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Wunschanalyse Continental
Geschrieben von Stephan Heibel
Veröffentlicht: 14:01 - 22.04.2017
Keine Bewertung
Herzlich Willkommen zu unserer Wunschanalyse in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de):

Die Verarbeitung und Darstellung der unzähligen Sensordaten aus dem Auto zählt bei Continental zum Zukunftsgeschäft, wie auch die Anpassung des Chassis an neue Anforderungen von Elektroautos und beim Car-Sharing. In dieser Wunschanalyse untersuche ich, wie gut Conti auf den Umbruch im Automobilmarkt vorbereitet ist und welche Geschäftsbereiche ggfls. Probleme bekommen. Mein Fazit: Conti ist fair bewertet, hat gute Chancen aber auch einen starken Wettbewerb.


Kennzahlen von Continental laut Sharewise.com


ISIN: E0005439004, WKN: 543900

Kurs aktuell: 200,70€




Automobilbranche vor Umbruch






Es rumort schon seit Jahren in der Autobranche: Elektro- oder Verbrennungsmotor? Auto besitzen oder teilen (sharing)? Selber fahren oder das Auto fahren lassen (autonom)? Je nachdem, wie Ihre Antwort lautet, sind mächtige Umwälzungen in der Autoindustrie zu erwarten.


In der Öffentlichkeit wird heiß diskutiert, ob denn der Elektromotor für Sie als Privatmensch eine Zukunft hat oder nicht. Doch das ist nur ein klitzekleiner Bereich der offenen Fragen, die meiner Einschätzung nach in den kommenden zwei bis drei Jahren beantwortet werden müssen.


Denn Elektromotoren werden heute schon serienmäßig in Bussen und vielen weiteren Nutzfahrzeugen eingesetzt. Wie weit sie in den Alltag des Privatmenschen einkehren, hängt auch von der Beantwortung der weiteren Fragen ab:


Viele insbesondere junge Menschen, die in einer Großstadt wohnen, besitzen heute kein Auto. Wozu auch, es steht doch stets eins vor der Tür: Car-Sharing Dienste sind inzwischen in Ballungszentren gut vertreten. Dem Konzept des Car-Sharings liegt eine Erkenntnis zugrunde: Ca. 96% der Tageszeit steht ein Privatauto ungenutzt auf einem Parkplatz. Wenn ich mir unser Auto anschaue, sind die 96% eher zu niedrig. Mit geschicktem Car-Sharing könnte man die Anzahl der Autos also um 24 von 25 reduzieren, Parkplätze wären überflüssig.


Viele junge Leute in Ballungszentren verzichten heute schon auf einen Führerschein. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind gut und bald fährt das Auto ohnehin autonom. Das ist sicherer und für die Insassen entspannter.


Zugegeben, bis zur Welt der autonom fahrenden Sharing-Eletroautos ist es noch ein weiter Weg. Doch genau so sieht unsere Zukunft aus. Aufkommende Probleme werden gelöst, es ist nur eine Frage der Geschwindigkeit, mit der diese Änderungen einziehen.


Ich habe seit einigen Jahren keinen Hehl daraus gemacht, dass ich die deutschen Autobauer wie Daimler, VW und BMW nicht in der Führungsposition dieser Entwicklung sehe. Google, Uber und vielleicht Apple werden diese Entwicklungen vorantreiben, wie auch Tesla schon im Bereich der Elektromotoren in meinen Augen uneinholbar führend ist. Doch die zu lösenden Probleme sind komplex und es gibt genug zu tun für Zulieferer, die ihre Lösungen letztlich Daimler, VW und BMW sowie aber auch GM, Ford, Tesla, Peugeot, Fiat, etc. anbieten werden.


Schauen wir uns vor diesem Hintergrund den größten deutschen Automobilzulieferer Continental näher an.


Produktportfolio von Continental


Conti kennen Sie bestimmt seit langem schon aus dem Reifengeschäft. Es ist seit 1871 das Stammgeschäft von Conti und trug im vergangenen Jahr einen Anteil am Umsatz von 26% und steuerte mit 46% den größten Teil zum Unternehmensgewinn bei.


Im Bereich Chassis und Safety (Sicherheit) kümmert sich Conti um Sicherheitsaspekte im Fahrzeug sowie um Aspekte der Fahrdynamik eines Autos. Der Bereich steuert 22% zum Konzernumsatz bei und erwirtschaftet 15% des Konzerngewinns.


Unter den Begriff „Interior“ versteht Conti die Darstellung und Verwaltung von Informationen, die das Fahrzeug betreffen. Hier laufen also die Informationen aus den verschiedenen Sensoren des Autos zusammen. Mit 20% des Konzernumsatzes steuert dieser Bereich weitere 15% zum Konzerngewinn bei.


