und wir verstehen jetzt, warum das Buch „Zwei Leben“ heißt (im Original „Nati due volte“)
Das Geschehene verändert alle Beziehungen, die der Eltern zueinander und zu den Kindern ohnehin, die des Erzählers zu seiner Geliebten ebenso – überschattet von Schuldgefühlen –, die zu den Großeltern und im Lauf der Jahre auch die des Bruders Alfredo, des älteren, gesunden, zu Paolo, in dem er den „Feind“ sieht. „Alfredo war plötzlich entthront und konnte sich nicht damit abfinden. Außerdem empfand er keinerlei Sympathie für seinen Bruder. Die Zerbrechlichkeit, die ihn hätte anrühren müssen – schon wieder das Wort ‚müssen’! -, vergrößerte den Abstand zwischen ihnen nur. Die Krankheit stieß ihn ab, Misstrauen verwandelte sich in Ablehnung. Ich verstand, was er fühlte, weil ich manchmal selbst so empfand.“ (S.60)
Weite Teile des Romans schildern die Seelenlage des Vaters, für den es zunächst fast unmöglich erscheint, nicht die vollständige „Normalität“ des Kindes erzwingen zu wollen – selbst im Gebet und im Verzicht auf Annehmlichkeiten, die er dem Schicksal aufzuopfern bereit ist, wenn nur die Anpassung Paolos an die anderen gelingt. Erst allmählich reift er zu der Einsicht, dass ihm der Sohn mindestens was sein Einfühlungsvermögen betrifft, früh überlegen ist. Ein Beispiel für viele: „In den kräftigen, leuchtenden Farben des Nachmittags vor dem Museum von Heraklion eine Reihe Rollstühle an der Wand. Paolo zeigt sie mir: ‚Willst du mir nicht einen holen ?’ Ich sehe ihn enttäuscht an: ‚Aber du kommst doch ohne aus ! Warum willst du einen haben ?’ ‚Weil ich dann nicht soviel Mühe mache’, antwortet er.“ (S.190)
Der Autor bezieht den gesamten Umkreis der Familie ein, sowie Ärzte, Krankenschwestern, Physiotherapeuten, vor allem auch die Kollegen des Erzählers, der selbst Lehrer ist, und immer wieder mit Schulleitern um die Laufbahn Paolos kämpfen muss.
Vielleicht ist es eine Konsequenz dieses Berufes, dass der Erzähler dazu neigt, zu allem seine Kommentare abzugeben, auch wenn man als Leser nicht immer auf seine Erläuterungen angewiesen ist. Dadurch kommt es zu Längen und Redundanzen – zu Überdeutlichkeit.
Auffallend ist dies in dem Kapitel „Mann gegen Mann“ anlässlich der Auseinandersetzung mit dem selbst auch behinderten Direktor der Grundschule, in die Paolo eingeschult werden soll. Diesem Schulleiter gegenüber hat Signor Frigerio, so heißt der Vater, eine Reihe von Vorbehalten, die sehr ausführlich erläutert werden. Unter anderem geht es um dessen Verhalten Frauen gegenüber: „Dieser grobe, geschwätzige Lüstling vom Lande, der in die Großstadt abgewandert war, jagte nach ebenso blitzartigen wie flüchtigen Erfolgen, nach Genüssen, die durch Überrumpelung und Einschüchterung erpresst waren ...“(S.63), gerade auch bei den jungen Frauen in seinem Kollegium. Und zu diesem Menschen muss der Vater einen Bittgang tun, damit Paolo in eine bestimmte Klasse bei einer bestimmten, besonders ausgebildeten Lehrerin aufgenommen wird.
Als sei dies eine Gefälligkeit, verlangt der Direktor gewissermaßen als Gegenleistung, dass Frigerio seine Gedichtsammlung in einem Verlag unterbringen möge – sein Schwiegervater habe doch Beziehungen: „Eine Hand wäscht die andere, was? Meinst du nicht auch?“ Und diese Dreistigkeit muss der besorgte Vater hinnehmen ... (Übrigens ist Paolos Großvater dann sofort bereit, im Interesse des geliebten Enkels das Seine zu tun).
Eine vergleichbare Situation ergibt sich, als Paolo nach der fünften Klasse der Grundstufe zur ersten in der Mittelstufe wechselt. Sein Vater bittet darum, dass er mit seinen Klassenkameraden zusammenbleiben kann. „Ein unnormales Anliegen“, wirklich? Jedenfalls ist er diesmal Bittsteller bei einer liebenswürdigen Direktorin, die ihm versichert, er brauche sich keine Sorgen zu machen, Paolo werde eine „ausgezeichnete Integrationslehrerin haben“: „Sie hat bereits mit glänzenden Resultaten ein Kind mit Problemen betreut ... ein verhaltensgestörtes, sagt man so?“ Aber auf seinen Wunsch einzugehen ist sie nicht bereit, die Verteilung der Schüler auf die Klassen sei bereits – korrekt den Verordnungen entsprechend – durch das Los entschieden. Erst nach einer langen Auseinandersetzung erreicht Signor Frigerio doch noch, was er will: „Ich habe an einer Aufführung teilgenommen, die mich entkräftet, glücklich und melancholisch zurücklässt, ein kleiner Sieg in einem Krieg, der kein Ende haben wird.“ (150)
Der Vater regelt aber nicht nur die äußeren Bedingungen für Paolos Entwicklung. Innerhalb der Familie ist er es, der – oft bis zur beiderseitigen Erschöpfung – um Paolos Fortschritte kämpft. Und dabei kommt immer wieder der Gegensatz zwischen den Eltern zum Austrag – Franca, die Mutter, verhält sich dem Sohn gegenüber anders als ihr Mann. Ein Beispiel dafür findet sich in dem kleinen Kapitel „Gehversuche“:
„Ich lasse plötzlich los, in der Mitte des Flurs, und er hält sich wankend auf den Beinen, als klebte er mit den Gummischuhen auf dem Teppich fest, bis sich seine Hand an der rechten Wand abstützt, damit er nicht fällt. Er stürzt trotzdem vornüber auf die Knie und sieht mich an, während ich von der Armbanduhr aufschaue.
‚Zwölf Sekunden!’ sage ich. ‚Los, Paolo, wir versuchen es noch mal.’
Ich helfe ihm auf, er lässt sich wieder fallen...“ und so immer weiter.
„Franca stürzt auf den Flur: ‚Hörst du wohl damit auf, das Kind hinfallen zu lassen?’“ (S.116/17) Sie ist es, die Paolo schützt, ihn annimmt, wie er ist. Dazu liest sich besonders das Kapitel über die Reise nach Kreta wie ein Kommentar.
Die Geschichte Paolos, die zugleich eine Geschichte seines Vaters ist, erzählt in vielen einzelnen Beispielen, wie schwer es ist, die Antwort auf die Frage zu finden „Was ist normal?“ (Kapitel 9). „Nichts. Wer ist Normal? Niemand. Ist man von Andersartigkeit betroffen, ist die erste Reaktion nicht, sie zu akzeptieren, sondern sie zu leugnen ...“ Es dauert viele Jahre bis es dem Erzähler gelingt, das anzunehmen, was dann als Widmung über dem Buch von den zwei Leben steht: „ Den behinderten Menschen, die nicht darum kämpfen, normal zu werden, sondern sie selbst“.
Es ist eine bewegende Geschichte, die viele Aspekte berührt, die sich aus dem Umgang mit dem kranken, geliebten Kind ergeben – ohne Beschönigungen, in einem Ton, der niemals sentimental ist, aber stets sowohl zärtlich als distanziert.
Wir werden Zeugen davon, wie der Unterlegene zum Überlegenen wird, der Sohn dem Vater ein Vorbild im Umgang.
Schwäche ist nicht länger ein Makel, und hinter all den Schwierigkeiten, mit denen der Junge zu kämpfen hat, erscheint eine Heiterkeit des Herzens, die seine Niederlagen vergessen lässt und die Mitfreude an seinen ‚Siegen’ steigert.
Niemand wird geschont – gerade der Gesunde wird in seinen ‚Behinderungen’ gezeigt, die es ihm so schwer machen, Andersartigkeit anzunehmen.
Darin liegt für den Leser der Gewinn.
Renate Scharffenberg
Durchschnittliche Kundenbewertung: **** bis *****
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Rezensionen
Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Korrekturen beginnt mit dem Einzug einer Kältefront aus der Prärie: "Es war deutlich zu spüren: Etwas Furchtbares würde geschehen. Die Sonne tief am Himmel, ein winziges Licht, ein erkaltender Stern. Windstoß auf Windstoß der Unordnung. Die Bäume rastlos, die Temperaturen fallend, die ganze nördliche Religion der Dinge: aufs Ende gerichtet."
Ebenso stürmisch wie sein Anfang wurde Jonathan Franzens Roman in den USA gefeiert. Kritiker überschlugen sich mit enthusiastischen Besprechungen; das Buch wurde mit dem National Book Award ausgezeichnet und die Tatsache, dass Franzen sich weigerte, in der Talkshow von Oprah Winfrey aufzutreten, sorgte zusätzlich für Gesprächsstoff. Seit Don DeLillos Unterwelt hat es in den USA nicht mehr so eine Aufregung um einen Roman gegeben. Auch hier zu Lande hat der Roman bereits vor seiner Übersetzung ins Deutsche viel Aufmerksamkeit erweckt. "Noch nie ist das Buch eines zuvor vollkommen unbekannten amerikanischen Autors in Deutschland so begierig erwartet worden", urteilte die Süddeutsche Zeitung.
Franzen erzählt die Geschichte der Familie Lambert aus dem Mittleren Westen. Im Zentrum steht die Frage, ob es Enid Lambert gelingt, ihre drei erwachsenen Kinder für ein "letztes Weihnachten" zurück nach St. Jude zu locken. Kapitel für Kapitel lernt der Leser das Leben und vor allem die Krisen der Eltern Enid und Alfred und ihrer drei Kinder Chip, Gary und Denise kennen. Alfred, pensionierter Ingenieur, leidet an Parkinson, seine Frau Enid unter ihrem Ordnungs- und Sparwahn, aber vor allem unter ihrem Mann. Der älteste Sohn Gary, erfolgreicher Banker in Philadelphia, steckt in einer Ehekrise und leugnet mit aller Macht seine Depressionen. Chip muss wegen einer Affäre mit einer Studentin seine Stelle als Literaturdozent aufgeben. Nachdem auch sein Versuch als Drehbuchautor gescheitert ist, findet er sich in Litauen wieder, wo er in einen groß angelegten Internet-Betrug verwickelt wird. Und Denise, die jüngste Tochter, verliert ihren Job als erfolgreiche Gourmet-Köchin, weil sie sich auf eine Affäre sowohl mit ihrem Chef als auch mit dessen Frau einlässt.
Es ist offensichtlich:
Jeder der Lamberts ist auf seine Weise gescheitert. Dabei ist die junge Generation von ihrem Bemühen geprägt, die Lebensmodelle ihrer Eltern zu "korrigieren". Oder wie Gary es formuliert: "Sein ganzes Leben war so angelegt, dass es das Leben seines Vaters korrigierte" -- was ihm natürlich nicht gelingt. Am Ende steht doch nur die Wiederholung: die Familie als Schicksal.
Der Roman bewegt sich mit enormer Leichtigkeit durch die vielschichtigen Beziehungs- und Gefühlsgeflechte der Lamberts. Ihre Sorgen, Hoffnungen, Ängste und Neurosen sind sehr menschlich dargestellt, komisch und tief traurig zugleich. Teilweise gelingen Franzen dramatische Vignetten mit Sitcom-artiger Absurdität. Schnelle Dialoge und Wechsel der Perspektive erzeugen eine szenische Dynamik, die den Leser im Strom der Erzählung mitreißt. Viele dieser Szenen haben hohen Wiedererkennungswert. Unweigerlich werden sich manchen Lesern Parallelen zur eigenen Familie aufdrängen.
Aber Franzen hat mehr als die Geschichte einer Familie geschrieben. Indem er das persönliche Drama mit globalen Ereignissen verknüpft, ist ihm ein großer Gesellschaftsroman gelungen, der seine Leser so schnell nicht mehr loslässt. Großartige, intelligente Erzählliteratur! --Alexandra Plath
Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 24.06.2002
Zum Weihnachtsfest möchte Mutter Enid noch einmal die ganze Familie Lambert im amerikanischen mittleren Westen zusammenbringen, die drei Kinder mit Anhang, die längst davon sind, an die Ostküste. Das Fest findet statt und es misslingt, alles nicht sehr spektakulär. Die Stärken des Romans von Jonathan Franzen aber, so Thomas Steinfeld, liegen nicht im eher simplen Plotmotiv, sondern im Detail: in der "Anmut" , mit der der Autor die verkorksten Leben seiner Figuren schildert, im "absoluten Gehör", mit dem er die Gespräche in der Familie zu Papier bringt. Dazu bringe Franzen, auf den Spuren der großen Realisten des 19. Jahrhunderts (Steinfeld nennt Stendhal als zentrale Vergleichsgröße), "ein Universum von Wissen und Kenntnissen" in seinen Roman ein. Auch formal deutet der Rezensent das Buch als triumphale Rückkehr ins 19. Jahrhundert, als ein Werk, das im Wissen um die literarische Moderne noch einmal der große amerikanische Gesellschaftsroman sein möchte. Dass Franzen dies Unterfangen gelungen ist, daran lässt Steinfeld in seiner hymnischen Kritik keinen Zweifel. Er lobt nicht nur "Witz, Ironie und stupende Beobachtungsgabe" des Autors, er feiert das Werk auch ohne jede Scheu vor großen Worten als "Denkmal des Humanen", als "einen der größten und wichtigsten Romane der jüngsten Zeit".
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Buchnotiz zu : Die Zeit, 27.06.2002
Ist er wirklich so toll? fragt Ulrich Greiner in seiner Besprechung von Franzens fast schon legendärem Familienroman aus dem Mittleren Westen der USA und sagt's rundheraus: Gut ist er schon, aber "so toll auch wieder nicht". Wie einer "jener Hollywood-Filme, die man von Zeit zu Zeit ganz gern sieht", kommt es ihm vor, das Buch. Spannung: ja, Lebensnähe: ja, Weisheit und Witz: auch, eine insgesamt "hohe Professionalität" eben und dennoch: etwas fehlt, etwas ist zu viel. Zu viel, so Greiner, sei "die sprachliche Möblierung der Szenerie mit kostbaren Metaphern und sprechenden Bildern", ein Verdeutlichungszwang, der dem Leser nichts zu entdecken übrig lässt. Mangel dagegen herrscht laut Greiner in puncto Menschenliebe, wie wir sie von Updike kennen, und Mangel herrscht in puncto Transzendenz und Verzweiflung über menschliche Niedertracht, wie wir sie von Philip Roth kennen. Dass er damit die Messlatte ganz schön hoch hängt, weiß Greiner auch, und so lobt er Franzens Schilderung des "unerbittlichen Zugriffs von Alter und Krankheit" im Himmel-Hölle-Reich einer amerikanischen Familie denn auch als derart eindringlich, "dass es uns wirklich nahe geht", und attestiert dem Autor "überdurchschnittliches Sprachvermögen", analytischen Scharfblick und Sarkasmus - diese "eher europäische Tugend".
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Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 28.06.2002
Dirk Knipphals ist begeistert von Jonathan Franzens Roman "Die Korrekturen". Zunächst einmal sieht Knipphals darin einen Familienroman, wobei es sich freilich um das "denkbar familienfeindlichste Buch" überhaupt handelt, wie er hinzufügt, um gleich darauf zu ergänzen, dass es in diesem Subgenre zugleich das "liebevollste" Buch ist. Franzen folge dem "hippiesk anmutenden Grundsatz, dass noch das normalste Leben interessant ist, wenn man es nur gekonnt genug ausleuchtet". Das Normale zeige Franzen dabei allerdings als permanenten Ausnahmezustand und Gefühlsnotstand. Neben den mit "großer Unerschrockenheit und noch größerem Witz" geschilderten familiären Irrungen und Wirrungen, so Knipphals, rollt Franzen auch ein Panorama der neunziger Jahre vor den Augen des Lesers aus: ein "wahres Archiv" für Mode-, Ess-, Sex- und Erziehungsstile in dieser Zeit! Im Zentrum des Romans stehen für Knipphals jedoch "unangefochten" die menschlichen Beziehungen, die Franzen - so mürbe und widersprüchlich, so gefährdet und kompliziert sie auch erscheinen mögen - wie "große Kostbarkeiten behandelt, die es bis ins Letzte zu studieren gilt".
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Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 29.06.2002
Die Kritik ist lang, aber das Buch ist es auch und nicht wenig davon schickt Martin Krumbholz sich an nachzuerzählen. Das Personal ist überschauber, Vater Alfred - mit Alzheimer -, Mutter Enid - die die Kinder noch einmal zu Hause versammelt -, Sohn Chip - der Versager mit literarischen Ambitionen -, Tochter Denise - die Ex-Küchenchefin - und Sohn Gary - der Erfolgreiche, mit Frau und Kind: ein Familienroman. Erzählt werden "fünf Lebensgeschichten", zusammengehalten vom "Mythos" Familie, von den "Verstrickungen", aus denen deren Mitglieder nicht entkommen, zusammengefügt ist das ganze, meint der Rezensent, mit Eleganz. Kaum etwas scheint ihm überflüssig, Jonathan Franzen schreibe mit "Witz", aber ohne alle Angeberei (manchmal auch "direkt" und "bissig"), sei einem "aufgeklärten Realismus" verpflichtet, erlaube sich jedoch den einen oder anderen lässig postmodernen Schlenker. Am Individuellen sichtbar werden, so Krumbholz, Wahrheiten über Abhängigkeiten, die man nicht los wird, über Korrekturen, die nicht gelingen können. Mit einem Wort: ein überaus gelungener Roman.
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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2002
"Genial" nennt Rezensent Hubert Spiegel "Korrekturen"-Autor Jonathan Franzen, denn die Lektüre seines "erstaunlichen" Buches hat ihm das Gefühl gegeben, "beschenkt und bereichert" worden zu sein. Beklemmender und anrührender sei wohl nie beschrieben worden, wie ein Mensch "sein Gedächtnis, seinen Verstand, seine Umwelt und schließlich auch sich selbst verliert". Hauptfigur Alfred erinnerte den Rezensenten an die "schrecklichen alten Männer Thomas Bernhards. Gleichzeitig brauche Franzen auch Vergleiche mit DeLillo und Gaddis nicht zu scheuen, obwohl der Rezensent Franzen einen "ausgeprägten Hang zu billigen Effekten" bescheinigt. Auf fast achthundert Seiten erzähle Franzen eine Familiengeschichte, und zwar fast in der Erzähltradition des 19. Jahrhunderts: ein panoramatischer Familienroman, den Informationen des Rezensenten zufolge von einem "agil-beweglichen allwissenden Erzähler hochkomisch und brutal, sarkastisch und zart" erzählt. Die realistische Erzählweise halte immer wieder kleine Ausflüge bereit, widme sich Themen, die mit den Figuren verknüpft seien: von Gentechnik über Aktienboom, Internetrevolution oder die Tyrannei der Political Correctness.
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Kurzbeschreibung
Dieser Familienroman, in Amerika als Sensation gefeiert und millionenfach verkauft, ist eine Fundgrube an Geschichten. Jonathan Franzen erzählt in seinem witzigen und zugleich traurigen, geradezu süchtig machenden Gesellschaftsroman von den Bemühungen einer neuen Generation, die Lebensmodelle ihrer Eltern zu „korrigieren“. Er hat damit ein Werk der Weltliteratur geschaffen, das seiner Menschlichkeit, vor allem aber seiner literarischen Reichtümer wegen aus unseren Regalen bald nicht mehr wegzudenken ist.
Über den Autor
Jonathan Franzen, geboren 1959, wuchs in Missouri auf. Er studierte in den USA und in Deutschland. Nach seinen ersten beiden Romanen wurde Franzen vom „New Yorker“ auf die Liste der wichtigsten Schriftsteller des 21. Jahrhunderts gesetzt. Für seinen neuen Roman „The Corrections“ erhielt Franzen den National Book Award. Franzen schreibt für den „New Yorker“ und „Harpers Magazin“. Er lebt in New York.
Durchschnittliche Kundenbewertung: fast *****
Anzahl der Rezensionen: 13
kritisch bis enthusiastisch, aufschlussreich
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Kurzbeschreibung
Doris Brett ist eine engagierte Kindertherapeutin und Mutter. Sie erzählt Geschichten, die sich mit Vergnügen lesen und vorlesen lassen. Darüber hinaus ist ihr Buch eine einmalige Quelle für Eltern, Therapeuten und Lehrer, die Kindern in Problemsituationen helfen möchten.
Doris Brett greift wichtige Themen auf: Scheidung, Stieffamilien, Alkoholismus der Eltern, Angst vor Dunkelheit, Bettnässen, Schüchternheit etc.
Die Autorin gibt Hinweise zum Verständnis des jeweiligen Problems, um dann eine dazu passende therapeutische Geschichte anzubieten."
Doris Bretts Kernthese lautet:
,Wenn man zu Kindern durch Geschichten spricht, spricht man zu ihnen in der Sprache, die sie verstehen und in der sie am besten antworten können - in der Sprache von Phantasie und Imagination.'
Die Handlung der Geschichten kann realistisch sein oder im ,Es-war-einmal-Land' der Hexen und Zauberer spielen. Solange die Probleme denen des Kindes entsprechen, können die Geschichten überall passieren und alle möglichen Personen, Feen und sprechenden Tiere präsentieren: ein wichtiger und vorlesenswerter Kinderratgeber."
(Psychologie heute)
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Leser-Rezension:
Doris Brett, klinische Psychologin, Beraterin, Kindertherapeutin, erzählt Geschichten, die sich mit Vergnügen lesen und vorlesen lassen und weckt die Lust, sich im eigenen Schreiben zu probieren und Geschichten zu erfinden, die auf das konkrete Kind zugeschnitten sind.
Einleitend umreißt sie die Bedeutung von Geschichten für Kinder, beleuchtet die Funktionsweise therapeutischer Geschichten und deren Wert. Sie widmet sich der Frage, wie jeder therapeutische Geschichten erfinden und verwenden kann, lädt ein zum Ausprobieren.
Es folgen Geschichten zu verschiedenen Problemkreisen, z.B. Angst vor Dunkelheit, Bettnässen, Schüchternheit, Probleme in Stieffamilien, bei Scheidung oder Trennung der Eltern, Probleme in der Geschwisterbeziehung.
Jeder Geschichte ist ein kurze Erläuterung zum Verständnis des Problemkreises vorangestellt. Die Geschichten bestechen durch ihre kindgemäße Verarbeitung von Themen und durch ihre eigene Art, den Leser oder Hörer in das Geschehen hineinzunehmen und erlebbar zu machen, dass eine positive Veränderung möglich ist.
„...Am nächsten Morgen sagte Anna: „Kann ich ein bisschen Pappe und einen großen schwarzen Filzstift haben?"
„Natürlich", sagte die Mutter. „"Wofür möchtest du das denn haben?"
„Das ist ein Geheimnis.", sagte Anna. „Ich werde es dir zeigen, wenn ich damit fertig bin."
Sie ging hinaus in ihr Zimmer und begann zu arbeiten. Eine Stunde später kam sie wieder heraus. „Sieh mal, was ich gemacht habe.", sagte sie zu ihrer Mutter, und sie hielt ein großes Pappschild hoch. „MONSTER DRAUSSEN BLEIBEN", stand darauf. „DIESES ZIMMER IST DURCH DIE MAGISCHE MONSTERLAMPE GESCHÜTZT!"
„Donnerwetter", sagte Annas Mutter, „das wird die Monster todsicher verscheuchen.""
Das Buch ist eine Quelle für TherapeutInnen, Eltern und alle, die Kindern helfen wollen, ihre Probleme zu bearbeiten und zu lösen.
Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
- Wie therapeutische Geschichten funktionieren.
- Wie Sie therapeutische Geschichten verwenden und selbst erfinden können.
- Angst vor Dunkelheit - Anna Geschichte
- Zwanghafte und perfektionistische Kinder - Anna Geschichte
- Schüchternheit - Anna Geschichte
- Kinder von Alkoholikern - Anna Geschichte
- Entspannung - Anna Geschichte
....
Für die erew-BIBLIO-KOM: Anke Pludra
Mein persönlicher Eindruck:
Ein Muss für alle diejenigen, die mit Kindern und ihren Problemen zurecht kommen wollen.
Danke Eliska :)
zügiger Service
ich glaub das muss ich haben
EMMA
ein schoener thread hier, gefaellt mir sehr gut.
mein lieblingsbuch:
Das weiße Segel. Wohin der Wind des Glücks dich trägt. von Sergio Bambaren, Heinke Both (Illustrator)
ich habe alle buecher von sergio bambaren gelsen und
dies hier ist fuer mich das schoenste.
leider kann ich nicht so einen schoenen link machen, weil ich
nicht weiss wie das geht...
EMMA und ulli, freut mich:)
Danke, Ulli für den Tipp :D Hier ist der Link:
http://images-eu.amazon.com/images/P/382250548X.03.LZZZZZZZ.jpg
Kurzbeschreibung
Nur wer seine Träume lebt, kann die Sehnsucht stillen
Auf den ersten Blick haben Kate und Michael mit Anfang Dreißig alles erreicht, was das Leben lebenswert macht. Ihre Ehe jedoch steckt in der Sackgasse, und auch die Karriere hat für die zwei Workaholics ihren Reiz verloren.
Kate bestärkt Michael darin, seinen Jugendtraum zu verwirklichen und sich auf ein echtes Abenteuer einzulassen, und so beschließen die beiden, zur großen Reise ins Ungewisse aufzubrechen: Sie trennen sich von all ihrem Besitz, kaufen sich ein altes Segelschiff und stechen in Auckland in See.
Ihr Törn führt sie von Neuseeland durch die zauberhafte Inselwelt des Südpazifiks, gemeinsam lernen sie so magische Orte wie die Fidschiinseln, Neukaledonien und das legendäre Tonga kennen. Doch als das Paar in einen schweren Sturm gerät und dem Spiel der Elemente wehrlos ausgeliefert ist, wird aus dem idyllischen Trip eine Frage auf Leben und Tod.
Umschlagtext
Nach Der träumende Delphin , der die Menschen auf der ganzen Welt begeistert hat, macht auch Sergio Bambarens neues Buch Mut, sich seine Träume zu erfüllen: wie Kate und Michael, die zur großen Reise ins Ungewisse aufbrechen. Was sie entdecken, ist unendlich viel kostbarer als alles, was sie dafür aufgeben mußten.
Über den Autor
Sergio Bambaren wurde 1960 in Peru geboren, absolvierte in Lima die britische High School und studierte Chemotechnik in de USA. Die Suche nach der perfekten Welle führte den passionierten Surfer um die ganze Welt. Mit Der Träumende Delphin (Kabel 1998) gelang Sergio Bambaren auf Anhieb ein internationaler Bestseller. Er gab daraufhin seinen Ingenieursberuf auf und widmete sich fortan ganz dem Schreiben und seiner Leidenschaft für das Meer. Nach längerem Aufenthalt in Sydney lebt er heute wieder in Lima.
1999 erschien Ein Strand für meine Träume.
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
artistin
19.08.2002, 20:22
Hi Eliska :)
die Coelho-Bücher könnten hier noch rein...
Außerdem gefällt mir noch Siddharta von Hermann Hesse...
grüsse
artistin :)
Klingsors letzter Sommer vom guten H.H. ist eine sehr schöne, wenn auch etwas traurige Geschichte innnerhalb der Erzählung . Die Rezi ist aber nicht von Amazon sondern anderswo her. So gefiel sie mir aber ganz gut.
