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Alt 29.05.2020, 18:30   #451
Guten Tag
stock-channel.net trader
 
Registrierungsdatum: Mar 2007
Beiträge: 1.076
Standard

Hallo,


gestern gab es einige Unruhe hier. Leider habe ich mich unnötig provozieren lassen. Das soll nicht wieder vorkommen. Wir müssen hier kein Pendant zum Krieg der Virologen abspulen, ein Krieg, von dem letztlich nur die BILD-Zeitung profitiert, und die BILD-ler haben es geschafft, am Ende alle gegeneinander auszuspielen.

Ansonsten will ich nicht den Zorn der Mediziner hier heraufbeschwören mit einem kurzen Beitrag zum Begriff der "Autoimmunerkrankung".
Aber sollte es passieren, ist es auch gut, und wir haben dann morgen die Korrekturen hier.

So, dann stürzen wir uns hinein, und hoffen das beste.





1. Autoimmunerkrankungen


Gegenwärtig ist medial im Gespräch eine "Mysteriöse Autoimmunerkrankung bei Kindern". Der Begriff "mysteriös" entspringt dem journalistischen Sprachvorrat und ist da auch gut beheimatet. Der Begriff "Autoimmunerkrankung" ist auch eher journalistisch geprägt
und sehr unglücklich gewählt. Er unterstellt, es gäbe eine fehlerhafte Immunreaktion, die sich "gegen den eigenen Körper richtet". Dahinter
könnte sich das Weltbild verbergen, die Natur neige zu Fehlern, die letztlich von der Biologie an Intelligenz deutlich überlegenen Menschen erkannt und korrigiert gehören.

Wir Menschen neigen dazu - und ich vor allem auch - anderen Fehler zu unterstellen. Das ist kein schöner Zug. Aber er wird absurd, wenn man
beginnt, der Biologie Unfähigkeit zu unterstellen. Das ist in der Tat eine Fehlsteuerung des Grössenwahnautomaten, den jeder anscheinend in sich trägt und der gelegentlich sich selbst aktiviert, das wäre dann Autogrössenwahnismus.

Was beobachtet wird ist eine extrem starke Zunahme von z.B. Interferonen, die - das wissen wir - brachial zur Sache gehen, in Zellen eindringen und dort versuchen, die Produktion von körperfremden Proteinen (hier: Virus-Bausteinen) zu stoppen. Dabei greifen sie in die RNA-Synthese ein. Sie provozieren auch die Präsentation der produzierten Fremdproteine auf der Zellmembran, sodass die Zelle als "okkupiert" erkannt wird und vernichtet wird von darauf spezialisierten T-Lymphozyten. Und wenn die Interferone den "Verdacht haben", dass der Nukleus der Zelle bereits infiltriert wurde und die DNA mutmasslich verändert wurde, dann aktivieren sie die Selbstzerstörung der Zelle.

All das führt einerseits u.a. zu einer Zerstörung von Körperzellen in großem Ausmass, die dann funktional ausfallen. Das kann große Teile von Organen funktional vernichten. Es kann auch Gefäß-Wände derart schwächen, dass sie sich unter Druck ausbeulen. Andererseits ist es keine Fehlsteuerung, sondern ein verzweifelter Versuch, eine Übernahme des Körpers durch
einen viralen Angreifer noch zu stoppen. Das macht der Körper resp. seine Immunabwehr also nicht aus Spaß oder Dummheit, sondern in großer Not.

Nun gibt es die Möglichkeit, diese Reaktion zu stoppen, indem die Interferone durch Antagonisten gebunden und damit blockiert werden. Das kann die akute Immunreaktion stoppen - für den Moment.
Es erlaubt aber den Viren, weiter ihrer Tätigkeit nachzugehen. Es ist zu befürchten, dass diese Immunreaktion zu gegebenem Zeitpunkt wieder aufflammen kann, wenn die medikamentöse Blockade beendet wird. Es sei denn, das Virus ist zwischenzeitlich anderweitig erledigt worden. Und das wird man wohl begleitend in der Therapie versuchen.