Bei Conti-Tech finden Sie komplexe technologische Lösungen, die für jegliche Anwendungsgebiete entwickelt werden: Fördergurtsysteme, Flüssigkeitssysteme, Antriebssysteme, Oberflächenmaterialien, Federungen und Schwingungsdämpfer, ... Dinge, die sich mit dem Know-how des Konzerns eben entwickeln lassen. 13% des Konzernumsatzes steuern hier 12% des Konzerngewinns bei.


Diese vier Geschäftsbereiche sind meines Erachtens ziemlich unabhängig von den im vorhergehenden Kapitel gestellten Fragen zu künftigen Entwicklung des Automobilmarktes. Lediglich der fünfte und letzte Geschäftsbereich könnte Probleme bekommen: Powertrain nennt Conti seine Antriebstechnologie für Fahrzeuge. 18% des Konzernumsatzes steuern in diesem Bereich 12% zum Gewinn bei.


Der neue Tesla S hat vier Elektromotoren, die direkt am Rad positioniert sind und untereinander elektronisch gesteuert werden. Antriebswellen und ähnliche Systeme aus der Welt von einem einzigen Verbrennungsmotor im Auto benötigt der Tesla S nicht mehr.


Geschäftsentwicklung


Die Hälfte des Konzernumsatzes wird in Europa erwirtschaftet, davon 21% im Heimatmarkt Deutschland. Ein Viertel des Umsatzes kommt aus den USA und 21% aus Asien. Gerade des Chinageschäft wächst derzeit schneller als die anderen Regionen. Und in China setzt Conti einen größeren Anteil an Nicht-Reifen ab als zu Hause. Doch gerade das Reifengeschäft trägt mit 21,7% die höchste Gewinnmarge (adj. Ebit).


Der Konzernumsatz ist im Jahr 2016 um 3% auf 40,5 Mrd. Euro gewachsen. Die Gewinnmarge des Konzerns lag bei 10,8%. Im Jahr 2016 wurden 38% aller Neuaufträge in Asien eingeholt, davon 25% allein in China. Daraus ist leicht absehbar, dass der aktuelle Anteil des Asiengeschäfts von 21% in Zukunft weiter kräftig steigen wird, zulasten der Gewinnmarge.


Unterm Strich bleiben also 3% Umsatzwachstum bei unterproportionalem Gewinnwachstum. Das sieht aktuell nicht sonderlich attraktiv aus, muss ich sagen.


Unternehmensprognose


Conti prognostiziert für das laufende Jahr 2017 einen Konzernumsatz von 43 Mrd. Euro (+6,1%) bei einem leichten Rückgang der Gewinnmarge auf 10,5%. Das Gewinnwachstum soll also bei 5% liegen. Diese Prognose berücksichtigt das starke Asiengeschäft und gleichzeitig auch die negative Wirkung auf die Gewinnmarge.


Bis 2020 möchte Conti den Umsatz auf 50 Mrd. Euro steigern. Das ist kein besonders ambitioniertes Ziel, denn mit jährlichen Wachstumsraten von 5-6% wäre Conti schon am Ziel.


Bewertungsniveau


Das KGV 2017e von Conti steht bei 12. Zudem wird eine Dividendenrendite von 2,4% erwartet. Der hohe Cashflow des Unternehmens ermöglicht eine schnelle Rückzahlung der Schulden. Von fast 3 Mrd. Euro Schulden per Ende 2016 sollen Ende 2018 nur noch 300 Mio. Euro übrig bleiben.


Ich halte das Bewertungsniveau für fair. Zwar liegt das KGV von 12 mehr als doppelt so hoch wie die erwartete Wachstumsgeschwindigkeit des Gewinns (unterproportional zum Umsatzwachstum von 5-6%), doch dafür bietet Conti stabile Geschäftsaussichten in einem im Umbruch befindlichen Markt.


Lediglich die Antriebstechnik könnte in den kommenden Jahren problematisch werden. Dafür jedoch ist Conti im wichtigen Zukunftsmarkt der Datenverarbeitung im Cockpit (Interior) vertreten und wird auch in Sicherheitsfragen (Chassis) die sich veränderten Anforderungen umsetzen. Und der Bereich der Reifen bietet eine Stabilität, die kaum ein anderer Bereich im Automobilmarkt bietet: Bis wir die Reifen bei Autos überflüssig machen, wird es noch ein paar Jahrzehnte dauern.


Beim autonomen Fahren werden viele Informationen, die durch unzählige Sensoren der Autos gesammelt werden, verarbeitet und für den Fahrer dargestellt. Hier versucht Conti, führend an Entwicklungen mitzuwirken.


Die Autobauer Daimler, BMW und VW sowie sämtliche anderen Autobauer der Welt werden nicht alle selber die notwendigen Systeme entwickeln. Der Druck, solche Systeme anzubieten, wird jedoch in den kommenden Jahren steigen. Kunden, egal ob Sie als Privatkunde, Uber als Firmenkunde oder die Logistikbranche, werden autonome Systeme fordern und wer da nicht mitzieht wird verlieren. Entsprechend ist der Druck bei den Autobauern groß, entsprechende Systeme zu haben. Conti könnte von dem Zwang der Autobauer, in diesem Bereich zu Investieren, profitieren.


