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Alt 02.06.2002, 17:51   #61
artistin
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Hektische Manöver bei der Anlage vermeiden

Derivate: Geduld und Ausdauer gefragt

FRANK WIEBE, Handelsblatt

Nicht nur für Sprinter eignen sich Zertifikate oder börsengehandelte Fonds.
Man kann damit auch eine langfristige Strategie verfolgen.



DÜSSELDORF. Im Schlaf Geld verdienen – wer möchte das nicht? In der Fachsprache heißt das „passives Management“. Im Gegensatz zum aktiven Management versucht bei der passiven Methode niemand, besser zu sein als die anderen. Stattdessen wird einfach möglichst direkt in Indizes, die bestimmte Märkte abbilden, investiert. In den USA hat dieser Trend breit Fuß gefasst – die Fondsgesellschaft Vanguard ist damit groß geworden.

Hintergrund ist die Erfahrung, dass nur wenige aktive Fondsmanager es schaffen, besser zu sein als der Index, an dem sie sich orientieren. Das ist nicht verwunderlich. Denn aktives Management ist mühsam, man braucht dafür gut bezahlte Analysten, die sich intensiv mit einzelnen Papieren beschäftigen. Das kostet Geld. Da aber sehr viele Vermögensverwalter diesen Aufwand betreiben, ist es trotz guter Analysen dennoch schwierig, besser zu sein als der Durchschnitt. Und wenn von einem durchschnittlichen Ergebnis noch hohe Kosten abgehen, bleibt das Gesamtergebnis unter dem Marktdurchschnitt, der durch den Börsenindex abgebildet wird.

Passives Investment ist besonders geeignet für Anleger, die ihrem Vermögen mit einfachen Mitteln eine langfristig gute Struktur geben wollen – keine Sprinter, sondern Langstreckenläufer.

Steuerlich sind Zertifikate zurzeit sehr günstig

Für passives Investment stehen Zertifikate und Fonds zur Verfügung. Bei den Fonds gilt die relativ neue Kategorie der ETF (Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds) als vergleichsweise kostengünstig – daher tauchen auch nur solche Fonds in der Tabelle auf. Bei den Zertifikaten wurden vorzugsweise solche mit unendlicher Laufzeit ausgewählt. Nicht bei allen Zertifikaten bekommt der Anleger die Dividenden – bei Perfomanceindizes ja, bei Kursindizes nein. Fonds hingegen schütten Dividenden aus oder schreiben sie dem Anleger gut. Bei Zertifikaten wird der Anleger in der Regel nur durch den „Spread“, den Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs, zur Kasse gebeten. Für diese Spreads gibt es unterschiedliche Spielregeln, die Deutsche Bank erhebt zum Beispiel feste Cent-Beträge, so dass sich der Prozentsatz mit dem Kursniveau verändert. Bei Fonds zahlt der Anleger indirekt zusätzlich eine jährliche Gebühr (s. Tabelle). Ein weiterer Unterschied: Der Fonds ist nicht abhängig von der Fondsgesellschaft, sein Vermögen gehört direkt den Anlegern. Ein Zertifikat hingegen kann wertlos werden, wenn die ausgebende Bank Pleite geht. Es empfiehlt sich also, nicht nur von einem Anbieter zu kaufen.

Die meisten Zertifikate bilden Aktienindizes ab, einige wenige auch Renten, also Zinspapiere, sogar für Immobilien gibt es ein Angebot. Ein wichtiger Vorteil gegenüber Fonds: Der Anleger streicht die Rendite rein als Kursgewinn ein. Wenn er die Papiere lange genug behält (mindestens ein Jahr), erhält er diese Rendite also steuerfrei. Das ist jedenfalls bisher so – niemand kann ausschließen, dass einzelne Finanzämter oder Gerichte künftig die Dinge anders sehen werden.

Wer sich ein Depot aufbauen möchte, sollte zunächst seinen Aktien-, Renten- und Immobilienanteil festlegen. Möglich wären zum Beispiel 50 Prozent Aktien, 40 Prozent Renten, zehn Prozent Immobilien. Bei dieser Aufteilung ist wichtig, dass das gesamte Vermögen berücksichtigt wird – zum Beispiel steckt häufig ohnehin schon Geld in einer Wohnimmobilie. Außerdem gilt: Je risikofreudiger und erfahrener der Anleger ist, desto höher darf der Aktienanteil sein. Dabei empfiehlt es sich, für die Aktien einen Zeithorizont von mindestens fünf Jahren einzuplanen – Mittel, die voraussichtlich früher benötigt werden, sind besser in risikoärmeren Rentenpapieren angelegt.

