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Alt 12.07.2006, 23:19   #1
LDiablo
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Standard Fahrplan in den Crash: Deflation oder Inflation

OK, Ihr habt es nicht anders gewollt.


Ich mache hiermit also meinen ersten Thread auf

Mir geht es hier um die ausführliche Schilderung eines möglichen Szenarios für die nächsten 5-10 jahre. Dabei spielt es natürlich keine Rolle, ob man einen extremen Crash und den totalen Untergang oder das Paradies auf Erden sieht, sondern WARUM das passiert.Im Tagesthread werden immer wieder die Hauptrichtungen der Einschätzung der werten Boardteilnehmer bekannt, aber selten kann man so richtig nachvollziehen, wie sowas in Zukunft aussehen mag.Natürlich kann man hier nicht erwarten, daß die Leute eine Doktorarbeit a la MFabian abliefern, aber ein bischen ausführlicher und abgekoppelt vom Tagesgeschehen dürfen die Visionen dann doch sein.

Also bekommen wir nun die Hyperinflation, wie vom Graf gefordert, oder gibt doch wider aller Druckerpressen eine Deflation, in der auch der letzte Kilobarren Gold seinen Wert verliert?

Ich hab mich gestern noch mit einem guten Bekannten bei einer Radtour am Baldeneysee in Essen auf dieses Thema eingelassen und gemerkt, wie heikel es in unseren heutigen Gesellschaft ist, sowas wie mögliche Krisen- oder gar Kriegszieten anzusprechen.

Jetzt bin ich aber erstmal gespannt auf die Resonanz.Ohne entsprechende Beteiligung macht so ein Thread nämlich keinen Spars.
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Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. (Albert Einstein)
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Alt 12.07.2006, 23:23   #2
TomJones
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Standard

LDiablo!

jetzt schonmal Dank an Dich für die Idee für diesen thread!

Auf gutes Gelingen!
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Dr. Marc Faber: "We Are Never Prepared For What We Expect"
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Alt 12.07.2006, 23:41   #3
LDiablo
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Standard

Späte Stunde, kein guter Zeitpunkt für reges Boardgespräch


Kein Problem, denn morgen wird es NOCH nicht zur Hungersnot kommen

schlaft gut
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Alt 13.07.2006, 06:43   #4
Sit
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Standard

Vielleicht ist es wirklich mal Zeit für die Klärung dieser grundlegenden Fragen.

Man hat manchmal das Gefühl, es herrscht ein ungeahntes Chaos, was die Definitionsfrage von Inflation und Deflation betrifft.

Das ist immer noch die prägnansteste Erklärung:

Zitat:

Was ist eigentlich Inflation?

