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Alt 26.08.2004, 19:54   #1
Tabea
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Registrierungsdatum: Dec 2002
Beiträge: 3.271
Posting Die Geschichte der Viren ...l

Eine Doktorarbeit und Ihre Folgen

Vor über 20 Jahren, genauer gesagt im Jahr 1983, stellte ein gewisser Fred Cohen im Rahmen seiner Doktorarbeit "Computerviruses - Theory and Experiments" an der Universität von Südkalifornien ein kleines selbstgeschriebenes Programm vor - und damit gleich den ersten lauffähigen Computer-Virus.

Mit diesem Programm realisierte er, was bis dahin nur als theoretische Möglichkeit galt; nämlich, dass sich ein Computerprogramm tatsächlich selbst reproduzieren kann. Eingesetzt auf einem der damals üblichen UNIX-Systeme bewirkte es zudem, dass jeder Benutzer über Administratorrechte verfügte.

Er könnte damit gewissermassen als Urvater der digitalen Plage bezeichnet werden, auch wenn seine Arbeit sicher gänzlich im durchweg positiven Dienste der "Computersicherheit" zu verstehen ist - immerhin erörterte er in diesem Werk neben der Darstellung des Bedrohungspotenzials vor allem auch die möglichen Schutzmassnahmen gegen die von ihm herauf beschworene Gefahr durch digitale Schädlinge.

Als Fred Cohens Doktorarbeit im Jahr darauf inklusive Definitionen und Quellcodes veröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt wurde, gab es kein Halten mehr - zumindest auf Seiten von Programmierern, die seine Erkenntnisse in moralisch fragwürdiger Art und Weise nutzen wollten - und so erst damit anfingen, die von Cohen beforschten "Gefahren" allmählich in die Realität umzusetzen.

Als Cohen drei Jahre später im Rahmen seiner Forschungen zu diesem Gebiet bei der National Science Foundation um Gelder bat, um weiter Gegenmaßnahmen erforschen zu können, wurde er abgewiesen - interessanterweise mit der lapidaren Begründung, seine Forschungsarbeit sei "nicht von aktuellem Interesse". Die ersten Viren waren zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits im Umlauf, richteten allerdings noch keine großen Schäden an - aus heutiger Sicht würden wir sie eher als Scherzprogramme bezeichnen.

Der Beginn einer Seuche

Im Jahr 1986 tauchte dann der erste "richtige" MS-DOS-Virus auf:

Zwei pakistanische Software-Händler kamen auf die grandiose Geschäftsidee, verseuchte Programme zu verkaufen, um ihre Kundschaft durch die kurz darauf fällig werdende Reparaturleistung an sich zu binden.

Da sie dummerweise im Virencode ihre vollen Namen nannten, kam man ihnen schnell auf die Schliche. Kurioserweise verbreitete sich der "Pakistan-Virus" (auch "Brain" genannt) dennoch bis in die USA. Er war der erste Virus, der "Stealth"-Techniken anwandte.

Im Dezember des gleichen Jahres stellte Ralf Burger vom Chaos- Computer- Club seinen Virus "VIRDEM" vor, der über Bootsektoren von Disketten transportiert wurde. Erstmals wurden auch große Firmen Opfer von Erpressungsversuchen durch die Drohung des Einsatzes von Computerviren.

Der erste Virus, der ein großes Netzwerk lahm legte, war "Christmas Tree".
Er wurde am 9. Dezember 1987 über Rechner einer deutschen Universität eingeschleust und vermehrte sich so rasant, dass das "European Academic Research Network" (EARN) vier Tage später Totalausfall meldete.

Am Freitag, den 13. Mai 1988 schlug der "Jerusalem"-Virus wie eine "Bombe" ein. Er war einer der ersten wirklich bösartigen Viren. Begnügten sich die Schädlinge bisher damit, allein für ihre Verbreitung zu sorgen, Rechnerkapazität zu stehlen oder bestenfalls Meldungen auszugeben, wurde "Jerusalem" programmiert, um Programme und Daten zu zerstören. Er befiehl Computer in den USA, Europa und im mittleren Osten, und kann für sich in Anspruch nehmen, der wohl erste Computervirus zu sein, dem in der Presse weltweit Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Im November 1988 legte "Morris" einige tausend Computersysteme in den USA lahm, darunter Rechner der NASA. Der angerichtete Schaden wurde auf annähernd 100 Millionen Dollar geschätzt.

