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Wunschanalyse Volkswagen
Geschrieben von Stephan Heibel
Veröffentlicht: 19:50 - 11.09.2018
Keine Bewertung
Herzlich Willkommen zu unserer Wunschanalyse in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de).

Seit einiger Zeit schon schiebe ich die Wunschanalyse zu Volkswagen vor mir her. Die Analyse ist schnell gemacht, aber für eine ordentliche Einschätzung müssen die jüngsten Entwicklungen um die Elektromobilität, das autonome Fahren sowie der Handelsstreit mit den USA berücksichtigt werden. Und dazu braucht es eine Branchenbetrachtung. Ich habe mich nun über diese Wunschanalyse hinaus in meinem Börsenbrief „Heibel-Ticker“ mit der gesamten Automobilbranche Deutschlands, Wettbewerber & Zulieferer, beschäftigt. Sie können die umfangreiche Analyse hier kostenfrei lesen (Kapitel 05).


Kennzahlen der Volkswagen laut Sharewise.com

ISIN DE0007664039, WKN 766403
Kurs aktuell: 138,78 €


Analyse dessen, was wir wissen



Beschränken wir uns hier also auf eine kurze Analyse von Volkswagen selbst. Ich brauche Ihnen nicht zu erzählen, dass auch Bentley, Audi, Skoda, Seat, Porsche, Lamborghini, Bugatti, Ducati, MAN und Scania zum VW-Konzern gehören. Knapp zwei Drittel des Konzernumsatzes werden aber von VW und Audi erwirtschaftet. Die mit Abstand größte Gewinnmarge hat Porsche und steuert trotz des nur kleinen Umsatzanteils immerhin ein Viertel zum Konzerngewinn bei.

Die Dieselaffäre möchte VW gerne durch interne Kosteneinsparungen finanzieren. Die Gewinnmarge liegt aktuell bei 7,4% des Umsatzes, im Vorjahr waren es noch 6,7%. Aufgrund der Dieselkosten und bei gleichzeitigen Kosteneinsparungen im Konzern rechnet VW mit einer Gewinnmarge von 6,5 bis 7,5% bis zum Jahr 2020. Die Nettoliquidität würde dann von 27 Mrd. Euro im Jahr 2016 auf etwas über 20 Mrd. Euro sinken.

Bis 2022 möchte VW gleichzeitig 34 Mrd. Euro in den Elektroantrieb, in autonomes Fahren und in die Digitalisierung bis hin zu Mobilitätsdiensten investieren. Im gleichen Zeitraum werden 90 Mrd. Euro in die Weiterentwicklung der bestehenden Technologie gesteckt. Ja, 34 Mrd. Euro sind eine Hausnummer, mit der sich VW der Zukunft zuwendet. Aber für einen Konzern mit 230 Mrd. Euro Jahresumsatz ist ein jährliches Investitionsvolumen von unter 3% des Umsatzes für Zukunftstechnologien in meinen Augen mickrig.

Für die kommenden Jahre gehen Analysten von einem Umsatzwachstum von 4-6% aus. In den aktuellen VW-Unterlagen wird von „bis zu +10%“ gesprochen. Die Gewinnentwicklung dürfte sich überproportional zum Umsatz verhalten, sofern nichts Unvorhergesehenes passiert ...

... und genau da liegt das Problem. Neben der bestehenden Dieselaffäre schwebt noch der Kartellvorwurf über Volkswagen, der Konzern habe durch geheime Absprachen mit den anderen großen deutschen Autobauern die Basis für den Dieselbetrug gelegt.



Zudem sind die Investitionen in Elektromobilität, autonomes Fahren und in die Digitalisierung in meinen Augen viel zu gering, wie oben gezeigt. Mit solchen Beträgen wird VW nicht zu Wettbewerbern wie Tesla oder inzwischen auch Volvo aufschließen können. Es besteht meiner Einschätzung nach die Gefahr, dass VW in den kommenden Jahren deutlich höhere Strafen als heute erwarten und deutlich höhere Investitionen als heute geplant tätigen muss, um die Vergangenheit zu bewältigen und sich für die Zukunft zu rüsten.

Was wir nicht wissen

Und so betrachtet sind alle Schätzungen derzeit einfach nur aus der Luft gegriffene Zahlen, die keine vernünftige Basis für eine Bewertung der Aktie bilden. Denn das KGV 2019e von nur noch 5 bei einer erwarteten Dividendenrendite von 4,6% macht die VW-Aktie zu einem der günstigsten Unternehmen in Deutschland, die müsste man – sofern an den Erwartungen etwas dran ist – im Depot haben.

