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Alt 05.09.2003, 19:24   #1
mfabian
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Text Inflation, was ist das wirklich?

Was bedeutet eigentlich “Inflation”?

Die Definition dieses Begriffes hat sich in den vergangenen hundert Jahren verändert.

Ursprünglich bedeutete Inflation „Erhöhung des Angebotes von Geld und Krediten“.

Später wurde daraus: „Ein genereller Anstieg der Preise bedingt durch einen Ansteigen der Geldmenge bei gleich bleibendem Warenangebot.“

Und heute bedeutet Inflation schlicht Konsumentenpreisindex.

Die erste Definition ist immer richtig. Die beiden anderen können je nach Umstand – wie ich beweisen werde – richtig aber auch falsch sein, was sie wertlos macht.


In der englischen Sprache bedeutet „to inflate“ aufblähen oder aufblasen. Also eine Erhöhung eines Volumens. „to inflate a balloon, a tire“ also einen Ballon oder Reifen aufblasen (-pumpen). An sich also weder etwas gutes noch schlechtes. Ein schlapper Reifen muss aufgepumpt werden aber wird zuviel gepumpt, dann platzt er. Ein Volumen kennt also zwei Richtungen: "mehr" und "weniger".

Preise hingegen kennen die zwei Richtungen: "rauf" und "runter" oder "steigen" und "fallen". Insofern sind Begriffe wie "Preis-Inflation" unsinnig. Gemeint ist damit "Höhere Preise". Aber "Preis-Inflation" müsste man übersetzen mit "mehr Preise" und das ist Unsinn.

Was also, bitteschön, ist von der Regel zu halten „Ein Anstieg der Geldmenge bei gleich bleibendem Angebot führt zu steigenden Preisen?“. Ist "mehr" = "steigen" und "weniger" = "fallen"?.
Ist diese Regel wirklich so sakrosankt, wie uns gewisse Ökonomen weismachen wollen? Eine Regel, die viele von uns bereits verinnerlicht haben, ohne sie zu hinterfragen? Ist die Schlussfolgerung erlaubt, dass eine Erhöhung eines Volumens mit der vertikalen Richtung zusammenhängt? Klar, wenn ich einen Ballon mit Helium fülle, wird er steigen. Fülle ich ihn aber mit Wasser, wird er sinken.


Genug der Theorie, nun zur Realität

Derzeit (2003) wird die Geldmenge in den USA um jährlich etwa 15% erhöht. Dennoch ist der CPI (Consumer Price Index) nur um etwas über 2% gestiegen. Nach der erwähnten Regel müssten aber entweder die Preise um 15% gestiegen oder aber das Angebot an Waren und Dienstleistungen um 13% gestiegen sein um noch eine Differenz von 2% Preissteigerung zu erlauben. Beides ist nicht der Fall. Die Regel ist also falsch (oder korrekter ausgedrückt nicht immer richtig). Doch wo liegt des Pudels Kern?

Nochmals zu den drei Fakten der Regel:

a) Erhöhung der Geld- und Kreditmenge

b) mehr Geld bei demselben Angebot führt zu

c) einem Anstieg der Konsumentenpreise.

Es folgert: A=C

Aber hinterfragen wir mal:


* Sind diese drei Informationen genug, um eine Regel aufzustellen?
* Gibt es vielleicht weitere Einflüsse, die auf die Konsumentenpreise wirken?
* Wie sieht’s aus mit Streiks, Kriegen, Geldentwertung am anderen Ende der Erde oder dem Wetter?
* Ist es wirklich so simpel A führt zu B führt zu C als Regel aufzustellen?
* Könnte sich das Angebot von Waren vielleicht unabhängig von der Geldmenge entwickeln?

Nun, die Annahme, dass bei steigender Geldmenge dieselbe Menge an Waren zur Verfügung steht, geht rein von der ***NACHFRAGE***-Seite aus. Vielleicht hat ein ausländischer Konkurrent bereits ein grosses Angebot auf dem Markt. Vielleicht kann es sich dieser Konkurrent leisten, seine Preise zu senken weil seine eigene Währung gegenüber dem $ entwertet wurde. Es gibt viele Szenarien, wie das Angebot schneller als die Inflation (im Sinne von Geldmengenerhöhung) steigen kann und dennoch die Konsumentenpreise sinken.
Oder was, wenn die Bürger das zusätzliche Geld nicht ausgeben sondern unter die Matratze stecken oder Schulden zurückbezahlen?

Und nun zur Schlussfolgerung "B führt zu C": Warum müssen die Preise von Waren steigen, wenn die Geldmenge steigt? Wie sieht es mit Aktienpreisen aus? Was, wenn das Geld in schlechte Geschäfte gesteckt wird, die nichts sinnvolles produzieren? Was, wenn das Geld im Ausland investiert wird? Und wie sieht es aus mit Produktivitätssteigerungen, ausländischer Konkurrenz und Änderungen im Steuersatz? Spielen die nicht auch eine Rolle im Preisbildungsprozess?

Ja, es ist durchaus möglich, eine gestiegene Geldmenge zu haben und gleichzeitig sinkende Konsumentenpreise. Dieses Phänomen tritt typischer Weise immer in Boom-Zeiten auf. Während eines Aktien-Booms versucht jeder, eine Firma zu gründen, Aktien auf den Markt zu werfen und dadurch reich zu werden. Dies führt dann zwangsläufig zu Überkapazitäten im Angebot weil die Newcomer in erster Linie ihre Aktien verkaufen wollen anstatt seriöse Produkte herzustellen, die der Markt auch braucht, diese Produkte zum Wohle der Aktionäre gewinnbringend zu verkaufen und das ganze buchhalterisch sauber zu belegen.

Nehmen wir ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Die dot-coms und Telecoms waren sicherlich jene Sektoren, in die das meiste inflationäre (neu gedruckte) Geld geflossen ist. Viele neue Firmen wurden gegründet. Demnach fand eine Inflation der ***ANGEBOT***-Seite statt. Entsprechend hoch waren die Überkapazitäten und die Preise sanken. Wer erinnert sich nicht noch daran, dass vor ein paar Jahren alle Internet-Angebote noch kostenlos waren? Jeder unprofitable Internet-Anbieter war in erster Linie daran interessiert, möglichs viele page-hits zu generieren um einen möglichst grossen Teil des kleinen Nachfrage-Kuchens abzubekommen. Als dann die Ströme des neuen Geldes verebbten, starben viele dieser dot-coms, das Angebot ging zurück und jetzt steigen die Preise. (Mehr und mehr Internet-Seiten werden kostenpflichtig).

Fazit: Wenn die Inflation über die Nachfrage-Seite kommt, stimmt die Regel. Das neue Geld liegt bei den Konsumenten, die geben es aus und dadurch steigen die Preise.
Kommt aber die Inflation über die Angebots-Seite tritt das Gegenteil ein. Die Preise sinken. Ausserdem wird das Angebot unterschätzt und die Nachfrage überschätzt.

