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Vollständige Version anzeigen : Der Untergang des Abendlandes


fisherman
30.12.2002, 13:22
Schon ein Blick in die Geschichte zeigt: Die großen Kulturen der Antike gingen unter, als sie dekadent wurden, als man glaubte, die Gesetze der Logig und Vernunft außer Kraft setzen zu können.

Dasselbe Schicksal steht uns nun auch bevor. Alle Anzeichen deuten darauf hin. Folgende Beispiele mögen dies verdeutlichen:

Immer mehr Menschen bekommen ihr Geld dafür, dass sie entweder gar nichts oder sinnlose Dinge tun. Die Arbeitslosen bekommen Geld dafür, dass sie nichts tun; Die Bauern bekommen dafür, dass sie nichts anbauen; Subventionen werden dafür verwendet, dass Dinge produziert werden, die niemand braucht und die sogleich wieder vernichtet werden. Gleichzeitig entstehen Berufsbilder, die es früher nicht gab ( Bsp.: Finanzdienstleister ). Aber unsere Altvorderen wussten sehr genau, warum es solche Berufe nicht gab: Eben, weil man sie nicht braucht. Es geht in der Wirtschaft nicht mehr um Wertschöpfung, sondern um Beschäftigungtherapie.

Die Krise der Gesellschaft hat längst auch die Börse erreicht. Hier wird Geld verdient, wenn die Kurse fallen. Die Aktie, früher eine langfristige Geldanlage, ist zu einem Zockerpapier verkommen, das man keinesfalls über Nacht halten sollte. Die Deutsche Börse ist mittlerweile selbst im DAX notiert. Sicher ist der Tag nicht mehr fern, an dem die Fussball-Bundesliga selbst in der Fussball-Bundesliga mitspielt.

Und die Politik? Sie mischt kräftig mit. Zwei Beispiele:

Für ein Mörder-Geld werden massenhaft Akademiker ausgebildet, um hinterher deren Arbeitslosigkeit zu finanzieren. Natürlich wirbt man weiterhin massiv für das Studium. Man ignoriert die Realität. Ein Studium ist mittlerweile das größte Armutsrisiko. ("von der neuen Mitte zur neuen Armut ist es nur ein kleiner Schritt")

Zweites Beispiel: Die Politik redet der Einwanderung das Wort, um die Sozialsysteme zu retten, nimmt aber nicht zur Kenntnis, dass die Einwanderung gerade in die Sozialsysteme erfolgt. Man erreicht somit exakt das Gegenteil. Toll.

Fazit: Der Untergang ist nicht mehr aufzuhalten, und, je schneller er kommt, desto besser. Denn wir brauchen dringend einen Neuanfang. Denn nur so können die Verhältnisse wieder ins rechte Lot gerückt werden.

Ibykus
30.12.2002, 13:30
Hallo Fisherman,

kennst du das Buch "Platon: Der Staat" ? Hab´s schon gelesen.

Darin konzipiert Platon einen in sich logisches Staatsgebilde. Sehr interessant.

Aber niemals umsetzbar, da Maßnahmen ergriffen werden müssten, die von unseren Gesetzen nicht gedeckt sind. :ek

fisherman
30.12.2002, 13:32
genau das, was ich meine: Das Land auf legislativem Wege nicht gerettet werden, man braucht eine Stunde Null. Danke für den Buchtipp !

carlo
30.12.2002, 13:37
Hallo fisherman,

vielen Dank für die Erstellung des threads! :)

Ich habe ihn ob des weit gefächerten Themas ins chill out-Forum verschoben, dort ist er einer breiteren Mehrheit zugänglich als hier im Amerika-Forum.
:)

Matze
30.12.2002, 13:41
Ich denke, das hat mir einer allgemeinen Wandlung der Wirtschaft zu tun...

Hatten wir einmal den Übergang der Landwirtschaft zur Industrialisiereung, so befinden wir uns nun im Übergang zur Dienstleistungen, allerdings schon ziemlich weit fortgeschritten und was danach kommen wird, da rüber rätseln auch die Experten noch, aber irgendetwas wird kommen, ganz bestimmt :).