Dieser Text hier argumentiert lediglich gegen den Begriff "Autoimmunerkrankung". Weder Diagnostik noch Therapie werden hier in Frage gestellt. Wir sollten und wir können davon ausgehen, dass die
behandelnden Ärzte das richtige und möglichste tun. Und das auch alles viel viel besser wissen und können als es hier dargestellt ist. Und es ist völlig korrekt einzugreifen, bevor die Immunreaktion so stark ist, dass niemand sie überleben kann. Das wird überhaupt nicht im geringsten angezweifelt. Es geht nur um den Begriff "autoimmun". Die Reaktion richtet sich nicht gegen den Körper, sondern gegen einen Eindringling. Und das ist keine "Autoimmunreaktion", sondern eine heftige "Immunreaktion". Die ist auch nicht "überschießend", sondern eher verzweifelt. So, das muß für heute reichen.






2. Die Sache mit den Kindern und Drostens Studie dazu

Drosten und sein Team haben versucht, nachzuweisen, dass die Viruslast in infizierten Kindern genauso groß ist wie in infizierten Erwachsenen. Dazu haben sie positive PCRs aus der Historie verwendet und deren detektierte Konzentrationsangaben. Tasächlich fanden sie auch, was sie suchten, nämlich vergleichbare hohe Konzentrationen.

Allerdings tauchen dann statistische Probleme auf, wenn man Aussagen machen will, wieviele in einer Altersgruppe bestimmte Konzentrationen zeigen. Drosten hatte keinen Statistiker im Team, es hat ihn
auch gar nicht weiter interessiert. Ihm reichte die Tatsache, dass Kinder vergleichbar hohe Viruslasten tragen können.

Die Studie wurde nicht veröffentlicht, sondern online zugänglich gemacht für Kollegen. Es meldeten sich Statistiker, die genau das oben erwähnte Problem ansprachen und zum Teil Verbesserungsvorschläge machten.
Drosten ging darauf ein, nahm einen der Statistiker ins Autorenteam mit auf und will demnächst eine überarbeitete Version des Papers online stellen.

Kekule ist kein Statistiker und kritisiert auch nicht die Statistik. Er argumentiert, dass die Konzentrationen abhängig vom Abstrich sein können. Also nicht die wahren Konzentrationen abbilden. Kinder können
viel oder wenig Schleim im Rachen haben, sich gern oder ungern abstreichen lassen. Diese Argumentation nimmt allerdings niemand ernst, weil das gleiche auch für Erwachsene gilt.

Dass BILD die "Zurückziehung" des Papers gefordert hat - ohne fachliche Argumentation - ist absurd, weil das Paper gar nicht veröffentlicht ist, also auch nicht zurückgezogen werden kann.
Unschön ist aber, dass die beiden konkurrierenden Scene-Virologen Kekule und Streek sich abwertend geäussert haben. Beide sind keine Statistiker.

Die ganze öffentliche Diskussion offenbart sich aber mit einer ganz anderen Schwäche. Sie unterstellt, Kinder wären nur potentielle Virenschleudern - oder auch nicht. Das ist aber nur ein Drittel der Problematik.
Infizierte Kinder sind:

- gefährdet, in Folge einer Infektion an einem lebensbedrohlichen Sydrom zu erkranken, das dem Kawasaki-Syndrom ähnelt
- potenziell in der Lage, ganze Schulklassen und Kollegien durchzuinfizieren
- in der Lage, als Vektor in und aus der Famile zu agieren.

Weil sich der mediale Tross wieder nur auf den dritten Punkt fokussieren kann, die Virenschleuder, wird sich an Drostens Studie abgearbeitet. Dabei wäre es angebracht, über den Schutz von Kindern nachzudenken.

Kawasaki steht mit hoher Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit anderen Corona-Stämmen und tritt erst Wochen nach einer scheinbar überstandenen Infektion aus. Die schlimmsten langfristigen Auswirkungen
sind wohl Aneurismen, also Erweiterungen von Gefässen, die im Laufe des Lebens zu Gefäßbrüchen führen und fatal enden können. Es wird angenommen, dass Corona-Infektionen die wesentliche Ursache
solcher Aneurismen sind. Allerdings war die Häufigkeit von Kawasaki gering.

Es wird seit etwa zwei Monaten weltweit davon berichtet, dass es einen starken Anstieg eines Kawasaki-ähnlichen Syndroms bei Kindern gibt. Diese Kinder sind überwiegend nicht Covid-19-positiv, haben allerdings Antikörper, was auf eine scheinbar überstandene Infektion hindeutet.