Die meisten Menschen verwechseln immer noch Inflation mit stei-
genden Preisen. Dabei ist ein steigendes Preisniveau nur die Folge
der Inflation, an der sie meßbar wird. Statt von steigenden Preisen
müßte man also von sinkender Kaufkraft des Geldes reden. Aber
auch hier läßt man sich von den vordergründigen Vorgängen irri-
tieren. Ähnlich wie man immer noch vom Sonnenuntergang redet,
obwohl die Ursache das Wegdrehen der Erde ist.
Der Begriff und das Faktum Inflation (von inflare = aufblähen)
beziehen sich also immer auf das Geld, konkreter: die Aufblähung
der Geldmenge. Gemeint ist damit jene Ausweitung, die über die
der volkswirtschaftlichen Leistung hinausgeht. Die Folge einer
solchen Ausweitung ist die Störung des Gleichgewichtes zwischen
Angebot und Nachfrage. Dem gegebenen Angebot stehen mit den
vermehrten Geldscheinen überhöhte Ansprüche gegenüber. Auf
jeden Schein kommt weniger Leistung. Oder anders ausgedrückt:
Man muß für jede Leistung mehr Geldscheine hergeben als zuvor.
Gemessen an der Leistung sinkt also die Kaufkraft des Geldes.
Gemessen am Geld steigt das allgemeine Preisniveau.
Mit dem Begriff Inflation ist auch die Verantwortlichkeit ge-
klärt: diejenigen, die an der Notenpresse sitzen und das Zuviel an
Scheinen in Umlauf geben. Und das sind in unseren Tagen alleine
die staatlichen oder vom Staat eingesetzten Notenbanken.
Noch vor 20 Jahren sahen manche Politiker und Wissenschaftler
in der Inflation - zumindest der gemäßigten - ein positives Stimu-
lans für die Konjunktur. Inzwischen hat man die vielschichtigen
negativen Folgen auch geringer inflationärer Preisauftriebe er-
kannt.1987 schrieb der Chefredakteur der „Welt“, Peter Gillies:
„Inflation ist nicht nur Betrug am Sparer, nicht nur die unsozial-
ste Form der Umverteilung, sondern auch die Erwerbslosigkeit
von morgen. Längst ist widerlegt, daß fünf Prozent Inflation leich-
ter zu ertragen seien als fünf Prozent Arbeitslosigkeit; vielmehr
sind null Prozent Inflation die vorzüglichste Voraussetzung für
null Prozent Erwerbslose. Der Glaube, Vollbeschäftigung lasse
sich mit "ein bißchen Preissteigerung" erkaufen, mußte weltweit
teuer bezahlt werden.“




Wenn man dann weiterdenkt, braucht man sich eigentlich nicht fragen, ob es zu einer Hyperinflation kommt. Die haben wir längst, weil die Geldmengen in den letzten 30 Jahren abgehoben von jedweder volkswirtschaftlichen Leistung regelrecht exponential explodiert sind. Dass wir noch nicht die Folgeerscheinungen so richtig bemerken konnten, liegt lediglich daran, dass viele Menschen glauben, ihre Zahlen auf Kontoauszüge hätten einen Kaufkraftwert.
Wenn mehr und mehr Menschen diese Kaufkraft einsetzen, ihre Kontostände also für den Erwerb reale Güter einsetzen, wird das Preisniveau explodieren. Etwas, dass wir zur Zeit vor allem bei Rohstoffen sehr gut beobachten können.
Wenn aber die Preise für Roh- und Grundstoffe solcherart explodieren, kann die Masse keine neuen Kredite mehr aufnehmen. Da Geldschöpfung = Kredit bedeutet, besteht durchaus die Gefahr einer Deflation, einer echten Geldvernichtung.
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Alt 13.07.2006, 07:24   #5
cherry
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Standard

.....die Überschrift ist falsch. Nicht Deflation oder Inflation muß es heißen, sondern Deflation bei gleichzeitiger Inflation ......aber eigentlich Stagflation.


Betrachten wir die Inflation .....angeblich nur 2%. 2002 kostete ein Ford Mondeo 30000 DM. 2006 kostet derselbe Ford Mondeo 30000€. Das sind 100% in 4 jahren....also 25% pro Jahr.

Gleichzeitig haben wir Deflation, bei den Dingen die aus China, Indien und asien kommen. Diese Dinge sind billiger geworden und so ist der manipulierter Warenkorb angeblich nur bei 2% .....stimmt zwar auch nicht....liegtt irgendwo bei 6- 7% .


Die Gefahr die nun lauert und zwar in Amerika ist die Stagflation. Das ist um so verhängnisvoller, weil es kein Gegenmittel gibt. Also heißt es Pest oder Cholera. Die Inflationierung ist im vollen Gange, merkt nur keine weil alle Währungen inflationieren.

