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Vollständige Version anzeigen : Dax-Nemax-Eurostoxx 50-Amiland


reg
22.02.2001, 13:27

Helga
22.02.2001, 13:27
DAX
NASDAQ, Dow Jones und Deutsche
Telekom, intakter Abwärtstrend und
steigende Bewegungsdynamik, dass sind
einige der Zutaten, aus denen der
gestrige Kursverlauf im DAX gebraut
wurde und das Anlegerverhalten derzeit
dominieren. Technisch gesehen gibt es
wenig ermutigendes und das nicht nur am
deutschen Aktienmarkt. Im gestrigen
Handelsverlauf wurden neue
Bewegungstiefs innerhalb intakter
Abwärtstrends generiert im holländischen
AEX, im französischen CAC 40 und im
italienischen MIB 30. Der NEMAX fiel
zeitweilig auf ein neues Bewegungstief,
der NASDAQ und der NASDAQ 100
folgten am späten Nachmittag nach. Der
Dow Jones durchbrach seine
Unterstützung im Bereich um 10.740, der
S&P 500 Index steht unmittelbar vor
einem neuen Bewegungstief. Gehen nun
die Lichter aus?

Ordnen wir den Kursverlauf des DAX in das allgemein technische Bild des Index ein. Mit dem kräftigen
Kursverlust von minus 103 Indexpunkten löste sich der deutsche Index erneut deutlich von seiner aktuell
gültigen, oberen Begrenzungslinie des derzeit gültigen tertiären Abwärtstrends nach unten hin ab. Damit
setzte sich die Tendenz der letzten Tage fort, wobei wiederholt auf die Tatsache eines erneuten
Dynamikanstieges auf der Abwärtsseite hingewiesen werden muss. Die aktuell gültige, obere
Trendbegrenzungslinie verläuft heute im Bereich um 6.508. Solange dieser Bereich nicht per Schlußkurs
signifikant nach oben hin überwunden wird, kann unter technischen Gesichtspunkten auch keine
kurzfristige Entwarnung gegeben werden. Im Tagestief erreichte der DAX das Kursniveau bei 6.312
Indexpunkten und schöpfte damit das errechnete maximale Korrekturpotential (6.371/6.338), bezogen auf
den Kursaufschwung vom Monat Januar, vollkommen aus. Die nächst tiefer liegende Unterstützung im
Bereich um 6.292 wurde dagegen nur um 20 Indexpunkte verfehlt.
Fazit
Welches Fazit läßt sich aus der aktuellen Entwicklung ziehen? In den Vortagen wiesen wir bereits
mehrfach darauf hin, dass wir mit zunehmender Wahrscheinlichkeit das (bisher eher präferierte) Szenario
eines erneuten Aufschwungs nach Abschluss einer technischen Abwärtskorrektur, in dessen Ergebnis
eine rasche Überwindung der 6.800 und dann ein Bruch des übergeordneten Abwärtstrendkanals stehen
sollte, wohl zunehmend beiseite schieben können. Hauptargument ist hier erneut die Bewegungsdynamik.
Konnten wir bisher unterstellen, dass das niedrige Niveau dieser Meßgröße eine hohe
Korrekturanfälligkeit der Kursbewegung bewirken würde, ist es nun gerade die erneut ansteigende
Dynamik in der fallenden Kursbewegung, die uns erwarten läßt, dass der DAX wohl eher in Richtung einer
übergeordnete Konsolidierung zwischen den (grob geschätzten) Marken 6.100 und 6.800 tendieren wird.
Hinzu kommt die Tatsache, dass der deutsche Aktienindex das maximale Korrekturpotenzial
ausgeschöpft hat, womit (bezogen auf unsere statistischen Auswertungen des Kursverlaufes in den
letzten Jahren) die Wahrscheinlichkeit auf eine Überwindung der 6.800 und des aktuell noch gültigen
Abwärtstrendkanals auf deutlich unter 50 % gesunken ist.
Strategische Schlußfolgerung
Natürlich können wir nur mit Szenarien und Schlußfolgerungen arbeiten, um eine Idee für zukünftige
Entwicklungen im DAX umreißen zu können. Wir sind uns auch völlig darüber im Klaren, wie sehr all
diese Modellüberlegungen letztlich hinken, dennoch halten wir sie für eine notwendige Übung, um auf
deren Grundlage mit den Instrumenten der technischen Analyse ein Regelwerk zu entwickeln, welches
uns vor Verlusten schützen und die Chancen des Marktes aufzeigen soll. In dieser Konsequenz gewichten
wir das Szenario einer Ausbildung einer weiterführenden Konsolidierungsphase, ähnlich der der Monate
Mai bis September letzten Jahres (eben diesmal nur auf einem niedrigeren Niveau), über, wobei wir als
obere Begrenzung den Bereich um 6.800 definieren. Nach unten hin (in Ermangelung klar bestätigter
Unterstützungen) sind wir noch etwas schwankend und würden uns zunächst auf den Bereich um
6.200/6.100 fixieren. Etwas weniger wahrscheinlich erachten wir das Szenario einer fortgesetzten
Abwärtsbewegung innerhalb des übergeordneten Abwärtstrendkanals, obwohl wir einräumen müssen,
dass mit weiter steigender Dynamik auf der Unterseite auch das Risiko weiterführender Kursverluste
deutlich ansteigt.
Praktische Konsequenz
Die praktischen Konsequenzen sind derzeit recht einfach zu ziehen. Im mittelfristig strategischen
Zeitfenster gibt es nichts auf der Long-Seite zu tun. In allen von uns analysierten Zeitfenstern ist ein
Abwärtstrend intakt, so dass wir kein akzeptables Chance/Risiko-Verhältnis unterstellen können. Im
kurzfristigen Zeitfenster sieht es derzeit ähnlich aus. Auch wenn man erwarten könnte, dass der DAX
kurzfristig und innerhalb seines intakten Abwärtstrends überverkauft ist und kurzfristig in eine technische
Aufwärtskorrektur übergehen könnte, wäre diese Seite aktuell kaum sinnvoll handelbar. Übertriebener
Aktionismus, in Erwartung, den Einstieg zum Tiefstkurs zu schaffen, ist in der aktuellen Marktsituation
sicher fehl am Platze. Wir benötigen eine bewertbare Kursformation oder ähnliches, was uns auf der
spekulativen Seite wieder in den Markt hinein holen könnte. Somit gilt weiterhin: abwarten und Pulver
trocken halten.