Matze

fisherman
30.12.2002, 13:56
warum verschiebt Ihr eigentlich immer meine Beiträge? Ich habe mir bei der Auswahl des Forums schon was gedacht....:-)

carlo
30.12.2002, 14:00
SCN auch ;) ,

die Forenaufteilung verhindert, daß alle "bunt durcheinander zu unterschiedlichsten Themen kommunizieren müssen.
:)

Ibykus
30.12.2002, 14:23
...

Platon entwirft in seinem philosophischen Dialog Politeia (Der Staat) das Bild eines idealen Staates. Ausgehend von der Kritik an den herkömmlichen Regierungsformen (Oligarchie, Demokratie, Tyrannis), zeichnet er als Gegenentwurf das Bild eines Staates, in dem Gerechtigkeit und Glück die konstitutiven Elemente sind. Dieser Staat besteht aus drei Ständen: den Gewerbetreibenden, denen die Aufgabe der Ernährung und des Erwerbs zukommt, und die insofern die Grundlage des Staates sind; den "Wächtern" oder Kriegern, welche die Aufgabe haben, die Verteidigung nach außen zu gewährleisten; den Herrschenden, die nach den Prinzipien von Gerechtigkeit und Vernunft die Leitung übernommen haben. Es stellt sich nun die Frage, nach welchen Prinzipien die Herrschenden ausgewählt werden. Platon antwortet: Nach dem Prinzip einer Auslese durch Erziehung. Zunächst sollen alle Kinder gleich sein. Durch die Konfrontation mit den Grundelementen der Erziehung – Gymnastik und Musik – soll eine erste Charakterbildung vorgenommen werden. Darauf folgen Rechnen, Mathematik, Vorübungen in Dialektik, das Aushalten von Schmerzen, Entbehrungen und Anstrengungen und die Probe der Standhaftigkeit gegenüber der Versuchung. Im Alter von zwanzig Jahren dann eine erste Prüfung: Nur die besten werden die Anwärter für die höchsten Ämter. Diese Auslese wiederholt sich immer wieder bis zum Alter von fünfzig Jahren, erst dann darf der so Erzogene Verantwortung übernehmen. Zentrales Element der weiteren Bildung war bis dahin die Philosophie, deswegen spricht man auch vom "Herrscher als Philosophen".

In dieser zentralen Idee der philosophischen Bildung liegt auch die Ablehnung der Dichtung durch Platon begründet, denn er fürchtet, daß bestimmte literarische Werke der Erziehung zur Tugend und der Eindämmung des Lasters nicht förderlich sind. Deswegen lehnt er auch einige der bedeutendsten Schöpfungen seiner eigenen Kultur ab, z.B. die Dichtungen Homers. Gleichzeitig huldigt Platon den poetischen Mitteln, die seine Dichterkollegen benutzen und schafft selber philosophische Werke von höchster literarischer Meisterschaft.

Eine weitere Eigenheit dieses Entwurfs eines idealen Staatswesens ist die Idee, daß der Stand der später Herrschenden ein völlig besitzloser sein soll. Sowohl der materielle Besitz (Haus, Gold, Güter) als auch der familiäre Besitz (Ehefrau, Kinder) soll den Staatslenkern verweigert werden, um die allzumenschliche Habgier zu verhindern: "Würden sie aber jemals ein eigenes Heim oder Land oder Gold erwerben, so würden sie zu Hausherren und Gutsbesitzern statt Wächtern werden, rauhe Gebieter statt Verbündete der anderen Bürger sein; sie würden die anderen hassen und sie belauern und wären selber Gegenstände des Hasses und der Belauerung und würden ihr Leben in größerer Angst vor in- als vor ausländischen Feinden verbringen; und die Stunde des Zusammenbruchs für sie selbst und für den Staat wird nahe sein."

...