Wer schon sich auf der gallopierenden Geldentwertung wartet, der kann noch lange warten. Das System versucht sich zu retten und zieht das Ganze in die Länge. Ob die Gold und Silberlinge dann noch was wert sind ..... kaum die sind dann als Teufelszeug entschädigungslos beschlagnahmt ( ausser man hat sie im sicheren Ausland). Ich bin auf jeden Fall weiter in AAA Anleihen, die werden im Fall der Fälle erst mal steigen. Jeder drängt dann zuerst in den vermeintlich sicheren Hafen. Dann tausch ich in Cash, denn dann ist es wichtig beweglich zu sein und wird das Maß der Dinge sein. Im übrigen habe ich immer 5-10% vom Vermögen in Gold und nicht erst seit gestern....eigentlich schon jahrzehnte. Da ändert sich auch nix.

Welche Maßnahme habe ich getroffen ? kaum einer ist heute mehr fähig sich selbst zu versorgen. Genügend Land und Know how, was natürlich schon jetzt geübt werden muß. Da fängts schon mal an. In den schlechten Zeiten (nach dem 2. WK) haben sich die Schnaps und Zigerettenwährung schon bewährt. Aber auch andere Sachen wie die Herstellung von Leiterwagen führten zu einträglichen Tauschhandel. Auch die eigene begrenzte Energieerzeugung wird zunehmend ein wichtigess Thema werden.

Doch bis dahin vergeht noch viel zeit und ob ich das noch erlebe Trotzdem ...Vorbereitung ist alles....auch wenn man es nicht braucht
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gruss
cherry
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Wer aufgehört hat besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen das man Geld nicht essen kann.
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Alt 13.07.2006, 07:57   #6
Förster
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Die VWL ist an allem schuld. was ist, wenn ich keinen Mondeo kauf, sondern Fahrradfahrer bin? dann befinde ich mich ganz allein in strengster Deflation??? erkennt ihr den Blödsinn? Da sich selbst gestandene VWL´ler untereinander uneins über Defla-Infla sind,können wir somit die Ergüsse aus dieser Ecke hinfortschieben, auch wenn sie irgendwann irgendwo bei irgendwem studiert haben mögen. denn viel schlauer war der Lehrer auch nicht!

wie ich hier:

http://www.stock-channel.net/stock-...&postcount=1793

schrieb, ist die Höhe des Leitzins unerheblich. warum? selbst bei einen Zins von Null, siehe Japan, sparen die Leute. warum? weil Geld für die allermeisten geiler ist, als Sex. Geld ist kein Zahlungsmittel, sondern Status. Glaubste nicht? für einen Penner ist es das schönste, hat er 5 Mark zusammen, für die nächste Dröhnung. für den Mulltimillionär ist es von Vorteil die 3. Yacht kaufen zu dürfen.

Nicht Angebot und Nachfrage regelt Inflation, sondern die oben genannten Punkte.

Nochmal, in einem Zinssystem gibt es keine Deflation, auch DANN nicht, wenn der Mondeo nur 20K kosten würde. Deflation bekommen wir NACH kostos Totalcrash, aber hierfür ein Datum nennen zu können....
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Alt 13.07.2006, 08:02   #7
Förster
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Nachtrag:

JEDES Geldguthaben, auch jenes für Null Prozent angelegt, erzeugt Schulden auf der anderen Seite. & dafür muss jemand ackern, sich buckeln, sich noch weiter verschulden, noch mehr Leistung erbringen, noch mehr, noch mehr und noch mehr. Die geistige Hochkultur ist somit zum sinnlosen Wachstum verdammt.

Stichworte wären: Tauschring, Chimgauer, umlaufgesicherte Währung usw.

wobei das evtl. vom Thema abgleitet

LDiablo?
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Alt 13.07.2006, 08:51   #8
LDiablo
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Zitat:
Zitat von cherry

.....die Überschrift ist falsch. Nicht Deflation oder Inflation muß es heißen, sondern Deflation bei gleichzeitiger Inflation ......aber eigentlich Stagflation.


Betrachten wir die Inflation .....angeblich nur 2%. 2002 kostete ein Ford Mondeo 30000 DM. 2006 kostet derselbe Ford Mondeo 30000€. Das sind 100% in 4 jahren....also 25% pro Jahr.




