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Vollständige Version anzeigen : Hund und Katze. Neu: Reisen mit Tieren


Eliska
12.08.2002, 00:04
Dackeldame Rosa war beim Arzt. Impfen, Ohren sauber machen und einfach mal nachschauen. "Alles in Ordnung", sagt ihr Besitzer. "Nur - adipös ist sie", sagt der Doktor. Zu dick also. Der Rentner tätschelt Rosa den breiten Rücken, daß es klatscht und wackelt. "Dick ist das Mäuschen nun wirklich nicht", murmelt er, "ein bißchen zu stark vielleicht."

Ein "bißchen zu stark" ist etwa jedes dritte deutsche Heimtier, insgesamt wiegen rund sieben Millionen Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen mehr, als ihnen guttut. Selbst Vögel können fett werden, wenn sie nur im Käfig hocken und Sonnenblumenkerne knabbern. Die Folgen sind für alle gleich - Herz- und Kreislaufprobleme, kaputte Knochen und Gelenke, Diabetes, Leberschäden oder Nierenversagen. Dabei scheint die Behandlung denkbar einfach: Weniger Füttern und für mehr Auslauf sorgen.

"Das", sagt Ellen Kienzle, "ist die Theorie." Kienzle ist Professorin für Tierernährung an der Münchner Ludwig Maximilian Universität und stellt im Alltag und in den Sprechstunden immer wieder fest: "Mit Fachwissen alleine komme ich bei Herrchen und Frauchen nur schwer durch." Füttern sei eben ein hoch emotionaler Vorgang. Es geschieht viel mehr, als daß dem Liebling nur Fett, Eiweiß und Vitamine in Fleischwürfelform verabreicht wird.

Beispiele? Vater, Mutter, Kind stecken dem Hund beim Grillabend Wurst und Toastbrot zu. Einer nach dem anderen und heimlich - um sich bei ihm einzuschmeicheln. Denn eigentlich wird bei Tisch nicht gefüttert. Oder: Frauen mit Eßstörungen verkneifen sich beim Sonntagskaffee das Stück Schwarzwälder Kirsch und stellen es ihrer Katze hin - obwohl die für die Geschmacksrichtung süß gar keine Rezeptoren hat. Oder, tatsächlich vorgekommen: Eine Pferdebesitzerin, die mit Reiten und Putzen ihrer Pferde nicht zurechtkommt, verteilte als Entschädigung Leckerli und Spezialflocken für Rennpferde. So viel, daß die Tiere regelrecht vergiftet waren und eingeschläfert werden mußten.

Dieser konkrete Fall war für Ellen Kienzle Anlaß, der Sache einmal auf den Grund zu gehen. Sie wollte genauer wissen, was für Menschen die Besitzer von dicken Tieren sind, welche Eigenschaften sie haben und wie sie sich den Tieren gegenüber verhalten. Zusammen mit einem Psychologen hat die Tiermedizinerin 60 übergewichtige und 60 normal schwere Hunde und Katzen untersucht und deren Halter befragt. Erstes vielleicht nicht ganz überraschendes Ergebnis: Ein träger, fülliger Mensch hat oft auch einen trägen, dicken Hund.

Wie die Dackelhündin Rosa und ihr Besitzer. Beide besitzen ein Bäuchlein und gehen selten vor die Tür. Und wenn, dann nur so lange, "bis Rosa Pipi gemacht hat". Dann gibt es für beide ein Stückchen Schokolade, und ab geht es aufs Sofa, fernsehen. "Volksmusik mag sie besonders gerne." Rosas Herrchen redet mit ihr viel über das Leben, die Kinder und die Politik. Ihr "Sitz" und "Platz" und "Aus" beizubringen ist ihm nicht so wichtig. Essen, das schon, und auch viel Schlaf und Entspannung.

"Dieses Verhalten ist typisch", sagt Ellen Kienzle. "Genausowenig wie auf die eigene Ernährung und Gesundheit achten dicke Halter auf die Bedürfnisse ihres Hundes." Genügend Auslauf nämlich und vernünftiges Futter. Sportliche, gesundheitsbewußte Menschen dagegen nehmen ihren Hund mit zum Joggen oder Radfahren. Am Wochenende geht es in den Wald, und wenn sie dem Hund was Gutes tun wollen, dann gibt es eben keine Knackwurst. Sondern eine Extrarunde um den Block.