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Klingsors letzter Sommer
Von den drei Erzählungen, die »Klingsors letzter Sommer« enthält, ist das Mittelstück »Klein und Wagner« die erste größere Arbeit, die Hesse im Tessin (Frühjahr 1919) geschrieben hat. Die Erzählung »Kinderseele«, die das Buch einleitet, ist schon in dem noch in Bern erschienenen »Alemannenbuch« des Seldwyla-Verlages enthalten; »Klein und Wagner« erschien zuerst, gleich manchem Aufsatz und mancher Besprechung dieser Zeit, in Vivos voco. »Klingsors letzter Sommer«, das Schlußstück des Trios, ist nicht mehr in Vivos voco oder sonst einer Berner Publikation, sondern im Deutschland der ersten Nachkriegszeit erschienen.
Stilistisch sind die beiden in Bern vorabgedruckten Stücke »Kinderseele« und »Klein und Wagner« einander, der analytischen Einschläge nach, nah verwandt; auch darin, daß sie an eine bestimmte soziale Schicht sich wenden, daß sie mit einem strengen, wohlbekannten Publikum rechnen. Nicht so die Titelerzählung. Sie macht den Eindruck, als gebe es kein Publikum mehr; als seien alle Bindungen aufgehoben; als sei keine Gesellschaft mehr vorhanden, auf die sich der Dichter beziehen, der er sich verständlich machen möchte oder könne. Diese letztere Erzählung ist eigentlich ein Monolog, auch wenn darin Zwiesprachen mit Freunden und eine Umgebung vorhanden sind. Die letzte zusammenfassende Macht, die Adresse, die Gesittung des Empfängers, dem man verantwortlich ist und der ganz bestimmte Erwartungen hegt; der vom Dichter eine Umfriedung von Instinkten und Begierden, eine Lösung von Schwierigkeiten erwartet: dieses fehlt.
»Klingsors letzter Sommer«, die Titelerzählung, ruht ganz in sich selbst. Das heißt, sie ruht nicht, sie ist aufgeregt, unruhig, von Untergangsstimmungen durchzogen. Sie ist flackernd, irr, gehetzt, eine Selbstaufhebung des Dichters, ein Durchstoßen persönlicher Behinderungen. Sie ist ein unbändiger Exzeß, eine Übertreibung und Entartung; ein Brunstschrei, wenn man will. Eine wahnartige Glut wütet in ihrem eigenen Krater, und dies vor allem darum, weil der Dichter den Glauben an ein Publikum, an eine aufnehmende und entgegenkommende, an eine wohltätige Gesittung verloren hat. Das Buch als Ganzes ist eines der merkwürdigsten, die Hesse geschrieben hat. »Man hört die Schlüssel klirren«, schrieb ein Schweizer Journalist. Gewiß, man hört sie klirren. Aber es sind Schlüssel zum tiefsten Wesen des Dichters.
Da ist zunächst der Auftakt, die Erzählung »Kinderseele«. Sie zeigt, wie ein Gewissen entsteht, ein höchst subtiles Gewissen; wie der Grund zu einem romantischen Dichter gelegt wird. Die Mittel sind grausam –: wie sollten Eltern wissen, daß sie ein Genie in die Welt gesetzt haben? Die Methoden der Gewissensbildung sind oft entsetzenerregend, wenn man die überempfindliche Verschwiegenheit, die Leidenskraft des Kindes, wenn man all das in einem Durchschnitt zu sehen bekommt. Aber auch die Anlage des Kindes, seine früh erwachten Sinne, sein Eindringen ins Elterngeheimnis, seine unbegrenzte Neigung: auch dies vermag zu schrecken. Noch jüngst ist Marcel Prousts Roman »Der Weg zu Swan« bekannt geworden. Dort ist eine ähnliche Kindheit beschrieben, ein ähnliches Umkreisen des Mutterbildes. Wie soll der Erzieher, wenn solche Neigung ihm nicht verborgen bleibt, wie soll er sich dazu verhalten? Es ist schwer zu sagen.
»Kinderseele« ist keine Kampfschrift gegen schlimme Väter, kein pädagogischer Traktat. Die Erzählung hat eher eine biologische, um nicht zu sagen eine tragische Bedeutung. Denn was die Kinderseele schwer belastet, ein Alp der Bedrohung und Verfolgung, das wird für den Dichter zur ängstlichen Subtilität der bedenkenden, wägenden Kräfte und wird für ihn zu einem Vorzug, einer Überlegenheit. Dieser väterliche Anteil, so wölfisch er sich äußern mag, schärft doch den Sinn für das Erleben, befördert ein immer tieferes Wissen um den verbotenen Bezirk. Es werden sehr zauberische, unausdenkbar süße, unaussprechlich wichtige Geheimnisse sein, die wie in »Kinderseele« so rigoros verboten, so unerbittlich mit Schlägen und Ängsten bezahlt werden müssen. Kein Totem ist möglich, kein Heiliges, ohne das Tabu, das Verbot und die Strafe. Wir leben in Europa ein wenig naiv in diesen Dingen. Wir möchten die höchsten Genüsse auskosten, ohne dafür zu bezahlen. Wir möchten die schönsten Bilderausstellungen genießen, ohne uns vorher auspeitschen zu lassen. Der Südseemann würde das nicht verstehen; eine unwiderstehliche Instinktneigung läßt er sich gerne das Leben kosten.
»Klein und Wagner«, die zweite Erzählung des Klingsorbandes, führt das Thema der ersten, das sie geheimnisvoll erläutert, weiter. Der Zauber, den der Knabe in »Kinderseele« seinem Vater zu entwenden oder hinter den er doch zu kommen sucht, ist in »Klein und Wagner« zum Geldzauber geworden. Der kleine Feigendieb wird zum Dieb und Defraudanten Klein, der seine Tausender auf die Spielbank bringt. Er wird als Beamter mit gelehrten Neigungen eingeführt. Er ist flüchtig, er fühlt sich verfolgt von unerklärlichen Mächten. Er hat Angst vor Wahnsinn, Schlaflosigkeit, Polizei und Tod. Er fühlt sich angeklagt von seinen Gedanken, von Richtern, von aller Welt. Er hat Sehnsucht nach Leid, nach Untergang, und er sinkt schließlich freiwillig ins Wasser; in den Schoß der Mutter, wie es mit einer chinesischen Formel gegen das Ende zu heißt. Was ist geschehen? Was ist es mit diesem Beamten Klein, der in Lugano ankommt wie ein schwerer Verbrecher und der doch die luganesische Landschaft zu sehen vermag, wie sie noch niemand vorher gesehen hatte, so unvergleichlich trunken, so als Erfüllung grüner Jugendsehnsucht nach dem Süden; so als phantastisches Kinderspielzeug, so lieb und einfach und doch so beschwingt wie das Paradies? Was ist es mit ihm?
Der Beamte Klein hat sein Gewissen mit einem Traumverbrechen belastet. Er war im Begriff, einen »vierfachen Mord« an Frau und Kindern zu begehen. Er ist dieser seiner Zwangsidee entgangen, indem er das greifbare Geld zusammenraffte und auf falschen Paß in den Süden reiste. In seinem Traum spielt der Name Wagner eine große, und zwar eine doppelte Rolle: Wagner, das ist ein kleiner Schullehrer, der einen ähnlichen Mord beging und dessen Tat der Beamte Klein damals, ohne an Ähnliches zu denken, zugestimmt hat. Wagner ist aber auch Richard Wagner, zu dem er als zwanzigjähriger Jüngling eine schwärmerische Neigung hatte. Wagner, das ist auch der Komponist, der den Lohengrin geschrieben hat, jenes Maskenspiel von einem irrenden Ritter mit geheimnisvollem Ziel, dessen Namen man nicht erfragen darf. Der Beamte Klein fühlt sich dem einen und dem andern Wagner verwandt. Er selbst wäre an einer gealterten Frau, von der er sich heiraten ließ, um ein Haar zum Mörder geworden, aus tiefem unbewußten Zwang, weil diese Frau seinen hochfliegenden Jünglingstraum, den romantischen, den Lohengrin-Traum, nahezu getötet und erstickt hat. Noch immer trägt Klein, auch im Süden, auch in der neuen Landschaft, die ihn umgibt, ein Bändchen Schopenhauer mit sich herum. Es ist sehr wahrscheinlich, daß er die »Unzeitgemäßen Betrachtungen« gelesen hat, die Nietzsche, da er für Wagner schwärmte, im Norden, in Basel schrieb.
Wie hängen nun so bösartige Traumneigungen mit den höchsten und süßesten Aufschwüngen der Kunst und der Menschheit, mit der überirdischen Liebe und Gralsverehrung zusammen? Wie ist es beispielsweise möglich, daß dasselbe Volk, das einen solchen Wagner hervorgebracht hat und seine jenseitigen Stücke abgöttisch verehrt –, daß dieses selbe Volk sich berserkerhaft in einen Krieg stürzen und alle Romantik, alle Liebe vergessen haben kann? Wie ist es möglich, daß der Schwärmer selbst, er, der Beamte Klein, den Musiker und auch den Mörder Wagner nebeneinander in sich trägt? Das ist die Frage für den Flüchtling, und das ist auch die Frage des Dichters.
Es ist da eine Widersprüchlichkeit der Instinkte, die unverkennbar den Charakter des romantischen Genies und den Charakter des Deutschen mit demjenigen des Beamten Klein verbindet. Vielleicht hat die mörderische Strenge einer Erziehung wie »Kinderseele« sie entrollt, vielleicht hat solche Erziehung, auf eine sehr jenseitige, sehr musikalische, sehr lohengrinhafte Uranlage stoßend, jene zwei Welten, des Mordes und der transzendenten Liebe, überhaupt erst miteinander in Konflikt gebracht und gegenseitig in solcher Schärfe ausgebildet. Wie dem auch sei: Mord und Liebe liegen nahe verschwistert im Seelengrunde des Beamten Klein; er empfindet eine merkwürdige Vertauschbarkeit dieser beiden Instinkte. Er hätte den ihm von innen her aufgedrungenen Mord nahezu ausgeführt, und er lebt, selbst in der heilenden südlichen Landschaft, die er sich verschrieben hat, wie ein Selbstmörder, verbrassend, was er entwendet, und sein eigenes Leben vernichtend.
Und warum rudert er am Ende auf den See hinaus und läßt sich ins Wasser fallen? Er hat bei einer kleinen Forschungstour in die ländliche Umgebung der blauen tessiner Stadt ein nächtliches Abenteuer mit seiner Gastgeberin gehabt. Diese »zweifelhafte und anrüchige Geschichte« hat seine ganze gehobene Stimmung vom vorigen Tag vernichtet. Noch in der Nacht ist er aus dem kleinen Albergo geflüchtet; das Erlebnis aber hat ihm seine heilig-liebenswerte Welt völlig verwirrt. im anschließenden Traum kämpft er mit zwei Frauen, von denen er die eine mit dem Dolche durchstößt, während die andere ihn, rächend, mit Krallen umschlingt.
Der Beamte Klein trägt offenbar einen Dämon in sich. Dieser Dämon heißt bald Präzeptor Wagner, bald Richard Wagner. Es gibt vor ihm keine Flucht. Hat Richard Wagner die Oberhand, so genügt ein törichtes Liebeserlebnis, den Präzeptor Wagner zu erwecken und die verschwiegene Hölle, den tiefen Verbrecherwahn in Bewegung zu setzen. Klein aber wird geneigt sein, auf Liebeswerben mit Totschlägermanieren zu antworten. Er wird zerstören, was ihn berührt, vernichten müssen, was ihm Wollust bringt; weil Liebe und Mord, weil der Exzeß der Verehrung unerträglich mit einem Exzeß der Vernichtung, der Strafe, der Verteufelung verknüpft ist.
So geht er in den Tod. Die geheime Feder seines Reagierens aber bleibt ihm verborgen. »Ach«, sagt der Dichter, »man wußte so wenig, so verzweifelt wenig vom Menschen! Hundert Jahreszahlen von lächerlichen Schlachten und Namen von lächerlichen Königen hatte man in den Schulen gelernt. Aber vom Menschen wußte man nichts! Wenn eine Glocke nicht schellte, wenn ein Ofen rauchte, wenn ein Rad in einer Maschine stockte, so wußte man sogleich, wo zu suchen sei. Aber das Ding in uns, das allein lebt, das allein fähig ist, Lust und Weh zu fühlen, Glück zu begehren, Glück zu erleben – das war unbekannt, von dem wußte man nichts, gar nichts, und wenn es krank wurde, gab es keine Heilung. War es nicht wahnsinnig?«
»Klein und Wagner« ist noch ganz an die Berner Erlebnisreihe gebunden. Der Krieg, die Auflösung der Ehe sind bis in die Traumerschütterungen hinein verfolgt und durchlitten. Damit beginnt auch das Interesse des Dichters für jene Fragen, die ihn einige Jahre später unter dem Sammelwort einer Biologie des Genies beschäftigen. Die Natur des Deutschen, die Natur des Romantikers, die eigene Natur ist dem Dichter in ihrer Fragwürdigkeit aufgegangen. Das Thema ist so groß und ernst, daß es alles andere Schicksal, alle weitere »Objektivierung« von Erlebnissen in fremder Gestalt, in sogenannten Romanen vergessen läßt. Hesse schreibt seit »Demian« seinen eigenen Roman; er sucht sein eigenes Leben, das er als Typus empfindet, zu deuten. Das Schlußstück des Klingsor-Trios krönt den ersten Versuch. Die vielverschlungene Zauber- und Motivmusik des Bayreuther Meisters ist darin auf den festen Umriß der Sprache, das tolle Orchester auf eine Kammermusik reduziert.
»Klingsors Zaubergarten ist gefunden!« schrieb Richard Wagner, als er nach Ravello kam und in der Villa Ruffoli von der breiten Zypressen- und Blumenterrasse hinaussah auf den unendlichen Azur des Tyrrhenischen Meers. »Klingsors Zaubergarten ist gefunden!« so hätte auch der Romantiker Hesse ausrufen können, als er eines Tages im Frühling 1919 nach Montagnola hinaufkam und vom kleinen Balkon des Camuzzi-Hauses über den Terrassengarten und den Luganer See bis weit in die Schneeberge sah. Ich habe beide Gärten, den des Palazzo Ruffoli und den des Palazzo Camuzzi, und beide im Frühling gesehen. Der Vergleich ist frappant; das Verhältnis der tragischen Oper zum Streichquartett und des heroischen Panoramas zum passionierten Idyll ist in den beiden Gärten aufs schönste ausgedrückt. Die Analogie geht so weit, daß auch die maurische Gotik von Ravello ihr Widerspiel findet in den moresken Türmchen und Söllern des Palazzo Camuzzi. Was dort in Süditalien architektonisch echter und landschaftlich größer erscheint, das findet in Montagnola sich ausgeglichen durch die echtere Wesensart des Dichters, der hier wohnt. Es scheint in der Tat, als sei einmal ein Sprößling der Familie Camuzzi nach Ravello gekommen, ehe er im malerischen Tessin sein Haus baute und seinen Garten anlegte.
Hesse hat den Camuzzi-Garten im »Klingsor« gleich zu Beginn, und also im ersten Tessiner Sommer, der Klingsors letzter werden sollte, beschrieben. »Klingsor stand, nach Mitternacht, von einem Nachtgang heimgekehrt, auf dem schmalen Steinbalkon seines Arbeitszimmers. Unter ihm sank tief und schwindelnd der alte Terrassengarten hinab, ein tief durchschattetes Gewühl dichter Baumwipfel, Palmen, Zedern, Kastanien, Judasbaum, Blutbuche, Eukalyptus, durchklettert von Schlingpflanzen, Lianen, Glyzinen. Unter der Baumschwärze schimmerten blaßspiegelnd die großen blechernen Blätter der Sommermagnolien, riesige schneeweiße Blüten dazwischen halbgeschlossen, groß wie Menschenköpfe, bleich wie Mond und Elfenbein, von denen durchdringend und beschwingt ein inniger Zitronengeruch herüberkam. Aus unbestimmter Ferne her mit müden Schwingen kam Musik geflogen, vielleicht eine Gitarre, vielleicht ein Klavier, nicht zu unterscheiden. In den Geflügelhöfen schrie plötzlich ein Pfau auf, zwei-, dreimal, und durchriß die waldige Nacht mit dem kurzen, bösen und hölzernen Ton seiner gepeinigten Stimme, wie wenn das Leid aller Tierwelt ungeschlacht und schrill aus der Tiefe schelte. See, Berge und Himmel flossen in der Ferne ineinander.«
Das könnte ein Auftakt sein zu »Tristan und Isolde«. Diese Musik ließe sich auch in Ravello hören. Sie hat einen tiefen Schmerzakzent und alle Qual der Liebe, wo sie vom Tod nicht mehr zu trennen und zu unterscheiden ist. Und merkwürdig genug: der schwüle, üppige, girrende Ton dieser Schlußnovelle; dieses Hangen und Klagen und Stöhnen mit der Vergänglichkeit; dieses Stürzen in den Abgrund und Aufflammen von der Tiefe her; dieselbe Chromatik der leidenden und der wollüstigen Töne, die sich überschreien, übersteigern, die sich aufbäumen und versinken: sie sind beiden Meistern, dem von Ravello und dem von Montagnola, eigen. Ein Furioso der Leidenschaft durchstößt alle Grenzen, droht die idyllische Landschaft zu sprengen, geht bis zur Selbstaufhebung und zärtlichen Verliebtheit ins Ende.
Es ist die Spätromantik, die versäumtes Lieben, versäumtes Leben, versäumte Tierheit kennt und im letzten Aufbäumen die Jugend nachzuholen versucht, sie aber überbietet durch alles gereifte Wissen des Alters. Es ist die ganze, auch die französische Spätromantik, die hier auf wenige brennende Blätter zusammengedrängt erscheint. Es sind entartete, atavistische Züge in ihr, die vom Zurückverlangen zur Mutter schmerzlich getragen sind. Es sind Züge in ihr von Monomanie und Selbstanbetung und Züge des Verfallenden und Untergehenden. »Das ist es, heißt es gegen den Schluß der Novelle, was einige Freunde an dem Bilde besonders lieben. Sie sagen: es ist der Mensch, ecce homo, der müde, gierige, wilde, kindliche und raffinierte Mensch unserer späten Zeit, der sterbende, sterbenwollende Europamensch: von jeder Sehnsucht verfeinert, von jedem Laster krank, vom Wissen um seinen Untergang enthusiastisch beseelt, zu jedem Fortschritt bereit, zu jedem Rückschritt reif, ganz Glut und auch ganz Müdigkeit, dem Schicksal und dem Schmerz ergeben wie der Morphinist dem Gift, vereinsamt, ausgehöhlt, uralt, Faust zugleich und Karamasow, Tier und Weiser, ganz entblößt, ganz ohne Ehrgeiz, ganz nackt, voll von Kinderangst vor dem Tode und voll von müder Bereitschaft zu sterben.«
Ich kenne wenig Seiten, selbst bei den Größten, von einer Fülle und Dichtigkeit wie jene sechs Seiten aus Hesses »Klingsor«, die das Selbstbildnis des sterbenden Romantikers, des Klingsor-Deutschen enthalten. Die Sprache dieser Novelle geht, wenn ich so sagen darf, weit über des Dichters eigenes Maß hinaus. Es ereignet sich hier der seltene Fall, daß der Künstler eine Wesenssphäre ergreift und erschöpft, die man vorher nicht als ihm zugehörig vorausgesetzt hatte. Das ist nur dem Medium möglich, das auf den eigenen Willen verzichtet hat; dessen Organe infolge einer letzten Erschütterung zum Werkzeug des Notwendigen und der Symbole selber werden. Der spätromantische Zug, der bisher einzig im »Lauscher« aufgefallen war, dieser Zug, der auf die dionysischen Studien von Basel und Tribschen zurückverweist, gewinnt hier unvermutet die Ausdehnung einer Hochflut und zerstört vollends das enge und etwas gedrückte Bild, das man bis zum »Demian« von diesem Dichter hatte.
Über den Gegensatz von Musiker und Maler in Hesses Werk sprach ich bereits gelegentlich der Romane »Gertrud« und »Roßhalde«. Aber dort war das Problem noch kaum bewußt und jedenfalls nicht die Hauptsache. Hier nun, im »Klingsor«, stoßen die beiden Welten in einer typischen Figur zusammen. Die »Musik des Untergangs« vernimmt ein Maler, das heißt nach Hesse ein Künstler, der nicht an ein abstraktes Gehör, sondern an Wirklichkeit und Greifbarkeit gebunden ist. Das verschärft alle Leiden. Und Klingsor selbst, der Zauberkönig, ist nicht ein Musiker mehr, sondern abermals: ein Maler, wenn auch als solcher immer noch ein Orgiast. Die Musik soll ihn vom Naturalismus der Farbe befreien. Man könnte aber umgekehrt auch sagen, daß ihm die Malerei dazu dienen soll, die Musik zu fesseln, zu bändigen, zu naturalisieren. Auf die Musik des Untergangs folgt im »Klingsor« das Selbstporträt. In diesem Selbstporträt ist die untergehende Musik aufgefangen. Das bedeutet aber, daß die Leidenschaften sichtbar und überwindungsfähig geworden sind. So schrieb van Gogh: »Und im Gemälde möchte ich eine Sache sagen tröstlich wie Musik.«
An van Gogh muß man bei der Lektüre dieses »Klingsor« heftig denken. Zweimal wird er im Buche zwar nicht genannt, aber doch gestreift. Arles ist genannt, und auch Gauguin ist genannt. Van Gogh aber steht dem Dichter besonders nahe: der artistischen Entwicklung nach, die von den reinen, subtilen Farbtönen des Impressionismus aus gewaltsam ins eigene Innere vordringt, und auch der Herkunft nach: indem beide (Hesse von der Dubois-Seite, der Mutter her) Calvinistenblut in den Adern haben. Wie ein Alb lastet auch auf van Gogh die Tradition des Genfer Reformators, der nur eine schrecklich erhabene Gottheit mit einer absoluten, in ein drohendes Dunkel gehüllten Vorherbestimmung des einzelnen kennt. Das Empfinden van Goghs, als er zum erstenmal nach Arles kommt, gleicht demjenigen Hesses in der ersten Zeit seines Tessiner Aufenthaltes auf ein Haar.
Noch einen dritten könnte man hier nennen: den Dichter Hölderlin zur Zeit seines Aufenthaltes in Südfrankreich. Diese Künstler aus Pietisten- und Calvinistenblut droht dann ihre lang verdrängte Phantastik ausbrechend zu zerreißen. Sie geraten in eine Arbeitswut, um die andrängende Fülle zu entgiften. Sie balancieren unvermutet auf jener schmalen Grenze zwischen Wahn und Form, von der ein Dante geschrieben hat, daß er den Fuß an jene Stelle des Lebens gesetzt habe, über welche keiner hinausgehen kann, der die Absicht hat, wiederzukehren.
Perry :)
Mein erste Begegnung mit Coelho::)
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Rezensionen
Carl D. Goerdeler, Neue Zürcher Zeitung.
Coelho hat den Erfolg nicht gesucht. Seine Bücher schreibt er für sich selbst. Sie sind ein Stück seines eigenen Weges nach Sinnsuche. Und es gelingt ihm, bei seinen Lesern eine Saite klingen zu lassen, die gehört werden will: ihre Ketten zu sprengen und ihren Träumen zu folgen.
Kurzbeschreibung
Ein Handbuch und spiritueller Wegweiser mit Coelhos eigenen Reflexionen und denjenigen seiner persönlichen Wegbegleiter, die - von Sun Tsu und Lao Tse über das 'I Ging', Gandhis Schriften und Herrigels 'Zen in der Kunst des Bogenschießens' bis zu chassidischen Meditationen, islamischen Weisheitsbüchern und christlichen Pilgerlegenden - uns Mut und Lust machen, jenseits der Alltagsverstrickungen unser Schicksal anzupacken, den eigenen Lebenstraum zu finden und beharrlich dafür zu kämpfen.
Umschlagtext
Ein Krieger des Lichts glaubt.
Weil er an Wunder glaubt, geschehen auch Wunder.
Weil er sich sicher ist, daß seine Gedanken sein Leben verändern können, verändert sich sein Leben.
Weil er sicher ist, daß er der Liebe begegnen wird, begegnet ihm diese Liebe auch.
Manchmal wird er enttäuscht, manchmal verletzt.
Aber der Krieger weiß, daß es sich lohnt.
Für jede Niederlage gibt es zwei Siege.
Alle, die glauben, wissen das.
Das "Handbuch des Kriegers des Lichts" erzählt von elementaren Erfahrungen, von Grenzgängern und Suchenden. In gleichnishaften Geschichten und Maximen aus drei Jahrtausenden zeigt Paulo Coelho den mutigen Umgang mit sich selbst, mit Konflikten und schwierigen Lebenssituationen.
"Es ist wichtig, für seine Träume ein paar Kämpfe durchzustehen - nicht als Opfer, sondern als Abenteurer." PAULO COELHO
"Paulo Coelho ist der Meister der Sinnsucher-Fabeln."
RAINER TRAUB/ DER SPIEGEL; HAMBURG
Über den Autor
Paulo Coelho, geboren 1947 in Rio de Janeiro, begann nach ausgedehnten Reisen zu schreiben. Mit seinem Weltbestseller "Der Alchimist" wurde er "neben Gabriel García Márquez der meistgelesene lateinamerikanische Schriftsteller der Welt".
Durchschnittliche Kundenbewertung: ****
Anzahl der Rezensionen: 14
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Kurzbeschreibung
Der Alchimist erzählt das gleichnishafte Abenteuer des Schäfers Santiago, der auf der Suche nach einem Schatz auch innere Reichtümer entdeckt.
"Die Geschichte einer Selbstwerdung, die bleiernen Alltag in das Gold der Träume zu verwandeln vermag." (L'Express, Paris)."Ein Buch voller Poesie."(Welt am Sonntag)
"Ein zauberhaftes Buch und willkommene Antwort auf die Frage nach dem Sinn, der sich zurzeit immer dringender stellt."(Tages-Anzeiger)
"Eine simple Parabel, erzählt mit genialer Einfachheit, mit einer Wärme und Klugheit, die Menschen es immer wieder mit Saint-Exuperys Der kleine Prinz vergleichen lassen."(Norddeutscher Rundfunk)
Paulo Coelho, geboren 1947 in Rio de Janeiro, begann nach ausgedehnten Reisen zu schreiben. Mit seinem Weltbestseller "Der Alchimist" wurde er zu einem der meistgelesenen lateinamerikanischen Autoren.
Autorenportrait
Paulo Coelho, geboren 1947 in Rio de Janeiro, begann nach ausgedehnten Reisen zu schreiben. Mit seinem Weltbestseller "Der Alchimist" wurde er zu einem der meistgelesenen lateinamerikanischen Autoren.
Durchschnittliche Kundenbewertung: **** bis *****
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Rezensionen
Aus der Amazon.de-Redaktion
Will man den Wehrdienst verweigern und Zivildienst ableisten, dann sollte man in der Gewissensprüfung darlegen können, warum man sich denn keinen Dienst an der Waffe vorstellen kann. Und mehr als einmal dürfte dann als Begründung die Lektüre von Erich Maria Remarques Im Westen nicht Neues folgen.
Dieser Roman schildert aufs Eindringlichste die schauerlichen Erlebnisse des Soldaten Paul Bäumer an der Westfront des Ersten Weltkrieges, wo sich Deutsche und Alliierte in einem grausamen Grabenkrieg gegenüberstanden. Aber eigentlich sind Schauplatz und Zeit bedeutungslos, beherrschend ist das sinnlose Töten und die zu reinem Menschenmaterial degradierten Soldaten, die schon lange den Glauben an den "gerechten Krieg" aufgegeben haben. Hier ist kein Platz für klischeehaft mutige Helden, Verlierer sind sie letztlich alle, die da im Schlamm der Schützengräben liegen.
