stock-channel.net - Aktien Links Stocks Rohstoffe Trading Handel Exchange
stock-channel.net - The Art Of Trading Home Analysen IR-Center Finanznews Finanzlinks Mediathek Diskussion Kontakt

  Headlines   Marktberichte   Chartanalysen   Devisen / Rohstoffe   Deutschland   Amerika   Asien
  Börsentermine   Parkettkamera - Live   Feiertagskalender   Unternehmen
  Christian Kämmerer   DaxVestor   Devisen-Trader   Elliott-Waves   Finanzen & Börse   Geldanlage-Report   Godmode-Trader   Grüner & Fisher Inv.   Hebelzertifikate-Trader   Proffe News   QTrade   Rohstoff-Trader   Sharewise   Systemstradings   TimePatternAnalysis   Trading-Börsenbrief   Wellenreiter-Invest   ... weitere Autoren

 
Jetzt registrieren
  Daily Talk   Trader's Edge   Advanced Traders   Einsteiger-Forum   Alternative Anlagen   Edelmetalle/Rohstoffe   Sport-Talk   Help Desk   Chill-Out   ... weitere Kategorien
Suche (Name, WKN, Ticker)
Alle Wertpapiere
Aktien
OS
Fonds
Zertifikate
News
Indizes
Powered by Onvista
   
 
 
SCN WWW
  RealPush Kurse   Realt. Devisencharts   Devisen-Rechner   Optionsschein-Tool   Fibonacci-Rechner   Seiten-Refresher
  Devisen-Trader   DaxVestor   Hebelzertifikate-Trader   sharewise   Traderfox.de
 Mehr 

Zurück   stock-channel.net - Das Finanzportal > Artikel > Kolumnen > TimePatternAnalysis
Benutzername
Kennwort
Aktuelle Uhrzeit 12:47

IWF: Die Bankenkrise ist noch nicht vorbei – Alles short?
Geschrieben von TimePatternAnalysis
Veröffentlicht: 20:09 - 04.10.2009
Rating: 5
Der IWF erwartet in seinem jetzt vorgelegten Financial Stability Report bis Ende 2010 durch die Finanzkrise entstandene und noch entstehende Verluste von 3,4 Bill. Dollar. Wegen der jüngst positiven Entwicklungen der Wertpapierkurse fällt die Schätzung um rund 600 Mrd. Dollar geringer aus als im vorherigen Report. „Die globale Finanzstabilität hat sich verbessert, doch bleiben die Risiken hoch“, heißt es.

Bei den Banken habe die Krise von Mitte 2007 bis Mitte 2009 1,3 Bill. Dollar Abschreibungen auf Kredite und Wertpapiere nötig gemacht. Darüber hinaus seien bis Ende 2010 noch einmal 1,5 Bill. Dollar an Abschreibungsvolumen möglich.

Bezogen auf die noch nicht verarbeiteten Abschreibungssummen sei die Lage der europäischen Banken schlechter als die der US-Institute. US-Banken haben bereits etwa 60 % der Verluste abgeschrieben, die europäischen hingegen erst rund 40 %.

Bei einer Eigenkapitaldecke von 4 % der Aktiva, der Mindestanforderung der Bankenaufsicht, müssen die Banken der Eurozone 310 Mrd. Dollar, die amerikanischen 130 Mrd. Dollar an frischem Kapital auftreiben. Der IWF bezweifelt, dass die Erträge aus dem laufenden Geschäft ausreichen, auch wenn sich Kapitalposition und Aussichten für die Banken signifikant verbessert haben.

Die Verfügbarkeit von Krediten für die private Wirtschaft werde vermutlich weiterhin ein Problem bleiben, sagt der IWF weiter. Die Kreditkanäle seien verstopft und der sich anbahnende Aufschwung dürfte schwach bleiben. Deshalb dürfte es nötig sein, dass die Zentralbanken weiter dabei helfen, diese Situation zu entspannen. Damit warnt der IWF vor einer vorzeitigen Exit-Strategie.

Der IWF zeigt sich wegen des im Zuge der Krisenbekämpfung erfolgten Transfers von Risiken aus der Privatwirtschaft in die Staatshaushalte besorgt, dass die langfristigen Zinsen unter Aufwärtsdruck kommen. Auch wenn die staatliche Kreditaufnahme in den Jahren 2010 bis 2012 gemessen an den Erwartungen für 2009 wieder zurückgehen sollte, werde sie immer noch deutlich über dem Durchschnitt zwischen 2002 und 2007 bleiben. Aus der Analyse historischer Daten ergebe sich, dass eine anhaltende Erhöhung des Staats-Defizits um 1 % zu einer Erhöhung der Langfrist-Zinsen von 10 bis 60 Basispunkten führt.