Für alle, denen das bis hierher zu theoretisch war, hier folgendes absurdes Szenario:

Auf einer einsamen Insel leben 10 Einwohner. Jeder besitzt $100. Das Volksvermögen beträgt also $1000.
Jetzt geben wir jedem Einwohner $20. Er besitzt jetzt $120 und das Volksvermögen beträgt $1200. Wir haben also eine Inflation von 20%.
Nun nehmen wir an, dass einer der 10 Einwohner eine Internet-Firma gründet und es ihm gelingt, jeden seiner Landsleute zu überzeugen, $60 in sein Unternehmen zu investieren.
Nach drei Monaten geht das Unternehmen pleite. Wir haben nun 9 Einwohner mit je $60 und einen Reichen mit $660.
Was, wenn dieser Reiche nun nicht daran denkt, das Geld auszugeben? Was, wenn er $500 ins Ausland verschiebt? Das Volksvermögen wird in diesem Fall auf $700 sinken und somit die Preise fallen.



Wenn die Inflation über die Angebots-Seite kommt, ist es wichtig, die Inflation zu stoppen, damit Angebot und Nachfrage wieder ins Marktgleichgewicht kommen können. Bei den dot-coms ist dies bereits weitgehend geschehen, das grosse Aufräumen ist fast abgeschlossen. Bei den Telecoms hat sich aber noch nichts getan. Das ist extrem gefährlich, denn wir enden in einem System, das die Schlechtesten und Dümmsten belohnt und nicht die Besten und Cleversten. Warum? Weil der erste der Nachlassstundung beantragt (in den USA chapter 11) einen unfairen Vorteil vor seinen seriösen Konkurrenten erhält weil er deren Preise unterbieten kann. Konkurs im Sinn von "out of business" geht nämlich kaum einer weil ihn die Banken entsprechend finanzieren. Das ist keine erfreuliche Entwicklung. Worldcom hätte man liquidieren und die ehrlichen Telecom Konzerne für ihre Ehrlichkeit belohnen sollen. Statt dessen werden nun die Ehrlichen bestraft.


Welche Rolle spielt dabei das FED ?

Nun, ich glaube, die dot-com Blase wäre wohl auch ohne FED zustande gekommen. Aber das FED hat munter mitgemacht und weiterhin Geld gedruckt, weil der Staat von der Blase sehr profitiert hat: Neue Steuererträge, Gewinne auf Aktien und Optionen und voilà, der Staatshaushalt ist ausgeglichen.

Das FED hat die Inflation geschürt solange möglich. Diese tödliche Kombination aus Spekulation und Inflation hat ein massives Überangebot hervorgebracht und gleichzeitig zu einer übertriebenen Nachfrage geführt. Damals glaubte noch jeder, er könne durch Aktien virtueller Unternehmen, die zu Phantasiepreisen gehandelt wurden, reich werden. Dies führte zu einer Abnahme der Sparguthaben und die Leute begannen Aktien als neue Sparguthaben zu betrachten. Solange die Aktien stiegen, wurde der so verdiente Aktiengewinn verkonsumiert. Die Nachfrage stieg. Als die Aktien dann sanken, wollte man seinen neuen Lebensstandard erhalten und hat entsprechend, um die fehlenden Aktiengewinne zu kompensieren, neue Hypotheken auf seine Häuser aufgenommen (was dank steigernder Immo-Preise möglich war und immer noch möglich ist) und die Differenz verkonsumiert.

So betrachtet, befinden sich die USA in der denkbar schlechtesten Ausgangslage für die nahe Zukunft: Überangebot bei übertriebener Nachfrage, kombiniert mit enormen Schulden, die (noch) durch überbewertete Aktien und Immobilien abgedeckt werden und praktisch Null Sparguthaben. Riesige Handelsdefizite und riesige Haushalts- und Budgetdefizite. Es scheint nicht unplausibel oder weit hergeholt, dass in naher Zukunft auch diese Blase implodiert und in einem Meer von Tränen endet.


Um zum Schluss wieder zum Ausgangspunkt dieses Postings zu kommen, der Definition der Inflation:
Nach der derzeit gebräuchlichen und falschen Definition Inflation=Konsumentenpreis gelangen die Bürger zur falschen Schlussfolgerung, dass das FED nicht genug Geld druckt, weil ja die Preise sinken.
Sie üben also Druck auf das FED aus, die Geldmenge weiter zu erhöhen was dazu führt, dass das bereits übertrieben hohe Angebot und die übertrieben hohe Nachfrage weiter erhöht werden, was die Situation weiter verschlimmert. Ein Teufelskreis, denn Pyramidensysteme laufen nie ewig.

Deshalb sollte auch die lasche Zinspolitik beendet werden. Billige Kredite verhelfen wertlosen Unternehmen und unsinniger Nachfrage dazu, länger am Leben zu bleiben.

Wir sollten auch betroffen sein, über die Haltung, die das FED an den Tag legt:
1.) Das FED glaubt, man könne die Probleme lösen, indem man Geld druckt.
2.) Das FED glaubt, Deflation entspreche fallenden Preisen.
3.) Das FED zeigt keinerlei Respekt vor dem Markt, da es zu glauben scheint, fallende Preise stoppen zu können.

Nun gut, das sind vermutlich alles gut ausgebildete Akademiker, die aber nie selbst ein Unternehmen geführt haben und denen jede Erfahrung im Markt fehlt.

Für die meisten Ökonomen mit ihren Wirtschaftsprognosen gilt dasselbe. Sie glauben, alle Antworten zu kennen. Müssen sie auch. Denn Ökonomen verkaufen Antworten und wer keine Antwort gibt, ist den Job los. Aber mal ehrlich: Kann sich einer von Euch an eine von einem Ökonomen erstellte Wirtschaftsprognose erinnern, die auch tatsächlich eingetreten ist?
Die sollten sich ein Beispiel nehmen an jenen wenigen Ökonomen, die den Markt respektieren und auch zugeben, nicht auf jede Frage eine Antwort zu kennen. So wie Dr. Marc Faber oder Dr. Henry Kaufman, die erkannt haben, dass nicht alles so einfach ist.

Formeln und Theorien sind das eine, die Realität was ganz anderes.

Marcus
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Alt 06.09.2003, 18:18   #2
WallstreetTiger
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@mfabian

Dein Artikel ist eigentlich zu schade dafür, dass er unter der Rubrik Einsteiger-Forum steht. Gerade in Hinsicht auf germanastis These der drohenden Hyperinflation in der USA sollte Dein Artikel mehr Beachtung finden.