Im Extremfall genügen dann zwei Papiere (wenn Immobilien schon anderweitig vorhanden sind), um ein Depot zu strukturieren: eines auf den Index MSCI World, der die Aktienmärkte der entwickelten Länder weltweit abbildet, und eines auf einen Rentenindex. Wer den Aktienanteil selbst aus mehreren Indizes zusammenbaut, sollte auf eine ausgeglichene Struktur achten. Zur Orientierung: Im MSCI World nehmen die USA mehr als die Hälfte ein, Europa rund 30 Prozent und Japan knapp zehn Prozent. Wichtig ist, die Unterschiede der Indizes zu beachten: Euro Stoxx bezieht sich nur auf Euroland, beim breiteren Stoxx sind auch Großbritannien, die Schweiz und Schweden dabei. Viele Privatanleger werden aber, um Wechselkursrisiken gering zu halten, lieber einen Schwerpunkt auf Euroland legen. Diese Region wird zurzeit auch von Experten favorisiert, weil sie bessere Chancen bieten soll. „Wir sind in Euroland sehr deutlich übergewichtet“, sagt zum Beispiel Nils Störling, Chefstratege für private Anlage bei der Commerzbank. Er orientiert sich für seine Kunden ohnehin mehr an den europäischen Stoxx-Indizes als am MSCI World.

Das Konzept des passiven Managements hat auch Grenzen. Zum einen sind nicht alle Märkte gut abgedeckt: Zu den Aktienmärkten einzelner Schwellenländer finden sich zwar Indexzertifikate, bisher aber noch nicht zu diesem Segment insgesamt. Solche Lücken werden aber möglicherweise in absehbarer Zeit geschlossen. Ein weiterer Punkt: Fonds können spezielle Strategien fahren, die nur durch aktives Management zu erreichen sind. So hatten in den vergangenen Jahren einige Fondsmanager mit dem Value-Ansatz guten Erfolg, bei dem gezielt niedrig bewertete Aktien gekauft und teure verkauft werden. Diese Strategie hat sich in schwachen Börsenzeiten bewährt, aber auch über lange Zeiträume. Anleger müssen daher nicht völlig auf den „passiven“ oder „aktiven“ Ansatz einschwenken, sondern können auch beide mischen. Wichtig ist aber, dass die Mischung nach Branchen und Regionen ausgeglichen bleibt.

HANDELSBLATT, Freitag, 31. Mai 2002, 11:58 Uhr
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Alt 02.06.2002, 17:53   #62
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Anleger sollten Emissionsprospekt genau lesen

Zertifikatevariante mit Fondscharakter

Bei einigen aktiv gemanagten Strategiezertifikaten verschwimmen die Grenzen zu einem Investmentfonds – mit allen Vor- und Nachteilen.


DÜSSELDORF. Der Münchener Jens Erhardt gilt als einer der Star unter Deutschlands Vermögensverwaltern. Denn er hat geschafft, was viele seiner Kollegen vergeblich versuchen: Die von ihm betreuten Fonds und privaten Depots auch in unsicheren Börsenzeiten mit überdurchschnittlichem Anlageerfolg zu managen.

Dank ABN Amro können nun auch Privatanleger mit kleinerem Geldbeutel von der Arbeit Erhardts profitieren. Die niederländische Großbank hat vor wenigen Wochen ein Strategiezertifikat auf den Jens-Erhardt-Index aufgelegt. Die Wertentwicklung des Zertifikats ist an einen von Ehrhardt zusammenstellten Aktienkorb gekoppelt, der wiederum die Berechnungsgrundlage für den Index darstellt.

Diese Konstruktion ist für den Anleger allerdings nicht ohne Stolpersteine, denn wie viele Werte der Index respektive das Zertifikatedepot enthält, wie sie gewichtet werden und in welchen Abständen eine Anpassung erfolgt, ist allein Sache Erhardts. „Dennoch haben wir ein paar Eckpfosten eingeschlagen“, bemerkt Stefan Armbruster von ABN Amro, der für die Konzeption des Zertifikats verantwortlich zeichnet. „So müssen mindestens 60 Prozent der Werte aus dem Bereich der mittleren Werte kommen. Der Rest kann auf große Aktien oder auf andere Zertifikate, etwa passive Indexanlagen, entfallen.“

Das sind nicht ansatzweise so strenge Anlageregeln, wie sie der Verwalter eines klassischen Investmentfonds zu erfüllen hat. Denn es gibt einen Unterschied: Die Bestimmungen des Gesetzes über die Kapitalanlagegesellschaften (KAAG) gelten für das Zertifikatedepot nicht. Dazu gehört beispielsweise eine bestimmte Streuung. So dürfen bei einem Aktienfonds höchstens vier Werte einen Anteil von mehr als zehn Prozent am Gesamtdepot erreichen. Alle anderen Titel müssen unter fünf Prozent liegen. Erhardt dagegen kann im Extremfall auch nur einen einzigen Wert halten. Auch an die Vorschriften zum Jahres- und Halbjahresabschluss, zur Einschaltung einer unabhängigen Depotbank und zur Erstellung eines Fondsprospekts ist er – anders als ein herkömmlicher Fondsmanager – nicht gebunden.

