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Wunschanalyse Daimler AG
Geschrieben von Stephan Heibel
Veröffentlicht: 09:49 - 19.02.2017
Keine Bewertung
Herzlich Willkommen zu unserer Wunschanalyse in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de):

Die digitale Revolution im Automobilmarkt nimmt Formen an. Daimler ist bestens positioniert, um führend daran mitzuwirken. Doch mutige Schritte werden erforderlich und es sind neue Wettbewerber mit gigantischen Möglichkeiten in den Markt getreten. In der vorliegenden Wunschanalyse schaue ich mit an, wie gut Daimler für diese Zukunft gerüstet ist und wie die Aktie auf verschiedene Entwicklungen reagieren würde.





Vom SUV zum Mobilitätsdienstleister


Im Jahr 2016 stieg der Absatz von Mercedes-SUV um 31% auf 712.000 Stück. Jeder dritte verkaufte Mercedes war im Jahr 2016 ein SUV. Gemeinsam mit A, B, C, E und S-Klasse sowie den Sportwagen und dem Smart erwirtschaftet der Bereich Mercedes Benz Cars 58% des Konzernumsatzes und 63% des Konzerngewinns (adj. EBIT). Der Erfolg Daimlers beruhte im Jahr 2016 maßgeblich auf dem Erfolg der SUVs.

Leser meines Heibel-Ticker Börsenbriefes wissen, dass ich inzwischen nicht mehr den Elektroantrieb als größte Gefahr für Daimler betrachte, sondern die digitale Revolution im Auto. Daimler ist mit diversen Projekten am Ball, doch es wird schwer für die Schwaben, mit Silicon Valley Unternehmen wie Google, Apple und Uber Schritt zu halten.

Autonomes Fahren ist eine der wesentlichen Entwicklungen, die wir in diesen Jahren erleben. Es ist nicht die Frage, ob autonomes Fahren irgendwann kommen wird, sondern nur noch „wann?“.

Eine weitere wichtige Entwicklung sehe ich in dem schwindenden Bedürfnis junger Leute, ein Auto zu „besitzen“. Insbesondere in Städten können die Menschen zunehmend zwischen dem Besitz eines Autos und dem Bedürfnis, von A nach B gebracht zu werden, unterscheiden. Und von A nach B kann man per Taxi oder auch mit Hilfe von Car Sharing Diensten. Im Taxi-Land ist Daimler durch MyTaxi vertreten, Car Sharing Dienste laufen bei Daimler unter Car2Go. Daneben hat Daimler noch Dienste wie FlixBus und moovel im Portfolio.



Quelle: Daimler Geschäftsbericht 2016 S. 39

In guter Daimler-Tradition und mit viel Liebe zum Detail hat das Unternehmen unter dem Schlagwort „CASE“ die vier Bereiche untergliedert: Connectivity, Autonomous, Shared und Electrified.



Wettbewerb aus dem Silicon Valley

Schauen wir uns die zu erwartenden Entwicklungen einmal vor dem Hintergrund an, wie Daimler gegen das Silicon Valley bestehen kann.

Konnektivität: der künftige Mobilfunkstandard 5G wird stark auf das Internet der Dinge ausgerichtet sein. Ein Auto wird künftig gigantische Daten über das Mobilfunknetz austauschen. Bewegungsdaten, Umgebungsdaten, Navigationsdaten, Systemdaten zum Auto und diverses mehr. Ein kritischer Erfolgsfaktor wird sein, wer sich schneller und besser auf das 5G Netz einstellen kann, und da sind die Silicon Valley Unternehmen im Vorteil.



Quelle: Daimler Geschäftsbericht 2016 S. 48

Autonomes Fahren: Auf dem Weg zum autonomen Fahren sind noch viele Hürden zu nehmen. Eine wichtige Hürde ist die rechtliche Betrachtung, um das autonome Fahren flächendeckend einsetzen zu können. Gerade hier sehe ich Deutschland im Vorteil, denn Gesetze sind Lobbyarbeit, und darin ist Daimler hier im Heimatland gut.

In Sachen Technologie für autonomes Fahren ist Daimler Berichten zufolge mit Tesla gleichauf, die Amis sind im Marketing nur deutlich aggressiver. Doch Daimlers ureigenen Liebe fürs Detail könnte zu Vorteil werden, wenn Technologie und rechtlicher Rahmen in Einklang gebracht werden müssen.