So mancher Leser wird nach diesem Roman seine Meinung zu Krieg und Militärdienst geändert haben. Wer heute noch glaubt, Krieg könne eine heldenhafte Sache sein, der kennt das Buch wahrscheinlich nicht und sollte einmal einen Blick hinein werfen. Danach ist er entweder eines besseren belehrt oder scheinbar schon völlig abgestumpft. --Joachim Hohwieler
Kurzbeschreibung
Die Geschichte des ersten Weltkrieges, erzählt aus der Sicht eines einfachen Soldaten: Der neunzehnjährige Paul Bäumer kommt als ahnungsloser Kriegsfreiwilliger von der Schulbank an die Front - und erlebt statt der erwarteten Kriegsbegeisterung und Abenteuer die ganze Brutalität des Gemetzels und das sinnlose Sterben seiner Kameraden.
In diesem langjährigen literarischen Bestseller beschwört Remarque die Schrecken des Ersten Weltkrieges mit zupackender Lebendigkeit und einer Sprache, die für jede Generation wieder neu spricht.
"Ein vollkommenes Kunstwerk und unzweifelhafte Wahrheit zugleich." Stefan Zweig
"Dieses Buch hat den Friedensnobelpreis verdient." Hamburger Abendblatt
Autorenportrait
Erich Maria Remarque, 1898 in Osnabrück geboren, besuchte das katholische Lehrerseminar. 1916 als Soldat eingezogen, wurde er nach dem Krieg zunächst Aushilfslehrer, später Gelegenheitsarbeiter, schließlich Redakteur in Hannover und Berlin. 1932 verließ Remarque Deutschland und lebte zunächst im Tessin/Schweiz. Seine Bücher "Im Westen nichts Neues" und "Der Weg zurück" wurden 1933 von den Nazis verbrannt, er selbst wurde 1938 ausgebürgert. Ab 1941 lebte Remarque offiziell in den Usa und erlangte 1947 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1970 starb er in seiner Wahlheimat Tessin.
Sehr interessant auch die Kindler-Rezension
aus Kindlers neues Literaturlexikon - findet sich auch bei Amazon.de
Durchschnittliche Kundenbewertung: mehr als ****
Anzahl der Rezensionen: 30
zum größtenTeil sehr positiv. Abgelehnt wird das Buch vor allem von denjenigen, die es im 10. Schuljahr als Klassenlekture lesen mussten. Eigentlich verständlich.
Ein sehr schönes Buch. Ich lese es gerade. :)
Perry :)
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Nach dem überwältigenden Erfolg von Sophies Welt gibt es für alle Fans des neugierigen Mädchens eine gute Nachricht: Sophie hat einen Bruder im Geiste bekommen. Der Junge hat den etwas langweiligen Namen Hans-Thomas und ist die gar nicht langweilige Hauptperson im neuen Roman von Jostein Gaarder Das Kartengeheimnis.
Das Buch erzählt die Geschichte dreier Reisen. Die erste Reise ist eine Urlaubsreise. Sie führt Hans-Thomas zusammen mit seinem Vater nach Griechenland, um die Mutter zu suchen, die vor Jahren aufbrach, sich selbst zu finden.
Unterwegs machen Vater und Sohn Rast in einem verschlafenen, winzigen schweizer Bergdorf. Dort findet Hans-Thomas auf mysteriöse Weise ein geheimnisvolles Buch, das für ihn eine zweite, abenteuerliche Lesereise bereithält. Eine dritte, nicht minder spannende Reise unternimmt Hans-Thomas in das große Reich der Philosphie. Hier hat er im Vater einen fachkundigen Reiseleiter. Während vieler Zigarettenpausen auf dem Weg nach Griechenland beschäftigen Vater und Sohn die großen Fragen: Wer sind wir? Woher kommen wir? Gibt es Gott? ...
Das Kartengeheimnis ist eine wunderbar kunstvoll ineinandergebaute Geschichte mit strenger Komposition. Allerdings muß sich der Leser vorbehaltlos vom Autor an der Hand nehmen lassen, beispielsweise die Existenz von Zwergen akzeptieren, oder sich auch durch Mini-Bücher, die in Brötchen versteckt sind, nicht aus der Fassung bringen lassen. Zunächst ergeben die losen Handlungsfäden der Geschichte scheinbar keine Ordnung, um so überraschender ist das Ergebnis, wenn alles zueinanderpaßt, sich ein Faden in den anderen schlingt.
Jostein Gaarder spielt mit der Neugierde seiner Leser und ihrer Offenheit, sich auf philosophische Fragestellungen einzulassen; versucht sich der Autor doch an nichts Geringerem als dem Gottesbeweis. Während Sophies Welt auch als ein unterhaltsames Lehrbuch der Philosophie zu lesen war, ist Das Kartengeheimnis ein phantasievoller Roman mit philosphischen Fragestellungen.
Auf drei verschiedenen Ebenen werden ganz unterschiedliche Reisewege beschritten, doch der interessanteste Weg ist zweifellos die vierte Reise. Dies ist allerdings ein ganz individueller Ausflug, den jeder Leser während der Lektüre für sich allein unternimmt. Die vollendete Abrundung des Buches gelingt dem Illustrator Quint Buchholz, der sich in seinen Bildern vieler liebevoller Details des Textes annimmt. Da gibt es tatsächlich sechsbeinige Tiere zu bestaunen oder das Spiegelbild eines Jokers zu entdecken. Das Kartengeheimnis von Jostein Gaarder wird durch Quint Buchholz zum Lesegenuß mit Augenschmaus. --Manuela Haselberger
Neue Zürcher Zeitung
Suche nach dem Ursprung
«Das Kartengeheimnis»
von Jostein Gaarder
Neben den dicken blauen Stapeln von «Sofies Welt», dem 600seitigen philosophiegeschichtlichen Jugendroman von Jostein Gaarder, türmen sich in den Buchhandlungen jetzt auch Bücher in etwas hellerem Blau: Der Hanser-Verlag hat einen zweiten Roman des norwegischen Autors und ehemaligen Philosophielehrers vorgelegt, nachdem von «Sofies Welt» (1993) eine Million Exemplare über den... Lesen Sie mehr
Kurzbeschreibung
Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs»Ich muss so weit zurückgehen, um zu begreifen, warum Mama nach Athen durchgebrannt ist ...«
Hans-Thomas ist zwölf und lebt bei seinem Vater. Vor vielen Jahren hat seine Mutter die Familie verlassen, ohne sich je wieder zu melden. Doch eines Tages wird sie per Zufall auf dem Titelbild einer griechischen Zeitschrift entdeckt. Vater und Sohn machen sich sofort auf die Suche. Es ist der Anfang einer unglaublichen Reise. Auf der Fahrt durch... Lesen Sie mehr
Hier der Link zu "Das Kartengeheimnis"
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Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Anzahl der Rezensionen: 45!
Danke, Perry, ich freue mich sehr über deine Mitarbeit!
Gruß
Eliska:)
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Sinn machen in einer Welt ohne Sinn.
Autorenporträt
Wilhelm Schmid , geboren 1953 in Billenhausen/Bayerisch-Schwaben, lebt seit 1980 in Berlin.
Studium von Philosophie und Geschichte in Berlin (FU), Paris (Sorbonne) und Tübingen. In Tübingen 1991 Promotion mit der Arbeit "Auf der Suche nach einer neuen Lebenskunst". In Erfurt 1997 Habilitation mit der Arbeit "Philosophie der Lebenskunst -Eine Grundlegung".
Stationen der Lehrtätigkeit: Universität Leipzig (1990-1991), TU Berlin (1991-1992), Universität Riga (1992-2000), PH Erfurt (seit 1993), Universität Jena (1999-2000).
Ständiger freier Mitarbeiter von "Letra Internacional" in Madrid.
"Correspondant" des College International in Paris.
Seit 1998 jeweils im September philosophisches Praktikum im Spital Affoltern am Albis (bei Zürich).
Gegenwärtig tätig als freier Philosoph, sowie als Privatdozent für Philosophie in Erfurt und als Gastdozent für Philosophie an der Universität Tiflis/Georgien (seit 1997).
Herausgeber der neuen Buchreihe "Bibliothek der Lebenskunst" im Suhrkamp Verlag.
Durchschnittliche Kundenbewertung: *** bis ****
Anzahl der Rezensionen: 2
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Rezensionen
"Die Entdeckung der Langsamkeit" ist auf den ersten Blick zugleich ein Seefahrerroman, ein Roman über das Abenteuer und die Sehnsucht danach und ein Entwicklungsroman.
Doch hat Sten Nadolny die Biographie des englischen Seefahrers und Nordpolforschers John Franklin (1786 - 1847) zu einer subtilen Studie über die Zeit umgeschrieben.
"Nadolny und sein John Franklin entdecken die Langsamkeit als menschenfreundliches Prinzip. Man könnte auch sagen: die Bedächtigkeit, den vorsichtigen Umgang mit sich selber und den Dingen." -- DIE ZEIT
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Keiner beherrschte es so gut wie er, die Schnur für das Ballspiel der anderen reglos zu halten. Bis zum Ende des Spiels konnte er das - doch das war auch die einzige Möglichkeit für ihn, an diesem Spiel teilzunehmen.
Alles andere hätte viel zu rasche Reaktionen von ihm erfordert. Und eines war John Franklin mit Gewissheit nicht: schnell.
Sein Tempo war anders als das seiner gesamten Umgebung: Langsamkeit bis zum Anschein des völligen Stillstands.
Doch trotz dieser Einschränkung schafft er es, dass er zur Schule gehen darf, dass er auf einem Schiff aufgenommen wird, um dort als Matrose anzuheuern. Das Schiff wird von seinem Onkel kommandiert - und es geht auf eine weite Reise, nach terra australis.
John Franklin lernt, mit seiner Langsamkeit zu leben. Die eigene Geschwindigkeit kann er nicht steigern - doch er kann Situationen und Gespräche vorab trainieren, so dass sein Gegenüber nicht ganz so ungeduldig wird. Dennoch: der Beginn ist schwer. Er braucht eine Weile, bis dann wahrgenommen wird: John Franklin ist zwar langsam - aber stetig. Und mit einem ungeheuren Gedächtnis gesegnet.
Wer hätte erwartet, dass das Kind, das einst als zurückgeblieben galt, eines Tages ein eigenes Schiff kommandieren würde - auf der Suche nach der legendären Nordwestpassage?
Der Autor:
Sten Nadolny wurde am 29. Juli 1942 in Zedenick an der Havel geboren und wuchs in Oberbayern auf. Studium der Geschichte in Göttingen, Tübingen und Berlin. Promotion, danach Tätigkeit als Geschichtslehrer und Aufnahmeleiter beim Film. 1990 Gastdozent für Poetik der Gegenwartsliteratur an der Universität München.
Sten Nadolny lebt in Berlin.
Meine Meinung:
Dieses Buch hier zählt zweifellos zu meinen Lieblingsbüchern. Warum?
Es erhebt einen Mangel zum Gesetz, zeigt den Triumpf des Willens über die Schwäche.
Voller Spannung und Zuneigung verfolgt man, wie John Franklin im Schlaf jede Niete des Schiffes auswendig lernt, um im Notfall trotz seines Mankos schnell reagieren zu können.
Auch in der Sprache spiegelt sich die Wahrnehmung des Protagonisten wieder: So wie dieser langsam wahrnimmt, sein Blickfeld oft auf eine winzige Begebenheit einschränkt, so erzählt auch das Buch zur Illustration nur eine einzige kleine Geschichte, in all den Details, wie John sie vielleicht hätte wahrnehmen können. Auch die Zeit, als John durch Training, Erfahrung etc. schneller wird, findet man im Sprachrhythmus wieder.
Ich habe dieses Buch bereits mehrmals gelesen und werde dies auch bestimmt wieder tun - und ich wünsche ihm noch viele weitere Leser! -- Daniela Ecker
Leseprobe:
(Zitat S.9) John Franklin war schon zehn Jahre alt und noch immer so langsam, daß er keinen Ball fangen konnte. Er hielt für die anderen die Schnur. Vom tiefsten Ast des Baums reichte sie herüber bis in seine emporgestreckte Hand. Er hielt sie so gut wie der Baum, er senkte den Arm nicht vor dem Ende des Spiels. ALs Schnurhalter war er geegnet wie kein anderes Kind in Spilsby oder sogar in Lincolnshire. Aus dem Fenster des Rathauses sah der Schreiber herüber. Sein Blick schien anerkennend.
Vielleicht war in ganz England keiner, der eine Stunde und länger nur stehen und eine Schnur halten konnte. Er stand so ruhig wie ein Grabkreuz, ragte wie ein Denkmal. »Wie eine Vogelscheuche!« sagte Tom Barker.
Dem Spiel konnte John nicht folgen, also nicht Schiedsrichter sein. Er sah nicht genau, wann der Ball die Erde berührte. Er wußte nicht, ob es wirklich der Ball war, was gerade einer fing, oder ob der, bei dem er landete, ihn fing oder nur die Hände hinhielt. Er beobachtete Tom Barker. Wie ging denn das Fangen? Wenn Tom den Ball längst nicht mehr hatte, wußte John: das Entscheidende hatte er wieder nicht gesehen. Fangen, das würde nie einer besser können als Tom, der sah alles in einer Sekunde und bewegte sich ganz ohne Stocken, fehlerlos.
Jetzt hatte John eine Schliere im Auge. Blickte er zum Kamin des Hotels, dann saß sie in dessen oberstem Fenster. Stellte er den Blick aufs Fensterkreuz ein, dann rutschte sie herunter auf das Hotelschild. So zuckte sie vor seinem Blick her immer weiter nach unten, folgte aber höhnisch wieder hinauf, wenn er in den Himmel sah.
- Es gibt für alles zwei Zeitpunkte, den richtigen und den verpassten.
- Untereinander sprachen die Australischen erst wenig, dann immer mehr, und schließlich begannen einige zu lachen. Bald taten das alle bis auf einen, sie redeten und lachten. Matthew meinte, sie hätten nun doch Vertrauen gefasst. Mr. Thistle vermutetete, das jetzige sei ihr normales Verhalten, es sei durch das Erscheinen der Weißen nur kurz dem ängstlichen Staunen gewichen. Sherard sagte: "Sie lachen, weil wir Kleider anhaben." John sah am längsten hin, bevor er etwas sagte. Seine Antwort kam, als alle die Frage für erledigt hielten, und wie gewöhnlich so schleppend, dass nur noch Matthew und Sherard zuhörten. "Sie wissen jetzt, dass wir ihre Sprache nicht verstehen. Darum reden sie
absichtlich Unsinn und lachen darüber."
- Riffe konnte er rechtzeitig sehen und hören, denn er tat oder dachte nie zweierlei zur gleichen Zeit.
- Jeder Bericht hatte eine äußere Seite, die logisch zusammenhing und leicht zu begreifen war, und eine innere, die nur im Kopf des Sprechenden aufschien. Zu unterdrücken war diese innere nicht, das hätte nur lästiges Stottern und allerlei Fehler im Ausdruck verursacht. John musste ihr also Zeit einräumen, ohne sie nach außen zu wenden. Noch vor wenigen Monaten hatte er dazu geneigt, den inneren Bildern zuliebe das letzte Wort so lange zu wiederholen, bis er weitererzählen konnte.
- Die Ehre verpflichtete jeden, das zu tun, wofür er schon gelobt worden war. Ehre war eine Art nachzuliefernder Beweis.
- Was Franklin dazu zu sagen hatte, war durch Schweigen hinreichend ausgedrückt. Über die Unsinnigkeit einer Schlacht reden hieß dem Krieg selbst Sinn beimessen.
- John ahnte, dass er sich, einfach aus Pflicht zur Gleichheit, eines Tages selbst für austauschbar halten würde. Von der Kriegsmarine her wußte er aber ganz genau, wie es war, wenn Eigenes unwichtig wurde. Es blieb dann nur der Ausweg in die Schnelligkeit. "Besser" war einer dann nur noch, wenn er das Gleiche schneller tat. Und diese Möglichkeit hatte er nicht. -- Daniela Ecker
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Anzahl der Leser-Rezensionen: 23!
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Klappentext (1986)
In seiner "Anleitung zum Unglücklichsein" hat Paul Watzlawick vorgeführt, wie überaus erfindungsreich wir Menschen unseren Alltag unerträglich machen. Nun zeigt er uns mit bewährter Ironie, wie wir immer wieder den vermeintlich glatten Lösungen aufsitzen, auf der Suche nach den endgültigen, den hundertprozentigen Lösungen.
ebd.
Paul Watzlawick, führt in diesem Buch seinen Lesern vor Augen, wohin die Suche nach endgültigen Lösungen führen kann. Bewusst verwendet er dafür das Kunstwort Patendlösung. Anhand plastischer Beispiele und witziger Geschichten erläutert Watzlawick, warum die Schicksalsgöttin Hekate und ihre Hexen immer wieder Opfer für solche Patendlösungen finden und wie man Hekates Fallen entgehen kann.
Durchschnittliche Kundenbewertung: ****
Anzahl der Leser-Rezensionen: 3
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Rezension aus der Amazon.de-Redaktion
Lehrjahre sind weiß Gott keine Herrenjahre, wie der 18-jährige Jonah Durham täglich zu spüren bekommt. Die Ausbildung im Hause seines Cousins, des Tuchhändlers Rupert Hillock, erlebt der verschlossene Waisenjunge als regelrechtes Fron- und Prügelmartyrium. Allein Großmutter Cecilia, eigentliche Herrin des Hauses und mit geheimnisvollen Mächten im Bunde, kann die schlimmsten Übergriffe des trunksüchtigen Lehrherrn verhindern. Was der ewig bierumwölkte, tumbgeile Rupert nicht einmal ahnt -- für die Alte ist es Gewissheit: Unter ihrem Dach reift eine künftige Perle heran. Wie hoch der schweigsame Jonah allerdings noch gespült werden sollte, hätte auch sie sich nicht träumen lassen!
Das neueste Werk von Historienfachfrau Rebecca Gablé, ein mit annähernd 1.000 Seiten Ehrfurcht gebietendes Sittengemälde, entführt uns ins England des 14. Jahrhunderts. König Edward II. ist tot, ermordet im Auftrag seines Erzfeindes Roger Mortimer. Edwards Günstlingswirtschaft und außenpolitisches Ungeschick hatten Englands Macht schwinden lassen. Sein Sohn, der frisch gekrönte Edward III. (eine Lieblingsfigur der Autorin), und dessen Gemahlin, die schöne Flämin Philippa von Hainault, versuchen nun die Adligen auszusöhnen, die sich während der Amtszeit seines Vaters heftigst beharkten. Im Krieg mit Schottland herrscht Waffenruhe, nun will Edward III. die Wirtschaft wieder ankurbeln.
In diesen historischen Kontext webt Rebecca Gablé geschickt ihre fiktiven Gestalten ein. Jonah, der im Tuchgewerbe Englands Rettung sieht, beginnt geschäftlich Blut zu lecken. Auch verschaffen ihm Kaltschnäuzigkeit und erotische Anziehungskraft karrierefördernden Zutritt zu allerhöchsten Kemenaten. Erst ein Treffen aber mit dem Königspaar bringt den Durchbruch. Jonah wird jüngstes Mitglied in der elitären Tuchmachergilde, traditionelles Sprungbrett für höchste Ämter. Zusammen mit der Königin importiert er Tuchspezialisten aus ihrer flandrischen Heimat und führt das Gewerbe zu Englands höchster Blüte.
Zu Ausbruch des Hundertjährigen Krieges ist Jonah ein gemachter Mann -- in der Minne jedoch hoffnungslos aufgerieben zwischen einer Hure, einer Bürgerstochter -- und der Königin daselbst! Zudem lauern jede Menge Feinde am Tor, allen voran sein missgünstiger Ex-Quälgeist Rupert Hillock! Gablé kommt langsam, aber gewaltig. Keine Lektüre für Minuten, sondern Kraftstoff für lange Leseabende. --Ravi Unger
Kurzbeschreibung/Umschlagtext
London 1330: Der achtzehnjährige Jonah hat kein leichtes Leben als Lehrjunge im Haushalt seines trunksüchtigen Cousins, des Tuchhändlers Rupert Hillock. Einzig seine Großmutter Cecilia schenkt ihrem verwaisten Enkel ein wenig von der Zuneigung, die der verschlossene Junge braucht. Doch eine Begegnung mit dem jungen König Edward und Königin Philippa lenkt Jonahs Schicksal in neue Bahnen. Als jüngstes Mitglied ihrer Geschichte findet er Aufnahme in der elitären Londoner Tuchhändlergilde, und gemeinsam mit Königin Philippa revolutioniert er die englische Tuchproduktion. Aber je größer sein Erfolg, desto heimtückischer werden die Intrigen seiner Neider und Widersacher, allen voran sein Cousin Rupert, und Jonahs Schwäche für Frauen – vor allem für die Königin – macht ihn verwundbar. Als der Hundertjährige Krieg ausbricht, gelangt Jonah als Bankier der Krone dennoch zu Reichtum und politischem Einfluss. Doch der alte Adel betrachtet die neue Macht der Kaufleute mit Missgunst, und der ungestüme König Edward führt die Seinen nicht nur in finanzielle Wagnisse ...
Über die Autorin
Rebecca Gablé, Jahrgang 1964, studierte nach mehrjähriger Berufstätigkeit Literaturwissenschaft und Mediävistik in Düsseldorf. Sie wirkte an einem Projekt zur Erforschung anglonormannischer Manuskripte mit. Diese Forschungsergebnisse flossen in ihre weitere literarische Arbeit mit ein. Heute arbeitet sie als freie Autorin, Literaturübersetzerin und Dozentin für mittelalterliche englische Literatur. Ihr erster Roman Jagdfieber wurde 1996 für den Glauser-Krimipreis nominiert. Neben der Literatur gilt ihr Interesse der (mittelalterlichen) Geschichte, dem Theater und vor allem der Musik in fast jeder Erscheinungsform. Sie spielt Klavier, Gitarre und Cello und singt seit vielen Jahren in einer Rockband.
vielversprechende Leseprobe: siehe Link :)
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
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WAS? NOCH EINS ?
[...] Eines Tages, es ist noch nicht lange her, sah ich Ferkel, wie es ganz allein auf dem Schreibtisch saß und sehnsüchtig aus dem Fenster schaute. Ich fragte, was es denn da mache.
»Och, bloß Wünschen«, erwiderte es.
»Was wünschen?« fragte ich.
»Nichts, eigentlich«, sagte es und wurde um die Ohren noch rosiger als sonst.
»Du weißt doch, daß ich dich nicht auslache, wenn du es mir erzählst.«
»Tja ... ich habe nur gewünscht ...«
»Ja?«
»Nur gewünscht ... Das mich mal jemand bemerkt.«
»Ich bemerke dich.«
»Ich meine ja bloß also, fast jeder bemerkt Pu... «
»Ja, das tut fast jeder. Seit damals vor Jahren als die Pu Bücher erschienen sind.«
»Und jetzt erst recht«, sagte Ferkel, »Wegen du weißt schon«
»Ach, ja, sagte ich. »Für einen Augenblick hatte ich es vergessen«
Und dann war ich es, der sehnsüchtig aus dem Fenster schaute, und ich mußte an den Frühling 1982 denken. Damals war nämlich ein Buch von mir erschienen, das Tao Te Puh hieß. Es schien so lange her zu sein, irgendwie.
Tao Te Puh war anfänglich eine Reaktion auf eine, wie ich fand, unerfreuliche Situation. Sämtliche Veröffentlichungen in englischer Sprache über die chinesische Philosophie des Taoismus, der, so war mir klar geworden, weit mehr als bloß »chinesisch« und weit mehr als bloß »Philosophie« war,
stammten überwiegend von gelehrten Leuten, denen es offenbar nur darum ging, winzige Einzelheiten zu katalogisieren und sich darüber zu streiten, anstatt Menschen die nützliche Weisheit der taoistischen Ideen nahe zubringen.
Fast während meines ganzen Lebens hatte ich die Lehre und die Ideen mit verschiedenen taoistischen Lehrern studiert; manche von ihnen waren offizielle Lehrer, andere nicht, manche waren Chinesen, andere nicht, manche hatten eine menschliche Gestalt und manche (die besten Lehrer von allen) nicht. Ich mußte mit ansehen, wie jene Ideen in »taoistischen« Schriften vertuscht und verpfuscht wurden, Schriften von Gelehrten, die keine Taoisten waren, die weder von Taoisten unterwiesen worden waren noch Taoistische Fertigkeiten oder Übungen praktizierten. Aber nichtsdestoweniger hatten sie das Thema Taoismus in Beschlag genommen hatten und sich verächtlich über jeden geäußert, der durchblicken ließ, daß mehr daran war, als sie behaupteten.
So fiel mir zum Beispiel eine von dem taoistischen Autor Tschuang-tse verfaßte Beschreibung einiger Schwertkampftechniken in die Hände. Sie war von einer »Autorität« übersetzt worden, die offenbar nicht einmal die grundlegenden Regeln der taoistischen Kampfsportarten kannte Und ich fragte mich, ob diesem Mißstand nicht irgendwie abzuhelfen war.
Dann, eines Tages. als ich gerade jemandem eine Passage aus A. A. Milnes Pu der Bär vorlas, kam mir eine Idee. Ich könnte ein Buch schreiben, indem Taoismus mit Hilfe der Figuren aus Pu der Bär und Pu baut ein Haus erklärt wird. Auf diese Weise, so dachte ich, würde ich die taoistische Weisheit dem ausschließlichen Zugriff der Gelehrtenwelt entreißen und ihr zurückgeben, was ihr genommen worden war: kindliche Aufgeschlossenheit und Humor. Als ich gewissen I-Ahs von der Idee erzählte, rieten sie mir dringend ah. Doch es ist mir selten sonderlich ratsam erschienen, dem Rat von I-Ahs zu folgen.
Ganz im Gegenteil: Wenn die I-Ahs gegen eine Sache sind, neige ich meist zu der Annahme, daß etwas dran sein muß. Also schrieb ich das Manuskript, es wurde veröffentlicht, und damit (so dachte ich) hätte es sich. Aber nein. Damit fing eigentlich alles erst richtig an. Bevor das »Tao Te Puh« erschien, war es so gut wie nie vorgekommen, daß Nichtakademiker oder Nichtesoteriker im Westen über den Taoismus diskutierten. Heute dagegen werden taoistische Prinzipien in Büchern über Wirtschaft, Naturwissenschaft, Psychologie, Gesundheit, Sport, Musik, Kunst, Literatur, Programmieren und andere Themen erörtert. Man diskutiert sie in Managerseminaren, in Oberstufenkursen, Proseminaren und sonstigen Versammlungen aller Art. Und (nachdem was ich gelesen und gehört habe) ist Tao Te Puh das am häufigsten empfohlene Buch zum Verständnis taoistischer Prinzipien.
An Universitäten wird es in Seminaren über Taoismus gelesen. Psychiater verteilen es an ihre Patienten, Geistliche zitieren in ihren Predigten daraus. Lehrer asiatischer Kampfsportarten lesen es ihren Schülern vor und so weiter. Ich habe sogar gehört, daß es in einigen Hotels als Bettlektüre für die Gäste ausliegt. Allem Anschein nach ist Tao Te Puh auf der ganzen Welt bekannt und beliebt. Und das, so muß ich sagen, hat Pu außerordentlich gefreut.
»Oh,Pu« sagten alle anderen außer I-Ah.
»Danke«, brummte Pu.