Solange Tesla seine Produktionsziele verfehlt und der Dieselskandal keine neuen Betrügereien zu Tage bringt, dürfte die VW-Aktie weiter ansteigen. Je mehr Zeit verstreicht, desto mehr Geld kann VW zwischenzeitlich für die Vergangenheit beiseite legen und desto besser kann sich der Konzern auf die Zukunft vorbereiten. Doch das extrem niedrige Bewertungsniveau zeigt an, dass Anleger oben aufgezählte Risiken durchaus ernst nehmen.

Und dabei habe ich noch gar nicht über den weltweiten Handelsstreit gesprochen, der von US-Präsident Trump vom Zaun gebrochen wurde. China ist inzwischen der wichtigste Absatzmarkt von VW, dicht gefolgt von den USA. Die beiden Märkte sind für VW jeweils heute schon größer als das Geschäft in ganz Europa. Wenn der Handelsstreit eskaliert – egal ob seitens der USA oder seitens Chinas - , wird VW Federn lassen.

Blick in die Zukunft: Disruption

Für mich steht fest, dass in den kommenden Jahren in der Automobilindustrie kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Wir befinden uns am Beginn einer Revolution, dessen Ausgang aus heutiger Sicht ziemlich ungewiss ist. Wenn bestehende Strukturen aufgebrochen werden, spricht man auch von „Disruption“.

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Nicht die Elektromobilität ist der Schauplatz neuer Entwicklungen, sondern einmal mehr Software. Auf dem Rücken der Software hat Amazon den Einzelhandel revolutioniert, hat Paypal Zahlungswege revolutioniert, hat Netflix das Fernsehen revolutioniert und hat Apple die Mobilfunkbranche revolutioniert.

Im Verlauf dieser Revolutionen blieben Unternehmen, die als Stolz ganzer Nationen, als Bluechips an den Aktienmärkten galten, auf der Strecke. Schauen Sie sich an, was aus Karstadt, Wertheim oder Hertie geworden ist. Unsere Banken sind ein Schatten ihrer selbst. Die Filmbranche steht inzwischen in Deutschland auf der Liste kultureller Subventionsbranchen und wann haben Sie zuletzt mit einem Nokia-Handy telefoniert?

Jetzt ist die Autobranche dran. Wenn wir erkennen, dass auch diese Revolution von Software getrieben ist, dann wird schnell verständlich, dass nicht die Elektromobilität eine Gefahr für unsere Autoindustrie darstellt, sondern das autonome Fahren.

Wenn Tesla sich auf die Einführung des Elektromotors beschränkt, wird es übermorgen einen Zulieferer wie Panasonic oder LG geben, die den Elektroantrieb bauen und eine schöne Karosserie drumherum setzen. Das Auto wird zum Allgemeingut mit dünnen Gewinnmargen.

Tesla benötigt einen Vorteil, den Zulieferer nicht haben. Ich habe den Eindruck, das autonome Fahren wird diese Aufgabe übernehmen. In wenigen Jahren wird man die verschiedenen Systeme des autonomen Fahrens miteinander anhand von Unfallstatistiken vergleichen. Diejenigen, die den besten Autopiloten haben, werden zum Weltmarktführer avancieren.

Zwei Ansätze für autonomes Fahren

Was natürlich ein Vorteil von Tesla sein wird, ist, dass sämtliche Informationen über das Auto auf der digitalen Tesla-Plattform verfügbar sind. Es ist so etwas wie das Betriebssystem des Autos. Und da werden nicht nur Daten über Geschwindigkeit und Tageszeit verarbeitet, sondern auch all das, was die Außenkameras aufnehmen. Statt Rückspiegel will Tesla Bordkameras nutzen und das entsprechende Bild an die entsprechenden Stellen projizieren.

Die Bordkameras werden aber nicht nur als Rückspiegelersatz genutzt, sondern liefern wichtige 3D-Informationen für den Autopiloten, das autonome Fahren. Je mehr Bordkameras, desto mehr Bilder und damit desto mehr Informationen, die alle in Verbindung mit entsprechenden Informationen von Geodaten, Stoßdämpfersensoren und Gyroscope-Daten gespeichert und ausgewertet werden.

Tesla ist damit meines Wissens der einzige Autobauer, der seine Fahrzeuge mit Kameras vollstopft und die 3D-Bilder entsprechend auswertet. Alle anderen arbeiten mit Radar (bspw. von Hella). Mit Radar kann die Umwelt wesentlich besser vermessen werden, Rückschlüsse auf Bordsteinkanten und ähnliches sind wesentlich präziser.



