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Alt 21.01.2002, 00:58   #1
KA111
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Beiträge: n/a
Posting Fondsmanager, unfähig und dreist. Die werden immer unverschämter.

Die werden immer unverschämter! Hände weg von solchen und ähnlichen Produkten. Das ist NASS-FORSCH!

Gruß
KA

Die Mindestanlage fuer den Global Timing Plus (WKN: 764933) be-
traegt 2.500 EUR, Sparplaene sind ab 50 EUR monatlich moeglich.
Der Ausgabeaufschlag betraegt fuenf Prozent, die jaehrliche Ver-
waltungsgebuehr 1,5 Prozent. Zusaetzlich faellt eine jaehrliche
18-prozentige Performance-Gebuehr auf den erzielten Kursgewinn
an
, die jeweils zum Ende des Geschaeftsjahres erhoben wird.
Falls in einem Geschaeftsjahr Wertminderungen abfallen, werden
diese auf das folgende Geschaeftsjahr zum Zweck der Berechnung
der Outperformance Fee vorgetragen. Bei Verlustvortraegen faellt
das Erfolgshonorar erst an, wenn diese vollstaendig ausgeglichen
sind - eine im Vergleich zu konventionellen Fonds sehr faire
Handhabung der Performance Fee.


KONTAKTMOEGLICHKEIT

HPM Portfolio Management GmbH
Garather Schlossallee 19
40595 Duesseldorf
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Alt 21.01.2002, 10:38   #2
artistin
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Registrierungsdatum: Oct 2000
Beiträge: 1.540
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Versteh ich jetzt nicht. Das mit den Performance-Fees ist inzwischen Standard. Nicht dagegen, daß eine Fondsgesellschaft erst Verluste ausgleicht, bevor sie eine solche berechnet....

Nichtsdestotrotz machen Fonds aufgrund ihrer Gebührenkonstruktionen, offen oder verdeckt, immer weniger Sinn.

Anders sieht es aus, wenn man Fonds über Direktbanken mit ermäßigtem Aufschlag beziehen kann. Frage ist nur, ob man kriegt was man will...

grüsse
artistin
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Alt 21.01.2002, 19:11   #3
KA111
Gast
 
Beiträge: n/a
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Standard oder nicht : Erst der Ausgabeaufschlag von 5% . Dann die Verwaltungsgebühr von 1,5 %, und diverse sonstige kleingedruckte Gebühren. Und dann noch eine Performancebeteiligung von ca einem Füntel der erzielten Performance für die erbrachte Super-Leistung`??????????????????? Was ist denn mit Verlustbeteiligung?Wer das mit seinem Geld machen läßt, ist selber schuld.

Komm Arti, wir überfallen eine Bank oder machen einen Fonds auf.

Gruß
KA
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Alt 22.01.2002, 00:40   #4
artistin
.............
 
Registrierungsdatum: Oct 2000
Beiträge: 1.540
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Okay, ich wäre dann für die zweite Variante...

Und fürs Kleingeld traden wir Turbozertifikate...

grüsse
arti
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Alt 23.01.2002, 00:31   #5
Mr. KnowItAll
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Alt 23.01.2002, 00:45   #6
artistin
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Registrierungsdatum: Oct 2000
Beiträge: 1.540
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Findest du im Zertifikate-Thread. Werd allerdings nochmal ausführlicher drauf eingehen...

Kurzfassung: Zertifikate mit Hebel ähnlich wie bei Optionsscheinen. Steigt der Index um x%, steigt das Zertifikat z.B. um 2x oder mehr %..... wenns fällt, dann natürlich auch überproportional.
Ist ähnlich wie Futurestrading.

Gibts als Bull- und Bear-Version.


Wart noch ein paar Tage..

grüsse
artistin
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Alt 01.05.2002, 14:10   #7
KA111
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Posting Fonds, unfähig und dreist. Die werden immer unverschämter.

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Alt 01.05.2002, 14:36   #8
Förster
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Alt 02.05.2002, 07:18   #9
KA111
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Posting

Investmentgesellschaften
– ein Auslaufmodell
Über dem Zenit – Kritik an Gebührenstrukturen – Konkurrenz nimmt zu – Viele Anleger wenden sich ab – Wo bleiben die neuen Ideen?



Von Peter Schuppli
Als 1988 die Pharma Vision von Merrill Lynch (Schweiz) unter stiller Mitwirkung des Basler Pharmakonzerns Roche, vor allem des damaligen Finanzchefs Henri B. Meier, gegründet wurde, bedeutete das der Anfang einer neuen Phase im Schweizer Aktienmarkt. Das Modell der Pharma Vision machte Schule. Aus Martin Ebners BZ-Küche folgten drei weitere Visionsgesellschaften. Zu ihnen gesellten sich vier «BB»-Gesellschaften aus dem Umfeld der Zürcher Bank am Bellevue (BB Industrie ist später von Saurer einverleibt, BB Hitech ist in Mach Hitech umbenannt worden) und viele andere mehr.

