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germanasti
18.03.2003, 09:34
09:13 Uhr
Lungenentzündung breitet sich immer schneller aus
Los Angeles (dpa) - Die mysteriöse Lungenentzündung SARS breitet sich immer schneller aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt die bisher nicht behandelbare Krankheit als weltweite Bedrohung ein. Die WHO spricht von 167 Krankheits- und vier Todesfällen weltweit. In Deutschland gibt es drei weitere Verdachtsfälle. Zur Zeit sind ein Arzt aus Singapur und seine Schwiegermutter mit dem Schweren Akuten Atemwegsyndrom infiziert. Sie werden in Frankfurt behandelt. Auch in den USA gibt es nach Medienberichten nunmehr vier Verdachtsfälle.
germanasti
18.03.2003, 09:35
Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts
17.03.2003
Schwere Akute Atemwegserkrankungen unbekannter Ursache:
Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zum Infektionsschutz
Eine ansteckende Atemwegserkrankung unbekannter Ursache (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom = SARS) ist in Hongkong, Singapur, China, Vietnam und Taiwan aufgetreten. Mindestens vier Menschen sind bis zum 15. März 2003 an der Erkrankung verstorben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine internationale Warnung herausgegeben und dazu aufgefordert weltweit Verdachtsfälle dieser Erkrankung zu erfassen. Das Robert Koch-Institut hat den zuständigen Behörden der Bundesländer Empfehlungen und Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, die ein frühzeitiges Erkennen entsprechender Verdachtsfälle ermöglichen und eine eventuelle Weiterverbreitung der Erkrankung verhindern sollen. Auch Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts untersuchen Blutproben und Rachenabstriche der in Frankfurt behandelten Patienten aus Singapur.
Ein weiterer Verdachtsfall ist am 17.03.2003 bekannt geworden, er betrifft eine Patientin, die sich in den ersten zwei Märzwochen in der betroffenen Region in Fernost aufgehalten hat, dann nach Deutschland zurückgeflogen ist und in der Isolierstation in Leipzig behandelt wird. Die Patientin leidet an Fieber, Husten und Muskelschmerzen. Im Gegensatz zu einem in Frankfurt behandelten Arzt aus Singapur (s. u.) hat diese Patientin die Symptome erst einen Tag nach Landung in Deutschland entwickelt, so dass das Risiko für Mitpassagiere als äußerst gering eingeschätzt wird. Dennoch sollten Passagiere der betroffenen Flüge aufmerksam auf Symptome (hohes Fieber, Muskel-, Halsschmerzen, hohes Fieber und Kurzatmigkeit) achten und sich gegebenenfalls mit ihrem Arzt oder Gesundheitsamt in Verbindung setzen. Das Robert Koch-Institut steht in engem Kontakt mit der zuständigen Landesbehörde. Die betroffenen Flüge sind:
Saigon -Singapore: SQ 173 14.3 / Singapore-FRA: SQ 026 14.-15.3 / FRA-DREsden: LH044 15.3.
Seit zwei Wochen sind ähnliche Erkrankungen vor allem bei Krankenhauspersonal in Hongkong und Vietnam aufgetreten, bislang konnte noch keine Ursache dieser Erkrankungen gefunden werden. Am Samstag Mittag den 15.3.2003 war in Frankfurt ein Flugzeug aus New York auf dem Weg nach Singapur zwischengelandet in dem sich ein Passagier befand, der möglicherweise an oben genanntem SARS erkrankt ist. Der erkrankte Passagier ist Arzt und soll Anfang März in Singapur einen Patienten aus Hongkong mit der entsprechenden Krankheit behandelt haben. Der Patient wird nun auf der Isolierstation der Universitätsklinik Frankfurt behandelt. Aufgrund der bisherigen Laboruntersuchungen konnte keine Influenza- Infektion festgestellt werden. Weitere Laborergebnisse werden nicht vor Ende der Woche erwartet.
Um eine mögliche Weiterverbreitung zu verhindern bzw. frühzeitig zu erkennen sind die in Deutschland lebenden Passagiere vom zuständigen Gesundheitsamt in Frankfurt angewiesen worden, keine öffentlichen Verkehrsmittel zu verwenden und vorläufig ihre Wohnung nicht zu verlassen, bei Auftreten von Atemwegserkrankungen oder Fieber sollen sie das örtliche Gesundheitsamt zu verständigen. Die Passagiere mit anderen ausländischen Zielorten sind nach Rücksprache mit den Behörden der Zielländer inzwischen weitergeflogen.
Die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts im Einzelnen:
Ärzte und Krankenhäuser sind aufgerufen, Verdachtsfälle von SARS umgehend den örtlichen Gesundheitsämtern zu melden, welche ggf. über die Notrufzentralen jederzeit erreichbar sind.
Den Gesundheitsämtern wurden spezielle Erhebungsinstrumente zur Verfügung gestellt, mit denen Verdachtsfälle unverzüglich und systematisch an die Landesstellen und an das RKI übermittelt werden können.
Luftfahrzeugführer sollen gemäß der WHO-Warnung möglichst frühzeitig vor Ankunft die örtlichen Gesundheitsbehörden des Zielortes verständigen, wenn sich an Bord Personen befinden die der unten stehenden internationalen Falldefinition für SARS entsprechen.
Für Passagiere und andere Personen, die engen Kontakt zu der an SARS erkrankten Person hatten, wurden Maßnahmen zum Infektionsschutz empfohlen, die der jeweiligen Infektionsgefahr und dem aktuellen Kenntnisstand angepasst werden.
Die Personen, bei denen Verdacht auf SARS besteht, sollen bei Ankunft am Flughafen medizinisch untersucht und ggf. einer spezialisierten Behandlung und Isolation zugeführt werden, wenn dies erforderlich ist.
Den Krankenhäusern und dem medizinischen Personal, die SARS Patienten betreuen, wurden die notwendigen hygienischen Maßnahmen zum Infektionsschutz und zur Desinfektion empfohlen.
Informationsschriften für Passagiere werden den Flughäfen und Gesundheitsämtern in Kürze zur Verfügung gestellt.
Empfehlungen zur Vorgehensweise für die Flugärztlichen Dienste werden ebenfalls in Kürze zur Verfügung gestellt.
Das Robert Koch Institut hat unter 01888-754-3536 eine Telefonhotline eingerichtet (9.00 bis 17.00 Uhr) und bietet unter www.rki.de
http://www.rki.de/AKTUELL/PRARCHIV/ARCHIVPR.HTM?/PRESSE/PD/PD2003/PD03_11.HTM&1
germanasti
18.03.2003, 09:36
Falldefinition „akutes respiratorisches Syndrom unklarer Ursache“
Stand 15. März 2003, 16:15 Uhr
Die Falldefinition ist erfüllt, wenn folgende Eigenschaften erfüllt sind:
Ein plötzlicher Beginn
UND Fieber >38,5
UND Muskelschmerzen
UND mindestens ein(e) respiratorische(s) Symptom/Diagnose (Halsschmerzen oder
Husten oder Kurzatmigkeit oder Lungenentzündung oder Schocklunge)
UND Aufenthalt in China oder Hongkong oder Hanoi oder Singapur oder Taiwan innerhalb
von 2 Wochen vor Symptombeginn
ODER Kontakt mit einer Person mit Lungenentzündung oder Schocklunge, die sich in
den letzten 2 Wochen vor Symptombeginn in China oder Hongkong oder Hanoi oder
Singapur oder Taiwan
aufgehalten hatte.
http://www.rki.de/INFEKT/INFEKT.HTM?/INFEKT/ARSUU.HTM&1
Ich will ja nicht widersprechen, aber nur mal so nebenbei : Die Schwiegermutter des Arztes ist wieder gesund ( ob er das jetzt gut oder schlecht für den Arzt ist, ist hier nicht von Belang), und die gesamte Besatzung des Flugzeuges ist auch nicht angesteckt worden. Also kann's ja wohl nicht sooo gefährlich sein. Aber Paranoia ist ja Trumpf.
SEUCHENALARM IN FRANKFURT
Verdacht auf mysteriöse Lungenentzündung bestätigt
Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt: Zwei Patienten, die derzeit auf der Isolierstation der Frankfurter Uniklinik behandelt werden, sind tatsächlich an der gefährlichen Lungenentzündung erkrankt, die derzeit in Asien grassiert
Spiegel online
der komplette Beitrag Hier:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,240759,00.html
:eek:
germanasti
18.03.2003, 22:49
22:27 Uhr
Verdacht auf SARS-Fall nahe Hamburg
Kiel (dpa) - In Deutschland gibt es nach einem NDR-Bericht einen weiteren Verdachtsfall auf eine Erkrankung an der mysteriösen asiatischen Lungenentzündung. Ein aus Glinde stammender Mann wurde in das Tropeninstitut in Hamburg gebracht. Er war in der selben Maschine wie der erkrankte Arzt von Singapur nach Frankfurt geflogen. Der Fluggast sei zunächst ohne Kranheitssymptome nach Hause gereist, so der NDR. Am Abend sei jedoch das Gesundheitsamt eingeschaltet worden. Bisher haben sich in Deutschland drei Verdachtsfälle bestätigt.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,240871,00.html
Ärzte finden das Virus
Ärzte in Hongkong haben offenbar das Virus identifiziert, das hinter den mysteriösen Lungenentzündungen steckt. Unterdessen haben sich weitere Menschen mit der hoch ansteckenden Krankheit infiziert.
Hongkong - Der Erreger des Schweren Akuten Atemwegssyndroms SARS gehört zur Familie der Paramyxoviren. Dies berichtete am Mittwoch die Zeitung "Hongkong Standard" unter Berufung auf das Prince of Wales Hospital und die Chinesische Universität von Hongkong.
Zur Gruppe der Paramyxoviren gehören unter anderem die Erreger von Masern, Mumps und Hundestaupe. Ärzten ist bekannt, dass diese Viren Lungenkrankheiten verursachen können. Professor John Tam von der mikrobiologischen Abteilung der Chinesischen Universität sagte dem Blatt, die Entdeckung durch elektronenmikroskopische Untersuchungen sei zusätzlich molekulartechnisch bestätigt worden.
Spiegel online
wusste garnicht, daß die Hundestaupe mit Masern und Mumps zusammenhängt....
na dann hoff mer mal, daß diese Krankheit schnellstmöglichste in Griff bekommen wird!
EMMA
SPIEGEL ONLINE - 19. März 2003, 13:08
URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,240840,00.html
Interview zu neuer Lungenentzündung
"Eine Epidemie ist wenig wahrscheinlich"
Die Lungenentzündung, an der bereits mehrere Menschen gestorben sind, wird vermutlich von so genannten Paramyxoviren ausgelöst. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt der Schweizer Virologe Christian Griot, warum er den Verdacht einer Terrorattacke und die Angst vor einer Epidemie für unbegründet hält.
SPIEGEL ONLINE: Herr Griot, bislang war unklar, wodurch die rätselhafte asiatische Lungenentzündung hervorgerufen wird, an der auch mehrere Menschen in Deutschland erkrankt sind. Jetzt wollen Mikrobiologen in Hongkong nachgewiesen haben, dass der Erreger zur Familie der so genannten Paramyxoviren gehört. Was für Viren sind das?
Griot: Diese Viren haben eine erstaunliche Eigenschaft: Sie entstehen immer wieder neu. Auf diese Weise sind sie in letzter Zeit des öfteren aufgetaucht, wenn auch jedes Mal in neuem Gewand. Hundestaupe und Rinderpest sind für Laien vielleicht die bekanntesten Krankheiten, die Paramyxoviren verursachen.
SPIEGEL ONLINE: Also handelt es sich um Erreger, die normalerweise Tiere als Wirt benutzen?
Griot: Es gibt eine ganze Reihe von Viren innerhalb dieser Familie, die uns aus dem Tierreich bekannt sind. Das Hendravirus befiel zum Beispiel 1994 in Australien erst Pferde und dann Menschen. Das Nipahvirus kennen wir seit 1999 aus Malaysia, wo es erst beim Schwein auftrat und danach ebenfalls beim Menschen. Die Viren vollzogen in all diesen Fällen einen Wirtswechsel vom Tier zum Menschen.
SPIEGEL ONLINE: Angesichts der weltpolitischen Lage haben einige Journalisten die Frage aufgeworfen, ob es sich bei der hoch ansteckenden Krankheit um eine gezielte Attacke handeln kann...
Griot: ...was seit der Rede von US-Präsident George W. Bush und der sich abzeichnenden Entwicklung durchaus gerechtfertigt ist. Aber auch wenn die bewusste Veränderung von Virenstämmen theoretisch möglich wäre: Einen solchen Verdacht habe ich nicht.
SPIEGEL ONLINE: Warum sind Sie da so sicher?
Griot: Die Erreger, die jetzt im Mittelpunkt stehen, sind im Vergleich zu Pocken- oder Influenzaviren nicht so einfach übertragbar und damit für biologische Terrorattacken uninteressant. Man sieht es ja an den betroffenen Patienten: Obwohl im Flugzeug infizierte Personen waren, erkrankten nicht gleich alle anderen in der Maschine.
SPIEGEL ONLINE: Eine Epidemie ist demnach nicht zu befürchten?
Griot: Das halte ich für wenig wahrscheinlich. Die ersten Fälle traten ja bereits im November vergangenen Jahres auf und waren den Gesundheitsbehörden bekannt. Dass viele Medien jetzt verstärkt darüber berichten, hat mit der eigentlichen Verbreitung der Erreger wenig zu tun. Für uns Virologen kommen diese Fälle jedenfalls nicht überraschend.
SPIEGEL ONLINE: Wenn ein terroristischer Hintergrund ausgeschlossen werden kann, bleibt für die Mediziner immer noch die Frage, welchen Ursprung die deutschen Krankheitsfälle haben.
Griot: Das herauszufinden, wird die schwere Aufgabe der Epidemiologen sein. Gewisse Fragen kommen doch auf: Haben die Asien-Reisenden Tiermärkte besucht, hatten sie Kontakt zu besonderen Arten? Wenn sich der Erreger, wie in Malaysia vor vier Jahren, beim Schwein eingenistet hat, dann sprechen wir von einer Zoonose. Menschen, die zum Beispiel in Schlachthöfen im engen Kontakt zu den Tieren stehen, infizieren sich.
SPIEGEL ONLINE: Können jetzt Erkrankte auf einen Impfstoff hoffen?
Griot: Nein. Auf die Entwicklung von Vakzinen bei den bekannten Hendra- und Nipahviren, die zur gleichen Familie der Paramyxoviren gehören, hat man seinerzeit verzichtet. Es gab dazu einfach zu wenig Fälle.
SPIEGEL ONLINE: Andere Medikamente gegen den Erreger...
Griot: ...gibt es nicht. Ärzte können zwar mit Antivirostatika versuchen, die Vermehrung der Viren im Körper der Erkrankten etwas zu bremsen. Richtig helfen tut das aber nicht.
Das Interview führte Vlad Georgescu.
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Der Virologe Christian Griot leitet seit 1994 das renommierte Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe in Mittelhäusern bei Bern. Er ist Experte für so genannte "emerging diseases", neu aufkommende oder wieder auftretende Infektionskrankheiten, die oft von Tieren auf den Menschen überspringen.
germanasti
19.03.2003, 19:47
Aus der FTD vom 20.3.2003 www.ftd.de/wissen (http://www.ftd.de/wissen)
Virenjäger auf sehr heißer Spur
Von Verena von Keitz
Tagelang suchten Forscher rund um die Welt fieberhaft nach dem Erreger der mysteriösen Lungenentzündung, der seit dem Wochenende die Öffentlichkeit verunsichert. Noch am Dienstagabend, kurz bevor das Virus identifiziert war, blieben die deutschen Experten vorsichtig.
http://www.ftd.de/pw/de/1047819382272.html?nv=cd-divnews
:rolleyes:
germanasti
24.03.2003, 09:06
HONGKONG
Hochburg des Killervirus - Schon 242 Infizierte
Von Andreas Lorenz, Hongkong
Hongkong gerät immer stärker in den Griff einer seltsamen tödlichen Krankheit - der Atypischen Lungenentzündung (SARS). Die Zahl der Infizierten steigt täglich an. Fast zwei Drittel der weltweit bekannten SARS-Patienten liegt in Krankenhäusern der 6,7 Millionen Einwohner zählenden Stadt.
Hongkong - Weltweit sind - soweit bekannt - 386 Personen erkrankt, elf davon gestorben. Allein in der früheren britischen Kronkolonie kamen bislang acht Menschen ums Leben. Nur sieben Patienten konnten seit dem Ausbruch als geheilt entlassen werden. Am Montag wurde auch der Chef der Hongkonger Krankenhausbehörde mit Symptomen der hoch ansteckenden asiatischen Lungenentzündung in ein Krankenhaus gebracht. Nach Behördenangaben wird vermutet, dass Anthony Ho auch an dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) erkrankt ist.
In Hongkong wurden fünf Schulen zeitweise geschlossen, weil sich Schüler angesteckt hatten. "Lungenentzündung-Virus besetzt Büro", meldete am Wochenende zudem das Boulevardblatt "Apple Daily", nachdem drei Büroangestellte mit Anzeichen der Krankheit in eine Klinik eingeliefert wurden.
Hongkongs Regierung fürchtet, die Tourismusindustrie könne einbrechen. Sie macht 6,1 Prozent des Bruttosozialprodukts aus. Tatsächlich sagten aus Angst vor Ansteckung Sportler, Manager und Künstler bereits Termine ab. Einige Hotels berichten, bis zu 80 Prozent der Buchungen seien aufgeschoben worden.
Die meisten Erkrankten liegen im Prince of Wales-Krankenhaus im Stadtteil Shatin. Dort waren die ersten Fälle aufgetreten. Das Hospital nimmt seit Anfang voriger Woche keine anderen Patienten mehr auf: Zum einen wollen die Behörden die Verbreitung des Virus verhindern, zum anderen ist die Intensivstation voll ausgelastet.