I-Ah sagte still vor sich hin: »Diese ganze Schreiberei. Bleistifte und was nicht alles. Überbewertet, wenn man mich fragt. Steckt doch nichts dahinter.«
Und so erlangte Tao Te Puh als ein »bemerkenswerter Erfolg« einen gewissen Bekanntheitsgrad. Und bis vor gar nicht allzu langer Zeit dachte ich, damit hätte es sich. Ich hatte die taoistischen Prinzipien erklärt. Ich hatte mit Pu und seinen Freunden für Unterhaltung gesorgt. Und es gab andere Dinge, die ich tun wollte, andere Dinge, mit denen ich als Autor in Verbindung gebracht werden wollte. »Hört auf mit diesem „bemerkenswerten Erfolg“« bat ich. »Ich will weg davon.« Aber niemand wollte mich weglassen. »Nein, ich plane keine Fortsetzung von Tao Te Puh. Ich mag keine Fortsetzungen. Vielen herzlichen Dank. Auf Wiedersehen.«
Aber ganz allmählich und verstohlen, so verstohlen, daß ich es lange gar nicht merkte, schlich sich etwas in mein Bewusstsein. Ein leises Stimmchen versuchte, meine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Nach einer Weile begriff ich, daß es Ferkels Stimmchen war. Schließlich setzte ich mich hin und hörte zu. Und nachdem ich eine Weite zugehört hatte, fing ich an, mir Notizen zu machen Es gab noch mehr zu sagen, das machte mir Ferkel klar, aber niemand sagte es, obwohl die Welt es braucht. Sie würde es, meinte Ferkel, in den kommenden Jahren sogar noch dringender brauchen. Ein weiteres Buch müßte doch keine »Fortsetzung« sein; es könnte ein Begleitbuch sein, wie »Pu baut ein Haus« zu »Pu der Bär«. [...]
Durchschnittliche Leserbewertung: *****
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Sonderausgabe
Kurzbeschreibung
Der in London lebende japanische Schriftsteller Kazuo Ishiguro erzählt die Geschichte eines englischen Butlers, läßt ihn zurückblicken auf jene Zeit, als er assistiert von 17 Dienstboten, Tag und Nacht für das Wohl seiner Lordschaft, des Herrn von Darlington Hall, sorgte. Steif und umständlich ist dieser Stevens, dazu völlig humorlos - und gerade deshalb gerät er immer wieder in Situationen von unfreiwilliger Komik, besonders wenn es um die Liebe geht.
Autorenportrait
Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren, kam 1960 nach London, wo er Englisch und Philosophie studierte. 1987 erhielt er für seinen zweiten Roman, "Der Maler der fließenden Welt" (bei btb in Vorbereitung), den bedeutendsten Literaturpreis Großbritanniens, den Whitbread Award for Fiction. Für seinen Weltbestseller "Was vom Tage übrigblieb", der von James Ivory verfilmt wurde, wurde er 1989 mit dem Bookerprize ausgezeichnet, 1995 wurde ihm der Cheltenham Prize verliehen. Kazuo Ishiguros Werk wurde bisher in 28 Sprachen übersetzt. Der Autor lebt mit Frau und Kind in London.
Durchschnittliche Kundenbewertung:*****
Überschriften der Leser-Rezensionen:
- Ein Buch, das den Wert des gelebten Moments verdeutlicht
- Tiefe Einblicke
- Mitreißende Charakterstudie
Marcel Proust - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Kurzbescheibung:
Der Titel sagt doch schon alles :)
Autorenporträt
Marcel Proust, am 10. Juli 1871 in Paris geboren, war schon als Kind Asthmatiker. Durch das reiche Elternhaus finanziell unabhängig, führte er etwa bis zu seinem 35. Lebensjahr ein Leben als Dandy in den höchsten Pariser Kreisen. Der Tod der Eltern und die Verschlimmerung seines Leidens bewogen ihn zum völligen Rückzug. Proust lebte von da an in einer korkisolierten Wohnung und verschrieb sich ganz dem Verfassen seines Hauptwerks "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Ab 1913 erschien das siebenbändige Monumentalepos, dessen letzer Teil erst 1927, fünf Jahre nach seinem Tod am 18. November 1922, veröffentlicht werden konnte.
Durchschnittliche Kundenbwertung: *****
Anzahl der Leser-Rezensionen: 2 (klar, bei 4200 Seiten J )
Wenn ich durch eine Geste oder Phrase an Proust erinnert werde, durch ein logisch nicht mehr zu erklärendes Signal, durch eine Analogie vielleicht, habe ich das Gefühl, als ob ich mich im Besitze eines Zaubergerätes befände, das mich dem anderen gegenüber überlegen macht und ihn gewissermaßen ausliefert. Ich durchschaue ihn leichter, ich weiß mehr von ihm als er von mir. Proust-Leser sind im Vorteil.
Martin Walser
Das ist ja gerade das Wunder der Genauigkeit, das Proust vollbrachte, daß es den Unterschied wichtig - unwichtig nicht mehr gibt. Und daher mag es kommen, daß die Wirkungen Prousts uns im Alltag aufgehen, daß wir beim Schlafengehen und in der Eisenbahn und beim Schwätzen mit einem Jugendfreund, im Theaterfoyer und während der Bestellung eines Glases Bier, die wir einem schmächtigen Ohr aufgeben, daß wir immer, wenn wir gerade wieder alles durch die verschmutzten Brillengläser unserer Gewohnheit sehen, plötzlich auf eine Stimmung aufmerksam werden, auf eine Deutlichkeit des Augenblicklichen, auf einen Anruf, den wir noch nicht ganz begreifen, dem wir aber doch folgen, indem wir die Gleichgültigkeit für ein paar Atemzüge überwinden und unser gewecktes Interesse nicht sättigen lassen an den Erscheinungen; und wenn wir dann vielleicht spüren, daß wir eine Einsicht um eine Nuance bereichert, eine Freude um ein Gran vermehrt und einen Schmerz um eine Schwingung heftiger empfunden haben, dann dürfen wir vermuten, daß vielleicht etwas von der Wirkung Prousts in uns mit im Spiele war.
Martin Walser
Man gelangt nicht dazu, glücklich zu sein, aber man macht Feststellungen über die Gründe, die uns daran hindern, es zu sein. Marcel Proust gibt das Glücksverlangen nicht preis; die Genialität seiner Psychologie entspringt wesentlich dem Schmerz, daß das Leben seine Versprechungen nicht einlöst.
Rudolf Hartung
Auszug:
“Wandlung eines Glaubens, Nichtigkeit der Liebe auch, die präexistent und noch schweifend, einfach an dem Bilde einer bestimmten Frau haften bleibt, weil dieses Frau für sie fast unmöglich zu erreichen ist! Von da an denkt man weniger an die Frau, die man sich nur schwer vorzustellen vemöchte, als an die Mittel, wie man sie kennenlernen kann. Ein langer Prozeß von Ängsten rollt ab und genügt, unsere Liebe auf diejenige zu fixieren, die das uns noch kaum bekannte Objekt dieser Zustände ist. Die Liebe wird unermeßlich groß, wir aber denken nicht mehr daran, einen wie geringen Platz die wirkliche Frau darin einnimmt. Und wenn wir, so wie es mir ergangen war, als ich Elstir bei den jungen Mädchen stehenbleiben sah, auf einmal aufhören unruhig zu sein, jene Angst zu empfinden, die unsere Liebe ausgemacht hat, scheint sie mit einem Schlage wesenlos zu werden, sobald die Beute, an deren Wert wir nicht genügend dachten, uns zugefallen ist.
Was kannte ich von Albertine? Eine oder zwei vor das Meer gestellte Profilansichten, die bestimmt weniger schön waren, als die der Frauen von Veronese, die ich nach rein ästhetischen Gesichtspunkten ihnen hätte vorziehen müssen. Konnte ich aber andere haben als solche Gesichtspunkte, wo ich doch, nachdem die Beängstigung von mir gewichen war, nur diese stummen Profile wiederfand und nichts außer ihnen besaß? Seitdem ich Albertine erblickt, hatte ich täglich tausend Betrachtungen über sie angestellt, ich hatte mit dem, was ich als >sie< bezeichnete, einen langen inneren Dialog geführt, indem ich sie fragen, antworten, denken, handeln ließ, und in der unendlichen Serie der vorgestellten Albertinen, die in mir stündlich aufeinanderfolgten, kam die wirkliche Albertine, die ich am Strande erblickt, nur am Anfang vor, so wie die Schauspielerin, die eine Rolle kreiert hat, der >Star<, im Verlaufe einer langen Reihe von Aufführungen nur in den ersten auftritt. Diese Albertine war kaum mehr als eine Silhouette, alles, womit ich sie ausgefüllt, hatte ich erfunden; so sehr haben in einer Liebe die Dinge, die wir selber hinzutun - sogar unter einem rein quantitativen Gesichtspunkt - das Übergewicht über diejenigen, die das geliebte Wesen in sich trägt. Dies trifft sogar für ganz handfeste Liebesbeziehungen zu.”
Hats hier schon jemand gelesen? :)
Das Werk gibt es in einer 3-bändigen Sonderausgabe:
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Besonders angesprochen hat mich die Rezension von Stefan Hirt "Carpe Diem",
Sie ist unbedingt lesenswert, weil sie das Flair des Werkes auf persönliche Art überbringt. :)
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Kurzbeschreibung
»Gewissermaßen in Widerlegung des bekannten Wortes von Karl Kraus, daß ihm zu Hitler nichts mehr einfalle, legt der deutsch-britische Publizist Sebastian Haffner ein neues unorthodoxes Buch über den deutschen Diktator vor, in welchem der Autor demonstriert, daß man sehr wohl noch in ganz anderer Weise an das Hitler-Phänomen herangehen kann, als das in der Literaturflut der letzten Jahre geschehen ist.«
Mit diesen Worten eröffnete die Neue Zürcher Zeitung ihren Kommentar zum Erscheinen des weithin aufsehenerregenden Hitler-Buches. Kaum ein herausragender Rezensent ließ es sich nehmen, den Band demonstrativ ausführlich zu besprechen. Monatelang führten die Anmerkungen des kenntnisreichen Außenseiters die Bestsellerlisten an.
In sieben eigenständigen Kapiteln mit den Titeln 'Leben', 'Leistungen', 'Erfolge', 'Irrtümer', 'Fehler', 'Verbrechen' und 'Verrat' versucht der Autor, das Phänomen Hitler von verschiedenen Seiten, unter verschiedenen Aspekten und an verschiedenen Schlüsselstellen seiner Lebenskonstellation zu erhellen - einer Lebenskonstellation, die uns mit ihren abrupten Brüchen und Sprüngen und ihren politischen Erlösungs- und Rettungsmythen noch immer Rätsel aufgibt.
Autorenportrait
Sebastian Haffner, geb. 1907 in Berlin, emigrierte 1938 nach England, wo er mit 'Germany: Jekyll & Hyde' eine scharfsinnige Analyse zum zeitgenössischen Deutschland schrieb. 1954 kehrte er nach Deutschland zurück. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die 'Anmerkungen zu Hitler', 'Von Bismarck zu Hitler', 'Der Verrat-Deutschland 1918/1919'. Sebastian Haffner starb sechs Tage nach seinem 91. Geburtstag 1999.
Durchschnittliche Kundenbewertung: 4,5
Anzahl der Leser-Rezensionen: 16
Verständliche Vermittlung eines komplexen Themas
Sebastian Haffner kann vielleicht nicht ganz uneingeschränkt als einer der großen und doch zumindest als einer der am meisten unterschätzten Denker der Nachkriegszeit gelten.
Geboren 1907 in Berlin, Journalist und Autor, gestorben 1999. Seine aufrichtige demokratische Gesinnung und sein differenzierendes kontroverses Gespür für Gerechtigkeit zeichnen ihn als hervorragenden Zeugen des Jahrhunderts aus.
Ja, er ist ein echter Humanist. Das liest man nicht nur aus jedem seiner Worte, sondern auch zwischen seinen Zeilen.
Die Anmerkungen zu Hitler, die keineswegs eine Biografie darstellen, gliedert Haffner in 7 Abschnitte:
Leben, Leistungen, Erfolge, Irrtümer, Fehler, Verbrechen, Verrat.
In einem kurzen Abriss über Hitlers Lebenslauf durchleuchtet Haffner ihn rein menschlich und skizziert Hitlers Lebensziele und –abschnitte. Dabei legt Haffner zunächst sehr viel Wert auf eine werturteilsfreie Wiedergabe Hitlers ureigenster Lebensansichten.
Trotz aller Unvoreingenommenheit: Das Resultat „Hitler als Mensch“ ist niederschmetternd.
Auch wenn es Haffner um die Deutlichmachung von Fakten rund um Hitlers Leistungen, Entscheidungen und Fehlentscheidungen geht, so vermittelt das Buch doch einen rundum tiefen Einblick in den Menschen Hitler.
Haffner stellt hier nicht nur Fakten und Theorien richtig, er vermittelt geradezu einleuchtende Erkenntnisse. Der ein oder andere Aha!-Effekt bleibt nicht aus beim Lesen von „Anmerkungen zu Hitler“.
Zum Beispiel klärt er Irrtümer auf, dass nicht erst Hitler die Weimarer Republik zu Fall gebracht hat, oder auch, dass nicht die Linken, sondern die Konservativen ihm am ärgsten zu schaffen gemacht haben.
Hitler wird nicht als Faschist, sondern mehr als Stalin-ähnlicher Diktator beschrieben. Abgesehen von Hitlers gestörten zwischenmenschlichen Verhältnissen (Er hat seine Eltern gehasst, bis hin zum Haß auf Österreich), begreift man sehr schnell Hitlers Größenwahn als fatale Konsequenz eines von der Kindheit her vorprogrammierten gescheiterten Menschen.
Besonders Haffners Theorie über Hitlers irrationale schwankende Kriegsführung und letztendliches Konzentrieren auf die Judenvernichtung ist verblüffend interessant und einleuchtend.
Nach dem Hören der 4 CD's hat man das Gefühl, endlich über Hitler Bescheid zu wissen und über ihn wie auch seine Taten reden zu können. Sicher wird dies neben dem Faktenwissen auch durch Haffners Sachlichkeit ermöglicht, die durch das gesprochene Wort zusätzlichen Eindruck hinterlassen. Und dennoch ist es kein bloßes Sachbuch, sondern immer auch ein Aufzeigen, Aufmerksammachen, eine Verdeutlichung, ein Mahnen.
Wer über Hitler Bescheid wissen will, muß dieses Buch gelesen, respektive gehört haben! Wer bei diesem Thema mitreden will, für den ist dieses Buch Pflichtlektüre! Es könnte sogar als ideale Schullektüre dienen. In jedem Fall kann ich es allen nur ans Herz legen, dieses Buch zu lesen/hören! Und das ist angesichts des kompakt gehaltenen und leicht zu verstehenden Stoffs für jedermann machbar. --Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: CD.
Peter Bahner
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Rezensionen
Aus der Amazon.de-Redaktion
Alexander Solschenizyn verbrachte viele Jahre seines Lebens in den Straflagern Sibiriens und in der Verbannung. Gestützt auf seine eigenen Erfahrungen und die Berichte von über 200 Überlebenden hat er zwischen 1958 und 1967 ein aufrüttelndes Epos geschaffen, das die "unmenschliche Macht von Menschen über Menschen" bezeugt: Der Archipel Gulag.
Das Buch besteht aus drei Bänden. Im ersten Band steht die geschichtliche Entwicklung des Systems im Mittelpunkt. Band 2 schildert die Lagerwelt aus der Sicht der verschiedenen Gruppen, die sie bevölkerten und beschreibt den Weg der Häftlinge von der Einlieferung bis zum Tode durch Erschöpfung, Krankheiten oder den Sadismus der Bewacher. Mit dem dritten Band ist das Werk abgeschlossen. Er handelt von der Bestrafung politischer Häftlinge unter dem zaristischen und dem bolschewistischen System, schildert die Massenvertreibung ganzer Klassen, die Zwangsumsiedlung ganzer Völker und gibt einen Ausblick auf die Zeit nach Stalin.
Solschenizyn nennt Der Archipel Gulag den "Versuch einer künstlerischen Bewältigung", "all jenen gewidmet, die nicht genug Leben hatten, um dies zu erzählen". Das Buch ist ein Aufschrei, eine Anklage gegen die Unmenschlichkeit, gegen die Unfreiheit und gegen den Terror. Solschenizyn hat das sowjetische Lagersystem weltweit bekanntgemacht, er hat die Öffentlichkeit aufgerüttelt und er hat das Sowjetunionbild des Westens maßgeblich geprägt. Es mag inzwischen wissenschaftlich fundiertere Arbeiten über den Gulag geben, an der herausragenden Bedeutung von Solschenizyns Werk ändert das nichts.
Mögen die Lager auch verschwunden sein, Solschenizyns Botschaft ist heute noch so aktuell wie vor dreißig Jahren: "Es wurde mir nach und nach klar, daß die Grenze zwischen Gut und Böse nicht zwischen Staaten, Klassen oder Parteien verläuft, sondern quer durch das Herz des Menschen. Es ist unmöglich, das Böse ganz aus der Welt zu schaffen, aber es ist möglich, es aus dem Innern des einzelnen Menschen zu vertreiben." --Stephan Fingerle
Dieses Buch ist der Ausdruck eines hartnäckigen Willens, der Hoffnung, Zeugnis abzulegen, wo Millionen von Zeugnissen zum Schweigen gebracht wurden, und die einzige Wahrheit gegenüber einem riesigen Apparat zu verteidigen, welcher der Täuschung dient.
Es ist ein gigantisches Buch, zutiefst menschlich in seinem Bild der Unmenschlichkeit und so charakteristisch für das 20. Jahrhundert, dass es vielleicht das Buch des Jahrhunderts ist. -- Ivan Klíma 1999 in DIE ZEIT
Autorenporträt
Alexander Solschenizyn wurde 1918 in Kislowodsk geboren. 1970 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. 1974 wurde er aus der Sowjetunion ausgewiesen. Er lebte zunächst in Zürich und seit 1976 in den USA.
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Schorsch
19.09.2002, 23:44
Hallo Eliska, Danke, daß Du das! hier rein gestellt hast. An den Titel hatte ich auch mal gedacht, wollte nur damals die Stimmung nicht drücken. Starker Zug von Dir!
Nur keine Hemmungen und Rücksichten in dieser Richtung, Schorsch! :)
Meiner Ansicht nach gehört in diesen Thread all das, was interessiert.
Ich fände es erstrebenswert, wenn sich hier eine Fundgrube bildete, in der jeder das finden könnte, was ihm in seiner jeweiligen Verfassung etwas bringt:
Nachdenkliches, Unterhaltsames, Humorvolles, Spannendes, Wissenswertes, Bedenkenswertes...... - wie und was auch immer.
Einzige Bedingung, finde ich, es muss von der Qualität her stimmen.
Daher wäre es allgemein gut und schön, wenn mehr Anregungen kämen.
Gruß
Eliska:)
Schonaj schreibt:
Heute möchte ich mal ein Buch vorstellen, das ich gerade mit großem Interesse und Spass lese:
"Schachmatt" von Stephen L. Carter
Keine Angst - es ist kein Schach-Theoriebuch, sondern ein spannender Roman. worum gehts?
Als der geachtete Richter Oliver Garland überraschend stirbt, ist sein Sohn Talcott überzeugt, dass sein schwaches Herz den Tod verursachte. Doch warum wird Talcott ständig nach den "Vorkehrungen" gefragt, die sein Vater für den Fall seines Todes getroffen haben soll? Warum wird er verfolgt? Und warum fehlen zwei Schachfiguren auf dem so sorgsam gehüteten Schachbrett des Richters? Als ein zweiter Mann tot aufgefunden wird, sieht sich Talcott hineingezogen in die dunkle Vergangenheit seines Vaters. Und dabei setzt er alles aufs Spiel: seine Ehe, seinen Ruf - und sein Leben.
"ein spprachliches Meisterwerk" sagt die Times
"seit Tom Wolfe hat es keinen so vielschichtigen mitreissenden und bereichernden Roman mehr gegeben" sagt USA Today
Danke, Schonaj für den Hinweis! :)
Und hier noch mehr Informationsmaterial:
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Rezensionen
Aus der Amazon.de-Redaktion
Seit Tolstoi wissen wir, dass alle glücklichen Familien einander gleichen, jede unglückliche Familie jedoch in ihrem Unglück einzigartig ist. Seltsamerweise findet sich in Stephen L. Carters hoch gepriesenem Erstlingsroman Schachmatt keinerlei Anspielung auf den russischen Romancier, obwohl im Mittelpunkt des 800 seitenstarken Buches das unglückliche Schicksal einer Familie aus der wohlhabenden schwarzen Oberschicht der amerikanischen Ostküste steht, der noch dazu in auffälliger Weise mit literarischen Verweisen und Zitaten aller Art gespickt ist. Weil aus diesem Soziotop äußerst selten reale oder fiktionale Dokumentationen zu haben sind, reagierten die amerikanischen Medien und Kritiker äußerst enthusiastisch auf Carters Roman -- und Carters Verleger Knopf zahlte die Rekordsumme von 4,2 Millionen Dollar für Schachmatt und seinen potenziellen Nachfolger.
Dabei investierte der Verlag weniger in die literarischen Qualitäten des Romans als vielmehr in den Bekanntheitsgrad seines Autors: Carter ist nicht nur Rechtsprofessor an der Elite-Universität Yale, sondern auch Verfasser von mehreren einflussreichen Büchern zum Problem des Rassismus in der amerikanischen Rechtsgeschichte. Und selbst nicht-amerikanische Leser werden schnell merken, wie sehr dieser reale Hintergrund die Fiktion beeinflusst. Carter ist natürlich kein Einzelfall eines schreibenden Advokaten -- Alan Dershowitz und Bernhard Schlink haben auf ihre Weise hier Zeichen gesetzt. Der Unterschied liegt darin, dass Carter zugleich spannend und problembewusst sein möchte, was dazu führt, dass Schachmatt zwei Bücher präsentiert, die nicht zueinander finden.
Am Anfang steht der Tod von Oliver Garland, Bundesrichter und Patriarch einer weit verzweigten Familie. Richter Garlands konservative Überzeugungen verstörten nicht nur seine schwarzen Freunde, sondern führten auch in seiner Familie zu Verwerfungen. Im Mittelpunkt steht Talcott "Misha" Garland, der jüngste Sohn des Richters, der offensichtlich von diesem vor seinem Tod auserkoren wurde, das weitere Schicksal der Familie zu bestimmen. Richter Garland war ebenso kontrovers wie konservativ, ein depressiver Alkoholiker mit Verbindungen zu den höchsten Kreisen Washingtons, dessen Karriere als schwarzer Jurist und Politiker dem weißen Rassismus zum Opfer fiel. Sein Sohn Misha wird auf der Beerdigung seines Vaters von Jack Ziegler bedroht, einem Unterweltboss, dessen Freundschaft mit dem älteren Garland diesen um die mögliche Berufung zum obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten brachten. Gegen seinen Willen wird Misha in die Jagd nach der brisanten Hinterlassenschaft seines Vaters hineingezogen -- was nicht nur seinen Job und seine Familie, sondern auch sein Leben in höchste Gefahr bringt.
Die überaus spannende Konstruktion der Geschichte hält die Leser auch dann noch in ihrem Bann, wenn Carter seine ausgedehnten Exkurse zum Rassismus der amerikanischen Gesellschaft, aber auch zur Literatur, zum Sport und zum Schachspiel einflechtet. Im Ganzen leidet Carters Roman unter der unleugbaren Ambition seines Autoren, alles richtig zu machen: zu smart, um spannend zu sein, aber auch wieder spannend genug, um seine Formelhaftigkeit zu ertragen. --Peter Schneck
Lesenswert und informativ auch die ausführliche Besprechung aus
Der Spiegel (35/2002): Schwarz zieht und gewinnt
Kurzbeschreibung
Ein mysteriöser Tod. Ein brisantes Vermächtnis. Und das Rätsel des »Double Excelsior«.
Mit der Raffinesse eines Schachspiels, bei dem nur ein Zug auf den anderen folgen kann, führt Stephen Carter seine Leser durch einen Plot voller Intrigen, Fragen und Fallstricke bis zum überraschenden Ende.
Ein atemberaubender Thriller mit den literarischen Qualitäten des großen amerikanischen Romans.
Der Verlag über das Buch
Der große amerikanische Roman als Thriller der Extraklasse
Klappentext
Als Oliver Garland, ein geachteter Richter, überraschend stirbt, ist sein Sohn Talcott überzeugt, dass sein schwaches Herz den Tod verursachte. Denn Jahre zuvor, als dem Vater die höchstmögliche Ehre angetragen wurde, eine Ernennung zum Richter des Supreme Court, hatte er in einem entwürdigenden Fernseh-Streitgespräch vor den Augen der Familie, ja der ganzen Nation von dem ihm angetragenen Amt zurücktreten müssen. Ein Skandal, von dem sich der Richter nie mehr erholt hatte.
Doch jetzt, nach seinem Tod, gehen Talcott merkwürdige Warnungen zu. Seine Schwester Maria behauptet, der Vater sei ermordet worden. Menschen, die er seit Jahren nicht gesehen hat, versuchen ihn zu erpressen. Und auch die engsten Freunde des Vaters scheinen ein Geheimnis hinter seinem Tod zu vermuten. Talcotts Leben wird auf den Kopf gestellt. Weshalb fragt man ihn ständig nach den "Vorkehrungen", die sein Vater für den Fall seines Todes getroffen haben soll? Was hat der tödliche Autounfall seiner geliebten Schwester Abby vor 25 Jahren mit den jetzigen Vorfällen zu tun? Wieso sieht Talcott sich immer wieder der Verfolgung durch dubiose Gestalten ausgesetzt? Und warum fehlen zwei Schachfiguren auf dem so sorgsam gehüteten Schachbrett seines Vaters?
Als ein zweiter Mann tot aufgefunden wird, bleibt Talcott nichts anderes übrig, als in die dunkle Vergangenheit seines Vaters einzutauchen. Und dabei setzt er alles aufs Spiel: Seine Ehe, seinen Ruf - und sein Leben.
Über den Autor
Stephen L. Carter, geb. 1955, ist nicht nur Juraprofessor an der Yale University, wo er seit 1982 unterrichtet, sondern auch als Mitglied des American Law Institute und der American Academy of Arts and Sciences maßgeblich an der Formung der amerikanischen Rechtspraxis beteiligt. Laut New York Times gilt er als einer der »führenden Intellektuellen der Nation«.
Der mit zahlreichen Ehrentiteln ausgezeichnete Jurist lebt mit seiner Frau Enola Aird und den beiden Kindern bei New Haven, Connecticut.
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
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Kurzbeschreibung
Das müssen Sie wissen: Steuern, Kinder, Trennung. Auf CD-ROM: Checklisten und Muster für Partnerschaftsverträge. Viele Paare leben glücklich miteinander, ohne daß sie gleich den Weg zum Standesamt suchen. Hier erfahren Sie, wie es auch ohne Trauschein geht und wie der Gesetzgeber Fragen zu Vermögen, Kindern und Trennung geregelt hat. ca. 160 Seiten Broschur, mit CD-ROM
Klappentext
Sie haben ein Probelm? Erste-Hilfe-Ratgeber aus der Haufe Mediengruppe geben Antwort und zwar in der jeweils besten Form: Das Buch - schnell zur Lösung. Die wichtigsten Fragen werden fundiert von Experten beantwortet. Doch es bleibt nicht dabei: Sie werden Schritt für Schritt zur Lösung Ihres Problems geführt. Die aktuellen und rechtssicheren Arbeitsmittel unterstützen Sie bei der sofortigen Umsetzung: Musterbriefe, Musterverträge, Tabellen und Checklisten. Die CD-ROM- praktisch und bequem. Alle Muster und Briefe auf der Scheibe, damit Sie nichts abtippen müssen. Internet - aktuell und vernetzt.Faxabruf - Selbstverständlich geibt es oben genannte Dokumente auch per Faxabruf. Unter (0190) 9110-1730 erhalten Sie für DM 2,42/Min. eine Liste aller Erste-Hilfe-Dokumente.