Deine Fragestellungen treffen den Kern der Problematik. Eine greife ich heraus: Oder was, wenn die Bürger das zusätzliche Geld nicht ausgeben sondern unter die Matratze stecken oder Schulden zurückbezahlen? Deine Antworten sind logisch, der o.g. Fragestellung will ich eine Überlegung anfügen.

Hinterfragen muss man, in welchen Händen sich der grösste Teil der Geldmengen befindet. In diesem Zusammenhang erinnere ich an den Essay von Paul Krugman "Der amerikanische Albtraum" in "Die Zeit" , 46/2002
http://www.zeit.de/2002/46/Krugmann_neu .
Wenn man diesen Artikel im Zusammenhang mit der allgemeinen Überschuldung in der USA betrachtet, so kann der Schluss gezogen werden, dass die reine inflationäre Entwicklung der Geldmenge zu keiner Hyperinflation der Konsumentenpreise führen wird. Deine rhetorische Frage läßt die Antwort zu,dass die verschuldeten Konsumenten Schulden zurückzahlen werden und soweit wie möglich Geld sparen werden, wenn sie sich der Tragweite der Krise bewusst werden. Die überschuldeten Haushalte könnten nur eine Inflation heraufbeschwören, wenn sich ihre Einkommen stark erhöhen. Die Entwicklung der letzten Jahre, in denen die durchschnittlichen Familieneinkommen nur um jährlich 0,5% gestiegen sind, die Überschuldung vieler Firmen, die geringen Gewinne , aber auch der mittel- bis langfristige Trend weiter fallender Aktienmärkte und die bevorstehenden sinkenden Immobilienpreise lassen ein solches Szenario nicht zu. Steuersenkungen ,welche dies bewirken könnten, sind allerdings nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Die Reichen hingegen, durch welche dann eine hyperinflationäre Entwickung angestossen werden müsste, sind sich der Tatsache bewusst, dass sich in Zeiten einer hyperinflationären Krise ihre Geldvermögen entwerten, in einer deflationären Krise hingegen ihr Geldvermögen weiter wächst. Hierdurch werden diese automatisch zum Sichern ihrer Vermögen angetrieben. Ihr Geld wird z.B. in sichere Staatsanleihen irgendwelcher Länder fliessen, bis sie die tiefen durch Deflation enstandenen Preise nutzen um Unternehmen aufzukaufen, Grundstücke sich zu sichern.... Nebenbei angemerkt: Physisches Gold in der Deflation als sicher anzusehen halte ich für eine Mär. Ich behaupte ,Gold ist vor einer Deflation sicher, während der Deflation halten sich die Goldpreise zwar stabiler als die Güterpreise, im Verhältnis zu Geld wird aber auch physisches Gold weniger wert, so dass dann nur Geld angelegt in sicheren Staatsanleihen Vermögen wirklich sichert. Ca 50.000 Tonnen Gold befindet sich in der Hand von Privaten und der Staaten, man wird nie mit einer Unze Gold einkaufen gehen können, die Krise wird die Einkommen und die Steuereinnahmen der Staaten weiterhin sinken lassen...

Natürlich könnte eine Hyperinflation auch durch ein Fallen des Dollars exportiert werden. Auch dieses Szenario halte ich für weniger wahrscheinlich. Ich gehe zwar davon aus, dass ein Fallen des Dollars zunächst eine steigende Inflation hervorrufen wird, diese wird aber meiner Ansicht nach sehr schnell in eine Deflation umschlagen, wenn die Zinsen steigen und die Weltwirtschaft insgesamt einbricht. Zwar werden die Unternehmen versuchen höhere Preise zu erzielen, sie werden es aber nicht schaffen, dies langfristig durchzusetzen. Dann werden sie nur noch durch sinkende Preise, weiteren Kostenreduzierungen und Massenentlassungen ihren Überlebenskampf führen können, dies ist dann die beginnende Deflation.

mfabian, Dein Artikel ist hervorragend, viele hier gehen von einer kommenden Hyperinflation aus. Dies sollte generell hinterfragt werden, denn: Wenn du denkst, etwas ist richtig, weil alle anderen das auch denken, denkst du nicht. (Vivienne Westwood).
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Alt 06.09.2003, 20:28   #3
WallstreetTiger
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Im letzten Abschnitt soll es natürlich heissen:Natürlich könnte eine Hyperinflation auch durch ein Fallen des Dollars importiert werden.
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Alt 06.09.2003, 21:55   #4
mfabian
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Hi WallstreetTiger,

"zu schade dafür, dass er unter der Rubrik Einsteiger-Forum steht." würde ich nicht sagen. Einsteiger verdienen das beste, was wir zu bieten haben und - wenn möglich - in einfach Worten erklärt.

Aber Dein Kompliment ehrt mich natürlich, wenn ich auch zugeben muss, dass ich alle in dem Artikel verwendeten Ideen aus verschiedensten Essays zusammengetragen habe. Ich habe dieses Wissen dann nur zusammengefasst und in "einen Guss" gebracht. Das gilt übrigens für die meisten meiner Postings hier.

Interessant ist der Aspekt der Geld-Verteilung in den USA, den Du einbringst. Mein Scenario beruht auf einer gleichmässigen Verteilung des inflationären Geldes. So, als würde ein Hubschrauber über Amerika fliegen und Dollarnoten, gleichmässig auf die Bevölkerung verteilt, abwerfen. Der Aspekt der Konzentration des Geldes (Paul Krugmann) auf die Superreichen ist für mich deshalb neu. Fragt sich, was die Superreichen mit dem Geld machen: Ausgeben können sie ja nicht alles, denn mehr als ein Schnitzel pro Tag kann auch ein amerikanischer Krösus nicht (fr)essen


Zitat:
Gerade in Hinsicht auf germanastis These der drohenden Hyperinflation in der USA sollte Dein Artikel mehr Beachtung finden.


Dann schauen wir uns doch die Thesen etwas genauer an und konzentrieren uns dabei auf die "Mutter der Gelddruckerei", die USA:


1. These: Hyperinflation
(Ich definiere hiermit mal Hyperinflation mit einer Teuerung von über 20%. Ich bin gerne bereit, auch andere Werte zu aktzeptieren, aber damit die Diskussion läuft ...).

Hyperinflation ist ein Scenario, das eintreffen kann, wenn ich Recht damit habe, dass das inflationäre Geld mehr oder minder gleichmässig an die Bevölkerung verteilt wird.

Fakten, die dafür sprechen sind:

a) Die Steuergeschenke von $400 pro Kind

b) Die bis Juni günstigen Hypothekarzinsen, die den Refinanzierungs-Boom erst ermöglichten und neue Liquidität in die Kassen der Mittelschicht spülte.

