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Wunschanalyse Stada Arzneimittel
Geschrieben von Stephan Heibel
Veröffentlicht: 19:24 - 22.01.2017
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Herzlich Willkommen zu unserer Wunschanalyse in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de):

Nach erfolgreicher Umstrukturierung halten negative Währungseffekte die Gewinnentwicklung zurück. Der Generika-Anbieter konzentriert sich zunehmend auf Markenprodukte, erhöht damit seine Gewinnmarge und schafft Wachstum. Der Aktienkurs spiegelt diese Entwicklung jedoch bereits wider. Die Analyse zeigt, dass ein vorhandenes großes Kurspotential leider nicht von Unternehmensentscheidungen abhängt, sondern von Entwicklungen, die das Management nicht beeinflussen kann.



Mehr Johnson & Johnson als Ratiopharm

Im vergangenen Jahr hat der aktivistische Investor Active Ownership Capital unter seinem Mitgründer Florian Schuhbauer 5% der Anteile von Stada Arzneimittel gekauft. Eine Zeitenwende wurde eingeleitet: Der langjährige Vorstandschef Hartmut Retzlaff sowie Aufsichtsratschef Martin Abend wurden seither abgelöst, nun ziehen Matthias Wiedenfels als CEO und Carl Ferdinand Oetker als Aufsichtsratschef die Fäden.

Stada erwirtschaftet derzeit je die Hälfte des Konzernumsatzes mit Generika und Markenartikeln. Generika sind Arzneimittel, deren Patentrecht abgelaufen ist. Ohne Patentschutz dürften die Medikamente von jedem hergestellt und verkauft werden. Natürlich müssen auch Generika zunächst von den entsprechenden Gesundheitsbehörden für die jeweiligen Märkte zugelassen werden.





Markenartikel sind Produkte wie Sonnencreme, Hautpflegemittel, Vitamine, verschreibungsfreie Schmerzmittel und Husten und Schnupfen-Medikamente. Sie werden das Grippemittel Grippostad kennen, die Sonnenmilch Ladival und die Schmerzsalbe Mobilat.

In den vergangenen fünf Jahren haben die Markenartikel ihren Umsatzanteil im Konzern von 30% auf 50% erhöht. Bis 2019 soll der Anteil sogar auf 65% anwachsen. Der Gewinnentwicklung wird das gut tun, denn Generika tragen eine Gewinnmarge von 20%, Markenartikel 25%.



Übernahmespekulationen

Die strategische Änderung blieb auch Anlegern nicht verborgen und so spekuliert man derzeit wild auf Übernahmen. Sei es, das Stada als ganzes übernommen werden könnte, oder sei es lediglich die Generika-Sparte, die zum Verkauf stehen soll, der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. In den Finanzmedien werden Interessenten wie CVC, Permira oder Bain Capital genannt, die finanzielle Beteiligungen eingehen könnten, oder auch Pharmakonzerne wie Novartis und Mylan. Stada solle Goldman Sachs angeheuert haben, um entsprechende Übernahmeverhandlungen zu führen. Andere hingegen behaupten, Stada arbeite mit Perella Weinberg und der Deutschen Bank zusammen, um unerwünschte Übernahmeversuche abzuwehren.

CEO Wiedenfels betont jedoch bei jeder Gelegenheit, dass er keinen Auftrag habe, Verkaufsverhandlungen zu führen und er sich daher auf das operative Geschäft konzentriere. Auf der anderen Seite kauft Stada derzeit immer wieder kleinere Unternehmen hinzu, Wiedenfels hat dafür ein jährliches Budget von 250-350 Mio. EUR.



Wachstum bei Biosimilars & Aesthetics



Während pharmazeutische Medikamente in chemischen Prozessen hergestellt werden, müssen für Biotech-Medikamente völlig neue Herstellungsmethoden erlernt werden. Das ist sehr aufwendig und Stada hat sich daher darauf konzentriert, diesen Bereich durch Zukäufe zu erschließen. Was Generika für pharmazeutische Medikamente, sind Biosimilars für Biotech-Medikamente. Es ist wenig überraschend, dass Stada natürlich auch in diesem Markt mitmischen möchte.