Im Gegensatz zum IWF sehen die EU-Finanzminister und Notenbankchefs die europäischen Großbanken gegen einen erneuten schweren wirtschaftlichen Einbruch gut gewappnet. Ein Belastungstest bei insgesamt 22 großen Instituten hat ergeben, dass sie selbst bei einem wie erwartet geringfügigen Wachstum im kommenden Jahr reichlich mit Eigenkapital ausgestattet sind. Die Kernkapitalquote läge deutlich über 9 % und damit über der Mindestanforderung der Bankenaufsicht von 4 %. Was für die Großbanken gilt, ist allerdings nach Aussage der Finanzminister und Notenbankchefs nicht auf das gesamte Bankensystem in der EU übertragbar.

Bundesbankpräsident Weber sagte, das Ergebnis der Stresstests sei eine gute Nachricht und signalisiere eine gewisse Entspannung im Bankensystem. Um jedoch künftigen Krisen vorzubeugen, müssten die Gewinne der Banken in erster Linie dazu genutzt werden, das die haftende Kapitalbasis zu stärken. Ach, nicht zum Spekulieren? Schade.

Zurück zum Stabilitätsbericht des IWF: Die Organisation warnt darin vor einer Kreditblase, die von China ausgehen könnte. Die Geldpolitik sei dort zu locker und das Kreditwachstum sei zu groß. Die Regierung dränge die Banken zu stärkerer Kreditvergabe, davon profitierten gegenwärtig besonders die Projekte mit einer geringen Rentabilität.

Die Erwartungen des IWF hinsichtlich des Aufwärtsdrucks bei den langen Zinsen laufen für die USA auf eine Steigerung um bis zu 6 von aktuell 4 auf dann 10 % hinaus. Die charttechnische Demarkationsline bei den Zinsen der 30-jährigen TBonds liegt oben bei 5,3 %, unten lag der langfristige Boden seit 1965 bis Januar bei 4,2 %. Damals waren die Zinsen kurzzeitig auf 2,5 % abgestürzt.

Willem Buiter ist sich in seinem Maverecon-Blog sicher, dass ein starker Dollar und eine starke Erholung nicht zusammenpassen. Es erscheint ihm einerseits unwahrscheinlich, dass sich der Dollar substantiell gegen Euro, Yen und Pfund abschwächt, da insbesondere Euro und Yen gegen Dollar überbewertet sind (und die Lage in GB sehr der in USA gleicht). Andererseits aber werde es zu einer deutlichen Abwertung des Dollar gegen Währungen der Emerging Markets (China eingerechnet) kommen, wenn die USA eine lange Periode von Überkapazität, hoher Arbeitslosigkeit und geringem Wachstum vermeiden will, bzw. kann. Selbst dann werde die Erholung der US-Wirtschaft nur langsam vonstatten gehen und schwach ausfallen.

Eingedenk der Tatsache, dass China zu den größten amerikanischen Gläubigern gehört, würde ein sinkender Außenwert des Dollar auch von dieser Seite her Aufwärtsdruck auf die langen Zinsen bestätigen. Ansonsten könnte sich China beschleunigt von seiner Politik, die US-Wirtschaft zu finanzieren, verabschieden. Verwerfungen sind zudem vorprogrammiert, weil der schwache Dollar zu nachlassender Nachfrage nach in China produzierten Waren führt. Das wiederum müsste China veranlassen, den Dollar durch Käufe von US-Treasuries und anderen Assets zu stützen.

Das Ergebnis der Bundestagswahlen zeigt, dass die größten Protagonisten des Neoliberalismus am stärksten profitiert haben. Der deutsche Wähler leidet, massiv unterstützt durch die Medien, an Gedächtnisschwäche. Mit neoliberaler Willfährigkeit von Politik und Notenbanken und der hierdurch bewirkten lockeren Geldpolitik wurde die Finanzkrise erst in diesem Ausmaß möglich. Dieselben Leute geben heute vor, die Krise lösen zu können. Mit noch mehr Liquidität und Schulden gießen sie Öl in das Feuer, das sie angeblich löschen wollen.

Und der Neoliberalismus geht weiter: Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung hat die Steuervorschläge der Parteien zur Bundestagswahl untersucht. Demnach würden die Einkommen im oberen Zehntel bei der CDU um knapp 4.800 Euro, bei den Vorschlägen der FDP um über 12.000 Euro entlastet. In West-Europa hat Deutschland bezogen auf das BIP nach Griechenland die niedrigsten Steuereinnahmen und den niedrigsten Spitzensteuersatz. Bezüglich der Belastungen durch Steuern auf Kapital zählt Deutschland zu den Schlusslichtern, das Aufkommen an Unternehmenssteuern ist das geringste in West-Europa.