Zurzeit sind 45 Investmentgesellschaften in einem separaten Segment an der SWX Swiss Exchange kotiert. Ihre Gesamtkapitalisierung (inkl. der nichtkotierten Titel) beträgt 18,1 Mrd. Fr. Zwischen dem Spitzenreiter BB Biotech mit einem Börsenwert von 2,6 Mrd. Fr. und dem Schlusslicht Optic-Optical Technology Investment (vormals Top-T Investment) mit knapp 18 Mio. Fr. Börsenkapitalisierung – respektive zwischen «bedeutend» und «bedeutungslos» – klafft eine grosse Lücke. Daneben fällt auf, wie breit das Spektrum der Anlagegebiete ist, in denen sich jede Investmentgesellschaft auszeichnen und Investoren gewinnen will.

HBM eine der letzten?

Obschon mit der HBM Bioventures (Kotierung im Jahr 2003 geplant) von Henri B. Meier vor einigen Monaten eine weitere Investmentgesellschaft beachtlichen Anklang unter den Investoren gefunden hat, scheinen diese Anlageobjekte den Zenit nicht nur kursmässig überschritten zu haben. Sind diese Anlagevehikel gar ein Auslaufmodell? Die Frage drängt sich aus verschiedenen Gründen auf. Zum einen ist den Beteiligungsgesellschaften ernsthafte Konkurrenz durch Anlagefonds sowie neue Marktprodukte wie Indexzertifikate, Exchange Traded Funds usw. erwachsen. Zum anderen lieferten diverse Investmentgesellschaften wiederholt nachteilige Schlagzeilen, allen voran CommCept Trust (inzwischen in Tuxedo Invest umgetauft und an ein neues Portfoliomanagement übertragen) sowie Walter Meiers zwei BT&T-Gesellschaften (vgl. FuW Nr. 33 vom 27. April).

Mehr und mehr Anleger erkennen die Mechanismen, wie das Gros dieser Unternehmen funktioniert, und man durchschaut die (pekuniären) Motive der Akteure, die hinter diesen Gesellschaften stehen. Ins Fadenkreuz der Kritik sind vor allem die Entschädigungsmodelle geraten. Sie sehen in den meisten Fällen eine nicht an die Leistung gebundene fixe Gebühr von beispielsweise 0,4% (BB Biotech), 0,65% (BT&T Time) bis 1,5% (HBM Bioventures) des verwalteten Vermögens (meist des so genannten inneren Werts resp. des Net asset values) vor. Wer das Portefeuille einer Investmentgesellschaft in der Grösse von 300 Mio. Fr. und mehr verwaltet, kommt allein schon mit einer 1%igen Fixgebühr, entsprechend 3 Mio. Fr., auf seine Kosten. Finanziell schwieriger wird es für Portfoliomanager, deren Portefeuille weniger als 50 Mio. Fr. umfasst. An der SWX darben immerhin zehn Asset managers in diesem kargen Bereich. Ob diese Winzlinge überhaupt eine Existenzberechtigung haben, ist eine andere Frage. Aus Sicht des Anlegers macht keine Beteiligungsgesellschaft unter 200 Mio. Fr. Börsenwert Sinn. Immerhin die Hälfte der kotierten Investmentgesellschaften müsste über die Bücher gehen!

Die Grundgebühr soll die Kosten der Vermögensverwaltung decken. Für den Anleger nicht transparent ist allerdings, wie gross dieser zu finanzierende Apparat ist und wie effizient dieser arbeitet. Dass die mit der Portefeuillebetreuung beauftragte Asset-management-Equipe sich aus hoch dotierten Spezialisten zusammenzusetzen hat, ist für die Verantwortlichen von Beteiligungs-
gesellschaften eine Selbstverständlichkeit. Man will ja schliesslich nur die beste Expertise im Hause haben. Über die Höhe der Entlöhnung erfährt der Anleger nichts. Eine Überprüfung von Leistung und Abgeltung ist deshalb nicht möglich. Doch: Was bestimmt die Grösse des Verwaltungsapparats? Ist es die Anzahl der Portefeuilleposten, ist es die Höhe des Börsenwerts? Und wie viel zusätzliches Wissen von (teuren) Beiräten ist nötig?