Umschlagtext
Heiraten ja oder nein? Viele Paare haben sich für ein Zusammenleben ohne Trauschein entschieden: Wie aber regelt der Gesetzgeber die berechtigten fragen zu den Themen Kinder, Vermögen und Trennung? Welche Rechte haben die Partner während und nach einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft? Die gemeinsame Wohnung: So gestalten Sie den Mietvertrag. Schulden des Partners: Sobegrenzen Sie die Haftung! Erbrecht: Was steht dem Partner zu? Gemeinsame Kinder: Wer hat das Sorgerecht? Auf der CD-ROM: Rechtssicherer Partnerschaftsvertrag für ein harmonisches Zusammenleben, Musterformulare und die wichtigsten gesetze und Urteile.
Über den Autor
Ralf Käppele ist Rechtsanwalt in Altenkirchen bei Köln. Als Fachanwalt für Familienrecht gehören die Fragen rund um die nichteheliche Lebensgemeinschaft zu seinem speziellen Aufgabengebiet.
Inhalt
Vorwort
Rechte in der nichtehelichen Lebensgemeinschaft
Rechtliche Grundlagen
Wer sorgt für die gemeinsamen Kinder?
Marion und Frank leben seit Jahren in nichtehelicher Lebensgemeinschaft. Seit kurzem sind sie glückliche Eltern einer kleinen Tochter. Sie fragen sich nun, wer von ihnen alleine oder ob sie besser gemeinsam das Sorgerecht ausüben sollen.
Eltern im Dickicht der Namensgebung
Weiterhin Unterhalt vom Ex-Mann?
Sylvia trennt sich von ihrem Ehemann. Sie verliebt sich wieder und zieht schließlich zu ihrem neuen Partner. Ihr Ex-Mann fragt sich, ob er noch weiter Unterhalt zahlen muss.
Wie haften Partner untereinander?
Wofür haftet ein Dritter?
Fragen rund um das Wohnen
Ingrid und John kennen sich schon eine ganze Weile und wünschen sich eine gemeinsame Wohnung. Ingrid soll bei John einziehen: Gibt das Probleme mit dem Vermieter?
Welche Auswirkungen hat die Partnerschaft auf die Sozialhilfe?
Worauf ist bei Versicherungen zu achten?
Was ist, wenn gegen den Partner vollstreckt wird?
Was ist mit der ärztlichen Schweigepflicht?
Wissenswertes über das Erbrecht
Welche Maßnahmen muss man treffen, damit der nichteheliche Partner erben kann?
Rechte beim Ende der nichtehelichen Lebens-gemeinschaft
Was geschieht mit dem Vermögen?
Claudia und Joachim haben gemeinsam ein Haus gekauft. Aus formalen Gründen steht nur Joachims Name im Kaufvertrag. Sie trennen sich. Was passiert nun mit dem Haus? Claudia fragt sich, ob sie einen Ausgleich bekommt.
Was passiert mit Lebensversicherungen nach der Trennung?
Müssen Sie Geschenke zurückgeben?
Wer trägt die Schulden?
Wie wird der Hausrat aufgeteilt?
In der jahrelangen Lebensgemeinschaft hat sich viel Hab und Gut angesammelt. Nach der Trennung stellt sich natürlich die Frage: Wem gehört nun was vom Hausrat?
Was wird aus dem Mietverhältnis bei der Trennung?
Sind erbrachte Leistungen zu vergüten?
Bestehen nach der Trennung Unterhaltsansprüche?
Das gemeinsame Kind nach der Trennung
Die Trennung der Eltern: Besonders für die Kinder eine schwierige Situation. Wer bekommt das Sorgerecht? Wie ist das Umgangsrecht geregelt? Dürfen Kinder mitentscheiden?
Der neue Name auch für das Kind des Ex-Partners
Was tun gegen Belästigungen des Ex-Partners?
Gibt es Witwenrente nach dem Tod des Partners?
Keiner befasst sich damit gerne. Doch was sollte man tun, um nach dem Tod des Lebenspartners abgesichert zu sein?
Die Notheirat scheitert am Standesbeamten
Wo reichen sich nichteheliche Lebensgemeinschaft und Ehe die Hand?
Das Verlöbnis als "Sonderfall"
Wenn nichteheliche Lebenspartner sich verloben, dann ändert sich etwas ...
Der Partnerschaftsvertrag
Wenn beide Partner viel - auch finanziell - in die nichteheliche Lebensgemeinschaft investieren, ist ein Vertrag sinnvoll ...
Die Vorsorgevollmacht
Die Kontovollmacht
Anhang
Nützliche Adressen
Entscheidungen
Stichwortverzeichnis
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
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Rezension aus der Amazon.de-Redaktion
John Irving-Fans dürfte es wohl kaum verwundern, daß Witwe für ein Jahr eine weitläufige Mischung aus Farce und Tragödie ist, in der es nur so wimmelt von Schriftstellern. Gleich zu Beginn ertappt die 4jährige Ruth Cole ihre melancholische Mutter Marion in flagranti mit dem 16jährigen Eddie, nachdem dieser Ted -- Ruths liebestollen Vater, dessen Ehe mit Marion nur noch auf dem Papier existiert -- nach einer von Teds Sauftouren wieder einmal nach Hause gefahren hat.
Eddie schreibt den Rest seines Lebens Romane wie "Sechzig Mal", seinen Schlüsselroman über die 60 Mal, die er Marion verführt hat. Ted ist ein gescheiterter Romanschriftsteller, dem die auf Ruths Gute-Nacht-Geschichten basierenden Kindermärchen, wie z.B. "Die Maus, die zwischen den Wänden krabbelt", zu Reichtum und Ruhm verholfen haben. Marion verläßt Ruth, Ted und Eddie und entpuppt sich schließlich als erfolgreiche, unter einem Pseudonym schreibende Schriftstellerin.
Von all den vorkommenden Schriftstellern ist Ruth am Ende jedoch die erfolgreichste, dank Ted, der sie frühzeitig in die Kunst des Schreibens eingeweiht hat. Er erzählt ihr nicht nur Märchen, sondern hilft ihr auch dabei, ihre eigenen Geschichten zu erfinden, die die vielen Photos in ihrem Haus erklären, auf denen ihre Brüder zu sehen sind, die in einem Autounfall ein Jahr vor ihrer Geburt ums Leben gekommen sind. Der Schmerz über den Verlust ihrer Söhne ist der Grund für Marions Unfähigkeit, Ruth zu lieben.
Äußerst gelungen ist die Figur der Ruth, Irvings erste weibliche Hauptfigur. In beiden Rollen -- der des phantasievollen Kindes, das in dem Versuch, mit seiner Familie ins reine zu kommen, stark an die Werke Salingers erinnert, und der der Erwachsenen, die die Beweggründe ihrer Mutter zu verstehen oder diese zumindest zu ergründen sucht -- ist sie eine wahre Glanzleistung.
Ted ist eine beißend-lustige Karikatur, dessen finstere Art und selbstgerechtes Verhalten in den unmöglichsten Situationen mysteriös und verständlich zugleich wirken. Eddie ist ein liebenswerter Schelm, doch ohne Weichzeichner gezeichnet.
Was für gewaltige Szenen Irving immer wieder zu schaffen vermag! Die Geschichte vom Tod der Jungs ist nicht nur grauenerregend, sie stellt auch auf wirkungsvolle Weise den Charakter Teds dar, der sie erzählt.
Der Mordversuch einer abgewiesenen Liebhaberin an Ted ist ebenso rasend komisch wie die VW-die-Marmortreppe-runter-Szene in Owen Meany (die von den Disney-Studios verfilmt wurde), allerdings nicht ganz auf einer Stufe mit der berühmten Episode von "Pension Grillparzer" in Garp und wie er die Welt sah (neu erschienen in einer Jubiläumsausgabe anläßlich des zwanzigjährigen Bestehens des Modern Library Verlags).
Mit seiner Dreistigkeit kommt Irving mit praktisch jeder Szene, die ihm in den Sinn kommt, beim Leser durch: Ruth wird in Amsterdam zufällig Zeugin des Mordes an einer Prostituierten, ein holländischer Detektiv stellt ihr nach (natürlich gerade zu dem Zeitpunkt, als Ruth Marion auf den Fersen ist), und schließlich münden die verschiedenen Handlungsstränge alle in einer Schlußszene, die beinahe mit der Anfangsszene des Buches identisch ist. Erzählt wird die Geschichte im maßlos zufälligen und dennoch absolut realistischen Stil eines Charles Dickens, begleitet von einer reflektierten Scherzhaftigkeit, die an Irvings Mentor, Kurt Vonnegut, erinnert. --Tim Appelo
Kurzbeschreibung
Liebe und Tod, Leidenschaft und Vergänglichkeit, Wirklichkeit und Fiktion sind die Pole, zwischen denen der Puls des neuen Romans von John Irving schlägt. Im Mittelpunkt steht die Schriftstellerin Ruth Cole, eine starke und verletzliche Frau, die mit ihren Büchern Erfolg und mit ihren Freunden Pech hat... Umwerfend komisch und aufwühlend."Genug Stoff für ein halbes Dutzend Bücher." (Tages-Anzeiger)
"Schon Irvings allererster Satz in diesem Buch ist grandios und ein Paradebeispiel dafür, wie man einen Leser von der ersten Zeile an fesseln kann. Die letzten Seiten gipfeln in einem lange herbeigesehnten Wiedersehen, das so wunderschön geschrieben ist, daß wir dieselben Freudentränen vergießen wie bei der Schlußszene von Shakespeares Wintermärchen." (Sunday Telegraph)
"Wie immer umwerfend komisch und tragisch zugleich. Was für ein Roman!" (Süddeutsche Zeitung)
Autorenportrait
John Irving wurde 1942 in Exeter in New Hampshire geboren. Als Berufsziele gab er schon sehr früh an: Ringen und Romane schreiben. Irving lebt und schreibt heute abwechselnd in New England und Kanada.
ich finde beide Beiträge (diesen hier und den für Kinder) schon sehr interessant. Aber ich möchte mal einen vErbesserungsvorschlag loswerden, der mir schon lange im Kopf rumgeistert:
Man weiss gar nciht, welche Bücher in diesen Beiträgen bereits angesprochen wurden. Will man das wissen, muss man sich durch alle durchklicken.
Wie wäre es, wenn man so eine Art "Inhaltsverzeichnis-thread" anlegt, und den immer um die angesprochenen Titel ergänzt.
Ich weiss, das ist jetzt mehr Arbeit, aber es dient vielleicht der Transparenz, und wenn man ein gutes Buch für Große oder Kleine sucht, kann man erst mal im "Inhaltsverzeichnis" nachschauen, und dann sich im jeweiligen Beitrag den eigentlichen Inhalt zu diesem ´Buch nachlesen.
Wie gesagt: nur ein Vorschlag - keine Kritik!!!! Vielleicht denke ich aber auch zu kompliziert.
Danke, Schonaj, dass du das Problem angesprochen hast. :)
Du hast vollkommen Recht, da sollte irgendwas getan werden.
Mich hat die fehlende Übersicht auch schon ne Menge Zeit gekostet, wenn ich nicht mehr genau wusste, ob ich ein Buch schon vorgestellt hatte.
Wir überlegen uns jetzt, ob und wie wir die Idee in die Tat umsetzen können.
Gruß
Eliska:)
Es wird in Kürze zwei weitere Kategorien im Bookshop geben, die dann mit Leben gefüllt werden anhand der hier vorgestellten Bücher. Dort könnt Ihr dann direkt Bücher auch bewerten :).
Link: http://www.stock-channel.net/stock-news/bookshop.php3
Matze
Ich lese gerade leo kaplan von leon de winter.
zwar habe ich erst 10 seiten gelesen, aber der name bürgt für qualität, schließlich war solokows universum das buch welches mir dieses jahr am besten gefallen hat.
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Leo Kaplan hat kein kleines Problem. Obschon verheiratet mit der schönen Hannah, treibt es ihn immer mal wieder zu einem Seitensprung, diesmal in die Arme einer jungen Studentin, die den berühmten Schriftsteller glühend verehrt. Was sie nicht ahnt: seit 30 Monaten leidet Kaplan nun schon an einer quälenden Schreibblockade. Kaum hat er den Ort des Techtelmechtels verlassen, wird er auf der Straße vom Freund der Studentin heftigst malträtiert. Dem Gehörnten glücklich entronnen, wünscht er nichts sehnlicher, als in die Arme seiner Frau sinken zu dürfen, doch zu Hause überrascht ihn Hannah mit der Nachricht, dass sie seit Monaten einen anderen liebt und Kaplan sich eine neue Bleibe suchen soll. Leo Kaplan hat kein kleines Problem.
In seinem meisterlich gewobenen, monumentalen Sittengemälde führt uns Leon de Winter -- zum Schreien komisch, zum Heulen traurig -- durch ein Kuriositätenkabinett heutiger Existenzen und ihrer Befindlichkeiten. Kaplans Freundeskreis ist ein einziges Tollhaus voller Sinnsucher, Sexsüchtiger, Sushi-Fresser und Naturschwärmer im Versace-Look. Am Beispiel seiner ersten Frau, Evelien, früher hochpolitisch, heute Jesus dienend und Regenwaldschützerin, spürt der Schriftsteller die tiefe Verzweiflung hinter all diesen Masken. In diesem Moment der Reinheit denkt Kaplan an Ellen de Waal zurück, seine erste große Liebe. Siebzehn Jahre hat er sie nicht gesehen, nun fühlt er, dass sie seine Rettung sein könnte.
Inmitten irrlichternder Zeitgeistgespenster lässt de Winter seinen Protagonisten immer wieder an den großen Fragen herumkauen. Welcher Ungeist ihn stets zu anderen Frauen treibt, obwohl er doch eigentlich kaum liebesfähig ist. Warum alles auseinander bricht und ob dies womöglich ein literarisches Thema ist. Das ist es -- und Gott sei dank hat Leon de Winter keine Schreibhemmung. Beißend ironisch, sexgeladen, dabei erzklug in der Tradition Irvings und Updikes, gehört Leo Kaplan zum politisch Unkorrektesten, aber Wahrhaftigsten, das Literatur derzeit zu bieten hat. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe.
Kurzbeschreibung
Der Schriftsteller Leo Kaplan, fast vierzig, fast Millionär, ist ein Virtuose des Ehebruchs: Bis es seiner Ehefrau Hannah zu bunt wird. Kaplan muß erkennen, dass er durch seine Liebeseskapaden nicht nur seine Ehe, sondern auch seine Kreativität verspielt hat. Erst als er überraschend seine große Jugendliebe wiedertrifft, beginnt er zu verstehen, wie er zu dem wurde, der er heute ist.
Ein bewegender Roman über die Sehnsucht und die Suche nach den eigenen Wurzeln.
Autorenportrait
Leon de Winter wurde 1954 in 's-Hertogenbosch als Sohn niederländischer Juden geboren und begann als Teenager, nach dem Tod seines Vaters, zu schreiben. Er arbeitet seit 1976 als freier Schriftsteller und Filmemacher in Holland und den Vereinigten Staaten. Einige seiner Romane wurden für Kino und Fernsehen verfilmt, so z.B. "Der Himmel von Hollywood" unter der Regie von Sönke Wortmann.
Hier noch eine gute kundenrezension:
Verdientes Lob, 14. August 2002
Rezensentin/Rezensent: markus1964 (Mehr über mich) aus Berlin Deutschland
"Leo Kaplan", der letzte Roman des holländischen Autors Leon de Winter, ist viel gelobt worden. Zu Recht, wie ich finde. Natürlich geht es, wie in allen Romanen, die man in einem Bissen verschlingt, um die großen Gefühle: die Hauptfigur, der Schriftsteller Leo (seinem Schöpfer, darf man annehmen, nicht unähnlich), ist zerrissen zwischen seinen Begierden und der Sehnsucht nach der großen Liebe, zwischen gequälter Loyalität zu seinen kleinbürgerlichen jüdischen Wurzeln und der narzisstischen Pose des weltbürgerlichen Großintellektuellen. Ein Mensch, der die innere Leere mit tausend Worten füllt, der sich schreibend neu erfinden will und der doch nicht verhindern kann, dass sein brillanter Verstand immer wieder unter die Gürtellinie rutscht. Den Tiefpunkt hat er erreicht, als er in Kairo von einer minderjährigen Prostituierten beraubt wird und im Krankenhaus landet, und eben dort sieht er nach siebzehn Jahren seine große Liebe wieder...
Natürlich ist das alles nicht neu- es gibt überhaupt wenig Neues unter der Sonne- aber es ist ganz ungewöhnlich gut gemacht. Winter benutzt alle Techniken, vor denen die Lehrbücher warnen: Vor- und Rückblenden, ironische Erläuterungen des auktorialen Erzählers, häufige Perspektivwechsel (einmal spricht sogar ein Hund), eingefügte Anekdoten, die mit dem Hauptstrang nur wenig zu tun haben- und trotzdem hält alles zusammen und das intensive Lesevergnügen wird keine Sekunde gestört. Wie er das schafft, kann ich nicht erklären, es ist einigermaßen verblüffend. Handwerklich erinnert mich sein Vorgehen am ehesten an Milan Kundera- aber Winter ist komischer und weniger prätentiös.
Alle Figuren, große wie kleine, sind absolut glaubhaft. Sie sind nicht erfunden, keine Ideen auf Stelzen, sondern so lebendig, wie es Menschen auf Papier sein können. Vielleicht mit einer kleinen Einschränkung: die Dialoge, oft spritzig und intelligent, sind in der Diktion mehr oder weniger einheitlich; auf die Möglichkeit, die Figuren durch sprachliche Eigenheiten zu charakterisieren, verzichtet der Autor. Ich finde das in Ordnung- Manierismen a la Sam Hawkins („hihi, wenn ich mich nicht irre") halten 12jährige Karl-May-Fans für große Kunst. An dem Sonntag, an dem ich das Buch verspeiste, habe ich mich mindestens dreimal verliebt: in Ellen, in Hannah, in Paula.
Da ich mir das Privileg gönne, nur über Bücher zu schreiben, die ich liebe (obwohl auch Verrisse Spaß machen könnten, zum Beispiel über Harry Fulisch, den schönsten Autor aller Zeiten- aber das kann sein Landsmann Winter besser!!!) ist der Schluss immer derselbe: stornieren Sie das Kokain, schenken Sie sich die Cocktail-Party, sparen Sie den Eintritt für die Nobel-Disco und kaufen sich stattdessen dieses Buch!
Danke, azorro. :)
Hier ist der Link von Leo Kaplan von Leon de Winter
da ja jetzt die nächte wieder länger werden, und somit wieder mehr gelesen wird, möchte ich mein derzeitiges lieblingsbuch vorstellen:
helge timmerberg: "tiger fressen keine Yogis"
http://www.amazon.de/exec/obidos/tg/stores/detail/-/books/3932927168/reviews/
helge timmerberg ist journalist und reisender, früher beim zeitgeistmagazin tempo und jetzt überall wo gute erzählungen von "unterwegs" gefragt sind.
Rezensionen
Mathieu Carrière in: Welt am Sonntag, 2. Dezember 2001
"Ein abenteuerliches Buch. Voller Sehnsucht, voller Empathie, voller Verzweiflung und Gelächter."
Oliver Fuchs in: Süddeutsche Zeitung, 17.7.2002
"Es ist in der Tat so, dass man beim Lesen anfängt, die guten Sätze zu unterstreichen, und bald ist die Hälfte des Buchs unterstrichen, und dann schaut man sich die restlichen Sätze an und stellt fest, dass die eigentlich auch sehr gut sind."
Playboy 1/1984
"Er ist kein kühler Intellektueller, sondern hat Herz und Verständnis für die Leute, die er porträtiert."
Sebastian Bargon im Deutschlandfunk, 8.2.02 (Corso, Kultur nach 3)
"Timmerbergs Geschichten sind meistens witzig, unkonventionell und frech. Da er überzeugt davon ist, im Auftrag des Herrn unterwegs zu sein, stürzt er sich voller Vertrauen in Abenteuer, die Normalbürger lieber lesen als selbst erfahren. (...) Helge Timmerberg ist ein guter Beobachter. Seine besten Texte zeichnen sich durch Wortwitz, Menschlichkeit und einen ganz speziellen spirituellen Humor aus."
Sebastian Bargon im Deutschlandfunk, 8.2.2002 (Corso, Kultur nach 3, 15.15 Uhr)
"Timmerbergs Geschichten sind meistens witzig, unkonventionell und frech. Da er überzeugt davon ist, im Auf-trag des Herrn unterwegs zu sein, stürzt er sich voller Vertrauen in Abenteuer, die Normalbürger lieber lesen als selbst erfahren. (...) Helge Timmerberg ist ein guter Beobachter. Seine besten Texte zeichnen sich durch Wortwitz, Menschlichkeit und einen ganz speziellen spirituellen Humor aus."
Sibylle Berg in Allegra 1/1998 (Spezial)
"Den ersten richtig großen und tiefen Neid empfand ich, als ich Helge Timmerberg kennenlernte. Er war in meiner Generation der beste Schreiber Deutschlands und der freieste Mensch, den ich jemals getroffen habe."
Allegra 1/2002, S. 174
"... Helge Timmerberg (ist) einer der interessantesten, phantasievollsten und stilprägendsten deutschen Journalisten und Autoren unserer Zeit."
Kurzbeschreibung
"Ein Tiger raubte ihm die Hände, die Zunge biß er sich während eines Malariaanfalls selbst ab, und sein linkes Auge verlor er bei dem Streit mit einem afghanischen Widerstandskämpfer, den er um zwei Kilo Haschisch erleichtern wollte."
So hätte es kommen können.
Aber eines kann man Helge Timmerberg nun wirklich nicht nachsagen: er hätte nicht gelebt. Daß sein gesamtes Leben bislang ein langer, wilder, bunter Trip durch innere und äußere Welten war, davon zeugt dieses Buch mit seinen besten Stories, Reportagen und Abenteuern, das soeben erschienen ist.
Immer wieder hat sich Timmerberg auf die Suche in die Ferne begeben. Davon berichten die Stories dieses modernen Nomaden, der ohne Reisen nicht leben kann: z.B. von der Yakuza in Japan, aus Tel Aviv während des Golfkriegs oder zur Pestzeit aus Maharashtra. Er lebte unter Heiligen in Indien und sah das Weiß im Auge des Tigers. Er trifft Waffenschieber und Drogenbarone oder erlebt die Offenbarung des wahren Flamenco in Andalusien. Doch auch so abwechslungreiche Geschichten, wie eine Reportage über die Sicherheit von DDR-Banken direkt nach der Währungsunion (Nach Erscheinen der Geschichte kam es zu einer Serie von Banküberfällen in der DDR), ein uneigennütziger Viagratest mit zwei tschechischen Stewardessen für die Zeitschrift "Wiener" oder Reflexionen über Liebe im Hotel tragen zur spannenden Kurzweil bei. Sein Ziel ist es, den Geist einer Kultur, einer Stadt, eines Menschen zu erfassen. Dabei zieht sich ein roter Faden durch alle Reportagen: die Kraft Timmerbergs, immer wieder loslassen zu können und dadurch die Inspiration für die Geschichten zu gewinnen. Gibt er eben noch zynische Kommentare über Prominente im Borchardt (Berlin) von sich, so folgt gleich darauf ein einfühlsamer und wahrhaftiger Bericht über seine Begegnung mit Todgeweihten im Haus von Mutter Theresa in Kalkutta. Dabei bleibt er letzlich immer der Mann "auf der Suche nach dem Guten, Wahren, Schönen" (PUR).
Der Verlag über das Buch
Jeder hat mal von der Weltreise geträumt und meist ist es dabei geblieben - Helge Timmerberg hat es getan: Erleben Sie hautnah seine Abenteuer aus aller Welt und Sie werden froh sein, zuhause geblieben zu sein oder ihn beneiden - je nach dem ...
Der Autor über sein Buch
Keine Zeit, bin schon wieder unterwegs ...
Über den Autor
Der Journalist & Autor Helge Timmerberg
Helge Timmerberg, geboren 1952 in Dorfitter (Hessen), entschloß sich mit zwanzig im Himalaja dazu, Journalist zu werden. Seitdem schreibt er Reisereportagen aus allen Teilen der Welt - bisher mit Ausnahme der Fidschis und Australien. Nur Crew-Mitglieder der großen Fluglinien sind möglicherweise mehr unterwegs. Seine Wohnung nennt er Basis-Camp, und alle Ansätze des modernen Nomaden, ernsthaft seßhaft zu werden, schlugen bisher fehl. Er versuchte es in Marrakesch (drei Jahre), in Havanna (zwei Jahre) und Wien. Zur Zeit ist Berlin sein ständiger Abflugsort. Timmerberg schreibt für die wichtigsten Pressetitel der Republik, bisher u. a. in Tempo, Bunte, Süddeutsche Zeitung Magazin, Stern, Der Spiegel, Die Zeit, Bild, BZ, Elle, Playboy, Penthouse, Lui, Merian, Pur, Wiener, Wienerin, Allegra. Er testete für verschiedene Redaktionen so gut wie sämtliche Drogen, und war ein wichtiger Reporter des legendären Lifestylemagazins Tempo, bei dem er schon mal mit einer spektakulären Reportage über die Pornoindustrie aufgrund des erfolgten Verkaufsverbots in Bayern die Auflage verdoppelte. Helge Timmerberg ist aber nicht nur als Skandaljournalist bekannt geworden, sondern hat sich auch durch seine abenteuerlichen Reiseberichte einen Namen gemacht, die in jeder Hinsicht den ganzen Mann forderten. Von beidem zeugen die Stories in dem Buch dieses modernen Nomaden, der ohne Reisen nicht leben kann: "Tiger fressen keine Yogis."
Timmerberg ist das enfant terrible des deutschen Journalismus, der es schafft, in BILD und ZEIT gleichzeitig zu schreiben.
Der Autor über sich selbst "Mein Sujet ist die Reisereportage. Ich kann ohne Reisen nicht leben. Ich bin ein moderner Normade. Mein Vorbilder: Homer, Karl May, Hemingway, Hermann Hesse, Hunter S. Thompson, Elsa Sophia von Kamphoevener, Peter Scholl Latour. Meine Stärke: 'Catch the spirit'. Also den Geist einer Kultur, einer Stadt, eines Menschen erfassen." (H.Timmmerberg)
Auszug aus Tiger fressen keine Yogis. Stories von unterwegs. von Helge Timmerberg. Copyright © 2001. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Geldgruben (Auszüge)
(Deutsche Demokratische Republik)
Reportage über die Sicherheit von DDR-Banken direkt nach der Währungsunion. Nach Erscheinen der Geschichte kam es zu einer Serie von Banküberfällen in der DDR.
Es war eine Premiere: der erste Bankraub in der DDR nach der Währungsunion. Zwei maskierte und mit Pistolen bewaffnete Männer besuchten die Sparkasse Eldena im Kreis Ludwigslust und nahmen 65.000 Westmark mit. Einfach so.
Mich wundert das nicht. Mich wundert nur, daß sie dabei Tränengas versprühten. Das wäre nicht nötig gewesen. Auch die Pistolen nicht. Pure Show. Entertainment. Lust am Überfluß. DDR-Banken überfällt man nicht. Da streichelt man das Geld heraus. Weil DDR-Banken keine Banken sind, sondern Selbstbedienungsläden, Kulissen für den Heimatfilm.