Ein ganz anderes Ergebnis lieferte die Katzenstudie. Träge Besitzer - bei Katzen übrigens fast immer Besitzerinnen - sind kein Risikofaktor fürs Dickwerden. "Im Gegenteil", sagt Ellen Kienzle, "Menschen mit dicken Katzen sind selbst oft schlank und leben kalorienbewußt." Anders als bei Hunden färbt der Lebensstil des Menschen in diesen Fällen offenbar nicht auf das Tier ab. Bei Katzen wäre das auch schwierig, denn sie gehen ihre eigenen Wege. Radfahren oder Stöckchen holen interessiert sie nicht. Ein bißchen Spielen und Schmusen vielleicht, aber der wichtigste Kontakt ist das Füttern. Und je mehr Kontakt der Mensch zur Katze sucht - zum Beispiel wenn die Katze mehr ist als nur eine sanfte Hausgenossin, sondern die beste Freundin, der man seine Sorgen und Probleme erzählt -, desto reichlicher gibt es Futter und Leckereien. Und genau dann wird es eng für Miezes Taille.

Hat jeder Tierhalter es also mehr oder weniger in der Hand, ob sein Liebling dick wird? Und was ist mit Kastration, Veranlagung, falschem Futter? Alles Ausreden. Ellen Kienzle: "Kastrierte Tiere werden nicht automatisch dick, sie fressen aber oft besonders gerne oder werden träge." Die Menge macht's eben. Wer weniger braucht, muß weniger essen. Wie beim Menschen - auch der hat es selten tatsächlich an den Drüsen. Für die figurfreundlichste Variante hält die Tiermedizinerin übrigens Fertigfutter. "Ganz einfach, weil da Kalorien und Nährstoffe immer in der richtigen Zusammensetzung drin sind." Statt alle Zutaten selber zu kaufen, zu kochen und zu mischen kann man in dieser Zeit mit der Katze spielen oder mit dem Hund spazierengehen.

Und der Mensch läuft nicht Gefahr, aus falschen Vorstellungen heraus Falsches zu verfüttern - weil doch ein echter Hund auf Knochen kaut und eine echte Katze Milch schleckt. "Klischees sind das, und nicht ganz ungefährliche", sagt Ellen Kienzle. Der Hund kann sich leicht einen Splitter in den Schlund reißen, und von Knochen gibt es Verstopfung; Laktose in der Milch verursacht Durchfall bei Katzen. Aber weil Klischees so schön sind und weil sich auch der Mensch beim Füttern freuen will, haben die Futtermittelhersteller die Lösung schon ins Supermarktregal gestellt: Hundekuchen in Knochenform zum Beispiel und laktosefreie Katzenmilch. Wie gesagt: Füttern ist ein hoch emotionaler Vorgang.

Deshalb braucht der behandelnde Tierarzt auch Fingerspitzengefühl, wenn aus der japsenden Fettrolle wieder ein Dackel werden soll. Oder ein paar psychologische Grundkenntnisse. Die allerdings sind bislang kein obligater Bestandteil der Ausbildung zum Tiermediziner. Leider, findet Ellen Kienzle, denn schon bei der Ursachenforschung sei Gespür entscheidend. "Fragt man nur, ob das Tier zuviel Futter bekomme, ist die Antwort mit Sicherheit: ,Nein, niemals.' Nachhaken muß man: Nichts fürs Fell und für die Zähne? Keine Belohnungshappen?" Da kommen nämlich schnell mal ein rohes Ei, zehn Hundekuchen mit extra Calcium und drei Stückchen Leberwurstbrot zusammen.

Gespür für den Alltag von Herr und Hund braucht es auch beim Therapievorschlag. "Einem Sozialhilfeempfänger können sie keine Diät mit teurer Leber empfehlen, einer gestreßten Bankerin nicht zumuten, abends noch kalorienarm für das Tier zu kochen." Und Gespür braucht es schließlich, den Vorschlag so an den Mann und an die Frau zu bringen, daß es auch wirklich klappt mit dem Abnehmen. Einem Akademiker reichen vielleicht nackte Fakten wie Gewichtstabellen und Blutwerte. Und der Hinweis, darauf zu achten, daß das auf FdH gesetzte Tier sich nicht draußen heimlich aus den Mülltonnen verköstigt. Menschen, die sehr an ihrem Tier hängen, kommen dagegen am besten mit selbstgemachten Diäten zurecht, weil sie dann ihre ganze Liebe als Wiedergutmachung in die aufwendige Zubereitung der knapper gehaltenen Mahlzeiten legen können. Nachgiebigen empfiehlt Kienzle Fertigdiäten: wenig Fleisch, mit Luft, Wasser oder Fasern zu einer ordentlichen Portion aufgepeppt. Der Hund wird nicht satter - aber der Besitzer hat das Gefühl, den Napf richtig schön vollgepackt zu haben. Bettelt der Vierbeiner zwei Stunden später schon wieder, hat der Mensch kein richtig schlechtes Gewissen. Aus einem ähnlichen Grund hält Ellen Kienzle auch Fastentage für "Unfug". Die Gier des Hundes wird dadurch nur angestachelt, dem Besitzer vorgegaukelt, diszipliniert zu füttern. Mit dem Erfolg, daß er den Hund am nächsten Tag mit einer Extraration entschädigt.