Biotech-Medikamente erobern immer mehr Behandlungsbereiche und lösen pharmazeutische Medikamente ab. Entsprechend werden vormals aussichtsreiche Generika immer häufiger durch Biotech-Patente obsolet. Die Expansion in den Bereich der Biosimilars ist also nicht eine Wachstumsoption, sondern ein Muss für Stada.

Während Stada im Geschäftsbereich der Generika 25% des Umsatzes in Deutschland erwirtschaftet, 12% in Italien und 9% in Spanien, wird das Geschäft mit den Markenartikeln maßgeblich von Russland (25%) und Großbritannien (20%) getragen, Deutschland kommt mit 14% an dritter Stelle. Entsprechend haben die Währungsturbulenzen in den vergangenen Quartalen deutliche Spuren bei der Gewinnentwicklung hinterlassen.



Wertberichtigung und negative Währungseffekte belasten Quartalsergebnis

Anfang November hat Stada Quartalszahlen zum 3. Quartal veröffentlicht. Wertberichtigungen wegen der Umstellung der Berichtsstrukturen bei Stada belasteten den Gewinn mit 22 Mio. Euro. Das Brasilien-Geschäft wurde eingestellt und auch aus Ägypten hat sich Stada zurückgezogen.

Das schwache britische Pfund habe den Gewinn in Großbritannien geschmälert, in Russland habe der schwache Rubel zu einer angespannten Finanzsituation bei den Verbrauchern geführt, so dass dort weniger Markenprodukte wie bspw. Ladival Sonnenmilch gekauft wurden.

Für das Gesamtjahr hielt der Vorstand an den zuvor ausgegebenen Zielen fest: Der Gewinn soll auf 180 Mio. Euro steigen (zuvor 166 Mio. EUR), für den Umsatz wird ein „leichtes“ Wachstum in Aussicht gestellt (zuvor 2,115 Mrd. USD).



Wenn die Sondereffekte verschwinden...



Brasilien und Ägypten sind zu einem großen Teil abgeschrieben, im Q4 werde es nur noch eine kleine Belastung daraus geben, so das Unternehmen. Der negative Währungseffekt vom Rubel könnte sich bald umkehren. Russland hat sich auf die Sanktionen eingestellt, der Rubel könnte sich im Rahmen einer Neuordnung der politischen Freundschaften unter dem designierten US-Präsidenten Trump erholen.

Und auch beim britischen Pfund könnte es eine Erholung geben, immerhin hat Trump den Brexit gelobt und sicherte den Briten seine Unterstützung zu.

Eine positive Entwicklung in diesem Sinne würde das Umsatzwachstum von derzeit mageren 2% schnell in Richtung 6-7% katapultieren. Der Währungsgewinn würde ohne weitere Abzüge direkt im Gewinn auflaufen, was zu einem überproportionalen Gewinnwachstum führt. Das KGV 2017e von 15 auf Basis der deutlich niedrigeren Gewinnschätzungen der Analysten wäre vor diesem Hintergrund als günstig zu betrachten. Rechnen wir diese mögliche positive Entwicklung ein, so würde das KGV in Richtung 12 fallen, was ich für günstig halte.

Wenn ..., dann ..., aber: Stade befindet sich unter dem Einfluss eines aktivistischen Investors, der immer wieder harte Forderungen stellt. Zuletzt hat er sich jedoch mit der Aussage an die Öffentlichkeit gewandt, dass die Unternehmensprognose für das Jahr 2017 bis 2019 „sehr konservativ“ sei, also leicht zu übertreffen ist. Aber es gibt natürlich auch eine Vielzahl von Gefahren für die geschäftliche Entwicklung bei Stada.

Zum einen ist es alles andere als gewiss, dass sich die Wechselkursentwicklung zugunsten von Stada dreht. Zum anderen können immer wieder weitere Geschäftsbereiche und Regionen auftauchen, von denen sich Stada unter hohen Kosten zurückziehen möchte. Immerhin wird derzeit heftig umstrukturiert.