Die Behörden haben inzwischen den Ausbruch der Krankheit in Hongkong rekonstruiert. Ein 64-jähriger Mediziner aus der südchinesischen Provinz Guangdong brachte offenbar das Killervirus mit. Er war per Bus in die Sieben-Millionen-Einwohner- Metropole gekommen, um an einer Hochzeit in seiner Familie teilzunehmen.
Schon schwer angeschlagen, buchte er sich im neunten Stock des Hotels Metropol im Stadtteil Mongkok ein. In dem schmalen Flur und im kleinen Vorraum vor den Fahrstühlen muss er heftig geniest und gehustet haben. Denn er steckte mindestens sechs Personen an.
Hongkongs Medien verbreiten mittlerweile Ratschläge, wie sich die Bürger schützen können: Wer Schnupfen hat, so die Quintessenz, soll einen Mundschutz tragen, damit er nicht andere ansteckt und bei hohem Fieber zum Arzt gehen.
Rund 100 Infizierte sind Ärzte und Schwestern des Prince of Wales-Krankenhauses. Denn das Pflegepersonal schützte sich nicht rechtzeitig mit Masken, da es - wie sollte es auch - die Gefahr nicht rechtzeitig erkannt hatte. Außerdem setzten die Mediziner zunächst einen Spray ein, der die Atemnot der Patienten beheben sollte. Ein fataler Fehler: Da das Virus über Tröpfchen übertragen wird, konnte er sich blitzschnell auf der Station verbreiten.
Wie die Detektive der Hongkonger Polizei auf der Jagd nach Triaden, versuchen Beamte des Gesundheitsdienstes derzeit den Spuren von Kindern zu folgen, die mit den Angestellten des Prince of Wales-Krankenhauses oder deren Verwandten Kontakt hatten. Sie befragen Klassenkameraden und Lehrer. Wer von den Schülern Anzeichen einer Erkältung zeigt, wird sofort untersucht.
In den letzten Tagen tauchten allerdings immer wieder Patienten auf, die weder mit dem Arzt aus der Volksrepublik noch mit dem Pflegepersonal Kontakt hatten. Wo die sich angesteckt haben könnten, ist unklar. "Das Virus", folgerte Hongkongs Gesundheitsminister, der Arzt Yeoh Eng-Kiong, "hat sich in der Gemeinschaft ausgebreitet."
Das Virus sei neu und sehr "trickreich", sagt Professor Malik Peiris, Chefvirologe der Universität Hongkong. In den Labors des Pathologischen Instituts im Queen Mary-Hospital gelang es ihm jetzt, einen sogenannten "diagnostischen Test" zu entwickeln, um die Krankheit schneller entlarven zu können.
Nicht klar ist, ob das Virus, wie ursprünglich angenommen, aus der Familie der Paramyxoviridae stammt. "Obwohl das Virus isoliert wurde, bleibt seine Identität unbekannt", heißt es bei der Uno-Gesundheitsorganisation WHO.
Auch die Herkunft des tückischen Krankheitserregers liegt nach wie vor völlig im Dunkeln. "Möglich ist, dass es von Tieren stammt", sagt Peiris, ein anerkannter Spezialist für Viren in Südchina.
Unklar ist die Lage in China. Dort erkrankten Anfang des Jahres 305 Menschen an atypischer Lungenentzündung. Sechs starben.
Die Zahlen allerdings sind höchst unzuverlässig, weil die chinesischen Behörden hartnäckig versuchen, die Lage zu verharmlosen. Der Ausbruch sei "unter Kontrolle", versichert gebetsmühlenhaft Pekings Gesundheitsminister Zhang Wenkang, der am Wochenende Hongkong besuchte.
Offen ist, woher er das weiß. Denn möglich ist, dass das Virus von Hongkong längst wieder auf die andere Seite übergesprungen ist. Hunderttausende überqueren jeden Tag die Grenze. Zudem funktioniert in der Volksrepublik das Meldesystem für gefährliche Krankheiten schlecht. Etliche Patienten werden nicht erfasst, weil sie sich Untersuchung und Behandlung nicht leisten können.
Außerdem geben Provinzen ihre Zahlen überhaupt nicht oder nur geschönt weiter, da sie Ärger mit der Pekinger Zentrale fürchten. Im Pekinger Militärkrankenhaus 302 sollen vorige Woche zwei Ärzte an der Atypischen Lungenentzündung gestorben sein.
Haben Pekings Behörden mit ihrer notorischen Verschleierungstaktik dazu beigetragen, dass sich das Virus in der Region verbreiten konnte? Geografisches `Mit dem Finger zeigen` helfe nicht weiter, erklärt Hongkongs Yeoh, denn dies sei für das Verständnis des Problems "nicht relevant". Yeoh: Ohnehin sei "die Welt ein kleines Dorf geworden."
Der aus Sri Lanka stammende Wissenschaftler Peiris gibt ihm Recht. Auch in anderen Weltregionen tauchten immer wieder todbringende Viren auf. "Ungewöhnliche Sachen können immer wieder unter ungewöhnlichen Umständen hochkommen", sagt er.
Hinter der Zurückhaltung der Hongkonger Politiker steckt die Angst, sie könnten die Nachbarn vergrätzen, wenn sie dem Schweigen der Pekinger mit zu viel Offenheit begegnen. Zu wichtig sind ihnen die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Perlfluss-Delta als dass sie es sich mit den mächtigen Funktionären verderben wollten.
Die Region ist immer wieder Brutstätte neuer Viren. So entstand hier der Vogelgrippe-Virus H5N1, dem 1997 fünf Menschen in Hongkong zum Opfer fielen. Gesundheitspolitiker Yeoh führt dies auf die engen Wohnverhältnisse, die vielen Menschen und ihre "große Nähe zu Tieren" zurück.
Hongkongs Einwohner reagierten auf die neue Seuche verunsichert, obwohl bislang nur wenige auf der Straße, in Geschäften, Büros und Restaurants Gesichtsmasken tragen. "Jeder ist betroffen, jeder hat Angst", sagt der Kinderarzt Keith Lau in seiner kleinen Praxis im Bezirk Aberdeen - und zieht einen Mundschutz aus seiner Schublade.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,241813,00.html
:(
germanasti
25.03.2003, 08:35
In HongKong werden seit heute morgen 500.000 Mundschutz gegen den brandgefährlichen Virus verteilt. :ek
Da scheint mehr dahinter zu stecken, als die Welt zugeben will!
germanasti
25.03.2003, 09:03
08:45 Uhr
Angst vor SARS in Hongkong
Hongkong (dpa) - In Hongkong geht die Angst um: Die lebensbedrohliche Lungenkrankheit SARS breitet sich immer mehr aus. Auf Bahnhöfen wurde mit der Verteilung von 500 000 Gesichtsmasken zum Schutz vor Ansteckung begonnen, berichteten die Behörden. Viele Menschen haben Angst, mit öffentlichen Transportmitteln zu fahren. Sechs Schulen wurden wegen SARS-Infektionen geschlossen. Von den weltweit 17 Todesfällen durch SARS sind allein 10 in der chinesischen Sonderregion zu beklagen. 260 Menschen sind hier infiziert.
germanasti
26.03.2003, 08:24
07:58 Uhr
Erster Todesfall durch SARS in Singapur
Singapur (dpa) - Die gefährliche Lungenkrankheit SARS grassiert weiter: Singapur meldet den ersten Todesfall. Das bestätigte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. In dem tropischen Stadtstaat gibt es bislang 69 bekannte Fälle des Schweren Akuten Atemwegsyndroms. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind bisher 17 Menschen weltweit an der Krankheit gestorben. In Hongkong sind mehr als 50 Schulen wegen der mysteriösen Lungenentzündung SARS geschlossen worden.
germanasti
27.03.2003, 08:39
06:06 Uhr
Rolling Stones sagen Konzerte wegen SARS ab
Hongkong (dpa) - Die Rolling Stones haben zwei Konzerte in Hongkong abgesagt. Grund: die mysteriöse Lungenseuche SARS. Ob die Band ihre für nächste Woche geplanten Konzerte in Schanghai und Peking auch absagen wird, ist noch offen. Inzwischen wurden auch erstmals SARS-Fälle aus Nordchina gemeldet. Das Zentrum der Epidemie liegt in der an Hongkong angrenzenden Südprovinz Guangdong. Aus Singapur wurde inzwischen ein zweiter Todesfall gemeldet.
germanasti
27.03.2003, 13:36
12:57 Uhr
Erster mittelschwerer SARS-Verdachtsfall in Köln
Köln (dpa) - In Köln ist ein erster Verdachtsfall auf eine SARS- Erkrankung aufgetreten. Ein Ehepaar sei bereits gestern in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte die Stadt Köln mit. Die Symptome des Schweren Akuten Atemwegs-Syndrom seien bei dem Mann aufgetreten. Seine Frau sei zur Beobachtung in der Klinik. Inzwischen wächst in Asien die Angst vor SARS. Hongkong erwägt wie Singapur eine Zwangsquarantäne für Familienangehörige von Patienten. Auch in Nordchina wurden erstmals Fälle von Lungenentzündungen gemeldet.
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Gestern nacht kam im Radio, man vermutet es könnte ein genetisch veränderter Grippevirus sein.
Schon ominös, dass diese Seuche fast punktgenau mit dem Irakkrieg aufgetreten ist. :rolleyes:
germanasti
27.03.2003, 16:20
27.03. 15:53
Forscher entlarven das Killervirus SARS
(©GodmodeTrader - http://www.godmode-trader.de)
Nun ist es also scheinbar entlarvt, das Killervirus, das seit geraumer Zeit nicht nur in Asien für Angst und Schrecken unter der Bevölkerung sorgt. Die mysteriöse Erkrankung, die mit Symptomen ähnlich einer Erkältung beginnt, hat weltweit bereits 22 Menschen getötet. Wie sich nun herausstellte, ist das Virus eine aggressive Form des zweithäufigsten Erkältungsvirus. Dies teilten die US Centers for Disease Control (CDC), die das Virus im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht haben, kürzlich in einer Veröffentlichung mit. Demnach gehört das SARS (severe acute respiratory syndrome) auslösende Virus zur Familie der Corona Viren, die die zweithäufigste Ursache für eine Erkältung darstellen. Auf Grund der einfachen Übertragung des Virus über Tröpfcheninfektion werden nun Bedenken laut, ob es gelingen wird, das Virus an seiner schnellen Ausbreitung effektiv zu hindern. Ein weiteres Problem besteht darin, dass es gegenwärtig keine Therapiemöglichkeit gegen jegliche Form der Erkältung gibt, was die Sache noch zusätzlich erschwert. Die WHO bezeichnete SARS erst kürzlich als eine neue Bedrohung für die Menschheit, sollte es nicht gelingen, die Ausbreitung des Virus schnellstens einzudämmen, wäre eine Epidemie die Folge.
Bisher haben Wissenschaftler keine Antwort darauf, wie sich dieses Virus, das normalerweise nur eine leichte Erkältung hervorruft, so dramatisch verändern konnte. Die Verantwortlichen der Gesundheitsorganisationen haben den Verdacht, dass das Virus im vergangenen Jahr in der chinesischen Provinz Guandong entstand, wo es für 305 Infektionen verantwortlich sein soll. Fünf der Infizierten überlebten die Erkrankung nicht. Irgendwie gelang es dem Virus seinen Weg nach Hong Kong zu finden, wo sich ein Urlauber mit dem Virus infizierte. Der Urlauber, ein Mediziner, übertrug das Virus an sieben andere Hotelgäste, welche dieses nach Singapore, Kanada und in die USA einschleusten. Außerhalb von China wurden nun bereits mehr als 450 SARS Fälle bekannt. Die Infizierten stammen aus Australien, Großbritannien, Kanada, Deutschland und den USA. Vor Reisen in die besonders gefährdeten asiatischen Ländern wurden bereits gewarnt.
Singapore hat bereits mehr als 700 potenziell infizierte Menschen in Quarantäne genommen und auch Vietnam ist mehr als gefährdet. Die Identifizierung des Virus soll nun dazu beitragen ein Nachweisverfahren zu entwickeln, die Experten sind allerdings der Meinung, dass dies noch eine Weile dauern dürfte, da die Auslösung der Erkrankung noch zu wenig verstanden ist. Die Symptome der Supererkältung sind Fieber, trockener Husten und Schüttelfrost. Nach dem Fortschreiten der Erkrankung kommt es zu Atemnot, die nur durch ein Atemgerät in den Griff zu bekommen ist. Unbehandelt führt die Infektion mit dem neuen Killervirus häufig zum Tod.
germanasti
28.03.2003, 15:13
28/03/2003 15:09
FOKUS 2-SARS-Verdacht in Hamburg - Kaum Sorgen bei Touristik~
(neu: Folgen für Tourismus, Lufthansa, Fall in Freiburg)
Hamburg/Düsseldorf, 28. Mär (Reuters) - Nach einem
Verdachtsfall in Köln ist nun auch in Hamburg eine Asienreisende
mit Verdacht auf die lebensgefährliche Lungenkrankheit SARS ins
Krankenhaus eingeliefert worden.
Eine 34-jährige Frau sei in die klinische Abteilung des
Berhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin gebracht worden,
teilte das Institut am Freitag mit. Die Frau habe nach der
Rückkehr von einer zweiwöchigen Rundreise durch Südostasien über
Fieber und Husten geklagt. Ihr Zustand sei aber gut, sie habe
kein Fieber. Dem in Köln behandelten Mann aus Taiwan geht es
aber schon deutlich besser, der Verdacht auf SARS wurde nach
Angaben des Krankenhauses nicht erhärtet. Auch im badischen
Freiburg wurde Entwarnung im Falle eines Kleinkindes gegeben.
Deutsche Touristikkonzerne zeigten sich unterdessen von
Warnungen der WHO kaum beunruhigt. Es gebe wegen SARS nur wenige
Stornierungen von Flugreisenden, hieß es in der Branche.
Allerdings notierten Aktien der Lufthansa [LHA.GER] und des
Touristikkonzerns TUI [PRS.GER] am Mittag um bis zu fünf Prozent
schwächer, was Händler auf die Furcht vor Stornierungen wegen
SARS zurückführten.
PATIENT IN KÖLN AUF DEM WEG DER BESSERUNG
Dem aus Taiwan stammenden Kölner Patienten geht es wieder
deutlich besser. "Klinisch ist der Verdacht (auf SARS) damit
fast ausgeräumt, wir müssen aber noch die bakteriologischen und
virologischen Untersuchungen abwarten", sagte eine Sprecherin
des Krankenhauses Weyertal. Am Montag könnten der 29-Jährige und
seine zur Beobachtung eingelieferte Ehefrau vermutlich entlassen
werden. Ebenfalls Entwarnung gab das baden-württembergische
Sozialministerium im Falle eines 18 Monate alten Kindes. Der
nach einem Aufenthalt in Hongkong entstandene Verdacht auf SARS
habe sich bislang nicht bestätigt.
Bei Touristikkonzernen löste SARS zunächst keine ernsten
Sorgen aus. Alle Reisen liefen planmäßig, hieß es bei
TUI [PRS.GER] und Thomas Cook [KAR.GER] . Weder die Zahl
stornierter Reisen noch Umbuchungen hätten mit Hinweis auf die
Krankheit zugenommen. Die auf Langstreckenflüge spezialisierte
Charterfluglinie LTU berichtete zwar von zahlreichen
Anfragen beunruhigter Reisender, es habe aber nur vereinzelt
Umbuchungen gegeben. Die Crews in den Flugzeugen seien
aufgefordert, bei Flügen aus Südostasien auf Symptome wie
auffälliges Husten zu achten, sagte der Sprecher von Thomas
Cook.
Vertreter der WHO in Genf hatten am Donnerstag zu
umfassender Vorsorge gemahnt und geraten, Reisende aus den
betroffenen Regionen auf Symptome oder Anzeichen für SARS hin zu
beobachten. Alle Reisende aus Hongkong, Singapur, Hanoi, Taiwan,
Toronto und aus der südchinesischen Provinz Guangdong sollten
vor der Ausreise nach Kontakten und möglichen eigenen Symptomen
befragt werden. Bei der Lufthansa werden Passagiere mit
verdächtigen Symptomen nach Angaben eines Sprechers bereits beim
Einchecken angesprochen. Bisher sei aber noch kein Fluggast
abgewiesen worden, sagte der Sprecher.
An dem Schweren Akuten Atemwegs-Syndrom (SARS) sind weltweit
bereits rund 1400 Menschen erkrankt und 50 gestorben. Als
Ursprungsort des Virus wird Südostchina vermutet.
mik/kps
Da es für Virusinfektionen effektiv kein "Antibiotikum" gibt (von Relenza, Zovirax und Interferon, einmal abgesehen), sollte man sich nach Alternativen umschauen, falls denn doch mal die Panik ausbrechen sollte. Falsch machen kann man damit nichts, und ein paar (vielleicht über Leben und Tod entscheidende) Punkte in Richtung Infektabwehr kann man damit sicher gut machen.
Guckt mal hier (http://hepatitis-c.de/ortho.htm)
germanasti
28.03.2003, 16:07
Kann man sich dagegen tatsächlich schützen?
Sollte es sich tatsächlich wie Grippe ausbreiten, kannste dich in der Wohnung einschliessen, sobald erste innerdeutsche Ansteckungen bekanntgegeben werden.
Ich glaub die Leute sind sich gar nicht bewusst, welche Gefahr wir momentan ausgesetzt sind. :(
& weiterhin wird von einer genetisch veränderten Grippeform gesprochen.
Das dies auch künstlich geschehen sein könnte mag keienr sagen
Lieber Germa , die pathophysiologischen Mechanismen sind immer dieselben : Freie Radikale , meist O2- schädigen das Gewebe. "Slow Virus" ausgenommen, aber damit haben wir es hier ja nicht zu tun. Hexerei ist es jedenfalls nicht.:)
germanasti
29.03.2003, 15:38
Der Entdecker dieses Virus ist heute nacht gestorben.
Unterdessen gab es 50 neue Erkrankungsfälle in Hong Kong.