Aber so ein Radargerät kostet heute noch 10-20T€. Die großen Autobauer wie Volkswagen und auch Google leisten sich einige hundert mit Radar ausgestattete Fahrzeuge und lassen sie durch die Gegend fahren, um Daten zu sammeln. Doch so ein Radargerät muss außen am Auto montiert werden und ist weder windschnittig, noch sieht es schön aus. Wenn die Kosten für das Radar auch weiter fallen sollten, die Geräte bleiben ziemlich sperrig.

Wenn also Radar-Daten bessere Informationen liefern, so ist die Radartechnologie für den Massenmarkt nicht so geeignet wie die 3D-Bilder von mehreren Kameras.

Künstliche Intelligenz

In der jüngsten Vergangenheit ist das Thema „Künstliche Intelligenz“ oder auch „Artificial Learning – AI“ sicherlich auch Ihnen bereits aufgefallen. Unsere Computer-Infrastruktur hat inzwischen die Kapazität, gigantische Datenmengen (Big Data) mit den seit Jahrzehnten bekannten Methoden der Mustererkennung (neuronale Netze) auszuwerten und in Echtzeit Ergebnisse zu liefern! Je mehr Daten verfügbar, desto präziser werden die Ergebnisse. So einfach ist die Formel heute.

Während also Tesla inzwischen 84.000 Fahrzeuge auf den Straßen hat, die über ihre Kameras Bewegungsbilder einsammeln, fahren VW und Google mit einigen Radar-Fahrzeugen umher und sammeln zwar genauere Daten, dafür aber nicht so viele.

Es ist ein klassisches Wettrennen: Wer hat als Erstes genügend Daten, um über die neuronalen Netze der Künstlichen Intelligenz ein autonomes Fahren anzubieten, das den Sicherheitsansprüchen unserer Gesellschaft genügt? Place your bet! Die Entscheidung steht noch aus.

Fazit: VW von zwei Seiten in die Zange genommen

So betrachtet wird VW derzeit gleich von zwei Seiten in die Zange genommen. Auf der einen Seite wird das alte Geschäftsmodell mit den Verbrennungsmotoren und all den Patenten, die von Ingenieuren entwickelt wurden, durch den Elektroantrieb angegriffen. In einer aktuellen Bild-Meldung wird gesagt: „VW versucht die Sensoren so zu vernetzen, dass sich das Auto ein ganzheitliches Bild von der Lage machen kann.“ Das klingt ziemlich rückständig.

Gleichzeitig sprintet Google mit einem tiefen Knowhow bei Künstlicher Intelligenz zum autonomen Fahren. Mit einer Cashposition von 88 Mrd. Euro wäre es für Google am Ende des Wettrennens ein leichtes, einen Automobilhersteller zu kaufen. Volkswagen beispielsweise kostet aktuell nur 56 Mrd. Euro, könnte also aus der Portokasse bezahlt werden.

Volkswagen muss also in gleich zwei Bereichen kräftig investieren (Elektroantrieb, autonomes Fahren) während die Dieselaffäre viel Management-Energie und auch Kapital (Strafzahlungen) auffrisst. In einer so angespannten Phase stellt der Handelsstreit einen zusätzlichen Gegenwind dar, der viele Anleger vor Volkswagen zurückschrecken lässt. Erst einmal abwarten, wie sich diese Probleme entwickeln, werden sich viele sagen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen aufzeigen, warum die Volkswagen Aktie supergünstig ist, aber auch warum diese günstige Bewertung ihre Berechtigung hat. Wer ich Volkswagen investiert, sollte sich dieser Chancen und Risiken bewusst sein.

Wie eingangs erwähnt bin ich im Heibel-Ticker ausführlicher auf die deutsche Automobilbranche eingegangen. Sie können das hier kostenfrei lesen.



Interessante Anlageideen arbeite ich in meinem Heibel-Ticker aus, schauen Sie doch mal rein. Wenn ich Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten soll, melden Sie sich doch einfach und unverbindlich für meinen kostenfreien Heibel-Ticker Börsenbrief

Take Share,

Stephan Heibel

Autor: Stephan Heibel, Chefredakteur & Herausgeber Heibel-Ticker.de Börsenbrief
Ersteller der Finanzanalyse


ÜBER DEN AUTOR: STEPHAN HEIBEL
Stephan Heibel ist Autor und Herausgeber des Heibel-Ticker.de Börsenbriefs, der wöchentlich kostenfrei per E-Mail verschickt wird. Darin werden die Hintergründe zu Kursbewegungen an den Finanzmärkten aufgezeigt und erklärt. Interessante Tradingideen werden daraus abgeleitet. Sie können sich unter http://www.heibel-ticker.de unverbindlich eintragen.

QUELLEN: Kurse von finance.yahoo.com, Bilanzdaten und Geschäftsdaten stammen aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens sowie von der IR-Abteilung.




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