Shared Services: Uber setzt zwar heute noch auf individuelle Fahrer, doch das Unternehmen steht in den Startlöchern, autonom fahrende Taxis einzusetzen. Die notwendige Infrastruktur sowie eine große Schlagkraft durch die Verbreitung des Dienstes ist vorhanden. Mit Car2Go ist Daimler aber gut positioniert.

Elektroantrieb: Daimler plant den Bau einer zweiten Batteriefabrik im Ländle. Den Eintritt in den Massenmarkt mit E-Autos (nicht Hybrid) möchte der Konzern mit einem Auto vollziehen, das eine Reichweite von mindestens 500 Km hat. Hier sehe ich die Gefahr, dass Daimler zu spät kommen könnte. Mit Liebe zum Detail für Lösungen verschiedenster Art könnte das Unternehmen gegenüber Tesla zu spät kommen, wenn Tesla das ganze Land mit Ladestationen übersäht und eine treue Kundschaft aufgebaut hat.

Wir befinden uns noch in einer frühen Phase der digitalen Revolution im Automobilmarkt. Doch in diesen Tagen werden die Weichen gestellt für künftige Erfolge. Bislang ist Daimler noch auf Ballhöhe mit den Wettbewerbern aus dem Silicon Valley. Der Konzern hat einige Vorteile, aber auch Nachteile. In den kommenden Quartalen wird Daimler sich stärker auf einzelne Bereiche konzentrieren müssen, die als Vorteilhaft gegenüber den Wettbewerbern gelten. Bislang kann ich noch keinen besondere Fokus erkennen. Doch wie dieser Fokus gesetzt wird dürfte über die Zukunft von Daimler bestimmen.



Zahlen der Gegenwart



Nach so viel Zukunftsmusik nun ein Blick in die Gegenwart. Daimler setzte 153,3 Mrd. Euro um und wird mit einer Marktkapitalisierung von 72 Mrd. Euro bewertet. Das Kurs/Umsatz-Verhältnis liegt also unter 0,5 und kann als sehr günstig gelten.

Das Umsatzwachstum liegt bei 3% p.a., immerhin schüttet Daimler eine attraktive Dividende von derzeit 5,2% aus. Das KGV 2018e von 8 halte ich vor diesem Hintergrund für günstig.

In der Bilanz schlummern 18 Mrd. Euro Nettoliquidität (mehr Guthaben als Schulden). Daimler muss sich also auch keine Sorgen über die Finanzierung neuer Projekte machen.

Allerdings hat wie fast alle Traditionsunternehmen hohe Pensionsverpflichtungen. In den vergangenen sechs Jahren hat das Unternehmen 6,8 Mrd. Euro in entsprechende Rücklagen gesteckt. Weitere Aufstockungen werden derzeit evaluiert, so das Unternehmen.

Wenn ich mir vor Augen halte, dass die digitale Revolution im Automobilmarkt die größte Revolution darstellt, die wir derzeit erleben, muss ich erkennen, dass junge Unternehmen gegebenenfalls ohne diese Altlasten flexibler agieren können.

Doch immerhin ist Daimler mit der hohen Barreserve und dem hohen freien Cashflow gut aufgestellt, um große Investitionen zu stemmen oder auch mal eine große Übernahme zu tätigen. Ich gehe davon aus, dass dies in den kommenden Jahren erforderlich wird.

Vor diesem Hintergrund ist es fraglich, ob Daimler die derzeit erzielte und auch für die Zukunft angestrebte Gewinnmarge von 9% wird halten können.



Kursentwicklung

Seit die deutsche Automobilindustrie in der Finanzkrise 2008 nur noch durch die Abwrackprämie gerettet werden konnte hat sich der Kurs der Daimler Aktie von 17,50 auf 95 Euro Anfang 2015 erholt. Trotz konstant hoher Dividende und dank großer Absatzerfolge sackte die Aktie aus Brexit-Sorgen bis auf 51 Euro im vergangenen Sommer ab. Seither erholt sich die Aktie wieder und steht nunmehr bei 67 Euro.