Robert Koch Institut warnt vor Massenpanik, da wir hier in Deutschland sicher wären.
Stellt sich nur die Frage wie sicher, wenn es sich wie eine Grippe überträgt. :rolleyes:
Entdecker der SARS-Epidemie gestorben
Genf/Peking/Hamburg (dpa) - Der Arzt und Entdecker der tödlichen Lungenentzündung SARS, Carlo Urbani, ist am Samstag selbst an dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom gestorben. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mit. Der 46-jährige, in Hanoi arbeitende Experte für übertragbare Krankheiten erlag der Lungenentzündung in Thailand. In China warteten unterdessen WHO- Experten auf die Genehmigung der Behörden, um in das vermutliche Ursprungsgebiet des Virus zu reisen. In Deutschland bestätigten sich mehrere Verdachtsfälle nicht.
Carlo Urbani, Italiener und verheirateter Vater von drei Kindern, war der erste WHO-Experte, der den Ausbruch der Krankheit an einem amerikanischen Geschäftsmann diagnostizierte. Der US-Bürger war in ein Krankenhaus in Hanoi eingeliefert worden. Durch die Aufmerksamkeit Urbanis gelang es der WHO, Verantwortliche in der ganzen Welt zu alarmieren. Weltweit zählte die WHO bisher 1485 Kranke und 53 Todesfälle. Allerdings wurden die mitgerechneten chinesischen Zahlen mit 800 Kranken und 34 Toten nur bis Ende Februar registriert.
In Deutschland haben sich drei Verdachtsfälle auf SARS nicht bestätigt. Nach einem Bericht des «Hamburger Abendblatts» (Samstagsausgabe) konnte bei einer 34 Jahre alten Frau, die seit Donnerstag in der Hansestadt behandelt wird, das auslösende Coronavirus nicht nachgewiesen werden. Auch zwei asiatische Patienten in Köln mit Verdacht auf SARS sind offensichtlich nicht an der gefährlichen Infektion erkrankt.
WHO Experten warteten am Samstag in Peking weiter vergeblich auf die Erlaubnis, nach Südchina zu neuen Untersuchungen über die Lungenentzündung zu reisen. Da die WHO davon ausgehe, dass die weltweite SARS-Epidemie in der Südprovinz Guangdong ihren Anfang genommen habe, könnten dort auch Erkenntnisse gefunden werden, die auf die Herkunft des Virus schließen ließen, sagte das deutsche Mitglied des WHO-Teams, der Frankfurter Virologe Wolfgang Preiser.
«Ein neuartiges Krankheitsbild mit einem offensichtlich neuartigen Erreger kommt ja nicht von nirgendwo, sondern hat eine Quelle», sagte Preiser. Der Ursprung lasse sich im Tierreich vermuten. Es könnte sich aber auch um einen mutierten humanen Virus handeln. «Am ehesten kann man dem auf die Spur kommen, wenn man die Infektion bis an ihre Quelle zurückverfolgt», sagte Preiser. Mit dem WHO-Team, das seit einer Woche in Peking die Krankheit untersucht hatte, besuchte der Frankfurter Experte am Samstag noch ein Labor in der Hauptstadt.
Guangdong und Hongkong sind die Zentren der Infektionswelle, die sich in 13 Länder auf 3 Kontinenten verbreitet hat. Die britische Rockgruppe Rolling Stones hat inzwischen aus Sorge vor der Epidemie Konzerte in Hongkong und Auftritte in Schanghai und Peking abgesagt. Auch Carlos Santana sagte ein Konzert am 11. April in Hongkong ab.
Die Fluggesellschaften Dragonair und Cathay Pacific erlaubten ihren Flugbegleitern, künftig einen Mundschutz zu tragen, um sich gegen möglicherweise erkrankte Passagiere zu schützen.
© WELT.de
germanasti
30.03.2003, 09:15
05:52 Uhr
Zahl der Todesfälle durch SARS in Hongkong steigt
Hongkong (dpa) - Die Zahl der Todesfälle durch die asiatische Lungenentzündung in Hongkong ist auf zwölf gestiegen. Mit 45 neuen Erkrankten seien inzwischen 450 Menschen angesteckt, berichteten die Gesundheitsbehörden. Mit der Schließung aller Schulen und der zwangsweisen Quarantäne für alle Menschen, die engen Kontakt zu Kranken hatten, versucht Hongkong, die Verbreitung der Lungenentzündung einzudämmen. Die Weltgesundheitsorganisation zählt weltweit 1550 Kranke und 54 Tote.
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Wie ein Flächenbrand!
Zuerst waren es alle paar Tage nur ein par vereinzelte Erkrankungen, mittlerweile täglich um die 50 Stück.
Wo soll das noch enden? :(
Die Menscheit hat die Pest auch überstanden, und da war die Entwicklung längst nicht soweit vorangeschritten wie heute :).
Matze
germanasti
30.03.2003, 17:03
15:25 Uhr
Zahl der SARS-Todesfälle in Hongkong gestiegen
Hongkong (dpa) - Die gefährliche Lungenkrankheit SARS hat sich in Asien weiter ausgebreitet. In Hongkong stieg die Zahl der Todesopfer auf 13. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation in Hongkong sind weltweit mittlerweile 57 Menschen an SARS gestorben. Unter den Todesopfern ist auch der italienische Arzt Carlo Urbani, der für die WHO in Vietnam arbeitete. Er hatte in Hanoi vor Wochen als erster erkannt, dass es sich um eine neue Krankheit handeln muss. Die USA dehnten ihre Reisewarnung für die Region auf China und Singapur aus.
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Lt. Radio von eben sind auch die ersten 100 Verdachtsfälle in Kanada und Nordamerika bekanntgegeben worden.
Noch erfolgt die Infektion in Hong Kong & Umgebung. Doch wie lange noch, bis die ersten Fälle von Ansteckungen ausserhalb dieses Bereichs erfolgt?
germanasti
30.03.2003, 17:04
Matze:
Es gibt momentan noch kein Gegenmittel für SARS :rolleyes:
germanasti
30.03.2003, 22:33
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Wird die chinesische Regierung bald mehr Tote zu verantworten haben als die USA im Irakkrieg?
SARS - Das nach Peking eingeflogene Team der WHO stößt an die Große Mauer des Schweigens
Herbert Hasenbein 28.03.2003
Der Versuch, in die Provinz Guangdong weiterzureisen, ist vorerst gescheitert. Der Sprecher der WHO, Dick Thompson, fürchtet, dass es noch Monate dauern könnte bis die Spezialisten ihre Arbeit aufnehmen und zu den Quellen des Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) (vgl. SARS - Angst vor dem Ungewissen) vordringen können. Dabei geht es nicht um Waffeninspekteure, sondern um Mikrobiologen und Mediziner, die einen Erreger erforschen wollen, der bereits jetzt mehr Tote verursacht hat als der Anthrax-Anschlag in den USA.
"The smoking gun" liegt zweifelsfrei in China und in den Worten der Mediziner "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" in Guangdong, der multikulturellen Provinz am südchinesischen Meer. Dort gab es bereits im vergangenen Jahr eine epidemische Lungenentzündung, die, so die Zeitung Guangzhou Daily, im November des Vorjahres auffiel und im Februar ausdünnte. Anfänglich war nach offizieller Lesart von 300 Erkrankungen in Guangdong die Rede, inzwischen sind die Zahlen auf 680 Betroffene allein in Südchina nachgebessert worden.
Eine Zeitung aus Peking spricht von nahezu 1000 Erkrankungen. Der Erreger hat mittlerweile die chinesische Hauptstadt erreicht und dort die ersten Todesopfer gefordert. Offiziell sind es sechsmal soviel Tote wie anfänglich berichtet, was die Frage aufwirft: handelt es sich um die Spitze eines Eisberges?
Guangdong ist nicht nur ein Schmelztiegel von 42 ethnischen Gruppen mit einer bald 3000jährigen Geschichte, sondern wiederholt der Ausgangsort tödlicher Infektionen, die um die Erde gehen. Niemand weiß bisher, ob es am subtropischen Klima liegt, an schwer zugänglichen Reservoirs in den Sümpfen des Flussdeltas vor Macao, oder an den Lebensgewohnheiten: Viren, die ihr Naturell verändern, werden hier häufiger gefunden als anderswo. Deshalb befürchten einige Wissenschaftler, ein Vogelvirus könnte sich mit einem Grippevirus quasi gepaart und eine neue Variante erzeugt haben. Für die Vermutung spricht der zeitliche Bezug zur "H5N1 bird flu", die im Mai 2001 die Hongkonger Behörden veranlassten, Hühnerfarmen unter Quarantäne zu stellen, die Transportfahrzeuge zu desinfizieren und schließlich 1,2 Millionen Hühner zu schlachten und zu entsorgen. Vielleicht waren die Bemühungen nicht ausreichend. Allein von Shenzhen, eine der großen Städten Guangdongs, werden jährlich 27 Millionen Hühner nach Hongkong gebracht.
Die Provinz Guangdong erstreckt sich über 178.000 Quadratkilometer und hat 87 Millionen Einwohner
Die Provinz Guangdong ist nur unwesentlich größer als Deutschland und ebenso dicht besiedelt. Zwei Reisernten jährlich verraten mehr über das Klima als Temperaturprofile. Dennoch werden nur 15 Prozent des Landes für die Agrarwirtschaft benutzt. Klagen über den Smog sind Hinweise auf die immense wirtschaftliche Nutzung. Nach chinesischen Verhältnissen ist Guangdong weit von Peking entfernt, nicht aber für uns Deutsche. Von den Ausstellern der letzten Messe in der Provinzhauptstadt Guangzhou vertrat jeder vierte Stand eine Firma aus der Bundesrepublik. Über Hongkong als Einfallstor und dem für Ausländer bequemen Economic and Trade Office in Guangdong ( GDETO) findet intensiver Welthandel statt.
Die wirtschaftlichen Verflechtungen des globalen Marktes sind der Grund für Verbreitung von SARS rund um die Welt. Kein Kontinent ist mehr frei, und bald wird jedes Land, das mit China Handel treibt, seine Opfer beklagen. Obwohl fieberhaft nach dem wahren Erreger gesucht wird, gibt es gegenwärtig drei Kandidaten: zwei verschiedene Arten von Paramyxoviren, die eine in Frankfurt/M und Singapur dargestellt, die andere von Mikrobiologen in Toronto nachgewiesen. Die dritte Variante wurde vor wenigen Tagen vom Centers for Disease Control ( CDC) ins Gespräch gebracht: ein Coronavirus, das bereits in der Normalvariante für Lungenentzündungen gut ist, in der neuen Form allerdings ansteckender und nicht weniger tödlich als die gefürchteten Pockenviren.
Der Widerstand der chinesischen Regierung gegen die rasche Aufklärung ist ebenso wenig tolerabel wie ein Terroranschlag. Jeder Mediziner weiß, dass die Provinz Guangdong seit mehr als 100 Jahren eine Brutstätte tödlicher Viren ist. Die Folgen waren selten weniger tragisch als ein Krieg. 40 Millionen Menschen starben 1918/19 an der "Spanischen Grippe", eine geringere Zahl 1957/58 an der "Asiatischen Grippe", bereits gedämpft durch die Grippeimpfungen nahezu eine Million Menschen 1968/69 an der "Hongkong Grippe" und vor acht Jahren 300.000 Personen allein in China an der "Schweine Grippe". Da der Täter immer aus Guangdong kam, kann niemand mit Bedauern von einem zufälligen und unerwarteten schicksalhaften Ereignis sprechen. Die Nachlässigkeit im Umgang mit hochgradig infektiösen Erregern ist unentschuldbar.
Mit der augenscheinlichen Blockade der WHO-Inspektoren kommt die Erinnerung an den Widerstand Saddam Husseins gegen Waffeninspekteure. Gleichwohl besteht ein wesentlicher Unterschied: die Weltöffentlichkeit blickt gebannt nach Bagdad und ächtet nicht die tödliche biologische Waffe von der Pazifikküste Chinas. Dass Hongkong bereits mehr als 50 Schulen geschlossen hält und Katastrophenalarm gegeben hat, weil niemand weiß, wie die Intensivtherapie der Kranken überhaupt bewältigt werden soll, wird noch nicht als humanitäres Problem erkannt.
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/lis/14484/1.html
Provinz Ontario ruft tausende SARS-Kontaktpersonen auf, freiwillig zu Hause zu bleiben
OTTAWA, 28. März (gb / mkb / dpa / ap). Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat jetzt auch die kanadische Stadt Toronto zu einem von der Lungenkrankheit SARS betroffenen Gebiet erklärt und angeregt, alle Flugreisenden auf SARS-Symptome zu befragen. Mit Mundschutz ausgestattete Sicherheitskräfte beschränken in Toronto den Zugang zu Krankenhäusern, um weitere Infektionen von medizinischem Personal und Patienten zu verhindern. Die Provinz Ontario hat bereits tausende Menschen gebeten, sich zu Hause freiwillig in Quarantäne zu begeben.
Bisher sind in Toronto drei Menschen an der Lungenkrankheit Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom (SARS) gestorben. Die Zahl der Verdachtsfälle steigt täglich. Allein im Raum Toronto gibt es 35 Menschen, die sich eventuell infiziert haben. Verdachtsfälle gibt es nach kanadischen Medienberichten auch in Ottawa, Saskatoon, Winnipeg, Edmonton und Vancouver.
Behörden überlegen nach Angaben des kanadischen Rundfunks CBC bereits, ob Personen zur Quarantäne verpflichtet werden können, falls sich die Krankheit weiter ausdehnen sollte. Bislang werden Menschen, die Kontakt mit einem an SARS Erkrankten hatten, gebeten, zu Hause zu bleiben und Atemschutzmasken zu tragen, wenn sie Kontakt mit Familienangehörigen und Freunden haben.
Letztmals war in Kanada vor dem 2. Weltkrieg Zwangsquarantäne angeordnet worden, um die Ausbreitung von Pocken und Polio zu verhindern, meldet CBC. Allerdings werden auch Zweifel geäußert, ob eine solche Anordnung durchgesetzt werden kann. "Wir können nicht herumgehen und dies durchsetzen. Wir müssen die Menschen aufklären, was Selbstquarantäne bedeutet", sagte ein Mediziner.
Der Zutritt zu Krankenhäusern im Raum Toronto wurde eingeschränkt. Nur Schwerkranke und kranke Kinder dürfen besucht werden. An Torontos Mount Sinai Hospital wurden 50 Mitarbeiter isoliert, nachdem bekannt wurde, dass sie Kontakt mit einem SARS-Erkrankten hatten. Zudem mussten 140 von etwa 850 Angehörigen der Sanitätsdienste wegen möglicher Kontakte mit Infizierten zu Hause bleiben. Hospitäler überweisen keine Patienten mehr weiter.
Nach der Empfehlung der WHO sollen die Behörden in Kanada, China, Hongkong, Taiwan, Singapur und Vietnam Flugreisende nach Symptomen wie Husten, Fieber und Atemschwierigkeiten und Kontakten mit Kranken befragen. Kanadas Gesundheitsministerin Anne McLellan sagte, angesichts der Warnung der WHO und der bisherigen Kenntnisse über SARS in Toronto "wollen wir alles Mögliche tun, um bei den weltweiten Bemühungen um Eindämmung der Krankheit zu helfen".
In Asien wurden die Gesundheitskontrollen von Reisenden verstärkt. Singapur stellte am Freitag 600 weitere Bürger unter "Hausquarantäne". Mittlerweile dürfen mehr als 1500 Menschen ihre Wohnung zehn Tage lang nicht verlassen. Alle Schulen des südostasiatischen Stadtstaates sind geschlossen. China, das bisher nur restriktiv informiert hatte, stimmte der WHO zufolge zu, täglich über die Entwicklung der SARS-Epidemie zu berichten. Aus Deutschland wurden drei neue Verdachtsfälle gemeldet. Es handelt sich um ein Kleinkind aus Freiburg, eine Frau aus Hamburg und einen Japaner in Köln.
Frankfurter Rundschau
Hab ich hier
http://www.donau.de/news/rubriken/wissenschaft/ gefunden, weiß aber nicht wie alt diese Meldung ist.
Virologe: SARS-Infektionswelle wird abflauen
Hamburg (dpa) - Die Infektionswelle der Lungenentzündung SARS wird nach Ansicht des Mikrobiologen Bernhard Fleischer in den nächsten Tagen und Wochen abflauen. «Der Peak ist vielleicht schon jetzt erreicht», sagte der Direktor des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg in einem dpa-Gespräch. «Ich denke, dass man in absehbarer Zeit Entwarnung geben kann.»
Es sei auffällig, dass sich nur Menschen infizierten, die sehr engen Kontakt zu SARS-Kranken hatten, sagte Fleischer. «Das spricht gegen eine rasche Ausbreitung in der Bevölkerung.» Zudem deute alles darauf hin, dass das Virus erst kurz vor oder mit Ausbruch der Erkrankung ansteckend wird. «Influenza ist schon während der Inkubationszeit ansteckend - Das ist viel gefährlicher.» An Grippe sterben allein in Deutschland jedes Jahr mehrere Tausend Menschen.
Das Risiko für eine Ansteckung sei selbst in Asien nicht sehr groß, von wo aus das Virus seinen Zug um die Welt startete. «Rund 300 Infizierte und etwa 10 Tote allein in Hongkong hört sich schlimm an, ist aber relativ wenig, wenn man die Zahl der Menschen in der Region bedenkt», sagte der Virologe. Dass dort mittlerweile Großereignisse wie zwei Konzerte der Rolling Stones abgesagt werden, hält er aber für sinnvoll. «Zu einem solchen Konzert geht man auch mit Fieber hin. Und ein Erkrankter kann in so einer Situation etliche Leute anstecken.»