Es fehlt an allem. Kein Panzerglas, keine Videoüberwachung, kein Sicherheitspersonal. Vor allem fehlt es an Bewußtsein. Man scheint nicht zu wissen, daß es auf dieser Welt auch böse Menschen gibt. Diebe. Kriminelle. Schwerverbrecher. DDR-Banken sind von einem anderen Stern. (...)
Ich übertreibe nicht. Ich habe es mir angesehen. Zehn Tage war ich zwischen der Ostsee und der tschechischen Grenze observieren. Und weil ich mich nicht auf meine eigene Wahrnehmung verlassen wollte, nahm ich einen mit, der was davon versteht. Ich gebe zu, ich hatte für diesen Job zunächst an einen Sicherheitsexperten aus dem westdeutschen Bankwesen gedacht. Aber die redeten durch die Bank Scheiße: von Tresoren, die zwar vor dem Krieg gebaut worden seien, aber noch in ausreichender Weise ihren Dienst täten. Sie beruhigten, wiegelten ab. Darum nahm ich mir einen ehrlichen Kriminellen, der früher in Banken gemacht hat, heute als Geschäftsmann auf dem Kiez arbeitet, einen Mann, der viele Namen hat. Sein Lieblingspseudonym ist Ramires. Dabei blieben wir. Und um es vorwegzunehmen: Ramires kam, sah und weinte. (...)
Er erzählte von einem Tresen, über den man aus dem Stand hüpfen könne, von einer einzigen älteren Dame dahinter, die ihn erschrocken angesehen habe, und von dem großen Geldschrank, neben dem sie saß. Es war eines jener vor dem Krieg gebauten Modelle, von deren Sicherheit mich westdeutsche Banker zu überzeugen versucht hatten. "Wertgelasse" nennt man sie in der DDR.
"Normalerweise", sagte Ramires, "wird in einem solchen Fall die Oma an den Stuhl gefesselt. Dann quält man den Tresorschlüssel aus ihr heraus. Das dauert gewöhnlich zwei Minuten. Aber geh rein, Alter, und sieh selbst."
Ich tat es. Und ich verstand, was Ramires mir sagen wollte. Niemand hatte es in dieser Bank nötig, eine Oma zu quälen: Der Schlüssel steckte bereits im Schloß. Im übrigen hatten sie, wie unsere Recherchen ergaben, in diesem Ort keine Polizei. Jedenfalls keine richtige. Nur so eine Art Hilfssheriff. Der wiederum hatte kein Auto. Er fuhr mit dem Fahrrad an uns vorbei, eine Milchkanne auf dem Gepäckträger. Die nächste motorisierte Polizeiwache ist 30 Kilometer entfernt. Motorisiert? Sie fahren Lada.
Wir fuhren die 30 Kilometer nach Rostock zurück und trafen dort tatsächlich einen tadellosen Polizisten. Er heißt Klück. Kurt Klück. Das ist kein Pseudonym. Er heißt wirklich so. Er ist der Leiter des Reviers und bestätigte unsere Befürchtungen. Ich kann ihn leider nicht im Original zitieren. Seine Sprache ist nicht die meine. Aber inhaltlich habe ich ihn verstanden: Ladas schaffen 135 Stundenkilometer, sofern nur ein Mann drin sitzt. Ab 145 fliegt der Motorblock vorn raus, die Karosserie bleibt einsam zurück. Und wenn, was zu befürchten ist, das Fluchtfahrzeug aus der BRD stammt und in Richtung Hamburg oder Lübeck verschwindet, können die westdeutschen Kollegen nur informiert werden, wenn man abends das Gespräch anmeldet. Am nächsten Morgen wird die Verbindung dann stehen. Telefonieren nennt man das in der DDR.
Sie haben keine Chance. Denn sie haben keine Erfahrung mit Schwerkriminalität. Und die Vorstellung, was passiert, wenn unsere ausgerasteten Junkies und von Kokain gepeitschten Pitbull-Züchter im ehemaligen Arbeiter-und-Bauern-Staat auflaufen, ließ uns erschauern. Sie werden wie hilflose Kinder im Garten des Bösen sein.
Wir wünschten Revierleiter Kurt Klück viel Glück, als wir gingen. Ramires war seltsam berührt. Es war das erste Mal in seinem Leben, daß ihm ein Polizist leid tat. Mir ging es ähnlich. Und diese Stimmung hielt nicht nur an. Sie wuchs sich im Verlauf unserer Reise zu einer über das Thema hinauswachsenden Anteilnahme aus. Die ganze DDR tat uns leid.
Es ist ja nicht nur die westdeutsche Unterwelt, die in den Startlöchern hockt und frohgestimmt nach Osten blickt. Da gibt es noch ganz andere, und die meisten sind schon da: Vertretergesocks, Teppichverkäufer, Immobilienmakler, Ramschhändler, Parteipolitiker, und der Unterschied zwischen Bankräubern und manchen Gebrauchtwagenhändlern ist für mich nur graduell wahrnehmbar. Prinzipiell tun sie alle dasselbe. Plündern. (...)
hier noch der link zu einer kurzgeschichte von helge timmerberg
http://www.hclan.ch/goa_partys.htm
Schorsch
15.10.2002, 00:30
Alexis Sorbas, von Nikos Kasantsakis
Das Buch steht mir sehr nahe. Möchte aber niemandem damit zu nahe treten. Ich wünsche mir Frieden. Für alle. Dieses Buch kann mit dem Geist, der in ihm steckt, aus meiner Sicht gut dazu beitragen. - Der Film gefällt mir bald noch besser als das Buch.
Außerdem habe ich eine Ladung gefrosteten Hummer im Tiefkühlfach, 12 Stück, und frage alle, die sich damit auskennen, ob sie das eine oder andere von traditionellen Rezepten abweichende auf Lager haben.
Gruß, Schorsch
Herzlichen Dank für diese Empfehlung, Schorsch.
Ich kenne zwar nur den Film, aber er hat mich sehr beeindruckt.
Hier nun weitere Informationen zu dem Buch:
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Rezensionen
Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Alexis Sorbas
OT Bios kai politeia tou Alexi Sorba OA 1946 DE 1952 Form Roman Epoche Moderne
Der nach dem Zweiten Weltkrieg erschienene, auf autobiografischen Ereignissen basierende Roman Alexis Sorbas gehört zu den wichtigsten Werken von Nikos Kasantsakis und ist eine Zusammenfassung der philosophischen Überlegungen des Autors.
Inhalt:
Der Erzähler, ein in England lebender Schriftsteller, erbt an einer Felsenküste Kretas ein Kohlebergwerk. Fest entschlossen, dieses als vermeintlicher Unternehmer zu leiten, bricht er nach Griechenland auf. Dort lernt er den einfachen, vor Lebensfreude sprudelnden Arbeiter und Abenteurer Alexis Sorbas kennen. Von dessen einfachem Wesen schnell eingenommen, bietet der Erzähler Sorbas die Stelle eines Vorarbeiters in dem Bergwerk an. Zwischen Sorbas und seinem Vorgesetzten entwickelt sich eine außergewöhnliche und enge Freundschaft. Der von ungelösten philosophischen Fragen bedrängte Intellektuelle, der sich von der indischen Philosophie, insbesondere von Buddha, Erlösung erhoffte, findet in der Lebenshaltung Sorbas’ die ersehnten Antworten.
Struktur:
Kasantsakis veranschaulicht anhand seiner Protagonisten zwei unterschiedliche Lebensweisen: Während der Intellektuelle für den auf seinen analytischen Verstand bauenden Menschentypus steht, verkörpert Sorbas den Instinktmenschen, der nur seiner Intuition folgt. Indem der Erzähler mit der urtümlichen Lebensform Sorbas’ in Berührung kommt, wird ihm sein eigener unzulänglicher Zugang zur Welt bewusst. In der Nähe des lebensbejahenden Menschen lernt er somit das Leben zu lieben und den Tod nicht zu fürchten.
Die Figur des Alexis Sorbas weist Charakterzüge des Übermenschen nach der Philosophie von Friedrich R Nietzsche auf. Dionysisch kraftvoll, nur seinen Instinkten gehorchend, verwirft Sorbas eine allgemeingültige Ethik und steht somit jenseits von Gut und Böse. Daher haben für ihn Religion, Moral und Logik keine Bedeutung. Die Figur verliert trotz philosophischer Konzeption als Gestalt keineswegs an Lebendigkeit sowie Authentizität und wirkt in allen Handlungen stets überzeugend.
Wirkung:
Der Roman Alexis Sorbas wurde nach seiner Prämierung auf der Internationalen Buchmesse 1954 in Frankreich weltbekannt. Zudem trug die erfolgreiche Verfilmung des Werks (1964) durch Michael Cacoyannis (mit Anthony Quinn als Alexis Sorbas und Alan Bates als Basil) dazu bei, dass das Interesse an dem Roman stets lebendig blieb. K. K.
Kurzbeschreibung
Das Leben lieben und den Tod nicht fürchten.
Der weltberühmte und vielfach preisgekrönte Roman über ein schicksalhaftes Abenteuer auf Kreta wurde mit Anthony Quinn in der Hauptrolle zum unvergeßlichen Filmklassiker: Der junge Schriftsteller Nikos ist mit seinem Leben unzufrieden und pachtet auf Kreta ein aufgelassenes Bergwerk. Doch erst die Begegnung mit dem Naturereignis Alexis Sorbas, dem Herumtreiber und Freigeist, lehrt den Ich-Erzähler, "das Leben zu lieben und den Tod nicht zu fürchten". Eine Liebeserklärung an Kreta und seine Menschen, ein Schelmenroman von antiker Heiterkeit.
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
6 lesenswerte Leser-Rezensionen! :)
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Rezensionen aus der Amazon.de-Redaktion
Kolyma, am nordwestlichsten Rand Sibiriens gelegen, ist ein Ort von unvorstellbarer Verlassenheit und Trostlosigkeit. Seit den frühen 30er-Jahren wurden mehr als zwei Millionen Gefangene dorthin deportiert, um Gold, Uran und Zinn zu schürfen. Die Entlegenheit, extreme Kälte und hohe Todesrate ließen die Gegend bald zur Legende werden, zur "dunklen Seite des Mondes", wie die Gefangenen Kolyma nannten.
Bis zu Stalins Tod kehrten nur wenige Gefangene aus Kolyma zurück. Janusz Bardach, heute ein international anerkannter plastischer Chirurg, ist einer von ihnen. Aus Ungeschicklichkeit hatte er im Sommer 1941 einen Panzer der Roten Armee in den Schlamm gesetzt. Für Stalins Geheimpolizei war dies Grund genug, ihn wegen "Sabotage und Kollaboration mit den Nazis" zum Tode zu verurteilen. In letzter Minute, Bardach hatte bereits sein eigenes Grab geschaufelt, wird er zu zehn Jahren Zwangsarbeit begnadigt und landet schließlich in der Hölle von Kolyma. Nur dank der Fürsprache seines Bruders, eines hochdekorierten polnischen Offiziers, kommt Bardach im August 1946, nach fünf Jahren Haft, frei. Erst 50 Jahre später findet er die Kraft, seine schrecklichen Erlebnisse niederzuschreiben. Es ist eine bemerkenswerte, packende Geschichte, die Bardach uns erzählt: Vom deutschen Einmarsch in Polen, von Deportationen und Terror unter sowjetischer Besatzung, vom Überleben im Gulag, wo er als Jude, Pole und politischer Häftling in dreifacher Weise gebrandmarkt war, und von der Rückkehr in eine Welt, in der seine Familie im Holocaust umgekommen war. Und doch ist es vor allem Bardachs Art zu erzählen, die das Buch so außergewöhnlich macht, und die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln vermag. --Stephan Fingerle
Kurzbeschreibung:
Als die Rote Armee 1939 in der kleinen ostpolnischen Stadt Wlodzimirz-Wolinski eintraf, war der junge Jude Janusz Bardach begeistert - waren die Sowjets doch gekommen, so meinte er, um gegen die Deutschen zu kämpfen. Nicht im Traum hätte er geglaubt, was dann kam: Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt und die Deportationen polnischer Juden sowie aller »Kapitalisten«, denen er selbst nur durch einen Zufall entging. Als er 1940 zur Roten Armee eingezogen wurde, war seine anfängliche Begeisterung bereits einer Skepsis gewichen, die sich schnell aufs Grausamste bewahrheiten sollte. Bereits ein Jahr später wurde Bardach wegen Verdachts auf Spionage zum Tode verurteilt - und wieder war es ein Zufall, der die Umwandlung in 10 Jahre Gulag erwirkte. Von einem Lager ins nächste gesteckt, landete er schließlich in Kolyma, einem der kältesten und brutalsten Arbeitslager des stalinistischen Systems, dem nur wenige entkamen. Janusz Bardachs Geschichte ist nicht nur das ergreifende Zeugnis seines eigenen Überlebens, sondern erzählt auch vom Überleben der Menschlichkeit unter schier unmenschlichen Bedingungen. Vor allem aber ist es seine Art zu schreiben, die dem Leben ein außergewöhnliches Denkmal gesetzt hat.
Leseprobe:
Nach einer Auseinandersetzung mit einem anderen Häftling wird Janusz Bardach in Kolyma für fünf Tage in Isolationshaft genommen. Die Einsamkeit zwingt ihn zu einer Auseinandersetzung mit sich und seiner Situation.
»Es wurde schwieriger und schwieriger, die Norm zu erfüllen. Würde auch ich eines Tages, wie so viele andere, nach Essensresten in den Abfallhaufen suchen? Das war die häufigste Form der Verwahrlosung. Im Müll wühlen, faulige Fleischstückchen essen, auf Fischgräten kauen - das war ein so alltäglicher Anblick, daß niemand davon Notiz nahm.
Die dochodjagi (= »Abkratzer«, Todeskandidaten) suchten mit kaum menschlich zu nennendem Gesichtsausdruck nach Nahrung und aßen alles, was man kauen konnte. Ich war überrascht, wie schnell manche Gefangene in diesen Zustand kamen. Viele Männer, die größer und stärker wirkten als ich, kamen sehr schnell herunter und fingen wie wahnsinnig an, den stinkenden Müll zu durchwühlen. Sie aßen verfaulte Reste, stopften sie sich gierig in den Mund und rissen sie einander aus den Händen. Warum manche und andere nicht? Warum manche und nicht alle?
Die harte Arbeit, das Wetter, die Rationen und die Lebensbedingungen waren für alle gleich. Die Mehrheit überlebte, aber viele gaben auf.
Anfangs dachte ich, den dochodjagi fehle es an innerer Stärke, an mentaler Widerstandskraft oder am Glauben an sich selbst oder an Gott, aber nach und nach begriff ich, daß sie einfach die Hoffnung verloren hatten und nicht mehr hungrig sein wollten. Der Überlebensinstinkt hielt sie davon ab, Selbstmord zu begehen. Ich aber hätte eher mich selbst umgebracht, als ein Ungezieferfresser zu werden.
Es gab Augenblicke, in denen ich die Hoffnung verlor, in denen ich mich fühlte, als hinge ich an einer Klippe und meine Hände würden abrutschen.
In der Baracke von Buchta Nachodka hatte ich einmal einen urka (= Krimineller, Unterweltler) erwischt, der die Hand in meiner Tasche hatte und mir eine Brieftasche stehlen wollte, die mir einer der politischen Gefangenen in Burepolom gegeben hatte, bevor er starb. Darin befand sich ein verblaßtes Foto seiner Frau und seiner Tochter, das mir sehr teuer geworden war.
Kaum hatte ich den urka ertappt, als er auch schon begann, mich als den Dieb zu beschuldigen. Seine Kumpel fielen über mich her und nahmen mir die Brieftasche weg, und niemand kam mir zu Hilfe. Ich war ein Neuling. In den folgenden Tagen stahlen sie mir mein Brot, schlugen mich und spuckten mich an. Mehr als der physische Schmerz waren es die Grausamkeit und der Haß, die mich zur Verzweiflung trieben.
Nach diesem Vorfall wollte ich sterben, mich umbringen, aber ich war zu schwach und angegriffen, um mich zu bewegen. Mein Plan war, in der Nähe eines Wachturms zum Zaun zu gehen und ihn hinaufzuklettern. In einer Sekunde wäre alles vorbei. Aber solche dunklen Gedanken und Gefühle waren mir im Grunde fremd, und sie vergingen nach kurzer Zeit.
Bevor ich ins Lager kam, hatte ich niemals an Selbstmord gedacht. Ich glaubte an mich selbst, an mein Glück, an mein Schicksal. Selbst jetzt, nach allem, was ich durchgemacht hatte, kehrte die Hoffnung immer wieder zurück, obwohl ich nicht wußte, wie oder warum.
Am vierten Tag im Isolator geschah etwas Sonderbares - ich begann die Mine zu vermissen. Ich vermißte die Schubkarre. Ich vermißte die Spitzhacke, die Schaufel, die überfüllte Baracke, das Lager - alles, was ich gehaßt hatte. Trotz Arbeit, Schmutz, Grausamkeit und sinnlosem Sterben wollte ich zurück ins Lager, zum Bäumefällen oder zum Goldschürfen. Dort war ich wenigstens unter Menschen - manche waren gut, viele schlecht, aber einige gab es, die mich wirklich gern hatten.
Der tägliche Kampf ums Überleben - die Norm zu erfüllen, die volle Ration zu behalten, Erfrierungen zu vermeiden, trotz nagenden Hungers stark zu bleiben, mit dem Brigadier und seinen Freunden auszukommen, Zusammenstöße mit den urki und Schikanen der Aufseher zu vermeiden -, dieser Kampf ließ mich oft nur an mich selbst denken. Für menschliche Gefühle wie Freundschaft, Mitleid, Großzügigkeit war kein Raum mehr. Deshalb gab es so viele Schlägereien; deshalb wurde auf den Schwachen herumgetrampelt - jeder suchte jemanden, an dem er seine Wut auslassen konnte.
In Burepolom spürte ich, daß ich mich veränderte, von den anderen isolierte, daß die Fähigkeit, Menschen zu helfen, die mich brauchten, abnahm. Ich begann zu verlieren, wozu man mich seit meiner Kindheit erzogen hatte - Wärme, Sensibilität, Hilfsbereitschaft. Alle diese mitmenschlichen Gefühle entglitten mir allmählich.
In Buchta Nachodka lehrten Dr. Semjonow und Dr. Popugajewa mich, wie ich dieser scheinbar unausweichlichen Degeneration trotzen konnte. Ich konnte mich auf dem Weg nach unten abfangen und den Verfallsprozeß aufhalten und umkehren.
Wenn ich dabei keine Hilfe bekommen hätte, wäre ich wahrscheinlich kalt und gefühllos geworden. Vielleicht war es mein Schicksal, Menschen zu treffen, die mir nicht nur das Leben retteten, sondern mir auch zeigten, wie ich sensibel gegenüber meinen Mitmenschen bleiben konnte. Die Begegnung mit ihnen gab mir etwas, wonach ich - über das reine Überleben hinaus - streben konnte, gab mir die Hoffnung, um weiterzumachen.
Kolyma hatte mich gelehrt, daß der Verlust der menschlichen Würde nicht nur ein Nebenprodukt unserer Lebensbedingungen im Lager war; sie war ein Teil des Plans. Die Absicht war nicht nur, soviel Arbeit wie möglich aus uns herauszuholen, sondern auch, uns auf die Stufe von Tieren zu drücken.
In der dunklen Zelle dachte ich hungrig und zitternd an alles, was ich bereits durchgemacht hatte: die Rote Armee, der Unfall mit dem Panzer, der Prozeß, Jefim Polsun, Burepolom, der Viehwaggon, Buchta Nachodka, Kolyma, der Isolator. Heimat. Was lag vor mir? Wohin würde das Schicksal mich führen?
Ich sah ihm gelassen entgegen. Ich würde um mein Leben kämpfen. Ich würde nicht mehr in den Isolator gehen. Er hatte mich näher an den Abgrund gebracht, als ich je gewesen war.
Am späten Abend des fünften Tages ließ der Aufseher mich heraus. Die Nacht war klar, der Vollmond strahlte am tiefblauen Himmel. Ich war wie betäubt von der kalten Luft, die meine Lungen füllte; es war erst Mitte September. So ein früher Winter, dachte ich. Ich hauchte mir in die Hände und bewegte meine kalten Zehen. Im Wachhäuschen am Tor wurde ich kontrolliert, dann betrat ich die Zone. Allein im Isolator hatte ich mich wie eine Art Held gefühlt. Aber als ich zum Zelt zurückging, packte mich Angst. Ich fürchtete, daß Gromow und Rutschka meine geschwächte Verfassung ausnutzen würden.
Ich wollte Frieden schließen, aber wie konnte ich Frieden mit Leuten schließen, die mich verachteten, die mich verletzen wollten? Gromow saß auf einer Pritsche neben dem Ofen zusammen mit einigen seiner urka-Freunde. Er klopfte mir auf die Schulter, als ich vorbeiging. Ich sehe, dir geht's gut. Aber du bist bestimmt müde. Morgen kannst du am Transportband aufladen statt den Schubkarren zu fahren. Das gibt dir Zeit zur Erholung. Dann sehen wir weiter.
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
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Kurzbeschreibung
Lene Voigt, oder -unsere liebe Lene-, wie sie von ihren Landsleuten und Verehrern stets zärtlich genannt wurde, hat sich mit ihren säk'schen Dichtungen längst einen festen Platz in der deutschen Dialektliteratur erobert. Ihre Parodien in sächsischer Mundart nehmen sich auf respektlose Weise unsere -Glassiger- vor und erinnern uns liebevoll an den Witz und den Hintersinn des sächsischen Dialekts.
Leseproben:
De säk'sche Lorelei
Ich weeß' nich, mir isses so gomisch
Un ärchenwas macht mich verschtimmt.
S'is meechlich, das is anadomisch,
Wie das ähmd beim Mänschen oft gimmt.
De Älwe, die bläddschert so friedlich,
Ä Fischgahn gommt aus dr Tschechei.
Drin sitzt `ne Familche gemiedlich,
Nu sinse schon an dr Bastei.
Un ohm uffn Bärche, nu gugge,
Da gämmt sich ä Freilein ihrn Zobb.
Se schtriecheltn glatt hibbsch mit Schbugge,
Dann schtäcktsn als Gauz uffn Gobb.
Dr Vader da unten im Gahne
Glotzt nuff bei das Weib gans entzickt.
De Mudder meent draurich: "Ich ahne,
Die macht unsern Babbah verrickt."
Nu fängt die da ohm uffn Fälsen
Zu sing ooch noch an ä Gubbleh.
Dr Vader im Gahn dud sich wälsen
Vor Lachen un jodelt: "Juchheh!"
"Bis schtille", schreit ängstlich Ottilche.
Schon gibbelt gans forchtbar dr Gahn,
Un blätzlich versinkt de Familche...
Nee, Freilein, was hamse gedan!
De Bärchschaft
Es war einmal ä gans gemeener Dyrann,
Där schnauzte bloß egal de Untertan´ an.
Die mußten sich schinden bei schbärlichen Habben
Un dorften drzu rächt viel Schteiern berabben.
Da meente Härr Damon, ä Demograd:
"Jetzt, Brieder, baßt uff: ich dreh´ änne Dad!"
Un schon wärchtr nein in de Aktenmabbe
Fimf Handgranaden, die warn nich von Babbe.
Druff schlichr sich hin bei dn beesen Dyrann
Un brannte drzu ´ne Zigarre sich an.
(Das dorftr nich machen, die hatn verraten,
´s war ähmd noch ä Neiling in Addendads-Daden.)
Nu wurde mei Damon mit großem Gebrill
Vorn Härrscher geschleft, un där fragt, wasr will.
"Ich wollte dich eechentlich greilich ermorden,
Doch - wiede siehst - is nischt draus geworden."
Druff feixte rächt hehnisch dr beese Dyrann:
"De wolltest mich deeden? Nu gugge doch an!"
Dann riefr de Gnächte, zwee rohe Ganallchen:
"Gommt här jetzt un leiert dän Gärl nuff an Galchen!"
"Nu musses dänn gleich sin? Das geht nich so schnäll"
Schbrach Damon, dr Handgranaden-Rebäll.
"Ärscht muß ich mal runter nach Wurzen, mei Bäster,
Da heirat de Glara, von mir änne Schwäster.
Ihr Liebster is Garle, von dämse ä Sohn hat,
Un nu isse schon widder im siemten Monat.
Ich schtäll ooch ä Bärchen, dn Baule aus Borne.
Dän gannste an meiner Schtatt murksen im Zorne."
"Na scheen", meente Dyonis,"gondle nur zu,
Mir isses gans worscht, bammelt Baul oder du."
(Dänn daß gar dr Damon gäm widder zurick,
Das globte dr Härrscher nich een Oochenblick.)
Gaum war nu de Glara de Frau von ihrn Mann,
Lief heeme Härr Damon so schnäll alsr gann.
Doch gurz noch vorm Ziele, da fängts an zu gießen,
Als wollte de Ärde in Subbe zerfließen.
"Härrjeh", schrie där Arme, "soll ich dänn verdärm?
Das is ja abscheilich - da nitzt ooch gee Schärm."
Un weil ja ee Unglück gommt sälten alleene,
Rutscht ooch noch de Bricke fort; das war gemeene.
Gee Gahn war zu sähm. Da rief Damon:"Verdimmich!
Ich bin ja zwar wasserschei, awer jetz schwimm ich!"
Un glicklich erreichtr de andere Seite.
Da hubbt uffn zu änne gräßliche Meite.
Von Reiwern un Märdern mit Schbießen un Schtang,
Die wolln sich Härrn Damon zum Ahmbrote fang.
Där awer, nich faul, bocht se alle vorn Gobb
Un flitzt dann drufflos in gestrecktem Galobb.
Doch gaum isr zwanzich Minuten gerannt,
Da gommt änne Dame, dodschick, elegant.
Die schmeißtn ä Blick zu, där gehtn durchs Mark.
Jetz, Damon, sei dabfer! Jetz, Damon, sei schtark!
"Mir genn uns doch, Gleener", meent zärtlich de Sieße.
Schon zittern Härrn Damon de Gnie un de Fieße,
Da dänktr an Baulchen un brillt:"Heit nich!"
De hibbsche Gogotte zieht weiter ihrn Schtrich.
Un wilder dud Damon druff rasen un jagen.
Schon siehtr von färne de Gärchdärme ragen,
Da fiehltr: ähmd jetz wärd ergriffen dei Baul!
Un saust nachn Ziel wie ä wahnsinncher Gaul,
Verliert seine Laatschen, dn Schärm un de Brille.
Doch´s isn egal, geen Moment schtehtr schtille,
Fliecht iwer ä Wärschtchenmann, schtärzt durch ´ne Scheibe,
Un landet vorm Galchen mit bibbernden Leibe.
"Hah", brilltr zum Hänker,"das gennt eich so bassen!
Gleich läßte mei Baulchen los! Mich mußte fassen!"
"Nanu", meent beddäbbert dr beese Dyrann,
Da gommt ja weeßgnebbchen där Esel noch an!"
Doch weil alle Leite so jubeln un schrein,
Da lädr die Beeden zum Dauerschkat ein
Un flistert zum Scharfrichter: "Bis ohne Sorchen,
Mr hängse in aller Gemiedlichgeet morchen."
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Womöglich wäre die Geschichte anders verlaufen, hätte die junge Frau aus Ferrara, die schöne Laodomia, dem Spanner, der sie beim Ankleiden von seinem Fenster aus beobachtete, ihre Gunst gewährt. So aber wurde aus dem erotisch gefrusteten Studiosus Girolamo Jahre später der berüchtigte Fra Savonarola, ein unfroher Moralsäuerling, im Florenz seiner Zeit als sittenstrenger "Prophet Gottes" geachtet -- vor allem aber gefürchtet.