Wenn diese Geld nun damit verwendet wird, Waren und Dienstleistungen zu kaufen, dann müsste das zu einer entsprechenden Preissteigerung führen. Analog dem Beispiel der isolierten Insulaner wo jeder Einwohner 20% mehr Geld in der Tasche hat, die Anzahl der Kokosnüsse, die es zu kaufen gibt aber konstant bleibt, was unweigerlich zu einem 20%igen Anstieg des Kokosnuss-Preises führen muss.


2. These Deflation
Bei der derzeit starken Geldmengen-Ausweitung haben wir auf der einen Seite höhere Import-Preise für Rohstoffe, die aus dem Ausland importiert werden müssen. Stichwort: Erdöl.
Andererseits aber günstigere Preise (Deflation) duch billige Produkte aus China sowie durch Produktionssteigerung (mehr Bytes pro Chip).

Problematisch dabei ist, dass die Geldmengen-Ausweitung (oder weniger geschwollen ausgedrückt: Die Gelddruckerei des FED) den Dollar schwächen müsste. Nun, die BoJ ist darauf bedacht, den Yen stabil zum Dollar zu halten und druckt deshalb in selbem Masse Yen, die Greenspan Dollars druckt. (siehe hierzu auch: http://www.zealllc.com/2003/goldfx.htm). Die EZB ist glücklicher Weise nicht in der Lage einfach so neue Euros drucken zu dürfen, weshalb der Euro auch längerfristig die stabilste Währung sein dürfte.

Deflation durch exportierte Inflation aus Amerika? Nun ja, Tatsache ist, dass die Geldmenge in den USA stärker ausgeweitet wird als jene der Euro-Zone. Deshalb muss der Dollar zwangsläufig gegenüber dem Euro an Wert verlieren. Und solange der Yen dem Dollar in der Geldmengenausweitung in nichts nachsteht, spricht die Logik dafür, dass auch der Yen gegenüber dem Euro sinken muss.

Was Germanasti zu recht anprangert ist die Unfähigkeit der europäischen Fonds-Manager und Banken, diese Gefahr zu erkennen und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Sprich: Geld aus den USA abziehen und möglichst viel der US-Schulden einzufordern bevor dort die Geldentwertung spürbare Ausmasse annimmt.

Andernfalls droht uns, dass ein bei einer Abwertung des US$ um (zum Beispiel) 40%, entsprechend 40% unseres in Dollar gehalten Staatsschatzes in Luft aufgelöst wird. Ganz zu schweigen von Reserven von Banken und Investitionen von Fonds und Anlegern im Dollar-Raum.

Die Folge davon wäre eine gigantische Vernichtung von - einst mühsam zusammengesparten - Kapitals der Anleger und somit eine Verringerung der Geldmenge bei gleichbleibendem Waren- und Dienstleistungsangebot:

Mehr Geld ==> Inflation
Weniger Geld ==> Deflation


3. These: normale Inflation
Das zusätzliche Geld in den USA könnte, statt für Waren und Dienstleistungen verwendet zu werden, auch in Aktien von bereits überbewerteten Unternehmen fliessen.
Folgendes Scenario: $1 Milliarde fliesst in den S&P500 und treibt dort den Kurs von 1000 auf 1050. Danach stürzt der S&P500 auf 900 ab und $3 Milliarden sind vernichtet.
Friede-Freude-Eierkuchen: Man hat Papier gedruckt, dieses Papier in Papier investiert und letzteres Papier verbrannt. Das Geld ist weg und kann nicht mehr zur Teuerung beitragen.

Dies ist dasselbe Scenario, das wir schon aus der DotCom-Blase kennen: Künstliches Geld wird in überteuerte Aktien gesteckt und dort stillschweigend vernichtet. who cares?


Fazit
Es ist noch nicht entschieden, wie die Amerikaner das Bubble-Geld verwenden werden. Für uns Europäer aber ist entscheidend, dass wir uns bewusst sind, dass künstliche Dollarnoten auf dem Markt sind, denen keine realen Güter und Dienstleistungen in Amerika gegenüberstehen. Der Faktor ist 3.21:1 oder etwas einfacher ausgedrückt:

Nehmen wir an, Amerika hätte an Waren nicht anderes zu bieten als Hamburger.
Nehmen wir weiter an, ein Hamburger kostet $1
Die Menge an Dollars übersteigt die Anzahl der Hamburger um Faktor 3.21. Sollten also alle Dollar-Besitzer gleichzeitig auf die Idee kommen, ihre Dollars gegen Hamburger einzutauschen, wären nicht genügend Hamburger zur Verfügung, um alle satt zu machen. Das erste Drittel der Hamburger-süchtigen wird befriedigt, alle anderen gehen leer aus!

Aber solange kein Rush auf die Hamburger stattfindet, kann Amerika noch die Illusion aufrechterhalten, alles sein in Ordnung und die Schuldern würden irgendwann bedient.


Marcus
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Alt 07.09.2003, 01:36   #5
WallstreetTiger
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Hi, mfabian!

Du schreibst, Hyperinflation ist ein Scenario, das eintreffen kann, wenn Du Recht damit hast, dass das inflationäre Geld mehr oder minder gleichmässig an die Bevölkerung verteilt wird. Ausgehend von der in unserer Gesellschaft gemachten Erfahrung, dass der Kapitalismus nicht dazu geschaffen wurde, etwas gleichmässig zu verteilen, sonst lebten wir ja im Sozialismus, zweifel ich Deine Grundthese an.

Also schauen wir uns zunächst die Steuersenkungen in den USA an. Aus folgenden Links kannst Du das Ungleichgewicht der Steuersenkungen zu gunsten der Reichen herauslesen.1. http://www.welt.de/daten/2001/02/10/0210wi221718.htx
2. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/mein/13921/1.html 3.http://www.csmonitor.com/2001/1015/p21s1-usec.htm ....
Besonders die Erklärung im 2. Link, dass "68% der Steuerentlastungen an die Top-1%-Steuerzahler mit einem durchschnittlichen Einkommen von 1,1 Mio US$ im Jahr gehen," , zeigt die Begünstigung der Reichen auf.

Du bemerkst , dass mehr als ein Schnitzel pro Tag auch ein amerikanischer Krösus nicht (fr)essen kann. Nebenbei angemerkt, ich habe schon Deutche gesehen, welche zwei Schnitzel hintereinander verzehrten, aber hiermit wird nicht die gesamte Wirtschaft angekurbelt, höchstens die leibliche Fülle. Die Reichen kaufen sich viellicht ein paar Ferrari, einen Maybach, dutzende Häuser...sie kaufen sich aber nicht 10 Bügeleisen, drei Waschmaschinen, 10 Fahrräder,30 Laptops,50 Handies....