Kommen wir zum zweiten Teil des Artikel-Titels „Alles short?“: Nachdem die Aktienmärkte zum Quartalsende noch durch Window-Dressing gestützt wurden, kam es, wie es kommen musste: Die Kurse brachen deutlich ein. Parallel dazu wurden Makrodaten veröffentlicht, die bullische Positionen auf dem erreichten Kursniveau nicht stützen. Schon am Dienstag war ein überraschend gesunkenes US-Verbrauchervertrauen gemeldet worden (siehe Chart!). Der am Mittwoch veröffentlichte Chicagoer Einkaufsmanagerindex notiert im September bei 46,1 (und damit Kontraktionsniveau), er war im Bereich von 52 bis 53,5 erwartet worden. Im Zuge des Window-Dressings wurde der Einbruch schließlich wieder zurückgekauft. Am Donnerstag kam der nächste Tiefschlag: Der landesweite amerikanische Einkaufsmanager-Index konnte sich im September mit 52,6 gegenüber 52,9 im Vormonat nur knapp behaupten und verfehlte die Erwartungen im Bereich zwischen 54 und 55,7. Am Freitag schließlich wurde gemeldet, dass die Zahl der US-Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im September um 263.000 zurückgegangen ist (siehe Chart!). Volkswirte hatten hingegen einen Rückgang um lediglich 175.000 bis 225.000 prognostiziert nach minus 201.000 im Vormonat. Zudem ging auch noch die geleistete Wochenstundenzahl leicht zurück.

S&P 500 und Dow notieren nun mehr oder weniger nahe an den Untergrenzen ihrer seit März etablierten Aufwärtskanäle. Die spannende Frage ist, ob sie diese Marken respektieren. Der NDX hat sich am Freitag wieder punktgenau von unten herangezogen, unterhalb davon liegt bei rund 1630 eine statische Supportzone.

Makroökonomisch kommt die Erholung der US-Wirtschaft nicht voran – die Gefahr eines erneuten Einbruchs, eines „double-dip“ steigt. Ich hatte mich in einem Artikel am 5. Juni bereits mit dieser Möglichkeit beschäftigt. Allerdings gibt es auch Zeichen, dass der amerikanische Verbraucher wieder etwas Tritt fasst. Zwar sind die verfügbaren Einkommen zuletzt nicht weiter angestiegen (siehe Chart!), aber die „Personal Consumption Expenditures“ (PCE) zeigen eine leichte Aufwärtsbewegung (siehe Chart!). Zudem ist die Sparquote gegenwärtig rückläufig. Eine Trendumkehr signalisieren jedoch auch diese Makrodaten immer noch nicht.

Sicher werden die Aktienkurse jetzt noch etwas Bodensuche betreiben, aber die Liquidität heilt alle Wunden (so ein neues Sprichwort). Und davon ist noch reichlich vorhanden. Schauen Sie nur auf die Rendite der 13wöchigen TBills, sie liegt mittlerweile wieder unter 0,1 % (siehe Chart!). Aus meiner Sicht ist dieser Wert ein guter Stellvertreter für geparkte Liquidität – je tiefer, je mehr Mittel stehen anlagewillig bereit. Das „faire KGV“ des Rentenmarktes steht mittlerweile wieder bei 31, unter relativen Bewertungsgesichtspunkten eröffnet sich für Aktienkurse damit Raum. In dieselbe Kerbe haut der Verlauf des VIX (siehe Chart!): Jedweder überschäumende Optimismus ist verflogen, nach dem der Index nach dem 23. September eine Umkehr in „Greed“ vollzogen hat. Auch hier ist allerdings noch Raum für eine weitere Verschlechterung der Stimmung.

Ein fester Euro/Dollar war in Verein mit festen Euro und Dollar jeweils gegen Yen, den „Carry-Trade-Indikatoren“ (siehe Chart!), seit 2003 eine verlässliche bullische Begleitmusik für Aktien. Zuletzt hatte das Währungsverhältnis allerdings nur durch einen überproportional schwachen Dollar/Yen noch Festigkeit zeigen können. Am Freitag nun wurden wichtige langfristige Linien getestet, sie blieben (vorerst) intakt. Das dürfte nicht der letzte Versuch gewesen sein und so lange bleibt die bullische Beleitmusik still.

Eine wichtige Nagelprobe dürfte die jetzt anlaufende Saison der Quartalsberichte sein. Nachdem im zweiten Quartal die Unternehmen ihre Gewinne nahezu ausschließlich über Kostensenkungen steigern konnten, erwartet man für dieses Mal auch verstärkt „Top-Line Growth“, also steigende Umsätze als Treiber für weitere Gewinnsteigerungen. Zeichnet sich das ab, ist der Weg frei für das dringende Bedürfnis der Aktienbullen, bis November das Niveau von rund 1120 zu erreichen.

Erwähnte Charts können über diesen Link eingesehen werden.

TrackRecord, Analysen und Prognosen unter TimePatternAnalysis.

Kontakt: info@timepatternanalysis.de




Aktuelle Uhrzeit 12:47
Powered by: vBulletin Version 3.0.3
Copyright ©2000 - 2019, Jelsoft Enterprises Ltd.
Copyright © stock-channel.net