Der 1945 geborene Tilman Röhrig, sowohl als Jugendbuchautor wie auch im historischen Genre höchst erfolgreich zu Hause, legt ein seitenstarkes und buchstäblich dralles Sittengemälde aus der Zeit der Renaissance vor. Florenz, im Mai 1470: Il Magnifico Lorenzo de' Medici und sein Bruder Giuliano, Herrscher und nach eigenem Bekunden das "Salz von Florenz", haben ihren großen Auftritt. Unter allgemeiner Picknickstimmung wird auf der Piazza der letzte der Aufrührer des Aufstandes gegen die Medici-Brüder publikumswirksam massakriert. Ein schwerer Schlag gegen die rivalisierende Familie der Pazzi und ihren Protektor, den unfähigen Papst Sixtus IV., der beim Aushecken der Mordpläne eine unchristlich düstere Rolle spielte.
Mitten hinein in den Kampf Lorenzos des Prächtigen gegen halb Italien, pflanzt Röhrig seine Hauptdarstellerinnen, die schon bekannte Laodomia und ihre Freundin Fioretta, zwei mehr als lebenslustige Frauen, die in Florenz ihr Glück wittern. Auf ihrem Liebes- und Leidensweg in allerhöchste Kreise, kreuzen sich Laodomias Wege schließlich mit denen des früh verschmähten Fra Girolamo wieder. Savonarola, der Sinnenfeind, ist auf dem Weg, Florenz zum Gottesstaat auszurufen. Dabei ist ihm der kunstsinnige Genussmensch Lorenzo ein Dorn im Auge. Auch Laodomia droht höchste Gefahr!
Gewürzt mit allerlei fleischlichen Genüssen sowie martialischen Hinrichtungsorgien, umschifft Röhrig eine literarische Klippe, an der schon mancher deutsche Historienschreiber zerschellte: Pflegen doch nicht wenige Autoren zu Gunsten akkurater geschichtlicher Datenverarbeitung, allzu gerne den erzählerischen Spannungsbogen zu vernachlässigen. Röhrigs saftiges Renaissancegemälde jedoch, gemalt in leuchtenden Erzählfarben, muss den Vergleich mit einem Meisterwerk des Genres, Ken Follets Die Säulen der Erde keineswegs scheuen. --Ravi Unger
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
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und Textauszug:
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Kurzbeschreibung
Rudolf Dreikurs hat ein einfaches Modell entwickelt, das sich millionenfach bewährt hat. Kinder sind von klein an ernstzunehmende soziale Wesen; man muß diese Anlagen nur entdecken und eine entspannte und gute Beziehung zwischen Eltern und Kindern gestalten. Wie, das wird hier anschaulich und praktisch nachvollziehbar gezeigt.
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
Leser-Rezension:
Das Buch ist eine große Hilfe
Dieses Buch hilft einem wirklich weiter seinen Erziehungsstil zu verbessern. Es gibt keine Patenttipps für bestimmte Situationen, sondern hilft einem seine Blickwinkel bei Problemen mit der Kindererziehung zu ändern.
Man lernt zu verstehen, weshalb Kinder bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legen. Alleine durch dieses Verständnis kann man sein eigenes Verhalten schon ändern und es kommt zu positiven Veränderungen im Verhalten der Kinder.
Zudem geben sie gute praktische Tipp, wie man sich im Alltag mit Kinder verhalten kann, um auch anfallende Probleme gemeinsam zu lösen. Es hilft zu einem guten Miteinander. Dabei ist es leicht verständlich, einprägsam und locker geschrieben.
Aber das Wichtigste: Es funktioniert! Jeden Tag erlebe ich seither ein kleines AHA-Erlebnis. Es passieren Dinge, die ich nie für möglich gehalten habe und das Familienleben ist viel harmonischer geworden! --N.N.
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Freude macht klug
Ein Mediziner erklärt, was „Lernen“ nach Pisa ist:
Der wissenschaftliche Tausendfüßler Manfred Spitzer hat ein menschenfreundliches Buch geschrieben
Von Elisabeth von Thadden
Es wäre schon interessant zu wissen, was das ist, die Schule des Lebens. Etwa im Unterschied zum deutschen Gymnasium. Was und wie man da lernt. Nicht die schulrelevanten Kulturtechniken Mathe und Lesen also, sondern die anderen, die eine Biografie prägen, sagen wir: Freundlichkeit. Hartnäckigkeit. Die Klarheit des Arguments. Zuversicht oder Widerspruchsgeist, je nachdem. Durchsetzungsvermögen. Die Kunst, Qualität von Müll zu unterscheiden. Sich distanzieren zu können. Wie lernt man Gerechtigkeitssinn? Beten? Wie die Vivaldi-Sonate für Geige und Cembalo in D-Dur?
Und wie funktioniert das Lernen allgemein, wie im Einzelfall? Wer schafft es, so zu lernen, dass er das Gewicht einer schwierigen Herkunft abschüttelt und gelangt, wohin er möchte? Wer gibt früh auf? Warum lernt der eine, Schmerz in Kreativität umzuwandeln, und warum lernt es der andere nicht? Man müsste viel über Gesellschaft wissen. Über Normen, Wahlfreiheiten und Wohnorte, über Geschlechterordnungen und Geld, über Tabus und Erwartungen, über Ängste und Strafen. Darüber, was eine Kultur unter Leistung versteht, und, warum.
Man würde vielleicht beim Soziologen Pierre Bourdieu nachlesen, wie sozialer Ausschluss und Zugehörigkeit entstehen. Müsste neuerdings beim Soziologen Michael Hartmann studieren, für wen hierzulande das Prinzip „Erfolg durch Leistung“ gilt und für wen eben nicht. Es wäre eine Kärrnerarbeit in den Niederungen der Gesellschaft, die Antwort auf die Frage gäbe: Was ist die Schule des Lebens? Am Abendbrottisch, beim Handball, im Handgemenge: Wo und wie wird gelernt?
Eine Kultur der Anerkennung, das wär’s
Aber viele finden „Gesellschaft“ momentan unübersichtlich, grau in schwarz alles, und nirgends ein roter Faden. So viel dröger Konsens, um des lieben sozialen Friedens willen. Die allseits geachtete Hirnforschung hat es leichter, Interesse zu wecken, mit ihren funkenden Netzwerken, in denen es immerzu klickt und knackt. Synapsen, Amygdala, limbisches System, Hippokampus, Damasio, Dopamin, das sind beliebte Stichworte auch unter Laien, die, weil es der Karriere gewiss nicht schadet, zwischenmenschliche Eigentümlichkeiten neurologisch zu verankern gewillt sind. In manchen Bereichen, etwa der Gedächtnisforschung, sind es wirklich die Schnittpunkte von Kultur, Körper und Gesellschaft, die jenseits der neurologischen Mode besonders aufschlussreich sind. Sonst ist viel naturalistischer Zeitgeist.
Was für eine schöne Verwirrung: Nun kommt das Buch eines gelernten Mediziners darauf zu sprechen, dass Finnland im Pisa-Wettbewerb gewann, ein Land, das eine Kultur der Anerkennung ausgebildet hat und von seinen Lehrern viel hält. Lernen. Gehirnforschung und die Schule des Lebens, so heißt das Buch von Manfred Spitzer, dem Leiter der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Ulm, einem promovierten Mediziner und Philosophen, einem Vater von fünf Kindern, der zwei Gastprofessuren in Harvard hinter sich hat, der den Bundesrat als Experte in Bildungsdingen beriet und in einem Gremium der OECD saß, als die den Zusammenhang von Neurobiologie und Bildung entdeckt hatte. Spitzer schreibt fortgesetzt.
Diese Mischung der Spitzenqualifikationen wird hinreichen, ihm die Aufmerksamkeit eines ratsuchenden Publikums zu sichern, auch wenn sein Buch im Wissenschaftsverlag Spektrum erschienen ist. Der Publikationsort täuscht. Ein jeder kann Spitzers gelehrte Erzählungen verstehen. Nur ist es nicht leicht zu sagen, wovon sie handeln. Denn sie handeln von allem, von Synapsen und muslimischem Religionsunterricht, von Frontallappen, Angst und Motivation, von neuronalen Repräsentationen und den Kindern des Autors, von Pisa, der Gewalt, der Kooperation und der Spieltheorie.
Der kluge Mann hat sich zu allem Gedanken gemacht, erkennbar von der Sorge um die Lebensqualität der Kinder getrieben. Er fordert nicht Deutungshoheit für die Hirnforschung, will nur Wissenswertes zu bedenken geben, und bringt dann doch Frontalhirn und Grundgesetzänderungen flink in Verbindung. Daraus wurde ein methodisch gewagtes, ein anregendes, ein kauziges Buch. Hat es ein Mensch lektoriert? Sei’s drum. Hentig mal mit k, mal mit g. Dafür ist das Buch menschenfreundlich. Man könnte fast sagen: skandinavisch. Hut ab.
Erleichternderweise sagt dieser wissenschaftliche Tausendfüßler gleich: Wir sollten es uns abgewöhnen, den Tag in Schule und Freizeit zu sortieren, die Schule dabei fürs Lernen zuständig zu machen (unangenehm, notwendig, ineffektiv) und die Freizeit für vermeintlich selbst bestimmten Spaß. Lernen, sagt Spitzer vergnügt, ist unvermeidlich, geschieht ganztägig (und sollte in der Schule so motivierend sein wie draußen!). Die Außenwelt hinterlässt unweigerlich Spuren in der Seele, neuronal ausgedrückt: als Repräsentationen im Hirn. Erlebnisse prägen uns, sagt die Redensart zutreffend.
Das Gehirn lernt immer. Dafür ist es geschaffen. Das kann es am besten und würde es am liebsten andauernd tun. Käme ihm die Angst nicht allzu oft in die Quere. „Deutschland“, schreibt dieser allseits belesene Arzt in dem Kapitelchen zur Angst, „verfügt über mehr psychosomatische Klinikbetten als der Rest der Welt zusammengenommen.“ Das soll belegen, was der Stress, die Versagensangst mit den Menschen anstellen. Mit den Lehrern. So hüpft Spitzer kunstvoll von Ast zu Ast.
Und so versammeln sich auf über 500 Seiten einprägsame Erkenntnisse, die nicht oft genug wiederholt werden können und von denen also auch hier berichtet sein soll. Damit es nicht beim eiligen Verfertigen von nationalen Bildungsstandards bleibt und beim Applaus für ein paar tapfer anspruchsvolle Reformschulen. Die Neurobiologie also weist auf folgende Umstände hin:
Tief hinten im Temporallappen, wo der Hippokampus wohnt, da wird das leicht gelernt, was neu und bedeutsam ist. Freiwillig lernt man am wirksamsten. Und durch Anwendung des Wissens. Die Empfindung von Schönheit schult das Gehirn. Sich zu bewegen auch. Wenn beim Lernen Emotionen beteiligt sind, lernt es sich am besten. Übung macht den Meister. Das Handeln in Gruppen schult effektiver, als es der Nürnberger Trichter vermag. Erfahrungen mit allen Sinnen zu machen hilft der Gehirnreifung voran. Nur wer Deutsch kann, sollte in die Grundschule gehen (also muss Deutsch in den Kindergärten und Vorschulklassen gelernt werden). Ein Lehrer muss sein Fach leidenschaftlich vertreten, muss seine Schüler mögen und von ihnen geschätzt werden, damit Unterricht fruchtbar ist.
Es geht aber noch einfacher. „Ganz allgemein gilt folgendes: Ein Mensch macht eine Sache gut, wenn die Sache ihm Freude macht, er den Dingen aus eigener Motivation nachgeht.“ Das ist keine unterkomplexe Trivialität, sondern angesichts der Sachlage die Utopie gelingenden Lernens. Allerdings wird sie gegenwärtig keiner glauben, solange sie nicht neurobiologisch grundiert wird. Obwohl etwa ein Hartmut von Hentig, Pädagoge, ja seit Jahrzehnten ebendiese Erkenntnisse vorträgt und umsetzt, nur hatte die Reformpädagogik dafür nicht extra Neurobiologisch gelernt.
Was zeichnet, wie man nun hört, die Helene-Lange-Gesamtschule in Wiesbaden aus, dass sie den erstaunlichen Skandinaviern beim Pisa-Wettbewerb deutlich den Rang ablaufen konnte? Siehe oben, es ist weitgehend die Umsetzung der Spitzerschen Liste. Wer je eine Schule besucht hat, in der Kinder es genießen durften, Hochleistungen wie auf der Helene-Lange-Schule zu vollbringen, den wird das nicht wundern. Nur steht auch hier zu vermuten, dass die Schulleitung dafür nicht Neurobiologie studiert hat.
Und wer Antworten auf die Frage sucht, was die Schule des Lebens vermag, der muss doch noch die Sozialwissenschaftler befragen.
DIE ZEIT
Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
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Kurzbeschreibung
Zum Welttag des Buches am 23. April 2002 erschien diesem Jahr
eine Sammlung mit Reisegeschichten von Siegfried Lenz.
Unter dem Titel "Zaungast" hat der Auto seine Lieblingsgeschichten zusammengefasst.
Der Band enthält folgende Erzählungen:
Kummer mit jütländischen Kaffeetafeln
Eine Schulstunde auf Japanisch
Das Gelächter des Kukkabura
Die Stunde der Taucher
Sonntag eines Rangers
Hinter der Fliegenschnur
Unter Dampf gesetzt
Eine exklusive Sonderausgabe in limitierter Auflage!
Autorenportrait
Siegfried Lenz, am 17. März 1926 in Lyck (Ostpreußen) geboren, begann nach dem Krieg in Hamburg das Studium der Literaturgeschichte, Anglistik und Philosophie. Danach wurde er Redakteur. Seit dem Erscheinen seines ersten Romans "Es waren Habichte in der Luft" im Jahre 1951 zählt er zu den profiliertesten deutschen Autoren. Seit 1951 lebt Lenz als freier Schriftsteller in Hamburg.
Leser-Rezension *****
Amüsant - anspruchsvoller Lesestoff
Lenz hat in diesem Band verschiedene Geschichten aus der Sicht des Beobachters -Zaungastes- verfaßt. Seine Kurzgeschichten spielen in verschiedenen Ländern der Erde und richten ihr Augenmerk auf ganz spezielle Besonderheiten der Kultur des jeweiligen Landes. Ob es die Cafe' - Tafel des Jütlandes ist oder es um die finnische Sauna geht, Lenz schafft es in sehr amüsanter Weise den Blick über den Zaun schweifen zu lassen und seine Beobachtungen dem Leser mitzuteilen. -- Markus Kremin
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Ich verweise auch auf # 9 So zärtlich war Suleyken
[url]http://www.stock-channel.net/stock-board/showthread.php3?threadid=8410&highlight=Schm%F6kerecke (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3765724599/stockchannelnetg)
Kann mir jemand sagen, ob der Gräfs "Alexander in Asien" ein historisch halbwegs verbürgtes Buch über Alexander den Großen ist ..... ich höre da etwas zweideutiges in verschiedenen Rezensionen.
Vielleicht hat's ja jemand gelesen!
Du meinst wahrscheinlich folgendes Buch, Ralph:
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Gelesen habe ich´s nicht, aber was ich darüber finden konnte, klingt recht Vertrauen erweckend. Die historischen Gegebenheiten scheinen im Wesentlichen zu stimmen, obwohl natürlich der Autor nicht dabei war. ;)
Eliska
Rezension aus der Amazon.de-Redaktion
Die großen Erzähler sind dünn gesät. Im deutschsprachigen Raum stehen sie nahezu unter Naturschutz, doch die seltenen Exemplare, die es hier noch gibt, sollten liebevoll gehegt und gepflegt werden. Eines von ihnen ist der Autor Gisbert Haefs.
Bekannt wurde er durch seine Kriminalromane, seinen entscheidenden Durchbruch erlebte er jedoch mit seinem opulenten historischen Roman Hannibal. Nach Erscheinen dieses Schmökers erhielt Haefs ein Angebot aus Hollywood. Er sollte aus keinem geringeren Stoff als dem Alexander ein Drehbuch mit Sean Connery in der Hauptrolle schreiben. Gisbert Haefs machte sich an die Arbeit und im Herbst des Jahres 1992 legte er den ersten Teil seiner Alexander-Biografie vor.
Keine Angst, er hat nicht nur ein Drehbuch mit einem einfachen Strickmuster geschrieben, das er für die Buchveröffentlichung mit einigen antiken Fakten anreicherte. Gisbert Haefs hat für seinen Alexander-Roman, dessen zweiter Teil jetzt erschienen ist, sehr gründlich recherchiert und in einem breit angelegten Bilderbogen die Antike für den Leser lebendig werden lassen.
Den roten Faden der Geschichte liefert der sterbende Aristoteles, der auf seinem Totenbett einem jungen Makedonier die Geschichte von Philipp, dem Vater Alexanders, erzählt. Zudem gibt er ihm seine Schriftrollen, die er über diese Zeit von seinem Neffen Kallisthenes erhalten hat, der bei den Kriegszügen Alexanders selbst dabei war.
Haefs beleuchtet sein Sujet aus allen Blickwinkeln: Die Vorarbeiten, die Philipp leistete bis es zu einer Einigung mit Athen kommen konnte, seine raffinierten Schach- und Winkelzüge, mit denen er den Boden für seinen Sohn bestellte. Der zweite Band beschäftigt sich hauptsächlich mit der vielschichtigen Persönlichkeit Alexanders: Ein Mensch, der viele begeistert mitziehen konnte, doch mit zunehmendem Alter für seine Umgebung immer rätselhafter und unberechenbarer wurde, z.B. als er seinen langjährigen Freund Parmenion und dessen Sohn grausam hinrichten ließ.
Haefs beschäftigen Fragen wie: Welche Persönlichkeiten steckten in diesen Männern? Welcher Dämon leitete sie? Welche Frauen durchkreuzten ihre strategischen Überlegungen? Olympias, die Mutter Alexanders, schreckte auch vor Mord nicht zurück, um ihre eigene Stellung und die ihres Sohnes nicht zu gefährden. Gisbert Haefs' Roman ist keine seichte Kost, wie so viele historische Schmöker, die sich als Fastfood-Ware verschlingen lassen. Seine Liebe zum Detail und die Fülle der Informationen hemmen sogar teilweise den Lesefluss.
Es ist faszinierend, wie schon in der Antike Geschichtsschreibung manipuliert wurde, militärische Strategen und die Leiter der Geheimdienste um die Macht gepokert haben: Athen gegen Makedonien, Sparta gegen Athen und Persien gegen alle. --Manuela Haselberger
Autorenportrait
Der 1950 geborene Gisbert Haefs studierte Anglistik und Hispanistik. Er war fahrender Chansonnier und Komponist, ehe er mit dem Schreiben historischer Romane begann. Er war auch als Übersetzer und Herausgeber tätig.
Durchschnittliche Kundenbewertung: 4,3
3 recht aufschlussreiche Leser-Rezensionen
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Danke Eliska,
das ist das Buch (vom Titel her), wobei ich mir nicht sicher bin, ob es nicht auch in einem anderen Verlag veröffentlicht worden ist. Der Autor ist derselbe.
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Rezensionen
Aus der Amazon.de-Redaktion
Niederlagen sind für die (politische) Kultur eines Volkes vielleicht prägender als Siege. Dies hat kaum eine Nation so eindrücklich erleben müssen, wie die deutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg gleich zwei von den alliierten Siegermächten geschlagene politisch-kulturelle Entwicklungspfade beschritten hat. Wolfgang Schivelbusch, der mit seinen kulturgeschichtlichen Studien über Die Geschichte der Eisenbahnreise, der elektrischen Beleuchtung und jener der Gerüche bekannt geworden ist, untersucht in seinem neuen Buch drei klassische Niederlagen auf ihre psychohistorischen Folgen hin -- die Niederlage der Südstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg 1865, diejenige Frankreichs im Krieg gegen Deutschland 1871 und schließlich die Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg 1918.
Schivelbuschs kulturgeschichtlicher und -psychologischer Impetus verlangt, auch die Niederlagenkultur in das Scheinwerferlicht einer Totalperspektive zu zwängen. Doch wer zusammenstimmende Muster sichtbar machen will, der muss die richtige Vorauswahl treffen. Und wohl daran liegt es, dass der Autor den Ersten und nicht den Zweiten Weltkrieg, den amerikanischen Bürgerkrieg und nicht Vietnam als Untersuchungsgegenstände gewählt hat. Hierin mag eine Schwäche der Arbeit liegen, in deren Titel das "Die" vielleicht ein wenig zu hoch greift. Doch all dies ändert nichts daran, dass wir dem Autor auch diesmal wieder ein äußerst inspirierendes Lese- und Bildungserlebnis verdanken. Zum Beispiel auch den brillanten Exkurs "Der Tanzboden der Inflation und die Girlmaschine". In Zeiten existenzieller Bedrohung hat es in der Geschichte immer wieder kollektiv-pathologische Ausbrüche obsessiven Lebensgenusses gegeben. Von wahren Tanzepidemien wird bereits im Mittelalter berichtet. Auch nach dem Ersten Weltkrieg war das nicht anders. Dass es zudem kein Zufall ist, was denn jeweils in welcher Krise getanzt wird, zeigt uns der Autor im Blick auf die deutschen Tanzböden der 20er-Jahre, auf denen die amerikanischen Importe Jazz und Shimmy dominierten.
... --Andreas Vierecke
Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 10.10.2001
Äußerst positiv widmet sich Ulrich Speck diesem Buch. Also roter Faden ziehe sich durch die Darstellung die These "Der Sieger trägt zwar den Sieg davon, der Verlierer aber die Chance zur Erkenntnis". Entlang dieses Fadens verknüpfe der Autor die drei im Titel genannten historischen Ereignisse, allerdings in lockerer Form und mit vielen überaus interessanten Exkursen, wie der Rezensent lobt. Durch die Verbindung verschiedener Ansätze von sowohl Historikern als auch Psychoanalytikern komme er zu neuen und überraschenden Erkenntnissen, von denen sich der Rezensent ebenso begeistert zeigt wie von der diskreten Person des Autors.
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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 20.10.2001
Wolfgang Schivelbusch hat sich viel vorgenommen, denn er will generelle Aussagen darüber treffen, wie Völker mit ihren Niederlagen, den verlorenen Kriegen umgehen, schreibt Franziska Augstein. Drei moderne Volkskriege hat der Autor dafür näher betrachtet: den amerikanischen Bürgerkrieg, die Niederlage der Franzosen gegen die Deutschen 1870 und schließlich den Ersten Weltkrieg. Die Schlüsse, die Schivelbusch daraus zieht, findet die Rezensentin ausgesprochen gewagt. Sie hat den Eindruck, der Autor glaube, als Psychohistoriker mehr über die betroffenen Menschen zu wissen als diese selbst. Dazu kommt, dass er sich für Augstein sehr parallelfixiert zeigt, dabei seinen Assoziationen freien Lauf lässt und alsdann sogar vom Apolitischen ins Reaktionäre abdriftet, kritisiert Augstein. Schade, schade, mit kulturgeschichtlichen Darstellungen hat sich Schivelbusch, weiß die Rezensentin, etwa über die Eisenbahn, über die Gerüche und über die elektrische Beleuchtung, einen Namen gemacht. Belesenheit demonstriere er auch in seinem neuen Buch, aber leider würden hier die freien Assoziationsketten an einigen Punkten zu "unverdünntem Unfug" führen und hier und da ein wenig abdriften.
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Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 10.10.2001
Ziemlich interessant findet Stefan Reinecke diese Abhandlung über die Frage, welche Chancen und Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung militärische Niederlagen mit sich bringen. Das Buch sei zwar spannend, aber "methodisch zu ungenau" und daher eher als Essay denn als wissenschaftliche Arbeit zu lesen. Dennoch, "flott" und manchmal "ziemlich gewagt" findet Reinecke die Thesen, die Schivelbusch aufstellt. Manchmal fällt es dem Rezensenten allerdings schwer zu sagen, was an diesen lediglich originell und "geistreich" und was wirklich substantiell ist. Die Parallelschlüsse, die der Autor zieht, und die Spiegelungen, die er beschreibt (zum Beispiel wie die Nazis die Kunst der massenmedialen Inszenierung von den Amerikanern gelernt haben) findet der Rezensent jedenfalls brillant.
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Durchschnittliche Kundenbewertung: *****
2 interessante Leser-Rezensionen
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Kurzbeschreibung
Sechshundert erheiternde 'Ausrutscher' hat die Sprachwissenschaftlerin Helen Leuninger gesammelt und in einer ' Kleinen Theorie des Versprechers' erläutert, mit welchen Tricks uns die Sprache, dieses Wunderwerk an geregelter Flexibilität, ein Schnippchen schlägt.
Beispiele she. http://www.stock-channel.net/stock-board/showthread.php3?postid=242441#post242441post242441 :lach
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Klappentext
Handlungskompetenz wird fälschlicherweise vielfach mit Sachkompetenz gleichgesetzt. Schul-, Berufs- und Universitätsausbildung z. B. konzentrieren sich auf die Vermittlung von Sachkompetenz. Sie bilden Experten aus. Dabei wird allzu leicht übersehen, daß im Alltags- und im Berufsleben der kompetente Umgang mit anderen und vor allem mit unserem wichtigsten System uns selbst - für die meisten ein erhebliches Beanspruchungspotential entwickelt.
Selbstmanagement versteht der Autor als zielbezogene Steuerung der eigenen Person im Sinne des ökonomischen Umgangs mit den persönlichen Ressourcen und Reserven als Grundlage für Sach- und Sozialkompetenz. Ziel ist es, optimal zu handeln, jenseits der Routine, z.B. unter psychischer Beanspruchung wie Streß.
Das Buch versteht sich nicht als Ratgeber, sondern möchte komplexe Zusammenhänge des Selbstmanagement zwar wissenschaftlich fundiert, aber für den Laien verständlich darstellen. Der Autor will Sichtweisen vermitteln, die den Leser zu Einsichten bewegen sollen.
Auf der Grundlage solcher Einsichten können die Leser Distanz zu sich und ihren Beanspruchungssituationen finden, eine notwendige Voraussetzung zur Optimierung ihres Selbstmanagement.
Jeden Tag werden wir mit einer Unzahl von Angeboten zur Verbesserung unserer Leistung, unseres Glücks, unseres Wohlstandes überschüttet. Dabei gerät aus dem Blick, daß die Lösung - wenn es überhaupt eine gibt - unserer Probleme nicht von außen, sondern von innen kommt.
Gemeint ist damit, daß die meisten Menschen vor lauter Suchen ihr Umfeld vergessen, daß sie viel besitzen, ohne es zu sehen, zu erleben oder zu begreifen. Das Buch will dazu den Blick öffnen.
Aus dem Inhalt:-
Eine andere Ökonomie- Der Mensch - das biomentalsoziale System- Beanspruchung - Von Unterforderung bis Streß- Das Prinzip Selbstmanagement - optimal handeln, wenn's drauf ankommt- Die Module- Das wichtigste Gespräch - mit sich selbst- Stärken und Schwächen - worauf man sich verlassen sollte- Hier und jetzt - die Kultur des Augenblicks- Entspannen - die Kunst, loszulassen- Vorstellungen regulieren - die Macht innerer Bilder- Handeln analysieren - Objektivität und Psychohygiene- Widerstände überwinden - Training- Die Anforderungen- Ziele - was man anstrebt- Motivation - was uns veranlaßt- Sprechen und zuhören - miteinander umgehen- Regeneration - aus dem Feld gehen- Gegenwelt - kleine Fluchten- Schleuse - Überhänge managen- Die 24-Stunden-Uhr - alles hat seine Zeit- Die höchste menschliche Freiheit -Nein sagen- Die Sinnfrage - Lebensstandard ersetzt nicht Lebenssinn Zielgruppe: Leistungs- und Entscheidungsträger in Wirtschaft, Kultur, Politik, Sport
Über den Autor
Professor Dr. Hans Eberspächer, Jahrgang 1943 ist Professor für Sportwissenschaft an der Universität Heidelberg. Mit seinen wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkten in den Bereichen Beanspruchungs- und Regenerationsforschung sowie Sportpsychologie ist er vor allem im Hochleistungssport engagiert.