Und nicht zuletzt: Das kostspielige und zeitaufwendige Zulassungsprozedere, das jeder neu aufgelegte Investmentfonds bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) durchlaufen muss, konnte sich ABN Amro ersparen. „Zertifikate, die ja rechtlich eine Schuldverschreibung darstellen, fallen nicht unter das Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften und unterliegen somit auch nicht der Investmentaufsicht durch die Bundesanstalt“, sagt Oliver Struck vom BaFin. Im Klartext: Zurzeit fallen diese Papiere in eine Art rechtsfreien Raum. Ändern könnte sich dieser Umstand erst dann, wenn es zu einer neuen EU-Richtlinie in Sachen Anlegerschutz kommt, die frühestens für 2004 zu erwarten ist.

Anleger, die zu aktiv gemanagten Strategiezertifikaten greifen, sollten sich also darüber im Klaren sein, auf was sie sich einlassen und den jeweiligen Emissionsprospekt genau lesen.

Die Konstruktion über ein Zertifikat hat aber auch Vorteile. Sie ist flexibel, schnell und kann sowohl an die Bedürfnisse des Emittenten wie auch die der Anleger angepasst werden – etwa, dass der Verwalter weitgehend freie Hand beim Investmentprozess hat.

Zudem spart der Verzicht auf die behördliche Zulassung und teure Wirtschaftsprüfer, die die Einhaltung von Anlagerichtlinien und die Ergebnisse des Fonds prüfen und testieren, bares Geld. Billiger als die Fondslösung ist ein Zertifikat allemal. Das kommt der Rendite des Anlegers zugute.

Dafür allerdings muss er Gottvertrauen haben – etwa in die Bonität des Emissionshauses. Das steht immerhin für die korrekte Indexberechnung, einen fairen Handel und bei Zertifikaten mit begrenzter Laufzeit für die Einlösung des Papiers zum Fälligkeitstermin gerade.

Nicht zuletzt ist aber auch Vertrauen in Erhardts Arbeit notwendig. Denn die Wertentwicklung des Zertifikats hängt logischerweise davon ab, ob der Börsenprofis auch in Zukunft sein gutes Händchen beweist.

HANDELSBLATT, Freitag, 31. Mai 2002, 11:36 Uhr
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Alt 02.06.2002, 17:57   #63
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Experten: Nur ein Baustein im Depot

Strategiezertifikate: Viele Strategien zur Auswahl

THOMAS LUTHER, Handelsblatt

Mit Strategiezertifikaten kann man Geld systematisch in Aktien anlegen. Doch es gibt Tücken.


DÜSSELDORF. Es soll Anleger geben, die greifen aus Prinzip nicht zu Aktien des Biotechnologieunternehmens November. November – allein der Gedanke an die unbehagliche Jahreszeit mache doch gute Geschäfte auf Dauer unmöglich, so die Begründung.

Der Unternehmensname als Maßstab für eine Anlageentscheidung – so kann man es auch machen. Es gibt aber rationalere Strategien. Analysten und Strategen sind in einem Punkt einig: Wer am Aktienmarkt auf Dauer Erfolg haben will, braucht neben Geduld vor allem einen systematischen Plan für die Auswahl seiner Titel.

Anleger, die diese Aufgabe nicht einem Fondsmanager überlassen oder auf Indexzertifikate ausweichen wollen, müssen nicht unbedingt selbst den Kurszettel durchforsten. So genannte Strategiezertifikate nehmen ihnen diese Arbeit ab und bieten eine Alternative.

Das Prinzip ist einfach: Ähnlich wie bei einem Fonds stellt die emittierende Bank oder das Investmenthaus einen Aktienkorb zusammen, der meist aus zehn bis zwanzig verschiedenen Titeln besteht. Damit haben die Gemeinsamkeiten allerdings schon ein Ende. Denn für die Art und Weise, wie dieser Korb zusammengestellt wird, gibt es zahllose Investmentideen und Kriterien, nach denen die einzelnen Aktien im Korb landen. Der Markt ist groß – rund 1 000 Zertifikate sind in Deutschland gelistet – und dementsprechend bunt gemischt. Bei dem einen Zertifikat ist ein möglichst niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis entscheidend, im anderen Fall landen die jeweiligen Marktführer einer bestimmten Branche im Portfolio des Zertifikats. Diese Vielfalt ist Chance und Risiko zugleich.