Ängstlichen Asienreisenden rät Fleischer, vorsichtshalber einen Mundschutz ins Reisegepäck zu legen und ihn etwa bei Busfahrten zu verwenden. «So ein Schutz vermindert das Ansteckungsrisiko um ein Vielfaches.» Offizielle Reisewarnungen für SARS-Länder gebe es berechtigterweise nicht. «Das war einfach nur eine psychologisch schwierige Situation», erklärt der Virologe. «Plötzlich starben weltweit Leute, der Erreger war unbekannt und so viele kamen vorsichtshalber in Quarantäne. Das hat die Menschen verunsichert.»
Mittlerweile sei nahezu sicher, dass die Lungenentzündung von einem bislang unbekannten Virus aus der Familie der Coronaviren verursacht wird. Nach der Analyse des Virenerbgutes könne nun mit einem Test innerhalb von knapp zwei Stunden geklärt werden, ab ein Mensch mit dem Erreger infiziert ist. «Die internationale Zusammenarbeit der Forscher hat da hervorragend funktioniert», lobt Fleischer.
Der Erreger ähnele Vogelkrankheiten verursachenden Coronaviren mehr als denjenigen, die ansonsten Infektionen beim Menschen hervorrufen. «Wir denken, dass das Virus von Hühnern auf den Menschen übergegangen ist», sagt der Mikrobiologe. Sich schnell ausbreitende Infektionswellen würden häufig von Viren tierischer Abstammung verursacht, da das menschliche Immunsystem diese «neuen» Erreger zunächst schlecht abwehren könne. So sei Influenza von Hühnern, Ebola von Affen und die von Bakterien ausgelöste Borreliose von Rehen und Nagetieren auf den Menschen übergewandert.
Das nun entdeckte Virus werde möglicherweise immer wieder einmal Infektionswellen hervorrufen. «In den Zeiten der Vielreiserei verbreitet sich so was ruckzuck über die Kontinente», sagt der Virologe. Zudem werde es immer wieder neue Erreger geben, die den Sprung vom Tier zum Menschen machen, gerade in Asien. Ein Grund sei, dass die Menschen dort sehr nah mit Tieren zusammenleben, was die Übertragungswahrscheinlichkeit erhöhe.
Tschau Boarder
Danke, Boarder, für das Einstellen dieser Meldung :)
und auch Perry für deine Beiträge. :)
Faszinierend und gleichzeitig erschreckend finde ich, welch unerhörtes Angstpotential heutzutage in den Menschen schlummert. Zum Teil hat das wirklich schon paranoide Züge. Wenn das so weitergeht können wir im Weltraum über der Erde ein großes Schild anbringen : "Geschlossene Psychiatrie" :rolleyes: :eek: :ek
p.s. ich bin übrigens überzeugt davon, daß sich der Erreger relativ schnell totmutiert. Das ist bei solchen hochvirulenten Virenstämmen meistens der Fall.
Hab irgendwo gelesen, dass das mit dem HIV-Virus auch so passieren wird, nur wann weiß keiner.
Tschau Boarder
Erster SARS-Fall in Australien bekannt geworden
Sydney (dpa/WEB.DE) - Die mysteriöse Lungenkrankheit SARS grassiert weiter: In Australien ist der erste Fall von SARS bekannt geworden.
Der Mann war den Angaben zufolge von einem Besuch in Singapur nach Australien zurückgekehrt, wo er wegen Fiebers, Hustens und Atembeschwerden einen Arzt aufsuchte.
In Singapur starben bislang vier Menschen an SARS. Die Furcht vor der Lungenkrankheit führt weltweit zu drastischen Maßnahmen. Konzerne in Südostasien schickten beispielsweise Teile der Belegschaft nach Hause.
Weltwirtschaftsforum sagt Konferenz in Peking wegen SARS ab
Peking (dpa) - Das Weltwirtschaftsforum hat wegen der asiatischen Lungenentzündung SARS eine Konferenz in Peking abgesagt. Auf dem «China Business Summit 2003» sollten sich 500 Spitzenleute aus Politik und Wirtschaft in der chinesischen Hauptstadt treffen. Das Schwere Akute Atemwegsyndrom hat sich von Südchina aus in mindestens 14 Länder verbreitet. In China waren bis Ende Februar 800 Menschen infiziert und 34 gestorben. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit rund 1600 Menschen erkrankt und bisher 58 gestorben.
© WELT.de
germanasti
01.04.2003, 11:30
Aus der FTD vom 1.4.2003
Masken aufsetzen und Hände waschen
Von Christian Herbst, Hamburg
Es sind denkbar einfache Mittel, mit denen man sich vor der gefährlichen Lungenkrankheit SARS schützen sollte. "Ich würde eine Maske und ein Desinfektionsmittel für die Hände mitnehmen", sagt Bernard Fleischer, Direktor des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts.
http://www.ftd.de/pw/in/1048931529244.html?nv=cd-divnews
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Es wird immer schlimmer :(
Bestätigter SARS-Fall in Nordrhein-Westfalen
Hemer (dpa) - In Nordrhein-Westfalen gibt es einen neuen SARS- Fall. Der Verdacht auf die schwere Lungenkrankheit habe sich bei einem 72-Jährigen Patienten bestätigt, heißt es aus der Lungenfachklinik im sauerländischer Hemer. Dem Mann gehe es den Umständen entsprechend gut. Er liegt nach wie vor auf der Isolierstation. Vor zwei Wochen war der Mann von einer Asienreise zurückgekehrt. Wie die Weltgesundheitsorganisation meldet, gibt es in Deutschland mittlerweile fünf SARS-Fälle.
© WELT.de
Hintergrund: SARS-Erreger - Angehöriger einer bekannten Virusfamilie
Hamburg (dpa) - Der Erreger der gefährlichen Lungenentzündung SARS ist ein bislang unbekanntes Virus aus der Familie der Coronaviren. Nach Schätzungen von Wissenschaftlern verursachen diese Viren ein Viertel bis ein Drittel aller Erkältungskrankheiten. Benannt sind die 120 bis 160 millionstel Millimeter kleinen Partikel nach Strukturen auf ihrer Hülle, die an eine Sonnenkorona erinnern.
Die bereits seit Jahrzehnten bekannten Erreger werden relativ leicht durch Schmier- oder Tröpfcheninfektionen übertragen. Es könne deshalb sein, dass mehr Menschen mit dem SARS-Erreger angesteckt worden seien als bislang gedacht, sagte Bernhard Fleischer, Direktor des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg, in einem Interview mit dem «NDR Info»-Radio. Viele Infizierte könnten seiner Ansicht nach mit einem Schnupfen davon gekommen sein. Klarheit könne ein nun zu entwickelnder Test schaffen. Der Nachweis von SARS sei vermutlich schon bald innerhalb einer Stunde möglich.
Virologen hatten mit molekularen Methoden typische Genabschnitte von Coronaviren in einer Patientenprobe und einer Zellkultur nachgewiesen. Zuvor hatten die Forscher Paramyxoviren als SARS- Erreger angenommen. pa ak yyzz hu
© WELT.de
germanasti
02.04.2003, 11:12
SARS-Virus könnte von Wildtieren stammen
[ 02. April 2003 10:48:12 MEZ ]
Peking (dpa) - Das Virus hinter der asiatischen Lungenkrankheit SARS könnte von seltenen wilden Tieren stammen, die in Südchina gerne als Delikatesse verzehrt werden. Der Frankfurter Virologe Wolfgang Preiser, der als Mitglied eines Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China nach der Ursache der Krankheit forscht, hält diese These für «sehr plausibel». Er reagierte auf einen Bericht der chinesischen Zeitung «Lianhe Wanbao» in Singapur, wonach die Epidemie von einem kranken Koch in Shenzhen in Südchina ausgegangen sein könnte.
Professor Xie Jinkui vom Volkskrankenhaus in Heyuan in der Südprovinz Guangdong berichtete dem Blatt, der 35-jährige Koch sei mit den Symptomen der später Schweres Akutes Atemwegssyndrom (SARS) genannten Lungenkrankheit vom Futian Hospital in Shenzhen in seine Klinik eingeliefert worden. Später sei er ins Armeehospital des Militärdistrikts von Guangzhou (Kanton) verlegt worden. Er habe vor allem Ärzte und Schwestern sowie Familienangehörige angesteckt und die Krankheit am Ende aber selbst überlebt.
Der Professor hält es dem Bericht zufolge für höchst wahrscheinlich, dass der Koch sich an den Wildtieren infiziert hatte. Einige Viren versteckten sich in Tieren und könnten Menschen sehr gefährlich werden, wenn sie mutierten, sagte Xie Jinkui. Gerade in der Südprovinz Guangdong werden seltene Tierarten zum Teil auch roh als Delikatessen verspeist. Die chinesischen Gesundheitsbehörden gingen dieser Spur jetzt auch nach. Die Regierung in Peking hat den Experten der WHO aber auch vier Tage nach ihrer Bitte immer noch nicht erlaubt, selbst für Nachforschungen nach Guangdong zu reisen.
Die Frustration des wartenden WHO-Teams geht so weit, dass sie bereits die Abreise erwogen hätten, um ihren Protest zu demonstrieren, berichteten informierte Kreise. Falls am Mittwoch keine Entscheidung fällt, könnten die Mitglieder voraussichtlich am Donnerstag tatsächlich abreisen. Der Leiter des WHO-Teams, John MacKenzie, hatte bereits vergangene Woche seine Vermutung geäußert, dass das neue Coronavirus hinter der Lungenkrankheit «von einer Tierquelle stammen könnte».
http://www.arcor.de/news/news_article.php?kat=brennpunkt
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Tierquelle oder Biobombe?
germanasti
03.04.2003, 08:51
LEBEN IN HONGKONG
"Nur mit Maske und mit schlechtem Gefühl"
Die Schulen sind geschlossen, in Märkten wird Dosennahrung knapp, Menschen tragen Masken und Latexhandschuhe. Seit dem Ausbruch der mysteriösen Lungenkrankheit leben Millionen Hongkonger in Angst. Tilmann Harder, Chemiker an der Hongkong University of Science and Technology, schilderte gegenüber SPIEGEL ONLINE, wie die Seuche das Leben verändert.
SPIEGEL ONLINE: Wie ist im Moment die Situation in der Stadt?
Tilmann Harder: Es ist Angst erregend. Ich war gerade heute Morgen in Downtown Hongkong. Die Straßenszenen erinnern an den Film "Outbreak" (in dem sich die Menschen vor dem Killervirus Ebola zu schützen suchen). Hier weiß man wirklich nicht mehr, ob man sicher ist. Da hilft auch der Gesichtsschutz nicht. Dazu sitzen die Masken nicht fest genug. Ich selbst besitze mehrere Masken. Die halten ja nur wenige Stunden. Dann muss man einen neuen Filter drauf setzen.
SPIEGEL ONLINE: Wie sieht es an Ihrem Arbeitsplatz aus?
Harder: Unsere Universität liegt etwas außerhalb im Grünen. Hier ist die Panik noch nicht so groß. Bei der Arbeit tragen wir keine Masken. Aber in vielen Unternehmen nehmen die Arbeitnehmer ihren Gesichtsschutz den ganzen Tag nicht ab.
SPIEGEL ONLINE: Fahren Sie noch Bus?
Harder: Ja, aber nur mit Maske. Und mit einem schlechten Gefühl. In den Bussen versuchen sich die Menschen gegenseitig nicht zu nahe zu kommen. Wenn jemand hüstelt oder niest, rücken alle sofort um mehrere Meter ab. Dasselbe spielt sich in Aufzügen ab: Um den Knopf zu drücken, benutzen die Menschen nur noch Hilfswerkszeuge, wie Schlüssel. Es wird aufgefordert, Latexhandschuhe zu tragen und sich ansonsten möglichst häufig die Hände zu waschen.
SPIEGEL ONLINE: Gibt es noch kulturelle Veranstaltungen?
<Harder: Alle Events, bei denen viele Menschen aufeinander treffen, sind abgesagt. Die Schulen sind geschlossen. Vorlesungen finden nicht mehr statt. Kinos sind zwar nicht geschlossen. Trotzdem wird in den Medien davon abgeraten, ins Kino zu gehen. Restaurants werden auch weiterhin besucht - obwohl die Menschen ja dann sogar ihre Masken abnehmen müssen. In Supermärkten wird Dosennahrung und Reis knapp. Das könnte an einem Gerücht liegen, das gestern kursierte: Danach soll ganz Hongkong unter Quarantäne gestellt werden. Offenbar war das aber nur ein Aprilscherz.
SPIEGEL ONLINE: Wie hat sich das Empfinden in den vergangenen Tagen verändert?
Harder: In der letzten Woche waren die Maskenträger noch deutlich in der Minderheit. In den Nachrichten wurde immer gesagt, dass Erkrankte Masken tragen sollten. Nun heißt es in den Medien ganz deutlich, dass in den Ballungszentren und öffentlichen Verkehrsmitteln alle Menschen Masken tragen sollen. Heute Morgen hab ich im Bus gezählt: Mindestens achtzig Prozent der Menschen versuchen nun, durch Gesichtsschutz das Virus von sich abzuhalten.
Das Interview führte Jule Lutteroth
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,243065,00.html
germanasti
03.04.2003, 08:59
INTERVIEW ZUR LUNGENKRANKHEIT
"Im Vergleich zu Malaria ist SARS ein kleines Problem"
Die Reaktionen auf die Lungenkrankheit SARS schwanken zwischen Hysterie und Beschwichtigung. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE schildert der Mikrobiologe Alexander Kekulé Symptome und Übertragungswege - und fordert eine bessere Informationspolitik.
SPIEGEL ONLINE: Herr Professor Kekulé, wie erkennt man die ersten Anzeichen der SARS-Erkrankung?
Alexander S. Kekulé ist Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Kekulé: SARS beginnt wie eine Grippe. Sie fühlen sich unwohl, haben Gliederschmerzen und bekommen innerhalb kurzer Zeit recht hohes Fieber. Bald danach tritt ein trockener Husten auf, der sich verschlimmert und zur Atemnot führen kann. Entscheidend für die Diagnose ist allerdings die Frage, ob und wann der Patient China beziehungsweise Hongkong, Vietnam, Singapur oder die Gegend von Toronto in Kanada besucht hat.
SPIEGEL ONLINE: Was heißt das genau?
Kekulé: Noch gibt es in Deutschland keine lokale Infektionskette, das heißt eine Ansteckung konnte bislang nur in diesen Risikogebieten erfolgen. Wer die erwähnten Symptome aufweist, aber nicht verreist war, dürfte an einer gewöhnlichen Erkältung oder einer Grippe leiden, nicht jedoch an SARS.
SPIEGEL ONLINE: Einen verlässlichen Test, um den Erreger zu erkennen...
Kekulé:...gibt es noch nicht. Aber die daran arbeitenden Wissenschaftler sind optimistisch, schon in kurzer Zeit einen Antikörpertest zu haben, mit dessen Hilfe die Erreger nachgewiesen werden können.
SPIEGEL ONLINE: Analysen haben gezeigt, dass der Erreger zu den so genannten Coronaviren gehört, die den Fachleuten keineswegs unbekannt sind. Warum taucht das Problem SARS erst jetzt auf?
Kekulé: Diese Viren, die beim Menschen Erkältungen hervorrufen und im Tierreich weit verbreitet sind, haben vermutlich den Sprung über die Artengrenze geschafft. Früher befielen Sie wohl Tiere, erst jetzt hingegen den Menschen.
SPIEGEL ONLINE: Dennoch wissen die Forscher bereits eine ganze Menge über Erreger und Krankheitsverlauf.
Kekulé: Ja, zum Beispiel ist bekannt, dass zwischen Ansteckung und Ausbruch von SARS meist nur vier Tage verstreichen. Diese Tatsache erleichtert Ärzten die Diagnose: Wer Erkältungssymptome bekommt, aber seinen Urlaub in den Risikoländern vor mehr als drei Wochen beendete, ist höchstwahrscheinlich nicht an SARS erkrankt. Die Krankheit zählt mit weltweit rund 2000 Fällen ohnehin noch zu den sehr seltenen Erkrankungen. Im Vergleich zu Malaria oder Aids ist SARS für die Menschheit ein kleines Problem.
SPIEGEL ONLINE: Und wenn jemand sich tatsächlich mit dem Virus infizieren sollte?
Kekulé: Etwa 80 Prozent der Infektionen mit dem SARS-Virus verlaufen ohne Lungenentzündung. Der Anteil der tödlichen Verläufe liegt unter vier Prozent. Diese Todesrate ist geringer als etwa bei einer großen Grippe-Epidemie. Zusätzlich gibt es inzwischen eine gewisse Hoffnung, dass das Hepatitis-Mittel Ribavirin zumindest bei einigen SARS-Fällen hilft. Ansonsten stehen im Moment bundesweit fünf Kompetenzzentren für Infektionskrankheiten zur Verfügung. Wenn wir in Zukunft etwas mehr über SARS wissen, können die Patienten wohl auch auf normalen internistischen Stationen behandelt werden.
SPIEGEL ONLINE: Das klingt beruhigend: wenige Fälle, Ansteckungsgefahr nur in Risikoländern. Warum dann die derzeitige globale Hysterie?
Kekulé: Zur Panik besteht kein Grund, aber das gebetsmühlenartige Abwiegeln der meisten Behörden hier zu Lande führt meines Erachtens eher zur Verunsicherung. Zum Beispiel gibt es neben der offiziell propagierten Infektion durch enge Kontakte offenbar auch andere, indirekte Übertragungswege. So könnte der Erreger durch Trinkwasser, über die Atemluft oder eine Schmierinfektion zum Opfer gelangen. Wenn etwa ein SARS-Patient im Flugzeug die Toilette benutzt, könnte er möglicherweise auch einen Passagier infizieren, der 30 Reihen weiter sitzt und drei Stunden später zur Toilette geht. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand können die Viren so lange außerhalb des Wirtes überleben.
SPIEGEL ONLINE: Das klingt nicht so, als ob sich eine SARS-Verbreitung in Deutschland vermeiden ließe.