Die Nachfrage nach Bügeleisen, Waschmaschinen, Fahräder,Laptops,Handies... wächst aber auch durch 400$ pro Kind nicht so, dass dadurch eine Hyperinflation ausgelöst würde. Viele, welche hierdurch profitieren, werden höchstens in ihrem sozialem Abstieg ein wenig aufgefangen, glaube ich http://www.ndrtv.de/weltspiegel/20021124/usa.html . Diese Massnahme der Regierung Bush ordne ich somit in Bezug auf die Präsidentschaftswahlen 2004 als eine rein wahltaktische ein, somit verfolgt Bush in meinen Augen hiermit auch keine wirtschaftlichen Aspekte. Somit sind hierdurch auch keine nachhaltigen positive Wirtschaftserfolge zu erwarten.

Als weiteren Beleg für die Hyperinflation führst Du , die bis Juni günstigen Hypothekarzinsen, die den Refinanzierungs-Boom erst ermöglichten und neue Liquidität in die Kassen der Mittelschicht spülte, an. Wie Du hier richtig schreibst galt diese Situation bis Juni. Grosse Teile des für den Konsum zusätzlichem Geldes sollte demnach bereits ausgegeben sein, so dass wir also bereits jetzt zumindest in einer verstärkten Inflation leben müssten. Diese Annahme lässt sich durch folgendes erhärten: "Positiv fiel das Wachstum des privaten Konsums um reale 62,4 Mrd. USD oder knapp 85 % des US-Wachstums aus . Die massiven „Cash-Out“ Refinanzierungen im US-Immobilienbereich zeichnen für diese Entwicklung im zweiten Quartal maßgeblich verantwortlich." Trotz dieser Ereignisse ist noch nicht einmal eine gallopierende Inflation entstanden. Die Verbraucher haben Geld so bitter nötig, dass kleine Steuergeschenke und durch niedrigere Zinsen bedingte Möglichkeiten keine Hyperinflation auslösen. Eine hyperinflatinäre Entwicklung würde erst eintreten, wenn der Konsument statt weniger Kaufkraft mehr Kaufkraft hat. Die Steuersenkungen heben für die meisten nur den Kaufkraftverlust der letzten Jahre zu einem bestimmten Prozentsatz auf. Somit wird die Wirtschaft auf einer schlechten Ebene allenfalls ein wenig gestützt. Da der Staat allerdings solche Massnahmen nicht unendlich fortsetzen kann, ist ein Einbruch der Wirtschaft und weiter fallenden Preisen nur eine Frage der Zeit.

Für die normale Inflation führst Du als möglichen Grund an, dass grosse Teile der hyperinflationären Geldmenge dort verbrannt werden. Dies trifft aber in voller Härte die SmallTrader. Somit ist auch dieses Argument zurzeit eher eine für eine deflationäre Entwicklung.

Fazit: Da die hyperinflationären Geldmengen nicht gleichmässig in der Bevölkerung verteilt sind und ich davon ausgehe, dass Reiche im Allgemeinen verstehen, ihr Vermögen gut zu händeln, sehe ich keine hyperinflationäre Gefahr. Deflation hingegen ist aufgrund der wirtschaftlichen Situation vieler Konsumenten auch weiterhin die wirkliche Bedrohung. Am Rande erwähnt ist dies natürlich für den verschuldeten Staat eine absolute Katastrophe. Gerade das Schuldnerland USA wird hierunter leiden. Gerade für die USA wäre eine Hyperinflation vorteilhafter, was der These der Hyperinflation nebenbei einen gewissen Sexappeal verleiht, wesswegen die These so gerne akzeptiert wird. Eines wird hierbei allerdings vergessen, Greenspan liebt Gold. Die USA ist das Land mit den meisten Goldvorräten, je mehr das Gold im Preis steigt, umso leichter wird auch die USA ihre Schulden los, hat die FED in dieser Richtung etwas als Notplan in ihren Schubladen,sollten sie irgendwann die Goldpreise nach oben schrauben? Bestimmte Leute sehen den Preis einer Unze bei 1800$, andere sogar bei weitem höher. Irgendetwas passt hierbei nicht.

Gruss, WallstreetTiger
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Alt 07.09.2003, 02:41   #6
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Zitat:
Original geschrieben von WallstreetTiger
Du schreibst, Hyperinflation ist ein Scenario, das eintreffen kann,


Ich glaube wir sind uns einig, was Hyperinflation betrifft. Ich habe das Scenario "Hyperinflation" der Vollständigkeit halber aufgenommen als eine von drei möglichen Scenarien. Aber eine Hyperinflation - so haben wir festgestellt - wäre nur möglich, wenn das neu gedruckte Geld zu nahezu 100% in den Konsumkreislauf gelangt, was aber - wie wir bewiesen haben - nicht der Fall ist. Grob geschätzt: Wenn bei 15% Geldmengenerhöhung nur 2% Teuerung herauskommt, dürften etwa 2/15 oder 13% des neu gedruckten Geldes im Konsumkreislauf gelandet sein.

Haken wir diese These also ab und konzentrieren uns auf die beiden anderen: Steigende oder sinkende Preise? Argentinien oder Japan? :

Ich bin verwirrt, denn:

Einerseits hat der Konsument weniger Kaufkraft als noch im Juni, kann also weniger ausgeben. Dadurch reduziert sich die Nachfrage und die Preise müssen sinken. Die Unternehmen verdienen weniger, müssen die Produktion runterfahren und Arbeiter entlassen. Also deflationäre Tendenzen, ein Scenario à la Japan.

Andererseits wird durch die Inflation der Geldmenge der Dollar geschwächt. Das verteuert ausländische Importe wie Erdöl. Also Preissteigerung für Importgüter. Da die USA zu rund 50% von ausländischen Importen abhängen, ist das ein wesentlicher Faktor. Nun gut, wenn die Amis weniger zahlen können, werden die ausländischen Lieferanten ebenfalls mit dem Preis runtergehen müssen. Also Export von Deflation ins Ausland bzw. Import von Inflation durch die eigene schwache Währung.

Als wenn das alles nicht schon kompliziert genug wäre, kommen noch die Zinsen hinzu: Da der Dollar sinkt werden ausländische Investoren von den USA höhere Renditen auf den Staatsanleihen verlangen um den Währungsverlust auszugleichen. Ähnlich wie im Sommer 1987:

a) Gewähren die USA den ausl. Gläubigern höhere Zinsen, schlägt diese Zinssteigerung auch auf die Zinsen von Unternehmens-Obligationen und Hypotheken durch, was die bereits höchstverschuldeten Unternehmen und Privathaushalte weiter unter Druck setzen würde.

b) Gewähren die USA keine höheren Zinsen werden die ausl. Gläubiger ihr Geld aus den unsicher gewordenen USA abziehen und sich bessere Märkte für ihr Kapital suchen. Dadurch wird dem amerikanischen Markt Geld entzogen. Mit sinkendem Angebot an Geld müsste aber entsprechend das Geld teurer werden. Also höhere Zinsen und dann sind wir bei Punkt a).
Natürlich würde das FED dann weiterhin Geld drucken, um die Zinsen niedrig zu halten und das ins Ausland abgewanderte Geld zu ersetzen aber das würde den Dollar noch weiter schwächen. Ein Teufelskreis.

