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Aktuelle Uhrzeit 14:56

Wunschanalyse Deutsche Post
Geschrieben von Stephan Heibel
Veröffentlicht: 08:56 - 19.10.2018
Keine Bewertung
Herzlich Willkommen zu unserer Wunschanalyse in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de).

Sie haben sich eine Wunschanalyse zur Deutschen Post gewünscht. Dem komme ich gerne nach, denn die Deutsche Post ist eines der wenigen Unternehmen, das direkt vom Erfolg Amazons und des Trends zu Online-Bestellungen profitiert. Seit vielen Jahren zahlt das Unternehmen eine attraktive Dividende und kann das rückläufige Briefgeschäft gut mit der Zustellung von Paketen auffangen.


ISIN: DE0005552004, WKN: 555200, Kurs aktuell: 28,94€


SEKULÄRES WACHSTUM





Als Familienvater mit zwei Kindern kann ich mich heute gar nicht mehr daran erinnern, wie es war, mit zwei ungeduldigen Kindern in die Stadt zum Einkaufen zu gehen: Kleidung anprobieren, im Elektronikmarkt die Kinder von den flimmernden und lärmenden Geräten wegzerren, ein Geschiebe, bei dem man permanent Angst hat, ein Kind zu verlieren.

Ja, es ist traurig, dass viele Läden in der Innenstadt dicht machen müssen. Aber ganz ehrlich, die zweimal im Jahr, die ich in die Innenstadt zum Shoppen gehe, da fällt es mir kaum auf, wenn der eine oder andere Laden nicht mehr da ist. Ich gehe bereits seit langer Zeit davon aus, dass der Einzelhandel in Innenstädten eher zu einem Showroom mutieren wird, bei dem die Umsatzzahlen weniger wichtig sind.




Denn die meisten Dinge des Alltags können wir uns heute nach Hause liefern lassen. Egal ob Amazon oder Zalando, unlängst habe ich auch JoyBuy von dem chinesischen JD.com ausprobiert, sämtliche Artikel werden durch Paketdienste bis vor die Haustür geliefert. DHL von der Deutschen Post ist hier Marktführer in Deutschland und auch international gut aufgestellt.

Das Wachstum wird noch lange weitergehen: Derzeit wird Kleidung aus China an unseren Einzelhandel geschickt und in deren Zentralen Abwicklungszentren dann umgepackt und für die einzelnen Geschäfte an DHL übergeben. Dabei war es häufig schon DHL, die das Paket aus China hierher geliefert haben. Warum also nicht gleich DHL die gesamte Logistik übertragen und in den DHL-Logistikzentren die Pakete umpacken lassen, damit sie an die Geschäfte und ggfls. bei Online-Bestellungen direkt an den Kunden geschickt werden können?

Die Logistikkette von der Produktion bis zur Auslieferung an den Kunden, manchmal mit anschließender Rücksendung, ist lang und komplex. Jeder Einzelhändler entwickelt seine eigenen Systeme und investiert in eine eigene Infrastruktur, um Geschwindigkeit und Kosteneffizienz in ein optimales Verhältnis zu bringen. Die Deutsche Post hat hier einen großen Markt, der erschlossen werden kann.

TAGESPROBLEME

Aber das sind Visionen. Wenn wir auf das aktuelle Tagesgeschehen schauen, dann dominieren ganz andere Themen die Schlagzeilen. Zum einen wurden im zweiten Quartal Mitarbeiter aus der Briefsparte (PEP – Post, E-Commerce, Parcel) für 400 Mio. Euro in den Vorruhestand geschickt. Im Juni gab CEO Dr. Frank Appel eine Gewinnwarnung aus. Statt ursprünglich anvisierten 4,15 Mrd. Euro Gewinn würden es nur etwa 3,2 Mrd. Euro werden. Zum einen schlage die Vorruhestandsregelung kurzfristig zu Buche, zum anderen habe man Probleme, Postzusteller zu finden. Man beklagte steigende Personalkosten.

