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Vollständige Version anzeigen : Penisionsfonds wann wird das Fiasko wahrgenommen


web1
16.04.2003, 20:16
Ford: US-Pensionsfonds-Defizit steigt Ende des 1.Quartals auf 7,5 Mrd DollarNEW YORK (dpa-AFX) - Beim US-Autokonzern Ford hat sich das Loch in den Pensionskassen zum Ende des ersten Quartals auf 7,5 Milliarden Dollar vergrößert. Ford komme aber plangemäß voran bei dem Bemühen, den Fonds angemessen auszustatten, sagte Finanzchef Allan Gilmour am Mittwoch. Im Schlussquartal 2002 hatte das Defizit noch 7,3 Milliarden Dollar betragen.

Zuvor hatte die Ford Motor Co. mit ihrem Quartalsgewinn je Aktie von 0,45 Dollar Analysten-Erwartungen um mehr als das Doppelte übertroffen. Zudem bekräftigte der Autobauer seine Prognose für das Gesamtjahr 2003.

Das unerwartet gute Ergebnis im ersten Quartal führte der Finanzchef auf eine strenge Kostenkontrolle sowie die Kreditfinanzierungs-Sparte zurück. Ford werde schauen, wo weitere Kosten gesenkt werden könnten.

Ford peile für 2003 ein Ergebnis von 0,70 Dollar je Titel an. Das wäre deutlich mehr als die 0,44 Dollar je Aktie, die die von First Call/Thomson Financial befragten Branchenexperten derzeit prognostizieren. Gilmour sagte, es sei aber sehr schwierig geworden, einen Ausblick für die Branche sowie die Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte zu geben. Im laufenden zweiten Quartal rechnet Ford mit einem Gewinn von 0,10 Dollar je Aktie - weniger als Analysten derzeit vorhersagen (0,10 USD)./FX/sbi/hi

Quelle: DPA-AFX


Scheint ja alles niemanden zu interessieren.
Wie Germanasti immer schreibt....

Auch solche Nachrichten werden wohl nicht wahrgenommen.

Schon verrückt die Amis

web1
16.04.2003, 20:23
so nebenbei

Ford ist 12 % im plus, ist ja klar, bei der guten Nachricht

paule2
16.04.2003, 22:11
dpa-AFX-Nachricht (USA)


Dienstag, 15.04.2003, 18:50

RATING: S&P prüft Herabstufung von US-Konzernen wegen Pensionsproblemen

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Ratingagentur Standard & Poor`s (S&P) prüft bei einer Reihe von US-Konzernen eine Herabstufung wegen Pensions-Unsicherheiten. Vor allem die Schwäche an den Aktienmärkte habe die Lage in den aktienbasierten Pensionsfonds verschärft, teilte S&P am Dienstag in New York mit.

Betroffen von der Überprüfung sind unter anderem Alcoa (derzeitige Einstufung: `A`), Caterpillar (`A+`), Delphi (`BBB`), Kimberly-Clark (`AA`) und SBC Communications (`AA-`).

Die Analysten senkten den Ausblick von "stabil" auf "negativ" bei DuPont (`AA-`) , Eastman Kodak (`BBB+`) und Rockwell Automation (`A`)./mur/hi



info@dpa-AFX.de

paule2
16.04.2003, 22:20
Für Anleger lohnt der genaue Blick in den Geschäftsbericht


In Pensionsfonds lauern Luftbuchungen


Von Tobias Moerschen, Handelsblatt


Im Ergebnis 2002 verbuchte der US-Multi General Electric (GE) einen Ertrag von 806 Mill. $ aus seinem Pensionsfonds. So viel hätte das Unternehmen mit dem größten Börsenwert der Welt verdient, wenn der Fonds sich exakt gemäß der Renditeprognose entwickelt hätte.


NEW YORK. Erst fünf Tage nach Bilanz-Veröffentlichung merkte ein Reuters-Journalist: In der Realität schrumpfte der Fonds für GE-Betriebsrentner im schlechten Börsenjahr 2002 über 5 Mrd. $. Zwischen Buchgewinn und realem Verlust klafft eine Lücke von gut 6 Mrd. $. Der Fehlbetrag fiel aber wohl tagelang niemandem auf.

Nun kann niemand behaupten, GE hätte gegen Bilanzregeln verstoßen oder den Verlust unter den Tisch fallen lassen. 73 Seiten hinter dem virtuellen Millionenertrag zeigt eine Fußnote genau, wie die düstere Wirklichkeit aussieht. Nicht nur bei GE verwechseln Finanzmarktakteure häufig hübsche Bilanzen mit der hässlichen Realität. Zwei Statistikexperten der US-Notenbank wiesen nach: Investoren berücksichtigen die Buchgewinne aus Pensionsfonds im Schnitt genau so wie normale Unternehmenserträge. Ein schwerer Fehler. Denn bei den Pensionserträgen vergangener Jahre handelt es sich oft um rein bilanzielle Konstrukte, die in Wirklichkeit gar nicht existieren.

Das Ergebnis legt nahe, dass Anleger das Gewinnpotenzial der US-Firmen im Boom überschätzt haben. Womöglich droht eine negative Kursreaktion, wenn die zum Teil riesigen Löcher in den Pensionsplänen sich mit der Zeit in den Bilanzen niederschlagen. „Obwohl die Bilanzangaben über Pensionspläne manchmal sehr irreführende Indikatoren für die tatsächliche Wertentwicklung sind, scheinen die Investoren sich darauf zu verlassen“, stellen die Fed-Experten in ihrer Studie fest.

Die US-Unternehmen sparen Rücklagen für ihre Betriebsrentner in Pensionsfonds an. Diese investieren einen Großteil ihrer Mittel am Aktienmarkt. So profitierten die Firmen massiv von der fast 20 Jahre langen Börsenhausse. Manche Unternehmen konnten jahrelang „Beitragsurlaub“ nehmen, weil sich die Betriebsrenten durch die steigenden Kurse praktisch von selbst finanzierten. Doch seit die Kurse fallen, sind die Überschüsse stark gesunken. Seit 2001 weisen die US-Pensionspläne sogar eine wachsende Lücke auf.

In der Gewinn- und Verlustrechnung macht sich das bisher kaum bemerkbar. Denn die bilanziellen Pensionserträge spiegeln nicht die reale Entwicklung der Fonds und Zahlungsverpflichtungen wider. Stattdessen verwenden die Konzerne eine geschätzte Langfristrendite für die Fonds. Je höher diese ausfällt, desto höher sind die Pensionserträge. Kein Wunder, dass US-Firmen sehr optimistische Schätzungen benutzen, die aber zuletzt völlig unrealistisch waren. Daran liegt es, dass die Firmen im S & P-500 sogar 2001 positive Pensionserträge auswiesen. Dabei verschlechterte sich die Nettoposition von 2000 bis 2002 um 40 %, so die Unternehmensberatung Towers Perrin.

Für einzelne Unternehmen können clevere Anleger selbst nachrechnen. Diese Mühe machen sich viele Analysten – wie im GE-Beispiel – nicht. Wer die Fußnoten studiert, kann daher für einige Tage einen Informationsvorteil genießen. Wer dagegen die virtuellen Pensionserträge wie reale Gewinne bewertete, der liegt oft um einige Millionen oder Milliarden daneben.


HANDELSBLATT, Donnerstag, 10. April 2003, 07:02 Uhr