Charttechnisch gesehen befindet sich die Aktie damit nach der Erholung mit Gipfelsturm und anschließender Korrektur nunmehr in einer Seitwärtsphase zwischen 60 und 70 Euro. Der schwache Ausblick im Rahmen der Geschäftszahlen 2016 für das laufende Geschäftsjahr 2017 hat einen kurzfristigen Ausbruch über 70 Euro wieder zurückgeholt. Nun werden wir auf neue Impulse warten müssen, bis die Aktie einen neuen Anlauf nimmt.

Auf der anderen Seite ist der freie Cashflow stabil genug, um die hohe Dividende auch für das laufende Jahr zu sichern. Bei der Dividendenrendite von 5,2% ist ein deutlicher Kursrutsch unwahrscheinlich. Daimler würde sofort von Anleihe-Anlegern, die dort vergeblich nach verlässlichen Ausschüttungen suchen, gekauft werden.



Perspektive: Mut



Mit großen Übernahmen hat Daimler bislang keine guten Erfahrungen gemacht. Erinnern Sie sich nur an das teure Abendteuer mit Chrysler. Doch ich fürchte, dass genau das, eine große Übernahme, für Daimler innerhalb der kommenden zwei Jahren erforderlich werden könnte. Das Ingenieurswissen der Schwaben wird niemals überflüssig, aber der erfolgskritische Faktor im Automobilmarkt, der dieses Wissen heute darstellt, wird es in der Zukunft nicht mehr sein.

Mit der CASE-Betrachtung befindet sich Daimler auf dem richtigen Weg. Doch das Unternehmen muss aufpassen, hier nicht von Apple, Google oder Uber überholt zu werden. Im Silicon Valley werden ganz andere Summen in die Entwicklung von Zukunftsszenarien für die Mobilität der Zukunft gesteckt, als die Daimler mit derzeit rund 4 Mrd. Euro p.a. tut.

CEO Dieter Zetsche hat den Konzern perfekt auf die digitale Revolution vorbereitet. Doch für die Umsetzung könnten granulare Detailentwicklungen zu langsam sein. Die Schrittlänge muss größer werden. Zetsches Vertrag läuft bis 2019. Ich hoffe, er ist zu größeren Schritten bereit.



FAZIT

Die Dividendenrendite von 5,2% und ein üppiger Cashflow bei gesunder Bilanz geben der Aktie einen sicheren Boden. Das Bewertungsniveau ist günstig, Daimler kann sich auf Zukunftsprojekte konzentrieren. Solange Daimler bei der digitalen Revolution im Auto nicht ins Hintertreffen gerät, dürfte die Aktie in Richtung 90 Euro spazieren. Ein KGV von 10 halte ich für angemessen.

Sollte sich allerdings der Wettbewerb verstärken und zudem noch durch neue Angebote durcheinander gewirbelt werden (Uber), könnte der Konzern Probleme bekommen. Der Plan B sieht dazu vor, sich mit Uber zu verbünden, die beiden Unternehmen sind schon eine Partnerschaft eingegangen und Daimler würde dadurch künftig zu einem Hardware-Lieferanten werden. Die Gewinnmarge von 9% könnte das Unternehmen dann jedoch nicht halten.

Interessante Anlageideen arbeite ich in meinem Heibel-Ticker aus, schauen Sie doch mal rein. Wenn ich Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten soll, melden Sie sich doch einfach und unverbindlich für meinen kostenfreien Heibel-Ticker Börsenbrief an.

Take Share,



Stephan Heibel

Autor: Stephan Heibel, Chefredakteur & Herausgeber Heibel-Ticker.de Börsenbrief

Ersteller der Finanzanalyse



ÜBER DEN AUTOR: STEPHAN HEIBEL

Stephan Heibel ist Autor und Herausgeber des Heibel-Ticker.de Börsenbriefs, der wöchentlich kostenfrei per E-Mail verschickt wird. Darin werden die Hintergründe zu Kursbewegungen an den Finanzmärkten aufgezeigt und erklärt. Interessante Tradingideen werden daraus abgeleitet. Sie können sich unter http://www.heibel-ticker.de unverbindlich eintragen.

QUELLEN: Kurse von finance.yahoo.com, Bilanzdaten und Geschäftsdaten stammen aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens sowie von der IR-Abteilung.




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