RIVA
30.12.2002, 14:28
Original erstellt von fisherman
warum verschiebt Ihr eigentlich immer meine Beiträge?
Weil wir fiese kleine Boardie-Quäler sind! Deshalb! :rofl


Ich habe mir bei der Auswahl des Forums schon was gedacht....:-)

Lüg' ned! :rofl


Aber im Ernst: Wie Du im "Amerika" sehen kannst, bleibt zumindest der link stehen, so dass alle Benutzer im "Amerika" auch weiterhin mühelos hierher finden. ;)

fisherman
30.12.2002, 16:59
Hi Matze !

Ich fürchte, Du bist etwas zu blauäugig. Das, was wir momentan erleben, ist kein gewöhnlicher Strukturwandel.

RIVA
30.12.2002, 17:06
Das, was wir momentan erleben, ist kein gewöhnlicher Strukturwandel

Bin zwar nicht matze, stimme aber trotzdem zu. Wobei das Wort eigentlich schon immer halb gelogen war, so wie es in allgemeinem Gebrauch war und ist. Was bislang in den letzten etwa 25-20 Jahren abgelaufen ist, waren weitgehend systemimmanente Anpassungen innerhalb der existierenden Strukturen. Daran änderte auch die eine oder andere "sanfte" Renovation nichts. Jetzt wird die Frage hingegen sein, ob man weiter reagieren und immer den berühmten Schritt hinter den Problemen bleiben will oder ob Bereitschaft besteht, die Strukturen an und für sich in Frage zu stellen. Letzteres wäre eine echte Chance ... und ein Strukturwandel, der den Namen verdient hätte....

fisherman
30.12.2002, 19:11
danke, Ibykus, für Deinen substantiierten Beitrag. Sehr interessant !

fisherman
31.12.2002, 01:11
Alle Achtung, German !

Aber wie lautet nun Deine Beurteilung der aktuellen Lage ?

niemandweiss
31.12.2002, 11:43
Original erstellt von german
Komplexitätsmanagement selbstorganisierender Prozesse auf mehreren Emergenzstufen sowie die Rolle kritischer Fluktuationen im Rahmen synergetischer Modelle wären hier Stichworte.

Ob wir soweit sind, dass der Untergang im Sinne eines vektorbasierten Attraktors als Eigenwert einer komplexen Dynamik anzusehen ist, wage ich zu bezweifeln.

german



(das muss man jetzt nicht unbedingt verstehen) :hihi

:confused: :rolleyes: hammerhart, kann man das auch auf klardeutsch ausdrücken ?

niemandweiss
31.12.2002, 12:31
ach soooooooooooo ist das gemeint, alles klar :D
guten Rutsch ins Neue Jahr :)

INPUTS
31.12.2002, 12:42
Kennste das auch?

"Die Verbesserung von Mitteleuropa"

von Oswald Wiener

INPUTS
31.12.2002, 12:45
Über ein Buch, das die gesamte deutschsprachige Literaturszene
beeinflußt hat


Sigrid Schmid-Bortenschlager


"die verbesserung von mitteleuropa, roman - das klingt wie ein Symposium-Titel der 90er Jahre, ist aber tatsächlich ein Buch aus den 60ern, das, wie wenig andere, die österreichische und damit auch die gesamte deutschsprachige Literaturszene beeinflußt hat. Die ersten Texte von Handke, Jelinek, aber auch von Frischmuth, Gerhard Roth, Helmut Eisendle, Scharang sind ohne Oswald Wieners "Roman" nicht denkbar. Die Veröffentlichung in acht Fortsetzungen in der Grazer Zeitschrift manuskripte (von Nr. 14/15, 1965 bis Nr. 22, 1968) markiert die allmähliche Anerkennung der experimentellen Wiener Gruppe, der Avantgarde der 50er Jahre, und stellt die Verbindung zu den die 70er Jahre dominierenden "Grazer" her, es markiert mit der mythischen Jahreszahl "1968" aber auch die spezifisch österreichische Form der Verbindung von literarischem Experiment und politischem Engagement.