Für Katzen sind Fastentage ohnehin nichts, sie können sogar gefährlich werden. Katzen sind hochspezialisierte Beutefresser. Sie brauchen viel Eiweiß, vertragen kaum Kohlenhydrate und sind auf bestimmte Stoffe angewiesen, die nur im Fleisch vorkommen wie zum Beispiel Taurin. Wenn sie längere Zeit nichts fressen, kann es zu lebensgefährlichen Stoffwechselstörungen kommen. Deshalb sollte man auch nachgeben, wenn die Katze das Diätfutter verschmäht. Und nicht darauf vertrauen, daß die kleine Diva schon noch fressen wird, wenn sie richtig Hunger hat. Katzen sind auf ihr Futter geprägt, und wenn sie von Sheba auf fettarmes Trockenfutter umsteigen sollen, erkennen sie das oft einfach nicht als etwas Eßbares.

Der schwierigste Schritt bleibt trotzdem die Diagnose "adipös". Herrchen und Frauchen klarzumachen, daß ihr Liebling eben nicht nur ein bißchen zu stark ist, kann heikel werden. Der Besitzer der dicken Dackeldame Rosa ist da kein Einzelfall. In beiden Studien befand ein Drittel der Halter von übergewichtigen Tieren, ihr Liebling sei "gerade richtig"; manche stuften ihre Moppel sogar als zu dünn ein. Zugegeben, fünf Kilo Übergewicht klingt nicht hochdramatisch. Mit fünf Kilo zuviel wiegt Rosa aber immerhin doppelt soviel wie ein normaler Dackel. Wäre Rosa ein Mensch, sähe sie aus wie Rainer Calmund. Dieser Hinweis soll manchmal helfen.


Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.8.2002

Schorsch
20.08.2002, 11:03
Hollywooodstar Andie MacDowell: Plädoyer gegen Schönheitswahn

Andie MacDowell, Hollywoodstar und Fotomodell, hält nichts von übertriebenem weiblichen Schönheitswahn. Schön zu sein, sei eine Frage der Selbstwahrnehmung, betonte die 44-Jährige in einem Interview der deutschen Zeitschrift ''Instyle''. Viele Frauen glaubten, ihr ganzes Leid hinge von fünf Kilo zu viel ab, ''dann hungern sie oder lassen an sich herumschnippeln und wundern sich, dass sie danach immer noch nicht glücklicher sind'', kritisierte die Schauspielerin.

Aufruf zu mehr Selbstbewusstsein

Sie ermuntert die Frauen zu mehr Gelassenheit: ''Nicht dauernd an sich rumnörgeln, sondern endlich mal mit sich zufrieden sein und sich schön finden'', rät das Model des französischen Kosmetikkonzerns L'Oreal. Eine Frau, die sich selber schön finde, habe eine solch gute Ausstrahlung, ''dass es völlig egal wird, ob die Nase krumm oder ihr Hintern zehn Gramm zu viel drauf hat.''

Aus: Telekom-Startseite 20.8.2002

P.S.: Und wenn ein Mann sich trauen sollte, sowas auszusprechen, ist ihm das Hornveilchen sicher :-)

EMMA
21.08.2002, 23:24
Also bei Hunden hat mans wirklich im Griff, ob sie fett werden oder nicht.
Allerdings bei Katzen....
ich hab selbst sonen fetten alten Katermoppel...ich kann machen was ich will (er ist Freigänger)...der frisst sich durch das ganze Ort!
Auch wenn ich ihm wirklich wenig gebe...der Kerl wird fetter und fetter...keine organische Sache...schieres angefressenes Fääätt! :(
Nix....wirklich nix zu machen!
Geb ich ihm dann garnix wird er unausstehlich...verhaut den Hund, der friedlich auf seiner Decke schläft..schmeisst alles vom Tisch...
kriegt er dann was, ists der liebste Wollkneul den man sich vorstellen kann!
:(
Und gekriegt hab ich ihn halbverhungert, verlaust und verwurmt...vielleicht hat er deshalb diesen unglaublichen Fressdrang!
EMMA