Somit ergibt sich für mich das verwirrende Bild einer Deflation mit hohen Zinsen. :

Deflation, ausgelöst durch sinkende Kaufkraft, Nachfrage, Preise.

Inflation bei den Zinsen durch schwache Währung.

Alles in allem eine Situation, für die ich in der Geschichte keinen Vergleich finde:

* Hyperinflation 1923 in Deutschland passt nicht, da das Geld durch schlechte Umverteilung kaum in den Wirtschaftskreislauf gelangt.

* Deflation und Depression 1929 passt nicht, weil damals wegen des Gold-Standards kein Geld gedruckt werden konnte, Geld also zum knappen Gut wurde.

* Deflation Japan 1900ff passt nicht, weil der Yen all die Jahre stark blieb und Japan niedrige Zinsen hatte. Ausserdem (vgl. http://www.stock-channel.net/stock-...&threadid=10546 ) konnten die Japaner während der 90er Jahre ihre Produkte massenhaft in die boomenden USA und EU absetzen.

* Argentinien passt im Hinblick auf die schwache Währung mit Vertrauensverlust und stark gestiegenen Zinsen aber dort sind auch die Konsumentenpreise in die Höhe geschossen.

Was werden wir in den USA also kriegen? Eine Mischung aus japanischer Depression mit argentinischem Zinsniveau?

Marcus
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Alt 07.09.2003, 13:20   #7
WallstreetTiger
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Hi, mfabian!

Ich musste lächeln als ich Deine Zeilen las, Du formulierst es wieder so treffend. Allerdings stört mich eines immer wieder massiv in Diskussionen wie diese, die Vergleiche mit 1929,1987 oder Japan. Es ist zwar verständlich, dass der Mensch nach Parallelen in der Vergangenheit sucht, ich glaube allerdings, dass diese Vergleiche letztendlich unsere Blicke vernebeln und uns somit das Wesentliche nicht erkennen lassen.

Ich denke ein Vergleich zwischen den USA und Argentinien muss zu falschen Schlussfolgerungen führen. Der Welt kann es eigentlich fast egal sein, was in Argentinien passiert, ob dort nun Hyperinflation oder Deflation herrscht, dieser Klecks auf der Landkarte tangiert die Welt nur peripher. Anders sieht es mit der USA aus, 68% der Devisenreserven sind Dollarnoten. Jeder Zusammenbruch des Dollars tangiert unsere Sicherungssysteme somit direkt, wie reagieren dann also die Marktteilnehmer, wie im Falle Argentiniens?
Folgt man Condratieffs Thesen der langfristigen Wirtschaftszyklen dann verbietet sich ebenso ein Vergleich mit 1987. Demnach war der Crash zur damaligen Zeit am Ende einer Aufschwungszeit angesiedelt, welcher mit den alten Rezepten noch aufgefangen werden konnte. Nun erleben wir aber eine Krise vor ihrem zerstörerischen Höhepunkt, wie werden in einem solchen Fall die Märkte reagieren?
Ein Vergleich mit Japan erübrigt sich aus den von Dir genannten Gründen.

Eines ist zu beachten, denke ich, die Dominanz der USA in der Weltwirtschaft, ihre Probleme und die Auswirkungen auf die Weltwirschaft wird eine Krise hervorrufen, ,welche wir uns nicht annähernd vorstellen können, welche keine Region auffangen kann. Nach der Krise wird eine neue Wirtschaftsmacht enstehen, die eurasische Achse. Es ist aber verfrüht gedacht, dass diese bald enstehen wird.
Im Gegensatz zu germanasti kann ich ein Ende der Krise in Japan noch nicht sehen. Langfristig gedacht sehe ich es ähnlich wie germanasti, weswegen man sich durchaus mit seinen Theorien auseinadersetzen sollte, ein Land, welches aber im Jahr 2004 wahrscheinlich eine Neuverschuldung in Höhe seiner Steuereinnahmen aufnehmen muss, ist eigentlich noch Mitten in der Krise.

Welche Auswirkungen wird der Verfall des Dollars auf die USA haben? Natürlich wird zunächst eine Inflation importiert. Nur was passiert dann? Die Importe werden massiv einbrechen und die Exportländer in der Welt werden dies zu spüren bekommen, gerade auch Deutschland wird hiervon betroffen sein, ca 10% unserer Exporte gehen in die USA. Hieraus eine Hyperinflationsgefahr für die USA zu interpretieren, sehe ich als falsch an. Als Beispiel dient mir Daimler-Chrysler. Daimler-Chrysler hat soeben seine Unternehmenspolitik in der USA massiv geändert, sie gehen auf einmal den Preiskampf im Automobilsektor mit. Ist dies ein Zeichen einer hyperinflationären Gefahr oder eher ein Zeichen für die weiterhin bestehende Deflationsgefahr? Jeder kennt die deutsche Werbung "Geiz ist geil", auch diese Werbung zeigt die Deflationsgefahr auf. Anstatt wie gebannt auf das Geldmengenwachstum in den USA zu schauen und sie fälschlich als gerecht verteilt anzusehen, was Du weiterhin machst,wenn Du argentinische Verhältnisse in der USA für möglich hälst, sollten wir uns vielmehr mit der Frage beschäftigen, was vermittelt Werbung in der USA. Hieraus können eher Schlüsse gezogen werden, was die Risiken anbelangt, glaube ich.

Ich glaube, wir werden in der USA eine Deflation wie 1929 erleben, sogar schlimmer. Hieraus zu schliessen, dass dann die Verläufe der Aktienindizes gleich bzw annähernd gleich sein müssten, ist in meinen Augen falsch. Die meisten hier, interessiert Deflation oder Hyperinflation eigentlich nicht, sie wollen lediglich wissen, wie die Börsen in Zukunft laufen werden. Auch wenn die amerikanischen Börsen sich vom 29er Kursverlauf gelöst haben, muss dies nicht heissen, dass wir keine Deflation erleben werden. Der Aktienboom der letzten Monate ist ein Indiz dafür, dass der Mensch noch glaubt, es geht immer weiter wie bisher, nicht mehr, nicht weniger.

Gruss, WallstreetTiger
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Alt 09.09.2003, 19:32   #8
WallstreetTiger
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Wussten Sie schon, dass ...?
(09.09.2003)

Die Bindung bedeutender asiatischer Währungen an den US-Dollar birgt beträchtliche Deflationsgefahren und Arbeitsplatzverluste in den USA.


(Prudential Securities, New York)
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Alt 09.09.2003, 19:56   #9
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Und Deutschland?