1969 erschien der Band bei Rowohlt, 1985, mit der zunehmenden Erschöpfung des realistischen Schreibens, war eine zweite Auflage nötig. Es ist einfacher, festzustellen, was das Buch nicht ist, als es positiv zu beschreiben. Sicherlich ist es kein Roman im herkömmlichen Sinn: es gibt keine Helden, keine Handlung und folglich auch keinen Ort und keine Zeit der Handlung. Das Buch beginnt mit einem Personen- und Sachregister und einem Vorwort und endet mit 3 Appendizes und umfangreichen Literaturhinweisen - die Parodie der wissenschaftlichen Schreibweise ist offensichtlich. Dazwischen finden sich aperçuartige Bemerkungen zu einer Unzahl von Stichwörtern, aber auch schlichte persönliche Bemerkungen sowie ein Kompendium möglicher Schreibweisen, von der visuellen Poesie über das realistische Erzählen und die exakte Deskription bis zum wissenschaftlichen Essay.

Den losen Zusammenhalt dieser Bruchstücke bilden die Überlegungen über das Verhältnis von Sprache und Realität und von individueller Freiheit und gesellschaftlicher Gewalt, Themen, deren philosophisches Gewicht durch den ständigen Rekurs auf Sexualität und Alltagsbanalitäten ironisch gebrochen wird.

Die Re-Lektüre nach 30 Jahren enthüllt "Historisches" und Aktuelles. Historisch sind inzwischen viele der in den 70er und 80er Jahren durchexerzierten Lebens- und Schreibformen ("exkurs über die linke romantik", "kernstücke zu einer experimentellen vergangenheit", "escapismus"): überraschend aktuell hingegen liest sich das Konzept des Bio-Adapters, in dem das Hirn unter Verzicht auf einen Körper direkt mit einem sensationserzeugenden Computer verbunden ist und damit die virtuellen Welten vorwegnimmt; das Verhältnis Sprache - Realität ist noch immer nicht konsequenter durchdacht worden, überraschend aktuell auch das Auftauchen einer explizit weiblichen Stimme im Text. Und all das eben sowohl ironisiert wie auch akzentuiert in der Autoreflexion, wie sie sich u.a. in der "kritik der ersten neunundvierzig seiten" ausdrückt: "der neunmalweise leser hat wenig schwierigkeiten zusammenhang zu erfinden. er tut dies auf eigene rechnung."

Und die Klage über die allzu geringe Wirkung von Literatur: "zu wenig - vielzuwenig entsetzen bei der lektüre." Wieners "Roman" allerdings hat diese Wirkung, wenn schon nicht beim breiten Lesepublikum, so doch bei der produktiven Rezeption durch seine jüngeren Schriftstellerkolleg(inn)en, durchaus gehabt.



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"Sag in Zukunft Ökonom zu mir." Oswald Wiener.

INPUTS
31.12.2002, 12:47
Vor der Schreibkrise war die Denkkrise


Die Spur der "Literatur-Landschaft Österreich" verliert sich im
Kanadischen. Nicht unsymbolisch. In vielen Beiträgen dieses Buches schon zitiert, taucht er, von Günter Brus vorgeschlagen, am Ende selbst auf: Oswald Wiener,
der Autor von
"die verbesserung von mitteleuropa, roman".



Günter Brus




Der Erdball, umhüllt von Zeitungspapier, ist brennbarer geworden. Schlagzeilen sind Zündschnüre und an Schlagworten entzündet sich der Geist.

So schreibt und vergeistigt sich die Meinung fort und fort, Adolf Loos habe "Ornament ist ein Verbrechen" ausgerufen. Thema seines Vortrages aber war "Ornament und Verbrechen".

Wenn in Wien oder anderswo von Oswald Wiener gesprochen wird, kommt meistens seine Verbesserung zur Sprache. Denkfleißige nehmen sich die Mühe, "die verbesserung von mitteleuropa" (manchmal auch "die verbesserung mitteleuropas") herzusagen. In der Tat, es fällt schwer, den Originaltitel die verbesserung von mitteleuropa, roman über die Lippen zu befördern.