Er verfügt hier über langjährige Erfahrungen in der psychologischen Betreuung und Beratung von Nationalmannschaften (zum Beispiel alpine Skinationalmannschaft) in der Vorbereitung auf Weltmeisterschaften und Olympische Spiele. Unternehmen lassen sich von ihm in Sachen Personalentwicklung beraten - insbesondere im Hinblick auf Streßbewältigung und Motivation. Sein Standardwerk "Sportpsychologie" ist mittlerweile in 5. Auflage erschienen, als 4. Auflage liegt "Mentales Training" vor.
Leseprobe (http://www.stock-channel.net/stock-board/showthread.php3?postid=246552#post246552post246552) # 5703
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Hallo Eliska,
hätte hier erstmal ein Buch, das ich immer wieder gerne lese. Leider weiß ich nicht, ob es schon mal vorgestellt wurde.
Es ist von Ameli Fried und heißt: "Die StörenFrieds / Neues von den StörenFrieds"
Kurztext:
Humorvolle und herzerwärmende Geschichten rund um die - nicht immer - lieben Kleinen
Mit Kindern würde ihr Leben vollkommen anders aussehen als früher, das hatte sie natürlich gewusst. Aber selbst die beste Vorstellungskraft erfasst nicht, was es bedeutet, nun ganz für zunächst hilflose Wesen da zu sein mit allen Konsequenzen.
Amelie Fried hat in ihren wunderbaren Geschichten die Tragweite des Mutterseins realistisch und liebevoll aufbereitet und zeigt, wie spannend das Leben mit Kindern sein kann. Sie erzählt die schönsten Anekdoten, z.B. aus der Zeit, als Leo genüsslich Blumenerde, Sand und Laub verspeiste, während Mama alle Keime von ihm fern zu halten versuchte. Oder über das Problem Speiseplan: Leo liebt Nudeln und Fischstäbchen, Gesundheitskost aus dem Bio-Laden lässt er sich nur durch raffinierte Tricks unterjubeln. Außerdem erklärt Amelie Fried, warum die meisten Eltern schwerhörig sind, und wie man eine Urlaubsreise mit Kindern übersteht.
Vielen Eltern werden die Situationen bekannt vorkommen. Diejenigen, die keine Kinder haben, erhalten einen Vorgeschmack, wie ihr Leben aussehen könnte, wenn sie welche hätten: ganz schön anstrengend, einfach wunderbar und manchmal zum Kaputtlachen. :lach
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Ansonsten lese ich auch gerne Charlotte Link oder Henning Mankel. Zur Zeit komme ich leider kaum dazu :(
cathy
Na, das ist ja prompte Bedienung, cathy. :) :) :)
Hier der Link zu obigem Buch: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3442164427/stockchannelnetg
Und dann als Appetizer eine Kostprobe aus:
http://images-eu.amazon.com/images/P/3442164079.03.LZZZZZZZ.jpg
dem Vorgänger :)
Wie alles anfing
Ich wollte nie Kinder haben. Genauer, ich konnte mir einfach nicht vorstellen, mit welchem Mann. Obwohl ich im Geist der 68er-Ideologie und mit den Parolen des Feminismus ("Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad") aufgewachsen war, stellte ich mir im hintersten Winkel meines bürgerlich gebliebenen Herzens vor, dass Kinder nach Möglichkeit einen Vater haben sollten. Leider hatte ich aber eine ausgesprochene Schwäche für den Typ des "charmanten Hallodri", der sich ungern auf eine Frau festlegt, keine Verantwortung übernehmen will und Kinder als eine Disziplinarmaßnahme Gottes zur Einschränkung seines Freiheitsdranges empfindet. Einen solchen Mann zum Vater meiner Kinder zu machen wäre angesichts meines eigenen Freiheitsdranges eine ziemliche Dummheit gewesen.
Also beschloss ich, kinderlos zu bleiben. Das bedauernswerte Schicksal einer Freundin vor Augen, die mit neunzehn ungewollt schwanger geworden und seither allein erziehende Mutter war, verhütete ich wie der Teufel, um nie in eine solche Lage zu kommen. Ich fühlte deutlich, dass nicht nur kein Mann reif für mich war, sondern auch ich keineswegs reif für ein Kind.
Das blieb so, bis ich dreißig wurde. Ich hatte mich gerade mal wieder von einem Hallodri getrennt, als ich am Morgen meines Geburtstags aufwachte und wusste: "Beim nächsten Mann wird alles anders!" So war es auch - jedenfalls fast. Ich drehte noch ein paar Solorunden und nahm in Gedanken Abschied von meinem Single-Leben. Dann lernte ich Peter kennen. Er saß in einem merkwürdig gemusterten Sakko auf einer Kulturpreisverleihung, hielt den Kopf ein bisschen schräg und schaute mich an. Ich schaute zurück und wusste: Der ist was zum Heiraten! Und da erschrak ich furchtbar. Peter erzählte mir später, ihm sei es genauso gegangen. Den Kopf habe er schief gehalten, weil er vor lauter Schreck, mich plötzlich leibhaftig vor sich zu sehen, eine Genickstarre bekommen habe.
Da saß er also, der Mann, den ich heiraten würde, und ich war gar nicht euphorisch. Im Gegenteil, ich ahnte plötzlich, dass ein Abschnitt meines Lebens zu Ende ging. Wohl der Abschnitt, den man "Jugend" nennt. Und dass ein neuer Abschnitt begann, auf dem das Etikett "Erwachsensein" klebte. Wie ein Schauspieler vor dem Auftritt bekam ich schreckliches Lampenfieber und versuchte, die Aufführung des bevorstehenden Stückes zu verhindern. Ich wehrte mich mit aller Kraft gegen Peters Werbung und erklärte ihm, dass ich nicht für eine Beziehung taugte und schon gar nicht für die Ehe. Peter ließ sich zum Glück nicht beirren. Stur hielt er daran fest, dass wir zwei zusammengehörten und dass ich sehr wohl beziehungs- und liebesfähig sei. Bis wir ein gutes Jahr später heirateten, hatten wir uns schon so oft getrennt und wieder versöhnt, dass es für den Rest unseres Lebens reichen sollte!
Bald kam unser Sohn Leonard Maximilian, genannt Leo, auf die Welt. Mir wurde klar, dass der eigentlich wichtige Schritt nicht unsere Eheschließung war. Ehen kann man wieder scheiden. Der wirklich schwer wiegende Entschluss war, ein Kind in die Welt zu setzen. Mit einem Kind bleibt man für immer verbunden, und - ob man will oder nicht - auch mit dem anderen Elternteil dieses Kindes.
Ich musste an meine Eltern denken und daran, dass sie sich nicht getrennt hatten, obwohl sie eine schwierige Ehe geführt haben. Ich begriff plötzlich, dass sie sicher auch wegen uns Kindern zusammengeblieben waren, wegen meiner zwei jüngeren Brüder und mir. Und dass sie es doch irgendwie geschafft haben, das Beste daraus zu machen. Ob wir das auch schaffen würden?
Die Ankunft von Leo wirbelte unser Leben ganz schön durcheinander. Wir kannten uns ja nicht lange, kaum waren wir ein Paar, da waren wir schon ein Elternpaar. Unsere Interessen verlagerten sich, unser Freundeskreis veränderte sich. Plötzlich konnten wir nicht mehr von jetzt auf gleich ins Kino gehen oder auf ein Bier um die Ecke. Ausflüge mit dem Baby waren schweißtreibende Unternehmungen, und unsere kinderlosen Freunde beklagten unsere mangelnde Spontaneität. Uns interessierten alle Informationen rund ums Kinderkriegen bedeutend mehr als die Nachrichten aus der weiten Welt - zumal wir sowieso nicht mehr zum Zeitunglesen kamen.
Auch unsere Berufe bekamen einen anderen Stellenwert. Peter, der bisher erlesene Kulturfeatures und Literaturverfilmungen gemacht hatte, von denen er kaum leben konnte, bemühte sich um lukrativere Aufträge. Und ich stand eines Tages auf dem Hamburger Flughafen heulend in einer Telefonzelle, weil ich das Karriereangebot meines Lebens bekommen hatte - und absagen musste.
Aber was bekamen wir alles dafür! Stundenlang betrachteten wir unser Baby und konnten es gar nicht fassen, was für einen sympathischen und witzigen kleinen Kerl wir da gekriegt hatten! "Selbst gemacht!", sagten wir uns immer wieder und waren ganz berauscht von dieser Vorstellung. "Kleiner Aufwand, große Wirkung!", stellte Peter fest, und ich merkte, dass er große Lust hatte, auszuprobieren, wie ein zweiter Versuch ausfallen würde ... Bis dahin sollte aber noch einige Zeit vergehen. Inzwischen stellte ich fest, dass das Leben mit Kind auch unter journalistischen Gesichtspunkten eine Menge neuen Stoff bietet. Ich begann, meine Erfahrungen zu notieren, Freunde und Experten zu befragen und mir Gedanken zu den verschiedensten Themen zu machen. Die Zeitschrift Eltern veröffentlicht seit nunmehr drei Jahren meine Geschichten. Einige von ihnen sind in dieses Bändchen eingeflossen.
Ich habe festgestellt, dass die Erfahrungen, die man mit seinen Kindern macht, zwar etwas ganz Besonderes sind, aber nichts Einzigartiges. Im Gespräch mit anderen Eltern haben wir immer wieder Übereinstimmungen erlebt und waren überrascht, dass sie so vieles ähnlich empfanden wie wir. Auch die Zuschriften auf meine Eltern-Artikel zeigen mir, dass viele Mütter und Väter sich in ihnen wiederfinden. Immer wieder lese ich den Satz: "Ihre letzte Geschichte hätte von mir sein können!"
Das hat mich bestärkt, diesen kleinen Band zusammenzustellen. Vielleicht erkennen Sie sich beim Lesen ja auch ein bisschen wieder, können den einen oder anderen Tipp gebrauchen oder einfach herzhaft lachen!
Nie mehr allein
Niemals werde ich diesen Junimorgen vergessen. Vor den großen Fenstern des Kreißsaals zwitscherten die Vögel, diesiges Morgenlicht drang in den Raum. Es war zehn vor sieben, und ich hielt mein erstes Kind im Arm.
Staunend betrachtete ich den verknautschten kleinen Kerl, der zweifellos wie eine Mischung aus E.T. und einer Schildkröte aussah. Trotzdem erschien er mir wunderschön. Ich empfand nicht dieses Gefühl von grenzenloser Freude oder Euphorie, das ich mir vor der Geburt ausgemalt hatte. Es war eher Neugier, mit der ich dieses Wesen betrachtete, das gerade einen Weg von wenigen Zentimetern zurückgelegt hatte und doch aus einer anderen Welt zu kommen schien. Ich suchte nach etwas Vertrautem, etwas, das ich wiedererkannte. Schließlich war dieses Kind ein Teil von mir, da musste doch was Verwandtes sein? Ich fand nichts. Ein ganz und gar eigenständiges Wesen lag vor mir, nicht etwa eine Teilsumme meiner selbst.
Gerührt war ich. Von der Hilflosigkeit dieses Menschleins. Und von den Freudentränen, die sein Vater gerade vergoss. Ich fand es immer ein bisschen peinlich, Männer aus Kummer weinen zu sehen. Ich fühle mich einfach hilflos angesichts eines in Tränen aufgelösten Kerls, dem gerade die Freundin weggelaufen ist oder dem einer das Auto zu Schrott gefahren hat. Aber dass mein Mann vor Freude weinte, vor Glück und aus Erleichterung, das fand ich wunderbar!
Überhaupt war ich stark beeindruckt, welche Qualitäten er als Geburtshelfer an den Tag gelegt hatte. Als hätte er nie was anderes gemacht, hatte er mich in den vergangenen Stunden gehalten, beruhigt und angefeuert, je nachdem, was nötig war. In Extremsituationen (und das ist eine Geburt zweifellos) erfährt man Dinge über einen Menschen, die man vorher nicht wusste. Ich wusste jetzt, der Mann hatte Nerven wie Drahtseile - zumindest, solange es darauf ankam!
Ein bisschen verunsichert war ich schon, dass ich nicht vom Mutterglück überschwemmt wurde, ja, nicht mal weinen konnte. War das normal, dieses merkwürdige Gefühl von Leere, diese innere Ruhe, die leichte Distanz zu den geschäftigen Vorgängen im Kreißsaal? Ich wollte ihn nur immer anschauen, meinen Sohn, sein Bild in mich aufnehmen. Zumal ich panische Angst hatte, dass er vertauscht werden könnte. Ich merkte mir ein kleines Muttermal neben seinem Ohr, damit man mir auf keinen Fall ein anderes Baby würde unterjubeln können!
Als am Abend eine Schwester kam und Leo für die Nacht ins Säuglingszimmer bringen wollte, protestierte ich heftig. Keine Sekunde würde ich mein Kind aus den Augen lassen! Nur die bleischwere Müdigkeit, die mich nach den zwei durchwachten Nächten befallen hatte, schwächte meinen Widerstand. Schließlich ließ ich mich überreden, Leo herzugeben. Also gut, dann würde ich mich jetzt einfach richtig ausschlafen, das hatte ich mir wirklich verdient! Ich war sehr erstaunt, dass die Nacht bereits nach vier Stunden zu Ende war. Das Telefon neben meinem Bett klingelte, und die Schwester rief mich ins Säuglingszimmer. Mein Sohn dachte nicht daran, seine erschöpfte Mutter schlafen zu lassen. Er hatte Hunger und brachte dies durch martialisches Gebrüll zum Ausdruck. In diesem Moment ging mir ein Licht auf. Mit der Geburt war keineswegs, wie ich undeutlich gehofft hatte, die größte Anstrengung geschafft. Im Gegenteil, jetzt ging's erst richtig los! Ich würde Monate, wenn nicht Jahre, nicht mehr ausschlafen können. Immer würde jemand da sein, der mich brauchte und für den ich verantwortlich wäre. Ich würde nie mehr allein sein.
Diese Erkenntnis traf mich wie ein Keulenschlag. Bevor ich ein Kind hatte, dachte ich, nach der Geburt würde mein Leben weitergehen wie bisher - nur eben mit einem Kind. Dass von dieser Sekunde an mein Leben ein komplett anderes sein würde, das hatte ich nicht im Entferntesten vermutet.
Die Angst, Leo nicht wieder zu erkennen, war übrigens völlig unbegründet. Als ich ins Säuglingszimmer kam, hätte ich ihn unter hundert anderen Babys sofort gefunden. Und, was noch faszinierender war: Schon auf dem Flur hörte ich seine Stimme aus dem vielstimmigen Chor der anderen Schreihälse heraus! Zwei Tage später erlebte ich dann, was ich nach der Geburt vermisst hatte: Ich saß da, hatte meinen winzigen Sohn im Arm und sah zu, wie er schlief. Plötzlich übermannte mich ein nie gekanntes Glücksgefühl, eine unendliche Zärtlichkeit. Ich heulte los und konnte nicht mehr aufhören. Erschrocken fragte Peter, was passiert sei. Ich schluchzte : "Und irgendwann ist er groß und hat eine Freundin und will nichts mehr von mir wissen!"
Gut, dass bis dahin noch ein wenig Zeit ist ...
Dreck
Ich traute meinen Augen nicht. Leo (14 Monate) panierte sorgfältig seinen Schnuller in Blumentopferde, bevor er ihn in den Mund steckte und mit allen Anzeichen des Behagens ablutschte. "Neiiin", schrie ich und wollte ihm das verdreckte Ding entreißen. Aber wofür eigentlich? Längst hatte er die Erde verschluckt und an diesem Tag vermutlich noch ein halbes Kilo Sand und mehrere Staubflusen. Gut, dass ich ihn in letzter Sekunde erwischt hatte, bevor er die Klobürste einer näheren Prüfung unterziehen konnte!
Ich komme mir wirklich bescheuert dabei vor, Leos Fläschchen auszukochen, während er gerade eine Hand voll Laub verspeist oder sein Stofftier in einer Pfütze badet. Ganz zu schweigen von dem Moment, als er Freundschaft mit Nachbars Riesenschnauzer schloss und die beiden sich zärtlich gegenseitig das Gesicht leckten.
Wenn ich daran denke, welche Verhaltensmaßregeln mir die Kinderschwester in der Klinik eingebläut hat, um mein armes Kind vor Bakterien zu schützen: Hände desinfizieren vor jedem Füttern, Sterilisieren von Fläschchen und Saugern, Rasseln und Beißringe auskochen, sobald sie den Boden berührt haben! Ein paar Wochen hielt ich den Drill durch, dann holte mich der Alltag ein. Nun werden die Hände gewaschen, die Fläschchen in der Maschine gereinigt, das Spielzeug abgespült. Und siehe da: Leo hatte noch nie eine Krankheit, die auf mangelnde Hygiene zurückzuführen gewesen wäre! Auch Hygiene-Experten sind der Meinung, dass zu viel Putzen eher schadet als nützt. Ein gesundes Kind ist resistent gegen die üblichen Haushaltskeime. Und beim Versuch, die "bösen" Keime auszurotten, gehen unweigerlich die "guten" mit drauf. Eine gestörte Keimflora aber macht anfällig für Krankheitserreger. Ein normal gepflegter Haushalt ohne sichtbaren Dreck gilt daher als völlig ausreichend.
Nun könnte ich mühelos meine gesamte Zeit mit Schrubben und Bohnern zubringen, denn auf geheimnisvolle Weise produziert mein Haushalt ununterbrochen neuen Dreck. Höre ich am einen Ende auf, kann ich am anderen wieder beginnen. Es kommt also darauf an, das Dreckproblem zu rationalisieren. Zur Zeit ist Leo 73 Zentimeter groß, ich achte deshalb darauf, dass bis zu dieser Höhe keine größeren Verschmutzungen entstehen. Das bedeutet in erster Linie, den Boden sauber zu halten. Ich habe sechs Paar Hausschuhe in verschiedenen Größen angeschafft und bitte unsere zahlreichen Besucher freundlich, aber bestimmt, ihre Straßenschuhe auszuziehen. Genuschelte Kommentare wie "Ich hab aber ein Loch in der Socke!" oder "Muss man bei euch auch mit Stäbchen essen?", überhöre ich geflissentlich.
"Drei Pfund Dreck im Jahr braucht ein Kind", sagt der Volksmund. Ich solle das nicht ganz wörtlich nehmen, empfiehlt mir Franz Daschner, Hygiene-Professor in Freiburg. "Zu viel Dreck macht ein Kind krank, aber wenn es nie mit Schmutz in Berührung kommt, kann es auch keine Abwehrkräfte bilden."
Wenn ein Kind mal ein bisschen Sand aus der Buddelkiste probiert, ist das also kein Grund zur Panik (vorausgesetzt, der Sandkasten dient nicht gleichzeitig als Katzen- oder Hundeklo, wie auf öffentlichen Spielplätzen leider üblich).
Was ist aber nun mit der Klobürste, die natürlich auch Leo außerordentlich faszinierend findet? Ich hab ihm einfach eine neue zum Spielen gekauft. Die "echte" verwahre ich in einem Schränkchen, das dem Forscherdrang meines Sohnes widersteht. Ein kleiner Zettel verrät Besuchern, wo das unentbehrliche Ding versteckt ist.
11 Monate
Vater und Sohn haben eine kurze Abwesenheit meinerseits für ein gemeinsames Komplott genutzt: Als ich nach Hause komme, verkündet Peter stolz, er habe mit ihm trainiert, und Leo könne jetzt "Mama" sagen. Gerührt fordere ich meinen Sohn auf: "Bärchen, sag mal ›Mama‹!" Leo grinst mich verschmitzt an. Dann sagt er "Baba!"
Donnerwetter
Nein, nein, nein!" Leo (1 1/2) steht brüllend in seinem Bett. Seit Wochen gibt es jeden Abend Theater, weil er sich in den Kopf gesetzt hat, im elterlichen Bett einzuschlafen, mit Mama neben sich. Nach harten fünfzehn Minuten kapituliere ich wieder einmal, packe Leo und trage ihn in unser Schlafzimmer. Mit einem zufriedenen Seufzer fällt er in die Kissen und schläft im nächsten Moment ein. Und ich koche innerlich. Bis heute habe ich jeden Kerl, der mir vorschreiben wollte, in welchem Bett er schläft, aus meinem Leben entfernt. Und nun zwingt mir ein 80 Zentimeter kleiner Knirps seinen Willen auf!
Ich muss mich ziemlich beherrschen, meinen Ärger über diese neuen Machtverhältnisse nicht an Leo auszulassen. Denn natürlich hat er ein Recht auf fast alles, was er von mir fordert. Wenn er Angst hat, muss ich bei ihm bleiben, auch wenn ich viel lieber den spannenden Film im Fernsehen anschauen würde. Wenn er nachts Durst hat, muss ich aufstehen, selbst wenn ich todmüde bin. Und wenn er sich bis zum Kragen voll scheißt, muss ich ihn wickeln, auch wenn es das fünfte Mal an diesem Tag ist. Er ist immer im Recht, denn er braucht mich. Und ich bin mit meiner Ungeduld immer im Unrecht, denn ich wollte ihn.
Bis zu Leos Geburt fühlte ich mich ziemlich abgeklärt und erwachsen. Ich glaubte nicht, dass mich noch mal irgendwas oder irgendwer aus der Fassung bringen könnte. Und nun passiert es immer wieder, dass ich dastehe und mit meinem Latein am Ende bin. Nichts von dem, was ich bisher gelernt habe, hilft mir in diesen Situationen weiter. Ich weiß, wie man eine Steuererklärung macht, wie man Auto fährt oder einen Marmorkuchen backt. Ich spreche Italienisch, kann Pullover stricken und einen Stecker an ein Stromkabel montieren. Alles schöne Fähigkeiten, nur: Was nützen sie mir, wenn es darum geht, ein trotzendes Kleinkind zu bändigen? Jeden Tag muss ich völlig neue Dinge lernen, und ich werde mit Seiten in mir konfrontiert, von deren Existenz ich bislang nicht einmal etwas ahnte.
Aus: Das kleine Buch der Störenfrieds (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3442164079/stockchannelnetg)
Hallo,
hier Bücher vorzustellen macht echt Laune! :D
Darum hier mein nächstes Buch:
"Der kleine Taschentherapeut - in 60 Sekunden wieder ok" :)
ist ein hilfreiches Büchlein für alle Lebenslagen.
Man muss es auch nicht von vorne bis hinten durchlesen, sondern man kann auch nur die Mini-Kapitel die einen wirklich interessiern lesen.
Aus dem Inhalt:
Mit sich selber reden, aber richtig
Wie Sie schlechte Angewohnheiten loswerden
Schnellentspannung
Lernen Sie zu delegieren
Wege zu einer guten Ehe
Wirksame Strategien für Eltern
Mit Kritik umgehen
Streß und Angst besiegen
usw.
Das Buch ist echt klasse, so für die Sorgen zwischendurch! :)
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Cathy :)
German:
Ich hätte natürlich nichts dagegen, wenn Eliska den Link umändert. Ich hab leider keinen Plan, wie das anders zu machen ist.
Kannst mir ja einen Tipp geben :)
cathy
Danke, cathy:)
Danke, german:)
Hast Post, cathy.
Lieben Gruß
Eliska:)
Hallo Eliska,
danke für die Post :)
werde das nächste Mal mein Glück versuchen. Ansonsten melde ich mich noch mal bei dir!
cathy
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Kurzbeschreibung
- Das Geschenkbuch für alle, die lieben und geliebt werden. - Für alle Höhen und Tiefen einer Beziehungskiste. - Der lebenswichtige Berater auf dem Weg durch den Gefühlskosmos nicht nur von Tigerenten und Fröschen.
Autorenportrait
Janosch wurde 1931 in Zaborze/Oberschlesien geboren. Nach dem Krieg machte er eine Schmiede- und Schlosserlehre, arbeitete nach seiner Aussiedlung als Hilfsarbeiter in einer Textilfabrik und begann seine Künstlerlaufbahn in den 50er Jahren in München.
Inzwischen ist er als Illustrator, Geschichtenerzähler und Romancier - mit nunmehr über hundert eigenen Büchern für Kinder und Erwachsene - international berühmt. Für seine Arbeit hat er viele Preise erhalten, darunter den Prix Jeunesse, den Prix Danube und den Deutschen Jugendliteraturpreis/Bilderbuch. Janosch lebt und arbeitet auf Teneriffa.
Parnass - Rezension:
Nun, für Kinder ist dieses Bändchen, das 1999 bei Mosaik erschienen ist, eigentlich nicht. Zumindest nicht im strengeren Sinne.
Denn der "lebenswichtige Berater auf dem Weg durch den Gefühlskosmos von Tigerenten und Fröschen" enthält manche Zote, die von den lieben Kleinen gründlich mißverstanden werden könnte: Schon auf den ersten Seiten stellt sich die Frage "Was findest du herrliches Wesen von einem Günther [Kastenfrosch Red.] bloß an dieser erbärmlichen Ente aus Holz?" - und bei dieser Rollenverteilung bleibt es.
Klar, Günther hat seine Tigerente gerne um sich - "Weil ich sie liebe", wie er sagt. In Wirklichkeit aber läßt er sie nicht einmal in seinen Schlafkarton, sie muss ihm auf Schritt und Tritt folgen (das haben Holzenten so an sich), er brüllt sie an ("Man muss nur gehörig brüllen, dann kommt alles in Ordnung") und bei Diskussionen ist Günther Kastenfrosch stets der Sieger, "weil sie nichts ... zu sagen weiß". Seinen eigenen Nutzen aus dieser "Liebe" schlagen, das kann der grüne Gigolo dagegen gut: Sie ist sein Schiffchen auf dem See.
Tja, so lebt denn die Tigerente bei Günther ein Leben "treu und ergeben wie ein Stiefelknecht".
Es sind die subtilen Botschaften, die Erwachsene als Humor enttarnen mögen, die für Kinder aber nicht immer durchschaubar sein mögen: "Liebe darf in der Anschaffung und im Aufenthalt nicht teuer sein, denn die Pesos brauchen wir doch für Cheeseburger mit Fritten", die Liebe, so Günther bestünde aus der täglichen Frage, wen der Partner wirklich liebt ("fragen, fragen, fragen, bis einer tot vom Sofa fällt").
Wer sich aber erwachsen dem 80-Seiten-Bändchen widmet, der wird gefangen von einer spritzigen Sicht auf die Dinge - sieht sozusagen alles durch die grüne Brille eines Froschs: Zusammen mit seiner "Geliebten" macht sich Günther auf den Weg nach den Geheimnissen des Kosmos, was das Leben ausmacht, wer das Leben schuf und welche Geheimnisse die Liebe als solche bietet. Wir erleben die Höhen größten Glücks, aber auch die eine oder andere Nacht, "in welcher mich die große tiefe Einsamkeit befällt". Sogar Weihnachten mit einem lichterloh brennenden Bäumchen bereitet Günther seiner Tigerente.
Also: Ran an "Ich liebe eine Tigerente", denn wer das Büchlein einmal aufgeschlagen hat, der wird sich verlieben, "und diese Liebe wird ewig dauern. Wetten?"
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