Um dem Problem der steigenden Personalkosten für vermeintlich einfache Tätigkeiten zu begegnen, werde man 100 Mio. Euro jährlich in die Digitalisierung investieren.

Die Aktie war im Vorfeld bereits von 38 auf 33 Euro eingebrochen, es folgte ein weiterer Ausverkauf bis 28 Euro. Ausufernde Personalkosten, teure Abfindungen und zudem gestiegene Investitionen – nicht einmalig, sondern auf absehbare Zeit jährlich - kamen nicht gut an bei den Anlegern.

UMSTRUKTURIERUNG FÜR DIE ZUKUNFT

In meinen Augen wurde hier eine sinnvolle Umstrukturierung als Problem verkauft. Die globalen Logistik-Dienstleistungen wachsen seit Jahren überproportional an. Im ersten, und teilweise auch im zweiten Quartal wurde das globale Wachstum durch den Euro-Wechselkursanstieg zum Teil aufgezehrt. Notierte der USD zum Jahreswechsel 2016/17 noch bei 1,05 USD/EUR, so stand er im ersten Quartals 2018 bei 1,25 USD/EUR, also um 19% höher. Das kann auch durch Wachstumsraten im hohen einstelligen Bereich nicht ausgeglichen werden.

Somit nutzt die Dt. Post in meinen Augen diese externe Belastung, um auf interne Probleme aufmerksam zu machen. Es werden immer weniger Briefe transportiert, daher müsse man die dortige Belegschaft endlich auch entsprechend anpassen. Eine Maßnahme, die ohne finanziellen Druck in Deutschland niemals durchzusetzen wäre.

Durch das rückläufige Briefvolumen steigen natürlich die Kosten anteilig für jeden Brief der transportiert werden muss. Entsprechend wird nun eine Porto-Erhöhung von 0,70 Euro auf 0,80 Euro für den Standardbrief diskutiert. Auch diese Maßnahme wäre ohne die begleitenden Hiobsbotschaften nicht umsetzbar.





Und, um sich für das schrumpfende Geschäft der Briefzustellung zu rüsten, investiert die Deutsche Post nun in die „Digitalisierung”, was in meinen Augen nichts anderes heißt als den Ausbau der Auslieferung per Drohne. Damit lassen sich auch in der Zukunft weitere Personalkosten sparen, ohne die Zustellung zu gefährden.

ÜBERRASCHUNGEN IM ANMARSCH

Also: Die Ergebnisprognose ist reduziert worden und Maßnahmen, um die Dt. Post für die Zukunft zu rüsten, wurden umgesetzt. Was kommt als nächstes?

Nun, zum einen haben wir eine sensationell kundenfreundliche Datenschutz-Grundverordnung DS-GVO geschenkt bekommen. Viele Unternehmen in Europa, die Daten über ihre Kunden speichern, fühlten sich veranlasst, ihren Kunden mitzuteilen, dass sie Informationen über sie speichern. Einige wollten den Empfang dieser Information sogar bestätigt bekommen. Die Dt. Post hat durch diese Briefe eine kleine Sonderkonjunktur erfahren, die sich insbesondere in den Q3-Zahlen zeigen wird.

Zudem ist der Euro inzwischen wieder auf 1,15 EUR/USD zurückgefallen. Im Q3 2017 pendelte der Wechselkurs zwischen 1,18 und 1,20 USD/EUR, im nun abgelaufenen Q3 2018 war die Schwankungsbreite etwa zwischen 1,15 und 1,17 USD/EUR. Das ist zwar kein großer Unterschied, aber der exorbitante Euro-Anstieg aus dem Q2 ggü. dem Vorjahr wird nun nicht mehr das Ergebnis verhageln. Das Vergleichsquartal für Q3 von vor einem Jahr hatte bereits einen hohen Euro-Kurs.

Der von mir erwartete positive Währungseffekt wird ein wenig durch die Schwäche in den Schwellenländern gemildert: DHL liefert per Express Pakete in den Schwellenländern, betankt die dafür betriebenen Flieger mit Sprit, der in US-Dollar bezahlt wird, berechnet jedoch den lokalen Kunden nur lokale Währungen, die gegenüber dem US-Dollar weiterhin schwach notieren. Aber wie gesagt, das dürfte den positiven Effekt ein wenig mildern, nicht aber aufheben.