Daß Wiener einen literarischen Gattungsbegriff Bestandteil seines Buchtitels machte, kann nicht als ein bloß schrulliger Einfall abgetan werden. (Zirka zwei Jahre später erschien Louis Aragons Henri Matisse, Roman.)

Durch seine "Doderer-Zertrümmerung" versuchte Wiener wohl auch klarzulegen, daß Musils Ulrich und Agathe in Pension gegangen waren Š Lang lang ist's her - und das Ende dieses Märchens lautet: "Da sie längst verstorben sind, leben sie noch heute."
Die Reißbrettathleten sind müde geworden, aber nimmermüde wird versucht, mit wortschwangeren Drehbüchern einen papierenen Beziehungskistenfilm zu produzieren. In der Konkurrenzwildnis spekuliert der Lockruf "Bestseller" auf Echo. Sein Stiefbruder ist das "Kultbuch", ein Fetisch, den man nicht in jedem Fall studiert haben muß. (Es reicht, wenn man die Erstausgabe besitzt und zu Oswald ungeniert "Ossi" sagt.)
Die Krise der Beschreibungsliteratur scheint überwunden zu sein.

Wiener, von mir einmal um einen Beitrag für die Zeitschrift Die Schastrommel gebeten, antwortete stirnrunzelnd: "Sag in Zukunft Ökonom zu mir." Ein solcher aber war er schon in der Vergangenheit, da er mit einem Schreibgerät ein Schreibgerät genauestens zu beschreiben versuchte.

Vor der Schreibkrise war die Denkkrise. Heute entledigt man sich dieser durch einen munteren Lauf eines Bächleins im Stausee - durch Strömungen.

Oswald Wieners die verbesserung von mitteleuropa, roman kann als eine schonungslose Massage überkommener Botschaften aufgefaßt werden. Durch seine hermetische Ästhetik ist dieses Buch wohl in der Nähe Webernscher Kompositionen angesiedelt.

Man hat es heute mit dem Erlebnis zu tun, daß Vicki Baum, vom ewig Weiblichen hinangezogen, mit einem batmanbeflügelten Goethe zusammenstößt - und beide rufen aus: "Uns trennen nicht mehr Welten!" Bei Wiener stehen O. Spanns Der wahre Staat und M. Spillanes My gun is quick nebeneinander im Verzeichnis der Schönen Dünste.
Es ist wichtig, weiter und weiter zu schreiben, denn "Die Erben des Medicus" müssen verarztet werden.

fisherman
31.12.2002, 13:11
Ich bin beeindruckt von Eurer Belesenheit !

Was aber zu wünschen übrig läßt, sind die Schlüsse, die Ihr daraus zieht.

INPUTS
31.12.2002, 13:29
Original erstellt von german
Jo, klar kenne ich das.:)

Ein schönes Zitat daraus:

"in vino veritas" - das entschuldigt den Wein, das entschuldigt die Wahrheit.

german

Sein Sohn Adam ist ein "Freund" von mir. Die waren vor 3 Jahren auf Besuch bei Don van Vliet, in der Mojave-Wüste. Der gute Capt. Beefheart ist ja inzwischen komplett abgedriftet.

Wiener lebt schon seit einigen Jahren in Alaska. Adam sagt, die Mosquitos dort seien schlimmer als bei uns in Tocantins. Habe vor, nächstes Jahr mal hinzuschauen nach Fairbanks. Der alte Wiener stirbt dort angeblich vor Langeweile.
Pleite ist er auch noch dazu. Hofft vergebens auf eine österreichische Staatsrente.

fisherman
31.12.2002, 13:41
german, Du machst es Dir glaub ich etwas zu einfach. Auf der einen Seite beschäftigst Du Dich mit philosophischen Werken, auf der anderen Seite verweigerst Du die Projektion in die Gegenwart mit dem Hinweis: "Es kommt eh, wie es kommt"

Wo bleibt die Transferleistung ?

fisherman
31.12.2002, 17:03
:) :) :)

na dann, einen guten Rutsch !