Verband der Vereine Creditreform e.V. / dpa News


Viele Verbraucher haben kaum noch Geld
(08.09.2003)
Hamburg (dpa) - Viele Verbraucher in Deutschland haben kaum noch Geld. Das frei verfügbare Einkommen pro Monat liegt bei 43 Prozent der Haushalte unter 100 Euro, ergab die Verbraucheranalyse der Verlage Springer und Bauer, die in Hamburg vorgestellt wurde. Vor zwei Jahren hatten 37 Prozent der Haushalte so wenig Geld; ihr Anteil ist also innerhalb kurzer Zeit um sechs Prozentpunkte gestiegen. «Das ist eine dramatische Entwicklung», sagte der Leiter der Springer-Marktforschung, Wilfried Wenzel. «Der finanzielle Spielraum der Bevölkerung wird enger.»

Hamburg (dpa) - Viele Verbraucher in Deutschland haben kaum noch Geld. Das frei verfügbare Einkommen pro Monat liegt bei 43 Prozent der Haushalte unter 100 Euro, ergab die Verbraucheranalyse der Verlage Springer und Bauer, die in Hamburg vorgestellt wurde. Vor zwei Jahren hatten 37 Prozent der Haushalte so wenig Geld; ihr Anteil ist also innerhalb kurzer Zeit um sechs Prozentpunkte gestiegen. «Das ist eine dramatische Entwicklung», sagte der Leiter der Springer-Marktforschung, Wilfried Wenzel. «Der finanzielle Spielraum der Bevölkerung wird enger.»Dementsprechend abgenommen haben die Haushalte mit einem relativ hohen verfügbaren Einkommen. Nur noch knapp 17 Prozent der Haushalte haben 300 Euro oder mehr frei verfügbar; vor zwei Jahren waren es noch fast 21 Prozent. Weitere 40 Prozent der Haushalte können zwischen 100 und 300 Euro ausgeben, das sind zwei Punkte weniger als vor zwei Jahren. Ursache für die knappen Kassen sind die schlechte wirtschaftliche Lage und steigende Steuern, Abgaben und Preise. Die Tarifgehälter vieler Arbeitnehmer steigen kaum noch; die Unternehmen streichen Überstunden, übertarifliche Leistungen und Bonuszahlungen zusammen oder schaffen ganze Hierarchieebenen ab.Der schrumpfende Spielraum der Haushalte hat tief greifende Auswirkungen auf die Hersteller von Markenartikeln und die werbetreibende Wirtschaft. «Finanzschwache Konsumenten kaufen weit seltener im klassischen Lebensmittel-Einzelhandel ein, sind weniger markenbewusst und kaufen eher Handelsmarken beim Discounter», sagte Wenzel. Damit sei das mangelnde Einkommen ein weiteres Risiko für die Zukunft des Markenartikels. Die Werbewirtschaft beobachtet schon seit längerem den Trend zum Discounter und zu namenlosen Handelsmarken sowie die sinkende Markentreue der Verbraucher. Die Einschätzung, dass Markenartikel qualitativ besser sind, nimmt ab. Der Marken- Experte Bernd M. Michael schätzt, dass rund die Hälfte der 50 000 beworbenen Marken in Deutschland in den nächsten Jahren verschwindet.Die Verbraucheranalyse der Verlage Springer und Bauer ist eine der größten statistischen Erhebungen in Europa. Rund 31 400 Verbraucher werden nach ihren Konsum- und Verbrauchsgewohnheiten befragt und nach verschiedensten Kriterien ausgewertet. Die Analyse dient vor allem Werbeagenturen als Grundlage für ihre Kampagnen.
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Alt 09.09.2003, 20:25   #10
WallstreetTiger
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The coming first world debt crisis
Ann Pettifor
1 - 9 - 2003


The reckless financial policies of leading western powers in the last two decades make it likely that the next seismic debt crisis will be in America, not Argentina. It can be avoided, says Ann Pettifor of the Real World Economic Outlook, only by serious efforts to bring regulation and balance to the international economy.






Jubilee Research at the New Economics Foundation (NEF), the team that spearheaded global awareness of a third world debt crisis released provocative new research in September 2003 which argues that the “first world” is approaching a major debt crisis. These findings appear in the first of NEF’s annual reports on the global economy, Real World Economic Outlook – which shadows the IMF’s annual World Economic Outlook.

The report predicts that a giant credit bubble, created by central bankers and finance ministers (the engineers of decades of “easy money”) has now reached a “tipping point”. This point – at which the “bubble” of financial assets exceeds GDP by nine times – has triggered financial crisis elsewhere. Another “tipping point” would be a rise in interest rates – not unlikely for economies like the US and UK which have massive foreign deficits.

The financial system: unbalanced, unfair, unsustainable

On a global level, there is $100 trillion of debt outstanding, but only $33 trillion of income with which to repay those debts. Even the drastic recent stock market falls have barely dented the credit superstructure. When this credit bubble bursts in the United States and Britain, it will be middle-class consumers that will first bear the brunt of the financial crash.

That will be unjust and unfair, because American and British consumers have been actively encouraged in their borrowing by the financial deregulation policies of both central bankers and governments. Moreover, politicians and bankers have watched as dutiful and compliant consumers have propped up these two big economies – helping to keep the global economy afloat. They will be rewarded for their heroic efforts by bankruptcy, losses, liabilities, and personal anguish – which will extend some time into the future. The impact of a collapsing credit bubble will reverberate around the world, and hurt the poorest most.

The crisis will be exacerbated for individual consumers, because the end of the credit boom will take place in a deflationary environment. Deflation is in part a consequence of the policies of central bankers and finance ministers for opening up markets, and clamping down on wages and prices. Deflation is good for lenders, but bad for debtors. This is because the value of debts rises in real terms in a deflationary environment. This is in contrast to inflation, which ultimately erodes the value of debt.

A financial crisis under debt-deflationary conditions will be catastrophic for many debtors. It will also be grossly unjust and unfair, because while central bankers and finance ministers have clamped down on prices and wages – they have used the credit bubble (borrowing) to inflate asset values (stocks, bonds, and property) to extraordinary heights.

On the whole, it is the poor and the middle classes that rely on wages and salaries – while the rich derive their incomes from wealth. However, while the rich have been getting richer, they have not become indebted. Nor are they using these assets to spend and boost the economy. Instead, on the whole, they are standing by while their assets rise in value. The poor, by contrast, have watched as their wages and salaries declined as a share of GDP, and have had to borrow to compensate for these losses. By doing so, they are providing a service to the rest of the economy, and helping asset prices stay high.

Winston Churchill’s storm warning

The team producing Real World Economic Outlook warns that the coming “first world” debt crisis will resemble the debt crisis of the 1920s – when bankers and politicians embarked on a similar experiment of “globalising” and deregulating capital. Then, as now, their liberalisation of capital markets and reckless inflation of credit encouraged massive borrowing. Then as now, the burden of resulting debts fell most heavily on the middle classes and poor.