Eliska
29.05.2003, 08:22
Von Nicole Müller

Bevor er ins Ausland reist, sollte sich ein Tierbesitzer über die Einreisebedingungen für seinen kleinen Freund informieren, denn noch hat jedes Land andere Vorschriften. So verlangen manche Länder bei der Einreise ein Gesundheitszeugnis vom Tier- oder Amtstierarzt. Von 2004 an soll ein EU-weit gültiger Pass dann das Reisen mit Tieren erleichtern: Die Tollwutimpfung muss dann über eine Tätowierung oder einen eingepflanzten Mikrochip nachgewiesen werden. Die Markierungen sollen in einer Übergangszeit von acht Jahren für Hunde, Katzen und Frettchen zur Pflicht werden. Für Irland, Schweden und Großbritannien gelten jedoch noch - zunächst bis 2008 befristete - Sonderregelungen. Das Infogramm des ADAC "Grenzpapiere für Hunde und Katzen" zeigt die Einreisevorschriften für jedes europäische Land.
Download unter: www.presse.adac.de/infogramme/reise_touristik/tiere_grenze.asp

Auch die Art des Reisens muss geplant werden. Nur Katzen, Hunde und Kleintiere bis fünf Kilo dürfen im Flugzeug in einem "auslaufsicheren Behältnis" mit Herrchen oder Frauchen zu den Passagieren. Größere Tiere müssen in einer Transportbox in den Frachtraum. Eine rechtzeitige Anmeldung wird empfohlen, da die Anzahl der Tiere pro Flug begrenzt ist. Infos bei den Fluggesellschaften.

Bei der Deutschen Bahn fahren kleinere Tiere, die in Käfige oder Taschen passen, kostenlos mit. Größere Hunde zahlen den halben Fahrpreis. Wer mit seinem Vierbeiner im Schlafwagen verreisen möchte, muss das ganze Abteil buchen. Auf Kreuzfahrten sind Tiere generell nicht erlaubt.

Zwei "Hotelführer für Zwei- und Vierbeiner" geben einen Überblick über 300 Anbieter und rund 500 Objekte in Deutschland und in Österreich, der Schweiz und Südtirol. Die Bücher beinhalten Angaben zu Zimmern, Preisen, Ausstattung und speziellen Serviceleistungen für Tiere wie Gassidienste, Hunde- oder Katzenkörbe (für Deutschland: 159 S., broschiert, Maria Keck, 2002, ISBN 3980540170; für Österreich, Schweiz, Südtirol: 160 Seiten, broschiert, Maria Keck, 2001, ISBN 3980540162, jeweils 9,80 Euro). Bei amazon.de auch verbilligt gebraucht oder im Doppelpack zu bestellen.

Soll das Tier zu Hause gelassen werden, hilft die Hotline des Deutschen Tierschutzbundes bei der Vermittlung von Gasteltern: Tel. 0228/6049627 (von 5. Mai bis 15. September 2003, 10 bis 18 Uhr). In den Gelben Seiten stehen außerdem Adressen für Tierhotels. Die Preise liegen je nach Tierart zwischen 5 und 15 Euro pro Nacht.

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Link-Tipps zum Thema

Von Nicole Müller

www.hundeurlaub.de
In einer Datenbank können hundefreundliche Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und -häuser in Europa gesucht werden. Eine Übersicht gibt Auskunft in welchen Ländern Hunde als Haustiere geschätzt werden. Außerdem erzählen Hundebesitzer von ihren Urlaubserfahrungen.

www.herz-fuer-tiere.de
Neben zahlreichen Informationen über Tierpensionen, Tiersitter und den Urlaub mit Haustieren findet man viele Adressen von Tierschutzorganisationen im In- und Ausland. In einem Forum können sich Tierfreunde austauschen.

www.peta.de
Peta - People for the Ethical Treatment of Animals (Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren) ist die größte Tierrechtsorganisation. Neben Infos über Fluggesellschaften mit dem besten Service für mitreisende Vierbeiner gibt die Seite Tipps, wie Tiere auf eine Reise vorbereitet werden können.

www.hundundreisen.de
Hund und Reisen vermittelt tierfreundliche Ferienwohnungen in Deutschland und zehn weiteren europäischen Ländern. Darüber hinaus kann man nach Tipps und Anregungen zum Thema Hunde auf Reisen stöbern.

DIE ZEIT