(fisherman)

fisherman
03.01.2003, 22:51
Die Politiker leider unter krankhafter Selbstüberschätzung. Sie reiben sich auf bei dem Versuch, alles und jedes zu regeln. Auch finanziell haben sie dazu gar nicht die Möglichkeit.

Zum Thema Aufschwung: Sicherlich wäre ein solcher wünschenswert, aber: Was würde passieren? Wir hätten statt 4 Mio. Arbeitslosen nur noch 3,5, alle würde zufrieden die Hände in den Schoß legen, weil das geradeso zu finanzieren wäre.
Daran zeigt sich: Unsere wirtschaftlichen Probleme sind nicht konjunktureller, sonder struktueller Natur. Übrigens keine neue Erkenntnis. Nur wer packt die struktuellen Probleme an ?

fisherman
05.01.2003, 12:58
Ergänzung: Viele werfen der Bundesregierung Konzeptionslosigkeit vor. Sie betreibe Flickschusterei, erhöhe planlos Steuern, habe aber kein Konzept in der Schublade.

Mein Kommentar dazu: Die Kritiker haben recht !

Aber: Die Kritiker unterliegen einem fundamentalen Irrtum. Sie setzen nämlich voraus, dass es Lösungen für alle Probleme überhaupt gibt. Sie verkennen, dass die Probleme schlichtweg unlösbar sind. Allenfalls kann man ein Problem verringern, indem man ein anderes vergrößert.

Ein Beispiel: Man könnte die Kosten der Arbeitslosigkeit verringern, indem man die Arbeitslosen nicht mehr rentenversichert. Das hätte aber zur Folge, dass die Rentenkasse ihren größten Beitragszahler verlöre, nämlich die Bundesanstalt für Arbeit.

Fazit: Kein Vorwurf an die Politik für ihre Konzeptlosigkeit. Denn es kann keine tragfähigen Konzepte geben, sie kämen einer Quadratur des Kreises gleich !

RIVA
07.01.2003, 11:24
Das Abendland geht erst 2006 unter. Am genauen Datum wird noch gekristallkugelt...

PICOTTO
07.01.2003, 11:46
dann kann die party ja noch ein wenig weitergehen....... :hihi

fisherman
07.01.2003, 11:55
Riva, woher nimmst Du Deinen Optimismus, dass es noch so lange dauert ?

Ich halte das Jahr 2003 für einen heissen Tipp :lach

PICOTTO
07.01.2003, 12:13
fisherman,

das kommt immer darauf an, wie man den untergang definiert.

Das müßtest du - als themengeber- erstmal vorgeben..... :p

niemandweiss
07.01.2003, 12:25
hört mal auf mit Untergang :p

http://www.fishermansfriend.tv/fisherok.htm

fisherman
07.01.2003, 12:29
Hi Piccollo :)

Der Untergang ist dann vollzogen, wenn Du morgens - anstatt zu daytraden - beim Bauern Kartoffeln klauen gehst. :lach :lach :lach

PICOTTO
07.01.2003, 12:31
dann neige ich doch eher zu RIVAS zeitfenster.......2003 wäre dafür wohl verfrüht :D

RIVA
07.01.2003, 12:54
Original erstellt von fisherman
Hi Piccollo :)

Der Untergang ist dann vollzogen, wenn Du morgens - anstatt zu daytraden - beim Bauern Kartoffeln klauen gehst. :lach :lach :lach

Bei mir wird nicht geklaut... :gomad

PICOTTO
09.01.2003, 14:10
:xyz

fisherman
09.01.2003, 22:18
Der Staat steht vor dem finanziellen Kollaps !