Kursentwicklung


Während der Finanzkrise 2008 hatte sich das Unternehmen im Übernahmestreit mit Schäffler verzettelt, die Aktie fiel von 105 auf 12 Euro. Das Unternehmen stand vor dem Aus. Es wurde eine Einigung in letzter Sekunde gefunden, Schäffler hält heute 46% der Anteile von Conti. Die Aktie erholte sich bis 2011 bis auf 76 Euro. Bevor die Euro-Schuldenkrise einen erneuten Rückschlag auf 45 Euro nach sich zog.


In den dann folgenden Jahren hob Conti ab, die Aktie stieg auf ein Allzeithoch im März 2015 bei 231 Euro. Seither hat Conti jedoch eine Seitwärtsbewegung mit leicht abnehmenden Tiefs eingeschlagen, deren Unterstützung derzeit bei 165 Euro verläuft. Mit aktuell knapp 200 Euro notiert Conti derzeit so ziemlich in der Mitte dieser großen Handelsspanne von 165 bis 231 Euro.


Eine weitere Unterstützung verläuft jedoch bereits bei 190 Euro. Diese Unterstützung ergibt sich aus dem Abwärtstrend der Zwischenhochs der vergangenen zwölf Monate, die erst im März nach oben übersprungen wurden und auf deren Niveau die Aktie im Falle einer kleinen Korrektur nochmals zurückfallen könnte.


Ausblick


Conti ist auf dem aktuellen Kursniveau fair bewertet. Bei allgemeiner Marktschwäche kann der Kurs nochmals auf 190 Euro gedrückt werden, doch viel tiefer sollte die Aktie bei dem stabilen Ausblick nicht abrutschen. Dazu bräuchte es einen marktbreiten, heftigen Ausverkauf, doch den erwarte ich derzeit nicht.


Aber auch nach oben ist nicht viel Spiel für Conti drin. Bei 231 Euro liegt das bisherige Allzeithoch, das dürfte Conti mit der Fortführung der bisherigen erwarteten Geschäftsentwicklung in den kommenden 12-18 Monaten nicht überspringen. Für ein Überspringen dieser Marke wäre etwas Fantasie notwendig: Fantasie über eine führende Stellung in der Entwicklung spezieller Komponenten für autonom fahrende Autos.


Alternativ könnte auch aufkommender Druck auf die etablierten Autobauer helfen, Contis Aktie Beine zu machen. Wenn absehbar wird, dass Autobauer ihre Investitionen deutlich nach oben schrauben und Teile der Entwicklung an Zulieferer vergeben, dann dürfte Conti als größter deutscher Zulieferer ganz vorne dabei sein, diese Investitionsbudgets abzugreifen.


Dadurch würden dann nicht nur der Umsatz in den beiden Bereichen Chassis sowie Interior stärker wachsen können, als derzeit prognostiziert, sondern auch insbesondere die Gewinnmargen anspringen.


FAZIT


Conti ist fair bewertet und für einen langfristig orientierten Anleger eine gute Alternative um am Umbruch der Automobilbranche teilzuhaben. Doch abgesehen von der Größe bislang kann ich bei Conti keine technologischen Entwicklungen sehen, die das Unternehmen zu einem unverzichtbaren Partner für die Entwicklung neuer Technologien macht. Die Chancen stehen gut, dass Conti dabei sein wird. Aber Unternehmen wie Infineon, Nvidia und NXP sind in meinen Augen besser positioniert, um von dem Umbruch im Automobilsektor zu profitieren.


Interessante Anlageideen arbeite ich in meinem Heibel-Ticker aus, schauen Sie doch mal rein. Wenn ich Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten soll, melden Sie sich doch einfach und unverbindlich für meinen kostenfreien Heibel-Ticker Börsenbrief an.

Take Share,



Stephan Heibel

Autor: Stephan Heibel, Chefredakteur & Herausgeber Heibel-Ticker.de Börsenbrief

Ersteller der Finanzanalyse



ÜBER DEN AUTOR: STEPHAN HEIBEL

Stephan Heibel ist Autor und Herausgeber des Heibel-Ticker.de Börsenbriefs, der wöchentlich kostenfrei per E-Mail verschickt wird. Darin werden die Hintergründe zu Kursbewegungen an den Finanzmärkten aufgezeigt und erklärt. Interessante Tradingideen werden daraus abgeleitet. Sie können sich unter http://www.heibel-ticker.de unverbindlich eintragen.

QUELLEN: Kurse von finance.yahoo.com, Bilanzdaten und Geschäftsdaten stammen aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens sowie von der IR-Abteilung.




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