Kekulé: Wie gesagt: Bisher haben wir zum Glück keine lokale Infektionskette. In Hongkong infizierte ein einziger Mensch mindestens sieben Gäste des gleichen Hotels. Einer von ihnen löste wiederum in Kanada über 60 SARS-Fälle aus. Damit hat sich das Virus in Kanada unabhängig vom Ursprungsort etabliert. Wenn das bei uns geschieht, haben wir ein Problem. Dann kann SARS auch bei Patienten auftreten, die zuvor nicht in den betroffenen Ursprungsländern waren. Damit fiele das wichtigste Kriterium zur Unterscheidung von SARS und einer gewöhnlichen Erkältung weg, die Epidemie wäre nur noch mit einem Labortest effektiv einzugrenzen.
SPIEGEL ONLINE: Erwarten uns Mundschutz-Bilder wie in Hongkong?
Kekulé: Genau diese irrationale Hysterie muss verhindert werden. Man kann den Menschen hier zu Lande durchaus die Wahrheit sagen: Dass wir eben noch nicht genau wissen, wie gefährlich der Erreger wirklich ist. Statt abzuwiegeln ist es deshalb sinnvoll, lieber etwas zu viel zu tun als zu wenig. Beispielsweise könnte man an allen Flughäfen die Rückkehrer aus den betroffenen Regionen über die Gefahren aufklären - statt wie bisher nur in Frankfurt. Wer sich nicht hundertprozentig gesund fühlt, sollte Menschenansammlungen oder Orte wie etwa Kindergärten für ein paar Tage meiden.
SPIEGEL ONLINE: Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor Reisen nach China und Hongkong, das Auswärtige Amt hingegen nicht. Haben Sie dafür eine Erklärung?
Kekulé: Ich gehe davon aus, dass diese Warnung in Kürze kommt. Die bisherige Zurückhaltung entspricht der deutschen Linie, bloß keine Panik zu verbreiten. Einerseits wird vor Reisen nach Hongkong nicht gewarnt und Flugzeuge werden als sicher erklärt. Wenn die Menschen dann aber Bilder von Personen mit Gesichtsmasken im Fernsehen sehen und hören, dass die US-Seuchenkontrollbehörde CDC bereits offizielle Warnungen ausgegeben hat, fühlen sie sich nicht gut beschützt. Zugleich lesen sie, dass der bayerische Ministerpräsident seine Hongkong-Reise abgesagt hat und nicht mehr mit chinesischen Linienmaschinen fliegen möchte. Wer da nicht verunsichert wird, muss gute Nerven haben.
Das Interview führte Vlad Georgescu.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,243095,00.html
Tierquelle oder Biobombe?
Du kannst echt der Bild-Zeitung Konkurrenz machen :hihi :rofl
germanasti
03.04.2003, 12:22
:rolleyes:
tschuldigung, war nur wegen der Biobombe :)
germanasti
03.04.2003, 12:39
Schon ok:hihi :hihi :hihi
Ich hoffe aber besser wie BILD zu sein:p
Na hoffen wir mal, dass das stimmt
Weiterhin keine Gefahr einer SARS-Übertragung in Deutschland
WHO rät von Reisen nach Hongkong ab / Mundschutz für Asienreisende
HAMBURG (mut). Auch nachdem jetzt ein Deutscher an der Lungenentzündung SARS erkrankt ist, besteht hierzulande nach Angaben von Virologen keine Infektionsgefahr. Empfohlen wird allerdings, nicht in die asiatischen Epidemiegebiete zu reisen.
Offenbar kann ausgeschlossen werden, daß der 72jährige Mann aus Hattingen, bei dem sich am Dienstag der SARS-Verdacht bestätigt hatte, weitere Menschen infiziert hat. Der Mann, kam nach einer Asienreise am 21. März mit SARS-Symptomen in eine Klinik. Acht Kontaktpersonen wurden damals unter Quarantäne gestellt. Von diesen ist bisher niemand erkrankt. Da von einer Inkubationszeit von drei bis sieben Tagen ausgegangen wird, wurde die Quarantäne bereits wieder aufgehoben, teilte das Gesundheitsamt des Ennepe-Ruhr-Kreises mit.
"Als Deutscher, der nicht in Hongkong oder Singapur war, braucht man derzeit keine Angst zu haben,", sagte Dr. Barbara Ebert vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg.
Vor Reisen nach Hongkong und in die südchinesische Provinz Guangdong wird jedoch abgeraten: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab gestern eine Reisewarnung für diese Gebiete heraus. Personen, die trotzdem nach Hongkong, China oder Singapur reisen müssen, rät Professor Hans-Wilhelm Doerr, Gesichtsmasken mitzunehmen. Öffentliche Verkehrsmittel und Menschenansammlungen sollten dort möglichst vermieden werden.
Auch in China und Hongkong ist SARS noch nicht unter Kontrolle. China hat 360 Neuinfektionen im März bekanntgegeben, in Kanada starben zwei weitere Personen an SARS.
Tschau Boarder
uuuppppsss, Quelle vergessen. http://www.aerztezeitung.de/docs/2003/04/03/063a0102.asp?cat=/news
Tschau Boarder
SARS
Experte warnt vor Komplettverseuchung Hongkongs
Es ist ein Horrorszenario: Binnen zwei Jahren, warnte der Mikrobiologe Samson Wong, könnte praktisch jeder der sieben Millionen Hongkonger mit der gefährlichen Lungenkrankheit SARS infiziert sein. Als möglichen Überträger der Seuche haben Forscher inzwischen Kakerlaken ausgemacht.
Hongkong - Wong zufolge könnten sich binnen kurzer Zeit schon 80 Prozent der Bevölkerung in der relativ abgeschotteten ehemaligen britischen Kronkolonie angesteckt haben. Auch die örtliche Gesundheitsbehörde schloss diese Möglichkeit nicht aus.
Die Amtsärztin Tse Lai Yin verwies darauf, dass man noch nicht wisse, wie lange das Virus im Körper eines Infizierten verweile. Es könne dort durchaus drei oder sechs Monate aktiv sein, deshalb gehe eine potenziell große Gefahr von unwissentlichen Trägern aus.
"Es sieht nach einem unendlich langen Kampf aus", kommentierte Gavin Joynt vom Hongkonger Prince of Wales Hospital. die Bemühungen der Ärzte, die mysteriöse Lungenkrankheit unter Kontrolle zu bekommen. Mit den jüngsten Todesfällen erhöhte sich die Zahl der SARS-Opfer in Hongkong auf 25, fast 1000 Menschen sind dort an der Lungenseuche erkrankt. Für den Sprecher der Weltgesundheitsorganisation WHO, Ian Simpson, zeichnete sich dagegen in Hongkong aber eine leichte Entspannung ab. "Der Ausbruch scheint unter Kontrolle zu kommen."
Unterdessen rätseln die Experten, wie sich die Seuche in dem dicht besiedelten Stadtteil Kowloon so schnell hat ausbreiten können. Menschliche Kontakte als alleiniger Grund seien nicht palusibel. Der stellvertretende Direktor der Hongkonger Gesundheitsbehörde, Leung Pak Yin, tippt auf Schaben: "Das Abwassernetz kann ein Grund sein. Es ist möglich, dass die Kakerlaken das Virus in die Häuser getragen haben."
In dem Wohnblock der Anlage Amoy Gardens hatten sich mehr als 250 Menschen mit SARS angesteckt. Die Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen und wurden unter Quarantäne gestellt.
Die Geschwindigkeit der Ausbreitung hat selbst Experten überrascht. Weltweit starben bislang 103 Menschen an dem Schweren Atemwegssyndrom, rund 2800 Personen haben sich infiziert. Die meisten Fälle gibt es in Zentralchina, Hongkong und Singapur - dort ist mittlerweile in fünf der sechs größten öffentlichen Krankenhäuser auch das Personal von SARS angesteckt.
Aus Aachen, der Schweiz und Indien wurden am Dienstag neue Verdachtsfälle gemeldet. Die Patienten stehen unter Beobachtung.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,243891,00.html
http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/index.html?id=506201&nv=sb
da issen ganzes archiv dabei
Chinas Ministerpräsident nennt Verbreitung von SARS «ernst»
Peking (dpa) - Eine weitere Verbreitung der gefährlichen Lungenkrankheit SARS macht Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao Sorgen. Zwar sei die Krankheit in einigen Gebieten inzwischen unter Kontrolle gebracht, die Situation als Ganzes bleibe aber ernst. Wen rief die Behörden auf, dem Kampf gegen das Schwere Akute Atemwegsyndrom höchste Priorität einzuräumen. Vorbeugung und Beobachtung müssten verstärkt werden. In China starben bislang offiziell 60 Patienten an der Lungenentzündung.
© WELT.de
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,244780,00.html
LUNGENVIRUS SARS
Erste Ansteckung innerhalb Europas
Zum ersten Mal überhaupt hat sich ein Mensch innerhalb Europas mit dem SARS-Virus angesteckt. Im Gegensatz zu anderen Patienten, die an der gefährlichen Lungenentzündung erkrankten, war der Brite nicht in Risikoregionen gewesen. Auf den Philippinnen nimmt die Vorsorge inzwischen abstruse Formen an: In Aufzügen wurde das Lachen verboten.
Spiegel online
EMMA
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,245024,00.html
ERBGUT-ANALYSE
SARS stammt aus dem Tierreich
Nach einer Gensequenzierung sind sich Forscher aus Hongkong sicher: Der SARS-Erreger muss von einem Tier übergesprungen sein. Doch er ähnelt keinem bekannten Ratten-, Mäuse- oder Schweinevirus.
germanasti
20.04.2003, 18:56
SARS
US-Wissenschaftler rechnet mit Todesrate von 18 Prozent
Das Risiko, an der Lungenseuche SARS zu sterben, ist nach neuen Erkenntnissen höher als bislang vermutet. Auch die Zahl der Erkrankten übersteigt - zumindest in China - die bisherigen Annahmen. Allein in Peking wurden 300 neue Fälle gemeldet. Nun wurden der Gesundheitsminister der Volksrepublik und Pekings Bürgermeister ihrer Ämter enthoben.
Peking - Das Todesrisiko für SARS-Patienten in Hongkong liegt nach Berechnungen von Henry Niman, einem Mitarbeiter des Instituts für Bioingenieurwesen an der Universität Harvard, bei über 18 Prozent. Offiziell wird die Rate mit fünf Prozent angegeben. Der US-Wissenschaftler hält die bisher angewandte Formel zur Berechnung der Todesrate für falsch, wie er in einer E-Mail an Ärzte und Journalisten in aller Welt erläutert. Die Behörden setzten die Zahl der SARS-Opfer zur Zahl aller Krankheitsfälle in Bezug. Dadurch ergibt sich beispielsweise für Hongkong, wo bis Sonntag 88 von insgesamt 1358 Erkrankten starben, eine Todesrate von sechs Prozent.
Da jedoch noch mehr als 900 Patienten in Krankenhäusern behandelt würden, seien weitere Todesfälle wahrscheinlich. Niman zufolge müsste die Zahl der Opfer deshalb in Bezug gesetzt werden zu all denjenigen Patienten, deren Schicksal schon bekannt ist, die also entweder gestorben oder geheilt sind. Nach dieser Berechnungsweise ergebe sich eine Todesrate von 18,2 Prozent für Hongkong und Kanada, von 13,8 Prozent für Singapur, 9,8 Prozent für Vietnam und 5,4 Prozent für das chinesische Festland.
Aus China wurden inzwischen die Zahlen der Erkrankten nach oben korrigiert. Der stellvertretende Gesundheitsminister Gao Qiang berichtete von zwölf weiteren Opfern und insgesamt 339 Krankheitsfällen in Peking. In der Hauptstadt waren bislang nur 37 Patienten gemeldet. Gao Qiang hatte selbst scharfe Kritik an dem Ministerium geübt und berichtet, dass er die oberste Verantwortung im Kampf gegen die Epidemie übernommen habe. Am Sonntag wurden dann Gesundheitsminister Zhang Wenkang und Pekings Bürgermeister Meng Xuenong ihrer Ämter enthoben. Neuer Gesundheitsminister wird aller Voraussicht nach Gao Qiang werden.
Nach internationaler Kritik an Chinas Informationspolitik hatte die Regierung am Wochenende alle Behörden aufgefordert, Fälle von SARS umgehend zu melden. Die Zahlen könnten daher noch weiter steigen. Aus den Angaben vom Sonntag wurde deutlich, dass sich die Seuche, die im November in der südchinesischen Provinz Guangdong ausgebrochen war, mittlerweile im ganzen Land verbreitet hat. Am schwersten ist neben Peking derzeit die Provinz Shangxi betroffen, wo 108 SARS-Fälle gemeldet wurden.
Aus Angst vor einer weiteren Ausbreitung der Lungenkrankheit strich China die Ferienwoche rund um den ersten Mai, um Reisen innerhalb des Landes zu unterbinden. Der Internationale Tag der Arbeit ist im kommunistischen China einer der wichtigsten Feiertage. Zuvor hatte das Bildungsministerium bereits alle Studenten aufgefordert, während der Ferien nicht heim zu fahren.
Unterdessen suchten die Gesundheitsbehörden in Hongkong nach neuen Heilmethoden für SARS-Kranke, nachdem auch jüngere Patienten trotz intensiver Behandlung der Krankheit erlagen. Am Sonntag starben erneut sieben Patienten, vier davon waren unter 50 Jahre alt. Die Zahl der SARS-Opfer in der chinesischen Sonderverwaltungszone stieg damit auf 88 von 1358 Erkrankten.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,245505,00.html
:(
WHO-Team besucht Kliniken in Schanghai
Genf (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der Ausbreitung der Lungenkrankheit SARS ein zweites Team nach China geschickt. Die sechs Experten wollten in Schanghai Kliniken besuchen, sagte eine Sprecherin am Dienstag. «Wir hoffen, dass sie in den kommenden Tagen auch ländliche Gebiete besuchen können», fügte sie hinzu. Ein weiteres WHO-Team befindet sich derzeit in Peking.
Die WHO plant außerdem am 17. und 18. Juni eine internationale Expertenkonferenz in Genf. Dort sollen Forschungsergebnisse und Strategien zur Eindämmung der Krankheit diskutiert werden. Die WHO registrierte bis Montagnachmittag weltweit 3861 SARS-Fälle und 217 Todesopfer. China hatte am Sonntag ein deutlich größeres Ausmaß der Krankheit eingeräumt. Allein in Peking stieg die Zahl der veröffentlichten SARS-Fälle fast um das Zehnfache.
© WELT.de
germanasti
22.04.2003, 20:01
SARS-Erreger mutiert
Mikrobiologe bestätigt: Virus greift auch Eingeweide an
Hongkong (pte, 22. April 2003 17:35) - Der Mikrobiologe Malik Eiris von der Universität Hongkong bestätigt, dass das SARS-Virus nicht nur das Atmungssystem, sondern auch die Eingeweide angreift. Das Virus könnte demnach mutiert sein, erklärt Peiris gegenüber dem Radiosender RTHK http://www.rthk.org.hk/rthk/news/englishnews .
Peiris Bedenken kommen inmitten der Befürchtung von Experten, dass das Virus noch ansteckender wird. Auch Ärzte haben bereits Veränderungen bei der Ausprägung der Krankheit festgestellt. Zunehmend mehr SARS-Infizierte leiden an Durchfällen. Laut Angaben eines Arztes des Princess Margaret Hospitals in Hongkong erleiden immer mehr SARS-Patienten ein Organversagen. "Ursprünglich wurden Patienten nur mit Atemstörungen eingeliefert. Jetzt kämpfen wir mit dem Versagen der Nieren und anderer Organe", so Tom Buckley von der Intensivabteilung. (Ende)
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Erinnert an die SF-Filme von früher, bei denen künstliche Viren erschaffen wurden, die dann isn unkontrollierbare mutierten. :(
germanasti
23.04.2003, 19:17
Graph and Forecast for the SARS Epidemic
Including data through April 22, 2003
The graph shows the number of world cases of SARS, worldwide deaths, and cases in the United States. The vertical distance is the logarithm base 10 of the number of cases. Each factor of 10 increase causes the graph to rise by the same increment. The data is from the World Health Organization (WHO) at the Cumulative Number of Reported Cases (SARS) page.
Severe Acute Respiratory Syndrome is a new disease that originated in southern China in November 2002. Please see the US Centers for Disease Control's SARS factsheet. It includes a description of the symptoms, what to do if you think you have been exposed, and what precautions to take to avoid exposure.
One of the best ways of judging the growth if an epidemic is to make a bar chart the date of onset of symptoms of the disease. The WHO has prepared an excellent Date of Onset Bar Chart. Please note that the date of onset is not known for 1/3 of the cases. The decline in the last seven days of the chart is deceptive, since people with mild initial symptoms have not yet been detected or counted.
Here is a diagram of the people infected by one "super spreader" at the Metropole Hotel in Hong Kong.
Forecast
The purpose of this site is to allow the reader to check if the growth of SARS has become exponential. If the doubling times mentioned below remain constant, then SARS is growing exponentially. If the doubling times continue to increase, then the growth of cases is less than exponential. For comparison, links to several linear scale graphs are listed at the end of this page. Note that their slopes are rising.
The number of reported cases of SARS in the world is doubling every 24 days. This is implied by the slope of the blue curve, using the data available on April 22, 2003. There will be 100,000 cases on about August 14, 2003. A million cases will be reached on about November 3, 2003, and ten million on about January 23, 2004. These predictions will change every day as new data changes the slope of the curves. Cases after April 1st are used to compute the slope.
The slope of red curve implies that the number of reported worldwide deaths due to SARS will double every 13 days. The number will be 100,000 on about August 13, 2003. A million deaths will be reached on about September 25, 2003, and ten million on about November 7, 2003. This forecast will change every day as new data changes the slope of the curves. Note that the world deaths appear to be doubling faster than the world cases. Either the number of deaths will double more slowly in the future, or the number of cases will double faster. Cases after April 1st are used to compute the slope.