So würde es mich nicht überraschen, wenn die Veröffentlichung der Q3 Zahlen am 6.11. Anleger positiv überrascht.

FAIRE BEWERTUNG MIT ATTRAKTIVER DIVIDENDE

Zwei Drittel des Umsatzes werden mit der schrumpfenden Briefsparte PEP erwirtschaftet. DHL auf der anderen Seite wächst jährlich um ca. 11%. Mit zunehmendem Anteil von DHL am gesamten Konzernumsatz wird die Wachstumsrate steigen. Aktuell beträgt das Umsatzwachstum rund 4% p.a.

Das KGV 2019e steht bei 13 und ist für einen Marktführer in meinen Augen angemessen. Wenn wir jedoch noch die attraktive Dividendenrendite von 4% berücksichtigen, dann halte ich das KGV für günstig.

In der Bilanz schlummern Schulden in Höhe von 12 Mrd. Euro. Die Schulden wurden erst im laufenden Jahr „eingebucht”, da die Dt. Post ihre Bilanzierungsregeln änderte. So kamen Verpflichtungen aus laufenden Leasingverträgen in Höhe von 9 Mrd. als Schulden in der Bilanz hinzu.

PROGNOSE 2020

Bis zum Jahr 2020 möchte die Dt. Post den Gewinn um jährlich 8,7% auf 5 Mrd. Euro steigern. Sollte es gelingen, so wird sich das aktuelle Bewertungsniveau als zu günstig herausstellen. Die jüngste Gewinnprognose hat dafür gesorgt, dass Anleger das Vertrauen in diese Prognose verloren haben, entsprechend günstig ist die Aktie nun bewertet.

Ich würde ein KGV 2020e von 17 für angemessen halten. Die Aktie könnte dann bis auf 40 Euro laufen.

Da ich die globale Konjunktur derzeit in einem sehr soliden Wachstum sehe und insbesondere der Bereich Logistik davon profitiert, halte ich es durchaus für möglich, dass die Dt. Post ihre selbstgesteckten Ziele erreichen kann.

FAZIT

Ich halte die Deutsche Post Aktie für eine der attraktivsten Dividendenpositionen in einem diversifizierten Portfolio. Zum einen verspricht das Geschäftsmodell dank des hohen Cashflows eine attraktive Dividende, zum anderen befindet sich der Logistik-Konzern in einem sekulären Aufwärtstrend, der auch eine attraktive Kurssteigerung ermöglicht.

Für dieses Unternehmen haben Sie derzeit eine in meinen Augen künstlich geschaffene Einstiegsgelegenheit. Sie kommen also günstiger an die Aktie, als sie in den vergangenen Jahren jemals war.

Interessante Anlageideen arbeite ich in meinem Heibel-Ticker aus, schauen Sie doch mal rein. Wenn ich Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten soll, melden Sie sich doch einfach und unverbindlich für meinen kostenfreien Heibel-Ticker Börsenbrief

Take Share,

Stephan Heibel

Autor: Stephan Heibel, Chefredakteur & Herausgeber Heibel-Ticker.de Börsenbrief
Ersteller der Finanzanalyse

ÜBER DEN AUTOR: STEPHAN HEIBEL
Stephan Heibel ist Autor und Herausgeber des Heibel-Ticker.de Börsenbriefs, der wöchentlich kostenfrei per E-Mail verschickt wird. Darin werden die Hintergründe zu Kursbewegungen an den Finanzmärkten aufgezeigt und erklärt. Interessante Tradingideen werden daraus abgeleitet. Sie können sich unter http://www.heibel-ticker.de unverbindlich eintragen.

QUELLEN: Kurse von finance.yahoo.com, Bilanzdaten und Geschäftsdaten stammen aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens sowie von der IR-Abteilung.




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