Im Dezember 1989 kam es zu einem besonders niederträchtigen Vorfall. Ausgerechnet an die Teilnehmer einer internationalen AIDS-Konferenz wurden Disketten mit angeblich wichtigen Informationen zum Thema verteilt. Nachdem die Dateien auf den Computer aufgespielt waren, verschlüsselte der darin enthaltene Virus (perfiderweise "AIDS" genannt) nach dem 90. Hochfahren des Systems alle Dateien auf den Festplatten - bis auf eine: Eine Rechnung mit Überweisungsauftrag über 189 US-Dollar an eine Firma in Panama! Der Autor dieses Virus wurde später zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Die 90ger: Vom "Do-it-yourself-kit" bis "Melissa"

Wirklich prekär wurde es, als 1990 mit "Chameleon" der erste polymorphe Virus auftauchte. Diese Virenart verändert sich bei jeder neuen Infektion und ist daher für Virenscanner schwer zu entdecken.

1991 erschienen die ersten der sog. "Construction-Kits". Mit Hilfe dieser Programme kann jeder seine eigenen Viren erstellen, ohne auch nur eine Zeile programmieren zu müssen. Durch sie stieg die Zahl der freigesetzten Viren weiter rasant an. Diese eher "primitiven" Viren werden von den heutigen Scannern allerdings problemlos erkannt und entfernt.

Mit "Concept" begann 1995 die Ära der Makro-Viren. Er befiel Dokumente, die mit "Microsoft Word" erstellt wurden. Wenige Monate später gab es auch einen "Excel"-Virus ("Laroux").

Das Jahr 1998 war eines der "interessantesten" Jahre in der Geschichte der Computerviren. Der erste Virus, der PC-Hardware außer Funktion setzt, der "cih"-Virus (alias "Tschernobyl") wurde in Taiwan entdeckt. Er überschreibt den BIOS-Chip. Er taucht auch heute noch gelegentlich auf. Die Hacker- Gruppe "Cult of the Dead Cow" brachte mit "Back Orifice" einen der ersten modernen Trojaner heraus und die ersten VB-Script-Viren, von denen sich einige sogar in HTML-Dokumenten verstecken können, begannen sich zu verbreiten.

1999 war das "Melissa-Jahr". Er verbreitete sich mit bis dahin für nicht möglich gehaltener Geschwindigkeit rund um die Welt. Schnell fanden sich Nachahmer und der Siegeszug der Internet-Würmer war nun nicht mehr aufzuhalten.

y2k: Hysterie und "I.Love.You"

Zwischendurch gab es auch eine gute Nachricht: Nach dem Jahreswechsel 1999/2000 setzte weltweit Aufatmen ein - die vorhergesagte "Jahr-2000- Katastrophe" blieb aus. Der prophezeite weltweite, apokalyptische Zusammenbruch aller IT-Systeme fand nicht statt.

Dafür kam es in einem anderen Bereich knüppeldick: Der "I-LOVE-YOU"- Wurm (alias VBS.Loverletter) stellte "Melissa" in Geschwindigkeit und Verbreitung locker in den Schatten. Er war sogar das Top-Event in einigen Nachrichtensendungen.

Ihm folgten bis heute viele ähnliche Schädlinge: "Kournikova", "Nacked Wife" (merke: Sex sells), "Nimda", "SirCam" "Badtrans", "Blaster" - und ein Ende ist nicht in Sicht.

Doch auch die Gegenseite blieb - glücklicherweise - nicht untätig.

John McAfee´s Virenscanner erkannte im Jahr 1988 19 Virenarten, ein Jahr später bereits 44 (zum Vergleich: bis Mitte 2002 stieg die Zahl der katalogisierten Viren einschl. Varianten auf über 90.000). Andere, wie die Firma IBM oder die Firma Symantec, kamen hinzu.

Auch die Firma Microsoft rüstete ihr MS-DOS mit einem Anti-Viren- Programm aus, das jedoch ironischerweise durch Viren wie z.B. "Tremor" postwendend wieder "gekillt" wurde.

Heute gibt es eine ganze Reihe wirklich guter Anti- Viren- Software, die den Programmierern von Computer-Viren ihr destruktives Tun immer schwerer macht.
Aber: Sie als Anwender müssen dieses Angebot auch nutzen!

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