The slope of black curve implies that the number of reported cases of SARS in the United States will double every 13.6 days. Until April 20th, the US CDC reported the number of cases they investigated, rather then the number of confirmed SARS cases. The numbers shown on the graph before April 20th are estimates. On April 18th, there were 35 confirmed cases in the US using the WHO definition, and 208 cases by the old method. US data before April 20th has been multiplied by 35/208 which is 0.1683. Cases after April 1st are used to compute the slope.
There have been no deaths in the United States, so no forecast can be made about future death rates.
Epidemics usually follow S-shaped curves. The forecast here are based on pure exponential growth. When the middle of the S-shaped curve is reached, the rate of infection will slow, and exponential growth forecasts will no longer be useful. The reported data shows that the epidemic is still in an exponential growth phase
http://www.squeak.org/us/ted/sars-graph.html
:(
manager-magazin.de, 24.04.2003, 18:18 Uhr Was kostet die Epidemie?
Ungebremst breitet sich SARS in Ostasien aus. Für die prosperierende Wirtschaftsregion eine Katastrophe. Die Einbußen durch die Lungenkrankheit könnten im zweistelligen Milliardenbereich liegen.
S A R S - K R I S E (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,246013,00.html)
In jeder Krise steckt eine Chance, oder? :cool:
SARS tödlicher als bislang angenommen
London (dpa) - Die Lungenkrankheit SARS ist nach einer britischen Studie möglicherweise tödlicher als bislang angenommen. Zu diesem Schluss gelangt Professor Roy Anderson vom Imperial College London, nach BBC-Angaben vom Samstag eines der weltweit führenden Institute für Infektionskrankheiten. Wie der Wissenschaftler in einem BBC-Interview sagte, könnten nach seinen Berechnungen zwischen 8 und 15 Prozent der mit SARS infizierten Menschen sterben.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht von einer Sterblichkeitsrate zwischen 5 und 6 Prozent aus. Die Studie des britischen Professors stützt sich den Angaben zufolge auf die Analyse von etwa 1400 SARS-Fällen in Hongkong.
Nach den Ergebnissen der Studie bleibe SARS weit länger infektiös als andere Viren, hieß es weiter. Voraussagen über eine flächenbrandartige weltweite Ausbreitung der Lungenkrankheit nannte Anderson jedoch übertrieben. «Es sieht so aus, als wenn sie in den entwickelten Ländern durch eine sehr gute Überwachungspraxis unter Kontrolle ist», sagte er. Anlass zur Sorge würden jedoch die bevölkerungsdichten Entwicklungsländer wie China und Indonesien geben. «Es ist nicht klar, was dort vor sich geht», sagte Anderson weiter.
Nach BBC-Angaben haben sich nach letzten Zahlen 4 649 Menschen in 26 Ländern weltweit mit SARS infiziert. 274 Menschen seien bislang an der Krankheit gestorben.
© WELT.de
germanasti
26.04.2003, 19:42
ftd.de, Sa, 26.4.2003, 12:10, aktualisiert: Sa, 26.4.2003, 18:21
SARS-Gefahr möglicherweise unterschätzt
Die Lungenkrankheit SARS ist nach einer britischen Studie möglicherweise tödlicher als bislang angenommen. In China wurde der wegen seines Umgangs mit der Lungenkrankheit in der Kritik stehende Gesundheitsminister Zhang Wenkang am Samstag ein Opfer der Krankheit.
http://www.ftd.de/pw/in/1051284988774.html?nv=cd-divnews
:(
WHO hebt nach Besuch aus Kanada Reisewarnung für Toronto auf
Genf (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Reisewarnung wegen der Lungenkrankheit SARS für Toronto wieder aufgehoben. Laut WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland habe es seit 20 Tagen keine neuen Übertragungen gegeben. Am Vormittag war sie in Genf mit einer kanadischen Delegation zusammengetroffen. Kanada hatte die Ausweitung der Reisewarnungen heftig kritisiert. Für Peking, Hongkong und zwei chinesische Provinzen bleibt die Warnung bestehen.
© WELT.de
SARS durch wenige Super-Infizierte verbreitet
Internistenkongress: SARS-Übertragung erst nach Krankheitsausbruch - Kinder weniger bedroht als Erwachsene
Wiesbaden - Von insgesamt 5050 SARS-Patienten weltweit sind bisher 321 an der mysteriösen Lungenentzündung gestorben. Das entspricht mehr als sechs Prozent der Erkrankten, resümiert Wolfgang Preiser. Der Oberarzt am Institut für virologische Medizin in Frankfurt am Main besuchte China bis Samstag mit einer Delegation der Weltgesundheitsorganisation WHO. Zuletzt schätzte die WHO, so Preiser gestern auf dem 109. Internistenkongress in Wiesbaden, dass etwa vier Prozent der Erkrankten der Vireninfektion zum Opfer fallen. In Deutschland gab es bislang sieben nicht tödliche Fälle. Hinsichtlich des Übertragungsweges sammelte das WHO-Team in China immer mehr Hinweise für das Phänomen der "Super-Spreader" - hoch ansteckende Personen. Ein solcher Super-Spreader war wohl auch jener Nierenfacharzt aus der Provinz Guangdong, der das Virus im März in die Welt trug. Infiziert reiste er nach Hongkong und ebnete dem Erreger seinen Weg nach Kanada, Vietnam, Singapur, in die USA und nach Deutschland. Warum einige der Patienten extrem ansteckend sind, wisse man aber bislang nicht.
Nach Angaben von Preiser "treten die meisten Neuinfektionen im Krankenhaus auf und einige wenige im häuslichen Umfeld", doch kann man bei der Hälfte der Fälle die Ansteckungsquelle nicht ausmachen. Auf dem Internistenkongress gab man auch eine Infektion im Flugzeug bekannt: Eine Stewardess aus Singapur hatte sich im März bei jenem Singapurer Arzt angesteckt, der als erster Patient in Deutschland behandelt wurde.
Unterdessen haben Pädiater der Universität Hongkong festgestellt, dass Kinder offenbar weniger bedroht sind als Erwachsene. Die Krankheitssymptome machten sich bei Kindern zwischen 18 Monaten und sieben Jahren weniger bemerkbar, und auch das Risiko der Übertragung auf andere sei gering, berichtet das britische Fachblatt "The Lancet".
Die Hinweise verdichten sich, dass der Erreger nicht nur durch Tröpfchen, sondern auch durch Schmierinfektionen übertragen wird. Das Virus sei nach Krankheitsbeginn noch 25 Tage im Stuhl nachweisbar, berichtet Hans Wilhelm Doerr, Direktor des Instituts für medizinische Virologie am Klinikum Frankfurt. "Die Infektiösität beginnt aber zum Glück erst mit dem Ausbruch der Krankheit", so Doerr. Klar scheint nun, dass ein bislang unbekannter Typ von Coronaviren SARS auslöst. Er ähnelt Coronaviren aus dem Tierreich.
Die Entwicklung von Medikamenten bezeichnet Doerr als Glücksache. Zurzeit versuche man mit antiviralen Substanzen zu behandeln. Die Chinesen setzten auf Ribavirin, doch ließen sich infizierte Zellen im Labor durch die Substanz nicht beeindrucken. Bestimmte Interferone scheinen aber wirksam zu sein, so Doerr mit Verweis auf japanische Forscher. Mit einem Impfstoff rechnet der Experte frühestens in zwei Jahren. Um der Lage momentan Herr zu werden, sei die Isolation von Verdachtsfällen nach wie vor oberstes Gebot. "Wir hier in Deutschland haben es da zum Glück relativ einfach", meint Wolfgang Preiser.
www.welt.de
SARS breitet sich in China weiter aus
Peking (dpa) - Die lebensgefährliche Lungenkrankheit SARS in China grassiert. Die Behörden meldeten 163 neue Erkrankungen und 7 Patienten, die an dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom gestorben sind. Aus Angst vor Ansteckungen mit SARS bleiben die Schulen in Peking vorerst geschlossen. Der Unterrichtsstoff soll über Internet und Radio vermittelt werden. Die Pekinger Stadtverwaltung sagte zu, das bislang lockere Spuckverbot in der chinesischen Hauptstadt, an das sich fast niemand gehalten hat, künftig zu ahnden.
© WELT.de
Lufthansa immer stärker durch SARS belastet
München (dpa) - Die Deutsche Lufthansa sieht sich durch die Lungenkrankheit SARS in ihrem Asien-Geschäft immer stärker belastet. Lufthansa-Sprecher Klaus Walther sagte dem Magazin «Focus», das Unternehmen verliere pro Woche durch SARS und die schwache Konjunktur 55 Millionen Euro. Die Zahl ihrer Flüge von Deutschland nach Shanghai und Peking habe die Lufthansa von 28 auf 14 pro Woche halbiert. Die Auslastung der Flüge nach China erreiche 20 Prozent.
© WELT.de
Schulen in Peking bleiben wegen SARS geschlossen
Peking (dpa) - Aus Angst vor Ansteckungen mit der lebensgefährlichen Lungenkrankheit SARS bleiben die chinesischen Schulen in Peking vorerst für zwei weitere Wochen geschlossen. Die Entscheidung fällte das Bildungsamt, «um eine Ausbreitung von SARS unter den 1,37 Millionen Schülern zu verhindern», wie die amtlichen Medien berichteten. Der Unterrichtsstoff soll den Kinder über Internet, Radio und Fernsehen übermittelt werden.
Dagegen nimmt die Deutsche Botschaftsschule nach den Osterferien an diesem Montag wieder den Schulbetrieb auf. Den etwa 300 Schülern und Kindergartenkindern wird aber beim Betreten die Körpertemperatur gemessen. Sie müssen über eine Desinfektionsmatte laufen und sich die Hände desinfizieren lassen. Ähnlich verfahren auch andere internationale Schulen, die offen bleiben.
Die Stadtverwaltung sagte zu, das bislang sehr lockere Spuckverbot in der chinesischen Hauptstadt, an das sich fast niemand gehalten hat, künftig auch zu ahnden. Die Strafe beträgt 50 Yuan (5,40 Euro). Die Behörden warnten, dass das Virus bis zu 38 Stunden in Spucke nachzuweisen ist, wie die Zeitung «Beijing Chenbao» berichtete.
Peking ist mit 1741 SARS-Patienten, ähnlich vielen Verdachtsfällen und 96 Toten besonders schwer von der Krankheit getroffen, die ihren Höhepunkt in der Hauptstadt noch nicht überschritten hat. 11 000 Menschen werden derzeit in Quarantäne gehalten. Auch in der Provinz Shanxi wurden in Taiyuan in der Medizinischen Hochschule mehr als 9000 Menschen in Quarantäne genommen, nachdem mehrere SARS-Fälle entdeckt worden waren.
Außer Peking und Shanxi sind vor allem die Innere Mongolei, die Stadt Tianjin, die Provinz Hebei und die Südprovinz Guangdong betroffen, wo das Virus vor einem halben Jahr erstmals aufgetaucht war und die Krankheit aber im Februar ihren Höhepunkt überschritten hatte. In der Provinzhauptstadt Guangzhou (Kanton) ist in den vergangenen zwei Wochen kein Todesfall mehr berichtet worden.
© WELT.de
Erste SARS-Verdachtsfälle im Fernen Osten Russlands
Moskau (dpa) - Im Fernen Osten Russlands an der Grenze zu China sind die ersten Verdachtsfälle der lebensgefährlichen Lungenkrankheit SARS aufgetreten. Vier Menschen mit Symptomen der gefährlichen Lungenentzündung wurden in der Stadt Blagoweschtschensk auf eine Isolierstation gebracht. Das teilten die Behörden mit. Alle vier hatten in einem Hotel gewohnt, in dem auch Wanderarbeiter aus China leben. Das Hotel wurde unter Quarantäne gestellt, meldete die Agentur Interfax. Die Grenze zu China wurde geschlossen.
© WELT.de
germanasti
05.05.2003, 12:31
ftd.de, Mo, 5.5.2003, 10:47
SARS: Erneute Ausschreitungen in China
Mehr als hundert aufgebrachte Dorfbewohner haben einem Zeitungsbericht zufolge wegen einer geplanten SARS-Quarantänestation ein Verwaltungsgebäude in der Provinz Zhejiang in Ostchina gestürmt und drei Funktionäre angegriffen. Das Gesundheitsministerium meldete am Montag neun weitere Todesfälle und 160 Neuinfektionen.
http://www.ftd.de/pw/in/1052037819392.html?nv=cd-divnews
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SARS bald verantwortlich für Bürgerkriege? :(
Neues Mittel gegen tückische Tropenkrankheit
Berlin (dpa) - Ein neues Medikament gegen die gefährliche Tropenkrankheit Leishmaniose soll künftig Zehntausende Menschen in Entwicklungsländern vor dem Tod bewahren. Erstmals seit 30 Jahren sei damit ein neues Mittel gegen die tückische Parasiten-Infektion auf dem Markt, teilten das deutsche Medikamenten-Hilfswerk action medeor und das Pharma-Unternehmen Zentaris am Montag in Berlin mit. Die Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation WHO erlaube eine verbilligte Abgabe des Mittels in den ärmsten Ländern der Erde.
Laut Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sind weltweit rund zwölf Millionen Menschen mit Leishmaniose infiziert, davon ein Drittel Kinder. Jedes Jahr erkranken 500 000 Menschen neu. «Diese Situation ist dramatisch und in unserem Bewusstsein nicht präsent», sagte die Ministerin bei der Präsentation des Medikaments in Berlin.
Ohne Behandlung verläuft Leishmaniose, die durch den Biss von Sand- oder Schmetterlingsmücken übertragen wird, bei unterernährten Menschen fast immer tödlich. Eine Impfung gibt es nicht. Trotz Therapie sterben nach Angaben des Robert Koch-Instituts 3 bis 20 Prozent der Patienten.
Das neue Medikament mit dem Wirkstoff Miltefosin, das Patienten in Tablettenform schlucken können, wurde nach Angaben des Herstellers ursprünglich als Tumorpräparat getestet. Dass der Wirkstoff gegen Leishmaniose hilft, war eine Zufallsentdeckung. Bei Testreihen mit mehr als 700 Patienten konnten nach Zentaris-Angaben rund 95 Prozent geheilt werden. Rund die Hälfte der Entwicklungskosten trug die WHO.
Tropenkrankheiten gelten als ein Stiefkind der Pharmaindustrie. Von den 1400 Medikamenten, die in den vergangenen 25 Jahren auf den Markt kamen, helfen nach Unternehmensangaben nur 13 gegen Tropenkrankheiten. Zentaris erhofft sich Gewinne durch die massenhafte Herstellung des Präparats. In Indien sei das Medikament bereits zugelassen. In Europa soll es für Aids-Patienten zugelassen werden, die gleichzeitig an Leishmaniose erkrankt sind.
Leishmaniosen, benannt nach dem britischen Tropenarzt William Leishman, umfassen eine Gruppe von Infektionskrankheiten, die durch Geißeltierchen (einzellige Parasiten) hervorgerufen werden. Die Krankheit ist vor allem in tropischen und subtropischen Ländern wie Indien, Bangladesh, Nepal und dem Sudan verbreitet, sie kommt aber auch im Mittelmeerraum und in Südamerika vor.
Bei der gefährlichen viszeralen Leishmaniose, auch Dumdum-Fieber oder Kala-Azar (schwarze Haut) genannt, werden die inneren Organe wie Milz und Leber, die Lymphknoten und das Knochenmark angegriffen und das Immunsystem geschwächt. Ohne Behandlung verläuft die schleichende Infektionen fast immer tödlich.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind in 88 Ländern der Erde rund 350 Millionen Menschen von Leishmaniose bedroht. Action medeor unterhält rund 10 000 Gesundheitsstationen in Entwicklungsländern und will das Medikament künftig dort verteilen. Die erste Lieferung geht in den Süd-Irak.
© WELT.de
germanasti
07.05.2003, 21:06
SARS
Todesrisiko höher als bisher bekannt
Peking/London - Die Lungenkrankheit SARS birgt nach einer britischen Studie ein weit höheres Todesrisiko als angenommen. Insbesondere ältere Menschen sind danach gefährdet. In China bedroht die Epidemie zunehmend auch die medizinisch schlecht versorgte Provinz. Millionen von Wanderarbeitern flüchten aus den Städten in ihre Heimatdörfer. In der Hauptstadt Peking stieg die Zahl der Patienten mit 97 neuen Fällen über die Marke von 2000, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. In den USA dürfen ankommende Fluggäste bei SARS-Verdacht nach neuen Richtlinien jetzt gewaltsam isoliert werden. Zuletzt registrierte die WHO weltweit 6727 SARS-Fälle und 478 Tote (Stand: 6. Mai).
Die Sterblichkeitsrate bei SARS-Patienten im Alter von mehr als 60 Jahren liege bei über 40 Prozent, ergab die Studie eines Forscherteams um Christl Donnelly und Roy Anderson vom Imperial College London, einem der weltweit führenden Institute für Infektionskrankheiten. Bei jüngeren Infizierten wurde eine Todesrate von rund 13 Prozent ermittelt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte bislang Raten von maximal 11 Prozent registriert.
Die vom Fachmagazin "Lancet" im Internet veröffentlichte Studie stützt sich auf die Analyse von 1425 SARS-Fällen in Hongkong in den ersten neun Wochen nach Ausbruch der Krankheit. Die neue Schätzung der Todesrate könne allerdings noch etwas sinken, falls es weitere nicht registrierte Fälle gebe, die nicht zu Krankenhausaufenthalten oder zum Tod geführt haben, räumen die Autoren ein. Sie hatten bereits vor Veröffentlichung der Studie auf die höhere Todesrate hingewiesen.
Die Untersuchungen ergaben, dass etwa jeder fünfte mit dem SARS-Virus infizierte Krankenhauspatient stirbt. Die durchschnittliche Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch von SARS, wurde auf etwa sechseinhalb Tage geschätzt. Es sei enorm wichtig, neue Fälle rasch zu erkennen und unverzüglich zu behandeln, um eine weitere Verbreitung des Virus einzudämmen. "Die Regierungen müssen sicherstellen, dass sich Menschen mit SARS-Symptomen umgehend melden und sich in eine Krankenhaus-Quarantäne begeben", forderte Autor Anderson.