Ausser der fixen Entschädigung, die selbst dann, wenn ein Teil des Vermögens risikolos im Geldmarkt geparkt ist, verrechnet wird, gibt es die Performance-
abhängige Gebühr. In ihr ist das Hauptmotiv der Initianten von Investment-
gesellschaften zu sehen. Die erfolgsabhängige Entschädigung ist so strukturiert, dass es im Leben einer dieser Unternehmen oft nur ein einziges Quartal oder Jahr braucht, damit sich der Geschäftsführer (Asset manager) für den Rest des Lebens finanziell sanieren kann. Und damit auch der Verwaltungsrat von einem Börsenhype wacker profitieren darf, haben diverse Investmentgesellschaften die Entschädigung des VR mit der Entschädigung des Asset manager gekoppelt. So erhalten die Verwaltungsräte von BB Biotech und BB Medtech 10% jenes Betrages, den die Vermögensverwaltung erhält. Diese Summe setzt sich zusammen aus einer Grund- und einer erfolgsabhängigen Entschädigung. Details der komplexen Entschädigungsstruktur sind den Jahresberichten zu entnehmen.

Durchsichtiges Motiv

Die Kreativität der Begünstigten kennt, was die Abzweigung von Aktionärsgeld in die eigenen Taschen anbelangt, kaum Grenzen. Dass sich das auszahlt, belegt nicht nur das Beispiel der Pharma Vision (vgl. Tab.). Auch die Promotoren der BB-Investmentgesellschaften und der BT&T-Vehikel durften schon kräftig kassieren. So betrug die gesamte Entschädigung der mit der Vermögensverwaltung beauftragten Bellevue Asset Management in den Jahren 1994 bis 2001 gegen 390 Mio. Fr. Dem aus drei Personen bestehenden, von Ernst Thomke präsidierten Verwaltungsrat, wurden im gleichen Zeitraum rund 39 Mio. Fr. ausgehändigt.

Hauptkritikpunkte an diesen einseitig ausgerichteten Entschädigungsmodellen sind: Die Leistung von Asset management und Verwaltungsrat wird nicht an einem Vergleichsindex gemessen. So können die Beteiligten von einem allgemeinen Börsenboom, für den sie nicht verantwortlich zeichnen, profitieren, auch wenn die Performance ihres Beteiligungsgefässes schlechter als der Vergleichsindex abschneidet. Zudem ist der Zeitraum zur Berechnung der Entschädigung viel zu kurz. Zwar betonen alle Beteiligungsgesellschaften, wie langfristig ihr Anlagehorizont sei, doch in der Aufrechnung der Kosten für die Vermögensverwaltung resp. für die Performance-Bemessung denken die gleichen Akteure in Zeiträumen von drei, bestenfalls von zwölf Monaten.

Korrekturen überfällig

Beide Aspekte rufen nach Korrekturen: Die Leistung ist an einem Benchmark zu messen. Wer einen Vergleichsindex schlägt, soll für die überdurchschnittliche Leistung entsprechend gut honoriert werden. Weshalb aber soll kassieren, wer knapp die Durchschnittsrendite einer risikolosen Bundesobligation schlägt? Einige Investmentgesellschaften operieren mit so genannten Highwater-Marken, das heisst, eine Performance-abhängige Entschädigung fällt erst dann an, wenn der Net asset value um mehr als beispielsweise 6% innert Jahresfrist gestiegen ist. Die Messlatte wird jährlich somit um 6% höher gelegt.

Nach dem Kurseinbruch der letzten Monate ist die Hochwassermarke für alle Investmentunternehmen, die mit einer solchen operieren, auf absehbare Zeit, vielleicht sogar überhaupt nicht mehr zu übertreffen. Wie gross ist dann aber noch die Motivation des Portfoliomanagers, wenn die materiellen Trauben für ihn unerreichbar hoch hängen?

Auch die von einzelnen Beteiligungsgesellschaften angewendeten Mechanismen gehören auf den Prüfstand. Welchen (Haupt-)Zweck die beispielsweise von CommCept Trust verfolgte Konzentration auf ausgewählte, wenig liquide Schweizer Nebenwerte verfolgte, war offensichtlich. Mit gezielten Käufen, von Kunden aus dem Pensionskassenbereich wacker unterstützt, wurden die Aktienkurse in unrealistische Höhen getrieben. Hohe Performance-abhängige Entschädigungen an den Asset manager, die CommCept AG, waren die Früchte dieser mit fremden Geldern (ein typisches Merkmal von Investmentgesellschaften!) praktizierten Taktik. Wie fatal sich diese Klumpenrisiken auswirkten, ist bekannt. Auch die Pharma Vision setzte (zu) lange (zu) einseitig auf Roche. Im Falle von BB Medtech entfällt mehr als die Hälfte (56%) des Portefeuillewerts auf den schwedischen Implantathersteller Nobel Biocare.

Keine Alternative zum Sterben?

BB Biotech ist zu 24% in Medimmune investiert, InCentive Invest von René Braginsky zu gut 15% allein in Sulzer Medica. Wo so kopflastig investiert wird, muss sich der Investor fragen, weshalb er dem Direktengagement nicht den Vorzug geben soll.