Winston Churchill, in his book about that period, The Gathering Storm, described it well:

“The year 1929 reached almost the end of its third quarter under the promise and appearance of increasing prosperity, particularly in the United States. Extraordinary optimism sustained an orgy of speculation. Books were written to prove that economic crisis was a phase, which expanding business organisation and science had at last mastered. “We are apparently finished and done with economic cycles as we have known them” said the President of the New York Stock Exchange in September. But in October a sudden and violent tempest swept over Wall Street…
The whole wealth so swiftly gathered in the paper values of previous years vanished. The prosperity of millions of American homes had grown up a gigantic structure of inflated credit, now suddenly proved phantom. Apart from the nation-wide speculation in shares which even the most famous banks had encouraged by easy loans, a vast system of purchase by instalment of houses, furniture, cars and numberless kinds of household conveniences and indulgences had grown up. All now fell together. But yesterday, there had been the urgent question of parking the motor-cars in which thousands of artisans and craftsmen were beginning to travel to their daily work. Today the grievous pangs of falling wages and rising unemployment afflicted the whole community, engaged till this moment in the most active creation of all kinds of desirable articles…”

If we substitute “the urgent question of parking motor-cars” with the “urgent question of parking SUVs”, Winston Churchill could be writing in 2003.

A cycle of illusions

How did we get into this mess? Real World Economic Outlook challenges standard explanations for the launch of the “globalisation” experiment. We contest the view that deregulation of capital flows – the very core of the globalisation project – was brought about by a form of “spontaneous combustion” caused by new technology. Nor do we share the view of many activists that globalisation is “corporate-driven”.

Instead, we argue, globalisation was triggered by elected politicians, and central bankers, in both the US and the UK. In the post-Vietnam war era, led by Richard Nixon and later Ronald Reagan, these politicians sought ways to avoid making the “structural adjustments” necessary to the American economy if debts incurred by foreign wars were to be repaid by US taxpayers. Rather, these politicians preferred to disband the existing system of paying off debts by exchanging gold, and opening up capital markets, so that the US could borrow to pay off its debts.

This new arrangement also allowed them to print the money in which they paid off those debts (unlike poor countries which have to repay debts in foreign currencies like dollars or sterling). British politicians and central bankers were only too happy to act as US intermediaries in the capital markets. Together they constructed a new financial architecture that effectively obliges central banks of both rich and poor countries to lend to the US – by buying US treasury bills (debt).

It is US treasury bills that have now effectively become the world’s reserve currency – where once that reserve currency was neutral (gold). It is this international financial system that makes the US administration so arrogant in its refusal to “adjust” its economy by cutting spending and pay its way – as poor, indebted nations are required to do by the International Monetary Fund (IMF). (The IMF’s double standards in its dealings with poor countries on the one hand, and the US on the other, are breathtaking).

It is this financial system which makes US financiers so confident that the rest of the world will continue to finance their nation’s extravagant spending binge. In the words of David Goldman, head of debt research at Banc of America Securities: “America is at little risk for the foreseeable future, simply because the world’s capital has nowhere else to go”(Wall Street Journal, 13 August 2003).

The day of reckoning

The Real World Economic Outlook challenges that view. There is now a growing consensus that the vast build-up of household, corporate, state and foreign debts of the US is not sustainable. Some central banks are already switching out of US dollars and into euros. When capital flows shift away from the US, and there are recent signs of this happening, Alan Greenspan may have to raise interest rates to attract capital back into the US to fund the growing federal, state and foreign deficits. Indeed, the bond markets seem to be signalling that they expect this to happen quite soon.

When interest rates begin to rise again, when debt costs soar both for corporates and households, when defaults and bankruptcies increase more rapidly than now – then the “tipping point” will be reached.

The latest official US government statistics show that mortgage debt rose in the previous year by a staggering $700 billion, to $6,219 trillion, in the first quarter of 2003. That is double the increase in the 1990s. At the same time, personal bankruptcies in the US rose in the last quarter by 9.0% more than in the same period in 2002; business bankruptcies in two successive quarters rose by 5.9%. Samuel J. Gerdano, executive director of the American Bankruptcy Institute said as far back as May 2003: “Today’s new bankruptcy record is continued evidence that U.S. households continue to struggle with the burden resulting from consumer debts incurred in the 1990s”.

Avoiding the next great crash

For some, therefore, the day of reckoning has already arrived. When it arrives for the millions more that are dutifully and heroically borrowing and spending, and thereby propping up the economy, great pain and anguish will be inflicted on individuals, businesses, their workers, families and communities. The consequences for the rest of us, and particularly for those in the poorest countries, are frightening.

Real World Economic Outlook calls on governments and central banks to take three measures to take responsibility for their reckless deregulation of finance.

First, we call on them to re-regulate international capital, by bringing back exchange controls. (It has been done before, and can be again. Capital was re-regulated in 1944, at Bretton Woods, after the “globalisation” experiment of the 1920s that created a giant credit bubble, which led to the crash of the 1920s and 1930s).

Second, we call on them to rein in the “easy money” of reckless lending and borrowing; to return the economy to scale.

Third, we call on governments and central banks to compensate those consumers now dutifully propping up the US and the UK economies. But we argue that this should not be done by taxing the middle classes, but by obliging the rich to share some of the incredible gains that economic and political leaders have allowed them to make over the last two decades.

Our world has been turned upside down. It is time to put it right again.


http://www.opendemocracy.net/debate...e-3-77-1463.jsp
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Alt 10.09.2003, 20:22   #11
WallstreetTiger
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Wussten Sie schon, dass ...?
(10.09.2003)

Die amerikanische Notenbank hat den falschen Weg eingeschlagen, um die Wirtschaft in den USA zu reflationieren. Was jetzt geschieht, ist eine Reflation der Finanzwerte. Die spekulative Blase wird also erneut aufgepumpt. Eine Reflation der Sachwerte ist bisher ausgeblieben. Die Reflation der Finanzwerte stellt mit einiger Wahrscheinlichkeit sicher, dass eine Reflation der Sachwerte nicht eintritt.


Richard Bernstein, Chefstratege für die USA, Merrill Lynch
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Alt 13.09.2003, 18:46   #12
mfabian
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Lämpchen Reflation / Stagflation

Hier noch zwei Definitionen von Begriffen, die immer wieder auftauchen:


Reflation
Unter Reflation versteht man eine durch aggressiv expansive Geldpolitik bewusst herbeigeführte Inflationierung,um Deflation zu verhindern.
(Quelle: boerse.ard.de)


Stagflation
Kurz zusammengefasst: Schwaches Wirtschaftswachstum mit hoher Arbeitslosigkeit und steigenden Preisen.

Hier eine ausführlichere Erklärung: http://de.wikipedia.org/wiki/Stagflation

Marcus
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