In China nahm die Zahl der Erkrankten landesweit um 159 auf 4560 weiter zu. Fünf Patienten starben. Allein in Peking stehen etwa 10.000 Menschen unter Quarantäne. Um eine Ausbreitung einzudämmen, werden jetzt erstmals Bahnverbindungen gestrichen, wie der China News Service berichtete. "Die gegenwärtige Situation zeigt, dass der Zustrom von SARS-Erkrankten aus den Epidemiegebieten in die Provinz mit dem Zug erfolgt." Allein zwei Provinzen meldeten am Mittwoch die Rückkehr von knapp zwei Millionen Wanderarbeitern in ihre Dörfer. "Es gibt viel Bewegung zwischen der Provinz und der Hauptstadt, deswegen sind wir besorgt über die mögliche Ausbreitung der Krankheit", sagte der WHO-Vertreter Alan Schnur. In China gibt es mehr als 100 Millionen Wanderarbeiter. Ministerpräsident Wen Jiabao versprach den Bauern und Arbeitern im ländlichen Raum, dass sie bei einer Erkrankung mit dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) kostenlos behandelt würden.
In den USA sollen Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde und des Zolls künftig hart durchgreifen. Die Beamten sollen Menschen mit SARS-Symptomen wie starken Atemproblemen und hohem Fieber festsetzen, berichtete die "New York Times" am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise. Bei Bestätigung des SARS-Verdachts sollen die Betroffenen - notfalls auch gegen ihren Willen - in medizinischen Einrichtungen unter Quarantäne gestellt werden.
dpa
07.05.2003 - aktualisiert: 07.05.2003, 16:35 Uhr
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/419211
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Deutschland hilft China im Kampf gegen SARS
Peking (dpa) - Deutschland hilft China im Kampf gegen die lebensgefährliche Lungenkrankheit SARS. Eine erste Lieferung von 20 mobilen Röntgen- und 25 Beatmungsgeräten ist auf dem Pekinger Flughafen eingetroffen. Die Sendung ist Teil eines zehn Millionen Euro umfassenden Hilfspakets, das die Bundesregierung zur Verfügung gestellt hat. In Chinas Hauptstadt Peking stieg die Zahl der Patienten mit 97 neuen Fällen über die Marke von 2000.
SARS wird nicht mehr verschwinden
Viren: Immer wieder tauchen neue Erreger scheinbar aus dem Nichts auf und bedrohen Menschen, Tiere und Pflanzen. Die jüngste Kreation aus dem Reich der Viren ist der SARS-Erreger
von Hermann Feldmeier
Die Szene hat etwas Gespenstisches: Wo sich sonst auf dem Hongkonger Flughafen Chek Lap Kok die Menschen drängen, herrscht neuerdings bedrückende Leere. Nur die Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums, weithin erkennbar an ihren adretten Uniformen und den weißen Gesichtsmasken, sind in Bataillonsstärke präsent. Sie nehmen die abreisenden und ankommenden Passagiere peinlich genau unter die medizinische Lupe. Die Körpertemperatur wird mit Wärmekameras gemessen, und in den Kabinen, in denen üblicherweise Leibesvisitationen stattfinden, wird jetzt auf verdächtiges Rasseln im Brustkorb geachtet. Bereits ein geringes Fieber oder ein leichter Husten reicht aus, einem Passagier die Einreise zu verweigern beziehungsweise ihm nahe zu legen, vor dem Abflug erst einmal einen Arzt zu konsultieren.
Die Sicherheitsmaßnahmen werden mit einer Konsequenz durchgeführt, als sei jeder Reisende eine mikrobiologische Zeitbombe. Doch nicht nur am Flughafen, auch in der Stadt sind die Zeichen von SARS omnipräsent. Egal ob im überfüllten Presseraum der Hongkonger Regierung oder in einem der kleinen Tempel, in denen die Luft nach Räucherstäbchen riecht, die meisten Menschen tragen eine Atemmaske, sobald sie sich in öffentlichen Gebäuden aufhalten. Die weiße oder hellgrüne Gaze verhüllt die Mimik ihres Trägers. Doch wenn man genauer hinguckt, so zeigen die Augen häufig eine Spur von Unsicherheit, manchmal sogar Angst. Obwohl derzeit nicht absehbar ist, ob SARS nur eine vorübergehende infektionsmedizinische Episode ist oder zu einer weltumspannenden Plage auf Dauer wird, die historische Bedeutung der Seuche ist jetzt schon offensichtlich, verschwinden wird sie wohl nie mehr. Die atypische Lungenentzündung ist die erste wirklich neue Infektionskrankheit des 21. Jahrhunderts. Und ihr Erreger, ein bislang unbekanntes Virus aus der Familie der Corona-Viren, hat das Rüstzeug, um in die Annalen der Medizingeschichte einzugehen. Dies zeigt eine Gegenüberstellung mit anderen Erregern, die in den vergangenen Jahrzehnten Furore machten. Entweder blieben neu "auftauchende" Keime auf Grund klimatisch-ökologischer Besonderheiten auf einen geographisch begrenzten Raum beschränkt - Beispiele sind das Nipah-, das Hendrah- und das Lassa-Virus -, oder ihr krankmachendes Potenzial wurde durch den Ansteckungsmodus limitiert.
So benötigt zum Beispiel das gefährliche West-Nil-Virus Blut saugende Insekten, um von einer erkrankten auf eine gesunde Person zu gelangen. Dagegen wird der Erreger von SARS vor allem durch ein Medium übertragen, das überall vorhanden ist, wo sich Menschen aufhalten, die Atemluft. Auch alltäglichen Gegenständen muss man jetzt mit großem Misstrauen begegnen: Das neuartige Virus kann bei Raumtemperatur mindestens 24 Stunden auf Plastikoberflächen überleben. Das Telefonat in einer öffentlichen Telefonzelle könnte somit lebensbedrohlich werden. Und während jemand, der am Ebola-Fieber erkrankt ist, kaum noch eine weite Reise unternehmen wird, ist ein Patient mit SARS - zumindest in der Anfangsphase - durchaus in der Lage, per Flugzeug um die halbe Welt zu düsen. Nur so lässt sich erklären, dass die Zahl der Erkrankten innerhalb weniger Wochen auf mittlerweile rund 6600 angestiegen ist, mehr als 461 Menschen das Leben gekostet hat und so weit voneinander entfernte Orte wie Hanoi, Wladiwostok, Bogotá, Toronto und Frankfurt/Main betroffen sind.
Die gute Nachricht ist, dass die internationale Infektionsmedizin die durch SARS verursachte Herausforderung mit Bravour bestanden hat. Nicht nur wurde der Verursacher der Lungenkrankheit in Rekordzeit identifiziert, auch eine ganze Batterie diagnostischer Methoden wurde quasi über Nacht vom Reißbrett bis zur Serienreife entwickelt. Dabei hatten deutsche Forscher die Nase ganz vorn. Wie eine Gruppe von Wissenschaftlern um den Virologen Herbert Schmitz gerade in der angesehenen Fachzeitschrift "The New England Journal of Medicine" berichtete, ist es ihnen gelungen, eine so genannte Real Time PCR zu entwickeln, eine Methode, mit dem das Corona-Virus innerhalb von zwei Stunden, beispielsweise im Bronchialsekret eines Patienten, nachgewiesen werden kann. Die Hamburger Biotech-Firma Artus hat das Prinzip der Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts in einem diagnostischen Kit zusammengefasst, der nun Laboratorien weltweit zur Verfügung gestellt wird - für Testzwecke zunächst kostenlos.
Wissenschaftlern in Lübeck und Würzburg kommt es nun ebenfalls zugute, dass sie sich seit Jahren den Corona-Viren widmen, denen man als harmlose Erkältungserreger bisher wenig Beachtung schenkte. Sie haben bereits einige Hemmstoffe entdeckt und mischen jetzt ganz vorn mit bei der Suche nach einem geeigneten Wirkstoff gegen die Seuchenauslöser.
Vor welchen Schwierigkeiten ihre deutschen Forscherkollegen standen, als Mitte März die ersten Proben von Patienten mit der ominösen Lungenentzündung eintrafen, wird in dem Fachartikel deutlich. Um erst einmal herauszufinden, ob es sich um ein Virus handelt, wurde das aufbereitete Probenmaterial in unterschiedliche Kulturlösungen gebracht. Nachdem sich in so genannten Vero-E6-Zellen nach einigen Tagen eine Art "Mottenfraß" zeigte - ein typischer Hinweis dafür, dass Zellen durch ein Virus zerstört wurden -, hatte man ausreichend Material für eine elektronenmikroskopische Untersuchung.
Bei 10 000facher Vergrößerung zeigte sich dann die typische kranzförmige Hüllenstruktur, die den Corona-Viren ihren Namen gegeben hat. Anschließend wurde durch die Verwendung bestimmter Antiseren mit Hilfe einer Fluoreszenzmethode nachgewiesen, dass es sich bei dem isolierten Erreger tatsächlich um ein Mitglied dieser Virusfamilie handelt. Schließlich zeigte eine Gensequenzierung, dass der neue Erreger nur zur Hälfte seiner RNA mit bisher bekannten Corona-Viren identisch ist. Um nachzuweisen, dass es sich tatsächlich um ein neues Mitglied des Virus-Clans handelt, mussten die Hamburger tief in die molekularbiologische Trickkiste greifen.
Durch verschiedene Amplifikationsmethoden wurde schließlich eine 300 Basen lange Nukleotid-Sequenz identifiziert, die für den neuen Erreger charakteristisch ist. Deren molekulares Gegenstück wurde dann benutzt, um in Proben weiterer Patienten gezielt nach dem neuen Erreger zu suchen. Durch die hoch empfindliche Methode gelang es mittlerweile, auch Viruspartikel im Blut, in der Tränenflüssigkeit und im Stuhl nachzuweisen. Dies bedeutet, dass eine Infektion nicht nur durch Tröpfchen in der Luft, sondern auch über andere Sekrete und Ausscheidungen möglich ist.
Allerdings sind Corona-Viren im Blut Erkrankter immer nur für kurze Zeit vorhanden, so dass eine Übertragung durch Blut oder Blutprodukte eher unwahrscheinlich ist. Dagegen stehen Fäkalien derzeit unter dringendem Verdacht, die starke und ungebremste Ausbreitung des Virus unter anderem durch Schmierinfektionen zu unterstützen.
Mit dem jetzt vorhandenen diagnostischen Rüstzeug können nun auch die Epidemiologen jene Probleme von SARS angehen, die den Gesundheitsbehörden auf den Nägeln brennen. Da ist einmal das Phänomen, dass selbst Geheilte die Viren noch über Wochen ausscheiden und nicht vor Rückfällen sicher sind, oder das der so genannten "super-spreader": mit dem Corona-Virus infizierte Personen, die gleich dutzendweise andere Menschen angesteckt haben. Den Rekord hält ein Mann aus der chinesischen Provinz Guangdong, der nachweislich 100 Kontaktpersonen infiziert hat. Es wird vermutet, dass solche hoch infektiösen Patienten - aus noch unbekannten Gründen - über lange Zeit sehr viele Viruspartikel an ihre Umwelt abgeben. Diese Hypothese lässt sich jetzt erstmalig mit Hilfe der neuen Labormethode überprüfen.
Ein weiteres epidemiologisches Rätsel ist die "Satelliten-Epidemie" in der Amoy Gardens Residence, einer Wohnanlage mit mehreren Hundert Wohnungen im Hongkonger Stadtteil Kowloon. Hier erkrankten innerhalb von zwei Wochen 268 Personen an SARS. Alle Erkrankten wohnten in dem gleichen Wohnblock, hatten aber bis auf wenige Ausnahmen keinen direkten Kontakt zueinander. Von der Weltgesundheitsorganisation entsandte Experten vermuten nun, dass die Übertragung des Erregers über die Klimaanlage oder verseuchtes Abwasser erfolgte. Haustiere, Mäuse und Kakerlaken konnten als Überträger bereits ausgeschlossen werden.
Warum gerade in der Provinz Guangdong die Epidemie ihren Ausgang nahm, glauben die Epidemiologen mittlerweile verstanden zu haben. Die Region scheint so etwas wie eine brodelnde mikrobiologische Garküche zu sein. In kaum einem anderen Gebiet der Erde leben so viele Menschen und Haustiere auf so engem Raum zusammen wie im Süden Chinas. In der subtropischen Region an der Grenze zu Hongkong ist das Wasser verschmutzt, spielen Kinder neben Enten und Hühnern im Müll. Toiletten sind häufig verdreckt, und die Benutzung von Taschentüchern ist wenig verbreitet. Stattdessen werden Rotz und Schleim üblicherweise auf den Fußboden gespuckt.
Das enge Miteinander von Mensch und Tier begünstigt das Überspringen von Erregern, die normalerweise nur im Tier vorkommen, auf den Menschen. Dass in diesen infektionsmedizinischen "Schmelztiegeln" immer wieder einmal Erregervarianten entstehen, die für den Menschen außerordentlich gefährlich sind, zeigt das Beispiel des Influenza-Virus. Im Januar 1997 breitete sich urplötzlich eine Mutante des Grippe-Erregers in der Hühnerpopulation Hongkongs aus, der beim Menschen zu einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung führte. Um die Übertragungskette zu unterbrechen, ließen die Behörden binnen weniger Tage 1,2 Millionen Hühner schlachten.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob es mit den eingeleiteten Überwachungs- und Quarantänemaßnahmen - mehrere Zehntausend Menschen werden derzeit von ihrer Umwelt isoliert - gelingt, die Ausbreitung des neuen Corona-Virus zu stoppen. Es spricht allerdings viel dafür, dass SARS - ähnlich wie Aids und ein Dutzend anderer durch Viren übertragene Erkrankungen - zu einer festen Größe in der Palette unserer gesundheitlichen Sorgen, zu einer "endemischen Krankheit", werden wird. Die Kosten für Prävention und Behandlung, die bereits jetzt auf 30 Milliarden Dollar geschätzt werden, würden dann ins Astronomische steigen.
In Peking und Hongkong ist am Freitag die Zahl der Neuerkrankten an dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) gesunken. Weltweit sind Wissenschaftler dem Ansteckungsweg auf der Spur und veröffentlichten neue Erkenntnisse.
Financial Times Deutschland
WHO zweifelt an Chinas SARS-Zahlen
Peking (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation WHO zweifelt an den chinesischen Zahlen zur Lungenkrankheit SARS. Vor allem im schwer betroffenen Peking kämen falsche Klassifizierungen von Patienten vor, sagte eine WHO-Sprecherin in der chinesischen Hauptstadt. Dadurch tauchten weniger Fälle in der Statistik auf. Die WHO rief außerdem vorsorglich zu erhöhter Aufmerksamkeit bei Bluttransfusionen im Zusammenhang mit SARS auf. Laut WHO sind weltweit bisher 598 Menschen an SARS gestorben. Die Zahl der Infektionen stieg auf 7699.
© WELT.de
Was auffällt ist, daß SARS-Meldungen zur Zeit maßgeblich die Aktienkurse in Asien drücken. Ob hier nicht vielleicht auch der Wunsch etwas der Vater des Gedankens sein könnte , denn eine kleine Anti-Emerging-Kampagne springt auf jeden Fall dabei heraus.
germanasti
18.05.2003, 22:29
ftd.de, So, 18.5.2003, 21:40
SARS-Epidemie weltweit auf dem Rückzug
Die Lungenkrankheit SARS ist nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit auf dem Rückzug. China hat am Sonntag die niedrigste Zahl an Toten und neuen Infizierungen mit der Lungenkrankheit seit einem Monat gemeldet.
http://www.ftd.de/pw/in/1053090410890.html?nv=cd-divnews
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Man darf gespannt sein wie es im Herbst wird, wenn wieder Grippezeit kommt!
WHO glaubt an Kontrolle über SARS
Genf (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist zuversichtlich, die Lungenkrankheit SARS unter Kontrolle zu bekommen. Sie geht aber davon aus, dass es in Zukunft weitere Ausbrüche unbekannter Krankheiten geben wird. Das erklärte David Heymann, WHO- Exekutivdirektor für Infektionskrankheiten, am Montag in Genf anlässlich der WHO-Generalversammlung. Bis zum Wochenende hatte die WHO offiziell 7761 Fälle des Schweren Akuten Atemwegssyndroms registriert. 623 Menschen sind an SARS gestorben, die meisten in Asien.
Die WHO hatte erstmals am 15. März weltweit vor der rätselhaften Krankheit gewarnt. Die Erfolge in Asien und jetzt auch in China belegten, dass eine Eindämmung machbar sei, sagte Heymann. Es gelte zu verhindern, dass SARS eine dauerhafte Krankheit wie Aids oder Tuberkulose werde. Ob dies gelinge, werde aber erst die Zeit zeigen. «Wir haben keine andere Wahl, als mit diesem Kurs fortzufahren.» Bisher gibt es kein Gegenmittel gegen SARS, nur einige Diagnosetests, die aber nach Angaben von WHO-Experten noch nicht gut genug sind.
Derzeit gebe die WHO rund zwei Millionen US-Dollar (1,7 Millionen Euro) im Vierteljahr für die Erforschung und Eindämmung der Krankheit aus, sagte Heymann. Weltweit wird zudem an SARS-Medikamenten geforscht, was weitere Millionen kostet. Heymann regte an, das Investment- oder multinationale Unternehmen bei der Finanzierung und Sicherstellung öffentlicher Gesundheit eine größere Rolle spielen sollten, da diese Krankheiten auch enorme wirtschaftliche Verluste verursachen. Um Laboratorien besser auszurüsten und für zusätzliche Investitionen in die Vorsorge wären nach Heymanns Einschätzung 150 Millionen US-Dollar im Jahr nötig.