Moin zusammen

Klar, die Überschrift hätte noch viel länger sein müssen, aber im Moment sind wir uns ja noch nicht mal einig WAS wir nun haben, geschweige denn was die Worte eigentlich umschreiben. Das Beispiel mit dem Mondeo ist ein bischen überspitzt.Du weißt, ich komme aus der Autobranche, und ich kann Dir auch aus diesem Bereich ein Beispiel von Deflation nennen:

Ich hab vor viereinhalb Jahren einem Kunden einen VW T4 Transporter Kombi 9 Sitzer mit einfachster Ausstattung verkauft. Mit Großkundenrabatt von 20% hat er damals 22.000,-- Euro bezahlt. Heute steht bei mir ein Schwung Tageszulassungen T5 , ohne KM ,stärkerer Motor, gleiche Ausstattung aber zusätzlich noch Klimaanlage, el.Fenster & Spiegel ,Beifahrerairbag und Rußfilter und der kostet 22.150,-- Wo ist hier die Inflation geblieben? Oder haben wir auch innerhalb der Teilmärkte (Autobranche) Stagflation?? Wohl kaum
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Alt 13.07.2006, 08:55   #9
LDiablo
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Zitat:
Zitat von Förster

Nachtrag:

JEDES Geldguthaben, auch jenes für Null Prozent angelegt, erzeugt Schulden auf der anderen Seite. & dafür muss jemand ackern, sich buckeln, sich noch weiter verschulden, noch mehr Leistung erbringen, noch mehr, noch mehr und noch mehr. Die geistige Hochkultur ist somit zum sinnlosen Wachstum verdammt.

Stichworte wären: Tauschring, Chimgauer, umlaufgesicherte Währung usw.

wobei das evtl. vom Thema abgleitet

LDiablo?


Nö, gleitet nicht ab, genau dafür ist der Thread ja gedacht, um diese Themen ausführlich zu behandeln, so das man auch in Zukunft nachblättern kann. Im Tagesthread gehen solche Gedanken doch im 1521en Posting unter.Da ist das hier der richtige Ort
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Alt 13.07.2006, 09:57   #10
pit
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Zitat:
Zitat von LDiablo

Beispiel von Deflation nennen:

Ich hab vor viereinhalb Jahren einem Kunden einen VW T4 Transporter Kombi 9 Sitzer mit einfachster Ausstattung verkauft. Mit Großkundenrabatt von 20% hat er damals 22.000,-- Euro bezahlt. Heute steht bei mir ein Schwung Tageszulassungen T5 , ohne KM ,stärkerer Motor, gleiche Ausstattung aber zusätzlich noch Klimaanlage, el.Fenster & Spiegel ,Beifahrerairbag und Rußfilter und der kostet 22.150,-- Wo ist hier die Inflation geblieben? Oder haben wir auch innerhalb der Teilmärkte (Autobranche) Stagflation?? Wohl kaum

Moin L. Gute Idee der Thread.

Dein Beispiel ist ein gutes, aus verschiedenen Gründen.

Zunächst mal ist das i.m.. kein Beispiel für Deflation. Dasselbe Phänomen hast du im Elektronik-Bereich und du erlebst hier die Folgen der globalen Konkurrenz, denen Unternehmen wie VW zunehmend machtlos gegenüber stehen. Siehe auch (hier) . Ein Submininotebook, alles drum alles dran für EUR 650. Damit wurde dei 1000 Euro Schallmauer für solche Geräte nicht nur durchbrochen, sondern mal eben halbiert. KFZ dasselbe, auch wenn hier etwas höhere Barrieren eingebaut sind, aufgrund der Transportproblematik in die Exportmärkte, aber du wirst dieses Jahrzehnt noch sehen wie ein vergleichbares Gefährt zu deinem T5 von den Chinesen zu 12.000 Euro auf den Markt kommt. Wird das gekauft werden? Kansste drauf wetten.