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NEMAX
Am gestrigen Nachmittag war es nun
soweit. Der NEMAX rutschte unter die
2.215 und markierte bei 2.190 ein neues
Bewegungstief, bevor er dem zunächst
freundlichen Beginn der NASDAQ folgte
und sich wieder etwas erholte. Aus
charttechnischer Sicht ist der NEMAX
unverändert kritisch zu bewerten. In allen
von uns analysierten Zeitfenstern ist der
Abwärtstrend intakt, der strategisch
übergeordnete, genauso wie der tertiäre
der letzten eineinhalb Monate. Über die
Markttechnik wird die aktuelle
Abschwächung weitestgehend bestätigt,
wobei auch hier eines der wichtigsten und
analytisch kritischsten markttechnischen
Merkmale eine erneut ansteigende
Bewegungsdynamik ist, welche jeden
Stabilisierungsansatz zumindest
nachhaltig in Frage stellt.

Fällt der NEMAX deutlich unter den Bereich um 2.215, lassen sich nach unten hin keine sinnvollen
Unterstützungen mehr herleiten.
Praktische Konsequenz
Der technisch orientierte Anleger ist sich in der Regel bewußt, dass er nicht derjenige sein wird, der im
Boden kauft und in der Spitze verkauft. Unser Ehrgeiz geht dahin, nahe des Bodens zu kaufen und nahe
des Hochs zu verkaufen, wenn wir (mit Hilfe unserer technischen Instrumente und Regelwerke) ein
akzeptables Chance/Risikoverhältnis erwarten. Diese Zielrichtung vor Augen, gibt es im NEMAX derzeit
ebenfalls keinen Platz für Überaktionismus auf der Kaufseite. Warten wir eine Bodenbildung ab. Noch ist
davon weit und breit nichts zu sehen. Bis dahin heißt es leider auch hier: Hände weg vom Markt!
Quelle: Equities
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EUROSTOXX 50
Nachdem der EUROSTOXX 50 seine letzte
herleitbare Unterstützung im Bereich um
4.538 unterschritten hatte, mußten wir auch
in diesem Index einen deutlichen Zuwachs
an abwärts ausgerichteter
Bewegungsdynamik feststellen, womit sich
unsere Befürchtungen der Vortage
bestätigten. Charttechnisch befindet sich
Europas Leitindex in einem intakten
Abwärtstrend und folgt damit den Märkten
Deutschlands, Hollands, Italiens,
Frankreichs, Spaniens etc.. Nach unten hin
läßt sich aus dem bisherigen Kursverlauf
heraus auch keine sinnvolle
Unterstützungszone mehr herleiten. Somit
gilt auch hier, kein Handlungsbedarf auf der
Long-Seite. Kurzfristig können wir auch in
diesem Index eine überverkaufte
Verfassung unterstellen. Als Argument für
ein Engagement reicht dieser Tatbestand
jedoch noch nicht aus.
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