Schon jetzt hat er keinerlei finanziellen Spielraum. Die großen Posten ( Kosten der Arbeitslosigkeit, Zuschuß in die Rentenkasse, Zinsen und Tilgung sowie Personalkosten ) zehren fast die gesamten Steuereinnahmen auf. Schon zur Bewältigung der festen Kosten bedarf es der Neuverschuldung, die das Problem immer weiter vergrößert.

Und wenn dann noch etwas Unvorhersehbares hinzukommt (Bsp. Flut) geht gar nichts mehr.

Was soll in dieser Situation das Gerede von der Steuerreform, von einer Entlastung der Bürger ???

Jeder, der sich nur ein bißchen mit der Materie befasst, weiß, dass genau das Gegenteil kommen wird.

Aber damit nicht genug: Man darf gespannt sein, in welchem Bereich der Staat zuerst seine Zahlungen einstellt. Sind es die Beamtengehälter? Oder die Schuldentigung? Oder vielleicht das Arbeitslosengeld?

Nur eines steht fest: Der deutsche Karren fährt mit voller Kraft auf die Wand zu !

RIVA
10.01.2003, 10:26
Ganz schön begriffstutzig das Abendland... :( ... geht einfach nicht unter... :ne :ne :ne

fisherman
10.01.2003, 10:34
ist ja noch ein bisschen Zeit bis 2006, gell RIVA ? :lach

RIVA
10.01.2003, 10:36
Ups - stimmt. Hatte ich vergessen. Manchmal fühlt man sich eben doch deutlich älter... :lach :lach :lach

PICOTTO
10.01.2003, 11:05
fisherman,

wenn ich beim kartoffelklauen einen deiner vielen goldbarren finde, überleg ich's mir vielleicht doch noch mal..... :D

LISA
10.01.2003, 11:15
PIC,

das mußt Du dann aber bis zum Einbruch des Winters erledigt haben... :hihi

fisherman
10.01.2003, 13:39
Picotto,

mal sehen, was später besser als Tauschmittel geeignet ist, Dein bunt bedrucktes Papier oder mein Gold :p

Ich kann es Dir sagen: Wenn Du mit einem Waschkorb voll Geld zum Bäcker gehst, dann gibt man Dir vielleicht noch etwas für den Waschkorb, aber nichts für Dein Geld.. :lach :lach

fisherman
12.01.2003, 00:54
:laugh:

PICOTTO
12.01.2003, 21:07
so schlimm wird's nicht werden......ein bissel optimismus kann erstens nicht schaden und zweitens hilft er, auch mal ein paar schlechte jahre zu überstehen..... :rolleyes:

2003
12.01.2003, 23:03
der "Bäcker" heißt Hans Eichel ;)
und der gibt dir wirklich nur ein Brötchen für dein Gold :D:D

2003 carpe diem

p.s. wer den ganzen Tag gräbt, verpaßt das Leben :D

fisherman
13.01.2003, 10:37
Picotto,

Du unterliegst einem entscheidenen Irrtum:

Du glaubst, wir befinden uns derzeit in den mageren Jahren, und die fetten Jahre stehen bevor...

Tatsächlich befinden wir uns aber derzeit in den fetten Jahren..... :lach :lach :lach

Trevenion
13.01.2003, 11:07
@all - wir sind tasächlich erst am Anfang des Niedergangs!


Dazu ein Auszug aus meiner Denkschrift an alle Bullen, die fern jeder Realität in Träumen schwelgen, an furioses Wirtschaftswachstum, endlos steigende Aktien oder andere Weihnachtsmänner glauben.



Schlussakkord



Irgendwann einmal werde ich ein Buch über die verlorenen Jahre schreiben. Die Einleitung zu diesem Buche werden die folgenden Worte sein – und zwar ganz genau so, wie sie hier stehen.



Deutscher Aktienindex ... bis zur letzten Patrone



Alle Tage und Wochen , die es nach der Zeitrechnung der Menschen zwischen dem März des einen Jahres und dem Juni des anderen Jahres gibt, werden immer ihre Geschichte haben. Aber die sechstausend Tage und Nächte der Jahre 2000 bis 2016, in dieser Zeitspanne, werden noch lange mit dem Schicksalswort „Jahrtausendbaisse“ belastet und erschüttert sein.