Das ist aber keine Deflation, sondern Produktivitätszuwachs auf dem Buckel von 1 Mrd Chinesen die für nen Hungerlohn arbeiten. Das hat mit Deflation nichts zu tun.

Der Grund warum wir alle so durcheinander sind, ist, daß die Globalisierung alle regionalen Märkte in einem großen Topf geworfen hat, obwohl diese in ihren Zyklen an total unterschiedlichen Punkten sind. So hat China, Rußland und Teile Osteuropas einen grenzenlosen Boom, während wir hier in Westeuropa aufgrund von Übersättigung und Degeneration der Ethik seit Anfang der 90er in einer tiefen Rezession stecken, die immer wieder kaschiert wurde, erst durch den 'Aufschwung Ost' der dadurch finanziert wurde, daß die Wessis 100e von Milliarden in die NBL gepumpt haben und weiter pumpen (wofür wir uns nun von einigen Ostdeutschen beschimpfen lassen und prompt ein schlechtes Gewissen haben, tja so isser der Deutsche aber ich komm vom Thema ab ) also ich war bei kaschiert, erst durch Aufschwung Ost, dann durch den Export Boom nach China und immer noch in die USA. Aktuell durch die Verlagerung von Produktion in die Ostgebiete, demnächst nach Kazachstan und Sibirien (Spässle, aber wer weiß).

Kurz gesagt diese Produktivitätsgewinne - zu denen Firmen gezwungen sind wenn sie nicht zuschließen wollen - gaukeln uns über ihren Effekt (sinkende Preise) eine deflationäre Tendenz vor. DAS IST ABER FALSCH. Gleiches gilt für Bier zu 29 cent und andere spottbillige Lebensmittel bei Aldi.

Förster's Punkt ist i.m.o. der springende. In einem System das nicht von irgendwas echtem gedeckt ist, sei es Gold, Weizen oder sonst irgendwas von Wert, KANN es keine Deflation geben, weil Regierungen einfach die Geldmenge ausweiten (in der EU aktuell zwischen 8-10% p.A. je nachem welcher Statistik du glaubst..). Das sind jedes Jahr 10% mehr liquide Mittel. Wenn wir gesagt haben Inflation ist Ausweitung der Geldmenge, dann ist diese Frage doch damit eindeutig beantwortet. Deflation kann nur entstehen wenn Abnehmer von Geld dieses nicht mehr abnehmen. Das ist aber nicht so im Moment jedenfalls.

Ein letztes. Ein guter Gradmesser ist doch, für welchen Preis (freie) Menschen bereit sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Wenn ich mich abschufte und abends nicht genug hab um mir ein Bier und einen Laib Brot zu kaufen, dann kann ich doch besser mit dem Hintern in der Sonne liegen und auch nix zum knabbern haben, oder? Wenn man sich langfristige Lohntabellen anschaut (hier) sieht man, daß der Betrag der für Arbeit gezahlt wird nur in eine Richtung geht, und zwar seit dem Mittelalter. Nach oben. Die Arbeit ist aber dieselbe. Genau wie das Haus das vor 40 Jahren zu 50.000 Mark gebaut wurde, heute 1 Mio Mark 'wert' ist. Wie kann das sein. Ein sich abnutzendes Gut verzwanzigfacht sich im Wert? Das ist nicht möglich, denn das Haus ist nun in Wirklichkeit weniger wert, da älter und eben verwohnt. Wenn das Haus also weniger wert ist, aber mehr kostet, muss das Tauschmittel weninger wert geworden sein, es gibt keine andere Möglichkeit. Was man also sieht MUSS die Geldentwertung sein. Da 'Geld' aber ein abstraktes Gut ist, gibt es nur einen Weg, wie es weniger 'wert' werden kann, nämlich wenn mehr davon verfügbar ist. DAS ist Inflation, nichts anderes.