Die Investmentgesellschaften haben nicht erst seit kurzem an Anziehungskraft verloren. Das belegen die zum Teil hohen Bestände eigener Aktien, die sich in jenen Beteiligungsgesellschaften angesammelt haben, die ein Market making betreiben lassen. So türmten sich in der BT&T Asset Management gegen 40% Aktien der BT&T Time und Life auf. Rückkäufe durch die Muttergesellschaft und die anschliessende Vernichtung eigener Aktien durch Kapitalherabsetzung sind die Folge dieser an und für sich begrüssenswerten, da anlegerfreundlichen Politik. Beide BT&T-Gesellschaften haben ihr Kapital soeben reduziert. Alle vier Visionsgesellschaften der BZ-Gruppe sind aus dem gleichen Grund geschrumpft. Wer hingegen kein Market making betreibt, riskiert einen Kursabschlag gegenüber dem inneren Wert und verärgert damit die Aktionäre.

Redimensionieren oder Verägern – das scheinen zurzeit die beiden Alternativen der Investmentgesellschaften zu sein. Ein dritter Weg, Liquidation, wird durch steuerliche Nachteile stark behindert. Somit bliebe eine vierte Variante, die Zusammenlegung. Weshalb nicht Gesellschaften ähnlicher Ausrichtung fusionieren? Es liessen sich – mit moderneren, konkurrenzfähigeren Gebührenstrukturen – Kosten sparen, die Marktliquidität könnte verbreitert werden. Wenn nicht ein Ruck durch die Welt der Beteiligungsgesellschaft geht, ist das langsame Sterben dieser Spezies vorprogrammiert. Dieser Prozess könnte durch die Unterstellung der Investmentgesellschaften unter das Anlagefondsgesetz noch beschleunigt werden. Einst von den Investoren begehrt – heute mit einem Bein auf dem Sterbebett. Ohne neue Kreativität und mehr Anlegerfreundlichkeit sind die Jahre der Investmentgesellschaften wohl gezählt.


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Markus Näf, PK Kt. St. Gallen

«Kein Mehrwert aus Beteiligungsvehikeln»

—— Herr Näf, Sie verwalten mit den Pensionskassen des Kantons St. Gallen rund 4 Mrd. Fr. Versicherungsvermögen. Investieren Sie einen Teil dieser Gelder in Beteiligungsgesellschaften?
Heute praktisch nicht mehr. Derzeit halten wir noch Investitionen in New Venturetec und HBM Bioventures. Wir hatten in der Vergangenheit versucht, gewisse Branchentrends mit Beteiligungsgesellschaften zu ‹spielen›. Unsere Sektorallokation decken wir heute zum überwiegenden Teil mit standardisierten Indexprodukten ab. Für das Resultat, das sie liefern, sind uns die meisten Beteiligungsvehikel zu teuer.

—— Und wenn die Leistung der Beteiligungsgesellschaft stimmt?
Daran glaube ich in den meisten Fällen nicht. Es jagen zu viele Jäger dieselbe Beute. Eine Beteiligungsgesellschaft muss beweisen, weshalb gerade ihr Analyseteam in der Lage sein sollte, für den Investor die beste Anlageauswahl zu treffen. Wie die Realität zeigt, gelingt es den meisten Beteiligungsgesellschaften nicht, ihren Sektorindex zu schlagen. Als löbliches Beispiel kann man Berkshire Hathaway von Warren Buffett erwähnen. Aber die Warren Buffetts sind selten.

—— Wo sind Ihrer Meinung nach Investitionen über Beteiligungsgesellschaften sinnvoll?
Wenn sie einen Mehrwert gegenüber liquiden, vom Gebührenmodell her günstigeren Indexprodukten bieten. Oder in Bereichen, in denen es keine Alternativen gibt. Wir legen beispielsweise 2% unseres Vermögens in Private equity an. Da existieren keine Indizes. Deshalb unsere Beteiligung an New Venturetec. Eine andere Möglichkeit in diesem Bereich läuft über so genannte Limited partnerships, vorab in den USA. Im Vergleich dazu bieten Beteiligungsvehikel immerhin ein gewisses Mass an Liquidität im Handel.

—— Was müssten Beteiligungsgesellschaften unternehmen, um anlagewürdig zu bleiben oder wieder zu werden?
Sie müssen den Beweis liefern, dem Investor echten Mehrwert bieten zu können. Dazu müssen sie sich mit einem sinnvollen Vergleichsindex messen. Dann wären die Anleger bereit, die Leistung zu honorieren. Diese Konsequenz fehlt fast immer: Es werden die eigenen Analysefähigkeiten gelobt und historische Renditen gepriesen. Dennoch wird für die Berechnung der leistungsabhängigen Gebühren eine tiefe absolute – etwa eine Performance von 5% – und keine relative Messlatte angewendet.

Interview: MD

Finanz und Wirtschaft vom 1.5.2002
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