Und natürlich kann die neue strategische Ausrichtung Stadas jederzeit zu weiteren Kosten führen, die kurzfristig anfallen, deren positive Wirkung jedoch lange benötigt.

Nicht zuletzt hat die oben genannte Übernahmespekulation der Aktie ordentlich Beine gemacht. Es gibt also eine Reihe von spekulativen Anlegern, die ihre Position enttäuscht verkaufen würden, wenn sich die Übernahmespekulation als haltlos herausstellt.



75% Kurssprung innerhalb eines Jahres



Mit dem Einstieg des aktivistischen Investors Active Ownership Capital ist die Aktie von Stada bereits von Februar bis August 2016 um 75% angesprungen. Nun müssen die Früchte der neuen Strategie sichtbar werden, bevor die Aktie weiter nach oben laufen kann.

Die nächsten Zahlen wird das Unternehmen erst am 23. März veröffentlichen. Bis dahin werden Fakten rar bleiben, es sei denn das Unternehmen meldet zuvor bereits vorläufige Zahlen oder hebt die Prognose an. Bis dahin ist die Aktie also mehr oder weniger Spielball der Übernahmespekulationen.

Ich sehe daher keinen Grund zur Eile, wenn Sie die Aktien von Stada ins Depot holen wollen. Auf der anderen Seite sehe ich eine ganze reihe von Risiken, wie im vorangegangenen Kapitel aufgezeigt. Die kolossale Unterbewertung von vor einem Jahr ist nicht mehr vorhanden, die Aktie notiert auf Basis der heute bekannten Zahlen auf einem fairen Niveau.

Es gibt eine Reihe von Effekten, die zu einem deutlichen Kursanstieg führen könnten. Doch ich würde zunächst abwarten, ob sich diese Effekte auch bewahrheiten, bevor ich in die Aktie investieren würde. Die Zeit bis zur Gewissheit ist mir noch zu lang.

Vielleicht lässt sich in den kommenden Wochen bereits erkennen, wohin die Reise bei der Geschäftsentwicklung geht. Insbesondere den Währungseffekt werden wir anhand der Wechselkursentwicklung gut abschätzen können. Es wird sich lohnen, das Unternehmen im Auge zu behalten, damit Sie frühzeitig einsteigen können, sollten sich die oben genannten positiven Effekt bewahrheiten.



FAZIT

Aktuell ist Stada fair bewertet und der Grundstein für weiteres Wachstum ist gelegt. Positive Effekte hängen jedoch maßgeblich an der Wechselkursentwicklung von Rubel und Pfund, und die kann das Unternehmen selbst nicht beeinflussen. Entsprechend muss dieser mögliche Effekt als Spekulation betrachtet werden, es ist daher in meinen Augen heute noch zu früh, um Stada zum Kauf zu empfehlen.

Interessante Anlageideen arbeite ich in meinem Heibel-Ticker aus, schauen Sie doch mal rein. Wenn ich Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten soll, melden Sie sich doch einfach und unverbindlich für meinen kostenfreien Heibel-Ticker Börsenbrief an.

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Stephan Heibel

Autor: Stephan Heibel, Chefredakteur & Herausgeber Heibel-Ticker.de Börsenbrief

Ersteller der Finanzanalyse



ÜBER DEN AUTOR: STEPHAN HEIBEL

Stephan Heibel ist Autor und Herausgeber des Heibel-Ticker.de Börsenbriefs, der wöchentlich kostenfrei per E-Mail verschickt wird. Darin werden die Hintergründe zu Kursbewegungen an den Finanzmärkten aufgezeigt und erklärt. Interessante Tradingideen werden daraus abgeleitet. Sie können sich unter http://www.heibel-ticker.de unverbindlich eintragen.

QUELLEN: Kurse von finance.yahoo.com, Bilanzdaten und Geschäftsdaten stammen aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens (https://ir.stada.de/stada/German/20...e_July_2016.pdf) sowie von der IR-Abteilung




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