Zum Thema Gold. Gold hat zwei Aufgaben, zum einen, geleistete Arbeit zu speichern, zum anderen, internationale Krisen anzuzeigen. Da damit immer die Flucht zur Sicherheit verbunden wird, denken viele Gold wäre ein sicherer Hafen. Das stimmt zwar, aber es kann sein daß du und ich davon nichts mehr haben. Da wir in wenigen Jahren ein komplett elektronisches Geldwesen haben werden, kann ich mir gut vorstellen, daß auf weltweiter Basis - nicht der Besitz - aber der Tausch von Waren oder Leistungen gegen Gold kriminalisiert wird. Da wird es auch keinerlei Opposition geben, da das nicht mal versteht und da 95% der kein Gramm Gold haben. Also interessiert es auch keinen. Guck dir nur an wieviel Opposition der entmachtete Pöbel bei den aktuellen 'Reformen' aufzubringen imstande ist.

Dann sitzt du auf deinem Berg von Gold und der einzige Weg, irgendwas damit zu machen ist, zum 'Kriminellen' zu werden. Man muss sich also nicht überlegen ob Gold oder nicht, das ist keine Frage. Was Planung erfordert ist, wie du oder deine Erbnehmer - wenn es soweit ist - dein Gold wieder in Lebensstandard konvertierst.
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Geändert von pit (13.07.2006 um 10:03 Uhr).
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Alt 13.07.2006, 10:23   #11
pit
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Zitat:
Zitat von Sit

Da Geldschöpfung = Kredit bedeutet, besteht durchaus die Gefahr einer Deflation, einer echten Geldvernichtung.


Das System will überleben. Das System wird überleben, jedenfalls länger als du und ich. Einige sagen, die Housing Bubble wird platzen und das globale Finanzsystem mit in den Abgrund reißen. Das ist totaler Quatsch soweit es mich betrifft.

In U.S.A. werden jetzt 50-Jahres Kredite für den Hauskauf diskutiert. Wenn das nicht hilft wird es 100-Jahres Kredite geben. Wenn das nicht mehr hilft wird man Endlos-Annuitäten designen, die du als Optionen an einer neu zu schaffende Privatimmobilienbörse platzieren kannst.

Da können dann Vietnamesische Banken Pakete amerikanischer Inhaberschuldverschreibungen von privaten Gläubigern an Chinesische Investorengruppen verdealen, die diese als Sicherheit für einen Kredit zum Bau eines ukrainischen Schwarzmeer-Hotelkomplexes hinterlegen.

Das System ist jeder Verankerung enthoben. Alles geht in der virtuellen Welt. Ein Total Crash ist so gut wie unmöglich geworden. Der Total-Crash findet beim Lebensstandard in der wirklichen Welt statt. Schleichend, unspektakulär und seit Jahrzehnten.
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Alt 13.07.2006, 13:50   #12
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Hübsche Theorie. Erinnert ein wenig an: Dieses Mal ist alles anders. In den 5000 Jahren der Geldgeschichte gab es aber niemals eine längere Periode als zur Zeit ohne Währungsreform oder massivster Inflation oder Deflation. Wir trotzem dem System bereits seit 1967 alle möglichen Tricks ab, und der einzige mögliche Weg, die "Reinigungskrise" in Form von Kriegen, ist etwas verbaut in unserem Scheiß-Friedlichen Mitteleuropa. Nein, nein, die Erkenntnis was Fiat Money wirklich ist wird uns immer wieder einholen. Und das nicht erst mit Krediten die auf die Ewigkeit festgeschrieben werden. Irgendwann fangen einige Gläubiger an, sehen zu wollen. Wir sind mittendrin.
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Alt 13.07.2006, 13:51   #13
Förster
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vom Zeitenkalender, also die Sicht auf mehrere Zyklen, sollte das gesamte Bubble innert der nächsten 5 - 8 Jahre platzen. Wenn nicht, kommt pit´s Weg mit endlos laufende Kredite. wobei ich mir da nicht sicher bin, ob der Mensch wirklich so blöd ist, ständig zu ackern. für nix und wieder nix. Unterm-Strich-Belastung ist heute schon bei annähernd 75 Prozent vom Brutto.
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Alt 13.07.2006, 15:07   #14
mama mia
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...in meinen Augen hat pit einige sehr plausible Gedanken geschrieben - ob es gefällt oder nicht