„Strategiezertifikate sind eine Möglichkeit, eine Outperformance gegenüber dem jeweiligen Index zu erzielen“, sagt Armin Geier vom Informationsdienst Zertifikateweb.de. Um am Ende tatsächlich ein paar Prozentpunkte besser als der Index zu liegen, gilt es, bei der Auswahl aber einige Kriterien zu beachten. „Es gibt Aktienkörbe, da passt nichts richtig zusammen“, beobachtet Zertifikateexperte Geier. „Da wird so viel reingepackt, dass das Depot keine sinnvolle Struktur hat.“

Wichtig beim Kauf ist also, dass der Auswahlmechanismus des Zertifikats auch von unerfahrenen Anlegern verstanden und klar nachvollzogen werden kann. Das ist umso eher der Fall, je objektiver die Auswahlfaktoren sind – wie beispielsweise die Höhe der Dividendenrendite oder das Kursmomentum (der Kurszuwachs der Aktie in einem genau definierten Zeitraum). Deutlich kritischer sind dagegen Emissionen zu beurteilen, bei denen die Empfehlungen einer nicht näher eingegrenzten Anzahl von Analysten oder etwa Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre die Basis des Auswahlprozesses darstellen.

„Wichtig ist auch, dass eine regelmäßige Anpassung des Depots stattfindet“, sagt Geier. „Bei statischen Zertifikaten, deren Zusammensetzung über die Laufzeit hinweg konstant bleibt, besteht die Gefahr, dass sie auf einen Trend aufsetzen, der nach ein oder zwei Jahren ausläuft.“ Dies betrifft vor allem die zahllosen Branchenzertifikate, die in der entsprechenden Boomzeit für die Themen Internet oder Logistik herausgegeben wurden.

Ein positives Beispiel ist dagegen das German Top 12 -Zertifikat von Merrill Lynch. Es versammelt diejenigen zwölf Dax-Werte mit der historisch höchsten Dividendenrendite. Die Zusammensetzung des für das Zertifikat von Merrill extra berechneten Germany-Top-12-Index wird halbjährlich im Januar und Juli auf Basis der Frankfurter Schlusskurse angepasst.

Zudem werden angefallene Bezugsrechte und Dividenden rechnerisch reinvestiert – bei vielen Strategiezertifikaten keine Selbstverständlichkeit, oft stellen die vom Emittenten einbehaltene Gewinnausschüttungen so etwas wie eine verdeckte Vergütung dar.

Die Kosten sind neben der verfolgten Strategie das zweite wichtige Kriterium, das bei der Auswahl eines Zertifikats zu berücksichtigen ist. Grundsätzlich gilt: Der Wettbewerb zwischen den einzelnen Emittenten ist bei diesem Typ Zertifikat nicht so hoch wie bei den Indexzertifikaten. So sind die Strategievarianten in der Regel zunächst einmal deutlich teurer.

Das fängt in vielen Fällen mit einer laufenden Verwaltungspauschale an, etwa 0,5 bis 1,0 Prozent pro Jahr. Dazu kostet jede Neuausrichtung oder Umschichtung des Portfolios Geld. Nicht selten werden die Zertifikateanleger hierfür zusätzlich zur Kasse gebeten. Oft geschieht das nahezu unbemerkt, indem vom zu Grunde liegenden Index beziehungsweise Depotwert ein Abschlag vorgenommen wird. Ein Trick: Vom Emissionspreis wird eine Art Ausgabeaufschlag einbehalten. Das heißt: Beträgt der Ausgabekurs zum Beispiel 100 Euro, zwackt der Emittent 1 oder 2 Euro als anfängliche Managementvergütung ab.

Ein weiteres Problem: Die individuelle Ausgestaltung der einzelnen Papiere erschwert nicht nur den genauen Kostenvergleich. Vielfach sind die Papiere auch wenig liquide. Ein Börsenhandel existiert praktisch nicht, so dass der Anleger auf den jeweiligen Emittenten als Handelspartner zurückgreifen muss. Der wiederum stellt im Eigenhandel zum Teil deutlich höhere Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) als bei den Indexvarianten. Dementsprechend teuer ist ein vorzeitiger Ausstieg. Spread, laufende Kosten und verfolgte Investmentstrategie – all diese Punkte sollten vor dem Einstieg geklärt werden. Wichtigstes Hilfsmittel dabei: das Internet. Auf den Hompages der Emittenten stehen die Prospekte der jeweils eigenen Zertifikate zum Download bereit. Ein genauer Studium ist empfehlenswert.

Stellt sich am Ende die Frage nach dem Sinn und Zweck von Strategiezertifikate. Für Anlageexperten ist es ausgemacht, dass diese Papiere nur ein Baustein im Depot sein sollten – etwa als Ergänzung zu Indexzertifikaten.

HANDELSBLATT, Sonntag, 02. Juni 2002, 07:02 Uhr
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Alt 10.01.2003, 21:03   #64
Mr. KnowItAll
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