Der kausale Zusammenhang mit Covid-19 ist bislang nicht erbracht, aber niemand geht mehr ernsthaft von einem Zufall aus. Deshalb sollte von der Aussage "Kinder sind nicht gefährdet" abgerückt werden.
Die zweite Gefahr, dass nämlich der mühsam zusammengetackerte Schul- ud Kita-Betrieb schnell wieder zusammenbrechen kann, ist dagegen unspekulativ. Und da können wir nur hoffen, dass den Schulen
was einfällt, wie sie einen effektiven aber sicheren Betrieb machen kann. Und das als Community, also nicht jede Schule für sich. Auf die Regierung und die Minsisterien würde ich nicht warten. Und dass in den
Talk Shows substantielle Konzepte erarbeitet werden, hat das schon mal jemand erlebt?

In den Links mediale Berichte über quasi-Kawasaki. "Mysteriös" und "Autoimmun" hatten wir oben schon, die Berichte sind aber OK.

https://www.tagesspiegel.de/wissen/...d/25868722.html

https://www.haz.de/Hannover/Aus-der...us-auf-der-Bult
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Alt 29.05.2020, 18:31   #452
Guten Tag
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3. Feuilleton

The Roches war ein Gesangstrio, drei Schwestern, die tatsächlich "Roche" mit Nachnamen heißen. "Roach" - also die Kakerlake - wird mit zusätzlichem A geschrieben, gesprochen werden beide Namen gleich.
Leider starb Maggie Roche 2017, und das Trio existiert nicht mehr. Es gibt absolut nichts Gemeines, Hinterlistiges oder Abgründiges oder gar Abwertendes über das Trio zu berichten. Sie sind ein Beispiel dafür,
dass die USA durchaus mehr kulturelles Potenzial haben, als die Eigen-Vermarktung der Nation zugibt. Der Link geht auf ein frühes Werk der Schwestern. Es geht um einen Job im Hamburger-Restaurant. Ein
Bewerbungsgespräch. Ich such schon mal den Text raus, Ihr könnt Euch inzwischen das Video anschauen.

Text zwischenzeitlich gefunden. Meine Lieblingsstrophe ist folgende:

Give me a broom and I'll sweep my way to heaven.Give me a job;You name it.Let the other forty-million three-hundred and sevenPeople who want to get famous.


Geben Sie mir einen Besen und ich feg´ meinen Weg zum Himmel.
Geben Sie mir einen Job;
Und schon haben wirs.Vergessen wir doch die anderen vierzig Millionen dreihundertundsiebenLeute, die berühmt werden wollen.







Mr. Sellack





O Mr Sellack
Can I have my job back?
I've run out of money
Again.

Last time I saw ya
I was singing "Hallelujah
I'm so glad to be
Leavin' this restaurant".

Now the only thing I wantIs to have my old job back again.I'll clean the tables;I'll do the creams;I'll get down on my knees and
Scrub
behind the steam table.

O Mr. Sellack
I didn't think I'd be back.
I worked here last year
Remember?

I came when Annie
Was going on vacation
And I stayed on
Almost till December.

Now the only thing I wantIs to have my old job back again.I won't be nasty
To customers no more.
When they send their burger back
I'll tell them that
I'm sorry.


Waiting tables ain't that bad.
Since I've seen you last, I've waited
for some things that you would not believe
To come true.


Give me a broom and I'll sweep my way to heaven.
Give me a job;
You name it.
Let the other forty-million three-hundred and seven
People who want to get famous.




Now the only thing I want
Is to have that old job back again.
I'll clean the tables;
I'll do the creams;
I'll get down on my knees and
Scrub behind the steam table.




https://www.youtube.com/watch?v=mQMwU3TrVE0
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Alt 29.05.2020, 18:39   #453
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4. Die Grafiken von heute





Neu-Positive fallen leicht um 50 auf 557. Interessant wäre eine Information, wie hoch der Anteil der Hotspots Kirche-Restaurant-sonstwas
dabei ist, und wie viele Infektionen sich einzeln in der Fläche noch verteilen. Die Daten gibt es aber m.W. nicht.
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