Es ist schon viel über diese Baisse gesagt, geschrieben und geweint worden, und ich denke mir, wer sich an die Aufgabe heranmacht, über den toten Dax zu schreiben, der muss gerecht das Wort neben das Wort und die Wahrheit neben die Wahrheit stellen. Wort und Wahrheit werden immer bitter sein.

Als die Geschichte der dreißig Unternehmen, die nicht wieder kamen, dem Minister für „Volksaufklärung und Propaganda“ überreicht wurde, war er entsetzt über den Inhalt und seine Entgegnung: „ Untragbar für das deutsche Volk“ wohl zu verstehen.

Ein Dutzend Jahre liegen seit dem hinter uns. Die Wunden, die die Baisse den Körpern und den Herzen schlug, haben sich geschlossen, die große Wanderschaft von Nord nach Süd und von Ost nach West ist langsam am Abklingen., die Häuser haben wieder Dächer und die Seelen ihren Frieden. Die Geschichte des Dax ist tragbar geworden.

Wer die Zeilen dieses Buches liest, mag sich erschüttert abwenden, sich segnen, dass er nicht dabei war, oder die verfluchen, deren Lebensschale nach seiner Ansicht schwer von Schuld ist. Die Worte sollen so verstanden werden, wie sie gemeint sind. Es mag ein jeder davon vergessen oder sich merken, was er will, oder darüber denken, wie er es für richtig hält. Wenn jemand ein Fanal des Hasses errichten sollte, so möge er bedenken, dass alle Schuld ihren Ursprung in der Unzulänglichkeit menschlichen Geistes hat, und wenn es ein Denkmal in der einfachsten und schlichtesten Form der Liebe sein soll, dann ohne es zu vergolden.



("Stalingrad", Heinz Schröter, Leutnant d. Kriegsberichtstaffel d. AOK 6 - einige Worte wurden von mir herausgenommen und durch andere ersetzt)


Gruß Trevenion

RIVA
13.01.2003, 11:36
Das ist doch - mit Verlaub - pathetischer Quatsch und inhaltlich völliger Unfug.

Und eine Börsenbaisse mit einer menschenverachtenden und todbringenden Kesselschlacht zu vergleichen - das ist im besten Fall der begrenzten Einsicht des Autors in moralische und ethische Kategorien sowie die Geschichte geschuldet. Im besten Fall.

Trevenion
13.01.2003, 11:52
@ RIVA, wenn ich die Originalquelle nicht mit angegeben hätte , dann hättest Du nie im Leben aus meinen Zeilen auf die russische Stadt schließen können. Die Quelle muß ich nicht mit angeben, denn die meisten Sätze sind von mir.

Ausserdem bringt die aktuelle Baisse viel mehr Leid, über viel mehr Menschen, als der damalige Kampf.

RIVA
13.01.2003, 12:17
Unfug wird durch das Hinzufügen neuen Unfugs nicht plötzlich sinnvoll... :rolleyes:

Trevenion
13.01.2003, 12:25
Recht hast Du. Aber der Thread heißt nun mal Der Untergang des Abendlandes.

RIVA
13.01.2003, 12:45
Stimmt auffällig. Insofern ist der Unfug innerhalb dieses Threads sozusagen institutionalisiert. :lach

fisherman
13.01.2003, 16:21
Original erstellt von RIVA
Das Abendland geht erst 2006 unter. Am genauen Datum wird noch gekristallkugelt...


....soviel zum Thema institutionalsisierter Unfug... :gomad :gomad :gomad

RIVA
13.01.2003, 17:00
Irrtum. Das ist ein Insider-Witz ... wenn ich mal Zeit hab' such' ich Dir den Artikel dazu nochmal raus...

fisherman
13.01.2003, 17:13
mach mal !