Das System will überleben. Das System wird überleben, jedenfalls länger als du und ich.

befürchte ich auch...man sollte das System nicht unterschätzen und die Masse nicht überschätzen - obwohl, vielleicht geschehen noch Zeichen und Wunder und die Masse lässt sich nicht einfach unterbuttern (dann hätten wir die Revolution) - das wäre aber für alle sehr grausam.

Das System ist jeder Verankerung enthoben. Alles geht in der virtuellen Welt. Ein Total Crash ist so gut wie unmöglich geworden. Der Total-Crash findet beim Lebensstandard in der wirklichen Welt statt. Schleichend, unspektakulär und seit Jahrzehnten.

die virtuelle Welt ist anfällig - vielleicht eine Chance ich wünsche es mir (fast) vielleicht ist ein Chaos notwendig

Man muss sich also nicht überlegen ob Gold oder nicht, das ist keine Frage. Was Planung erfordert ist, wie du oder deine Erbnehmer - wenn es soweit ist - dein Gold wieder in Lebensstandard konvertierst.

wie wahr, da wird emotionsloses Planen gefordert ( was wieder mal total gegen meine Natur ist) ...eine grosse Aufgabe wird auch sein, wie können wie unsere Freiheit erhalten

Der Astrologe Raymond A. Merriman meint - schaut auf die Jugend, wie/was sie macht, da liegt der Schlüssel - hmmm wer weiss, vielleicht steckt in ihnen mehr als wir ihnen zutrauen Wandel - Transformation - neue Gedankenmuster - Bewusstheit

...könnte es sein, dass ich etwas abschweife dann
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Alt 13.07.2006, 18:29   #15
Förster
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Zitat:
Zitat von pit

(...)

Förster's Punkt ist i.m.o. der springende. In einem System das nicht von irgendwas echtem gedeckt ist, sei es Gold, Weizen oder sonst irgendwas von Wert, KANN es keine Deflation geben, weil Regierungen einfach die Geldmenge ausweiten (in der EU aktuell zwischen 8-10% p.A. je nachem welcher Statistik du glaubst..). Das sind jedes Jahr 10% mehr liquide Mittel. Wenn wir gesagt haben Inflation ist Ausweitung der Geldmenge, dann ist diese Frage doch damit eindeutig beantwortet. Deflation kann nur entstehen wenn Abnehmer von Geld dieses nicht mehr abnehmen. Das ist aber nicht so im Moment jedenfalls.

(...)


das mit der Deckung ist im Grunde ein Thema für sich.

aber bleiben wir mal beim Thema Geldmenge. die ZB´s buttern also jährlich annähernd zweistellig Kohle ins System, zumindest sind das die offziellen Daten , M3 gibts ja nicht mehr in den USA. okay, das steigt immer weiter. Geld drucken erzeugt vollautomatisch neue Schulden, da Geld den Sex an sich hat, sich "von selbst" zu vermehren. wenn man nun jährlich (seit Jahrzehnten) diesen Irrsinn nun betreibt, kann man doch selbst bei einer Halbierung der Geldmenge, nicht von Deflation sprechen, oder?
wie sieht denn eigentlich Geldmengenreduktion aus? wo gehen die grünen Scheinchen hin? in den Keller oder in den Ofen?
Genau hier sind wir am Punkt, wo Graf und seine Promovisten ins Geschehen eingreifen könnten.
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