Die WHO geht davon aus, dass es auch weiterhin unbekannte Infektionskrankheiten geben wird. «Wir erwarten mehr und es werden mehr sein», sagte der Experte. Die große Sorge der Organisation bleibe aber die Ausbreitung der Grippe. Auch bei den ersten SARS- Fällen habe man an eine neue Grippe gedacht, sagte Heymann. «Die Grippe wird mit größter Wahrscheinlichkeit wieder global auftreten, wie sie es bereits drei Mal im vergangenen Jahrhundert getan hat.»
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Risiko der SARS-Ansteckung im Flugzeug geringer als vermutet
Genf/Peking (dpa) - Das Ansteckungsrisiko mit der Lungenkrankheit SARS ist im Flugzeug nach Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO geringer als erwartet. Bis zum 12. Mai hat die WHO 35 Flüge untersucht, auf denen es vermutlich SARS-Infizierte gab. Nur in vier Fällen wurde eine Ansteckung nachgewiesen.
Dabei handelte es sich entweder um Passagiere, die in unmittelbarer Nähe eines Infizierten saßen, oder um Flugbegleiter. Die Studie wurde am Dienstag am Rande der WHO-Generalversammlung in Genf vorgestellt. WHO-Mitarbeiter hatten schon früher ausgeschlossen, dass sich das SARS-Virus über die Klimaanlage in Flugzeugen verbreitet.
Bis Montagabend verzeichnete die WHO weltweit 7864 Fälle des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS) in 28 Ländern. Es gab 643 Tote. Den größten Anstieg verzeichnete die WHO mit 70 neuen Fällen in Taiwan. Weltweit waren seit Samstag 116 SARS-Infektionen hinzugekommen. Singapur registrierte nur einen neuen Fall. «Die Lage in Singapur ist seit längerer Zeit sehr gut», sagte WHO-Sprecherin Christine McNab. Für Hongkong und Singapur erwäge die WHO deshalb, die Reisewarnungen zurückzunehmen.
Nach Angaben chinesischer Behörden ist die Ausbreitung von SARS in der schwer betroffenen Hauptstadt Peking «wirksam eingedämmt». Die WHO warnte allerdings: «Es ist zu früh, um die Siegesflagge zu hissen.» Innerhalb eines Tages kamen in der Metropole nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwölf SARS-Fälle dazu. Vier Menschen starben.
Nach Angaben des Berliner «Tagesspiegels» (Mittwochsausgabe) gibt es in China weiterhin mehr SARS-Fälle als gemeldet. So seien in der Stadt Datong in der Provinz Shanxi offiziell nur fünf Fälle von SARS- Patienten registriert. Gleichzeitig bestätigten Mitarbeiter der Krankenhäuser der Stadt, dass insgesamt 70 Patienten wegen SARS behandelt werden. Der Sprecher der WHO in Genf, Dick Thompson, sagte dem «Tagesspiegel», der WHO lägen keine Beweise vor, dass die chinesischen Behörden noch SARS-Fälle vertuschen. Er könne aber nicht ausschließen, dass es in der Provinz Fälle gebe, die nicht gemeldet würden.
Der Vizedirektor des Gesundheitsamtes, Liang Wannian, betonte, Fehldiagnosen seien nicht auszuschließen, ihre Zahl könne aber nur «sehr gering» sein. Die WHO hatte zuvor bemängelt, dass Patienten mit leichten Symptomen nicht mitgerechnet würden.
Unter den 640 000 Wanderarbeitern auf Pekings Baustellen wurden nach amtlichen Angaben 184 SARS-Erkrankungen und 141 Verdachtsfälle verzeichnet. Aus Sorge vor einer Ausbreitung der Krankheit in den ländlichen Raum ist allen Wanderarbeitern untersagt, in ihre Heimat zurückzukehren. Zwischen Anfang April und Mitte Mai haben jedoch bereits 600 000 von ihnen die Stadt verlassen. Derzeit arbeiten laut Behörden noch 2,63 Millionen Wanderarbeiter in Peking.
Landesweit (ohne Hongkong) stieg die Zahl der SARS-Fälle in China um 17 auf 5248. Die Zahl der Todesopfer kletterte um insgesamt 5 auf 294.
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SARS-Gefahr auf den Philippinen gebannt
Manila (dpa) - Die Weltgesundheitsorgansiation (WHO) hat die Philippinen von ihrer Liste der Länder genommen, in denen eine Ansteckung durch die Lungenkrankheit SARS droht. In den vergangenen 20 Tagen - der doppelten Inkubationszeit - habe es keine Neuinfektionen mehr gegeben, teilte die WHO am Mittwoch in der Hauptstadt Manila mit.
Der letzte Fall einer auf den Philippinen übertragenen Erkrankung sei am 30. April isoliert worden. In dem Inselstaat hatte es zwölf Krankheitsfälle gegeben. Zwei Menschen waren an dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) gestorben.
Die WHO lobte die Anstrengungen der philippinischen Behörden im Kampf gegen die Lungenseuche als «effizient». Dies sei ein Beispiel für die notwendigen Maßnahmen, um eine größere Ausbreitung der Krankheit schnell einzudämmen und die Zahl der Folgeerkrankungen gering zu halten, hieß es in einer Mitteilung.
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SARS-Reisewarnung für Taiwan
Genf (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat wegen der gefährlichen Lungenkrankheit SARS am Mittwoch eine Reisewarnung für ganz Taiwan ausgesprochen. Dort steigt die Zahl der SARS-Kranken schneller als irgendwo sonst. Bereits am 8. Mai hatte die WHO von Reisen in die Haupstadt Taipeh abgeraten.
China sieht unterdessen ein Abflauen der SARS-Infektionen. Rao Keqin vom chinesischen Krisenstab sagte: «Der Höhepunkt der Krankheit ist in China überschritten. Aber es ist noch zu früh, von einer Eindämmung der Krankheit zu sprechen, und viele Maßnahmen sollten für eine ziemlich lange Zeit aufrechterhalten werden.»
Reisewarnungen der WHO bestehen derzeit weiter für Peking, Hongkong sowie die chinesischen Gebiete Guangdong, Hebei, Innere Mongolei, Shanxi und Tianjin. Weltweit verzeichnete die UN- Organisation bis Dienstagabend 7919 Fälle des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS) mit bislang 662 Toten.
In Taiwan wurden bis Mittwoch 418 Fälle gezählt, 35 mehr als am Vortag. Die WHO betonte, dass es sich bei der Warnung vor Reisen um eine Vorsichtsmaßnahme handelt, um SARS einzudämmen. Nach dem heftigen Ausbruch der Krankheit in Taiwan wurden Geldstrafen in Höhe von 1,5 Millionen Taiwan Dollar (36 000 Euro) gegen zwei weitere Krankenhäuser in der südtaiwanesischen Hafenstadt Kaohsiung verhängt. Die Gesundheitsbehörden vermuten, die Hospitäler hätten aus Sorge, dass andere Patienten wegbleiben könnten, SARS-Fälle verheimlicht. Erst als sich das Virus massiv ausbreitete, hätten sich die Krankenhäuser an die Behörden gewandt.
Knapp 20 000 Menschen wurden in Taiwan unter Quarantäne gestellt, meist in ihren Wohnungen. Bei Stichproben stellte das Gesundheitsamt jedoch fest, dass 15 Prozent von ihnen die Auflagen verletzt hatten. Die südtaiwanesische Stadt Tainan macht Menschen unter Quarantäne jetzt mit einem versiegelten Identifikationsarmband kenntlich, ähnlich wie Neugeborene im Krankenhaus. Wer jemanden mit einem solchen Armband außerhalb dessen Wohnung sieht und meldet, wird mit umgerechnet 250 Euro belohnt. Verstöße gegen die Quarantäneauflagen können mit Geldstrafen zwischen umgerechnet 1460 und 7300 Euro geahndet werden.
In China nahm die Zahl der neuen Patienten lediglich um 12 auf 5249 zu. In der schwer betroffenen Hauptstadt Peking, wo es jetzt 2444 Fälle gibt, wurden nur 8 neue Infektionen und 2 Tote gemeldet. Mitglieder des Krisenstabes bestritten, dass der Rückgang darauf zurückgeht, dass Patienten mit leichten Symptomen nicht mitgezählt würden. In der Tageszeitung «China Daily» betonte der Experte Xu Dezhong, die Diagnosestandards in der Volksrepublik seien strenger als die der WHO.
Die WHO nahm am Mittwoch die Philippinen von der Liste der Länder, in denen die Lungenkrankheit SARS übertragen wird. Die letzte Infektion liegt laut WHO mehr als 20 Tage zurück.
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15000 - 20000 grippetote in deutschland, pro jahr
ganz "normal"
das "eine" wird erfolgreich (was ist erfolgreich?) bekämpft
das "andere" kommt.
noch mal:
durch die "menschheitsgeschichte" hindurch,
hat sich die qualität der "krankheiten" verändert ....
die quantität ist proportional gleich geblieben ....
2003
@2003 bedenke : An einer "normalen" Krankheit zu sterben ist langweilig geworden , man könnte auch sagen es ist Out.
Es ist nicht mehr schick - aber SARS bringt den Kick ! :D
Mehr als 20 neue SARS-Fälle in Toronto befürchtet
Toronto (dpa) - Im kanadischen Toronto befürchten die Behörden mehr als 20 neue SARS-Fälle. Die von der Lungenkrankheit betroffenen Patienten könnten sich nach Angaben eines Mediziners in einem Krankenhaus angesteckt haben. Kanada ist außerhalb Asiens das am schwersten mit SARS betroffene Land. Im Großraum Toronto sind bisher 24 Menschen an dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom gestorben. Indes hat Taiwan zehn neue SARS-Fälle gemeldet. Der Anstieg ist im Vergleich zu den vergangenen Tagen gering.
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Neuer Sars-Test aus Berlin
Toronto/Berlin (dpa) - Das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) hat einen neuen Test für die Lungenkrankheit Sars vorgestellt. Damit könnten im Blut Antikörper gegen die Viren nachgewiesen werden, teilte das Institut am Montag mit. Der Test solle in zwei Wochen auf dem Markt kommen. China meldete am Montag die niedrigste Zahl neuer Sars-Infektionen seit fünf Wochen. In Taiwan stieg die Zahl dagegen um 15. Die Chefin des Gesundheitsamtes der Hauptstadt Taipeh trat wegen Pannen in Krankenhäusern zurück. In Toronto wurden drei weitere Sars-Todesfälle bestätigt.
Der auf Immunfluoreszenz basierende neue Test, der zusammen mit einer Lübecker Firma entwickelt worden sei, bietet laut RKI zusätzliche Möglichkeiten, ungeklärte Fälle genauer zu untersuchen. Der kommerziell verfügbare Test an sich sei nicht neu, das RKI habe ihn jedoch standardisiert, so dass er nun in jedem Labor eingesetzt werden könne, sagte der RKI-Virologe Prof. Georg Pauli.
Nach Auskunft von Prof. Herbert Schmitz vom Bernhard-Nocht- Institut für Tropenmedizin gibt es bislang für Sars zudem einen chemischen Farbtest (ELISA), der ebenfalls Antikörper nachweist, und einen Test auf das Erbgut der Viren (PCR-Test). Bislang seien bei drei Sars-Fällen in Deutschland mittels Immunfluoreszenz-Test Antikörper nachgewiesen worden. «In sechs anderen an die WHO gemeldeten Fällen wurden meines Wissens bislang keine Antikörper gefunden», sagte Schmitz der dpa. «Möglicherweise gab es in Deutschland erst drei echte Sars-Fälle.» Für einen schnellen Nachweis ist ein Antikörper laut Schmitz nicht geeignet, da Menschen erst 10 bis 20 Tage nach der Erkrankung Antikörper entwickeln.
Weltweit registrierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis Montagabend 8202 Sars-Fälle und 725 Tote. Unterdessen befürchtet die kanadische Regierung nach mehreren neuen Fällen schwer wiegende Konsequenzen für die Wirtschaft. Toronto trage zu einem Viertel zum Bruttoinlandsprodukts Kanadas bei, sagte der kanadische Außenminister Bill Graham nach einem Treffen mit Bundesaußenminister Joschka Fischer in Berlin. Nach Behördenangaben erhöhte sich die Zahl der Sars-Toten in Kanada mit den drei nun bestätigten Fällen auf 27. In zwei Fällen handelte es sich um Patienten, die Anfang Mai gestorben waren. Ein Dritter starb am Wochenende am Schweren Akuten Atemwegssyndrom (Sars). Von mehr als 30 neuen Verdachtsfällen haben sich bislang acht bestätigt.
Nachdem Wissenschaftler in Hongkong und Südchina von einer möglichen Verbindung zwischen dem Coronavirus und dem Verzehr gefährdeter Tierarten berichtet hatten, stellte die WHO klar, dass es sich dabei jedoch nicht - wie zunächst angenommen - um die Zibetkatze handele. Vielmehr sei bei der genannten Studie der Larvenroller (Paguma larvata), ebenfalls eine Schleichkatze, untersucht worden. In englischsprachigen Medien in China und anderen Ländern Asiens war zunächst von der Zibetkatze die Rede. Ihr englischer Name «Civet Cat» ähnelt dem «Masked Palm Civet» genannten Larvenroller.
Der dunkel- bis rotbraune Larvenroller wird rund 60 Zentimeter lang und geht auf Bäumen und am Boden vor allem nachts auf Futtersuche. Laut WHO ist der Zusammenhang aber noch nicht bewiesen.
Nach Angaben des chinesischen Vizegesundheitsministers Gao Qiang ist der Tagesdurchschnitt neuer Fälle von etwa 80 in den ersten 10 Maitagen auf jetzt etwa 20 gefallen. Die internationale Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» nahm in zwei Krankenhäusern in der Provinz Hebei bei Peking die Arbeit auf. Die Mitarbeiter bilden Krankenhauspersonal darin aus, Patienten zu isolieren und sich selbst zu schützen, wie die Organisation in Berlin berichtete.
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WHO hat Zweifel an Sars-Zahlen
Genf/Hamburg (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Zweifel an dem rapiden Rückgang neuer Sars-Meldungen in China geäußert. Bedenken bestünden vor allem bei den Zahlen aus Peking, sagte WHO-Sprecher Ian Simpson am Dienstag in Genf. «Wir wissen nicht genug darüber, wie die Fälle gezählt werden und wo sie herkommen.»
Unterdessen wurde in der Nacht zum Dienstag ein 60-jähriger Mann mit Sars-Symptomen in das Hamburger Berhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin gebracht. Es war noch nicht klar, ob der Patient aus dem Kreis Neuss bei Düsseldorf wirklich an der Lungenkrankheit leidet. Trotzdem wurden 45 Menschen im Raum Düsseldorf unter Quarantäne gestellt.
Der Mann war am 16. Mai von einer Geschäftsreise aus Taiwan zurückgekehrt. «Auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht sehr hoch ist, müssen wir ihn behandeln, als hätte er Sars», sagte der Direktor des Instituts, Bernhard Fleischer. Familienmitglieder durften ihn bisher nicht besuchen. «Dem Patienten geht es nicht so schlecht, aber man muss sicher sein, das ist ein sehr gefährliches Virus.» Coronaviren seien bei dem Mann noch nicht nachgewiesen worden, erläuterte Fleischer. Eine Sars-Erkranung sei aber trotzdem möglich.
Weltweit hatte die WHO bis Montagabend 8384 Fälle und 770 Tote gemeldet. 5402 Patienten waren schon wieder aus den Kliniken entlassen worden. Die kanadischen Behörden haben einen weiteren Sars- Todesfall bekannt gegeben. Damit stieg die Zahl der Opfer der gefährlichen Lungenkrankheit in Kanada auf 32.
Bei der WHO stieß insbesondere der «relativ schnelle Rückgang» von Sars-Meldungen in China auf Skepsis. «In der Vergangenheit hatten wir 20 bis 30 neue Fälle pro Tag. Das ging auf eine Hand voll zurück», sagte WHO-Sprecher Simpson.
Derweil mahnte Chinas Regierung trotz des von ihr gemeldeten Rückgangs der Sars-Fälle zu anhaltender Wachsamkeit. Es gelte, einen möglichen Rückfall zu verhindern, sagte Vizegesundheitsminister Gao Qiang in Peking zum Auftakt einer zweitägigen Konferenz von mehr als 100 Gesundheitsbeamten und Experten aus den Ländern des Verbandes der südostasiatischen Staaten (ASEAN), Japan, Südkorea und China. «Wir haben einen hohen Preis gezahlt, aber wir haben auch viel gelernt», zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.
Nach keiner einzigen neuen Infektion am Vortag meldete Chinas Gesundheitsministerium am Dienstag wieder drei neue Erkrankungen, aber keinen Todesfall. Weltweit ist China mit bislang 5329 Sars- Fällen und 334 Toten am schlimmsten von der neuen Krankheit betroffen.
Nach Angaben chinesischer Wissenschaftler kann das Virus bis zu 15 Tage außerhalb des menschlichen Körpers überleben. Es könne bei einer Temperatur von 24 Grad 5 Tage im Speichel, Schleim oder Kot eines Patienten bestehen. Bis zu 10 Tage bleibe es im Urin und 15 Tage im Blut erhalten. 3 Tage lang könne das Virus auf Papier, Holz, Metall, Plastik oder Glas bestehen, berichtete laut Xinhua die Wissenschaftsgruppe des Sars-Krisenstabes. Desinfektionsmittel könnten das Virus aber in wenigen Minuten abtöten.
© WELT.de
SARS:
WHO gibt Entwarnung für Hongkong (http://www.gesundheit.de/static/news/030623134235.o65mxae0.shtml) - Seit 20 Tagen keine neue Ansteckung mehr
WHO hebt Reisewarnung für Peking auf (http://www.gesundheit.de/static/news/030624073058.0c9zd6j6.shtml) - Chinas Hauptstadt von Sars-Liste gestrichen
germanasti
24.06.2003, 19:03
Wie schonmal vor mehreren Wochen im Tagesthread beschrieben, gehts mit SARS erst im Herbst wieder weiter.
Wehedem dann kommt die ganz grosse negative Überraschung :(
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